Grüne Quellen
Mittwoch, 13. November 2019 Uhr

 
ProlixLetter
Mittagstisch
Prolix-Gastrotipps
Prolix-Studienführer
Ökoplus Freiburg
56plus
lesen-oder-vorlesen
wodsch

 

 
Kontakt
Werbung
Disclaimer
Datenschutzerklärung
Impressum
 
Prolix-Verlag
 
oekoplus-freiburg.de
Guten Morgen liebe Besucher unserer Webseite!
 
In Ergänzung unserer Webseite oekoplus-freiburg.de möchten wir hier nach Stichworten sortiert Adressen und Tipps für ein ökologisches Miteinander zusammentragen.
 
Wir laden jeden Besucher ein, weitere Tipps und Informationen mit unserem kostenlosen ProlixLetter zu abonnieren: Bestellung auf der Webseite www.prolixletter.de in der rechten Spalte oben.
 
Sollten Sie Fragen, Anregungen oder Verbesserungsvorschläge zu dieser Webseite haben, nehmen Sie bitte per eMail mit uns Kontakt auf. Wir sind offen und für jeden Hinweis dankbar!
Viel Spaß auf unseren Seiten wünscht Ihnen
 
 
Ihre Prolix Redaktion


Verschiedenes 

Karlsruhe: Totes Holz und neues Leben im Wald

Karlsruhe: Totes Holz und neues Leben im Wald
Totholz im Karlsruher Stadtwald / Foto: Forstamt/Stadt Karlsruhe

Forstamt fördert natürlichen Kreislauf und greift wo nötig ein

Totes Holz ist eine wichtige Lebensgrundlage für viele Tier- und Pflanzenarten und vor allem auch für Pilze. Als ein wichtiger Baustein im Ökosystem fördert es Artenvielfalt und Biodiversität. Aus diesem Grund hat sich die Stadt Karlsruhe schon 2009 dazu entschlossen, das Alt- und Totholzkonzept im Karlsruher Stadtwald umzusetzen. In Zusammenarbeit mit Vertretungen des amtlichen Naturschutzes und von Naturschutzverbänden legte das Forstamt 20 Flächen fest, die der natürlichen Entwicklung überlassen werden sollen. Zusätzlich wurden mittlerweile über 80 Baumgruppen gekennzeichnet und erfasst, die so lange stehen bleiben dürfen, bis sie von selbst zusammenbrechen. Dass dieses Konzept erfolgreich umgesetzt wird, zeigt die letzte Waldinventur: Sie hat ergeben, dass im Karlsruher Stadtwald 44 Festmeter Totholz pro Hektar vorhanden sind. Das liegt deutlich über dem landesweiten Durchschnitt von 33 Festmetern pro Hektar.

Verjüngung und Nachpflanzungen

Genauso wichtig für den natürlichen Kreislauf wie das tote Holz ist die neue Baumgeneration. In großen Teilen des Stadtwaldes wächst sie von selbst, das heißt, der Wald verjüngt sich auf natürliche Weise. An anderen Stellen müssen Mitarbeitende des Forstamts nachhelfen und neue Bäume pflanzen. Durch die Trockenheit 2018 und verschiedene Baumkrankheiten sind auch freie Flächen entstanden. Die Forstleute beobachten, wo sich der Wald natürlich wieder entwickelt und wo man ihm helfen muss. Ein Grund für das Eingreifen ist, dass nicht einheimische Pflanzen, sogenannte Neophyten überhand nehmen und verhindern, dass die Samen der Bäume keimen und anwachsen können. Gepflanzt werden Baumarten, die mit Trockenheit und Hitze gut zurechtkommen wie Eichen und Esskastanien.

Von Krankheiten zerstörte Bäume werden entfernt

Leider machen dem Wald und den Bäumen auch Krankheiten zu schaffen, die eingeschleppt wurden und gegen die die heimischen Bäume kaum Abwehrstoffe haben. Hierzu gehört das Eschentriebsterben. Ein aus Ostasien stammender Pilz ist dafür verantwortlich, dass in ganz Mitteleuropa Eschen großflächig absterben. Vornehmlich betroffen sind junge Eschenbestände. Das ist für den Wald und die Forstleute besonders schwierig, weil dann die junge Waldgeneration fehlt und noch keine natürliche Verjüngung vorhanden ist. Einige dieser Flächen werden in diesem Winter frei gemacht. Dafür werden die abgestorbenen Eschen mit einer Forstmaschine, einem sogenannten Harvester, aus dem Wald entnommen. Die große Maschine ist notwendig, weil die Bäume extrem brüchig und umsturzgefährdet sind, so dass es zu gefährlich wäre, sie mit der Motorsäge zu fällen. Die freien Flächen werden mit verschiedenen Laubbaumarten bepflanzt. Sie sollen sich zu einem artenreichen Laubmischwald entwickeln, der aufgrund seiner Vielfalt robust gegenüber Klimaveränderungen ist. Die Pflanzungen finden im kommenden Frühjahr statt. Sie werden mit Fördermitteln des Landes unterstützt.

zum Bild oben:
Die jüngste Waldinventur hat ergeben, dass im Karlsruher Stadtwald 44 Festmeter Totholz pro Hektar vorhanden sind / Foto: Forstamt/Stadt Karlsruhe








Verschiedenes 

NABU: Auch im Wald verschwinden die Insekten

Kowalski: Keine Pestizide mehr im Wald einsetzen, Flächen aus der Nutzung nehmen, Biodiversitätsforschung fördern

Berlin – Seit der weltweit beachteten „Krefelder Insektenstudie“ ist bekannt, dass der Bestand an Fluginsekten selbst in Naturschutzgebieten in den letzten 30 Jahren um 70 Prozent zurückgegangen ist. Eine jetzt im Fachmagazin „Nature“ erschienene Studie eines internationalen Forscherteams zeigt, dass auch im Wald die Insektenmasse allein in den Jahren 2008 bis 2017 um 41 Prozent und die Vielfalt der Arten um 36 Prozent zurückgegangen ist. Die Forscher stellten fest, dass vorwiegend Insektengruppen schwanden, die weite Strecken zurücklegen. Sie vermuten eine Wechselwirkung zwischen der umgebenden Landwirtschaft und dem Lebensraum Wald.

Der NABU nimmt die Forschungsergebnisse sehr ernst und fordert Insekten-Schutzprogramme auch für den Wald. „Dabei darf es nicht nur um Einzelinitiativen handeln – wir brauchen eine völlig andere Naturschutz- und Waldnutzungspolitik“, fordert Heinz Kowalski, waldpolitischer Sprecher des NABU. Vor allem der Staatswald, aber auch der Gemeinde- und Kirchenwald müssten sofort beginnen, keinerlei Pflanzenschutzmittel mehr einzusetzen. Kowalski: „Außerdem müssen wir insgesamt zehn Prozent der Wälder aus der wirtschaftlichen Nutzung nehmen und möglichst viele natürliche Strukturen auch im Wirtschaftswald erhalten und fördern. So gewährleisten wir eine hohe Vielfalt an potenziellen Lebensräumen für Insekten.“

Die Situation des Waldes in Deutschland schätzt der NABU als sehr kritisch ein. Von der Temperaturerhöhung und den immer noch bestehenden Nadelholz-Monokulturen haben in den vergangen Jahren einige spezialisierte Insektenarten wie der Fichtenborkenkäfer oder die Nonne profitiert. Um diese naturfernen Forste gegen diese Massenvermehrung zu schützen, werden sie meist mit Kontakt- und Nervengiften behandelt. Keines der eingesetzten Pestizide wirkt dabei ausschließlich selektiv. Es werden immer auch Insekten geschädigt, die nicht Ziel eines Gifteinsatzes sind. Kurz- und langfristig werden die komplexen Waldökosysteme so durcheinander gebracht.

„Wenn wir jetzt nicht sofort handeln, haben wir bald im Wald die gleiche schlechte Situation wie in den landwirtschaftlichen Flächen“, so Kowalski „Wir brauchen die Insekten als Bestäuber und als Teil eines vielfältigen Netzwerks um langfristig stabile Ökosysteme gerade im Rahmen des Klimawandels zu fördern.“

Um mehr Erkenntnis zum ökologischen Zustand der Wälder und der Entwicklung der Insektenvielfalt im Wald zu bekommen, fordert der NABU bereits seit vielen Jahren, dass neben den Vögeln auch Insekten und Pilze in das bundesweite Biodiversitätsmonitoring aufgenommen werden, zum Beispiel bei der alle zehn Jahre stattfindenden Bundeswaldinventur.

Mehr




Verschiedenes 

Fessenheim Stilllegung und sechs neue französische AKW?

Fessenheim Stilllegung und sechs neue französische AKW?
Quelle: BUND Südl. Oberrhein

Die beiden Uralt-Reaktoren in Fessenheim werden jetzt wohl ziemlich sicher im Jahr 2020 abgestellt. Nach der Abschaltung und der Entleerung der gefährlichen Abklingbecken kommen für die Umweltbewegung "die Mühen der Ebene". Es ist ärgerlich, dass die EDF sogar noch richtig viel Entschädigung für das Uralt-AKW möchte und bekommt. Im Hintergrund sind Summen im Gespräch, die weit über die bisher genannten 400 Millionen Euro hinaus gehen.

Doch die französische Tageszeitung "Le Monde" berichtete im Oktober 2019 von einem Brief, den Umweltministerin Elisabeth Borne und Wirtschaftsminister Bruno Le Maire an EDF-Chef Jean-Bernard Lévy geschrieben haben sollen. Darin ist der Zeitung zufolge die Rede vom Neubau von insgesamt sechs EPR, die paarweise an drei Standorten im Land errichtet werden sollen. Die Neubauten sollen über einen Zeitraum von 15 Jahren erfolgen. Diese Debatte ist angesichts des Fiaskos des im Bau befindlichen EPR in Flamanville erstaunlich. Der Reaktor in Flamanville sollte knapp über drei Milliarden Euro kosten und viereinhalb Jahre dauern. Nun ist er vier Mal teurer und braucht 15 Jahre Bauzeit.

Fessenheim wird als Standort für die sechs neuen EPR zwar nicht genannt, wäre aus EDF-Sicht aber zumindest von der Lage her ideal. Fessenheim liegt weit im französischen Osten und an einem gesicherten Kühlstandort mit viel Rhein-Wasser.

- Generell gegen neue AKW sprechen nicht nur die Gefahren der Atomkraft und alle ökologischen Gesichtspunkte. Gegen Atomkraft spricht schon lange auch die Ökonomie. Strom aus Wind und Sonne sind (auch ohne Atomunfälle und Atommülllagerung) einfach kostengünstiger als Atomstrom. Nur in Ländern, in denen der Markt nicht funktioniert, oder dort, wo mit der zivilen Nutzung auch militärische Interessen verbunden sind, werden immer noch AKW gebaut.

- Was aber massiv gegen den Standort Fessenheim spricht ist die wachsame, grenzüberschreitende Umweltbewegung am Oberrhein, der bisheriger Widerstand und der zurecht erwartete zukünftige Widerstand. Wer neue AKW durchsetzen will und nicht Marine Le Pen heißt, wird es in Fessenheim nicht versuchen, denn dort würde ein AKW-Neubau heftigsten Protest und einen politischen Tsunami auslösen.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer

Mehr




Veranstaltungen 

Karlsruhe: Waldpädagogik bietet Wanderungen unter Bäumen

Karlsruhe: Waldpädagogik bietet Wanderungen unter Bäumen
Spaziergänge unter Bäumen bietet die Waldpädagogik © Stadt Karlsruhe

Jetzt anmelden für mehrere Spaziergänge im November

Im November finden mehrere von der Waldpädagogik Karlsruhe organisierte Spaziergänge im Wald statt. Los geht es am Samstag, 9. November, von 14 bis 17 Uhr mit einer stillen Wanderung auf dem Schöpfungspfad "Waldzeit" in Hohenwettersbach. Dies ist eine Veranstaltung im Rahmen der "Woche der Stille". Am darauffolgenden Sonntag, 10. November, können Erwachsene und Familien von 17.30 bis 19.30 Uhr an einer musikalisch untermalten Laternenwanderung im stadtnahen Hardtwald teilnehmen. Schließlich ist es am Samstag, 16. November, von 9 bis 13 Uhr möglich, Forstwirte im Bergwald bei der Holzernte durch den Wald zu begleiten.

Die Veranstaltungen sind kostenlos, es wird jedoch um eine Spende für die Musikerinnen am 10. November gebeten. Da die Teilnehmendenzahl begrenzt ist, bitten die Organisatoren um Anmeldung bis zum 5. November. Dies ist entweder telefonisch unter 0721-1337354 oder per E-Mail an waldpaedagogik@fa.karlsruhe.de möglich.

Mehr




Verschiedenes 

NABU: Änderung des Naturschutzgesetzes ist Angriff auf den Artenschutz

Miller: CDU, FDP und AfD treten Sorgen der Weidetierhalter mit Füßen

Berlin – Am Donnerstagabend hat der Bundestag in der ersten Lesung über einen Kabinettsvorschlag zur Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes zum Wolf beraten. Dies kommentiert NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller:

„Es ist erschreckend, wie die Debatte seitens der Wolfsgegner für Panikmache und sogar Wahlkampf genutzt wird. CDU, FDP und AfD schieben die Schutzbedürftigkeit der Weidetierhaltung vor, um schnelle und EU-rechtswidrige Abschusslösungen für den Wolf zu fordern. Sie verraten damit nicht nur die Idee des Artenschutzes, sondern treten die Sorgen und Nöte der Schäfer und Weidetierhalter mit Füßen. Es ist doppelzüngig, die Bedeutung der Schaf- und Rinderbeweidung für den Schutz biologischer Vielfalt und das Insektensterben zu betonen, den Weidetierhaltern als Ökosystemdienstleistern aber eine nachhaltige Förderung durch die Weidetierprämie sowie Hilfen des Bundes, z.B. durch ein Herdenschutz-Kompetenzzentrum, zu versagen.“

Miller weiter: „Bereits heute erlaubt das Naturschutzrecht die rechtssichere Entnahme von auffälligen Wölfen. Die geplante Änderung beschränkt sich zudem nicht auf den Wolf, sondern ist ein Angriff auf den Artenschutz im Ganzen. Auch andere streng geschützte Arten wären von den Änderungen betroffen und geraten damit in Gefahr.

A&O für das Zusammenleben von Wölfen und Weidetieren ist der Herdenschutz. Dort, wo Herdenschutzzäune aufgestellt und Herden von Schutzhunden begleitet werden, reduzieren sich die Übergriffe von Wölfen auf Weidetiere signifikant. Dafür fehlt es bislang jedoch an dringend notwendigen einheitlichen Standards. Der Änderungsentwurf sieht dazu aber gar keine Regelungen vor.“

Mehr




Buch- und CD-Tipps 

Buchtipp: Johann Brandstetter "Über Leben"

Buchtipp: Johann Brandstetter "Über Leben"

Momente des Innehaltens und Staunens

Die Zeit drängt: Arten sterben aus, Vielfalt schwindet, Ökosysteme brechen zusammen. Die Entfremdung der Menschen von der Natur hat die Welt in eine Krise geführt, davon ist der preisgekrönte Illustrator Johann Brandstetter überzeugt. In seinem Bildband »Über Leben. Die Wiederentdeckung der Natur« präsentiert er einen Blick auf die Natur, der uns verlorengegangen ist.

Wer kennt das nicht: Reflexartig wird das Handy gezückt, wenn man beim Spaziergang ein hübsches Naturmotiv entdeckt. Minuten später landet das Foto auf der Instagram-Seite. Die Natur in erster Linie durch die Smartphone-Linse oder den Bildschirm zu betrachten, ist für viele längst Normalität. Doch ist so eine echte, direkte Naturerfahrung noch möglich?

Nicht, wenn es nach Johann Brandstetter geht. Auch, dass wir Pflanzen oder Tiere nicht mehr als lebende Organismen mit ihren Eigenheiten und ihrem ganz eigenen Netz an Beziehungen wahrnehmen können – oder dass Regenwälder respektlos und aus purem Eigennutz gerodet werden – sind für den Künstler ganz klare Zeichen für eine Entfremdung von der Natur und eine zunehmende Geringschätzung unserer Um- und Mitwelt.

Um die Natur in ihrer ganzen Fülle wiederzuentdecken, bedarf es Momente des Innehaltens, des achtsamen Staunens und präzisen Schauens. Dazu verführen Johann Brandstetters Bilder. Der Künstler investiert viel Zeit, Geduld und Hingabe in seine Beobachtungen, um die Diversität des Lebens in all ihren Facetten festzuhalten – und erzeugt dabei einen Zugang zur Natur, der zugleich hochästhetisch und wissenschaftlich ist. Mit über 70 Kunstwerken möchte er in »Über Leben« dazu anregen, die Natur wieder schätzen zu lernen. Denn nur was wir lieben, schützen wir auch.

oekom Verlag 2019, 112 Seiten, € 39,00 (D), 40,10 (A)
ISBN 978-3-96238-133-2





Verschiedenes 

NABU: Bundestag muss Artenschutz stärken - "Hände weg vom Wolf!"

Tschimpke: "Lex Wolf" unnötig - Mehr als 27.000 Protestmails gegen Aufweichung des Bundesnaturschutzgesetzes

Berlin – Der NABU hat die Mitglieder des Deutschen Bundestages aufgefordert, sich gegen die vom Bundeskabinett geplante Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes zum Wolf auszusprechen. Danach soll der Abschuss von Wölfen, die wiederholt geschützte Nutztiere gerissen haben, künftig einfacher werden. Am Donnerstag sollen die Abgeordneten über die so genannte „Lex Wolf“ beraten.

„27.000 Bürgerinnen und Bürger aus ganz Deutschland haben sich schon an ihre Vertreterinnen und Vertreter im Bundestag gewandt, hier nicht zuzustimmen. Die 'Lex Wolf' regelt nichts, was nicht heute bereits geregelt ist. Sie gaukelt den Weidetierhaltern eine Scheinlösung vor, statt den Herdenschutz flächendeckend zu stärken. Daher sagen wir ‚Hände weg vom Wolf‘‘“, sagt NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Der NABU sieht in der Öffnung des Bundesnaturschutzgesetzes zudem die Gefahr einer Aufweichung des Schutzes für andere streng geschützte Arten wie zum Beispiel Biber, Kormoran und Kegelrobbe.

Bereits heute erlaubt das Naturschutzrecht die rechtssichere Entnahme von Wölfen. Die Hauptvoraussetzung für das Zusammenleben von Wölfen und Weidetieren sind Maßnahmen zum flächendeckenden Herdenschutz. „Wo Herdenschutzzäune errichtet und Herden von Schutzhunden begleitet werden, reduzieren sich die Übergriffe von Wölfen auf Weidetiere deutlich. Dafür fehlt es bislang jedoch an dringend notwendigen einheitlichen Standards. Dazu sieht der Änderungsentwurf aber gar keine Regelungen vor. Die zentralen Konflikte werden also nicht gelöst“, so Tschimpke weiter.

Der NABU fordert daher statt Pseudolösungen die finanzielle Unterstützung der Weidetierhalter mit weniger bürokratischem Aufwand, auch abseits vom Thema Wolf. Denn ohne Weidetiere lassen sich viele aus Naturschutzsicht wertvolle Landschaftsarten wie die Heide oder die wichtigen Deiche in Deutschland nicht erhalten. Darüber hinaus fordert der NABU die Einrichtung eines nationalen Herdenschutzkompetenzzentrums, wo z.B. Leistungen wie Beratung und Forschung stattfinden. Die EU hat inzwischen mit der 100-Prozent-Förderung den Weg frei gemacht, um solche Maßnahmen zu etablieren. Bund und Länder haben daher nun entsprechend Spielraum.

Mehr




Veranstaltungen 

Vogelschutz braucht neuen Aufwind

Jubiläumsveranstaltung zum 40-jährigen Bestehen der Europäischen Vogelschutzrichtlinie

Berlin, 24. Oktober 2019: Vor 40 Jahren wurde die europäische Vogelschutzrichtlinie als erstes gemeinsames Naturschutzregelwerk der Europäischen Gemeinschaft erlassen. Seitdem wurde viel für den Vogelschutz getan. Wissenschaft, Verwaltung und Politik bilanzieren am morgigen Samstag in Berlin die Erfolge und den Handlungsbedarf im Vogelschutz. Dabei soll analysiert werden, welche naturschutzpolitischen Schritte zukünftig notwendig sind, um dem Vogelschutz zu einer wirksamen Umsetzung in Deutschland zu verhelfen. Die Veranstaltung wird gemeinsam vom Deutschen Rat für Vogelschutz (DRV), dem Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA), dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Länderarbeitsgemeinschaft staatlicher Vogelschutzwarten (LAG-VSW) ausgerichtet.

Der DRV-Vizepräsident und NABU-Vogelschutz-Experte Lars Lachmann hält fest: „Mit der Vogelschutzrichtlinie wird ein umfassender Schutz aller heimischen Vogelarten angestrebt. Bei einigen Arten, für die intensive Hilfsmaßnahmen ergriffen wurden, zeigen sich gute Erfolge. Dazu gehören beispielsweise Uhu und Schwarzstorch, die sich in den letzten Jahrzehnten erholt haben und mittlerweile in weiten Teilen Deutschlands wieder regelmäßig anzutreffen sind. Diese Erfolgsstories zeigen, dass die Vogelschutzrichtlinie ein wirksames Instrument sein kann.“ DRV-Präsident Dr. Andreas von Lindeiner verweist gleichzeitig auf das größte Defizit: „Bisher konnte die Vogelschutzrichtlinie jedoch den dramatischen Bestandsrückgang von weitverbreiteten Vogelarten der Agrarlandschaft nicht aufhalten. Hier muss die zukünftige Agrarpolitik in Einklang mit der Vogelschutzrichtlinie gebracht werden.“

Der Vorsitzende des DDA, Bernd Hälterlein, gibt zu bedenken, dass es in vielen Bereichen noch Nachholbedarf gibt: „Ein Meilenstein war die Ausweisung und Sicherung der Vogelschutzgebiete – sie stellen unverzichtbare Knoten im europäischen Schutzgebietsnetz „Natura 2000“ dar. Ein effektives Management der Gebiete und die Umsetzung von Schutzmaßnahmen samt der dafür notwendigen Finanzmittel fehlen aber weitestgehend noch, weshalb auch innerhalb der Schutzgebiete die Bestände vieler wertgebender Arten weiterhin abnehmen.“

Dr. Andreas Krüß, Abteilungsleiter für Ökologie und Schutz von Fauna und Flora im BfN, ergänzt: „Durch das bundesweite Vogelmonitoring, das gemeinsam von Bund, Ländern und Verbänden getragen wird, sind wir heute in der Lage, eine wissenschaftlich belastbare Einschätzung zum aktuellen Zustand der Vogelwelt und zu den Langzeit-Trends abzuliefern. Die Ergebnisse sind beunruhigend und machen die Handlungsdefizite deutlich. Hier sind politische Entscheidungen notwendig um die Voraussetzungen für positive Entwicklungen bei den Vogelarten zu schaffen.

Der Geschäftsführer der LAG-VSW, Sebastian Olschewski, nimmt die internationalen Herausforderungen des Vogelschutzes in den Blick: „Singvogelarten, die südlich der Sahara überwintern, geht es deutlich schlechter als den in Deutschland verbleibenden Standvögeln oder im Winter nach Südeuropa ziehenden Arten. Neben den Bemühungen für den konsequenten Schutz der Lebensräume in Deutschland, die zur Brut und während des Zuges genutzt werden, müssen wir deshalb auch international für die Erhaltung der Lebensräume und für die Sicherheit entlang der Zugwege Verantwortung übernehmen.“

Hintergrund:
Bei der Jubiläumsveranstaltung werden in einem Fachsymposium aktuelle Entwicklungen der Vogelwelt in Deutschland vorgestellt, die Hintergründe diskutiert und herausgearbeitet, welcher Handlungsbedarf im Vogelschutz aktuell besteht. Bei einer anschließenden Podiumsdiskussion werden Vertreter*innen aus Ministerien, Parlamenten und Lobbyverbänden darüber diskutieren, wie der Vogelschutz in Deutschland zukünftig vorangebracht werden kann.

Die Veranstaltung findet in am 26.Oktober 2019 von 13.30 h – 21 h im VKU Forum, Invalidenstraße 91, 10115 Berlin statt.







Seite 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25