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Buch- und CD-Tipps 

Buchtipp: Harald Lesch, Karlheinz & Jonas Geißler "Alles eine Frage der Zeit"

Buchtipp: Harald Lesch, Karlheinz & Jonas Geißler "Alles eine Frage der Zeit"

Warum die ›Zeit ist Geld‹-Logik Mensch und Natur teuer zu stehen kommt

Klimakrise, Artensterben, Burnout – alles eine Frage der Zeit: Zeitnot und Hektik prägen unsere Gesellschaft. Wir kämpfen gegen alles Langsame oder Pausierende, oft bis zur Erschöpfung. Dafür zahlt nicht nur der Mensch, sondern auch die Natur einen hohen Preis. Unsere Beschleunigungs- und Nonstop-Gesellschaft und die Gleichsetzung von Zeit mit Geld forcieren die ökologische Krise. In ihrem neuen Buch erklären der bekannte Physiker und Philosophieprofessor Harald Lesch, der Zeitexperte Karlheinz A. Geißler und der Zeitberater Jonas Geißler, warum das so ist – und wie es besser gehen könnte.

Unter dem Titel »Alles eine Frage der Zeit. Warum die ›Zeit ist Geld‹-Logik Mensch und Natur teuer zu stehen kommt« haben sich die Autoren auf eine gemeinsame Reise in die Geschichte und Gegenwart unseres Umgangs mit der Zeit begeben. Sie zeigen auf, wie drastisch sich unser Leben mit der Verbreitung der mechanischen Uhr geändert hat und wie eng die Uhrenlogik und die damit einhergehende Ökonomisierung von Zeit mit den rapide zunehmenden ökologischen Krisen zusammenhängen.

»Erst wenn man die Dimension der Zeit genauer betrachtet, versteht man auch die Stellung des Menschen in der Natur und all die Miseren, die er dort anrichtet.«

Anhand zahlreicher Beispiele beschreibt das Buch, wie sehr der Mensch durch permanente Beschleunigung und Zeitverdichtung auch den Ressourcenverbrauch weiter anheizt. Zugleich erläutert es die Vielfalt an Zeitformen, die in der heutigen »Monokultur der Beschleunigung« unterzugehen drohen: den Sinn für ein angemessenes (Lebens-) Tempo, für das Langsame als Gegengewicht zum allzu Schnellen, die stabilisierende Funktion von Wiederholungen und Ritualen oder den Wert des Wartens und der Pause.

»Verändern wir unser Verhältnis und Verständnis von Zeit«, so die Aufforderung und Einladung der Autoren in ihrem Vorwort, »dann fördern wir auch die Zukunftsfähigkeit unserer Lebensformen.« In ihrem unterhaltsam geschriebenen Buch zeigen sie Wege in eine vielfältige Zeitkultur auf, in der das Diktat der Verrechnung von Zeit in Geld überwunden ist und wir nicht länger uns und unsere Umwelt verschleißen.

oekom Verlag 2021, 272 Seiten, € 20,00 (D), 20,60 (A)
ISBN 978-3-96238-248-3

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Verschiedenes 

Nachhaltig anlegen: Rendite mit grünen Geldanlagen

Nachhaltige Geldanlagen bringen ähnlich hohe Erträge wie herkömmliche und zeigen, dass ein gutes Gewissen keine Rendite kosten muss. Zu diesem Ergebnis kommt die Zeitschrift Finanztest in ihrer aktuellen Ausgabe, für die sie nachhaltiges Tages- und Festgeld, ETF und aktiv gemanagte Fonds sowie deren Kaufwege untersucht hat. Wie eine nachhaltige Anlagestrategie am besten funktioniert, beschreibt die Finanztest-Anlageidee, das Pantoffel-Portfolio.

Inzwischen gibt es viele Fonds, die nicht in fossile Energien investieren und andere kontroverse Geschäfte ausschließen. Beim Nachhaltigkeitstest von 99 Fonds haben vier aktiv gemanagte Fonds und ein Indexfonds die beste Nachhaltigkeitsbewertung bekommen. ETF, börsengehandelte Fonds, sind weniger streng, deshalb haben die besten nur drei von fünf Punkten in der Finanztest-Nachhaltigkeitsbewertung. Außer auf die Nachhaltigkeit sollten Anleger aber auch auf den Anlageerfolg achten, den Finanztest ebenfalls bewertet. Nachhaltig anlegen kann man auch in Tages- und Festgeld bei ethisch-ökologischen Banken – wie fast überall zu nicht üppigen Zinsen. Bei diesen Banken kann man auch ein Girokonto eröffnen.

Als Geldanlagekonzept empfiehlt Finanztest das Pantoffel-Portfolio. Es besteht aus einem Sicherheitsbaustein – dem Tagesgeld – und einem Renditebaustein. Hierfür eignen sich weltweit anlegende ETF, die von Finanztest als 1. Wahl gekennzeichnet werden. Beim Test ergaben sich sechs solche ETF mit einer Nachhaltigkeitsbewertung von drei Punkten. Je nach Risikobereitschaft entscheiden sich Anleger beim Pantoffel-Portfolio für einen Mix mit 25, 50 oder 75 Prozent Aktien. Finanztest zeigt außerdem, bei welchen Anbietern es günstige Wertpapierspardepots für empfehlenswerte Fonds gibt, wo man Sparpläne abschließen kann und wie viel der Fondskauf kostet.

Der Test Nachhaltig anlegen findet sich in der September-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und ist online unter www.test.de/nachhaltige-fonds abrufbar.

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Verschiedenes 

NABU zu Autogipfel

Verbindliche Schritte für Ende des Verbrennungsmotors bis 2030 nötig

Miller: Verpflichtende Reduktionsziele für Automobilhersteller, die die neuen Klimaziele berücksichtigen

Berlin, 17.8.21 – Am Mittwoch trifft sich die Bundesregierung mit den deutschen Autoherstellern zum sogenannten Autogipfel.

Seit dem vergangenen Zusammentreffen im März sind die Auswirkungen des Klimawandels auch in Europa noch spürbarer geworden: Die Hochwasserkatastrophe in Deutschland, Brände in Griechenland und der Türkei. Dazu kommt das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, dass die Freiheitsrechte zukünftiger Generationen durch den Klimawandel eingeschränkt sieht. Jüngst hat der Bericht des Weltklimarates betont, dass bis 2030 massiv gehandelt werden muss, um die menschengemachte Erderhitzung auf die kritische Grenze von 1,5 Grad zu begrenzen.

Der Verkehr droht dabei immer mehr zum großen Hindernis zu werden: Auch wenn das für 2020 gesteckte Ziel, eine Million E-Autos auf die Straße zu bringen inzwischen erreicht ist, sinken die Emissionszahlen des Verkehrs nicht. Etwa ein Drittel aller CO2-Emissionen der EU stammt aus dem Verkehr. Pkws allein verursachen zwölf Prozent aller CO2-Emissionen EU-weit. Die EU-Kommission hat im Rahmen ihres „Fit for 55“-Paket folgerichtig angekündigt, keine neuen Verbrenner mehr ab 2035 zulassen zu wollen.

Doch es muss noch frühzeitiger gehandelt werden: Der NABU fordert die Bundesregierung auf, sich auf dem Autogipfel dafür einzusetzen, nach 2030 keine weiteren Verbrennungsmotoren mehr zuzulassen. „Wenn wir entsprechend der neuen Klimaziele bis 2030 Treibhausgasemissionen um 60 Prozent mindern wollen, muss der Verkehr ab heute einen größeren Beitrag liefern. Die Politik muss der Automobilindustrie verpflichtende Reduktionsziele setzen, die die neuen Ziele berücksichtigen“, fordert NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Die Ankündigungen deutscher Hersteller, in den 2030er Jahren auf E-Mobilität umzusteigen, kommen zu spät und sind nicht rechtlich verbindlich. Nur ein staatlich festgelegtes Ziel verschafft der deutschen Industrie die notwendige Planungssicherheit, sich auf E-Mobilität umzustellen. Gerade bei den Zulieferern, die Teile für den Verbrennungsmotor liefern, wird es massive Umbrüche geben. Ihnen verschafft ein Datum, das ein Ende der Zulassungen für Verbrennungsmotoren festlegt, die notwendige Perspektive, um die Transformation anzugehen.

Neben dem Auslaufen der Neuzulassungen für Verbrenner fordert der NABU ein Ende der Förderung für Plug-in-Hybride. NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller weiter: „Seit Jahren verfolgen wir den Trend zu immer größeren und schweren Fahrzeugmodellen, die nun vermehrt als Plug-in-Variante angeboten werden. Häufig werden diese als Dienstwagen ausschließlich im Verbrennermodus gefahren und erhöhen so die Emissionen, anstatt sie zu senken. Sie staatlich zu fördern, bedeutet Geld der öffentlichen Hand für Klimaschäden anstatt für Klimaschutz. Zudem brauchen wir für batterieelektrische Fahrzeuge Effizienzstandards, da erneuerbarer Strom auch langfristig ein kostbares Gut sein wird.“





Verschiedenes 

Hochbetagte Elefantenkuh Nanda gestorben

Hochbetagte Elefantenkuh Nanda gestorben
Nanda im Zoo Karlsruhe (c) Maike Franzen/Zoo Karlsruhe

Ehemaliges Zirkustier verbrachte schönen Lebensabend in der Altersresidenz im Zoo Karlsruhe

Elefantenkuh Nanda ist gestorben. Sie wurde wahrscheinlich 1967 geboren. Nanda kam als Wildfang aus Asien nach Europa und wurde dann in verschiedenen Zirkussen gehalten. Seit 2016 lebte sie im Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe in Europas erster Altersresidenz für Asiatische Elefanten. Am Mittwochabend (11. August) wurde sie von einem Tierärzte-Team eingeschläfert.

Ihr genaues Alter lässt sich heute nicht mehr exakt nachvollziehen, mit ihren mindestens 54 Jahren war sie jedoch hochbetagt. "Es ist ein Alter, dass die Tiere in der Natur normalerweise nicht erreichen", sagt Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt: "In der Altersresidenz hat sie noch sehr schöne Jahre verbringen können. Das ist ein guter Trost bei einem solch traurigen Ereignis."

Nanda hatte in den vergangen Monaten körperlich stark abgebaut. "Sie war an Kopf, Rücken und Hüfte stark eingefallen. Ihr Allgemeinzustand wurde immer schlechter, sie hat nur noch sehr wenig gefressen, obwohl ihre Zähne für ihr Alter noch in Ordnung waren", berichtet Zootierarzt Dr. Marco Roller. "Wir haben Nanda in den vergangenen Wochen intensiv betreut, uns aber nach einer weiteren Untersuchung gemeinsam mit dem Zoodirektor entschlossen, sie einzuschläfern und ihr damit Leiden zu ersparen", erläutert Dr. Lukas Reese, ebenfalls Zootierarzt.

Neben ihrem schlechten Allgemeinzustand hatte Nanda seit einigen Tagen Blut im Urin. Der Verdacht einer Nierenerkrankung hatte sich neben den Veränderungen im Blutbild auch im Ultraschall bestätigt. "Diese Erkenntnis im Zusammenspiel mit ihrem Erscheinungsbild und Verhalten sowie der Prognose, wie sie sich entwickeln würde, haben zum Entschluss geführt, Nanda am heutigen Tag zu erlösen", berichtet Roller.

Eine Graue-Star-Erkrankung beeinträchtigte die Elefantenkuh seit rund zehn Jahren stark, am Ende war sie fast vollständig erblindet. Das Tierpfleger-Team im Dickhäuterhaus kümmerte sich jedoch seit ihrer Ankunft 2016 rührend um sie, vor allem die morgendlichen Spaziergänge durch den Zoologischen Stadtgarten vor Besucheröffnung mit dem ehemaligen Revierleiter werden in Erinnerung bleiben.

Nanda ließ sich am Rüssel von den Tierpflegern durch das Gehege aber eben wie bei den Spaziergängen auch über unbekanntes Terrain problemlos führen, sie nahm die menschliche Hilfe gut an. Bewegte Nanda sich ohne Tierpfleger in ihrem Gehege, benutzte sie den Rüssel wie eine Art Blindenstock. Sie tastete so immer die nächsten Schritte vorsichtig ab.

Aktuell ist mit Elefantenkuh Jenny nur noch ein Tier in der Anlage. "Wir werden sicher wieder neue Tiere in unserer Altersresidenz aufnehmen, damit lassen wir uns aber etwas Zeit. Auch wenn der Tod von Tieren in einer Altersresidenz immer mit dazugehört, trauern wir um so ein charismatisches Tier. Gerade das Tierpflegerteam soll jetzt erst einmal zur Ruhe kommen", betont Reinschmidt.

Der Körper des eingeschläferten Tiers wird nun im Institut für Tierpathologie der Ludwig-Maximilians-Universität München untersucht. "Das ist bei Zootieren üblich und wichtig", sagt Zootierarzt Roller. "Durch solche Obduktionen können wir weitere Erkenntnisse über das Tier gewinnen und eventuell diese sogar in die weitere Elefantenhaltung einfließen.





Verschiedenes 

NABU: Wetterextreme nehmen laut Weltklimabericht zu

Krüger: Intakte Ökosysteme dringend nötig für Klimaschutz und Anpassung

Berlin/Genf, 9.8.21 – Der Weltklimarat IPCC hat heute den ersten Band des sechsten Weltklimaberichts veröffentlicht. Der Beitrag der Arbeitsgruppe I liefert eine aktuelle Zusammenstellung und Bewertung des weltweiten Wissens über die Klimakrise.

NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger kommentiert: „2013/2014 wurde der letzte Sachstandsbericht des IPCC veröffentlicht. Seitdem haben Dürresommer, Waldsterben und Flutkatastrophen die Klimakrise auch in unseren Breiten sichtbar gemacht wie nie zuvor. Getan wurde für den Klimaschutz trotzdem zu wenig. Der Weltklimarat bestätigt nun erneut, dass wir uns mitten in der größten menschengemachten Krise aller Zeiten befinden. Er zeigt auch, dass uns nicht viel Zeit bleibt, um verheerende, unumkehrbare Klimafolgen abzuwenden. Die Wiederherstellung natürlicher Treibhausgassenken wie Wälder und Moore und eine naturverträgliche Energiewende sind dringender denn je.“

Der sechste Weltklimabericht basiert auf weiterentwickelten Klimamodellen und neuen Emissionsszenarien, die klimatische Trends so genau abbilden wie nie zuvor. Eine der Kernbotschaften der „Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger“ ist, dass die Erderhitzung 1,5 Grad Celsius sehr wahrscheinlich spätestens 2040 übersteigen werde; sogar das 2-Grad-Ziel drohe außer Reichweite zu geraten. Die letzte Chance, dies zu verhindern, sei eine drastische und rasche Reduktion von Treibhausgasen.

„Der Bericht zeigt einmal mehr, wie dringend die Bekämpfung der Klimakrise ist. Gerade kurz vor der Bundestagswahl müssen die Parteien zeigen, dass sie sich den Herausforderungen stellen und endlich konkretere Maßnahmen im Kampf gegen die Erderhitzung vorlegen. Parteien, die nach den Extremwetterereignissen in Deutschland und weltweit und diesem drastischen Bericht noch immer nur ungefähre und unklare Aussagen zur Bewältigung der Klimakrise verlauten lassen, beweisen vor allem fehlende Lösungskompetenz für eine entscheidende Zukunftsfrage“, so Krüger weiter.

Der Bericht verdeutlicht auch: Unabhängig von weltweiten Bemühungen zum Klimaschutz werden Wetterextreme wie Hitzewellen, Dürre und Starkregenereignisse höchstwahrscheinlich zunehmen. Der aktuelle Forschungsstand zu den schon jetzt nicht mehr vermeidbaren Folgen dieser Entwicklungen wird 2022 mit dem zweiten Teil des Weltklimaberichts veröffentlicht. Schon jetzt ist jedoch klar, dass die Anpassung an unvermeidliche Klimafolgen eine große Rolle spielen wird. Dazu gehören Maßnahmen wie der Schutz von natürlichen Klimaregulierern wie Mooren und Wäldern sowie Bodenentsiegelung und die Renaturierung von Flüssen, um Hochwasser vorzubeugen. Auch grüne Infrastruktur wird immer wichtiger, um städtischen Hitzeinseln entgegenzuwirken.





Verschiedenes 

Klimaschutz mit System - Förderung Klimaprojekte im Regierungsbezirk Freiburg

Klimaschutzprojekte in Freiburg und Hüfingen (Schwarzwald-Baar-Kreis) dürfen einen Antrag auf EFRE-Fördermittel einreichen

Umweltministerin Thekla Walker: „Das Land unterstützt die Kommunen dabei, ihre Verantwortung beim Klimaschutz wahrnehmen und Maßnahmen systematisch umsetzen zu können.“

Das Umweltministerium hat gemeinsam mit einer Fachjury zwei Klimaschutzprojekte im Regierungsbezirk Freiburg im Rahmen eines dritten Teilnahmeaufrufs im EFRE-Förderprogramm „Klimaschutz mit System“ ausgewählt. Die Fördergelder für die Klimaschutzvorhaben in der Region Freiburg und in Hüfingen im Schwarzwald-Baar-Kreis stammen aus dem Fördertopf „REACT-EU“, mit dem die Europäische Union zusätzliche Mittel zur Abfederung der Folgen der Corona-Pandemie bereitstellt. Die ausgewählten Vorhaben dürfen nun einen Antrag auf Förderung bei der Landeskreditbank (L-Bank) einreichen. „Mit dem Programm ‚Klimaschutz mit System‘ unterstützen wir Kommunen im Land, damit sie ihre Verantwortung beim Klimaschutz wahrnehmen und ihre Maßnahmen systematisch umsetzen können“, sagte Umweltministerin Thekla Walker heute (10.08.) in Stuttgart. Zwar sei der Klimawandel eine globale Herausforderung, es sei aber wichtig, diese, lokal anzugehen und bei den täglichen Entscheidungen mitzudenken. „Die zusätzlichen Mittel der EU setzen wir dafür ein, nachhaltiger und klimafreundlicher aus der Corona-Krise zu kommen“, so die Umweltministerin.
Insgesamt stellt das Umweltministerium Fördermittel in Höhe von über einer Millionen Euro für die zwei Klimaschutzmaßnahmen zur Verfügung.

Energieagentur Region Freiburg – „Kleiner Wohnen – besser Wohnen“
Das Projekt „Kleiner Wohnen – besser Wohnen: Kampagne für mehr Suffizienz in der Wohnraumgestaltung“ hat zum Ziel, die klimarelevante Wohnfläche pro Kopf zu reduzieren. Was auf den ersten Blick nach Verzicht klingt, soll mehr Lebensqualität vor Ort generieren: es kann mehr Wohnraum geschaffen, ein Zusammenleben der Generationen ermöglicht oder zusätzliche Einkünfte im Alter generiert werden. Zudem ist die Reduzierung des Wohnraums ein großer Gewinn für den Klimaschutz, da auf diese Weise auch die benötigte Raumwärme pro Kopf reduziert wird. Ein besonders wichtiges Anliegen ist für das Projektteam, bei diesem sensiblen Thema nicht auf Verbote oder Kostensteigerungen zu setzen, sondern auf Motivation, Aufklärung und umfassende Information. Das Herz der Kampagne sind daher umfassende, individuelle und möglichst konkrete Informationsgespräche. Diese beleuchten nicht nur bauliche Aspekte, sondern nehmen auch finanzielle Fragenstellungen, baurechtliche Problematiken und Spezialthemen wie zum Beispiel Mietpreisentwicklung auf. Ziel ist es, objektspezifische Lösungen für eine attraktive Wohnraumreduzierung aufzeigen zu können. Um die komplexen Informationsgespräche wirkungsvoll umsetzen zu können, setzt das Projektteam auf ein Netzwerk aus Architekten und -innen, Immobilienfachleuten und lokalen Geldinstituten.
Das Projekt wird von der Energieagentur Regio Freiburg GmbH gemeinsam mit der Stadt Freiburg im Breisgau und den Landkreisen Emmendingen und Breisgau-Hochschwarzwald umgesetzt. Insgesamt erhält das Projekt vorbehaltlich der Antragsprüfung durch die L-Bank eine Förderung in Höhe von rund 200.000 Euro EFRE-Mitteln.

Nahwärme-Verbund Hüfingen
Für die Stadt Hüfingen (Schwarzwald-Baar-Kreis) sind effiziente Wärmelösungen ein zentraler Baustein, damit die Energiewende gelingen kann. Dabei ist der Stadt ein ganzheitliches Herangehen mit einem sukzessiven Ausbau entsprechend der vorhandenen Ressourcen wichtig. So wurden bereits mehrere Photovoltaikanlagen und drei Insel-Wärmenetze realisiert. Im Rahmen des jetzt geförderten Projekts sollen die bereits bestehenden Insel-Lösungen zu einem effizienten Wärmeverbund verbunden werden. Der Zusammenschluss der Wärmeversorgungsgebiete Lindenpark, Auf Hohen und Bleichewiese kostet rund 1,1 Millionen Euro. Allein durch den effizienteren Betrieb im Verbund werden rund 668 Tonnen klimaschädliches CO2 pro Jahr eingespart. Um weitere 400 Tonnen werden die CO2-Emissionen der Stadt durch den Anschluss weiterer Gebäude an die neuen 1.400 Meter langen Verbindungsleitungen gedrückt. Fossile Energieträger für die Wärmeerzeugung werden so substituiert. Die Stadt Hüfingen greift beim Betrieb der Wärmenetze auf lokale Fachkompetenz zurück und leistet damit einen positiven Beitrag zur regionalen Wertschöpfung. Insgesamt unterstützt das Umweltministerium die Stadt bei der Umsetzung ihres Nahwärme-Verbunds vorbehaltlich der Antragsprüfung durch die L-Bank mit über 810.000 Euro EFRE-Mitteln.

Ergänzende Informationen:
Die Europäische Union stellt mit ihrem „Aufbaufonds für den Zusammenhalt und die Gebiete Europas“ (REACT-EU) insgesamt 47,5 Milliarden Euro für die europäischen Regionen bereit, um vor Ort die Folgen der Corona-Krise rasch und effektiv abmildern zu können. Über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) entfallen auf Baden-Württemberg insgesamt fast 220 Millionen Euro. Das Umweltministerium nutzt diese Mittel, um das erfolgreiche Förderprogramm „Klimaschutz mit System“ um 21 Millionen Euro aufzustocken. Nach aktuellem Stand erhalten voraussichtlich 14 Kommunen und Landkreise im Land Mittel aus dieser Förderrunde für Klimaschutzvorhaben.

Mit dem Förderprogramm „Klimaschutz mit System“ unterstützt die Landesregierung Gemeinden und Landkreise, die systematisch einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Es fördert die Umsetzung von Maßnahmen des kommunalen Klimaschutzes, die auf vorhandenen, in den Gemeinden und Landkreisen erarbeiteten Klimaschutzkonzepten oder auf der Teilnahme der Kommune am European Energy Award beruhen. Im Hinblick auf die kommunale Vorbildfunktion soll mit dem Programm eine Flächenwirkung erzielt werden.





Verschiedenes 

Zahl des Monats: Tempo 50 erreicht die Blaugrüne Mosaikjungfer im Flug

Zahl des Monats: Tempo 50 erreicht die Blaugrüne Mosaikjungfer im Flug
(c) NABU/martinellifoto

Die schnelle Libelle kann beim NABU-Insektensommer entdeckt werden

Berlin – Kaum eine fliegt rasanter: Die Blaugrüne Mosaikjungfer bringt es auf bis zu 50 Stundenkilometer. Möglich macht das ihr spezieller Flugapparat. Durch ihn kann sie ihre beiden Flügelpaare unabhängig voneinander bewegen. So vollführt die acht Zentimeter lange Libelle auch Loopings und kann rückwärts fliegen – einzigartig im Tierreich. Die Flugkünstlerin ist eine von rund 80 heimischen Libellenarten. Sie lebt an langsam fließenden und stehenden Gewässern, wo sie Fliegen, Mücken und andere Insekten jagt. Libellen leiden besonders stark darunter, dass Pestizide in Gewässer gelangen, wie eine aktuelle Studie des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt.

Die schnelle Libelle kann bei der Hochsommerzählung des Insektensommers entdeckt werden. Deutschlandweit werden vom 6. bis 15. August wieder eine Stunde lang Insekten gezählt und dem NABU gemeldet. Bei der Zählung im vergangenen August kam die Blaugrüne Mosaikjungfer auf Platz 19 der am häufigsten gesichteten Insekten.

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Veranstaltungen 

Klima schützen, Kohle stoppen, Dörfer retten

2.500 Menschen markieren 1,5-Grad-Grenze am Tagebau Garzweiler

Lützerath/Keyenberg, 7. August 2021. Im Rheinland haben heute rund 2.500 Menschen am Braunkohletagebau Garzweiler gegen die schwache Klimapolitik der Bundesregierung und für einen schnelleren Kohleausstieg protestiert. Denn trotz der historischen Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts versagt die Bundesregierung weiterhin beim Klimaschutz. Die Flutkatastrophe hat die verheerenden Auswirkungen der Klimakrise jüngst eindrücklich gezeigt. Wenige Wochen vor der Bundestagswahl machten die Protestierenden klar: Die neue Regierung muss endlich handeln – Energiewende jetzt!

Mit einer kilometerlangen, corona-konformen Menschenkette zwischen Lützerath und Keyenberg stellten sich tausende Menschen schützend vor die bedrohten Dörfer, die nach dem Willen von NRW-Ministerpräsident und Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) dem Tagebau weichen sollen. Noch dieses Jahr soll Lützerath zerstört werden, um den Tagebau zu erweitern.

Die Menschenkette markierte symbolisch die 1,5-Grad-Grenze der globalen Erderhitzung, die nicht überschritten werden darf: Nur wenn der Tagebau nicht erweitert wird, kann Deutschland einen angemessenen Beitrag zu den Pariser Klimazielen leisten und nimmt seine Verantwortung wahr – international und gegenüber kommenden Generationen.

Zu dem Protest aufgerufen hat ein zivilgesellschaftliches Bündnis aus den Organisationen Alle Dörfer Bleiben, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Campact, Greenpeace, Klima-Allianz Deutschland und Naturfreunde Deutschlands.

Antje Pistel von Alle Dörfer Bleiben: „Die Kohlebagger von RWE stehen kurz davor, die 1,5-Grad-Grenze zu durchbrechen und das Dorf Lützerath zu zerstören. Ab Oktober rechnen wir mit Rodungen, ab November mit der Räumung des letzten Einwohners. Wir haben heute klargemacht: Bis hierhin und nicht weiter. Lützerath muss bleiben, dafür werden wir kämpfen!“

Verena Graichen, stellvertretende Vorsitzende des BUND: „Bei der Bundestagswahl entscheidet sich, ob in Deutschland endlich ernsthafter Klimaschutz gemacht wird. Armin Laschet und RWE wollen weiter Braunkohle verfeuern und Dörfer abbaggern. Die neue Bundesregierung muss den Kohleausstieg deutlich beschleunigen und alle von Braunkohle-Tagebauen bedrohten Dörfer erhalten.“

Christoph Bautz, Geschäftsführender Vorstand bei Campact: „Als Kanzlerkandidat redet Armin Laschet gerne vage über Klima-Ziele. Als NRW-Ministerpräsident treibt er jedoch konkret die Klima-Zerstörung an. Hier bremst er die Windenergie mit Abstandsregel aus, verschleppt den Kohleausstieg und lässt Dörfer abbaggern. Damit disqualifiziert er sich als Kanzler. Denn die nächsten vier Jahre sind die entscheidenden, in denen wir die Klimakatastrophe noch aufhalten können.“

Bastian Neuwirth, Greenpeace-Klimaexperte: „Selbst nach der Flutkatastrophe hält Armin Laschet stur an der Braunkohle fest. Dabei ist klar, dass gerade die besonders schmutzigen Braunkohlemeiler schneller vom Netz müssen, damit der Klimaschutz voran kommt. Laschet macht eine Klimapolitik gegen Mensch und Natur. Wenn der CDU-Chef nicht länger die Chancen der jungen Generation auf eine sichere Zukunft zerstören will, darf er Klimaschutz nicht länger blockieren.“

Jasmin Ziemacki von der Klima-Allianz Deutschland: „Der heutige Tag zeigt: Die Menschen nehmen die rückwärts gerichtete Politik Armin Laschets und seiner Landesregierung nicht länger hin. Als NRW-Ministerpräsident ist er verantwortlich für das, was hier im Rheinischen Revier passiert. Menschen verlieren ihre Heimat, Dörfer und Kirchen werden zerstört. Hier wird die Zukunft künftiger Generationen für eine Energie-Politik von gestern aufs Spiel gesetzt.”

Uwe Hiksch, stellvertretender Vorsitzender NaturFreunde Deutschlands: „Ministerpräsident Laschet muss seinen Widerstand gegen den schnellen Ausbau der erneuerbaren Energien aufgeben. Wir brauchen eine Verdreifachung des Ausbaus von Windenergie und Solarenergie. Nur wenn der Kohleausstieg beschleunigt wird, kann das 1,5-Grad-Ziel von Paris noch eingehalten werden.“







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