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Buch- und CD-Tipps 

Buchtipp: Josef H. Reichholf "Waldnatur"

Buchtipp: Josef H. Reichholf "Waldnatur"

Ein bedrohter Lebensraum für Tiere und Pflanzen

Streifzüge durch die Natur unserer Wälder. Pünktlich zum »internationalen Tag des Waldes« (21. März) führt Josef H. Reichholf seine Leserinnen und Leser im zweiten Band seiner Natur-Trilogie, »Waldnatur«, in einen der faszinierendsten Lebensräume: den Wald. Hier gibt es nicht nur jede Menge Überraschendes zu entdecken, sondern auch viel zu tun, um seine Lebensvielfalt zu erhalten.

Wir alle sind hoffentlich irgendwann einmal im Wald gewesen. Viele Menschen machen hier regelmäßig Spaziergänge – so wie Josef H. Reichholf, der regelmäßig mit kritischem Blick durch die Wälder streift. Nicht selten zieht es ihn dabei in einen Wald, den es bei uns heute kaum noch gibt, den Auwald. Schon als Kind stromerte er in diesen »Dschungeln« am unteren Inn umher.

In seinem neuen Buch »Waldnatur. Ein bedrohter Lebensraum für Tiere und Pflanzen« – dem zweiten Band seiner im oekom verlag erscheinenden Natur-Trilogie (es folgt »Stadtnatur«) – schildert der passionierte Beobachter, Bestsellerautor und Wissenschaftler, was man bei Waldgängen sehen und erleben kann. Er durchwandert urwaldartige Auwälder und Fichtenforste, erkundet den blühenden Frühsommer ebenso wie den vermeintlich kargen Winter, blickt voraus in die ungewisse Zukunft vieler Baumarten und gewohnt kritisch auf das Tun von Forstverwaltungen und Jagd. Indem er das große Ganze ebenso betrachtet wie mikroskopisch kleine Vorgänge, lässt er uns die Vielfalt der Natur erfahren und bietet eine sehr persönliche Auswahl an Themen, die illustrieren und ergänzen, was die Natur unserer Wälder ausmacht – und wie ihre Zukunft aussehen kann.

Zum Autor:
Viele der Bücher von Josef. H. Reichholf erreichten den Status von Long- und Bestsellern. Reichholf lehrte 30 Jahre Ökologie und Naturschutz an der Technischen Universität München. Er war umfangreich im nationalen und internationalen Naturschutz tätig und forschte intensiv in Auwäldern und Forsten in Südostbayern. Der mehrfach ausgezeichnete Wissenschaftler und Autor zählt laut Cicero-Ranking zu den 40 prominentesten Naturwissenschaftlern Deutschlands. Zuletzt vom ihm im oekom verlag erschienen: »Flussnatur« (2021).

oekom Verlag 2022, 320 Seiten, € 24,00 (D), 24,70 (A) /
ISBN 978-3-96238-349-7








Verschiedenes 

NABU: Holzverfeuerung ist nicht klimaneutral

Miller: Bedarf an Pellets und Co. treibt die Abholzung des Waldes in besorgniserregender Geschwindigkeit voran

Berlin, 7.9.22 - Unter dem Eindruck der Energiekrise und steigenden Energiekosten wird das Heizen mit Holz aktuell als nachhaltige und klimafreundliche Alternative zu Öl und Gas angepriesen. Diese Behauptung ist falsch, kritisiert der NABU. Die Holzverbrennung ist nicht nur klimaschädlich – sie schwächt auch den Wald als Ökosystem, als wichtigen Kohlenstoffspeicher und verschwendet äußerst wertvolle Ressourcen.

NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller: “Der Holzhunger in deutschen Wäldern nimmt kein Ende. Der wachsende Bedarf an Pellets, Holzscheiten und Holzhackschnitzeln treibt den Nutzungsdruck auf die Wälder immer weiter voran. Dabei sind Wälder unsere engsten Verbündeten, um die globale Erderhitzung und das Artensterben zu bekämpfen. Anstatt sie zu verbrennen, müssen sie geschützt, schonend genutzt und ihre Kohlenstoffspeicher ausgebaut werden.”

Die Holzverfeuerung wird oft als klimaneutral bezeichnet, da bei der Verbrennung genauso viel CO2 ausgestoßen wird, wie in den Jahrzehnten zuvor im Holz gebunden wurde. Doch dieses Argument greift in der akuten Klimakrise zu kurz. Jede Holzernte verursacht Waldschäden und verringert die Menge des Kohlenstoffvorrats im Wald. Gleichzeitig reduziert sich seine auf Jahrzehnte angelegte Senkenleistung. Denn alte, große Bäume binden ungleich mehr CO2 als junge, kleine Bäume. Der aktuell wieder laut werdende Ruf nach einer pauschalen Nutzungsintensivierung würde also unweigerlich mit enormen zusätzlichen Emissionen einhergehen und das Ökosystem Wald destabilisieren. Daten des Thünen-Instituts belegen, dass die deutschen Wälder bereits jetzt im Begriff sind, von einer aktiven CO2-Senke zu einer zusätzlichen CO2-Quelle zu werden.

Hinzu kommt die geringe Energiedichte von Holz: Im Vergleich zu Erdgas verlässt beim Heizen mit Holz pro gewonnene Kilowattstunde ca. dreimal so viel CO2 den Schornstein. Würde man also den jährlichen Erdgasverbrauch in Deutschland durch Holzenergie ersetzen wollen, würde das erstens auf einen Schlag die Menge von ca. zehn deutschen Jahresernten an Holz vernichten und zweitens dabei den CO2-Ausstoß verdreifachen.

NABU-Waldreferent Sven Selbert: “Waldholzverbrennung ist ein Konzept von gestern. Die Holzverfeuerung verursacht enorme Mengen zusätzlicher Emissionen und vermeidbarer Waldschäden. Statt auf solch schädliche Scheinlösungen zu setzen, muss Deutschland in die Energieeffizienzoffensive gehen und volle Kraft beim Ausbau einer auf grünem Strom basierender Wärmetechnik geben. Gleichzeitig müssen wir die Holzverbrennung zurückfahren und Holz vor allem ressourcenschonend und stoffliche nutzen. Nur wenn wir die ökologischen Grenzen unserer Wälder respektieren und nachwachsende Rohstoffe in Stoffkreisläufen denken, schaffen wir eine lebenswerte Welt für nachfolgende Generationen.”

Hintergrund: Holzverfeuerung in Deutschland
Holzverfeuerung macht laut Umweltbundesamt heute schon rund die Hälfte des deutschen Holzverbrauchs aus. Jährlich werden drei Millionen Tonnen Pellets und mehr als 20 Millionen Tonnen Scheitholz verfeuert – Tendenz steigend. Fast jede zehnte Heizung, die in Deutschland im ersten Halbjahr 2022 installiert wurde, nutzt Pellets, Holzscheite oder Holzhackschnitzel. Auch in Kraftwerken werden große Mengen Waldholz als Beimischung verheizt. Die aktuelle Förderpolitik für Pelletheizungen könnte diese besorgniserregende Entwicklung weiter vorantreiben. Statt Holz zu verfeuern, sollte es entweder zum Biodiversitäts- und Klimaschutz im Ökosystem Wald verbleiben oder stofflich, z.B. als Bau- oder Dämmstoff, genutzt werden. Darüber hinaus braucht es eine Abkehr von kurzlebigen Holzprodukten, wie etwa Einmalpaletten. Vermeintliche “Holzreste” sollten nicht vornehmlich als Brennstoff betrachtet werden. Nur so bleibt klimaschädliches CO2 für einen möglichst langen Zeitraum im Holz gebunden.





Veranstaltungen 

Karlsruhe: Viele Mitmachangebote beim Artenschutztag

Karlsruhe: Viele Mitmachangebote beim Artenschutztag
Artenschutztag Zoo © Zoo Karlsruhe, Timo Deible

36 Institutionen und Vereine beteiligen sich am Aktionstag im Zoo

Im Zoo Karlsruhe steht am kommenden Sonntag, 11. September, der ganze Tag im Zeichen des Artenschutzes. Es gibt 36 Stände mit Informationen und Mitmachangeboten. Der Artenschutztag wird bereits zum sechsten Mal ausgerichtet. Von 10 bis 17 Uhr informieren Institutionen und Vereine an den Stationen. Der Zoo selbst gibt Einblicke in die Themenfelder Biodiversität und Artenschutz sowie die Arbeit der Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe. An den Ständen werden speziell für Kinder viele Quiz- oder Rätselaktionen angeboten. Wissensvermittlung für die gesamte Familie und das aktive Mitmachen stehen an diesem Tag im Mittelpunkt.

"Die wichtigste Aufgabe als Zoo ist der Artenschutz. Wir möchten das Thema bei uns generell den Zoogästen näherbringen und haben einmal im Jahr am Artenschutztag ganz viele Institutionen vor Ort, die sich selbst in dem Themenbereich engagieren. So möchten wir den Artenschutz vor Ort und in der gesamten Welt voranbringen. Über unsere Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe agieren wir seit Jahren ganz direkt, wollen aber auch bei unseren Zoogästen ein Bewusstsein für dieses Thema schaffen", erläutert Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt. Artenschutzkurator Dr. Clemens Becker ergänzt: "Nicht nur die Freizeiterholung, sondern auch das Thema Artenschutz ist grundlegend für einen modernen Zoo. Für uns ist dieses Engagement richtungsweisend. Von lokal bis global, wir betrachten die gesamte Bandbreite und setzen bei den Zoogästen neue Impulse.“

Zahlreiche Instututionen und Vereine beteiligen sich

Plumploris, ein Verein, der sich für den Schutz, die Erforschung und die Bekanntheit von Plumploris einsetzt, das Projekt Red Rhino, die über den Verkauf von Nüssen Geld für den Erhalt von Tierwanderwegen in der Masai Mara generieren sowie das Red Panda Network, die sich im Schutz der Roten Pandas engagieren und die Privatinitiative Herz für Nashörner sind mit zahlreichen Informationen und Aktionen dabei.

Von den Institutionen, die sich für den Erhalt der Natur in der Region einsetzen, sind der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord, der Nationalpark Schwarzwald sowie die Naturfreunde Baden vertreten. Unter den Teilnehmenden, die sich am Artenschutztag mit einem Stand präsentieren, sind langjährige Förderer wie die Zoofreunde Karlsruhe, die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP), der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Sphenisco – Schutz des Humboldt-Pinguins, das Liegenschaftsamt oder der enge Partner des Zoos, die Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur (KEK), die über Klima und Artenschutz durch Aufforstung in Ecuador informiert. Themen rund um die Jagd und das Wildtiermanagement gibt es in diesem Jahr von dem Wildtierbeauftragte, der Deutsche Falkenorden, die Hegegemeinschaft Karlsruher Bergdörfer und der Jägervereinigung Karlsruhe. Das Amt für Abfallwirtschaft und das Ökomobil mit einem Labor auf Rädern sind ebenfalls dabei. Die WBW Fortbildungsgesellschaft für Gewässerentwicklung setzt sich für Umweltbildung zum Thema Gewässer ein und zeigt dies am Artenschutztag.

Die Zoofreunde Karlsruhe informieren über Patenschaften für Tiere und Bäume und wie damit der Artenschutz gestärkt werden kann. Das Gartenbauamt bringt das Thema naturnahe Pflanzungen zum Erhalt der Biodiversität vor der Haustür näher. Artenkenntnis und Artenschutz im Wald rund um Karlsruhe wird von der Waldpädagogik präsentiert. Das Umweltamt informiert über Projekte der Stadt Karlsruhe. Das KIT-Schülerlabor ist mit einem Stand vertreten, der Amphibienschutz in Untergrombach und Grötzingen stellt seine Projekte vor. Auch mit dabei sind die Karlsruher Hobby-Imker, das Naturschutzzentrum Rappenwört, Greenpeace, der WWF sowie der NABU. Zudem informieren die Wildtierauffangstation Karlsruhe (WITAS), Almada Mata Altântica Project und das Hauptzollamt.

Der Artenschutztag ist im Rahmen des üblichen Zooeintritts für die Besucher kostenfrei.





Veranstaltungen 

Symposium: Bauen, Wohnen, Leben

Symposium: Bauen, Wohnen, Leben
Luftbild Karlsruhe © Stadt Karlsruhe, Fränkle

Interdisziplinäre Antworten auf neue Entwicklungen und alte Gewohnheiten

Zum Thema "Bauen, Wohnen, Leben" findet das Symposium des Karlsruher Forums in Kooperation mit dem ZKM und dem Kulturamt Karlsruhe am Mittwoch, 12. Oktober, von 10 bis 18:30 Uhr im Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) statt. Anmeldungen sind ab kommenden Montag, 5. September möglich.

Vorträge und Diskussionen

"Jeder Mensch wohnt irgendwo und irgendwie", formuliert der Philosoph Florian Rötzer, der mit seinem Vortrag "Von der neuen Un-Heimlichkeit" am frühen Nachmittag zu ungewohntem Denken einlädt.
Es kommt nun aber auf das Wo und das Wie des Wohnens an. Dies soll aus verschiedenen Blickwinkeln an diesem Tag interdisziplinär angesprochen und diskutiert werden. Zum Recht auf Wohnen oder dem Wohnen als Recht spricht Bundesverfassungsrichterin Dr. Yvonne Ott über die Bedeutung von Art. 14 GG, "Eigentum verpflichtet ... zu bezahlbarem Wohnraum?". Anschließend wird das seit über 100 Jahren bewährte Wiener Modell des geförderten Wohnbaus durch die Geschäftsführung von Wiener Wohnen vorgestellt. Dem folgen "Steine des Anstoßes" aus der Perspektive von Rolf Gaßmann vom Deutschen Mieterbund und Ottmar H. Wernicke von Haus und Grund Württemberg.

Die Entwicklung von Bauen, Wohnen und Leben zeigen der Intendant der Internationalen Bauausstellung 2027 StadtRegion Stuttgart Andreas Hofer und die Präsidentin der DHBW Prof. Dr. Martina Klärle an gelungenen Beispielen auf. Vorgestellt wird zudem die Quartiersplanung „Der neue Stöckach“ durch die Produktmanagerin der EnBW Verena Gehrmann-Linnerth. Moderiert wird dies fachkundig durch Andreas Grube, Architekt und Vorsitzender der Architektenkammer Karlsruhe.

Unser Zuhause ist ein individuell gestalteter und geschützter Raum. Gleichzeitig öffnen wir digitalen Möglichkeiten Tür und Tor. Aber es ändern sich nicht nur Baustile, Materialien, Klimatische Bedingungen und gesetzliche Rahmenbedingungen, sondern auch das Bedürfnis, auf unterschiedlichste Weise auch Gemeinschaft zu leben. Dazu stellt Prof. Susanne Dürr, Mitglied des Forschungsnetzwerks urbi_et aus Karlsruhe Impulse und Wohnoptionen mit Zukunft vor. Danach führt Prof. Dr. Philipp Meuser anhand preisgekrönter und weniger gelungener Bauten im subsaharischen Afrika in die DNA des Wohnens ein.
Nachhaltigkeit hat viele Facetten – beim Bauen, beim Wohnen, bei Materialien, Produkten und bei deren Design, worüber der Chefkurator des Vitra Design Museums Dr. Jochen Eisenbrand referieren wird.
Wie kann bezahlbares Wohnen im 21. Jahrhundert gelingen? Dieser großen Frage stellen sich der TRK-Vorsitzende und Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe Dr. Frank Mentrup im Gespräch mit dem Architekten Heinz W. Hanen und in der Schlussdiskussion auch alle Referierenden.

Zudem werden die sich aktuell nach oben entwickelnden Energiepreise den Vorträgen und Gesprächen gewiss eine eigene Dynamik geben.
Für alle teilnehmenden Mitglieder der Architektenkammer wird das Symposium zudem als Fortbildung anerkannt.

Anmeldung ab 5. September möglich
Coronabedingt ist die Zahl der Gäste auch in diesem Jahr begrenzt. Daher erfolgt die ausschließliche Anmeldung über den Link auf der Webseite www.karlsruher-forum.de, die ab 5. September 2022 freigeschaltet sein wird. Dort ist auch das Gesamtprogramm zu finden. Die Veranstaltung wird zudem aufgezeichnet werden, um viele Interessierte auf diese Weise zu erreichen. Die Teilnahme an der Tagung ist kostenlos.

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Verschiedenes 

Spektakulärer Protest: Verheizt unsere Wälder nicht!

Spektakulärer Protest: Verheizt unsere Wälder nicht!
(c) Robin Wood

Video-Projektion am Kraftwerk Tiefstack in Hamburg / Umweltorganisationen fordern klimafreundliche Wärmewende statt Holzverbrennung

Hamburg, 2.9.22 - Mit einer spektakulären Video-Projektion am Heizkraftwerk Tiefstack in Hamburg haben die Umweltorganisationen ROBIN WOOD, Deutsche Umwelthilfe und NABU in der Nacht zu heute gegen das Verfeuern von Holz in Kraftwerken protestiert. Gemeinsam mit einer internationalen NGO-Koalition appellieren sie an die Abgeordneten des EU-Parlaments, bei der Abstimmung zur Erneuerbaren-Energien-Richtlinie am 13. September gegen das industrielle Verheizen von Holz zu votieren. Zudem erhöhen die Umweltorganisationen den öffentlichen Druck auf den Hamburger Senat, die klimafreundliche Energiewende voranzutreiben und alle Pläne für eine Umrüstung des Kraftwerks Tiefstack auf Holzverbrennung zu stoppen.

Die EU fördert bislang, dass Mitgliedstaaten Holz für die Energieproduktion nutzen. Aktuelle Studien zeigen jedoch, dass eine Einstufung der Holzverbrennung als erneuerbar – und damit als emissionsfrei – nicht gerechtfertigt ist. Denn die Verbrennung von Holz setzt mindestens ebenso viele Treibhausgase frei wie die Verbrennung fossiler Brennstoffe. Der Ausgleich dieser Belastung dauert Jahrzehnte bis Jahrhunderte.

„Die industrielle Verbrennung von Waldholz ist nicht erneuerbar und hilft nicht beim Klimaschutz. Es wird allerhöchste Zeit, dass das EU-Parlament diese enorme Fehleinschätzung korrigiert und die EU-Richtlinie für erneuerbare Energien an den aktuellen Stand der Wissenschaft anpasst. Unsere Wälder leiden schon so genug unter Hitze und Dürre. Sie müssen geschützt werden, statt für die Brennkammern von Kraftwerken herzuhalten“, sagt Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH.

Auch Hamburg setzt darauf, mit Holzverbrennung die eigene Klimabilanz zu schönen. Zur Umsetzung des notwendigen Kohleausstiegs plant die Umweltbehörde, das stadteigene Kohlekraftwerk Tiefstack auf das Verfeuern von Holz und Gas umzustellen – zusätzlich zur Nutzung industrieller Abwärme und dem Bau von zwei neuen Flusswärmepumpen.

„Die Hamburger Umweltbehörde hält uns entgegen, es solle ausschließlich Rest- und Schadholz verfeuert werden“, sagt ROBIN WOOD-Waldreferentin Jana Ballenthien. „Holz in Kraftwerken zu verfeuern, ist aber grundsätzlich klimaschädlich. In Wäldern gibt es keine Reste. Totholz ist ein unentbehrlicher Lebensraum, Nährstoff und Wasserspeicher. Auch geschädigte Bäume sind mit ihrem genetischen Gedächtnis wichtig für künftige stabile Waldgenerationen im Klimawandel. Zudem lässt sich schwer kontrollieren, ob nicht doch gesundes Rundholz im Kraftwerk landet.“

„Wälder im großen Maßstab in umgerüsteten Kohlekraftwerken zu verfeuern, ist keine innovative Energie- und Wärmewende, sondern eine sehr schlechte Idee. Intakte Wälder sind elementar für den Klima- und Artenschutz. Wir brauchen Investitionen in echte emissionsfreie Erneuerbare sowie Energieeinsparung anstatt kontraproduktiver Scheinlösungen. Die EU darf Energie aus Waldholz nicht länger als erneuerbare Energie fördern – staatliche Unterstützung darf es nur für wirklich klimafreundliche Technologien geben“, sagt Leif Miller, Bundesgeschäftsführer des NABU.

Die Umweltorganisationen kritisieren, dass auch Förderprogramme für „grüne“ Fernwärme wie die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) den Einsatz von Holzbiomasse nicht ausschließen. Die Bundesregierung bezuschusst so die großindustrielle Holzverbrennung und setzt für Betreiber von Wärmenetzen Anreize, die dem Ziel der Klimaneutralität komplett zuwiderlaufen. „Die Holzverbrennung zur Energieproduktion muss komplett von staatlicher Förderung ausgenommen werden, sonst verheizen wir unsere Zukunft“, sagt Ballenthien.

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Verschiedenes 

NABU: Mehr Grün und weniger versiegelte Flächen sorgen für angenehmes Stadtklima

Miller: Städtische Grünflächen puffern Hitze und Starkregen ab und sorgen für angenehmes Klima und natürlichen Hochwasserschutz

Berlin, 1.9.22 – Ob Starkregen oder Hitzeperioden: Die Klimakrise machte in den Sommermonaten vor allem Stadtbewohnerinnen und -bewohnern zu schaffen. Versiegelte Flächen setzen dem Stadtklima dabei besonders zu: Sie heizen sich stark auf und speichern die Wärme auch über Nacht. Im Gegensatz dazu steigt bei Starkregen die Gefahr von Hochwasser und einer Überlastung der Kanalisation. Die Probleme drohen sich weiter verschärfen, da Extremwetterereignisse durch die Klimakrise zukünftig zunehmen werden. Um das städtische Klima zu verbessern, fordert der NABU konsequente Maßnahmen zum Regenwassermanagement, zur Entsiegelung sowie die Förderung von Grünflächen und Fassadenbegrünung.

NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller: „Der Hitzesommer 2022 zeigt einmal mehr, wie sehr Mensch und Natur schon heute unter den Folgen des Klimawandels leiden. Durch den hohen Grad der Versiegelung trifft Stadtbewohnerinnen und -bewohner die enorme Hitze noch heftiger als die Bevölkerung auf dem Land. Dabei ist der Lösungsweg denkbar einfach: Städtische Grünflächen puffern Hitze und Starkregen ab und sorgen so für ein angenehmes Klima und natürlichen Hochwasserschutz. Mehr Grün in der Stadt wirkt zugleich wie ein Staub- und Schadstofffilter, der die Luft reinhält und zugleich Kohlendioxid bindet. Und nicht zuletzt bieten Grünflächen wertvollen Lebensraum für die Artenvielfalt und erhöhen die Lebensqualität für Mensch und Tier.”

Das Gebot der Stunde lautet aber nicht nur, Flächen zu entsiegeln. Es gilt auch zu verhindern, dass zusätzliche Flächen versiegelt werden. So müssen etwa bei der Stadtplanung Grünflächen ausreichend mitgedacht werden. Sie können im Vergleich zu ihrer bebauten Umgebung an heißen, windstillen Tagen um drei bis vier Grad und in klaren Nächten sogar um fünf bis zehn Grad kühler sein. Auch auf Dächern und an Hausfassaden sorgen Pflanzen an heißen Tagen für ein angenehmes Klima. Durch Verdunstung erhöhen sie die Luftfeuchtigkeit und kühlen ihre Umgebung um mehrere Grad ab. Je höherwüchsiger und flächiger die Vegetation, desto größer der Effekt.

Stefan Petzold, Referent für Siedlungsentwicklung: „Bei der Gebäudebegrünung wird in Städten bislang viel Potential verschenkt – etwa bei Flachdächern oder Gebäudefassaden. Dort würde mehr Grün für Abkühlung im Sommer sorgen und Auskühlung im Winter verhindern. Studien zeigen bereits, dass das im Vergleich zu konservativen Klimaanlagen oder automatischen Jalousien, erheblich Kosten einspart. Und nicht zuletzt bietet die Begrünung Lebensraum für Tiere und Pflanzen.“

Hintergrund: Bereits heute leben mehr als Dreiviertel der Deutschen in Städten oder Ballungsräumen – Tendenz steigend. Doch die Klimakrise erschwert das Leben in urbanen Räumen zunehmend. Die Zahl der Hitzetage und Tropennächte über 20 Grad Celsius hat sich im Vergleich zum vorherigen Jahrhundert verdreifacht. Die Flächenversiegelung verschärft das Problem: Asphalt und Beton können an Sommertagen mehr als 60 Grad heiß werden und speichern die hohen Temperaturen auch noch für den Tag darauf. Ohne Regenschauer oder Freiluftschneisen, durch die die Luft zirkulieren kann, kühlen die Städte nur langsam ab – mit erheblichen Konsequenzen für Gesundheit und Leben. So sind in Berlin etwa vier bis fünf Prozent der Sterbefälle im Sommer auf die Hitze zurückzuführen.

Von Gartenbegrünung über Baumpatenschaften bis Bürgerinitiative: Die NABU-Infobroschüre „Stadt-Natur-Plan!“ gibt Bürgerinnen und Bürgern Tipps, wie sie sich aktiv für eine grüne Stadt mit gesundem Klima einsetzen können.

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Verschiedenes 

Verbände warnen vor massenhaftem Einsatz von Heizlüftern

Berlin, 1.9.22 - Vor dem Hintergrund drohender Energieknappheit im Winter und steigender Preise für Erdgas, haben sich die Umweltorganisationen BUND, Deutsche Umwelthilfe (DUH), Germanwatch, Greenpeace, NABU, WWF und der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) heute klar gegen die verstärkte Nutzung von Heizlüftern ausgesprochen. In einem gemeinsamen Papier weisen die Organisationen darauf hin, dass massenhaftes Heizen mit Heizlüftern zu lokalen Stromausfällen führen kann, dass die Strompreise weiter in die Höhe getrieben werden und sich das Ressourcenproblem verschärft.

Die Sorge vor einem kalten Winter lässt Heizlüfter für viele Menschen als gute Alternative erscheinen, aber das Gegenteil sei der Fall, warnen die Verbände. „Nutzen zahlreiche Haushalte Heizlüfter gleichzeitig, kann dies zu einer lokalen Überlastung des Stromnetzes führen. Es besteht die Gefahr von lokalen Stromausfällen, weil die vielen Heizlüfter nicht beim Netzbetreiber angemeldet werden müssen. Netzbetreiber können diese, anders als große Verbraucher, nämlich nicht vom Netz nehmen.“

Zudem warnen die Organisationen vor explodierenden Stromkosten, denn das Heizen von Wohnraum mit Heizlüftern ist teuer. Die vermehrte Nutzung von Heizlüftern würde den Preis für Strom wie eine Spirale noch weiter in die Höhe treiben. Vermeintliche Kosteneinsparungen beim Gas müssten die Verbraucher*innen dann mit deutlich höheren Stromrechnungen bezahlen.
Die Organisationen rufen daher zur Besonnenheit auf. „Private Haushalte werden auch dann noch mit Gas versorgt werden, wenn sich die Versorgungslage in Deutschland verschlechtert. Denn gewisse Verbraucher*innen-Gruppen sind gesetzlich geschützt, auch wenn die Bundesregierung die Notfallstufe – die höchste von drei Warnstufen – ausruft“, heißt es in dem gemeinsamen Papier.

Gleichzeitig weisen die Umweltorganisationen auf wirksamere Alternativen hin. So müsse der Energieverbrauch insgesamt reduziert werden - nicht nur in privaten Haushalten, sondern insbesondere in der Industrie. Zudem appellieren die Organisationen an die Bundesregierung, ihre Anstrengungen bei der Energiewende deutlich zu erhöhen, nicht zuletzt, um die fossilen Abhängigkeiten schneller zu beenden.

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Verschiedenes 

ALLES BEGANN MIT DEM WASSER

ALLES BEGANN MIT DEM WASSER
Blautopf (c) TMBW / Lengler

Sie hat sich Zeit gelassen, die Schwäbische Alb. Rund 200 Millionen Jahre reicht ihre Geschichte zurück, bis in eine Periode, in der Europa vom Jurameer bedeckt war. Das Wasser formt die Alb bis heute, an der Oberfläche und tief unter der Erde

Es ist kühl hier. Ein dichtes Blätterdach und eine hohe Felswand schirmen die Sonne ab. Wie in einer Prozession spaziere ich mit vielen anderen Menschen um den türkisfarbenen Blautopf, eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten auf der Schwäbischen Alb. Die Wasseroberfläche selbst scheint ruhig. Nur der konstante Überlauf an der Beckenseite verrät, dass es sich hier um eine Quelle handelt. Das Wasser rauscht kurz der Stadt Blaubeuren entgegen, wird von einem Becken aufgefangen und macht sich dann als Fluss Blau auf den Weg nach Ulm.

Ich lehne mich an den Holzzaun und starre geistesabwesend an den Grund der Quelle, an dem tiefgrüne Pflanzen in der Strömung wiegen. Vor meinem geistigen Auge werden die Kaltwasserpflanzen von prächtigen bunten Korallen ersetzt, das Gestein von Sand und die Umgebung wird in ein Meer getaucht. Genau zu dieser Zeit vor 200 Millionen Jahren ist vielleicht eine Schule von Ichthyosauriern hier entlang geschwommen, 20 Meter lange, delphinartige Dinosaurier mit langen Schnauzen, und haben spielerisch ein paar Ammoniten angestupst.

Die Traumstrände der Alb

Die Geschichte der Schwäbischen Alb begann mit dem Wasser. Vor etwa 200 Millionen Jahren war der Großteil Europas vom Jurameer bedeckt. Bis zur Kreidezeit, also etwa 60 Millionen Jahre lang, lebten und verendeten in ihm Saurier, Ammoniten, Seelilien und Korallen. Die Zeitspannen sowie die währenddessen entstandenen, mächtigen Gesteinsschichten werden in der Alb Schwarzjura, Braunjura und Weißjura genannt. Während des Schwarzjuras, etwa vor 200 bis 178 Millionen Jahren, war das Meer tropisch warm und von weitläufigen Stränden und Palmen gesäumt, unter anderem dort, wo heute Regensburg steht. Während des Braunjuras war das Meer kühl, gerade mal um die 15 °Celsius warm, zu kalt für Korallen und andere tropische Lebewesen. Aus dem Weißjura, wieder einer tropischen Zeit, stammt die mächtigste Kalkablagerung, sie macht bis zu 550 Meter des 1.000 Meter hohen Mittelgebirges aus.

Neidlinger Wasserfall

Ich bewege meine Zehen im eiskalten Wasser und blicke die Stufen des Neidlinger Wasserfalls hinauf. Welche Kraft das Wasser hier entfaltet. Hier ist es, anders als in einem seicht sprudelnden Topf oder in einer stillen Hüle – einer Wasseransammlung über einer wasserstauenden Schicht – wild und spielerisch. Wo die Lindach den Felsen verlässt, kann ich nicht sehen. Ihre beiden Quellen liegen 20 Meter über dem Wasserfall, verborgen von Ästen. Anders als in Blaubeuren habe ich das Wasserspektakel ganz für mich allein, nur eine Wanderin kommt mir auf dem Waldweg entgegen, der sich nach wenigen Metern einer bunten Streuobstwiese ergibt.

Ein langer Prozess

Die meisten Alb-Wasserfälle befinden sich am Albtrauf im Nordwesten der Schwäbischen Alb. Das hängt mit tektonischen Prozessen zusammen, die nun auch noch ins Spiel kommen. „Durch das Aufreißen des Oberrheingrabens vor Millionen von Jahren hat sich die Alb verkippt und ein Gefälle von Nordwest nach Südost gebildet. An der dadurch steileren Nordwestseite des Mittelgebirges tritt das Wasser in Wasserfällen aus dem Gestein aus,“ erklärt Sandra Teuber, Geografin und Geschäftsführerin des UNESCO Global Geopark Schwäbische Alb.

Der Geopark erstreckt sich über die gesamte Schwäbische Alb. Sandra Teuber und ihr Team betreuen Schauhöhlen, Museen und Naturschutzzentren, sie erstellen Entdeckerkarten und spannende Touren, zeichnen geologische Highlights aus und bemühen sich um einen nachhaltigen Tourismus in der Region. Ein UNESCO Global Geopark ist die Schwäbische Alb seit 2015. Dieses seltene Siegel verdankt sie nicht zuletzt ihrer einzigartigen Karstlandschaft.

Tief unter der Oberfläche

Trotz der Wasserfälle, Quellen und Hülen gibt es auf der Schwäbischen Alb nur sehr wenig Oberflächenwasser. Das liegt an der kalkhaltigen oberen Gesteinsschicht, erklärt Sandra Teuber. „Die Alb ist von Rissen und Spalten durchzogen“, beginnt sie, „das Regenwasser wäscht den Kalkstein des Weißjura Stück für Stück aus und hat innerhalb von Millionen von Jahren ein Unterwassersystem geschaffen, das stetig weiter wächst. Dadurch sind 2.800 uns bekannte Höhlen entstanden und Unterwasserkanäle, die das Wasser in die Töpfe, Wasserfälle und Flüsse leiten. Das bekannteste Beispiel für einen unterirdischen Kanal ist in Immendingen zu sehen. Denn dort wird aus der reißenden Donau ein Rinnsal. “Der Fluss verschwindet – das Wasser versickert oder versinkt – und die Donau kommt erst ein paar Kilometer weiter wieder zum Vorschein”, erzählt Sandra Teuber begeistert.

In der Nebelhöhle in Sonnenbühl bewundere ich die bunt beleuchteten, uralten und zum Teil riesengroßen Stalaktiten und Stalagmiten. Es ist nass in der Höhle. In jedem Tropfen, der sich wie auf magische Weise an der Höhlendecke bildet, wird ein wenig Kalk transportiert, der sich vor dem Herunterfallen oder beim Aufkommen vom Wasser löst und die Kalkgebilde unsichtbar für das Auge weiter wachsen lässt. Und wieder ist es das Wasser, das den Kalk aus dem Gebirge löst und ihm hier eine neue Gestalt verleiht.

INFO:

Mehr Informationen zum Thema gibt es hier: tourismus-bw.de/geoparkalb und schwaebischealb.de

zum Bild oben:
Der Blautopf ist die zweitgrößte Karstquelle Europas (c) TMBW / Lengler

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