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Verschiedenes 

Funk­tions­jacken: Keine der fluorfreien Jacken über­zeugt voll­kommen

Funk­tions­jacken: Keine der fluorfreien Jacken über­zeugt voll­kommen
In wetter­fester Kleidung steckt oft schädliche Chemie (c) Stiftung Warentest

Bei einem Test von acht Funktionsjacken ohne fluorhaltige wasser­abweisende Chemikalien zeigt sich, dass einige Jacken nur im Neuzustand vor Nässe schützen. Nach fünf Wasch­gängen allerdings kann keine mehr dem Stark­regen voll­ständig trotzen. Das Fazit der Stiftung Warentest lautet daher: fünf­mal Befriedigend und dreimal Ausreichend. Die Ergeb­nisse sind in der Oktober-Ausgabe der Zeit­schrift test veröffent­licht.

Das Dilemma zeigt sich im Test: Wer auf Funk­tions­jacken mit fluorhaltigen Schad­stoffen verzichten möchte, findet bisher keine über­zeugende Alternative. Denn es sind per- und poly­fluorierte Chemikalien, die der Funk­tions­jacke Schutz vor Wasser, Schmutz und Öl verleihen, gleich­zeitig jedoch Mensch und Umwelt gefährden. Sie können sich heraus­waschen, von Klär­anlagen nicht zuver­lässig heraus­gefiltert werden und so ins Grund­wasser gelangen. Über die Nahrungs­kette werden sie dann vom Menschen wieder aufgenommen und können gesund­heits­schädigend wirken.

Positiv ist, dass Hersteller inzwischen Funk­tions­jacken ohne Fluor anbieten. Doch bei den Prüfungen haben diese nicht dauer­haft über­zeugt. Beim Test im Regenturm wird die Kleidung unter einigen gewaschenen Jacken zu einem Viertel nass. Bei einer Jacke ist sie ganz durch­nässt. Eine Nach­imprägnierung im Anschluss an den Wasch­gang kann helfen – mit einem fluorfreien Mittel oder über einen Imprägnier­service.

Für leichte Wandertouren und Städtetrips reichen fluorfreie Funk­tions­jacken. Nach mehreren Wäschen schützen sie aber nicht mehr ausreichend vor Regen.

Der Test „Funk­tions­jacken“ findet sich in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift test und ist online unter www.test.de/funktionsjacken abruf­bar.

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Verschiedenes 

NABU: Zehn Prozent aller EU-Gelder für Biodiversität einsetzen

Krüger: Letzte Verhandlungsrunde zum EU-Haushalt muss ausreichende Naturschutzfinanzierung verankern

Brüssel, 25.09.2020 – Am Montag, den 28. September, werden in Brüssel die Verhandlungen zum EU-Haushalt 2021 bis 2027 weitergeführt. NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger kommentiert:

„Die Krise der biologischen Vielfalt bedroht die Fundamente unseres Wohlstands. Das Europäische Parlament verlangt zu Recht, dass künftig zehn Prozent aller EU-Gelder für den Schutz und die Wiederherstellung der Biodiversität reserviert werden müssen. Im Namen der Mitgliedstaaten muss Angela Merkel dem jetzt zustimmen.“

Die Europäische Kommission hat in ihrer Biodiversitässtrategie festgestellt, dass jährlich 20 Milliarden Euro nötig sind, um den Verlust der Biodiversität in Europa aufzuhalten. Das Europäische Parlament hatte sich bereits im Juli mit großer Mehrheit dazu bekannt, zehn Prozent des nächsten Finanzrahmens in den Schutz der Natur zu investieren. Ein Großteil der Gelder würde in die Honorierung von Naturschutzleistungen von Landnutzern fließen, aber auch in die Renaturierung von geschädigten Ökosystemen.

Eine parteiübergreifende Gruppe von Europaabgeordneten hat diese Forderung in dieser Woche erneut bekräftigt. Ebenso sollen auch zehn Prozent der Corona-Hilfsgelder der EU für die Biodiversität reserviert werden.

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Verschiedenes 

Atommüll: Sicherheit muss vor politischem Kalkül stehen

Krüger: Standortwahl muss gesamtgesellschaftlich geschultert werden

Berlin, 25.09.2020 – Anlässlich der Vorstellung des Berichts der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) am Montag, den 28. September, mahnt NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger: „Strahlender Atommüll ist ein ewiges Überbleibsel eines technikzentrierten engergiepolitischen Irrwegs. Die Konsequenz, also die Lagerung, muss gesamtgesellschaftlich geschultert werden – Kriterium für die Standortwahl muss die größtmögliche Sicherheit sein und nicht etwa ein politischer Kuhhandel.“

Der Bericht wird Gebiete vorstellen, die nach Ansicht der BGE günstige geologische Voraussetzungen für die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle bieten können. Folgen wird ein Prozess, der Bürger und Zivilgesellschaft zwar beteiligen soll. Allerdings wird die BGE parallel weiter an der Auswahl der Regionen arbeiten – ohne die Ergebnisse dieses Prozesses abzuwarten.

„Nur ein völlig transparenter und im Hinblick auf die Bürgerbeteiligung fairer Prozess der Standortsuche wird die zu erwartenden Proteste mildern können“, so Petra Wassmann, NABU-Vizepräsidentin und Mitglied in der Assebegleitgruppe. „Besonders in Niedersachsen sind unsere negativen Erfahrungen groß, sei es die damalige Vorfestlegung auf Gorleben, die höchst unsichere Atommülllagerung in der Asse im Landkreis Wolfenbüttel oder das ohne wissenschaftliches Standortsuchverfahren genehmigte Atommüllendlager Schacht Konrad in Salzgitter. Gerade müssen wir erleben, dass für den Müll aus der Asse die Forderungen aus der Zivilgesellschaft nach Standortvergleichen für ein Zwischenlager vom Tisch gewischt wurden. Ernst gemeinte Bürgerbeteiligung sieht anders aus. Für eine gesellschaftlich akzeptierte Lösung ist interdisziplinärer Sachverstand gefragt. Der NABU fordert entsprechendes Handeln von der Bundesgesellschaft für Endlagerung, aber auch und gerade von der Politik.“





Veranstaltungen 

Karlsruhe: Eine prima Geste an Radfahrerinnen und Radler

Karlsruhe: Eine prima Geste an Radfahrerinnen und Radler
Axel Schumacher legt einen Frühstücks-Stopp ein / Foto: Stadt Karlsruhe

Stadt, ADFC und AOK servierten Radlerfrühstück auf dem Friedrichsplatz

Radeln geht immer. Und hat in Corona-Zeiten Rückenwind erhalten. Am Radzähler in der Erbprinzenstraße werden regelmäßig Werte von 8.000 Fahrten am Tag erreicht. Viele Gründe, zu Beginn der unwirtlicheren Jahreszeit mit einem Radlerfrühstück noch einmal für das Ganzjahresverkehrsmittel Werbung zu machen. Mit diesem überrascht und belohnt die Stadt zusammen mit ADFC und AOK Radfahrerinnen und Radfahrer für ihr vorbildliches Verhalten. Während das Frühstück für die Pedaltreterinnen und -treter üblicherweise zu Beginn der Aktion "Mit dem Rad zur Arbeit" von AOK und ADFC eingetaktet ist, wurde es dieses Jahr Corona bedingt kurz vor Ende des Aktionszeitraums (Ende September) gelegt.

Gemeinderats-Team unterstützte Aktion

"Mein Dank geht an alle, die mit dem Fahrrad unterwegs sind; ihnen überreiche ich gerne Brötchen. Das Radlerfrühstück ist eine gute Aktion, um unsere Radverkehrsförderung ins Bewusstsein zu bringen", betonte Bürgermeister Daniel Fluhrer, als er zusammen mit Engagierten aus dem Gemeinderat, der AOK und des ADFC am Donnerstagmorgen (24. September) am Friedrichsplatz das kleine Frühstück servierte. Radeln, na klar, ist das Motto von Friederike Reuz-Arujo da Silva, die als eine der ersten am "Service-Trupp" vorbeikam: "Ich fahre immer mit dem Rad zur Arbeit - von der Südweststadt in die Innenstadt. Es gibt ja gute Regenkleidung." Sie habe die "Vision einer autofreien Innenstadt", meinte sie.

"Von mir aus könnte die Stadt das jeden Tag machen"

"Es macht Freude zu sehen, wie viele Menschen dankbar sind für diese Anerkennung durch die Stadt", war sich das Gemeinderats-Team aus den Stadträten Michael Haug, Michael Zeh, Sven Maier, Karl-Heinz Jooß, Oliver Schnell, Tilman Pfannkuch sowie den Stadträtinnen Petra Lorenz und Mathilde Göttel einig – viele von ihnen sind häufig selbst mit dem Rad unterwegs. Und weil es einfach eine prima Geste an die Radfahrerinnen und Radfahrer ist, die auch zeigt, dass es geschätzt wird, wenn Menschen auch bei schlechtem Wetter mit dem Rad zur Arbeit fahren, hatten sich einige schon öfter für Rad-Aktionen "einspannen" lassen. Und so Phillip Spannagel Freude gemacht: Das Ungewöhnliche an der Aktion sei, dass man sich "bei mir bedankt, dass ich mit dem Rad fahre". "Von mir aus könnte die Stadt das jeden Tag machen", lachte er. Hier hatten Tanja Dopf und Katrin Hillenbrand von ADFC gleich eine weitere Idee: Warum nicht einmal eine Frühstücks-Aktion an der Fahrradstation am Hauptbahnhof für die ganzen Pendler organisieren, die auch mit dem ÖPNV unterwegs sind?

"Karlsruhe macht sich als Fahrradstadt, hat aber noch einen langen Weg vor sich", verband Axel Schumacher beim "Frühstücks-Gespräch" sein Lob mit dem Wunsch, dass die Stadt bei der Radförderung einen langen Atem beweist.

Das Radlerfrühstück sei eine Maßnahme, um die Fahrradstadt Karlsruhe voran zu bringen, betonte Fluhrer. Mit solchen Kampagnen, aber auch vielfältigen Investitionen in die Infrastruktur sowie aktuell mit dem Lastenrad-Förderprogramm für Familien setze die Stadt "weitere Impulse für eine nachhaltige Mobilität". Zum Abschluss des Lastenrad-Programms hatte Bürgermeister Fluhrer vergangenen Montag die Familien auf dem Marktplatz mit ihren neuen Lastenrädern begrüßt, die Fördergelder erhalten haben - verbunden mit dem Dank an die "Pioniere der Verkehrswende".

Aktion "Mit dem Rad zur Arbeit" läuft noch bis 30. September

Für Bernhard Ibach, stellvertretender Geschäftsführer der AOK Mittlerer Oberrhein, gehören die eigene Gesundheit und die Umwelt zu den "Rad-Gewinnern": "Radfahren ist gerade in Zeiten von COVID-19 wichtig für Körper und Geist." Wer regelmäßig in die Pedale tritt, stärke das Immunsystem, nehme Rücksicht auf die Umwelt und fördere das seelische Wohlbefinden, ist er überzeugt.

Die Aktion "Mit dem Rad zur Arbeit" läuft noch bis 30. September. Auch die Stadt bewirbt sich seit vielen Jahren. Im Corona-Jahr zählen erstmals auch Fahrten rund ums "Home-Office".





Verschiedenes 

Naturschutzgebiet "Burgau": Aufwertung im Schilf

Amphibien, Vögel und Libellen profitieren

Schon in den vergangenen Jahren haben die Naturschutzverwaltungen von Regierungspräsidium und Stadt im Naturschutzgebiet "Burgau" Pflegemaßnahmen im großen Schilfgebiet durchgeführt. Diese dienten der Aufwertung der Biotopflächen und der Verbesserung der dringend erforderlichen Jagd von Wildschweinen.

Inzwischen waren die Maßnahmen durchaus erfolgreich: Das Schilf konnte sich verjüngen, größere Übergangsbereiche zwischen Schilf und Wiese sind entstanden und die Wildschweinjagd hat sich verbessert.

Trockene Witterung macht Pflege möglich
In diesem Jahr sorgte zudem die trockene Witterung dafür, dass die Pflege- und Aufwertungsmaßnahmen weitergehen konnten. Die Mahd der Flächen fand etwa Ende August statt. Im September wurden nun als Ergänzung zwei kleine Vertiefungen angelegt. Gerade letztere fehlten seit einigen Jahren, da wegen des ausbleibenden Frostes in den Wintermonaten keine Grabenpflege möglich war und die Gräben infolgedessen zugewachsen waren.

Von den jüngsten Pflegemaßnahmen profitieren insbesondere wassergebundene Arten der Gruppen Amphibien, Vögel und Libellen.

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Verschiedenes 

Wirtschaft und Biodiversität in Einklang bringen

NABU und Boston Consulting Group stellen gemeinsame Studie zur Bedeutung der Biodiversität für die Wirtschaft vor

Berlin, 23.09.2020 – Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und die Strategieberatung Boston Consulting Group (BCG) haben eine Studie zur Wichtigkeit der Biodiversität und den Auswirkungen und Chancen von wirtschaftlichen Aktivitäten veröffentlicht. Über Ökosystemleistungen wie Bestäubung, Klimaregulierung oder die Bereitstellung fruchtbarer Böden erbringt die Biodiversität weltweit einen jährlichen Wert in Höhe von ungefähr dem zweifachen globalen Bruttoinlandsprodukt (BIP). Doch durch den immer schneller fortschreitenden Rückgang der Biodiversität geht dieser Wert jedes Jahr um mindestens drei Prozent - über sechs Billionen US-Dollar - zurück.

Dieser Rückgang ergibt sich besonders daraus, dass viele für das gesellschaftliche Wohlbefinden und die städtische Versorgung wesentliche Aktivitäten in enger Interaktion mit der Natur stehen und die Nutzung von Land und natürlichen Ressourcen beinhalten. Land- und Forstwirtschaft, der Ausbau von Infrastruktur, Rohstoffabbau sowie der Industriesektor tragen aktuell zu etwa 60 Prozent des Biodiversitätsverlusts bei. Die Studie „Wirtschaften im Einklang mit der Natur – Handlungswege zur Sicherung der Biodiversität“ zeigt auf, wie die Belastungen der Biodiversität entstehen und wie sie gemindert werden können.

„Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit BCG, denn sie zeigt, dass der Erhalt der Biodiversität auch für große Unternehmen immer mehr in den Fokus rückt“, so NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger, „Intakte Ökosysteme und die Artenvielfalt sind unsere Lebensgrundlage, die wir schützen müssen. Ein biodiversitätsfreundliches Handeln von Unternehmen ist dabei ein wesentlicher Faktor. Die Politik muss durch Regulierung und Anreize den nötigen Rahmen dafür und faire Wettbewerbsbedingungen schaffen.“

Grundlage eines zukunftsfähigen Systems, in dem Wirtschaft und Natur gemeinsam wachsen können, ist, dass der Wert der Biodiversität in unsere wirtschaftlichen, politischen, und zivilgesellschaftlichen Entscheidungen einbezogen wird. „Wirtschaftliche Wertschöpfung und Biodiversität müssen und können stärker in Einklang gebracht werden. Denn eine intakte Biodiversität tut nicht nur der Natur gut, sondern birgt riesiges Potenzial für die Wirtschaft“, sagt Dr. Torsten Kurth, BCG-Senior-Partner und Koautor der Studie. „Der Erhalt der Biodiversität ist genauso wichtig, wie den Klimawandel zu stoppen, denn die Krisen verstärken sich gegenseitig. Umso wichtiger ist es, jetzt verloren gegangene Ökosystemfunktionen wiederherzustellen, denn durch CO2-Bindung können naturnahe Ökosysteme, wie Moore und Mischwälder, einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel leisten“.
Um biodiversitätsfreundlich zu wirtschaften, sollten Unternehmen zunächst die Folgen ihres Wirtschaftens für Artenvielfalt und Ökosysteme analysieren – also neben ihrer CO2-Bilanz auch ihren gesamten ökologischen Fußabdruck ermitteln. Durch freiwillige Selbstverpflichtung zu Biodiversitätsstandards und durch Innovationen in Rohstoffgewinnung, Landbau, und Produktionstechniken können Unternehmen im nächsten Schritt positive Auswirkungen entlang ihrer gesamten Wertschöpfungskette erzielen. Beispielsweise kann kreislauforientiertes Wirtschaften durch die Wiederverwendbarkeit und biologische Abbaubarkeit von Endprodukten den allgemeinen Ressourcenbedarf und Flächenverbrauch auf ein Minimum reduzieren. Auch können Unternehmen selber biodiversitätsfreundliche Landnutzungsmodelle fördern und sich an Projekten zum Schutz der Natur beteiligen: So kann Land erworben und dem Naturschutz gewidmet werden; und Landnutzer können dafür bezahlt werden, auf ihrem Land Biodiversitätsmaßnahmen umzusetzen.

Einige Firmen haben bereits damit begonnen, durch entsprechende Maßnahmen den Biodiversitätserhalt in ihre Prozesse zu integrieren. Dennoch gibt es noch sehr viel zu tun, und alle gesellschaftlichen Akteure müssen ihren Beitrag leisten. So hebt die Studie auch die Rolle politischer und gesellschaftlicher Institutionen hervor: diese besteht zum einen darin, den nötigen Wandel durch Innovationsförderung, Wissenstransfer und die Verbesserung ländlicher Infrastruktur voranzutreiben. Darüber hinaus benötigen Unternehmen Rahmenbedingungen, die es ihnen erleichtern, biodiversitätsfreundlich zu produzieren. Subventionen, wie beispielweise in der EU-Agrarpolitik, sollten nach Gemeinwohlkriterien vergeben werden, sodass zum Beispiel konkrete Naturschutzleistungen auf bewirtschaftetem Land gezielt gefördert werden. Die Studie empfiehlt das Ende der pauschalen Flächenprämien. Staatlich geförderte und kontrollierte Produktionsstandards und -zertifizierungen können es Unternehmen zudem ermöglichen, Verbraucher auf biodiversitätsverträgliche Praktiken hinzuweisen. Auch Handelsabkommen sollten Auflagen zum Schutz der Biodiversität enthalten – dies sorgt für einen fairen Wettbewerb über Ländergrenzen hinweg und verhindert, dass Bemühungen durch wirtschaftlichen Druck untergraben werden.

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Verschiedenes 

Ausschüsse machten sich Bild von der Lage im Stadtwald Karlsruhe

Ausschüsse machten sich Bild von der Lage im Stadtwald Karlsruhe
Ausschüsse zur Lage im Stadtwald / Foto: Stadt Karlsruhe/Knopf

Exkursion mit BM Bettina Lisbach im Distrikt Rissnert / Forst schildert katastrophale Situation

Zu einer Waldexkursion trafen sich kürzlich zwei Ausschüsse des Gemeinderats sowie der Naturschutzbeirat, um sich mit Forstamtsleiter Ulrich Kienzler und Bürgermeisterin Bettina Lisbach ein Schadensbild des Stadtwalds im dritten Dürrejahr zu machen. Gemeinsam beging man den Stadtwald (Distrikt Rissnert) bei Rüppurr. Waldzustand, Waldökologie und die Situation der Verkehrssicherung (herabfallende Äste) standen auf der Agenda. Was der Forstamtsleiter dem Ausschuss für öffentliche Einrichtungen und dem Ausschuss für Umwelt und Gesundheit mitteilen musste, war desillusionierend. Der Wald stehe vor einer Katastrophe, es gebe massive Schäden, hinzu käme die Thematik Verkehrssicherungspflicht, betonte Kienzler. Man habe rund 110 Kilometer Waldrand an Straßen und Bahnschienen. "Hier, die Buche, eigentlich ein robuster Baum, aber kaputt. Wir sägen Äste ab, wo wir können, um die Stabilität zu sichern. Aber wir kommen nicht mehr hinterher. Das belastet unsere Mitarbeiter", führte Kienzler aus, der auf die angespannte Personalsituation beim Forstamt hinwies. Fachkräfte seien schwer zu finden.

Drittes extremes Trockenjahr

Eingangs wies Lisbach darauf hin, wie wichtig es sei, sich vor Ort anzuschauen, wie der Zustand des Waldes sei. "Wir plagen uns mit dem dritten extremen Trockenjahr herum. Das sind die Folgen", sagte Lisbach, die jedoch auch das vom Gemeinderat beschlossene Waldanpassungsgesetz lobte. Ob Bergahorn, Rotbuche, Eiche, Esche ("ein Totalausfall") – das Schadensbild sei immens, bilanzierte Kienzler, der Zahlen sprechen ließ. Normalerweise stehen zur ökonomischen Nutzung 14.2000 Kubikmeter an Festmetern Holzmenge im Stadtwald zur Verfügung. 2018 habe man 13.000 Kubikmeter verwertet, 2019 waren es 9700, 2020 nur noch 6300. Schadensbedingt beträgt der Ausfall (2018: 9 Prozent, 2019: 29 Prozent) aktuell gar 63 Prozent. Rußrindenpilz oder Buchdrucker-Käfer schädigten den Wald massiv.

Beim Waldspaziergang nach oben schauen

Kienzler plädierte dafür, beim Waldspaziergang öfter nach oben zu schauen, um die kaputten Baumkronen ins Visier zu nehmen. Man müsse den Wald aus vielen Perspektiven betrachten – von Biodiversität über Freizeitnutzung bis zur Ökonomie. Jeder interpretiere den Wald anders, sagte der Forstamtschef zu den vom Waldzustand betroffenen Ausschussmitgliedern. Auf eine Pflanzaktion wies Revierförster Bernd Struck hin. "Den Eichen müssen wir helfen, ohne Eingriff haben sie keine Chance, sich zu entwickeln." Es werde Einem auch Angst und Bange, wie schnell der Heldbock die Bäume besiedele.

zum Bild oben:
KATASTROPHAL: Eindringlich schilderte Forstamtsleiter Ulrich Kienzler (in der Hand das Blatt einer Ulme) gemeinsam mit Bürgermeisterin Bettina Lisbach die aktuelle Situation des Karlsruher Stadtwalds. Foto: Stadt Karlsruhe/Knopf





Verschiedenes 

NABU: Fehler der Agrarförderung nicht im Wald wiederholen

Krüger: Waldprämie muss an Kriterien zur Stabilisierung von Waldökosystemen gebunden werden

Berlin, 22-09.2020 – Anlässlich der am 23. September beginnenden Agrarministerkonferenz in Weiskirchen fordert der NABU, dass die geplante „Waldprämie“ keine reine Flächenprämie sein darf. Neben der Produktion von Holz, mit der Forstbetriebe ihr Haupteinkommen erzielen, erbringt der Wald viele weitere wertvolle Ökosystemleistungen, die bisher kaum finanziell honoriert werden. Dazu gehört unter anderem binden von Kohlenstoff, kühlen der Umgebung, produzieren von Sauerstoff oder das Filtern von Wasser.

„Grundsätzlich unterstützen wir den Gedanken, Waldbesitzende für Leistungen zu entlohnen, die allen zugutekommen. Die geplante Waldprämie muss aber das Ziel haben, die Ökosystemstabilität der Wälder zu fördern. Eine Prämie ausschließlich auf der Basis des Mittelwertes des Holzzuwachses in Deutschland lehnen wir ab. Die Fehler der Agrarförderung dürfen sich im Wald nicht wiederholen“, so NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger. „Unsere Wälder sind komplexe und sehr vielfältige Ökosysteme, deren Stabilität maßgeblich von ihrer biologischen Vielfalt abhängt. Nur wenn diese Ökosysteme intakt und stabil sind, können sie sich auch an die Herausforderungen des Klimawandels anpassen und auch langfristig die unterschiedlichen Ökosystemleistungen bereitstellen.“

Trockenheit, Hitze und die Massenverehrung von Insekten haben in den letzten Jahren zu einer erheblichen Menge an Schadholz in den Wäldern geführt. Forstbetriebe müssen mit deutlich gefallenen Holzpreisen zurechtkommen. Da die Erderhitzung weiter voran schreitet, wird sich diese Situation weiter verschärfen. Eine Waldklimaprämie, die vor allem die Kohlenstoffbindung in den Vordergrund stellt, könnte das ohnehin schon geschwächte Ökosystem Wald weiter destabilisieren. Denn so würde auf schnellwachsende gebietsfremde Baumarten gesetzt, die in kurzer Zeit zwar viel Kohlenstoff binden. Dabei wird jedoch außer Acht gelassen, dass diese Baumarten sich oft negativ auf den Wasserhaushalt auswirken und auf Grund ihrer nicht vorhandenen Vernetzung mit anderen Waldorganismen sehr anfällig für Störungen sind.

Aus Sicht des NABU muss daher eine Waldprämie an die ökologische Stabilisierung von Wäldern geknüpft werden. Als mögliche Förderaspekte kommen in Betracht: Förderung heimischer Laubbaumarten, Erhöhung des Totholzanteils, reduziertes Befahrung der Waldböden, Förderung alter Wälder, dauerhafter Verzicht auf die Waldbewirtschaftung oder auch die Zertifizierung der Waldbewirtschaftung nach anspruchsvollen Siegeln wie FSC oder Naturland.

„Viele der Ökosystemleistungen profitieren, wenn Wälder nicht bewirtschaftet werden. Das Ökosystem Wald ist nicht auf eine Bewirtschaftung angewiesen“, so Krüger, „Je wilder Wälder sind, desto wertvoller sind sie.“

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