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Verschiedenes 

NABU fordert mehr Anstrengungen gegen Verpackungsmüll

Tschimpke: Handel und Industrie müssen bis zum Herbst konkrete Angebote machen

Berlin – Der NABU hat Industrie und Handel zu deutlich mehr Anstrengungen bei der Reduzierung von Verpackungsmüll aufgefordert. Über 18 Millionen Tonnen Verpackungsmüll fallen in Deutschland im Jahr an, darunter drei Millionen aus Kunststoff. Ohne Maßnahmen zur Abfallvermeidung wird diese Menge immer weiter steigen, eine Verschwendung natürlicher Ressourcen.

„Abfallvermeidung wird in der Diskussion um Verpackungen noch viel zu stiefmütterlich behandelt. Wir erwarten nun konkrete Angebote von Industrie und Handel, wo und wie sie überflüssige Verpackungen vermeiden wollen und bei welchen Produkten auch mit kreativen Wegen Einweg durch Mehrweg ersetzt werden kann. Auch brauchen wir einen viel stärkeren Einsatz von Kunststoff-Recyclaten aus der Gelben Tonne, daher begrüßen wir, dass sich die Ministerin hierfür mit einer neuen bundesweiten Initiative einsetzt“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke anlässlich des Rundes Tisches, zu dem Bundesumweltministerin Schulze Handel und Industrie sowie auch den NABU eingeladen hatte. Wenn es keine Bereitschaft gebe, müsse Ministerin Schulze, wie sie bereits angekündigt hat, gesetzlich dazu verpflichten.

Die Plastiktüten-Vereinbarung zwischen dem Umweltministerium und Handel soll als Blaupause für neue freiwillige Verpflichtungen seitens Industrie und Handel dienen. „Bei der Plastiktüten-Vereinbarung war es ein Fehler, nicht auch die Einwegpapiertüten mit einzubeziehen. Dies darf sich bei neuen Vereinbarungen nicht wiederholen, denn Kunststoffverpackungen einfach durch andere Materialien zu ersetzen, die ein besseres Öko-Image haben, ist nicht die Lösung des Problems. Verpackungen aller Materialien gehören in den Fokus der Bemühungen“, so Tschimpke weiter.

Nach NABU-Daten wird Obst und Gemüse inzwischen zu 63 Prozent vorverpackt verkauft, Einweggeschirr und To-Go-Verpackungen tragen mit fast 350.000 Tonnen inzwischen erheblich zum Abfallaufkommen in Deutschland bei und die Mehrwegquote ist auf einen Tiefstand von nur noch knapp 42 Prozent gesunken. In Supermärkten und Drogerien finden sich zu viele doppelte Verpackungen wie Kartonnagen und viel zu wenig Nachfüllpackungen, etwa für Reinigungsmittel. In zu vielen Verpackungen steckt mehr Luft als Inhalt, was nicht nur Kunden täuscht, sondern auch eine Verschwendung von Verpackungsmaterial und wertvollen Rohstoffen darstellt.

„Das neue Verpackungsgesetz gibt hoffentlich Impulse für die Recyclingfähigkeit der Verpackungen. Aber es fehlen Anreize für die Vermeidung, die aus Umweltsicht wichtigste Stufe der Europäischen Abfallhierarchie. Das Gesetz sollte in diesem Sinne in den nächsten Jahren weiterentwickelt werden“, so NABU-Expertin für Ressourcenpolitik Katharina Istel. „Der im November veröffentlichte 5-Punkte-Plan des Bundesumweltministeriums „Nein zur Wegwerfgesellschaft“ liefere erste gute Ansatzpunkte wie die Förderung von Leitungswasser als Trinkwasser oder die Ankündigung einer bundesweiten BMU-Recyclat-Initiative. Der Plan sei aber noch zu wenig konkret und müsse zügig mit Leben gefüllt werden. Dazu gehöre vor allem auch die konsequente Förderung von Mehrweglösungen und Abfallvermeidung. „Notwendig sind darüber hinaus auch allgemeine fiskalische Instrumente wie Ressourcensteuern, um den absoluten Ressourcenverbrauch zu senken“, so Istel.

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Verschiedenes 

Neue Atomfabrik nach Fessenheim-Aus?

Neue Atomfabrik nach Fessenheim-Aus?
Quelle: BUND Südlicher Oberrhein

Mit großem Interesse hat der BUND-Regionalverband Südlicher Oberrhein das neue Papier „ Für die Zukunft des Raumes Fessenheim“ gelesen. In diesem Raumprojekt findet sich viel Positives und als Wichtigstes wohl die Maßnahme 3.3. der „beispielhaft, erfolgreicher Rückbau des AKW“. Wir sind auf die konkrete Umsetzung gespannt und werden sie „gegebenenfalls“ kritisch begleiten.Ein Billigabriss ist nicht akzeptabel. Ansonsten ist das Papier inhaltlich so, wie solche Projektbeschreibungen heute eben sind. Was sich hinter "steuerlichen und sozialen Sonderregelungen" in einer möglichen Sonderwirtschaftszone verbergen könnte ist spannend, aber kein vorrangiges BUND-Thema. Manches Sinnvolle verbindet sich mit Wünschen, Wachstumsglauben und leeren Texthülsen und modisch-geschickt verpackt soll alles natürlich auch immer ökologisch, nachhaltig und zukunftsfähig sein. Generell begrüßen wir die Schaffung von Arbeitsplätzen in tatsächlich umweltfreundlichen Betrieben nach einer Schließung des AKW.

Die Alarmglocken beim BUND schrillen allerdings bei MASSNAHME 4.2 ...

„STARTHILFE UND BEGLEITUNG DER INNOVATIVSTEN PROJEKTE
Entwicklung von innovativen Tätigkeiten mit hoher Wertschöpfung am Standort des KKW. Am derzeitigen Standort des KKW sollen neue Industriebetriebe mit hoher Wertschöpfung und neuen Arbeitsplätzen angesiedelt werden.
EDF arbeitet derzeit an dem Projekt eines Technologieclusters „Techno-Centre“ zur Begleitung von europäischen Rückbauprojekten durch die Verwertung der großen elektromechanischen Bauteile der Kernkraftwerke sowie durch die Entwicklung von Industrieinnovationen.
Die Umsetzung dieses zukunftsorientierten Industrieprojekts wird Gegenstand von weitreichenden Gesprächen zwischen allen betroffenen Parteien sowohl in Deutschland als auch in Frankreich sein, um u.a. die wirtschaftlichen und technischen Bedingungen zur Umsetzung des Vorhabens sicherzustellen. Zum derzeitigen Zeitpunkt gibt es für das Techno-Centre kein Einvernehmen.“ (Zitatende)

Was sich hinter den Wünschen der EDF und den geschickt positiv besetzten Begriffen wie „Verwertung und Innovation“ versteckt ist offen und hier gibt es einen großen Klärungsbedarf. BUND-Geschäftsführer Axel Mayer begrüßt, dass es zu diesem Thema auch kein Einvernehmen der grenzüberschreitend Projektbeteiligten gibt und fordert konkrete Informationen zur EDF-Planung.

Die Bevölkerung war und ist durch den Betrieb des AKW jahrzehntelang gefährdet. Nach einer Abschaltung und erst nach der Entleerung der hochgefährlichen „Abklingbecken“ wird tatsächlich auch die große Gefahr eines schweren Atomunfalls größtenteils gebannt sein. Dennoch bringt auch der Abriss Belastungen für die gesamte Raumschaft. Eine neue Atomfabrik, würde diese Belastungen verstärken und ist darum für den BUND nicht akzeptabel.

Generell müssen wir darauf achten, dass umweltfreundliche Betriebe möglichst flächensparend angesiedelt werden. Die immer noch extrem umweltbelastende Schwerindustriezone im Bereich Ottmarsheim-Chalampé darf nicht expandieren.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer

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Verschiedenes 

NABU: Nachhaltigkeitssiegel MSC schützt Wale und Seevögel nicht ausreichend

BirdLife-Studie offenbart gravierende Mängel beim Siegel für Fischprodukte

Berlin – Eine aktuelle Studie des NABU-Dachverbandes Birdlife International dokumentiert gravierende Mängel des weltweit bekannten Siegels für Fischprodukte und Meeresfrüchte, das Marine Stewardship Council (MSC). Nur 13 Prozent der untersuchten Fischereien erhielten eine gute Note, lediglich bei einer ging der ungewollte Beifang von bedrohten Arten nach der Zertifizierung zurück.

„Das ist zu wenig für den Anspruch eines Nachhaltigkeitssiegels“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Wer zu einem Nachhaltigkeitssiegel greift, möchte sicher gehen, dass sein Einkauf nicht auf Kosten der Meeresumwelt geht und zum sinnlosen Tod von Walen und Seevögeln führt. Das ist beim MSC leider nicht immer gewährleistet. Wir appellieren daher eindringlich an MSC, schnellstmöglich Reformen einzuleiten und dem Schutz seltener und bedrohter Arten höchste Priorität einzuräumen.“

Der Beifang sogenannter „Nichtzielarten“ ist ein weltweites Problem und fordert Jahr für Jahr Hunderttausende Opfer. Haie und Meeresschildkröten verenden an hakenbesetzten Langleinen oder Delfine und Seevögel ertrinken in für sie unsichtbaren Stellnetzen. Die Birdlife-Studie untersuchte 23 unterschiedliche Fischereien anhand MSC-eigener Veröffentlichungen. Verglichen wurden die Datenqualität und die Überprüfung der Fischereien sowie ob es effektive Maßnahmen zur Beifangvermeidung gibt, die erfolgreich umgesetzt werden.

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Veranstaltungen 

Orang-Utan-Schützer zu Gast im Zoo Karlsruhe

Orang-Utan-Schützer zu Gast im Zoo Karlsruhe
Foto: Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe

Willie Smits spricht bei Vortragsreihe im Exotenhaus

Einer der weltweit bedeutendsten Orang-Utan-Experten wird am kommenden Donnerstag, 21. Februar, um 18.15 Uhr im Rahmen der Vortragsreihe im Exotenhaus des Zoologischen Stadtgartens Karlsruhe Einblicke in seine vielfältige Arbeit mit den Menschenaffen geben. Unter dem Titel "Rettet unsere Vettern - die Auffangstation für Orang-Utans in Borneo" berichtet Willie Smits in deutscher Sprache über seine Arbeit mit den Tieren.

Der in den Niederlanden geborene Smits ist Gründer und Vorsitzender der Sintang Orangutan Foundation, die das Sintang Orangutan Center führt. Zudem ist er Gründer und im Vorstand bei BOS (Borneo Orangutan Survival Foundation). In den Auffangstationen werden derzeit rund 600 Tiere gepflegt. Viele der Tiere werden auch wieder ausgewildert. Im Vortrag stellt Smits die Projekte vor, zeigt alternative Landnutzungen auf zerstörten Gebieten für die lokale Bevölkerung auf, erläutert, wie Wälder geschützt werden können und damit auch die Orang-Utans. Die Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe unterstützt die Projekte auf Borneo finanziell.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist frei, eine Spende für die Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe willkommen. Der Einlass in das Exotenhaus erfolgt ab 18 Uhr ausschließlich über die Ettlinger Straße 4b. Die Vortragsreihe ist eine Kooperation zwischen dem Zoo und dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

zum Bild oben:
Bei den Dreharbeiten zu der Artenschutzdoku "Elstners Reisen" konnte sich auch Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt zusammen mit Fernsehmoderator Frank Elstner bei Willie Smits in Borneo ein Bild von der Arbeit vor Ort machen. / Foto: Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe


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Veranstaltungen 

Freiburg: Mundenhof freut sich auf freiwillige Hilfe

Mitmach-Aktion Weidenschneiden am Samstag, 23. Februar

Über 300.000 Besucherinnen und Besuchern bereitet der Mundenhof jedes Jahr große und kleine Freuden. Jetzt braucht Freiburgs Tier-Reich selbst mal Unterstützung. Am Samstag, 23. Februar, ab 14 Uhr findet zum ersten Mal eine Mitmach-Aktion Weidenschneiden statt. Dabei hofft der Mundenhof viele freiwillige Helferinnen und Helfer begrüßen zu können. Treffpunkt ist bei den Blechkamelen am Haupteingang.
Bitte Rosen- oder Astscheren und ein kleines Vesper mitbringen.

Kopfweiden haben in früheren Zeiten ganze Landschaften geprägt. Ihre Weidenruten kamen vielfältig zum Einsatz: als Flechtmaterial für Körbe und Möbel, als Baumaterial etwa in Fachwerkwänden, als Bindematerial draußen im Weinberg. Heute ersetzt billige Importware oder Plastik den schönen Naturstoff, deswegen verschwinden die bizarren Gestalten zunehmend aus unserer Landschaft.

Auf dem Mundenhof gibt es sie noch – die Kopfweiden. Aber sie müssen regelmäßig gepflegt werden. In diesem Jahr führt der Mundenhof zum ersten Mal das Weidenschneiden als Mitmachaktion durch. Unter fachlicher Anleitung der Flechtspezialistin Angelika Fischhaber, die früher Tierpflegerin im der pädagogischen Einrichtung KonTiKi war, werden die Kopfweiden wieder in Form gestutzt. Weidenruten, die nicht zum Körbeflechten gebraucht werden, können mit nach Hause genommen werden. Weitere Infos bei Angelika Fischhaber (Tel. 0761/8978 6962).

Bei ganz schlechtem Wetter wird die Aktion auf Samstag, 2. März, verschoben





Verschiedenes 

Zoo Karlsruhe kann bald wieder Schneeleoparden züchten

Zoo Karlsruhe kann bald wieder Schneeleoparden züchten
Foto: Zoo Karlsruhe/Timo Deible

Dinata zieht nach Krakau um / Neuer Partner für Julika erwartet

Im Zoo Karlsruhe könnte es bereits 2020 wieder Nachwuchs bei den Schneeleoparden geben. Dafür werden aktuell die Vorbereitungen getroffen.

Bislang lebte das Schneeleopardenweibchen Julika zusammen mit ihrer Tochter Dinata im großen Naturgehege auf dem Lauterberg. Heute morgen (13. Februar) hat nun Dinata Karlsruhe verlassen. Sie zieht in den Zoologischen Garten Krakau um. Die ebenfalls 2015 geborenen Brüder Deeleg und Dipendu waren bereits 2017 in den Zoo Ústí nach Tschechien abgegeben worden. "Wir haben vom Zuchtbuchführer für Schneeleoparden die erneute Freigabe zur Zucht ab 2020 bekommen", erläutert Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt. Bis zum Sommer soll deshalb ein junger Kater aus einem französischen Zoo ins Badische umziehen. "Es wäre sehr schön, wenn diese beiden Tiere miteinander harmonieren und Nachwuchs bekommen würden", so Reinschmidt.

Wilderei und die Zerstörung ihres Lebensraums gefährden das Überleben dieser imposanten Katzenart in freier Wildbahn, wo sie in den zentralasiatischen Hochgebirgen wie dem Himalaya vorkommt. Es gibt ein Internationales Zuchtbuch (ISB) für Schneeleoparden, das vom Zoo Nordens Ark in Schweden geführt wird und 478 Tiere in 205 Institutionen umfasst. Mit der Erhaltungszucht sollen stabile Populationen mit einem breiten genetischen Pool in Menschenobhut gesichert werden, die bei Bedarf dann auch wieder in der Natur angesiedelt werden könnten.





Verschiedenes 

Neue Studie zeigt: 40 Prozent der Insekten weltweit vom Aussterben bedroht

Neue Studie zeigt: 40 Prozent der Insekten weltweit vom Aussterben bedroht
Asiatischer Marienkäfer (c) NABU/Helge May

NABU: Verlust an Lebensraum in der Agrarlandschaft ist Hauptursache – Agrarpolitik muss insektenfreundlicher werden

Sydney/Berlin – Mehr als 40 Prozent aller weltweit vorkommenden Insektenarten sind vom Aussterben bedroht. Zu diesem Ergebnis kommt eine jetzt veröffentlichte Studie im Fachmagazin „Biological Conservation“. Ein Forscherteam aus Australien, Vietnam und China wertete 73 Studien zur Situation der Insekten aus und identifizierte die wesentlichen Treiber des weltweiten Insektenschwunds. Demnach führt vor allem der hohe Verlust an Lebensräumen in der immer intensiveren Landwirtschaft zu ihrem Aussterben, eine weitere wesentliche Ursache ist der steigende Einsatz synthetischer Pestizide und Düngemittel.

„Die Studienergebnisse sind alarmierend. Wenn in Kürze fast jede zweite Insektenart ausstirbt, drohen uns katastrophale Folgen. Denn Insekten sind die Grundlage unserer Ökosysteme. Fehlen sie, werden Pflanzen und Bäume nicht mehr bestäubt, finden Fische weniger Nahrung und Pflanzenschädlinge werden nicht mehr auf natürliche Weise gestoppt. Wir brauchen daher dringend eine naturverträglichere Agrarpolitik, die Insekten und ihre Lebensräume schützt“, so NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Laut der Studie sind weltweit insbesondere Schmetterlinge, Mistkäfer und Hautflügler – wie Bienen und Ameisen – vom Rückgang betroffenen. Unter den schwindenden Arten sind nicht nur seltene oder spezialisierte, sondern auch viele häufige. Die Ergebnisse beziehen sich im Wesentlichen auf Europa und Nordamerika, da in anderen Regionen der Welt oft Studien über längere Zeiträume fehlen. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass sich die Art und Weise der Landwirtschaft dringend ändern muss, um den Negativtrend zu stoppen oder wenigstens zu verlangsamen.

Auch in Deutschland ist die Lage der Insekten alarmierend. Laut Roter Liste ist jede dritte der hierzulande lebenden 560 Wildbienen-Arten gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Auch die Anzahl der Tiere schwindet. So wiesen Forscher des Entomologischen Vereins Krefeld 2017 erstmals in einer Langzeitstudie nach, dass die Biomasse der Fluginsekten in deutschen Naturschutzgebieten innerhalb von 27 Jahren um mehr als 75 Prozent gesunken ist.

Der NABU sieht sich durch die Studie erneut in seiner Forderung nach einer drastischen Änderung der EU-Agrarpolitik bestätigt. In den kommenden drei Monaten entscheiden das EU-Parlament und die EU-Mitgliedstaaten über die künftige Ausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Jahre 2021 bis mindestens 2027 und damit über die Verteilung von derzeit knapp 60 Milliarden Euro Agrarsubventionen jährlich.

Dass mehr Naturschutz in der Agrarlandschaft notwendig ist und die Auflagen für Landwirte entsprechend steigen werden und müssen, zeigt aktuell auch das Volksbegehren Artenvielfalt in Bayern. Mehr als 900.000 Menschen fordern bereits grundlegende Änderungen im bayerischen Naturschutzgesetz und damit die Rettung der Insekten.

Dem großen gesellschaftlichen Wunsch nach besserem Insektenschutz läuft die EU-Agrarpolitik bislang zuwider: Sie fördert den Besitz von Fläche, ohne Rücksicht auf die Art und Weise wie auf darauf gewirtschaftet wird. „Landwirte sind durch das fatale System gezwungen, immer mehr aus ihren Flächen herauszuholen, bis in den letzten Winkel, teils mit hohem Pestizid- und Düngereinsatz. Damit muss Schluss sein“, so Tschimpke.

Als erforderlichen Schritt zum Stopp des Insektensterbens nennen die Forscher im Fachmagazin „Biological Conservation“ eine drastische Reduzierung des Pestizid-Einsatzes. Darüber hinaus empfehlen sie das Anlegen von Blumen- und Wiesenstreifen an Feldrändern sowie die Erhöhung der Fruchtfolge, also den Anbau unterschiedlicher Feldfrüchte nacheinander auf derselben Fläche. Darunter solle künftig auch mehr Klee sein, um die Zahl und Vielfalt der Hummeln zu erhöhen. Zudem müsse feuchtes und nasses Grünland wiederhergestellt und die Wasserqualität verbessert werden, da Gewässer oftmals mit Pestiziden belastet seien.

„Alle von den Forschern empfohlenen Maßnahmen sind durch eine naturverträglichere EU-Agrarpolitik möglich – und dringend notwendig“, so Tschimpke. Dazu müssten die vorhandenen knapp 60 Milliarden Euro im Agrarhaushalt nur sinnvoll umverteilt werden. Diesen Donnerstag steht die erste entscheidende Abstimmung des Umweltausschusses im Europaparlament an. Der NABU fordert, mindestens 15 Milliarden Euro pro Jahr für die Entlohnung jener Landwirte zu reservieren, die Leistungen für den Naturschutz erbringen, die über das gesetzliche Mindestmaß hinausgehen.

Bislang jedoch ist unklar, welchen Kurs die Bundesregierung bei der Frage nach der Umweltverträglichkeit der künftigen Agrarpolitik einschlägt. Bundesagrarministerin Julia Klöckner lässt bislang jegliche konkreten Vorschläge vermissen. Dabei hätte sie es jetzt gemeinsam mit den EU-Regierungen in der Hand, europaweit für gleich hohe Umweltstandards zu sorgen, Landwirte bei ihrer Umstellung auf eine nachhaltigere Bewirtschaftung zu unterstützen und die massive Verschwendung an Steuergeldern zu beenden.

„Frau Klöckner betont immer wieder die Systemrelevanz der Bienen. Nun hat sie den nächsten Nachweis in der Hand, wie dramatisch es um die Insekten steht. Wenn sie sich jetzt nicht endlich für eine naturverträgliche Agrarpolitik in Brüssel einsetzt, macht sie sich mitschuldig am Verschwinden der Insekten. Und auch an massiven Wettbewerbsnachteilen für deutsche Landwirte“, so Tschimpke. Denn das Volksbegehren in Bayern zeige: Nicht nur die Wissenschaft fordert endlich Taten beim Insektenschutz, sondern auch große Teile der Gesellschaft.

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Verschiedenes 

"Vom Großen im Kleinen"

Weniger Schuhmacher, weniger Umweltschutz & Nachhaltigkeit & mehr Müll

Mein Endinger Lieblingsschuhmacher schließt seinen Reparaturbetrieb. Das klingt erst mal nicht nach einem Thema für eine BUND-Presseerklärung, doch diese Schließung hat viel mit Nachhaltigkeit, lang- und kurzlebigen Produkten und Bürokratie zu tun.

In einem Gespräch vor wenigen Tagen nannte er auch die „wachsende staatliche Bürokratie und eine unerträgliche Regelungswut der Krankenkassen (bei Einlagen und orthopädischen Schuhen)“ als Gründe für die Geschäftsaufgabe. Während „oben“ bei den großen Konzernen zunehmend dereguliert wird und fast keine Steuern gezahlt werden, schnürt „unten“ eine Überregulierung nicht nur dem Handwerk die Luft ab.

Die Schließung des Endinger Fachgeschäfts zeigt einen aus BUND-Sicht negativen Trend für die Umwelt. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Schuhmacher in Deutschland nahm von 7949 im Jahr 1999 auf 6805 im Jahr 2011 ab. In ganz Deutschland lassen sich immer weniger junge Menschen zum Schuhmacher ausbilden. Dieses Handwerk stirbt aus. Eines der größten Probleme unserer Zeit ist die Ex- und hopp Mentalität in Zeiten schwindender Energie- und Rohstoff-Ressourcen. Um langfristig nachhaltig und zukunftsfähig zu werden brauchen wir gute Produkte mit langer Lebensdauer, wenn immer möglich aus natürlichen Materialien. Produkte, die man reparieren kann und in denen viel menschliche Arbeit steckt. Ein Beispiel für solche Produkte waren eben Schuhe. Gute Schuhe, langlebige Schuhe, die vielleicht auch ein wenig teurer waren, wo die höheren Anschaffungskosten aber durch die längere "Laufzeit" wieder hereingeholt wurde. Was heute nach elitärem Konsumverhalten klingt, wussten bis vor wenigen Jahrzehnten auch noch die ArbeitnehmerInnen. Schuhe wurden zum Schuhmacher gebracht und (nicht nur) die Absätze repariert. Das produziert weniger Müll, mindert den Rohstoffverbrauch und schafft Arbeitsplätze im eigenen Land. "24,3 Milliarden Paar Schuhe sind allein im Jahr 2014 weltweit, meist in Asien, hergestellt worden – ein Plus von acht Prozent gegenüber dem Jahr davor." schreibt der Standard. Angesichts von rund 350 Millionen Paar Schuhen, die jährlich in Deutschland verkauft werden, sollte man den Umweltgedanken keineswegs außer Acht lassen. Wir müssen auch die Frage stellen ob es gerecht ist und langfristig gut gehen kann, wenn wir alle gerne Produkte konsumieren, die von fernen Arbeitssklaven für 50 Cent in der Stunde produziert werden und gleichzeitig selber 30 Euro in der Stunde verdienen wollen. Da brauchen wir uns auch nicht zu wundern, wenn sich der schlecht bezahlte afrikanische Arbeitnehmer irgendwann aufmacht, um nach Europa zu kommen.

Billige Schuhe mit gezielt eingebauter kurzer Lebensdauer (geplante Obsoleszenz), die nicht mehr als eine Reparatur eines alten Paares kosten, Schuhe die so konstruiert wurden, dass Reparaturen unmöglich sind, machen den Schustern das Leben schwer und sind letztendlich wegen der kurzen Haltbarkeit auch teurer. Umweltschutz, Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit und Schuhmacherhandwerk – also scheinbar völlig verschiedene Dinge - haben durchaus etwas miteinander zu tun. Die Umweltbewegung ist zurecht stolz auf die Idealisten, die in Repair-Cafes gebrachte Dinge einmal wöchentlich ehrenamtlich reparieren. Und doch kann ein Repair-Cafe einen Schuhmacher, der von morgens bis abends arbeitet, auch nicht ansatzweise ersetzen.

Theoretisch reden alle von Umwelt und Nachhaltigkeit. Doch der Niedergang des Reparaturhandwerks, nicht nur bei den Schuhen, zeigt die Realität. Wir leben in einem begrenzten System, das nur funktioniert, wenn es unbegrenzt wächst, wenn immer mehr, immer dümmere und immer kurzlebigere Produkte ver- und gekauft werden. Schuhmacher stören da nur, obwohl wir sie und die hinter dem Handwerk stehende Idee so dringend brauchen.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer

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