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Verschiedenes 

Erfolgreicher Abschluss eines deutsch-polnischen Ernährungsbildungsprojekts

Erfolgreicher Abschluss eines deutsch-polnischen Ernährungsbildungsprojekts
Ernährungsbildungsprojekt in Kreisau (c) Stiftung Kreisau

Ernährungsbildung mit Beet und Backofen: Erfolgreicher Abschluss eines deutsch-polnischen Bildungsprojekts

26.10.2022 – In einem grenzüberschreitenden Projekt haben Slow Food Deutschland (SFD) und die Stiftung Kreisau/Krzyżowa für Europäische Verständigung erstmals gemeinsam ein interkulturelles Bildungsprojekt zur nachhaltigen Ernährung für Kinder und Jugendliche, Lehrkräfte und Multiplikator*innen realisiert. Besonderer Fokus lag dabei auf der Verknüpfung von praktischen Aktivitäten in Garten und Küche mit innovativen Methoden - auch zum interkulturellen Austausch. Fachlich und finanziell unterstützt wurde das Projekt von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit Sitz in Osnabrück.

Slow Food Deutschland und die Stiftung Kreisau/Krzyżowa für Europäische Verständigung haben in deutsch-polnischer Kooperation das Bildungsprojekt „Tradition und Moderne verbinden: Innovative Umwelt- und Ernährungsbildung im Europäischen Kontext“ mit Fokus auf interkulturelle Verständigung abgeschlossen, um voneinander und miteinander zu lernen. Standort des Projektes ist die polnische Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung, ca. 50 km von Breslau entfernt.

Das Dorf Kreisau steht beispielhaft für die polnisch-deutsche Versöhnung. Es stellt einerseits einen Ort des Widerstands gegen den Nationalsozialismus dar und dient andererseits heute als zukunftsorientierte internationale Jugendbegegnungsstätte in Polen. Ein idealer Ort für ein Projekt, das Kinder und Jugendliche aus Polen, Deutschland und ganz Europa sowie Lehrkräfte und Multiplikator*innen dazu einlädt, eine ökologische Zukunft zu gestalten.

Für die Arbeit vor Ort entwickelten Slow Food und die Stiftung Kreisau Lehrmaterialien, die Jugendliche zu einer kritischen Auseinandersetzung mit unserem Ernährungssystem und Konsumverhalten befähigen. Im Zentrum des Austauschs standen ökologische Methoden, die Tradition und Moderne verbinden. So beispielsweise die Stärkung von Techniken zur Fermentierung, zum Einkochen oder Dörren. Etwas, dass v.a. noch von der älteren Generation beherrscht wird, jedoch auch in Polen oft durch die „moderne“ Lebensweise zunehmend in Vergessenheit gerät. Diese Kenntnisse sollen nicht verloren gehen und auch den jetzigen und zukünftigen Generationen in Polen, aber auch in Deutschland im Sinne eines nachhaltigen Umgangs mit Lebensmitteln weiter zur Verfügung stehen. So wurden althergebrachte Ansätze ressourcenschonenden Wirtschaftens aus einer nach wie vor bestehenden Nutzgartenstruktur in Polen innovativ angepasst und modernisiert, sodass sie frische Impulse für ein nachhaltiges Lebensmittelsystem eröffnen.

Das Bildungsprogramm besteht aus zehn erarbeiteten Modulen. Um es in die Praxis zu bringen, wurde auf dem Gelände der Stiftung Kreisau nahe dem Flüsschen Peile ein ökologischer Lehrgarten gemeinsam mit Schüler*innen angelegt. Ergänzt um ein neu eingerichtetes Küchenlabor waren damit hervorragende Voraussetzungen gegeben, um die Bildungsarbeit im Beet und am Backofen mit theoretischem Input im Klassenzimmer zu verbinden. Insgesamt 1.000 Kinder und Jugendliche sowie rund 130 Erwachsene nahmen in den zwei Jahren trotz vielfacher Herausforderungen durch die Corona-Pandemie am Projekt teil. Als bleibendes Ergebnis der erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen der Stiftung Kreisau und Slow Food Deutschland ist außerdem ein saisonaler Kalender entstanden, der das Bildungsangebot ergänzt und Kinder zum selbstständigen Forschen im Gartenjahr anregt.

Als Vertreterin des deutschen Förderermittelgebers DBU zeigte sich auch Verena Exner zufrieden: „Das Vorhaben zeichnet sich zum einen durch die innovative Kooperation von Slow Food Deutschland und der Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung aus.“ Bemerkenswert sei zum anderen, „dass an diesem Ort der Völkerverständigung die jungen Leute in einem Lehrgarten Umwelt- und Ernährungsbildung hautnah erleben können – noch dazu trotz widriger Bedingungen aufgrund der Corona-Pandemie“. Traditionelle, gleichwohl zukunftsfähige, Verarbeitungstechniken dürften nach Exners Worten ebenso wenig verloren gehen, wie die regionale Landwirtschaft. Die DBU-Referatsleiterin weiter: „Daher ist es zu begrüßen, dass sich das Projekt auch um die Stärkung regionaler und saisonaler Wertschöpfungsketten gekümmert hat.“ Positiv sei zudem, dass das Projekt formal zwar abgeschlossen sei, aber weitergeführt werde. So sollen Bildungsangebote fortentwickelt und langfristig angeboten werden, kündigte Exner an.

Auch für Slow Food ist die Zusammenarbeit ein großer Zugewinn. Dazu Andrea Lenkert-Hörrmann, Projektbeauftragte von Slow Food: „Diese Kooperation zeigt auf eine beeindruckende Art und Weise, dass eine interkulturelle und grenzüberschreitende Bildungsarbeit eine große Bereicherung für alle Beteiligten ist. Die Zusammenarbeit, auch zwischen den Generationen, führt zu innovativen Ergebnissen, die wiederum zur globalen Ernährungswende beitragen.“


Der Abschluss des Projekts findet heute am 26. Oktober 2022 in Kreisau statt. Zu diesem Anlass wird DBU-Referatsleiterin Verena Exner die Stiftung Kreisau besuchen. Auf dem Programm stehen auch die Besichtigung des Gartens, Samengewinnung aus dem angebauten Gemüse und das Pressen frischer Säfte.

Alle Informationen zum Projekt finden Sie online

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Verschiedenes 

NABU verleiht Schneeleopardenpreis 2022 an den High Asia Habitat Fund 

NABU verleiht Schneeleopardenpreis 2022 an den High Asia Habitat Fund 
Schneeleopard (c) NABU/Klemens Karkow

Mensch-Wildtier-Konflikte in Indien: Naturschutzorganisation baut einbruchsichere Ställe für Nutztiere 

Berlin, 21.10.22 – Zum „Internationalen Tag des Schneeleoparden“ (23.10.) zeichnet der NABU den „High Asia Habitat Fund“ mit dem Schneeleopardenpreis aus. „Die erst 2020 gegründete Naturschutzorganisation hat in kürzester Zeit bereits herausragende Arbeit zum Schutz des gefährdeten Schneeleoparden geleistet und spürbare Erfolge verzeichnet“, so Thomas Tennhardt, NABU-Direktor Internationales. Er hebt dabei besonders den Bau einbruchsicherer Gehege im indischen Ladakh hervor. Dieser hilft dabei, Haustierherden vor Übergriffen durch Schneeleoparden zu schützen und Mensch-Wildtier-Konflikte zu reduzieren.

„Mensch-Wildtier-Konflikte sind besonders in dicht besiedelten Regionen ein großes Problem“, sagte Katja Kaupisch, Leiterin des Zentralasien- und Osteuropaprogramms beim NABU-Bundesverband. „Vor allem die Zerschneidung ihrer natürlichen Lebensräume und der Mangel an Beutetieren zwingen Schneeleoparden in die Nähe menschlicher Siedlungen.“ Im indischen Ost-Ladakh seien bereits alle Gemeindemitglieder von Übergriffen durch Schneeleoparden und andere Beutegreifer betroffen. Ihre Schafe und Ziegen, für viele die einzige Existenzgrundlage, versuchten sie durch Präventiv- oder Vergeltungsangriffe auf Schneeleoparden zu schützen. „Der High Asia Habitat Fund beugt diesem Dilemma vor und unterstützt die Gemeinde mit Material für den Bau einbruchsicherer Ställe, Arbeitskräften und Schulungen, zum Beispiel darin, wie sie eine Entschädigung durch den Staat beantragen können“, so Kaupisch. In den vergangenen Jahren seien die Konflikte zwischen Mensch und Wildtier in Ladakh spürbar zurückgegangen.

Behzad Larry, Direktor des High Asia Habitat Fund: „Der NABU-Schneeleopardenpreis ist eine Ehre für uns und eine Bestätigung unserer Arbeit. Unser Ziel ist, dass das Zusammenleben mit Beutegreifern wie dem Schneeleoparden in der lokalen Bevölkerung nicht als Gefahr, sondern als Bereicherung wahrgenommen wird. Dafür setzen wir auf gemeindebasierten Naturschutz und versuchen, alternative Einkommensquellen jenseits der Schafzucht zu schaffen. Unterstützung durch Organisationen wie dem NABU ist entscheidend für uns, damit wir unsere Arbeit auf weitere Regionen in Zentralasien ausweiten können. Wir freuen uns darauf, zukünftig mit dem NABU zusammenzuarbeiten.“
Der NABU verleiht den Schneeleopardenpreis seit 2018 an Personen oder Organisationen, die sich in besonderem Maße um den Schutz des Schneeleoparden verdient gemacht haben. Vergangene Preisträgerinnen und Preisträger sind Rosa Otunbaewa, ehemalige Präsidentin der Republik Kirgisistan, der tadschikische Wildschutzverein „Burgut“, Erinest Otorbaev, ehemaliger Botschafter der Republik Kirgisistan und die pakistanische NGO „Baltistan Wildlife Conservation and Development Organization“. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert, die in ein gemeinsames Projekt zum Schutz des Schneeleoparden fließen sollen.

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Veranstaltungen 

Zoologischer Stadtgarten Karlsruhe: Führung zum Thema "Bäume"

Zoologischer Stadtgarten Karlsruhe: Führung zum Thema "Bäume"
© Stadt Karlsruhe, Gartenbauamt, Stephan Gehrlein

Treffpunkt Eingang Nord

Am Sonntag, 23. Oktober, um 10:30 Uhr, lädt das Gartenbauamt zu einer Führung im Zoologischen Stadtgarten zum Thema "Bäume" ein. Rund 700 große Bäume in verschiedenen, auch seltenen Arten machen den Reichtum des Stadtgartens aus. Die Vielfältigkeit der Baumgestalten im bunten Herbstkleid, ihr eigenes, gerade in dieser Jahreszeit typische Erscheinungsbild mit Fruchtschmuck und farbigem Blattwerk sollen den Besucher neu ansprechen und begeistern. Interessierte erfahren Wissenswertes über Heimat und Verbreitungsgebiet, Holz, Blatt, Blüte und Frucht der verschiedenen Bäume, vom Amberbaum aus Amerika bis zum Kuchenbaum aus Japan. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Treffpunkt ist am Eingang Nord bei der Nancyhalle.

zum Bild oben:
Blick in die bunte Baumkrone eines Baumes im japanischen Garten, Zoo Karlsruhe.
© Stadt Karlsruhe, Gartenbauamt, Stephan Gehrlein





Verschiedenes 

5 Jahre „Krefelder Studie“ – Insekten immer noch nicht wirksam geschützt

Krüger: Veröffentlichung hat Umdenken in Politik und Gesellschaft in Gang gesetzt / Hoffnung auf europäische Lösung

Berlin/Krefeld, 18.10.22 – Vor fünf Jahren hat der Entomologische Verein Krefeld mit seiner Studie auf das dramatische Insektensterben aufmerksam gemacht und damit erstmals eine längst überfällige und dringliche Diskussion über den Insektenschutz ausgelöst. Über einen Zeitraum von 30 Jahren ist die Biomasse der Fluginsekten in Schutzgebieten um rund 75 Prozent zurückgegangen. Inzwischen haben zahlreiche weitere Studien diesen negativen Trend bestätigt. Zum fünften Jahrestag der Studie zieht der NABU Bilanz: Trotz einiger wichtiger Fortschritte fehlt es insbesondere beim Pestizideinsatz nach wie vor an ambitionierten Regelungen, um Insekten insgesamt wirksam schützen.

NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger: „Mit seiner Studie hat der Entomologische Verein Krefeld erstmals das dramatische Insektensterben auf wissenschaftlicher Grundlage belegt. Das hat viele Menschen wachgerüttelt und zu einem Umdenken in Politik und Bevölkerung geführt. So wurden mehrere erfolgreiche Volksbegehren für den Insektenschutz gestartet. Fünf Jahre später ist es wieder ruhiger geworden um den Insektenschutz in Deutschland. Zwar gab es seit Veröffentlichung der Studie erste Schritte in die richtige Richtung. Aber weder bei den Lebensräumen noch bei den Pestiziden wurde genug getan.”

Einerseits zeigen zahlreiche Initiativen von Landwirtschaft und Kommunen – etwa Blühflächen oder Insektenhotels – dass das Thema angekommen ist. Zudem wurde das Insektenschutzpaket der Vorgängerregierung verabschiedet. Andererseits sind die darin enthaltenen Maßnahmen nach jahrelangen Blockaden und Diskussionen der Koalitionspartner bzw. Ministerien der Vorgängerregierung jedoch so sehr ausgehöhlt und verwässert, dass die Insektenpopulationen damit nicht wirklich geschützt werden.

Thomas Hörren, Vorsitzender des Entomologischen Vereines Krefeld: „Irreversible Verluste von biologischer Vielfalt im Schutzgebietsnetz laufen in ähnlichem Ausmaß voran, wenn wir so weitermachen wie bisher. Es sind meist die letzten Lebensräume der bereits heute vom Aussterben bedrohten Arten. Insekten sind nur ein Teil davon. Mit der heutigen Technik können wir die Gesamtdiversität von Organismen kostengünstig aufdecken, um Biodiversität umfassender zu verstehen und gezielt zu schützen. Das ist der Kenntnisfortschritt der Forschung in den vergangenen fünf Jahren.“

Unter dem Eindruck der „Krefelder Studie“ herrschte in der Politik zunächst Aufbruchsstimmung. Weitere Biotope sind unter Schutz gestellt worden, die Lichtverschmutzung wurde etwas reduziert und Gewässerrandstreifen sind nun besser geschützt. Der Einsatz von Pestiziden wurde praktisch jedoch nur in Schutzgebieten in höherer Kategorie – beispielsweise in Nationalparks – eingeschränkt. Denn in Fauna-Flora-Habitat- und Vogelschutzgebieten sind sehr viele Ausnahmeregelungen eingebaut worden. In der ungeschützten Landschaft gibt es keine Einschränkungen. Im neuen Koalitionsvertrag findet der Schutz von Insekten zudem kaum noch Beachtung.

Große Hoffnungen liegen auf europäischer Ebene: Dort könnten unter anderem das EU-Renaturierungsgesetz und die EU-Verordnung zum nachhaltigen Einsatz zu Pflanzenschutzmitteln (Sustainable Use Regulation) wirklich eine Trendwende beim Insektensterben herbeiführen. Dr. Laura Breitkreuz, Referentin für Biodiversität und Entomologie: „Dafür braucht es ambitionierte Regelungen – wir fordern eine deutliche Pestizidreduktion auf allen Flächen um mindestens 50 Prozent bis 2030. Außerdem müssen Rückzugsflächen für die Natur bereitgestellt werden. Bei dieser Herausforderung gilt es Landwirtinnen und Landwirte zu unterstützen und zu honorieren, wenn diese nachhaltig wirtschaften. Hier muss die Bundesregierung schnell handeln und die EU-Regelungen mit einer nationalen Strategie umsetzen.”

Hintergrund
Nach der Veröffentlichung im Oktober 2017 ist das Ergebnis der „Krefelder Studie“ durch viele weitere Untersuchungen bestätigt worden. Als Haupttreiber des Insektenschwunds gelten insbesondere die intensive Landwirtschaft, der Klimawandel, die Verstädterung und Flächenversiegelung sowie der hohe Einsatz von Pestiziden. In Folge haben SPD und CDU den Insektenschutz im Koalitionsvertrag aufgenommen (2018) und das „Aktionsprogramm Insektenschutz“ (2019) veröffentlicht. 2021 hat der Bundestag schließlich das Insektenschutzpaket verabschiedet.
In Folge der „Krefelder Studie“ rief der NABU den Insektensommer ins Leben. Die bundesweite Insektenzählung soll Menschen mit der Natur und Insektenwelt in Verbindung bringen und Aufmerksamkeit für die Sechsbeiner schaffen. Darüber hinaus startete das NABU-Forschungsprojekt DINA (Diversität von Insekten in Naturschutz-Arealen), bei dem die Insektenvielfalt in Naturschutzgebieten dokumentiert wird. Dazu erfassen Wissenschaftlerbundesweit in 21 repräsentativen Gebieten mit standardisierten Monitoring-Methoden Insektenpopulationen und erforschen Umwelteinflüsse auf die Tiere.

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Verschiedenes 

NABU: Mangel an Chemikalien für Kläranlagen bedroht Gewässer

Miller: Politik muss handeln und aktiv Gewässerschutz vorantreiben

Berlin, 17.10.22 – Der NABU warnt angesichts eines Mangels an Chemikalien, die zur Abwasserreinigung benötigt werden, vor den Folgen für unsere Gewässer. Aufgrund der Gaskrise gibt es Lieferengpässe für wichtige Eisensalze, die für die Fällung von Phosphor in der Abwasserbehandlung nötig sind. Denn aufgrund der gestiegenen Gaskosten fährt die Chemieindustrie ihre Produktion zurück. Darauf hat jüngst der Verband der Deutschen Wasser- und Abwasserwirtschaft (DWA) hingewiesen.

Ohne diese Chemikalien können die Einleitgrenzwerte für Phosphor nicht eingehalten und damit der Schutz der Gewässer vor Eutrophierung nicht gewährleistet werden. Das bedeutet für die Gewässer mehr Belastung. Phosphor ist ein Nährstoff und wirkt zwar nicht toxisch, erhöhte Konzentrationen führen jedoch zu einer Eutrophierung der Oberflächengewässer. „Für die Fließgewässer bedeutet ein übermäßiges Algen- und Pflanzenwachstum eine hohe Sauerstoffzehrung. Darunter leiden alle Lebewesen im Gewässer und es kann sogar zu einer Verschiebung der Artenzusammensetzung führen“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Durch das verstärkte Algen- und Pflanzenwachstum schwankt der Sauerstoffgehalt zwischen Tag und Nacht stark, wodurch Kleinlebewesen und Fische geschädigt werden können. Viele der Kleinstlebewesen spielen eine wichtige Rolle für die Selbstreinigungskapazität der Gewässer. Zudem sind Gewässer oft die Kinderstube für Insekten an Land.“

Aktuell ist die Gefahr der Eutrophierung zwar eher gering, da die Vegetationsperiode abgeschlossen ist, mittelfristig können durch die erhöhte Phosphorwerte aber bleibende Schäden entstehen. Leider sind unsere Gewässer ohnehin in keiner guten Verfassung. Nur zehn Prozent haben den von der EU geforderten guten Zustand. Dieser sollte für alle Gewässer bereits 2015 erreicht werden, nun wurde dieses Ziel abermals auf 2027 verschoben. Miller: „Aber auch das wird kaum erreichbar sein. Die Hauptbelastung durch Nährstoffe, wie Phosphor, stammt nicht nur aus der Abwasseraufbereitung sondern größtenteils aus der Landwirtschaft. Die drohende Eutrophierung trifft Gewässer, die durch die Klimakrise und das damit verbundene Niedrigwasser sowie Katastrophen wie an Ahr und Oder ohnehin hoch belastet sind. Die Politik muss jetzt handeln und aktiv Gewässerschutz vorantreiben, wie die Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie.“

Diana Nenz, NABU-Expertin für Gewässerökologie: „Erhöhte Einleitwerte an empfindlichen Gewässern müssen unbedingt vermieden werden. Es muss geprüft werden, ob Einträge aus anderen Sektoren, wie der Landwirtschaft, gesenkt werden können. Gewässerrandstreifen könnten ausgedehnt werden, um zumindest die diffusen Einträge zu reduzieren.“





Verschiedenes 

„Unser Essen: gut und gerecht!“

„Unser Essen: gut und gerecht!“
Slow Food Kampagne (c) Slow Food

Zum Welternährungstag (Sonntag, 16. Oktober) veröffentlicht Slow Food seinen Appell für die künftige bundesweite Ernährungsstrategie.

Steigende Preise, Klima- und Energiekrise spitzen die Lage der Welternährung weiter zu. Immer mehr Menschen können sich gesunde Lebensmittel nicht leisten – auch in Europa. Die ohnehin vielerorts schwindenden handwerklichen Versorgungsstrukturen drohen weiter abzunehmen. Unter dem Motto "Unser Essen: gut und gerecht!“ hat Slow Food einen Appell mit fünf zentralen Forderungen entwickelt, die nach Auffassung des Vereins in die für Dezember 2022 geplante nationale Ernährungsstrategie einfließen sollten. Laufen werden sie ab Sonntag über die Social-Media-Kanäle des Vereins, unterstützt von Stimmen aus dem Netzwerk.

Essen ist politisch – und dieses Jahr ganz besonders, denn die Bundesregierung will im Dezember erste Eckpunkte einer bundesweiten Ernährungsstrategie vorstellen. Für Slow Food ist das eine Chance, unser Ernährungssystem resilient und nachhaltig umzubauen und allen Menschen eine gesundheitsfördernde und nachhaltige Ernährung zu ermöglichen – unabhängig von Gender, Alter, Religion und Weltanschauung, sozialer Herkunft und Finanzkraft. Aufgrund der vielfältigen Krisenlage entfernen wir uns weltweit von diesem Ziel. Slow Food Deutschland und Slow Food Youth Deutschland nehmen den Welternährungstag am 16. Oktober als Startpunkt, um in den nächsten Wochen gemeinsam mit Menschen des Netzwerks Aufmerksamkeit für diese Misere zu schaffen.

Dazu Nina Wolff, SFD-Vorsitzende: „Eine neue Herangehensweise an Ernährung und Wertschöpfung wird von Tag zu Tag unausweichlicher. Um nachhaltige Ernährung zu sichern, brauchen wir jetzt politische Rahmenbedingungen, die vorwiegend ökologisch erzeugtes, pflanzliches Essen, möglichst regional und saisonal, voranbringen. Das werden wir nur schaffen, wenn wir die Existenz ökologischer Erzeugung und handwerklicher Betriebe sichern und ausbauen. Was wir jetzt an lokalen und regionalen Versorgungsstrukturen aufgrund steigender Produktionskosten und verändertem Kaufverhalten verlieren, werden wir so schnell nicht wieder aufbauen. Wir müssen verhindern, dass gute, saubere, faire Lebensmittel für einen Großteil der Gesellschaft finanziell in immer weitere Ferne rücken.“

Slow Food möchte den zivilgesellschaftlichen Druck erhöhen und fordert, dass die Ernährungsstrategie faire Preise und Arbeitsbedingungen entlang der Wertschöpfung „einpreist“ sowie gerecht und zugänglich für alle ist. Menschen des Slow-Food-Netzwerks verleihen den Forderungen mit Video-Statements Nachdruck. Janina Hielscher, Mitglied der Slow-Food-Youth-Leitung und Ökotrophologin: „Wir haben rund 15 Expert*innen aus Handwerk, Erzeugung, Verarbeitung, Handel und Verbänden sowie Verbraucher*innen gebeten, uns zu sagen, was ernährungspolitisch passieren muss, damit alle Menschen sich gut, gesund und gerecht ernähren können. Ihrer Expertise in nächster Zeit eine möglichst breite Plattform zu bieten, ist unser Ziel.“ Im November werden Vertreter*innen von Slow Food die fünf zentralen Forderungen bei einem Online-Kochkurs mit der Berliner „Kantine Zukunft“ an politische Entscheidungs-träger*innen übergeben.

Die Forderungen betreffen die Themen:

> Faire Preise für nachhaltige Erzeugnisse
> Gutes und gerechtes Essen für alle
> Faire Arbeitsbedingungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette
> Zugang zu gutem Essen durch die Gemeinschaftsverpflegung
> Aufbau von umfassender Ernährungskompetenz

Alle Informationen zur Kampagne sowie die Forderungen finden Sie online.

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Projekt "City-Transformation" startet

Projekt "City-Transformation" startet
© Stadt Karlsruhe, Stadtplanungsamt, Oriana Kraemer

Karlsruhe erhält rund 4 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm "Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren"

Das Projekt "City-Transformation" der Stadt Karlsruhe wird vom Bund gefördert. Am 22. Juli 2021 hatte das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Auftrag des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) deutschlandweit Städte und Gemeinden aufgerufen, Projektvorschläge für innovative Konzepte und Handlungsstrategien zur Stärkung der Resilienz und Krisenbewältigung in Innenstädten einzureichen. Die Stadt Karlsruhe erarbeitete das Projekt "City-Transformation", bewarb sich – und erhielt nun den Förderbescheid.

4 Millionen Euro Bundesfördermittel werden fließen
"Ich freue mich sehr, dass wir nun den Zuschlag bekommen haben. Damit können wir in den kommenden Jahren weiter intensiv zusammen mit allen Innenstadtakteuren die Entwicklung der City vorantreiben," sagt Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup. "Mein Dank geht an alle Beteiligten, die in den letzten Monaten intensiv an dem komplexen und anspruchsvollen Antragsverfahren mitgewirkt haben", ergänzt Bürgermeister Dr. Albert Käuflein. Bis zum 31. August 2025 stehen damit 4,7 Millionen Euro für die Innenstadtentwicklung zur Verfügung, davon rund 4 Millionen Euro Bundesfördermittel.

Fokus liegt auf vier City-Quartieren
Bei dem Projekt steht die Transformation der City-Einzelhandelslagen, welche in besonderem Maße von den Folgen der Corona-Pandemie betroffen sind, zu multifunktionalen und attraktiven City-Quartieren im Fokus. In einem partizipativen Prozess, begleitet durch ein Quartiers- und Kommunikationsmanagement, soll die Neuausrichtung und Profilierung von vier ausgewählten City-Quartieren aktiv gesteuert werden. Konkret sollen unter Berücksichtigung der individuellen Charakteristika die östliche Kaiserstraße als "Kreativ- und Gründerquartier", die zentrale Kaiserstraße als "resiliente Einkaufsmeile", der Marktplatz als "touristischer Anlaufpunkt" und "Herzstück der City" sowie der Bereich Wald-, Karl-, Herren- und Erbprinzenstraße als "Spezialisten- und Genussviertel" weiterentwickelt werden. Die jeweiligen Quartiersakteure können kooperativ Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen zur Profilierung und Transformation "ihres" Quartiers entwickeln und umsetzen. Weiterhin sind räumliche Interventionen und transformative Impulse – in Form von Reallaboren, Quartiersimpulsen, Veranstaltungen oder durch die vorübergehende Anmietung von leerstehenden Räumlichkeiten – sowie die Beauftragung von Studien und Konzepten vorgesehen. "Bis August 2025 stehen hierfür die Fördermittel des Bundes bereit. Ich sehe darin einen starken Impuls für eine nachhaltig positive Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Innenstadt. In einer schwierigen Zeit für die kommunalen Haushalte setzt der Bund hier ein klares Signal der Unterstützung", erläutert Erste Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz.

Ein Teil des Geldes ist bereits in die Reallabore geflossen
Mit Beantragung und Bewilligung eines vorzeitigen Maßnahmenbeginns konnte ein Teil der Fördersumme bereits bei der Umsetzung der Reallabore im Passagehof sowie in der nördlichen Karlstraße eingebracht werden. Unter dem Motto "Platz für mehr" verzichtete man in den beiden Projektgebieten probeweise soweit wie möglich auf Autoverkehr und wertete den neu gewonnenen Raum durch Sitzgelegenheiten, Pflanztröge und Hochbeete auf. Veranstaltungen von Anliegerinnen und Anliegern, kulturellen Akteuren und Initiativen, unterstützt mit Bundesfördermitteln, erhöhten ebenso die Aufenthaltsqualität und luden Menschen unterschiedlichen Alters zum Verweilen ein. Während der temporäre Verkehrsversuch im Passagehof bereits abgeschlossen ist, läuft das Reallabor in der nördlichen Karlstraße noch bis zum 31. Oktober.

zum Bild oben:
Fußgänger und Radfahrer nutzen das Reallabor im Passagehof.
© Stadt Karlsruhe, Stadtplanungsamt, Oriana Kraemer

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NABU: Afrikareise, Gruppenkuscheln, Kälteflucht

NABU: Afrikareise, Gruppenkuscheln, Kälteflucht
Teichhuhn (c) NABU/Mathias Schäf

So überwintern die Vogel-des-Jahres-Kandidaten Braunkehlchen, Feldsperling, Neuntöter, Teichhuhn und Trauerschnäpper / Noch bis 27. Oktober wählen

Berlin, 14.10.22 – Draußen wird es kalt, nass und ungemütlich – auch für Vögel ist das eine Herausforderung. Unsere fünf Kandidaten für die Wahl zum Vogel des Jahres haben darum pfiffige Strategien für Herbst und Winter.

Tschüss, Winter! Braunkehlchen, Neuntöter und Trauerschnäpper haben Deutschland längst den Rücken gekehrt und sind der Sonne hinterhergereist. „Alle drei sind Langstreckenzieher und fliegen bis nach Afrika“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Der Neuntöter ist schon im August losgezogen, er hat den weitesten Weg und legt über 8.000 Kilometer zurück bis zu seinem Winterquartier südlich der Sahara.“ Erst im Frühling kommen die drei Kandidaten wieder zu uns. Sie verpassen also die Verkündung des neuen Jahresvogels, die am 27. Oktober stattfindet.

Zwar sind Neuntöter und Braunkehlchen am weitesten von uns weg, liegen bei der Vogelwahl aber zurzeit vorne. Aber auch Feldsperling, Teichhuhn und Trauerschnäpper freuen sich über viele Stimmen. „Mehr als 111.000 Menschen haben bisher unter www.vogeldesjahres.de ihr Kreuzchen gemacht“, freut sich Miller. „Das große Interesse an unserer Vogelwahl zeigt, dass vielen Menschen die Natur in ihrer Umgebung am Herzen liegt.“

Für die Vögel, die nicht nach Süden ziehen, kann man jetzt ganz praktisch etwas tun: Füttern und Nistkästen reinigen. Davon profitiert auch ein Kandidat für die Vogelwahl: der Feldsperling. „Feldsperlinge sind sehr gesellig. Sie kuscheln bei Kälte gern mit mehreren Artgenossen – so wie Christian Morgenstern es in dem bekannten Gedicht ,Drei Spatzen‘ beschrieben hat. Dafür nutzen sie auch oft einen Nistkasten oder eine Baumhöhle“, sagt Miller. „Damit sich die Vögel kein Ungeziefer einfangen, sollte man im Herbst alte Nester aus den Nistkästen entfernen.“ Feldsperlinge ernähren sich von Samen. Sie freuen sich über wilde Gärten, in denen verblühte Stauden mit ihren Samenständen stehenbleiben dürfen. Am Futterhaus mögen sie Körnerfutter und Meisenknödel – natürlich ohne Netz. Im Winter darf es auch gern etwas Fettfutter sein.

Nicht füttern sollte man allerdings Wasservögel wie unseren fünften Kandidaten, das Teichhuhn. Miller: „Leider sieht man immer wieder Menschen, die Brotreste ins Wasser werfen. Brot ist aber kein geeignetes Futter, es ist vergleichbar mit Fast Food: stark gesalzen, zu viel Kohlenhydrate und kaum Nährstoffe. Die Tiere können sogar Gicht bekommen, wenn sie regelmäßig Brot fressen.“ Füttern ist auch gar nicht nötig, denn auch bei kaltem Wetter findet das Teichhuhn genug natürliches Futter, da es sowohl Pflanzenteile als auch Schnecken und Kleintiere mag. Wenn es dem Teichhuhn bei uns doch einmal zu ungemütlich wird, zieht es spontan nach Spanien, Frankreich oder auf die Britischen Inseln. Das nennt man „Kälteflucht“. Da die Winter bei uns aber milder werden, bleibt es meist hier.

Bis zum 27. Oktober ist das virtuelle Wahllokal für die Wahl zum Vogel des Jahres 2023 unter www.vogeldesjahres.de geöffnet. Noch am selben Tag wird der Sieger bekanntgegeben. Der „Vogel des Jahres“ wurde in Deutschland erstmals im Jahr 1971 gekürt. Seit 2021 wird er durch eine öffentliche Wahl bestimmt.

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