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Verschiedenes 

Vom milden Winter wachgeküsst: Die Kröten wandern wieder

Vom milden Winter wachgeküsst: Die Kröten wandern wieder
Erdkröte vor Auto (c) Jonathan Fieber / nabu

Der NABU bittet um vorsichtige Fahrweise an Amphibien-Wanderstrecken

Berlin, 16.2.24 – Der Valentinstag scheint auch bei den Kröten für Liebesgefühle gesorgt zu haben. In vielen Regionen Deutschlands wandern bei sehr feuchtem und mildem Winterwetter bereits die Amphibien, um sich zu paaren. Der NABU bittet darum Autofahrende um Rücksicht.

„Besonders entlang des Rheins beobachten wir schon seit Tagen, dass Kröten, Frösche und Molche unterwegs sind“, sagt Sascha Schleich, stellvertretender Sprecher des NABU-Bundesfachausschusses Feldherpetologie und Ichthyofaunistik. „Denn sobald die Nachttemperatur über 5 Grad steigt, insbesondere bei feuchter Witterung, kommen die Tiere aus ihren Winterquartieren und wandern zu ihren Laichgewässern. Dabei queren sie auch Landstraßen, wo leider jedes Jahr viele Tausend Lurche getötet werden.“ Darum sollten Autofahrende an Amphibienwanderstrecken höchstens 30 Stundenkilometer fahren. Die Strecken sind meist durch entsprechende Hinweise ausgeschildert.

Langsames Fahren rettet viele Leben. Denn die Tiere sterben nicht nur unter Autoreifen, sondern auch wenn Fahrzeuge sehr schnell unterwegs sind. „Große Geschwindigkeit erzeugt einen hohen Luftdruck, dadurch können die inneren Organe von Fröschen, Kröten und Molchen platzen oder durch den Mund nach außen gestülpt werden. Die Tiere verenden qualvoll“, so Schleich. „Der Tod an der Straße muss gerade angesichts des Artensterbens möglichst vermieden werden, damit die Populationen nicht noch zusätzlich unter Druck kommen.“

Vorsichtige Fahrweise ist auch wegen der vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer wichtig. Schleich: „Warnschilder und Tempolimits müssen unbedingt beachtet werden, auch weil die Einsätze in der Dämmerung stattfinden, wenn die meisten Tiere unterwegs sind.“ Der Höhepunkt der Wanderungen wird aufgrund der regional sehr schwankenden Temperaturen aber erst in einigen Wochen erwartet.

Seit vielen Jahren kämpfen Naturfreundinnen und -freunde gegen den Amphibientod an unseren Straßen. Sie stellen Fangzäune auf, tragen Kröten über die Straße und legen Ersatzlaichgewässer an. Für diese ehrenamtliche Arbeit sind zahlreiche Helferinnen und Helfer nötig. Der NABU informiert darum unter www.NABU.de/Kroetenwanderung über das bundesweite Wandergeschehen. Dort gibt es neben aktuellen Meldungen über besondere Ereignisse und seltene Arten auch eine bundesweite Datenbank, die über den Standort von Krötenzäunen und Aktionen informiert. Wer mithelfen möchte, findet hier Einsatzmöglichkeiten.

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Bezaubernde Blütenpracht im Kamelienhaus

Bezaubernde Blütenpracht im Kamelienhaus
Kamelienblüte in der Wilhelma / Foto: Wilhelma Stuttgart / Birger Meierjohann

In der Wilhelma in Stuttgart ist die Blüte der Kamelien in vollem Gange

Es ist wieder so weit: In der Historischen Gewächshauszeile der Wilhelma ist eine wahre Farbenpracht zu bestaunen – die Blüte der Kamelien erreicht ihre Hochphase. Ein Meer aus weißen, gelben, rosafarbenen und roten Blüten bringt Leben in die zweite Winterhälfte.

Die immergrüne Kamelie gehört zu den ältesten Kulturpflanzen Ostasiens, wo sie in über 200 Arten vorkommt. Ihre Heimat sind dort kühle Bergregionen mit feuchten und kalkarmen Böden. Auch eine der bekanntesten Nutzpflanzen der Welt gehört zu den Kamelien: Nämlich der Teestrauch (Camellia sinensis), dessen kleine weiße Blüten nur eine zarte Vorahnung davon geben, welche Pracht andere Arten aus seiner Familie entfalten.

Namenspatron der Gattung „Camellia“ ist der Jesuitenpater Georg Joseph Kamel, der um 1700 als Missionar auf den Philippinen wirkte und zahlreiche dort heimische Pflanzenarten beschrieb. Carl von Linné ist es zu verdanken, dass die Gattung dem Pater zu Ehren benannt wurde. Es ist überliefert, dass die ersten Kamelien im 18. Jahrhundert nach Europa kamen, wo man besonders in Adelskreisen schnell Gefallen an ihnen fand. Es wurde großer Aufwand betrieben, um neue Varietäten und Sorten zu importieren und zu züchten. Die Blüten der Kamelie schmückten im 19. Jahrhundert Bälle und Bankette – sie wurde zur Modeblume einer ganzen Epoche.

Weltweit existieren mittlerweile rund 30.000 Kameliensorten – von denen ein Großteil allerdings von nur einer Art, der Camellia japonica abstammt. Die Gärtnerinnen und Gärtner der Wilhelma kümmern sich heute um die Pflege von rund 20 Arten und 150 Sorten, die sich sowohl in der Farbe als auch der Form ihrer Blüten, aber auch in ihrem Duft unterscheiden. Die Kameliensammlung in der Wilhelma ist nicht nur botanisch, sondern auch historisch ein wahrer Schatz: Noch heute sind 23 stattliche Kameliensträucher erhalten, die König Wilhelm I. von Württemberg (1781-1864) persönlich anschaffen ließ.

Schon jetzt fiebern die Gärtnerinnen und Gärtner der Wilhelma einem großen Ereignis entgegen: Auch dieses Jahr nimmt die Wilhelma wieder an der renommierten Kamelienblütenschau teil, die vom 2. März bis zum 14. April 2024 im sächsischen Pirna-Zuschendorf stattfinden wird. 2023 wurde dort die vom Zoologisch-Botanischen Garten Stuttgart ins Rennen gebrachte „Wilhelma Nr. 20“ als schönste Kamelienblüte Deutschlands gekürt. Es bleibt spannend, ob die Wilhelma auch 2024 wieder mit einem so spektakulären Erfolg auftrumpfen wird.





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Welttag der Hülsenfrüchte: Slow Food pflanzt die Zukunft mit

Welttag der Hülsenfrüchte: Slow Food pflanzt die Zukunft mit
Bohnen (c) Claudia Nathansohn

Am 10. Februar ist Welttag der Hülsenfrüchte. 2024 verweist er besonders darauf, wie Erbsen, Bohnen und Co. zur Gesundheit von Boden und Mensch beitragen. Die internationale Slow Food Bewegung ruft zu diesem Anlass weltweit dazu auf, mit Hülsenfrüchten auf mehr pflanzliche Zutaten beim Essen zu setzen. Denn sie bereiten viel Genuss und Freude. Slow Food Deutschland unterstützt dies u.a. mit Rezepten, einer Hülsenfrüchte Einkaufskarte und der Wissensdatenbank Slowpedia. Das globale Slow-Food-Netzwerk ruft im Februar zur Online-Initiative „Planting The Future“ auf – mit Tipps, Rezepten, Podcasts und Dokumentationen.

Ob auf dem Feld, in der eigenen Küche oder in der Gastronomie: Hülsenfrüchte spielen eine wichtige Rolle, um zur Zukunft unserer Ernährung sowie der Gesundheit unserer Böden beizutragen. Sie unterstützen die Bodenfruchtbarkeit, haben einen geringen ökologischen Fußabdruck und das Potenzial, Verbraucher*innen für eine pflanzenbetonte Küche sowie Ernährung, die für Mensch und Planet gesund ist, zu begeistern. Die Vielfalt an Hülsenfrüchten und ihren Zubereitungsmethoden erleichtert nach Ansicht von Slow Food die Reduktion tierischer Erzeugnisse. Deswegen macht Slow Food sich für Bohnen, Erbsen, Linsen, Lupinen und Kichererbsen national wie international stark. Der Bewegung ist der Respekt vor Tier, Mensch sowie Umwelt und Klima gleichermaßen wichtig.

Mit dem jüngst erschienen Papier Plant the Future verstärkt das internationale Slow-Food-Netzwerk seinen Aufruf für eine Ernährungswende hin zu mehr Hülsenfrüchten und Pflanzlichem. Begleitet wird der Bericht von der Online-Initiative „Planting The Future“, die Slow Food International und das Slow Food Youth Network (SFYN) organisiert haben. Die Mitmachaktion läuft bis Ende Februar und informiert Teilnehmende über unsere Ernährungssysteme und -weisen. Sie ermutigt, mit Freude zu essen und zugleich unseren Planeten schützen. „Die Zukunft pflanzen" dient auch als Metapher dafür, nachhaltige Ideen auf lokaler, nationaler und globaler Ebene zu pflanzen und gemeinsam die Früchte zu ernten.

Hülsenfrüchte sind nicht nur eine nährstoffreiche, erschwingliche und leicht zugängliche Nahrungsquelle, sondern – laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) – auch eine Chance, Landwirt*innen in wasserarmen Gebieten ein besseres Leben zu ermöglichen. Hülsenfrüchte weisen eine hohe Trockentoleranz auf und sind widerstandsfähiger gegen den Klimawandel. Die Bodengesundheit verbessern sie, indem sie Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Mikronährstoffe liefern. Dazu Nina Wolff, Vorsitzende von Slow Food Deutschland: „Für Slow Food sind Hülsenfrüchte Verbündete bei der Ernährungswende. Möglichst ökologisch angebaut und in der Küche geschickt und vielfältig eingesetzt, sind sie eine Win-win-Situation für alle. Sie begleiten uns daher positiv bei der Umstellung unserer Ernährung. Bei Slow Food werden wir immer wieder darin bekräftigt: Je besser Menschen vielfältige pflanzliche Lebensmittel, ihre positiven Eigenschaften und passende Zubereitungsweisen kennen, desto lieber und häufiger kommen sie zum Einsatz."

Planting the future – Inspiration in den sozialen Medien

Planting The Future ist eine Online-Initiative. Sie wurde von Slow Food und dem Slow Food Youth Network mit Unterstützung von Meatless Monday und dem Center for a Livable Future der Johns Hopkins University ins Leben gerufen. Mehr als 3.000 Teilnehmende aus 119 Ländern haben sich bereits angemeldet. Den ganzen Februar über erhalten sie täglich Tipps, wie sie mehr agrarökologische, pflanzenreiche Zutaten in ihren Alltag einbauen können; dazu gibt es u.a. Rezepte, Podcasts, Dokumentationen.

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Eine Seniorenresidenz für Leopard Datis

Eine Seniorenresidenz für Leopard Datis
Foto: Wilhelma Stuttgart / Lisa-Marie Grimmer

Neuzugang im Raubtierrevier der Wilhelma

Im Januar 2024 bezog der Leoparden-Kater Datis seine neue Seniorenresidenz in der Wilhelma in Stuttgart. Zuvor lebte der vor 17 Jahren in den Niederlanden zur Welt gekommene Persische Leopard im Kölner Zoo.

Beim Persischen Leoparden handelt es sich um eine Unterart der gefleckten Großkatze, welche in Vorderasien beheimatet ist – in erster Linie im Iran, aber auch in Afghanistan und Turkmenistan. In anderen Teiles seines Verbreitungsgebietes, welches bis in die Türkei reicht, ist der Bestand des Persischen Leoparden aufgrund von Lebensraumverlust und Verfolgung so zersplittert, dass das regionale Aussterben vieler Teilpopulationen nur noch eine Frage der Zeit ist. Umso wichtiger ist ein Reservebestand in menschlicher Obhut, bei dem die Erhaltung der genetischen Variabilität im Vordergrund stehen muss. Dafür sorgen die Zuchtbuchführer der Ex-situ Programme des europäischen Zooverbands EAZA. Da der mittlerweile betagte Leoparden-Kater Datis in Köln bereits zweimal für Nachwuchs gesorgt hatte, ist sein Erbgut im internationalen Zuchtprogramm schon bestens repräsentiert. Um in Köln Platz für ein neues Zuchtpaar zu schaffen, wurde daher vom Zuchtbuchführer nach einer neuen Bleibe für Datis gesucht.

Seinen Altersruhesitz hat der Leoparden-Senior nun im Zoologisch-Botanischen Garten Stuttgart bezogen. Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin erläutert: „Bei internationalen Zuchtprogrammen für bedrohte Tierarten geht es nicht nur darum, dass Nachwuchs geboren wird. Gleichzeitig müssen Einzeltiere, die nicht mehr zur Nachzucht vorgesehen sind, tiergerecht untergebracht werden. Auch hierfür leistet die Wilhelma gerne ihren Beitrag.“

zum Bild oben:
Der Persische Leopard Datis ist neu in der Wilhelma.
Foto: Wilhelma Stuttgart / Lisa-Marie Grimmer





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Stark bedroht trotz starker Haftung

Stark bedroht trotz starker Haftung
Goldstaub-Taggecko in der Wilhelma (c) Foto: Wilhelma / Birger Meierjohann

Der Gecko wird Zootier des Jahres

Am 31. Januar 2024 hat auch das Team der Wilhelma in Stuttgart mit Spannung nach Köln geblickt: Im Aquarium des Kölner Zoos wurde nämlich das Zootier des Jahres vorgestellt: der Gecko.

Laut der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP), welche seit 2016 jedes Jahr das Zootier des Jahres wählt, werden Geckos in einigen ihrer Herkunftsländer besondere Heilkräfte nachgesagt: Viele Tiere enden daher zu Pulver zermahlen, als Tee aufgebrüht oder in Alkohol eingelegt – obwohl es sich um reinen Aberglauben handelt und es keine wissenschaftlichen Beweise für einen medizinischen Nutzen gäbe. Weitere Bedrohungen reichen von der Verschmutzung und dem Verlust des Lebensraumes, Schäden durch invasive Arten, dem Klimawandel bis hin zur übermäßigen Absammlung für den Heimtierhandel oder der Verwendung als Delikatesse. Zudem haben einige Geckoarten nur sehr kleine Lebensräume, weswegen negative Einflüsse einen großen Effekt auf die Überlebensfähigkeit der jeweiligen Populationen haben.

Im Rahmen des Kampagnen-Auftakts in Köln betonte die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) Sabine Riewenherm die besondere Bedeutung von Zoos beim Schutz von Geckos: „Wir brauchen wirksame Instrumente und eine gute Zusammenarbeit, um bedrohte Geckoarten zu erhalten. Eine Verknüpfung von In-situ- (im Lebensraum) und Ex-situ-Maßnahmen (in der Haltung) hat sich als besonders wirksam für einen effektiven Artenschutz herausgestellt. Dies entspricht auch dem so genannten One Plan Approach der IUCN. Projekte vor Ort, Behörden und zoologische Gärten müssen hierbei Hand-in-Hand arbeiten.“

Mit den Kampagnengeldern werden verstärkt Schutzmaßnahmen für verschiedene Geckoarten in Vietnam und Tansania umgesetzt und Umweltbildungsmaßnahmen gestartet. Spendengelder, die im Laufe dieses Jahres gesammelt werden, verstärken die Reichweite der Aktivitäten. In mehreren Regionen Vietnams werden etwa neue Erhaltungszuchtstationen errichtet oder bestehende Haltungen erweitert. Für die Projektarbeit werden benötigte Ausrüstungsgegenstände und Transportmittel finanziert. In Tansania wird mit den Kampagnengeldern ein neues Schutzgebiet ausgewiesen und aufgebaut, um den Lebensraum der Himmelblauen Zwergtaggeckos zu vergrößern und die bisher getrennten Geckopopulationen wieder zusammenzubringen.

Auch in Stuttgart freut man sich über die Aufmerksamkeit, die den Geckos zukommt. Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin, der gleichzeitig Mitglied im Vorstand der ZGAP ist, erklärt: „In der Wilhelma zeigen wir vier Gecko-Arten: Den Goldstaub-Taggecko von den Komoren, den Weißpunkt-Mauergecko aus dem Mittelmeerraum, die Bambusphelsume aus Madagaskar und den in großen Teilen Asiens vorkommenden Tokee. Die charmanten Reptilien verblüffen unsere Besucher*innen nicht nur dadurch, wie sie mit ihren Lamellen an den Füßen sogar senkrechte Wände emporklettern, sondern auch durch ihre gute Tarnung. Oft muss man mehr als einmal hinschauen, bis man die flinken Tiere entdeckt“.

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Verschiedenes 

Recht auf Reparatur

EU legt vor, jetzt muss die Bundesregierung liefern

Runder Tisch Reparatur, INKOTA-netzwerk, Naturschutzbund (NABU) und Deutsche Umwelthilfe (DUH) begrüßen EU-Einigung zu Reparatur

Brüssel/Berlin,2.4.24 - Die EU-Institutionen haben sich heute auf neue Regeln zur Förderung von Reparaturen geeinigt, damit diese günstiger und einfacher werden. Diese Entscheidung sei ein großer Erfolg für Klima- und Ressourcenschutz, loben der Runde Tisch Reparatur, das INKOTA-netzwerk, der Naturschutzbund (NABU) und die Deutsche Umwelthilfe (DUH). Auch für Verbraucher*innen und das lokale Handwerk seien das gute Nachrichten.

“Wir begrüßen es sehr, dass das EU-Parlament sich mit seiner Forderung durchsetzen konnte, dass Hersteller Ersatzteile zu vernünftigen Preisen zur Verfügung stellen müssen. Der oftmals hohe Preis im Verhältnis zum Neukauf ist das größte Reparaturhindernis. Die EU geht nun einen wichtigen und richtigen Schritt, um einen offenen Reparaturmarkt zu schaffen und Verbraucher*innen den Zugang zu erschwinglichen Reparaturen zu ermöglichen. Exorbitante Willkürpreise für Ersatzteile gehören hoffentlich bald der Vergangenheit an“, erklärt Katrin Meyer, Geschäftsführerin des Runden Tisch Reparatur. Erst kürzlich hatte der Bundesverband Verbraucherzentrale große Preisunterschiede bei vergleichbaren Ersatzteilen festgestellt [1].

Als positiv zu werten ist weiterhin das beschlossene Verbot von Software- und Hardware-Praktiken, die die Verwendung von kompatiblen und wiederverwendeten Ersatzteilen erschweren. „Das könnte ein echter Gamechanger für die Reparaturbranche sein. Hier kommt es auf die genaue Formulierung im Gesetzestext an, die hoffentlich keine Schlupflöcher zulässt”, kommentiert Anna Hanisch, NABU-Referentin für Kreislaufwirtschaft. Ein Wermutstropfen: Die neue Richtlinie soll zunächst nur für neun Produktkategorien wie Smartphones, Waschmaschinen oder Kühlschränke gelten. „Damit bleiben viele potenziell problematische Produkte wie Laptops, Spielzeuge oder kleinere Haushaltsgeräte unreguliert. Weitere Produktgruppen sollten dem Anwendungsbereich so schnell wie möglich hinzugefügt werden“, so Anna Hanisch.

„Mit der Entscheidung auf EU-Ebene hat die Bundesregierung keine Ausreden mehr und muss endlich ihrer globalen Verantwortung für Ressourcenschutz gerecht werden und ihr lange angekündigtes Reparaturgesetz vorlegen“, fordert Julius Neu vom INKOTA-netzwerk. „Damit muss sie Hersteller verpflichten, für mehr als die neun Produktkategorien Ersatzteile zu angemessenen Preisen sowie Reparaturinformationen bereitzustellen. Weiter muss sie eine Strategie gegen den Fachkräftemangel im Reparatursektor entwickeln und einen bundesweiten Reparaturbonus einführen, wie es ihn bereits in Österreich und Frankreich gibt“, so Julius Neu.

DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz weist auch auf die Verantwortung der Hersteller hin: „Die Reparaturfähigkeit spielt für eine lange Nutzungsdauer von Elektrogeräten eine ausgesprochen wichtige Rolle, findet jedoch bei vielen Produkten in der Praxis keine Berücksichtigung. Deshalb fordern wir die Ausweitung der Herstellerverantwortung im Elektrogesetz. Hersteller von Produkten mit einer eingeschränkten oder nicht vorhandenen Reparaturfähigkeit müssen deutlich mehr Entsorgungskosten zahlen. Nur so werden ausreichend starke finanzielle Anreize geschaffen, von Anfang an die Reparatur beim Öko-Design zu berücksichtigen.“

Mit den neuen Regeln werden Hersteller der neun Produktgruppen dazu verpflichtet, Reparaturen für ihre Produkte anzubieten. Die EU-Institutionen einigten sich außerdem auf eine Gewährleistungsverlängerung um ein Jahr nach einer Reparatur, die im Rahmen der Gewährleistung stattfindet. Es soll außerdem nationale Plattformen geben, über die Verbraucher*innen Informationen über Reparaturdienstleister und Repair Cafés erhalten.

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Veranstaltungen 

Eine echte Kaffeeplantage auf der Intergastra

Eine echte Kaffeeplantage auf der Intergastra
Foto: Wilhelma Stuttgart / Lisa-Marie Grimmer

Die Wilhelma bringt eine interaktive Kaffeeplantage auf die Messe Stuttgart

Im Rahmen der Intergastra, der Fachmesse für Hotellerie und Gastronomie, die vom 3. bis 7. Februar 2024 auf dem Gelände der Messe Stuttgart stattfinden wird, präsentieren die Wilhelma und das Coffee Consulate aus Mannheim – das größte unabhängige Forschungs- und Trainingszentrum für Kaffee – ein einzigartiges Projekt: eine Erlebnis-Kaffeeplantage.

Auf einer Fläche von 300 m² wird auf anschauliche Art und Weise die Vielfalt unterschiedlicher Kaffee-Varietäten gezeigt. Ein großer Stammbaum stellt die drei Hauptarten des Kaffee dar – Arabica, Canephora und Liberica – und beschreibt 24 Varietäten, die aus diesen Arten gezüchtet wurden. Das Besondere dabei: Zu jeder Varietät wird vor Ort ein echter Kaffeestrauch ausgestellt. Bei Führungen, die von Experten der Wilhelma und des Coffee Consulate angeleitet werden, gibt es Einblick in die verschiedenen Verarbeitungsstufen, vom unentspelzten Rohkaffee bis zur gerösteten Bohne. Als Highlight kann Kaffee von insgesamt 17 der ausgestellten Varietäten verkostet werden. Die Besuchenden der Intergastra erhalten so die Möglichkeit, sowohl die botanischen Unterschiede als auch die geschmackliche Vielfalt des Kaffees interaktiv zu erfahren. Ergänzt wird die Erlebnis-Kaffeeplantage durch ein Schaubeet mit typischen Pflanzen des afrikanischen Bergregenwalds. Schließlich nahm in diesem natürlichen Lebensraum der Kaffeepflanze die weltweite Erfolgsgeschichte des beliebten Heißgetränks ihren Anfang. Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin ist begeistert: „Auf unserer Erlebnis-Kaffeeplantage gibt es nicht nur viel zu sehen, sondern auch viel zu schmecken – eine ganzheitliche Erfahrung, die in Erinnerung bleibt.“

Deutschlands einziger zoologisch-botanischer Garten engagiert sich zusammen mit dem Coffee Consulate schon seit mehreren Jahren für den Erhalt seltener Kaffeevarietäten. Die Sortenvielfalt, die seit den ersten gezielten Züchtungen vor rund 500 Jahren entstanden ist, birgt einen genetischen Schatz. Natürliche Resistenzen gegen Pflanzenkrankheiten oder Anpassungen an Trockenheit oder Starkregen können gerade in Zeiten des Klimawandels auch wirtschaftlich von unschätzbarem Wert sein. 2019 wurde daher die Internationale Erhaltungssammlung für Kaffee-Varietäten ins Leben gerufen. Mit Unterstützung des Coffee Consulate wurde Kontakt zu Kaffeebauern in aller Welt aufgenommen, welche Saatgut ihrer regionaltypischen und teils seltenen Varietäten zur Verfügung stellten. Von jeder der mittlerweile 120 Varietäten zieht die Wilhelma ein Exemplar heran, welches zu einem üppigen Strauch heranwachsen darf und im Schaubereich präsentiert werden kann. Zwei weitere Exemplare werden regelmäßig gestutzt und bilden hinter den Kulissen die eigentliche Erhaltungssammlung. Dr. Björn Schäfer, Fachbereichsleiter der Botanik in der Wilhelma, erklärt: „Sollte eine Varietät im Freiland, z. B. aufgrund von Naturkatastrophen, verloren gehen, kann sie dank der Sammlung in der Wilhelma wieder in ihre Ursprungsregion zurückgebracht werden.“

zum Bild oben:
Auf der Intergastra lässt sich die Vielfalt der internationalen Kaffeevarietäten bewundern.
Foto: Wilhelma Stuttgart / Lisa-Marie Grimmer





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Australische Tiervielfalt im Zoologisch-Botanischen Garten Stuttgart

Australische Tiervielfalt im Zoologisch-Botanischen Garten Stuttgart
Foto: Wilhelma / Lisa-Marie Grimmer

Tasmanische Graue Riesenkängurus – große Sprünge in der Wilhelma

Am 23. Januar 2024 wurde die Wilhelma um eine weitere australische Tierart reicher. Zwei Graue Riesenkängurus leisten nun den Emus Gesellschaft. Das Besondere dabei: Genau diese beiden für den fünften Kontinent so typischen Arten zieren auch das australische Wappen. Bei dessen Gestaltung im Jahr 1912 wurden Emu und Känguru auserwählt, weil Sie sich ausschließlich vorwärts, aber nie rückwärts fortbewegen – ein Symbol des Fortschritts.

Auch in der Zukunftsplanung der Wilhelma geht es immer weiter vorwärts. Darum sind die großen Hüpfer nur vorübergehend im Gehege der Emus und Hühnergänse untergebracht, welches sich direkt neben der Vogelfreifluganlage befindet. Mittelfristig sollen die beiden Riesenkängurus gemeinsam mit den Wombats in die noch im Bau befindliche Anlage „Narawntapu“ übersiedeln, welche nach einem tasmanischen Nationalpark benannt ist und aktuell zwischen der Terra Australis und dem Amazonienhaus entsteht. Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin zeigt sich begeistert: „Vom kaninchengroßen Potoroo bis zum Grauen Riesenkänguru, das aufgerichtet so groß wie ein Mensch ist – in der Wilhelma gibt es für unsere Besucher*innen nicht nur eine der kleinsten, sondern nun auch eine der größten Känguruarten zu bestaunen.“

Graue Riesenkängurus leben im Südosten Australiens und in Tasmanien, wo sie in offenen Wäldern und Savannen, auf Acker- und Grasland zuhause sind; aber auch auf Golfplätzen und in Stadtparks tummeln sich manche Tiere gerne. Auf dem Speiseplan der großen Pflanzenfresser stehen vor allem Gräser, Kräuter, Blätter und Zweige. Das Graue Riesenkänguru kann gewaltige Sätze machen – bis zu 13 Meter weit und anderthalb Meter hoch. Der bis zu einem Meter lange Schwanz dient dabei der Balance. Kängurus sind sehr soziale Tiere und leben in lockeren Gruppen zusammen, lediglich die geschlechtsreifen Männchen kriegen sich manchmal in die Wolle. „Joeys“, wie man die Jungtiere bei Beuteltieren nennt, kommen nach etwa fünf bis sechs Wochen auf die Welt und sind gerade mal so groß wie ein Gummibärchen. Sie verbleiben noch etwa elf Monate in Mamas Beutel, bis sie groß genug sind, um eigenständig die Umgebung zu erkunden.

Die Wilhelma ist eine von wenigen zoologischen Einrichtungen in Europa, in welchen Tasmanische Graue Riesenkängurus zu sehen sind.

zum Bild oben:
Zwei Tasmanische Graue Riesenkängurus sind neu in der Wilhelma.
Foto: Wilhelma / Lisa-Marie Grimmer







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