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Verschiedenes 

NABU: Top Ten Kandidaten zum Vogel des Jahres 2021 stehen fest

NABU: Top Ten Kandidaten zum Vogel des Jahres 2021 stehen fest
Stadttauben (c) NABU/Helge May

Stadttaube, Rotkehlchen, Goldregenpfeifer und sieben weitere Arten kämpfen ab 18. Januar um den Titel

Berlin, 16.12.2020 – Die Vorwahlphase der vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) und dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) organisierten ersten öffentlichen Wahl zum „Vogel des Jahres“ ist beendet. Fast 130.000 Personen wählten in den vergangenen Wochen bis zum 15. Dezember aus 307 heimischen Brutvogelarten und den wichtigsten Gastvogelarten ihre Favoriten aus. Die Stadttaube hat es auf den ersten Platz in der Vorwahl geschafft, danach folgen Rotkehlchen, Amsel, Feldlerche, Goldregenpfeifer, Blaumeise, Eisvogel, Haussperling, Kiebitz und Rauchschwalbe. Der Rotmilan auf Rang 11 verpasste den Einzug in die Endrunde nur sehr knapp um genau 100 Stimmen. Die Top Ten werden nun ab dem 18. Januar 2021 um den Titel kämpfen. Alle Menschen in Deutschland sind bis zum 19. März 2021 aufgerufen, unter www.vogeldesjahres.de ihren „Vogel des Jahres 2021“ zu wählen.

NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller kommentiert: „Wir freuen uns sehr über das große Interesse an der ersten öffentlichen Wahl zum Vogel des Jahres. Mehr als 2500 Wahlkampfteams haben sich deutschlandweit zusammen geschlossen, um für ihren jeweiligen Kandidaten die Werbetrommel zu rühren. Es war ein packendes Rennen mit einer würdigen Endauswahl von zehn sehr unterschiedlichen Vogelarten. Wir sind sehr gespannt, wer von ihnen kurz vor Frühlingsanfang auf das Siegerpodest fliegt.“

Mit Stadttaube, Rotkehlchen, Amsel, Blaumeise und Haussperling haben sich fünf allbekannte und häufige Vogelarten für die Stichwahl qualifiziert. Unter den nominierten Top Ten befinden sich insgesamt fünf ungefährdete Vogelarten, vier gefährdete Arten und eine Art, die in der Vorwarnkategorie der Roten Liste gefährdeter Arten steht. Besorgniserregend ist vor allem die Situation von Kiebitz und Feldlerche, die wie viele andere Vogelarten der Agrarlandschaft unter der Intensivierung der Landwirtschaft mit Monokulturen, hohem Pestizideinsatz und kaum Restflächen für die Natur leiden. In Deutschland ist bei den Feldvögeln seit 1980 eine Bestandsabnahme von 34 Prozent zu verzeichnen. Die Rauchschwalbe auf Platz zehn repräsentiert die Gruppe der Zugvögel, welche südlich der Sahara in Afrika überwintern. Viele Arten mit dieser Überwinterungsstrategie gehen derzeit besonders stark zurück.

Die bisherigen Titelträger aus 50 Jahren „Vogel des Jahres“ finden sich in allen Teilen der Ergebnistabelle. Sieben der nun gewählten Finalisten trugen den Titel schon einmal. Nur Stadttaube, Amsel und Blaumeise sind Neulinge. Abgeschlagen auf Rang 292 landete dagegen mit nur acht Nominierungen der Teichrohrsänger, Vogel des Jahres 1989.

Der „Vogel des Jahres“ wurde in Deutschland erstmals im Jahr 1971 und bislang immer von Vertretern der Verbände NABU und LBV gekürt. Zum 50. Jubiläum der Aktion dürfen nun alle Menschen in Deutschland die Wahl selbst in die Hand nehmen.

Zur Top Ten-Liste des "Vogel des Jahres 2021" ...

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Verschiedenes 

NABU: Wegweisende Gesetzesänderung für Flüsse beendet Diskussion um Zuständigkei

Kabinett entscheidet über Renaturierungsgrundlage - Miller: Guter Zustand der Flüsse nur so erreichbar

16.12.2020. Das Bundeskabinett entscheidet heute über eine Gesetzesänderung, die Renaturierungsmaßnahmen an großen Flüssen durch die Wasserstraßenverwaltung (WSV) des Bundes ermöglichen soll. Der NABU begrüßt den Änderungsvorschlag, mit dem ein Schlussstrich unter die jahrelange Diskussion zwischen Bund und Ländern gezogen werden soll. Die offene Zuständigkeitsfrage, wer was an Bundeswasserstraßen machen darf und soll, kritisiert der NABU schon seit Jahren.

Bisher konnten die Wasserstraßenämter nur für die Verbesserung der Schifffahrt Baumaßnahmen umsetzen. Mit der Gesetzesanpassung soll die WSV künftig auch umfangreiche Maßnahmen zur Verbesserung des ökologischen Zustands in Angriff nehmen können. Dazu gehören z. B. die großflächige Umgestaltung von Uferbereichen, die Entwicklung von Flussinseln und –bänken, der ökologischer Umbau von Buhnen und Leitwerken oder die Anbindung größerer Auengewässer und Nebenarme.

Die Anpassung ist auch für die Umsetzung des Bundesprogramms Blaues Band (BBD) essentiell. Mit dem Programm soll ein Biotopverbund entlang der großen Flüsse des Bundeswasserstraßennetzes entwickelt werden. Das Programm ist eine gemeinsame Initiative des Bundesumweltministeriums (BMU) und des Bundesverkehrsministeriums (BMVI) und wurde 2017 vom Bundeskabinett verabschiedet. Die Arbeitsteilung sieht vor, dass die WSV im Zuständigkeitsbereich des Verkehrsministeriums Maßnahmen an Fluss und Ufer umsetzt. Das BMU hingegen unterstützt über das Auenförderprogramm Projekte Dritter, z.B. von Kommunen oder Umweltverbänden in der Aue.

„Die Gesetzesänderung zum wasserwirtschaftlichen Ausbau ist unabdingbar, damit das Blaue Band Hand in Hand von Verkehrs- und Umweltseite umgesetzt werden kann. Nur so kommen wir auch dem europarechtlich geforderten guten Zustand für unsere Flüsse näher“, kommentiert NABU-Bundesgeschäftsführer, Leif Miller.

Flüsse im ganzen Bundesgebiet wie Elbe, Donau, Rhein, Oder, Aller, Neckar und Mosel würden von der neuen Regelung profitieren. Der NABU fordert in seiner Stellungnahme zum Gesetzentwurf, dass regelmäßig öffentlich über die ökologischen Aktivitäten berichtet wird. Noch bestehen Vorbehalte auf Seiten der Umweltverbände, ob eine historisch auf verkehrlichen Flussausbau geprägte Behörde ökologisch hochwertige Maßnahmen entwickeln und umsetzen kann. Die BBD-Modellprojekte der WSV an Rhein und Weser und die Zusammenarbeit an der Havel und der Aller zeigen aber bereits, dass die WSV motiviert ist, verkehrliche Zielsetzungen und ökologische Gewässerentwicklung unter einen Hut zu bringen.

Nun müssen Bundeskabinett, Bundesrat und Bundestag grünes Licht für die Gesetzesänderung geben. Dann können schon nächstes Jahr erste große Maßnahmen an den Flüssen verwirklicht und die Stellen besetzt werden, die der Bundestag mit dem Haushalt 2021 für diese Aufgabe bewilligt hat.

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Verschiedenes 

Freiburg: Der letzte Uhu vom Mundenhof ist tot

Er war ein Tier mit Ausstrahlung und Bedeutung. Er war schon so lange da, dass keiner der Mundenhof-Mitarbeitenden und Freunde weiß, wie lange genau. Jetzt ist er weg: Vergangene Woche musste der letzte Uhu des Mundenhofes eingeschläfert werden.

Freiburg, 16.12.2020. Wie die Leitung des Freiburger Tier-Natur-Erlebnisparks mitteilt, wurde der Uhu 40 bis 50 Jahre alt. Schon seit langem bestand sein Leben aus mehr Abs als Aufs, mehrfach war er in der Tierklinik, konnte sich aber wieder berappeln. Zuletzt hatten ihm die Tierpfleger Anfang Dezember noch einen großen Unterstand gebaut, da er sich nur noch am Boden aufhielt. Er hat zwar bis zuletzt selber gefressen, musste jedoch das Futter vorgelegt bekommen und flog schon eine Weile nicht mehr. Im Sinne des Tierschutzes entschied der Tierarzt schließlich, den Uhu einzuschläfern. In freier Wildbahn wäre der letzte Uhu nie so alt geworden, wie er es auf dem Mundenhof werden konnte. Sobald ein Vogel entkräftet auf dem Boden bleibt, wird er zur leichten Beute für ein Raubtier.

Die Uhu-Haltung auf dem Mundenhof hat eine lange Geschichte. Heute ist nicht mehr nachzuvollziehen, wann die ersten Uhus kamen. Spätestens Mitte der 1970er Jahre waren sie da, und zwar anfangs fünf Tiere, die nach und nach an Altersleiden starben.

Nach dem Tod der Bären und dem Umbau der Bärenanlage für die Buntmarder ist das Uhu-Gehege in Haltungsfragen die letzte „Altlast“ auf dem Mundenhof. Es entspricht nicht mehr den Anforderungen an eine moderne Tierhaltung, für die Freiburgs Tiergehege sonst steht. Seit Jahren wächst der Mundenhof stetig – und legt großen Wert darauf, dass seine Anlagen, Gehege und Ställe weitläufig und artgerecht sind. Es geht nicht nur darum, die Tiere einem breiten Publikum zu präsentieren, sondern ihnen ein Verhalten gemäß ihrer Biologie zu ermöglichen und auch Rückzugsorte anzubieten, die vom Publikum nicht einsehbar sind.

Wie geht es nun mit dem Uhu-Gehege weiter? Damit die Uhu-Nachfolge für die Besucher attraktiv ist, zum Mundenhof passt und ihre Haltung artgerecht und ansprechend wird, werden gemeinsam mit den Tierpflegerinnen verschiedene Möglichkeiten gesammelt und abgewogen. Ob Vögel oder Vierbeiner, exotisch oder heimisch: Noch ist alles offen. Fest steht nur, dass das Uhu-Gehege komplett neu und artgerecht umgestaltet wird.

Auch einen Zeitplan für den Neubezug gibt es noch nicht. Zunächst gilt es, bis Ostern das Erdmännchengehege fertig zu stellen. Die Ideensammlung und der Realitätscheck laufen parallel. Welche Tiere gewinnen die Herzen der großen und kleinen Besucher und sind mit den verfügbaren Ressourcen dauerhaft gut zu halten? Mit Giraffe oder Pinguin ist am bisherigen Uhu-Standort daher nicht zu rechnen.

Übrigens – unter Corona hat sich auch der Alltag der Tiere auf dem Mundenhof deutlich geändert. Viele Tiere nutzen ihre Gehege deutlich mehr und steuern auch einst weniger beliebte Stellen zum Verweilen an. Manche halten sich häufiger am Zaun auf, andere scheinen die Ruhe zu genießen. Es gibt aber auch Tiere, die im Lockdown besonders aufmerksam die seltenen Zweibeiner vor den Gehegen beobachten und sich über jede vorbeifahrende Radlerin freuen. Zu letzteren zählen die Gibbons und die Buntmarder. Auch der aktuelle Umbau des Erdmännchengeheges bietet speziell den Gibbons schon großes Kino vor der Haustür: Diverse Maschinen sind im Einsatz, morgens wird unter Scheinwerfern gearbeitet, das stößt bei den Baustellengutachtern im Affenkäfig auf großes Interesse.

Wie der Uhu die Dinge sah, kann man dagegen nicht wissen. Er war eher ein zurückgezogener, ruhiger Geselle und hatte schon länger ein Augenleiden, wie es viele Eulen im Alter entwickeln. Seit der Erblindung erhob er sich nicht mehr in die Lüfte. Nun ist er tot.

PS. Erfreuliche Nachrichten gibt es indes vom Erdmännchen namens Stuttgart. Es hat wie geplant am vergangenen Donnerstag den Mundenhof verlassen, ist im neuen Tierpark gut angekommen und – so berichten zuverlässige Quellen – dort mit den drei neuen Damen seines Geheges gleich in einer Box verschwunden.





Verschiedenes 

Wolf / Herdenschutz

Weidetierhaltung und Wölfe: Verbände begrüßen Einrichtung eines nationalen Herdenschutzzentrums

Verbände stellen Konzeptpapier für Herdenschutzzentrum vor / Ausgestaltung muss betroffene Gruppen einbeziehen und Raum zum Austausch geben

Berlin,15.12.2020 – Ein bundesweites Bündnis mit elf Verbänden aus Landwirtschaft und Nutztierhaltung, Jagd sowie Natur- und Tierschutz begrüßt die in 2021 geplante Einrichtung eines nationalen Kompetenzzentrums „Weidetierhaltung und Wolf“ bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Es ist dringend notwendig, die vielfältigen Erfahrungen mit Herdenschutz in den unterschiedlichen Wolfsregionen Deutschlands auf Bundesebene institutionell zusammenzuführen.

Nach Auffassung des Bündnisses kann fachlich korrekt ausgeführter Herdenschutz Wolfsrisse weitgehend verhindern. Herdenschutz sei jedoch komplex: Da keine Region und keine Weide gleich sei, orientiere sich seine Ausgestaltung immer an den Gegebenheiten vor Ort. Der Erfahrungsaustausch sei in der Praxis dabei unverzichtbar. „Wenn jedes Bundesland sein eigenes Süppchen kocht, werden Synergien verspielt. Das kostet Zeit, Geld und am Ende leider auch das Leben von Weidetieren“, so Günther Czerkus, Präsident des Bundesverbands Berufsschäfer.

Für die konkrete Ausgestaltung des Zentrums hat das Bündnis ein Konzeptpapier entwickelt. Darin nennt es Eckpfeiler wie Forschung, den offenen Austausch, die Einbeziehung der betroffenen Gruppen sowie Schulungen und Qualifikation für Berater*innen der Bundesländer, an die sich Weidetierhalter*innen jeweils wenden können.

Nach dem Haushaltsplan für 2021 soll das Herdenschutzzentrum auch Daten zu Wolfsvorkommen erheben. Für die Verbände ist das nicht nachvollziehbar, da diese Aufgabe bereits von der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf (DBBW) zuverlässig erfüllt wird. Eine Doppelzuständigkeit verursache unnötige Kosten und könne zu Verwirrung führen.

Das Zentrum soll 2021 mit 300.000 Euro finanziert werden. Dies ist laut Bündnis ein Anfang, jedoch kaum ausreichend, um eine so komplexe Thematik wie Herdenschutz fachlich abzudecken. Zudem werde zur Einrichtung des Zentrums ein anderes Herdenschutzprogramm des Bundes gekürzt. „Wir hoffen, dass aus dem Zentrum kein Papiertiger wird. Die Chance zur Vernetzung von Herdenschutzpraxis und Forschung darf nicht vertan werden“, so Ralf Schulte, Fachbereichsleiter Naturschutz und Umweltpolitik beim NABU (Naturschutzbund Deutschland).

Konzeptpapier für ein nationales "Herdenschutzzentrum" ...

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Heldbock in Karlsruhe: Ökosystemingenieur - kein Schädling

Heldbock in Karlsruhe: Ökosystemingenieur - kein Schädling
Larvengänge des Heldbocks © Stadt Karlsruhe

Einheimischer Käfer braucht Schutz / Eichen nicht gefährdet

Als einheimischer Käfer wird der Heldbock oftmals als gefährlich für den Eichenbestand verkannt. Tatsächlich handelt es sich dabei aber nur um ein Gerücht - stattdessen braucht der Heldbock gerade in Karlsruhe besonderen Schutz. Denn in Baden-Württemberg kommt er bis auf wenige Ausnahmen nur noch entlang des Oberrheins zwischen Rastatt und Mannheim vor. Durch die große Dichte an Alteichen und das langjährige Engagement bei der Pflege und Erhaltung dieser Bäume spielt Karlsruhe also eine große Rolle im Heldbock-Schutz in Baden-Württemberg.

Im Gegensatz zum Borkenkäfer, der als Schädling auch vitale Bäume befällt und sich schnell ausbreitet, beschränkt sich der Heldbock auf alte und bereits geschwächte Stiel- und Traubeneichen. Gesunde Eichen werden in der Regel nicht besiedelt. Der dämmerungs- und nachtaktive Käfer fliegt nur wenige hundert Meter weit und breitet sich zudem nur sehr langsam aus. Häufig lebt er über mehrere Generationen, also sehr viele Jahre, in "seiner" Eiche. Den Brutbaum rasch zum Absterben zu bringen, ist somit nicht in seinem Interesse.

Schutz des Heldbocks erhält Lebensraum
Der Heldbock (Cerambyx cerdo) kann über fünf Zentimeter groß werden und legt seine Eier in Rindenritzen. Die Larven leben vier Jahre im Baum. Im Kernholz angelangt, verpuppen sie sich. Im fünften Jahr schlüpft dann der fertige Käfer, der sich durch daumendicke Schlupflöcher ins Freie nagt. Nach EU-Recht und Bundesnaturschutzgesetz ist der Heldbock streng geschützt und befindet sich deutschlandweit und in Baden-Württemberg als vom Aussterben bedrohte Art auf der Roten Liste. Der Schutzstatus des Heldbocks kommt aber nicht nur ihm zugute, sondern auch dem wertvollen Lebensraum "Alteiche" als Ganzes - für eine Vielzahl von Insekten, höhlenbewohnenden Vogelarten und Spechten. Denn die Heldbock-Fraßgänge dienen anderen Insekten und Fledermäusen als Quartier. Da der Heldbock Lebensräume schafft und verändert und so großen Einfluss auf die Artenvielfalt hat, kann man ihn als Ökosystemingenieur bezeichnen. Der Schutz der Alteichen trägt also maßgeblich zur Förderung der Biodiversität bei.

Aufgrund von beschleunigten Absterbeprozessen durch Trockenstress und Pilze sowie durch erforderliche Verkehrssicherungsmaßnahmen wie Kronenrückschnitte oder Fällungen sinkt jedoch die Anzahl an geeigneten Eichen. Da die Altbäume natürlicherweise nach und nach ausfallen, ist es der Stadt Karlsruhe wichtig junge Eichen rechtzeitig nachzupflanzen und Alteichen zu erhalten.

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Verschiedenes 

NABU: Europäische Kommission darf Klima-Taxonomie nicht verwässern

Krüger: Klimaschutz geht vor Interessen rückwärtsgewandter Industrien –
Kein Greenwashing der Bioenergie

Brüssel, 14.12.2020 – Am kommenden Freitag endet die Konsultation für den ersten delegierten Rechtsakt der EU-Taxonomie, die sogenannte Klima-Taxonomie. Dieser Prüfrahmen mit detaillierten Kriterien für nachhaltige Investitionen legt fest, inwieweit Wirtschaftstätigkeiten als klimaverträglich bewertet werden können und somit als grüne Investitionen gelten. Ein breites Bündnis von über 130 europäischen Umweltorganisationen, darunter der NABU, sieht in einigen Punkten dringenden Nachbesserungsbedarf und richtet sich daher mit einem Zehn-Punkte-Papier an die Europäische Kommission.

„Allein in Europa werden zusätzlich zwischen 175 und 290 Milliarden Euro jährlich benötigt, um bis 2050 klimaneutral zu werden. Mit ambitionierten Kriterien kann die Klima-Taxonomie ein wichtiger Hebel sein, um riesige Geldsummen aus klimaschädlichen Bereichen abzuziehen und die notwendige Transformation der Wirtschaft zu einer klima- und naturverträglichen Gesellschaft zu finanzieren. Doch diese große Chance ist in Gefahr, wenn sich im Konsultationsprozess das Greenwashing der fossilen Industrie durchsetzt.“, so NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger. „Die EU-Kommission darf nicht vor dem Lobbyismus rückwärtsgewandter Industrien einknicken: Fossile Energieträger, so auch Erdgas, haben keinen Platz in einer grünen EU-Taxonomie.“

Für die Entwicklung der Kriterien hatte die EU-Kommission im Jahr 2018 eine Technische Expertengruppe (TEG) einberufen, die im März 2020 wissenschaftsbasierte und größtenteils sehr begrüßenswerte Kriterien in den Bereichen Klimaschutz und Klimawandelanpassung erarbeitet hat.

„Einige zentrale Empfehlungen der TEG sind im vorliegenden Entwurf der Kommission leider deutlich abgeschwächt. Besonders wichtig ist es, Grenz- und Schwellenwerte für Co2-Emissionen z.B. im Verkehr oder der Energieerzeugung zu definieren und diese in Zukunft schrittweise zu senken. Zudem dürfen Investitionen in Holzbiomasse und Biokraftstoffe nicht durch die Taxonomie als grün gelabelt werden. Auch beim Schutz kohlenstoffreicher Böden und bei der Viehbesatzdichte bedarf es einer Nachschärfung“, so Maja Rotter, NABU-Referentin für Nachhaltige Finanzen. „Positiv zu bewerten sind die Kriterien in Bezug auf die EU-Biodiversitätsstrategie und dem darin enthaltenen Ziel, zehn Prozent der Agrarlandschaft für naturnahe Elemente wie Hecken, Feldgehölze oder Brachen reservieren. Diese binden nicht nur Kohlenstoff, sondern schützen auch die Biodiversität in der Landwirtschaft.“

Hintergrund
Die europäische Taxonomie-Verordnung ist ein Rahmen zur Bewertung der Nachhaltigkeit von wirtschaftlichen Aktivitäten.Sie trat im Juli 2020 in Kraft.
Das Ziel: Investoren, Nationalstaaten und die Europäische Union sollen nachhaltiger investieren, "Greenwashing" soll verhindert werden.

Eine Investition bzw.. die der Investition zugrunde liegende Wirtschaftsaktivität gilt in der Taxonomie als nachhaltig, wenn sie wesentlich zu mindestens einem von sechs Umweltzielen beiträgt („substantial contribution“) und keinen erheblichen Schaden im Sinne der übrigen Umweltziele verursacht („do-no-significant-harm“ - DNSH).

Dazu werden Prüfkriterien (Grenzwerte) für ausgewählte wirtschaftliche Tätigkeiten für sechs Umweltziele definiert: Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel, nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen, Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft, Vermeidung von Umweltverschmutzung, Schutz und Wiederherstellung von Ökosystemen und Biodiversität.

Diese Kriterien müssen solide und ambitioniert sein und auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren, um sicherzustellen, dass die Taxonomie zur Finanzierung der Klima- und Umweltziele der EU beiträgt. Der aktuelle delegierte Rechtsakt zu den Bereichen „Klimaschutz“ und „Anpassung an den Klimawandel“ wird von der Kommission nach Abschluss der Konsultation Ende dieses Jahres beschlossen. Die Kriterien für die weiteren vier Umweltziele erarbeitet zurzeit die Platform for Sustainable Finance im Auftrag der EU Kommission. Der NABU ist mit seiner europäischen Dachorganisation BirdLife in die Arbeit der Plattform eingebunden.

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Freiburg: Mehr Platz und mehr Sicherheit für Rad- und Fußverkehr

Freiburg: Mehr Platz und mehr Sicherheit für Rad- und Fußverkehr
Radstreifen an der Günterstalstraße (c) Patrick Seeger / Stadt Freiburg

Neuer Radfahrstreifen von der Wiehre über B31 und die Dreisam in die Altstadt
Straßenübergänge werden barrierefrei

An einem zentralen Punkt Freiburgs gibt es bedeutende Verbesserungen für den Fuß-und Radverkehr. Am Übergang der Wiehre zur Altstadt sorgen mehrere Umbauten für erhöhte Sicherheit. So schafft in der Günterstalstraße ein neuer Radstreifen Platz für Radfahrende, die über die Dreisam wollen.

Zwischen Talstraße auf der einen Seite des Flusses und der Dreisamstraße auf der anderen, führt für Radlerinnen und Radler jetzt ein eigener Radfahrstreifen in Richtung Innenstadt. Zuvor war die Situation für den Radverkehr an der Stelle nicht ideal. Wenn sich Autos an der Ampel zurückstauen, wichen Radfahrende oft auf den Gehweg aus, da es ihnen auf der Straße zu eng wurde. Der zwei Meter breite Radstreifen macht dem ein Ende. Außerdem wurde ein sogenannter vorgelagerter Aufstellstreifen angebracht, also eine Fläche, auf der Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer vor den Autos warten können, bis die Ampel auf Grün springt. Auch für Menschen, die zu Fuß unterwegs sind, verbessert sich die Situation. Zum einen, da keine Räder mehr auf dem Gehweg fahren. Außerdem wurde der Gehweg zwischen der Talstraße und der B 31 neu gepflastert und verbreitert.

„Das ist eine deutliche Verbesserung der Sicherheit für die Freiburgerinnen und Freiburger, die mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs sind. Dafür haben wir auch Flächen umgebaut, die zuvor dem Autoverkehr vorbehalten waren“, sagt Baubürgermeister Martin Haag.

„Ich freue mich sehr darüber, dass mit der Günterstalstraße nun ein weiteres Stück Freiburg für Menschen mit Behinderungen ohne Gefahr nutzbar wird. Wir sind gemeinsam auf einem guten Weg für mehr gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen. Diese beginnt eben auch auf der Straße, mit der Möglichkeit sich barrierefrei zu bewegen und barrierefrei zu orientieren“, sagt Sarah Baumgart, die Beauftragte der Stadt für die Belange von Menschen mit Behinderungen. „In Freiburg gehen Kommunalpolitik, Verwaltung und Menschen mit Behinderungen als Expertinnen und Experten in eigener Sache gemeinsam den Weg hin zu mehr Barrierefreiheit im öffentlichen Raum. Wir schaffen es gemeinsam, dass Freiburg Stück für Stück barrierefreier wird“, so Baumgart.

Denn um den nötigen Platz zu gewinnen, wurde die Fahrbahn für Autos auf 5,20 Meter reduziert. Das reicht, damit zwei Autos nebeneinander fahren können, wenn ein Lastwagen dort unterwegs ist, ist Raum für nur eine Fahrspur. Eine ähnliche Lösung gibt es seit kurzem am Friedrichring, die dort sehr gut funktioniert. Außerdem ist der Parkstreifen mit Lieferzone weggefallen, was teilweise durch neu ausgewiesene Parkplätze in der näheren Umgebung ausgeglichen werden konnte.

Außerdem wurde an drei Knotenpunkten für den Fußverkehr der Weg über die Straße barrierefrei ausgebaut. So wurden an der Kreuzung Günterstalstraße/Basler Straße/Talstraße abgesenkte Bordsteine eingebaut. Außerdem sind die Übergänge mit Blindenleitstreifen ausgestattet worden. Die gleichen Verbesserungen wurden auch an den Übergängen der Kaiserbrücke auf die B 31 eingebaut. Außerdem wurden an den drei genannten Stellen an den Ampeln akustische Systeme verbaut, die Menschen mit Sehbehinderung signalisieren, ob die Ampel grün zeigt oder nicht. Die Freiburger Verkehrs AG wird im Nachgang auf den Bahnsteigen an der Haltestelle Johanneskirche das Blindenleitsystem ebenfalls erneuern.

Seit Anfang Juli wurde an den Verbesserungen gearbeitet. Trotz des vielen Verkehrs an der Stelle konnten die Arbeiten im Zeitplan abgeschlossen werden. Die Kosten für alle Maßnahmen liegen bei rund 870.000 Euro, das Land trägt davon rund 330.000Euro.





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NABU: Fünf Jahre Pariser Klimaabkommen – EU vermeidet Blamage

Krüger: Klimaziele der EU noch nicht auf dem richtigen Pfad

Berlin,11.12.2020 – Anlässlich des fünften Jahrestags des Pariser Klimaschutzabkommens kommen am Samstag die Staats- und Regierungschefs zu einem UN-Sondergipfel zusammen. NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger kommentiert: „Als vor fünf Jahren das Pariser Klimaabkommen verabschiedet wurde, haben wir das gefeiert. Noch immer ist es das gemeinsame Ziel, die Erderhitzung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, das sowohl Staaten als auch Wirtschaft und Zivilgesellschaft im Kampf gegen die Klimakrise zusammenhält. Es ist aber mehr als zweifelhaft, ob die aktuellen Anstrengungen der Unterzeichnerländer ausreichen, um das Ziel zu erreichen.“

Pünktlich zum Jahrestag des Abkommens wurde beim EU-Gipfel eine Stärkung des europäischen Klimaziels verhandelt. Das alte Ziel einer Minderung der Treibhausgasemissionen um 40 Prozent gegenüber 1990 wurde auf 55 Prozent Minderung angehoben. Zuvor hatte sich das Europäische Parlament für eine Anhebung auf mindestens 60 Prozent ausgesprochen. „Dieser EU-Gipfel war die letzte Chance, die europäischen Klimadiplomaten vor einer Blamage beim Sondergipfel der Vereinten Nationen zu bewahren und ganz ohne neues Klimaziel anzureisen. Doch auch die Minderung von 55 Prozent bringt Europa nicht weit genug voran. Angemessen wäre ein Ziel von 65 Prozent Minderung – dann könnte die EU auch endlich wieder in Sachen Klimaschutz das Tempo bestimmen. Denn momentan geben hier Großbritannien, China und Japan mit ihren Ankündigungen zum Klimaschutz den Ton an“, so Krüger weiter.

Der NABU sieht kritisch, dass Senken beim beschlossenen Minderungsziel von 55 Prozent der Emissionen mit einbezogen werden sollen. „Unbestritten sind natürliche Kohlenstoffsenken wie Wälder und Moore unsere wichtigsten Verbündeten im Kampf gegen Klima- und Artenkrise“, erläutert NABU-Klimaschutzexperte Sebastian Scholz. „Deshalb müssen wir alles daran setzen, sie zu schützen und wiederherzustellen. Die Verrechnung der Senkenleistung mit Emissionsminderungszielen schwächt aber das ohnehin wenig ambitionierte Klimaziel der EU noch weiter. Bei einem Minderungsziel von 55 Prozent müsste der Treibhausgasausstoß durch diesen Rechentrick um lediglich etwa 52 Prozent gemindert werden“.







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