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Verschiedenes 

Besuch aus Burundi in Fairtrade-Stadt Karlsruhe

Besuch aus Burundi in Fairtrade-Stadt Karlsruhe
Besuch aus Burundi / Foto: Ingeborg Pujiula

Fächerkaffee sichert Kleinbauern Einkommen

Ernést Ndumuraro ist Geschäftsführer des burundischen Kaffee-Kooperativen-Verbandes "COCOCA", dem auch die Kleinbauerngenossenschaft Mboneramiryango angehört und aus deren Kaffeebohnen der fair gehandelte "Karlsruher Fächerkaffee" hergestellt wird. Bürgermeister Klaus Stapf traf sich mit Ndumuraro und Thomas Hoyer, Geschäftsführer der Fair-Handelsgenossenschaft "dwp", zu einem Austausch.

Stapf betonte, dass der Faire Handel der beste Weg für Partnerschaften zwischen deutschen Kommunen und Kommunen des globalen Südens, einer Gruppe von gesellschaftlich und wirtschaftlich benachteiligten Staaten, sei. Seit September 2017 gebe es den "Karlsruher Fächerkaffee", er sei im Weltladen am Kronenplatz sehr gut nachgefragt. Ohne diesen Laden und dessen Trägerverein Aktion Partnerschaft Dritte Welt (APDW) gäbe es den "Karlsruher Fächerkaffee" nicht, lobte der Bürgermeister.

Fairer Handel und nachhaltiges Leben

"Mit dem Karlsruher Fächerkaffee geht für Karlsruhe ein langgehegter Wunsch in Erfüllung. Er ist ein wunderbares Mittel, um auf die wichtigen Anliegen von Fairem Handel und nachhaltigem Leben und Wirtschaften in unserer Stadt aufmerksam zu machen. Ich freue mich, dass der Fächerkaffee guten Anklang in der Karlsruher Bevölkerung findet", so Stapf, der sich bei den Verantwortlichen, Ingeborg Pujiula und Dr. Klaus Kern, für deren Engagement bedankt.

Ernest Ndumuraro überbrachte die herzlichsten Grüße der Mitglieder der Kaffee-Kooperative aus Burundi und berichtete von den positiven Entwicklungen für die angeschlossenen Kleinbauernfamilien seit Beginn der Kooperation mit der "dwp" und anderen internationalen Partnern. Zu Beginn der Zusammenarbeit in 2014 wurden zwei Container Kaffeebohnen exportiert. Mittlerweile liegt der Absatz bei 25 Containern. Davon gelangen derzeit sieben Container auf den Fairtrade-Markt. Der Weltladen hat inzwischen seinen Kaffeeabsatz verdoppelt, vor Weihnachten war er sogar ausverkauft.

Film "Fairtrade Kaffee aus Burundi"

Ndumuraro freut sich über die steigende Nachfrage nach fairem Kaffee: "Ich reise stolz zurück nach Burundi, denn ich kann den Mitgliedern der Kaffeekooperative berichten, dass unter anderem in Karlsruhe Kaffee aus unseren Bohnen getrunken wird. Wir sind glücklich, dieses Ziel in so kurzer Zeit erreicht zu haben." Gemeinsam mit Thomas Hoyer übergab er Bürgermeister Stapf den Film "Fairtrade Kaffee aus Burundi – Perspektiven durch Partnerschaft", der einen kleinen Einblick in das ostafrikanische Land und das Leben seiner Menschen gibt und aufzeigt, wie der Faire Handel eine Perspektive auf Verbesserung der Lebensbedingungen sein kann. Der Film wird in Kürze auf der städtischen Homepage zu sehen sein.

Der Karlsruher Fächerkaffee ist ein fair gehandelter, hochwertiger Kaffee, hergestellt aus den ausgezeichneten Kaffeebohnen der Kleinbauerngenossenschaft Mboneramiryango aus Burundi. Er ist ein Projekt von Weltladen Karlsruhe und der Aktion Partnerschaft Dritte Welt e.V. in Kooperation mit dem Karlsruher Netzwerk Eine Welt, der Fairtrade-Stadt Karlsruhe und der Lokalen Agenda 21.

Bekämpfung von Hunger und Armut

Mit dem Fächerkaffee aus Burundi werden die Partnerschaft Baden-Württembergs und die geplante Projektpartnerschaft von Karlsruhe mit einer Kommune in dem ostafrikanischen Land konkret. Mit seinem Genuss sichern die Käufer das Einkommen für zahlreiche Familien, die sich in einer Kleinbauerngenossenschaft mitten in Burundi zusammengeschlossen haben. Solche Initiativen sind gerade in Burundi, einem der ärmsten Länder der Welt, überlebenswichtig und ein Beitrag zur Bekämpfung von Hunger, Hoffnungslosigkeit und Armut.

zum Bild oben:
Bürgermeister Klaus Stapf begrüßte Ernést Ndumuraro vom Kaffee-Kooperativen-Verband "COCOCA" aus Burundi / Foto: Ingeborg Pujiula

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Verschiedenes 

Junge Menschen können sich für Artenschutzstiftung in Ecuador engagieren

Junge Menschen können sich für Artenschutzstiftung in Ecuador engagieren
FÖJ im Zoo Karlsruhe / Foto: Zoo Karlsruhe, Timo Deible

Gemeinsames Projekt mit IB und KEK / Bereits FÖJ-Stellen im Zoo Karlsruhe

Die Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe hat neue Kooperationspartner gewonnen und könnte damit dem eigenen Ecuador-Projekt einen deutlichen Schub ermöglichen.

Zukünftig sollen junge Menschen aus Deutschland im Rahmen eines Internationalen Freiwilligendienstes für die Artenschutzstiftung in dem südamerikanischen Land eingesetzt werden. Möglich machen soll das eine Partnerschaft zwischen der Artenschutzstiftung und dem Internationalen Bund (IB) sowie der Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur (KEK).

Die Artenschutzstiftung hat im vergangenen Juli ein 24 Hektar großes Gelände in Ecuador erworben. Es besteht aus unberührtem Nebelwald, teilweise aber auch aus Weideflächen, die unter der Regie der KEK wieder aufgeforstet werden. Mit diesem Projekt möchte die Stiftung zum Erhalt der Biodiversität in dem südamerikanischen Land beitragen.
"Bei der Suche nach weiteren Partnern, die uns unterstützen könnten, sind wir auf die Carlo Schmid Schulen gestoßen", erläutert Dr. Clemens Becker, Vorstand der Stiftung und Kurator für Artenschutz beim Zoo Karlsruhe: "Wir wollen mit Schülern pädagogische Projekte verwirklichen und gemeinsame Aktivitäten angehen."

Träger der Carlo Schmid Schulen ist der IB, der bereits vier FÖJ-Stellen (Freiwilliges Ökologisches Jahr) im Zoo Karlsruhe in den Bereichen Zoopädagogik, Verwaltung und in der Tierpflege anbietet. "Daraus entstand der Gedanke, diese Kooperation nicht nur auf die Schule zu beschränken, sondern den IB direkt mit ins Boot zu holen", berichtet Becker. Die IB-Verantwortlichen zeigten sich begeistert von der Idee. Der erste Schritt war die Spende von jeweils 100 Bäumen durch den IB Baden und den IB Südwest sowie von 22 Bäumen von den Schülern der Carlo Schmid Schule Karlsruhe zur Wiederaufforstung.

"Der Internationale Bund will sich verstärkt 'grünen Themen' widmen. Wir haben dieser Idee auch einen Namen gegeben und nennen es 'Green IB'", sagt Harald Denecken, Präsidiumsmitglied des Internationalen Bunds und früherer Erster Bürgermeister Karlsruhes. "Es genügt aber nicht, einfach nur darüber zu reden, wir müssen auch etwas tun. Und das Ecuador-Projekt der Artenschutzstiftung ist für unser Engagement ideal."

Bereits 2019 könnten erstmals junge Menschen im Rahmen eines Internationalen Freiwilligendienstes über den IB Baden in Ecuador eingesetzt werden. Angedacht ist, dass dies geschieht, ohne Kosten für die Stiftung zu erzeugen. Derzeit werde ausgelotet, mithilfe welcher Programme die Kosten finanzierbar seien, so Becker. Die Freiwilligen könnten dann Bäume pflanzen, beim Wegebau in dem Gelände helfen und Biologen bei Forschungsaufenthalten unterstützen.

"Der Nebelwald in Südamerika ist eines der Ökosysteme, das nachdrücklich das Weltklima beeinflusst. Auch als studierte Geographin hat mich das Projekt der Artenschutzstiftung und der KEK sofort begeistert", erzählt Doris Lauer, Geschäftsführerin des IB Baden. "Uns hat diese Idee auch sofort gefallen. Wir freuen uns, diese Partnerschaft mit Leben zu füllen", ergänzt Jürgen Feucht, Geschäftsführer des IB Südwest, zuständig für die Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland.

Die KEK ist ebenfalls glücklich über die geplante Zusammenarbeit. Geschäftsführer Dirk Vogeley ist begeistert, dem Projekt in Ecuador so noch mehr Triebkraft verleihen zu können: "Zusammen mit dem Internationalen Bund und unseren Partnern vor Ort streben wir eine Ausweitung der Austauschmöglichkeiten für junge Menschen an. Mit diesem Programm gehen Klima- und Artenschutz Hand in Hand."

"Das FÖJ-Programm ist für uns im Zoo ein voller Erfolg", betont Becker. "Neben ihren anderen Aufgaben machen sich die FÖJler bereits jetzt für unsere Artenschutzstiftung stark und erklären zum Beispiel an Ständen den Zoobesuchern unsere Artenschutzprojekte. Deswegen ist es für uns eine sehr gute Weiterentwicklung, in Zukunft über den IB auch direkt in Ecuador Freiwilligendienst-Plätze anbieten zu können."

Das von der Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe erworbene Grundstück liegt in Ecuador am Westhang der Anden im Nebelwaldgebiet und grenzt an eine Straße, die von Los Bancos zur Hauptstadt Quito führt. Von dort zieht sich das Gelände in das Waldgebiet hinein. "Ecuador ist eines der artenreichsten Länder der Erde. Jedoch ist die Natur sehr stark vom Raubbau durch den Menschen betroffen. Viele Wälder werden einfach abgeholzt, um Weideland zu gewinnen", erklärt Becker. Das Gelände liegt auf etwa 1.600 Höhenmetern, eine Quelle und zwei Bäche sind auf dem Grundstück zu finden. Die Topographie ist wellig, es gibt sowohl flache Bereiche als auch kleinere Steilhänge. Auf alten Baumriesen wachsen zahlreiche Bromelien, Tilandsien und Orchideen.

Bei ersten Beobachtungen und Erkundungen konnten bereits mehr als 70 Vogelarten festgestellt werden, darunter Kolibris, Papageien und Tukane. Zudem wurden von Biologen 18 Amphibien- und Reptilienarten nachgewiesen. Auch die Insekten- und Spinnenvielfalt ist groß, außerdem sind Tamanduas (Ameisenbären), Zwergeichhörnchen und eine heimische Wildschweinart anzutreffen. Faultiere, Schlankbären, Gürteltiere, weitere Vögel, Reptilien und Amphibien sind aus dem direkten Umland bekannt.

zum Bild oben:
Ein FÖJler informiert einen Besucher über die Ziele der Artenschutstiftung Zoo Karlsruhe. Zukünftig könnte ein Freiwilligenjahr auch in Ecuador geleistet werden / Foto: Zoo Karlsruhe, Timo Deible

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Verschiedenes 

Fessenheim, Leibstadt, Beznau ...

Fessenheim, Leibstadt, Beznau ...
Quelle: BUND Südlicher Oberrhein

Aus Kataströphchenschutz wird (viel zu langsam) Katastrophenschutz

Das Regierungspräsidium Freiburg hat laut gestrigen Medienberichten die Gemeinden im Radius von 20 Kilometern um die drei grenznahen AKW in Zonen und Sektoren eingeteilt, die im Ernstfall innerhalb einer bestimmten Frist zu evakuieren wären. Wie das genau ablaufen soll, will das Referat für Katastrophenschutz allerdings erst im Laufe des Jahres 2018 erarbeiten. Für Gemeinden am Rande der 20 Kilometer Zone sind "Ausbuchtungen" vorgesehen. Die Kommunen auf dem Grenzgebiet werden der höheren Sicherheitsstufe zugeschlagen. Das gilt auch für die betroffenen Freiburger Stadtteile.

Seit über drei Jahrzehnten drängen der BUND und die trinationale Umweltbewegung am Ober- und Hochrhein, dass aus dem bisherigen, betreiberfreundlichen Kataströphchenschutz endlich Katastrophenschutz wird. Während das Unglück bei der Loveparade 2010 in Duisburg recht schnell in behördliche Planungen bei Großveranstaltungen einfloss und deren Planung und Sicherheitsvorkehrungen enorm veränderte, hatte die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl am 26. April 1986 fast keinen Einfluss auf den Katastrophenschutz in Deutschland. Der Philosoph Günter Anders hat dieses Versagen und den jahrzehntelangen Umgang mit der so genannten "friedlichen Nutzung der Kernenergie" sehr treffend mit dem Begriff der "Apokalypseblindheit" beschrieben.

BUND und Umweltbewegung drängen auf einen realistischen Katastrophenschutz für eine Million Menschen (davon ca. 500 000 auf der badischen Rheinseite) im 30-Kilometer-Radius um das AKW Fessenheim, aber auch für die grenznahen AKW Beznau, Leibstadt und die anderen AKW in Baden-Württemberg.

Die jetzt angekündigte Fortschreibung ist ein schwer zu organisierender, (zu) kleiner Schritt in die richtige Richtung. Die Atomkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima haben die mögliche Dimensionen von Atomunfällen gezeigt, Dimensionen, welche die 20 Kilometer-Radien bei weitem übersteigen. In Fukushima hat in den ersten Tagen des Unfalls eine günstige Windrichtung dafür gesorgt, dass ein Großteil der entweichenden Radioaktivität auf´s Meer geblasen wurde. Hätte der Wind die Wolke nach Tokio getrieben und hätte es dort geregnet, dann wäre die unmögliche Evakuierung der über 10 Millionen EinwohnerInnen notwendig geworden.

Eine Studie des Ökoinstituts Darmstadt im Auftrag der Badisch-Elsässischen Bürgerinitiativen besagt, dass sich bei einem schweren Unfall in Fessenheim und lebhaftem Südwestwind mit Regen eine bis zu 370 km lange Schadensfahne von Fessenheim bis in den Raum Würzburg-Nürnberg erstrecken könnte. In deren Bereich müssten alle Siedlungen auf 50 Jahre geräumt werden, sollten die Richtlinien von Tschernobyl zur Anwendung kommen. Betroffen wären u.a. die Städte Freiburg, Emmendingen, Freudenstadt, Tübingen, Stuttgart, Heilbronn und Schwäbisch Hall. Reale Katastrophen halten sich aber weder an offizielle, noch an kritisch-alternative Notfallschutzszenarien.

So ist die aktuelle Fortschreibung des Katastrophenschutzes mit ihrem 20-Kilometer-Evakuierungsradius tatsächlich ein Fortschritt, der Behörden an den Rand ihrer organisatorischen Möglichkeiten bringt, der andererseits die reale Dimension eines Unfalles immer noch ausblendet.

Die Analyse der bisherigen Atomunfälle zeigt, dass schnelles Abschalten die einzige Lösung ist. Solange die alten AKW noch laufen, braucht es endlich richtigen Katastrophenschutz.

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Autor: Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer




Verschiedenes 

Keine Gesundheitsversprechen auf ungesunden Lebensmitteln

Keine Gesundheitsversprechen auf ungesunden Lebensmitteln

vzbv kritisiert Gesundheitsaussagen auf Lebensmitteln mit hohem Gehalt an Zucker, Fett oder Salz

Schokolade, die mit „Calcium“ wirbt, Kakaopulver, das eine Extraportion Vitamine anpreist: Immer wieder werben Lebensmittel mit einem Plus an Gesundheit – und das obwohl sie viel Zucker, Fett oder auch Salz enthalten. Obergrenzen für diese Nährstoffe, Nährwertprofile genannt, könnten nicht gerechtfertigte gesundheitsbezogene Aussagen verhindern. Doch ihre Einführung verzögert sich seit nun schon neun Jahren. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert, dass die Nährwertprofile endlich EU-weit eingeführt werden.

Den Handlungsbedarf macht auch der Europäische Verbraucherverband BEUC deutlich und veröffentlicht aktuell Produkte, die mit Gesundheitsversprechen werben, aber nicht ausgewogen sind ...

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Veranstaltungen 

NABU: Landwirtschaft braucht grundlegend neue Ziele

NABU: Landwirtschaft braucht grundlegend neue Ziele
Ökologische Landwirtschaft in Polen / Foto: NABU/ Eric Neuling

Tschimpke: Umwelt, Klima- und Artenschutz nicht weiter auf dem Altar der hoch-intensiven Landwirtschaft opfern

Berlin – NABU-Präsident Olaf Tschimpke zur heutigen Großdemonstration „Wir haben es satt“ in Berlin:

„Unsere Landwirtschaft braucht neue Ziele – und zwar grundlegend. Der Zustand auf Wiesen und Feldern ist katastrophal, davor können auch der Bauernverband und Agrarminister Schmidt nicht die Augen verschließen. Höfe sterben, Insekten verschwinden, Tiere und Böden leiden massiv.

Wir fordern, dass es sich für Landwirte wieder lohnt, im Einklang mit der Natur zu arbeiten. Die künftige Bundesregierung muss sich klar zu einem Kurswechsel in der Agrarpolitik bekennen. Die milliardenschweren Agrarsubventionen müssen besser verteilt werden – sodass sie Landwirten und Natur gleichermaßen nutzen.

Umwelt, Klima- und Artenschutz dürfen nicht weiter auf dem Altar der hoch-intensiven Landwirtschaft geopfert werden. Dafür gehen wir heute auf die Straße, dafür sprechen sich immer mehr Menschen aus. Und dieses Signal müssen das Bundeslandwirtschaftsministerium und der Bauernverband ernst nehmen: Sie müssen aufhören, umweltfreundliche Reformen zu blockieren. Sonst droht ihnen das gleiche Schicksal wie der Energiewirtschaft. Wer Veränderungen verschläft, hat schon bald ein Problem mit schwindendem Vertrauen.“

An der heutigen Großdemonstration „Wir haben es satt“ nehmen über 150 NABU-Aktive aus ganz Deutschland teil, darunter NABU-Gruppen aus Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen ...

zum Bild oben:
HIPP-Ökolandbaubetrieb mit nachhaltiger Landwirtschaft mit biologischer Bewirtschaftung in polnischer Kulturlandschaft / Foto: NABU/ Eric Neuling





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Hintergrund: Insektensterben - Von Haupt- und Nebenursachen

Hintergrund: Insektensterben - Von Haupt- und Nebenursachen

Eine kurze Analyse

Die Ursachen des massiven Insektensterbens sind vielfältig. Es gibt Hauptgründe und Nebengründe für den massiven Rückgang der Arten und es gibt ein massives ökonomisches Interesse der Agrochemielobby und ihrer PR-Agenturen dieses Thema gezielt nur in den kleinen Nischen und Randbereichen zu diskutieren.

Die Hauptursache für das Sterben von Insekten wie Schmetterlingen und Bienen ist die industrielle Landwirtschaft mit ihren Giften (Neonicotinoide...), Herbiziden (Glyphosat...), Überdüngung und die „pflegeleichte“ ausgeräumte, monotone Agrar-Landschaft. Ein besonders bedrückendes Phänomen ist die Fernwirkung der Gifte und Düngemittel selbst in weit entfernte Naturschutzgebiete.

Zu den weiteren Ursachen des Rückgangs zählen Biotopverluste bei Pflanzen aufgrund erhöhten Stickstoffgehalts im Boden. Aus zweimal gemähten artenreichen Wiesen wurden stark gedüngte artenarme Produktionsflächen für Biogasanlagen und Hochleistungskühe. Die Giftorgien in Privatgärten, aktuell bei der Bekämpfung des Buchsbaumzünslers, dürfen bei der Ursachenanalyse nicht außer Acht gelassen werden. Als weitere mögliche Ursachen gelten Klimawandel, Flächenverbrauch und Bebauung, der zunehmend beschleunigte Verkehr, Lichtverschmutzung und die massenhafte Tötung von Insekten an Lichtquellen.

Ein weiterer Hauptgrund des Insektensterbens wird von Naturschützern gerne übersehen. Unsere Landwirtschaft konkurriert auf einem globalisierten Agrarmarkt im Rahmen des Freihandels mit Ländern wie Kanada. Eine immer noch erfreulich kleinräumige Landwirtschaft z.Bsp. in Südbaden, verkauft auf dem gleichen Markt wie die giftdominierte großindustrielle Landwirtschaft in den USA. Wenn nur noch der Preis und die Ideologie des „freien Marktes“ zählen, dann haben Insekten, Vögel, Hecken aber auch die Mehrzahl der Landwirte selber keine Chancen.
Die Naturschutzbewegung ist nicht der Feind der Landwirtschaft, sondern der potentiell Verbündete einer naturnäheren, giftärmeren, nachhaltigen und somit auch moderneren und zukunftsorientierten Landwirtschaft.
Das Insektensterben kann nicht losgelöst vom generellen, globalen Artensterben gesehen werden. Doch Monotonie breitet sich nicht nur in der Natur aus. So gibt es (um nur ein Beispiel zu nennen) weltweit noch 6.500 Sprachen, doch die Hälfte ist vom Aussterben bedroht. Was wir in vielen Bereichen erleben ist die logische Folge unbegrenzten Wirtschaftswachstums im begrenzten System Erde. Und in den schnell wuchernden Metastasen unseres Industriesystems, in Asien und Afrika, laufen die Zerstörungsprozesse noch schneller ab.

Während das Insektensterben als solches nur noch von industrienahen Insektensterbenskeptikern bestritten wird, gibt es bei der Ursachenforschung, insbesondere bei der Fernwirkung der Gifte, noch einen großen Forschungsbedarf. Wir sehen dies, sind aber gebrannte Kinder. Bei Themen wie Klimawandel, Holzschutzmittelgifte, Contergan und Asbest waren die Ursachen teilweise jahrzehntelang bekannt und eine industriegelenkte Ursachenforschung, verbunden mit Verharmlosungs-Kampagnen hat Maßnahmen zur Schadensbegrenzung jahrelang verzögert und verhindert. Dies hat bei Holzschutzmittelgiften, Contergan und Asbest zu Krankheit und Tod vieler Menschen geführt. Der organisierte Kampf der Klimawandelleugner wird weltweit noch größere Opfer fordern.

Die Forderung nach einer industrieunabhängigen Erforschung der Ursachen des Insektensterbens und der Fernwirkung der Gifte, erscheint angesichts der Macht von Bayer, Monsanto und Syngenta und Co. beinahe unrealistisch, muss aber angegangen werden und darf nicht zu einer Verzögerung bei der Bekämpfung des Insektensterbens führen.

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Autor: Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer




Verschiedenes 

Weingut Vogel bleibt im Ort

Erfolg für die Natur am Kaiserstuhl

Die ursprünglichen Pläne das Weingut Vogel in einen schönen Talschluss im Kaiserstuhl, in´s Oberbergener Hessental, umzusiedeln, sind erst einmal vom Tisch. Wie von BUND und NABU schon frühzeitig vorgeschlagen, wird das Weingut jetzt im Ort, im alten Kindergarten angesiedelt. Der ursprünglich vorgesehene Standort lag in einer Grünzäsur des Regionalplanes, im FFH-Gebiet und im Vogelschutzgebiet Kaiserstuhl in einer besonders reizvollen und charakteristischen Kaiserstühler Landschaft. Die ursprünglich geplanten Maßnahmen waren im Hinblick auf Flächenverbrauch und Bauvolumen außergewöhnlich massiv und stellten einen erheblichen Eingriff in eine bislang kaum gestörte, mehrfach geschützte Landschaft dar.

Mit dem jetzt gefundenen innerörtlichen Standort ist den Interessen des Weinbaus genüge getan und ein wertvolles Stück Natur und Heimat bleibt (erst einmal) erhalten.

Hinter dem Konflikt zeigte sich ein typisches Grundproblem im Naturschutz (nicht nur) am Kaiserstuhl. Die verbliebenen kleinen Reste von Natur werden von vielen Gemeindevertretern nur dann geschätzt, wenn sie auch "Gewinne und Umsatz" bringen. Um dies zu erreichen wird eine Verrummelung und Feldbergisierung nicht nur in Kauf genommen, sondern gezielt herbeigeführt. Die Zerstörung von Landschaft und Natur ist immer die Summe vieler kleiner Einzelentscheidungen.

Der Vorwurf der gezielten Verschleppung der Petition ist völlig aus der Luft gegriffen. In Sachen Grundwasser Köndringen wartet die dortige Bürgerinitiative schon skandalöse 5 Jahre auf einen Entscheid des Petitionsauschusses. Dort lässt sich von einer Verschleppung sprechen.

Der jetzige, gute, natur- und landschaftschonende Kompromiss hätte nach Ansicht der Naturschutzverbände schon viel früher und weitaus konfliktloser gefunden werden können.

Dass die Entscheidung des RP Freiburg in Sachen Zielabweichung vom Regionalplan, gegen die sich die Petition der Naturschutzverbände gerichtet hatte, nun umgehend zurückgenommen wird, sollte eine rechtsstaatliche Selbstverständlichkeit sein: Sie entbehrt nach dem nunmehr vorliegenden Sachstand erst recht jeglicher Grundlage.

BUND-Regionalverband Südlicher Oberrhein, Geschäftsführer: Axel Mayer
NABU-Bezirksverband Südbaden, Geschäftsführer: Dr. Felix Bergmann

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Landwirtschaft, Umwelt & Verbraucher brauchen einen Umbau der EU-Agrarförderung

NABU und Bioland fordern gemeinsam Neuausrichtung der Europäischen Agrarpolitik (GAP)

Berlin, 18. Januar 2018. Im Rahmen der Internationalen Grünen Woche forderten Deutschlands größter Naturschutzverband NABU und Deutschlands größter ökologischer Anbauverband Bioland am heutigen Donnerstag gemeinsam eine Neuausrichtung der Europäischen Agrarpolitik (GAP). „Verbraucher, Landwirte und die Umwelt brauchen einen Umbau der EU-Agrarförderung. Eine Politik des Weiter-So darf es nicht geben“, waren sich NABU-Präsident Olaf Tschimpke und Bioland-Präsident Jan Plagge einig.

„Mit ihrer derzeitigen Ausrichtung befördert die EU-Agrarpolitik eine immer stärkere Intensivierung der Landwirtschaft. Sie ist inzwischen zum wesentlichen Treiber des Artenschwunds in Europa geworden“, nannte Tschimpke den drängendsten Grund für eine grundlegende Reform. Der Blick auf Wiesen und Felder sei alarmierend: Die für die Bestäubung wichtigen Insektenbestände sinken besorgniserregend, ebenso befinden sich ehemalige Allerweltsarten wie Kiebitz und Feldlerche im freien Fall.

Mit 55 Milliarden Euro jährlichen Zahlungen an Landwirte ist die GAP das zentrale Steuerungsinstrument für die Art der Landnutzung in der gesamten EU. Bisherige Reformversuche haben das Artensterben nicht aufhalten können – obwohl der Umweltschutz als wichtiges Ziel immer wieder genannt wurde. So ist etwa das Greening durch die ständige Verwässerung der Agrarlobby gescheitert und bleibt wirkungslos für die Artenvielfalt. Der Europäische Rechnungshof bekräftigte unlängst die Ineffizienz des Greenings. Auch eine vom NABU mit in Auftrag gegebene Fitness-Check-Studie weist die hochgradige Ineffizienz, Umweltschädlichkeit und widersprüchlichen Ziele der gesamten bestehenden EU-Agrarförderung nach.

Der Großteil der EU-Agrar-Gelder wird derzeit mit der Gießkanne über alle Agrarflächen ausgeschüttet und landet so bei Verpächtern und Bodenspekulanten anstatt bei den Bauern. Die Reform der GAP bietet die große Chance, die bestehende falsche Lenkungswirkung zu korrigieren. „Gefordert sind jetzt mutige Politiker, die die Gießkannenförderung stoppen und gezielt gesellschaftliche Leistungen der Landwirte honorieren. Im Ringen um die Verteilung der Agrargelder sollen diejenigen Landwirte unterstützt werden, die sauberes Wasser und eine hohe Artenvielfalt sicherstellen, Klima- und Tierschutz auf höchstem Niveau betreiben und so wertvolle Lebensmittel erzeugen“, sagte Plagge. „Viele Landwirte würden ihren Betrieb danach neu ausrichten und davon profitieren“, ist Plagge überzeugt.

„Bisher blockieren der Bauernverband und das Bundeslandwirtschaftsministerium eine umweltfreundliche Agrarreform. Beide müssen dringend umdenken, wollen sie nicht die Zukunft vieler Bäuerinnen und Bauern aufs Spiel setzen. Denn schwindet die gesellschaftliche Zustimmung für die Landwirtschaft, versiegt langfristig auch die Förderung aus der Staatskasse“, so Tschimpke.

„Steuergelder sollten dafür eingesetzt werden, Verbraucherforderungen nach mehr Tierwohl, pestizidfreier Landwirtschaft und sauberem Grundwasser zu erfüllen. Nur so kann bei Verbrauchern Akzeptanz für die Landwirtschaft und die realen Kosten von Lebensmitteln geschaffen werden“, schloss Plagge.

Fitness-Check-Studie der Europäischen Agrarpolitik zum Download: www.NABU.de/GAPcheck

GAP-Nachhaltigkeitsmodell für eine zukunftsfähige Landwirtschaft:
www.bioland.de/GAP2020+

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