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Verschiedenes 

Folgen des Klimawandels

Forstamt entnimmt durch Trockenschäden und Borkenkäfer abgestorbene Bäume

Eingriffe in den Wald werden deutlich sichtbar sein

Freiburg. Der vergangene Sommer war extrem trocken, das gesamte Jahr 2018 zu warm, nun sind viele der heimischen Fichten und Tannen geschwächt und drohen wegen Trockenstress im Laufe dieses Jahres auszufallen. Auf diese besorgniserregende Entwicklung haben Umweltbürgermeisterin Gerda Stuchlik, Nicole Schmalfuß, die Leiterin des Forstamtes, und ihr Stellvertreter Berno Menzinger heute bei einem Pressetermin im Forstrevier Waldsee hingewiesen.

2018 war nach 2003 und 2006 bereits das dritte Jahr innerhalb kurzer Zeit, in dem der Wald unter Trockenstress leidet. Das liegt an der Klimaentwicklung und damit verbunden den hohen Temperaturen und der ungünstigen Niederschlagsverteilung. Allen Klimaprognosen gemeinsam ist die Voraussage, dass es zu einer weiteren Zunahme dieser Extremjahre in unseren Breitengraden kommen wird.

Dieses Jahr verstärkt ein hoher Befallsdruck durch Borkenkäfer die Folgen des Wassermangels 2018. Dank der warmen, trockenen Witterung können Insekten die geschwächten Bäume leichter befallen und zum Absterben bringen. In den letzten Jahren hat sich bereits eine signifikante Borkenkäfer-Population aufgebaut. Um diese Entwicklung zu brechen, müssen die befallenen und absterbenden Nadelbäume entnommen werden. Wo sie in größeren Anteilen stehen, geschieht dies flächig. Dies wird das Waldbild mancherorts stark verändern, teilweise werden Lücken sichtbar sein, und das Forstamt rechnet damit, dass die Bevölkerung wegen dieser drastischen Maßnahmen kritisch nachfragen wird.

Darum betonte Bürgermeisterin Stuchlik heute im Angesicht geschädigter Bestände im Bergwald: „Wir wollen die Bevölkerung über die Trockenschäden und die notwendigen Maßnahmen informieren. Die Schäden, die der letzte Sommer unserem Wald zugefügt hat, wirken sich inzwischen auf allen Ebenen negativ aus. Seine Widerstandfähigkeit sinkt ebenso wie die ökonomische Rentabilität, auch seine Erholungsfunktion leidet.“

Eine Vielfalt an Baumarten und verschiedenste Waldbilder prägen seit Jahrhunderten den Freiburger Stadtwald. Das liegt an seiner Topografie, den unterschiedlichen Standorten und der differenzierten Bewirtschaftung. Der Bergwald zum Beispiel, der auch das Forstrevier Waldsee prägt, setzt sich aus 18 Prozent Fichte, 19 Prozent Douglasie, 11 Prozent Tanne, 4 Prozent sonstigen Nadelbäumen, 26 Prozent Buche, 7 Prozent Ahorn, 5 Prozent Eiche und 9 Prozent sonstigen Laubbäumen zusammen. Diese Vielfalt ermöglicht seinen Erholungswert, macht ihn ökologisch kostbar und ökonomisch stabil.

Das Extremjahr 2018 hat nun viele Bäume geschwächt, sie wurden anfällig für Schadorganismen und fielen auf trockenen Standorten komplett aus. Besonders betrifft das die Fichte und die Tanne. Schon 2018 mussten 6.500 Festmeter (Fm) Fichte und 2.100 Fm Tanne außerhalb planmäßiger Hiebe geerntet werden – das sind 75 Prozent des Gesamteinschlages. Im ersten Halbjahr 2019 waren es bereits 1.250 Fm Fichte und 2.230 Fm Tanne. Wie viele Fichten und Tannen noch geschlagen werden, hängt von der Witterung der nächsten Monate ab. Nun geht es darum, Bäume, die von rindenbrütenden Käfern befallen sind, zu fällen und aus dem Wald zu schaffen oder als Brutmaterial untauglich zu machen, bevor sich die Käfer fertig entwickeln und weitere Bäume befallen.

In jedem Fall wird sich das Absterben der geschädigten Bäume deutlich zeigen. Zumal ganz aktuell neben den Nadelbäumen auch Buchen und Bergahorn deutliche Trockenschäden zeigen und in größerem Umfang absterben. Das Forstamt muss an vielen Orten im Bergwald ganzjährig Fichten und Tannen fällen. Die Mischwälder werden sich aufgrund des Ausfalls einzelner Baumarten teilweise entmischen; es bleiben Bestände zurück, die stärker von einzelnen Baumarten geprägt werden. Zudem entstehen auch Kahlflächen, wo ganze Bestände betroffen sind. Dennoch wird der finanzielle Gewinn nicht nennenswert steigen: Weil der gesamte Schwarzwald, ganz Süddeutschland und angrenzende Länder betroffen sind, fallen die Preise für die betroffenen Baumarten. Die Kosten der Aufarbeitung sind bei solchen zerstreuten Hieben hoch, und der jetzige ungeplante zusätzliche Einschlag wird in kommenden Jahren fehlen. Auch der Aufbau neuer Bestände mit höherer Resilienz gegenüber der Klimaentwicklung kostet viel Arbeitszeit und Geld.








Verschiedenes 

Karlsruhe: Geothermie-Kraftwerk vorstellbar

Unternehmen informierte über Planungsabsicht im Umweltausschuss

Über ein geplantes Tiefengeothermie-Projekt in Karlsruhe wurde der Ausschuss für Umwelt und Gesundheit in seiner jüngsten Sitzung am 4. Juli unter Leitung von Bürgermeisterin Bettina Lisbach informiert.

Demnach will ein Unternehmen, das die alleinigen Nutzungsrechte im hiesigen Gebiet hat, ein Geothermie-Kraftwerk in Karlsruhe errichten. Es stellte seine grundsätzlichen Planungsabsichten vor. Zu den nächsten Schritten gehört nun, einen geeigneten Standort zu finden und die zahlreichen notwendigen Voruntersuchungen durchzuführen. In der Tiefengeothermie liegt eines der wenigen großen Potenziale an erneuerbaren Energien in Karlsruhe. Deshalb wird sich der Ausschuss auch in der kommenden Sitzung im Beisein von unabhängigen Fachleuten weiter mit dem Thema befassen.

In Landau, Bruchsal und Soultz-sous-Forest sind schon seit mehreren Jahren Anlagen zur Tiefengeothermie in Betrieb. Entwicklungen wie sie in Staufen oder Basel zu beobachten sind, können aus Sicht des Unternehmens für Karlsruhe ausgeschlossen werden, da hier andere Verhältnisse im Untergrund vorherrschen und man aus den bisherigen Problemen gelernt habe.





Verschiedenes 

Die Klima- und Mobilitätswende gestalten

Gemeinsame Pressemitteilung der IG Metall, des BUND und des NABU

Für eine erfolgreiche Energie- und Mobilitätswende gemeinsam drastisches Umsteuern vorantreiben

Unternehmen und Politik müssen endlich liefern

Mit einer schwarzen Null ist die Energie- und Mobilitätswende nicht zu schaffen

Effektive Klimaschutzpolitik zur Verringerung der sozialen Spaltung nutzen

Berlin, 10. Juli 2019 – Mit einer gemeinsamen Initiative „Die Klima- und Mobilitätswende gestalten“ machen die IG Metall, der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Naturschutzbund Deutschland (NABU) Druck für eine ökologische, soziale und demokratische Transformation. „Wer den Wandel der Wirtschaft und Gesellschaft erfolgreich gestalten will, muss mehr tun, als die Menschen nur mitzunehmen – sie müssen selbst Handelnde in eigener Sache sein. Mit unseren Organisationen, unseren vielen regionalen und lokalen Gruppen und unseren vielen Millionen Mitgliedern erheben wir unsere Stimme für eine ökologische, soziale und demokratische Transformation“, heißt es in dem am Mittwoch in Berlin von Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall, Ernst-Christoph Stolper, stellvertretender Vorsitzender des BUND, und Olaf Tschimpke, Präsident des NABU, vorgestellten gemeinsamen Eckpunktepapier.

Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall: „Klimaschutz kann nur gelingen, wenn die Energie- und Verkehrswende ernsthaft angegangen werden. Dafür brauchen wir keine neuen ‚Zielzahlen‘, sondern konkrete Maßnahmen vor allem von der Bundesregierung. Und wir erwarten, dass die Unternehmen ihrer Verantwortung nachkommen und die Chancen mit energieeffizienten und klimagerechten Produkten und Dienstleistungen konsequent nutzen. Aber wir sagen auch klipp und klar: Klimaschutz und Beschäftigung gehören zusammen. Das verlangt gute Rahmenbedingungen für beides. Und von der Politik erwarten wir nicht nur die nötigen Investitionen, sondern auch wirksame Programme, damit Beschäftigung gesichert und die Qualifizierung erhöht werden kann.

Ernst-Christoph Stolper, stellvertretender Vorsitzender des BUND: „Die Uhr tickt und läuft Ende des Jahres ab. Wir brauchen dringend ein ambitioniertes Klimaschutzgesetz und Maßnahmenprogramm, das geeignet ist, die 1,5°-Grenze des Pariser Klimaabkommens zu erfüllen. Mit unserem gemeinsamen Papier von IG Metall, BUND und NABU wollen wir deutlich machen, dass die Gesellschaft erheblich weiter ist als die Politik der Bundesregierung. Niemand braucht weitere Ausreden. Die alte Politik des Zauderns und Zögerns hat Umwelt und Wirtschaft schwer geschadet. Wir wollen, dass die Chancen, die Erneuerbare Energien und CO2-freie Mobilität für Klima und menschliche Gesundheit bieten, ebenso wie für die Arbeitsplätze endlich beherzt genutzt werden.“

Olaf Tschimpke, Präsident des NABU: „Wenn wir unsere Klimaschutzziele erreichen wollen, kommen wir an radikalen politischen Lösungen nicht vorbei. Unsere Gesellschaft und unser Wirtschaftssystem werden sich verändern. Die Frage ist nur, ob wir jetzt einen Weg wählen, der uns Zeit gibt, uns anzupassen, auch mit Blick auf Beschäftigung und soziale Fragen. Oder ob wir warten bis uns eine Katastrophe ereilt, und wir innerhalb kürzester Zeit reagieren müssen. Das gilt auch für den Verkehr: Bis 2030 muss der CO2-Ausstoß um 40 Prozent sinken. Die Verkehrswende ist alternativlos. Sie muss schnell kommen, wirtschaftlich sein und sozial gerecht. Für Deutschland heißt das: Wir müssen umweltfreundliche Verkehrsträger wie Fahrrad, Bahn, Bus und Fußverkehr deutlich stärken und zugleich die E-Mobilität ausbauen. Uns ist wichtig, dass bei der Verkehrswende niemand auf der Strecke bleibt. Lösungen müssen für die Bürger attraktiv sein, daher diskutieren wir intensiv mit Gewerkschaften und Automobilherstellern.“

Mit Nachdruck stehen die drei Organisationen für die Einhaltung der Klimaschutzziele. Ziel ist es, den folgenden Generationen eine intakte Umwelt zu hinterlassen und dafür sind bezahlbare und erreichbare Mobilitätsangebote notwendig. Gleichzeitig sind sich die drei Organisationen einig, dass die Gestaltung der Transformation nicht nur Bündnisse auf der Spitzenebene braucht, sondern auf allen gesellschaftlichen Ebenen angegangen und breit getragen werden muss. „Auch wenn wir nicht in allen aktuellen Fragen der Klimapolitik übereinstimmen, uns eint eine gemeinsame Vision: Wir hinterlassen unseren Kindern eine lebenswerte Welt. Wir schaffen eine gerechte Gesellschaft mit sicheren und nachhaltigen Arbeitsplätzen. Wir ermöglichen jeder und jedem ein selbstbestimmtes Leben“, heißt es in dem Eckpunktepapier.

Das Eckpunktepapier zur Initiative finden Sie online ...

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Verschiedenes 

Biotonne – Karlsruhe macht mit

Stadt beteiligt sich an Pilotprojekt des Umweltministeriums zur Verbesserung der Bioabfallqualität

Da insbesondere in Mehrfamilienhäusern und Großwohnanlagen größere Mengen an Bioabfällen anfallen, nimmt das Amt für Abfallwirtschaft (AfA) der Stadt Karlsruhe gemeinsam mit der Volkswohnung GmbH aktuell an dem Pilotprojekt "Biotonne: Baden-Württemberg macht mit!" des Umweltministeriums Baden-Württemberg teil. Dabei soll untersucht werden, wie sich Menge und Qualität des Bioabfalls in großen Wohnanlagen verbessern lassen.

Neben Karlsruhe beteiligen sich auch Stuttgart und Heilbronn an dem Projekt, das bis Herbst läuft. Unterstützung haben sich die Städte jeweils bei einer ansässigen Wohnungsbaugesellschaft geholt. Gemeinsam wählten sie in den beteiligten Städten jeweils eine Großwohnanlage mit mehr als 100 Wohneinheiten aus, in der sie verschiedene Maßnahmen zur Abfalltrennung anwenden werden.

In Karlsruhe steht die Volkswohnung mit Beständen in ihrem Quartier Rintheimer Feld dem AfA als Projektpartnerin zur Verfügung. Damit das Trennen der Bioabfälle im Alltag gelingt, wurde unter anderem eine Bewohnerbefragung durchgeführt. Und außerdem ein Starter-Paket verteilt, das Informationen und praktische Hilfen zum Thema Bioabfälle beinhaltet und die Anwohnenden bei der Abfalltrennung unterstützt.

Den offiziellen Startschuss für das Projekt gab Helmfried Meinel, Amtschef im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft in Baden-Württemberg, Anfang Juli auf dem Bioabfallforum Baden-Württemberg in Stuttgart. Das Kompetenzzentrum Bioabfall bei der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) ist für die Projektbetreuung zuständig. Das AfA hatte sich im Sommer 2018 für das Projekt beworben.

Aus den gesammelten Erfahrungen der drei Pilotstädte erarbeitet die LUBW einen Leitfaden und Bausteinkatalog, den die Abfallwirtschaftsbetriebe zukünftig anwenden können.

Weitere Informationen zum Pilotprojekt gibt es im Internet ....

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Verschiedenes 

NABU: UNESCO weist vier neue Weltnaturerbestätten aus

Tennhardt: Anerkennung der Naturerbe im Iran und in China ist ein wichtiger Schritt für den Erhalt der Artenvielfalt

Berlin/Baku - In Baku endet heute die 43. Sitzung der UNESCO-Welterbekommission, die über die Neuaufnahme von Natur- und Kulturräumen in die Liste der Welterbestätten entscheidet. Den Titel hat die Kommission dieses Jahr an 30 der 35 nominierten Gebiete verliehen. Unter den neuen Stätten finden sich 24 Kultur- und vier Natur- sowie zwei gemischte Welterbegebiete.

"Die Ernennung der Naturerbestätten im Iran, in China, Island und den Französischen Süd- und Antarktisgebieten ist ein wichtiger Schritt für den Erhalt der globalen Artenvielfalt", sagte NABU-Vizepräsident Thomas Tennhardt. 1.121 Welterbestätten gibt es nun weltweit, davon sind aber nur 213 Weltnaturerbe. "Die Ernennung von Weltnaturerbegebieten hat sich als wirksames Instrument für den Naturschutz erwiesen. Für die Zukunft ist es wichtig, die Zahl der Naturerbestätten deutlich zu erhöhen", so Tennhardt.

Mit der Ernennung der Hyrkanischen Wälder im Iran, die zur Ökoregion Kaukasus zählen, stehen nun einzigartige Laubwälder unter dem Schutz der UNESCO. Der Waldtyp zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Pflanzenvielfalt aus und bietet seltenen Tieren, wie dem Persischen Leoparden, eine Heimat. Die Hyrkanischen Wälder erstrecken sich rund 850 Kilometer entlang der Südküste des Kaspischen Meeres in Aserbaidschan und dem Iran. Vor 25 bis 50 Millionen Jahren bedeckten diese Wälder den Großteil der Region, die letzten Eiszeiten überstanden sie jedoch nur hier. Bereits zu Beginn der 2000er Jahre beriet der NABU das aserbaidschanische Ministerium für Ökologie und Natürliche Ressourcen bei der Nominierung der Hyrkanischen Wälder. Diese Nominierung soll nun aktualisiert und als Erweiterung des neu ausgewiesenen Gebiets im Iran eingereicht werden.

Der NABU begrüßt auch die Ernennung der Französischen Süd- und Antarktisgebiete und des Nationalparks Vatnajökull in Island zum Weltnaturerbe sowie die Regionen Paraty und Ilha Grande in Brasilien und Ohrid in Albanien als gemischte Kultur- und Naturerbestätten. Für besondere Freude unter Naturschützern weltweit sorgte die Aufnahme der Zugvogelschutzgebiete entlang der Küste des Gelben Meeres in China, zu der die NABU-Partnerorganisation Birdlife Australien beigetragen hat. Das Schutzgebietsnetzwerk umfasst Teile des größten Gezeiten- und Wattsystems der Welt und ist ein wichtiger Rast- und Überwinterungsplatz für zahlreiche Zugvögel aus 22 Ländern. Darunter der Löffelstrandläufer, der mit weniger als 120 Brutpaaren zu den seltensten Vögeln der Welt gehört und für dessen Rettung sich der NABU seit 2015 engagiert. "Das Gelbe Meer liegt mitten in der ostasiatisch-australischen Migrationsroute - nirgendwo auf der Welt ist die Vielfalt und Abundanz von Zugvögeln größer", so Tennhardt.

In den 1990-er Jahren hat der NABU mit Unterstützung des Bundesumweltministeriums bei der Nominierungen der Weltnaturerbegebiete in Russland erfolgreich mitgewirkt, darunter das UNESCO-Weltnaturerbegebiet "Westkaukasus". Seit über 25 Jahren setzt der NABU im Kaukasus Projekte zum Schutz der Biodiversität, Umweltbildung und Ökotourismus um. "Die Ausweisung eines zweiten Weltnaturerbegebiete in der Ökoregion Kaukasus ist ein großer Erfolg für die internationalen Bemühungen zum Schutz ihrer Naturschätze", sagte Vitalij Kovalev, Leiter des NABU-Kaukasusprogramms.

Die Welterbekonvention ist das erfolgreichste Instrument zur Erhalt der bedeutendsten Kultur- und Naturstätten der Welt. Bereits 190 Staaten haben die Konvention ratifiziert. Der NABU fordert mehr internationales Engagement beim Schutz der bestehenden und bei der Nominierung von neuen Weltnaturerbegebieten.





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NABU begrüßt Wildnisfonds

Tschimpke: Weitere Schritte zum Erhalt der Artenvielfalt müssen folgen

Berlin – Der NABU begrüßt den heute vom Bundesumweltministerium vorgestellten Wildnisfonds, fordert aber weitere Schritte, um die Artenvielfalt in Deutschland zu erhalten. „Wildnisgebiete sind echte Hotspots der biologischen Vielfalt. Selbst im dichtbesiedelten Deutschland muss Wildnis möglich sein. Das sind wir auch kommenden Generationen schuldig. Der Wildnisfonds ist ein Schritt in die richtige Richtung“, so NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Es sei aber schon abzusehen, dass eine Aufstockung des Fonds, der mit zehn Millionen Euro pro Jahr ausgestattet ist, notwendig werde. „Um den Naturschutz in Deutschland voran zu bringen, muss die Bundesregierung aber auch weitere Zusagen aus dem Koalitionsvertrag einhalten. Die Sicherung von zusätzlichen 30.000 Hektar wertvoller Flächen des Nationalen Naturerbes muss nun endlich zügig erfolgen.“

Hintergrund:
Die Bundesregierung hat sich bereits im Jahr 2007 in der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt das Ziel gesetzt, auf zwei Prozent der Landesfläche natürliche Entwicklung zuzulassen. Die in der Initiative „Wildnis in Deutschland“ zusammengeschlossenen Naturschutzverbänden unter Beteiligung des NABU hatten die Einrichtung eines Fonds für die langfristige Sicherung von Wildnisflächen im Vorfeld der Bundestagswahl 2017 gefordert. Die Regierungsparteien hatten diese Forderung in den Koalitionsvertrag aufgenommen. Dabei verständigten sie sich auch auf eine Ausweitung um zusätzliche 30.000 Hektar des „Nationalen Naturerbes“, mit dem wertvolle Flächen in Bundesbesitz für den Naturschutz bereitgestellt werden.





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Neuer Slow-Food-Deutschland-Vorstand gewählt

Neuer Slow-Food-Deutschland-Vorstand gewählt
Neuer Vorstand / Foto: Slow Food

Bei der ordentlichen Mitgliederversammlung von Slow Food Deutschland e. V. am 06. Juli in Erfurt wurde turnusmäßig ein neuer Vorstand gewählt. Der neue Vorstand besteht aus der Vorsitzenden Dr. Ursula Hudson, der stellvertretenden Vorsitzenden Dr. Nina Wolff, sowie aus dem Schatzmeister Dr. Rupert Ebner, dem Beisitzer Klaus Flesch und der Beisitzerin Lea Leimann.

Die Mitgliederversammlung bestätigte am vergangenen Samstag die Kulturwissenschaftlerin Dr. Ursula Hudson (Convivium Zugspitzregion), die dem Vorstand von Slow Food Deutschland (SFD) seit Februar 2010 angehört, im Amt der Vorsitzenden. Ebenfalls verlängert wurde die Amtszeit von IT-Experte Klaus Flesch (Convivium Freiburg) als Beisitzer und von Tierarzt Dr. Rupert Ebner (Convivium München) als Schatzmeister. Neugewählt in das Amt der stellvertretenden Vorsitzenden wurde die Juristin und Fischerei-Expertin Dr. Nina Wolff aus dem Convivium Berlin sowie die Konditorin und Slow-Food-Youth-Aktivistin Lea Leimann aus Köln (Slow Food Youth Deutschland) in das Amt der Beisitzerin.

Ziel des neuen Vorstands ist es, den Verein zu öffnen, neue Zielgruppen zu erschließen und bestehende Netzwerke zu stärken. Bildung und Mobilisierung für eine gute, saubere und faire Ernährungswelt sowie die Einflussnahme auf Entscheidungsträger werden weiterhin im Zentrum der breitgefächerten Vereinsaktivitäten stehen. „Unser Vorstandsteam macht sich in den nächsten drei Jahren zur Aufgabe, den größtmöglichen Beitrag zu leisten, um die dringend notwendige tiefgreifende Systemveränderung des aktuellen Lebensmittelsystems auf allen Ebenen umzusetzen. Ganz bedeutend für unsere Arbeit ist dabei, stets einen ganzheitlichen Ansatz zu vermitteln und Lebensmittel in den Kontext von Klima, Umwelt und Gesundheit stellen“, so die Vorsitzende Ursula Hudson im Rahmen ihrer Wiederwahl.

Die fünf Vorstandsmitglieder decken nicht nur verschiedene Regionen Deutschlands ab sondern verfügen gemeinsam über ein beachtliches Spektrum an Kompetenzen und Erfahrungen, die für die Vorstandsarbeit von Slow Food Deutschland erforderlich sind. Die neu gewählten Vorstandsmitglieder bereichern den Verein mit Expertenwissen in den Bereichen Fischerei und Lebensmittelhandwerk.

Zum Bild oben: Der neu gewählte Vorstand von Slow Food Deutschland e. V. (v. l. n. r.) – Dr. Nina Wolff, Klaus Flesch, Dr. Ursula Hudson, Dr. Rupert Ebner und Lea Leimann.





Verschiedenes 

Maiswurzelbohrer, Gift & Fruchtfolge: Die unendliche Geschichte

Maiswurzelbohrer, Gift & Fruchtfolge: Die unendliche Geschichte
Demo gegen Gifteinsatz / Foto: Axel Mayer

Erneut dürfen viele Landwirte in der Region am Oberrhein nicht mehr Jahr für Jahr Mais auf der selben Fläche anbauen. Hintergrund ist die Bekämpfung des Maiswurzelbohrers mit Fruchtfolgen. Der Schädling wurde in den vergangenen Jahren in Pheromonfallen am Oberrhein stark vermehrt nachgewiesen, obwohl teilweise seit dem Jahr 2010 Fruchtfolgen angeordnet waren...

Erneute Allgemeinverfügung gibt es jetzt in den Landkreisen Lörrach, Emmendingen, dem Ortenaukreis und Rastatt, melden im Juni 2019 die Medien.
Die neuere Verordnung gilt bereits seit 2017, sie wurde aktuell bis 2022 verlängert. Doch warum nimmt die Zahl der Maiswurzelbohrer nicht ab sondern massiv zu?

Der BUND vermutet, dass sich bisher nicht alle Landwirte an die alte Verfügung gehalten haben und dass von den Behörden nicht kontrolliert wurde, denn auf der Karte des Ministeriums für Ländlichen Raum sind die Fangzahlen für den Maiswurzelbohrer einzusehen – die Region zwischen Kandern und Lahr ist dabei rot gekennzeichnet.

In der aktuellen Medien-Berichterstattung spielt der Widerspruch zwischen den bisherigen Verboten und der Zunahme des Problems leider keine Rolle. Ein wenig erinnert das alles an die unendliche Geschichte der Grundwasser-Nitratwerte und ihrer „Bekämpfung“ oder an die unsägliche 30-Jahre-Debatte zum Klimawandel.

Die Geschichte des Maiswurzelbohrers am Oberrhein spiegelt die Geschichte fast aller Umweltprobleme:
Ein Problem tritt auf, es wird falsch (mit Gift) bekämpft, der BUND fordert ökologische Lösungen, die Probleme und Kollateralschäden (Insektensterben) verstärken sich, nach langem Warten wird die alte BUND-Forderung viel zu zögerlich umgesetzt, aber nicht kontrolliert...

Im Jahr 2003 wurden in einer - von Alsace Nature und BUND heftig kritisierten - beinahe militärisch anmutenden, "Abwehrschlacht" im Elsass über 1,5 Tonnen Insektizide per Hubschrauber ausgebracht. Auch auf der deutschen Seite wurde ein Gebiet entlang des Rheins mit Insektiziden vorsorglich "behandelt". Heute zeigt sich dass, wie damals von Umweltschützern befürchtet, der „chemische Ausrottungsversuch“ vergeblich war.

Später war der Käfer auch in Südbaden angekommen. Seine Bekämpfung mit falsch angewendetem Bayer–Gift, den berüchtigten, insektenvergiftenden Neonicotinoiden, hat 2008 zu einem massiven Bienensterben am Oberrhein geführt.

Die vom BUND-Regionalverband seit Beginn des Auftretens 2003 vorgeschlagene Bekämpfung des Käfers mit Fruchtfolge war und ist die einzige realistische Alternative zum Gifteinsatz. In der Schweiz wird diese giftfreie Bekämpfung schon jahrelang sehr erfolgreich praktiziert, allerdings bekommen die Landwirte in der Schweiz auch erheblich mehr Geld für ihre landwirtschaftlichen Produkte. Eine deutsche und EU-Agrarpolitik, die nicht auf Gift, Agrarfabriken und Bauernsterben setzen würde, hätte nicht nur dieses Problem schon lange ökologisch und ökonomisch sinnvoll gelöst.

Wir freuen uns (wieder einmal) über die erneute Allgemeinverfügung und die angekündigte, sinnvolle Fruchtfolge, gerade auch in Zeiten des globalen und regionalen Insektensterbens, sind aber auch verärgert, dass es so lange braucht, bis sich die giftfreie Variante durchsetzt.

Wir fordern eine strenge Kontrolle der Einhaltung der Fruchtfolge. Der Maiswurzelbohrer lässt sich nicht ausrotten. Durch Fruchtfolgen lässt sich der Schaden aber wesentlich stärker minimieren als mit Gift. das heißt für den BUND, dass auch nach dem Jahr 2022 diese einzig sinnvolle Maßnahme beibehalten werden muss.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer, 1.7.19

zum Bild oben:
Foto von Demo gegen Gifteinsatz bei der Bekämpfung des Maiswurzelbohrers im Elsass 2003 / Quelle: Axel Mayer

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