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Verschiedenes 

Jetzt die Weichen für eine naturverträgliche Energiewende stellen

Krüger: Stromnetzausbau muss Klima- und Artenkrise berücksichtigen

Berlin/Brüssel: Am 29. Oktober findet bereits zum sechsten Mal das von der EU-Kommission ausgerichtete Kopenhagen-Forum zu Energie-Infrastrukturprojekten statt. Im Mittelpunkt steht das Versprechen, den Grean Deal zu erfüllen. Der NABU begrüßt den Fokus auf Klimaneutralität, kritisiert in diesem Zusammenhang aber, dass die aktuellen Strom- und Gas-Transportnetze zu mehr als 1,5 Grad Erderwärmung beitragen.

Über 40,8 Prozent der Stromerzeugung von EU-Übertragungsnetzbetreibern werden aus Kohle, fossilem Gas, Erdöl und Torf gespeist. Naturverträgliche Windenergie und Solarenergie sind dagegen noch viel zu wenig im europäischen Stromnetz zu finden. Wind und Sonne haben einen Anteil von 39 Prozent an den ins Übertragungsnetz eingespeisten erneuerbaren Energien, während ökologisch schädliche Wasserkraft und nicht-nachhaltige Biomasse zusammen den Löwenanteil ausmachen. „Studien zeigen, eine Energieversorgung aus 100 Prozent naturverträglichen, erneuerbaren Energien ist möglich. Ein schneller Netzausbau beschleunigt die Integration erneuerbarer Energien und das Gelingen der Energiewende. Das reicht aber nicht: Die transeuropäische Energieinfrastruktur muss naturverträglich und sich am 1,5 Grad Ziel ausrichten“, so NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger.

Beim europäischen Stromnetzausbau müssen die Weichen für mehr Naturschutz bei der Energiewende gestellt werden. Denn der Ausbau von Übertragungsnetzen erhöht den Druck auf Flächen und hat Auswirkungen auf die Natur. „Die Europäische Union will die Offshore-Windenergie in der Nord- und Ostsee stark ausbauen. Dabei werden bisher die ökologischen Auswirkungen der Offshore-Konverterplattform, der Seekabel und Anlandepunkte an Küsten zu wenig berücksichtigt. Seekabel werden in Dänemark, den Niederlanden und Deutschland durch hochsensible Naturräume gelegt. Das komplette Wattenmeer ist als Weltnaturerbe der Vereinten Nationen ausgezeichnet, nichts desto trotz steigt die Fülle der Netzanbindungen. Die kommende EU-Strategie für erneuerbare auf See muss den Druck auf die Meere verringern und die ökologischen Belastungsgrenzen der Meere respektieren“, kritisiert Verena Bax, NABU-Referentin für EU-Energiepolitik und Klimaschutz.

Wenn Regulierungsbehörden, Ministerien, Übertragungs- und Fernleitungsnetzbetreiber, Lieferanten und Händler morgen unter dem Dach der EU-Kommission informell zusammen kommen, erwartet der NABU, dass ihre Schlussfolgerungen den Weg zu einer zukunftsfähigen und naturverträglichen Energie-Infrastruktur ebnen. Die Entscheidung wird Auswirkungen auf die kommenden Jahrzehnte haben und muss mögliche Lock-in Effekte verhindern. Die aktuelle Verordnung zu Leitlinien für die transeuropäische Energieinfrastruktur (TEN-E) stammt noch aus der Zeit vor dem Pariser Klimaabkommen. Sie muss an die 1,5 Grad Grenze ausgerichtet werden, das Energieeffizienz-First-Prinzip verankern und dafür sorgen, dass erneuerbare Energien in ökologisch sensiblen Gebieten und Gebieten mit hohem Biodiversitätswert vermieden werden.

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Buch- und CD-Tipps 

Buchtipp: Benjamin Eckert und Fabian Eckert "Die 35-Tage-Challenge"

Buchtipp: Benjamin Eckert und Fabian Eckert "Die 35-Tage-Challenge"

Dein Weg in ein umweltbewusstes Leben

In nur fünf Wochen das eigene Leben nachhaltig umkrempeln? Nichts leichter als das! … zumindest, wenn man einen Begleiter wie diesen hat: mit seinen 35 Tages- und 5 Wochen-Challenges ist der Umstieg in ein ressourcenleichtes, klimaschonendes Leben gar nicht schwer.

Alle Challenges enthalten einen Anfänger- und einen Expertenmodus. Kleine Veränderungen ermöglichen einen leichten Start, Next-Level-Aufgaben reduzieren den ökologischen Fußabdruck deutlich. Der Clou dabei: Die zahlreichen Informationen, Tipps und praktischen Anleitungen verknüpfen Klimaschutz mit individuellen Aspekten wie gesundheitlichem Wohlbefinden und Lebenszufriedenheit.

• In 35 Tagen zu einem nachhaltigen Lebensstil
• Tages- und Wochen-Challenges für Anfänger und Profis
• Mit zahlreichen Tipps und Informationen

Die Autoren:

Benjamin Eckert, Jahrgang 1985, studierte Betriebswirtschaftslehre an der Steinbeis-Hochschule Berlin und ist heute Abteilungsleiter bei einem der weltweit führenden Logistikdienstleister. Der Wirtschaftswissenschaftler kam über die Umstellung auf eine umweltfreundliche Ernährungsweise zum aktiven Klimaschutz, ohne vorher viel über einen nachhaltigen Lebensstil nachgedacht zu haben. Aus seiner eigenen Erfahrung heraus ist er überzeugt, dass jeder seinen Teil zum Kampf gegen die Klimakrise beitragen kann – auch ohne umfassendes Vorwissen.

Fabian Eckert, Jahrgang 1988, kämpft seit 2008 aktiv für den Klimaschutz. Sein Fokus liegt dabei auf nachhaltigen Energiekonzepten. Er studierte Regenerative Energien und Energieeffizienz an der OTH Regensburg. Als Experte für Energiespeicher arbeitete er sechs Jahre lang an der Forschungsstelle Energienetze und Energiespeicher. Heute arbeitet er als Gesellschafter bei Consolinno Energy an der Zukunft der Energie. Und weil Energie nicht alles ist, verzichtet Fabian Eckert gern aufs Auto und ernährt sich vegan.

oekom Verlag 2020, 160 Seiten, € 19 (D)
ISBN 978-3-96238-175-2





Verschiedenes 

NABU: EU-Biodiversitätsstrategie erhält grünes Licht der Mitgliedstaaten

Miller: Getrübte Freude – Agrarminister sabotieren Masterplan zur Rettung der Artenvielfalt

Brüssel. 23.10.2020 – Am heutigen Freitag erteilen die EU-Umweltminister unter Vorsitz von Bundesumweltministerin Svenja Schulze der EU-Biodiversitätsstrategie grünes Licht. Erstmals legt die EU damit die für den Natur- und Klimaschutz erforderliche Renaturierung von Mooren, Grünlandflächen, naturnahen Wäldern und Meeresgebieten verbindlich fest. Die Strategie ist ein wesentlicher Teil des Europäischen Green Deal und wurde von der Europäischen Kommission am 20. Mai 2020 veröffentlicht. Sie gilt bis 2030.

Leif Miller, NABU-Bundesgeschäftsführer: „Endlich bekennen sich die EU-Staaten zu einem neuen Masterplan zur Rettung der Biodiversität mit dem sie die Artenkrise bekämpfen wollen und Schäden an Natur und Landschaft heilen. Es ist ein starkes Zeichen und wichtiger Rückenwind für den Green Deal. Doch bei aller Freude: Dieser Beschluss trägt einen bitteren Beigeschmack. Während sich die Umweltminister zur Rettung der Artenvielfalt aufmachen, boykottieren die Agrarminister unter Julia Klöckner sowie das Europäische Parlament diese Ziele mit ihren Beschlüssen zur Agrarpolitik. Die Agrarminister nehmen sehenden Auges in Kauf, dass Landschaften und Lebensräume zerstört werden und sich die Arten- und Klimakrise weiter verschärfen. So wird der Green Deal beerdigt.“

Ein wesentlicher Streitpunkt: Der Raum, der künftig für die Natur auf Wiesen und Feldern zur Verfügung stehen soll. Die EU-Biodiversitätsstrategie sieht dies auf zehn Prozent der Agrarflächen vor. Dieser Anteil ist nach wissenschaftlichen Studien mindestens nötig, um das Überleben zahlreicher Feldvogelarten und bestäubender Insekten zu sichern. „Wenn wir zehn Prozent Platz für die Natur schaffen, wird die Zahl der stark dezimierten Feldvögel um 60 Prozent zunehmen“, so Miller unter Berufung auf eine Studie des Bundesamts für Naturschutz und des Dachverbands Deutscher Avifaunisten.

Die Agrarminister jedoch wollen bislang lediglich fünf Prozent Biodiversitätsflächen zustimmen. Diese sollen zudem weiter bewirtschaftet werden können. „Dies ist eine katastrophale Nachricht für bestäubende Insekten und Feldvögel“, warnt der NABU-Bundesgeschäftsführer. Am heutigen Freitag stimmt das EU-Parlament über die EU-Agrarpolitik ab und es drohen weitere Verschlechterungen für Biodiversität und Klima. Unter dem Motto #VoteDownThisCAP rufen Greta Thunberg, Luisa Neubauer, der NABU und viele weitere zur Ablehnung der Beschlüsse auf, um einen Neuanfang in der Agrarpolitik herbeizuführen. Nach Ansicht des NABU muss die EU-Kommission darauf bestehen, auch in der Agrarpolitik den Europäischen Green Deal umzusetzen.

„Angesichts dieser schwierigen Verhandlungsbedingungen ist es ein großer Erfolg von Bundesumweltministerin Svenja Schulze ein solch starkes Bekenntnis aller Länder zum Naturschutz zu erreichen. Nun muss die hundertprozentige Umsetzung in Deutschland erfolgen, um echte Verbesserung für den Klima- und Artenschutz zu erreichen“, so Raphael Weyland, Leiter des Brüsseler NABU-Büros.

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Verschiedenes 

NABU-Präsident appelliert an EU-Abgeordnete: Stimmen Sie gegen den GAP-Bericht!

Berlin/Brüssel, 23.10.2020 - Wenige Stunden vor der Abstimmung über die EU-Agrarpolitik im Europäischen Parlament appelliert NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger an die EU-Abgeordneten:

„Als Sie 2019 in das Europäische Parlament gewählt wurden, war der Schutz von Klima und Umwelt das entscheidende Thema der Wählerinnen und Wähler. Als Konsequenz aus diesem Wahlergebnis wurde der weltweit beachtete Europäische Green Deal entwickelt. Jetzt haben Sie die Chance, sich zu entscheiden: Stehen Sie für einen sozial gerechten und ökologischen Wandel, der so umfassend und zügig eingeleitet wird, wie es die Wissenschaft und große Teile der Gesellschaft verlangen? Oder wollen Sie die Instrumente der Vergangenheit verlängern, die mit unseren Steuergeldern die Erhitzung des Klimas, das Artensterben und das Verschwinden von Bauernhöfen befeuern?

Der Bericht zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), der Ihnen vorliegt, entspricht in keinster Weise dem, was notwendig ist, um die Zukunft unserer Kinder, unseres Klimas, unserer Landwirtschaft und eines gemeinsamen Europas zu sichern. Er läuft den Zielen des Europäischen Green Deal eklatant zuwider. Denn es ist nicht vorgesehen, dass die EU-Kommission die nationalen Umsetzungen, die bis 2027 gelten, hinsichtlich der Green-Deal-Ziele überprüft.

Stimmen Sie also dem Bericht zu, würde die Erfüllung der weltweit gegebenen Biodiversitäts- und Klimaversprechen so gut wie unmöglich und das Ansehen der EU und dieses Parlaments bei UN-Konferenzen schwer beschädigt. Daher bitte ich Sie, lehnen Sie diesen Bericht ab. Das, was auf dem Spiel steht, ist wichtiger als die Verzögerung durch einige Monate weiterer demokratischer Beratungen.“





Verschiedenes 

NABU: Natur und Klima sind große Verlierer der Abstimmung zur EU-Agrarpolitik

Miller: Europäischer Green Deal droht zur Bruchlandung zu werden

Berlin/Brüssel. 23.10.2020 - Das Europäische Parlament hat beschlossen, die Agrarpolitik der EU bis 2027 im Wesentlichen unverändert zu belassen. Und das trotz erheblicher Kritik vonseiten der Wissenschaft, einer großen Bewegung aus Klima-, Umwelt- und progressiven Agrarverbänden sowie Sozialdemokraten, Grünen und Linken.

Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) macht ein Drittel des gesamten EU-Haushalts aus. Die Entscheidung aus Brüssel führt dazu, dass ein Großteil der Steuergelder weiterhin Natur und Klima schädigt, an außerlandwirtschaftliche Grundbesitzer und die vor- und nachgelagerte Agrarindustrie weitergereicht werden. Landwirte, die umsteuern wollen und aufgrund von zunehmenden Auflagen auch müssen, werden so massiv benachteiligt.

"Die Abgeordneten aus CDU/CSU, FDP und ihrer europäischen Schwesterparteien wollen Steuergelder von morgen für eine zerstörerische Agrarpolitik von vorgestern verplanen", so Miller. Zu Recht hätten sich Greta Thunberg und die Fridays For Future-Bewegung mit #VoteThisCAPDown lautstark zu Wort gemeldet. „Hier werden die Chancen unserer Kinder, zukünftig ein gutes Leben mit einer intakten Natur und gesund erzeugten Lebensmitteln zu führen, verbaut", sagte der NABU-Bundesgeschäftsführer.

Der NABU fordert Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf, von ihrem Recht Gebrauch zu machen, die Verhandlungen abzubrechen und einen neuen GAP-Vorschlag zu unterbreiten. „Der derzeitige Entwurf stammt noch von ihrem Vorgänger Jean-Claude Juncker und widerspricht allem, womit sie und ihr Green Deal gestartet sind. Wenn sie diese GAP-Verhandlungen jetzt nicht stoppt, wird der Green Deal keine Mond- sondern eine Bruchlandung – zumindest was die Landwirtschaft betrifft“, sagte Miller.

Die aus der Sicht des NABU wichtigsten Kritikpunkte am Beschluss des EU-Parlaments:

- Verglichen mit dem ohnehin schwachen Vorschlag der EU-Kommission von 2018 will das Parlament die verbindlichen Umweltregeln für die Landwirtschaft schwächer gestalten: Statt der nötigen zehn Prozent auf der gesamten landwirtschaftlichen Fläche müssen Landwirte nur fünf Prozent des Ackerlands für den Naturschutz zur Verfügung stellen. Die wiederum dürfen sogar weiterhin beispielsweise für den Anbau von Leguminosen oder Zwischenfrüchten genutzt werden. Diese Regelungen gelten aktuell auch und haben nur zu insgesamt 1,5 Prozent Naturflächen in der Agrarlandschaft geführt. Ein Fortschritt ist hier also nicht zu erwarten.

- Im Gegensatz zum Agrarministerrat fordert das Parlament zwar zehn Prozent mehr, nämlich 30 Prozent der Ersten Säule, für die Finanzierung von freiwilligen Umweltmaßnahmen (EcoSchemes/Ökoregelungen) zu reservieren. Gleichzeitig enthält die Forderung jede Menge Schlupflöcher, sodass damit auch rein ökonomische Ziele gefördert werden können. Der NABU fordert in Übereinstimmung mit der Wissenschaft, dass die gesamte Erste Säule für gesellschaftliche Leistungen genutzt werden muss.

- Katastrophal für die Chancen der EU klimaneutral und biodiversitätsverträglich zu werden, ist der Standpunkt des Parlaments, dass die Ziele des Green Deal von der EU-Kommission nicht für die Überprüfung der nationalen Umsetzung genutzt werden können. Zwar bekannten sich die Abgeordneten mehrheitlich zu einer Ausrichtung der GAP an dem Pariser Klimaabkommen. Ein verbindliches Reduktionsziel von 30 Prozent bis 2030 bekam dagegen keine ausreichende Unterstützung, weil sich die Europäische Volkspartei und Teile der Liberalen querstellten.





Verschiedenes 

Artenschutz / Internationaler Schneeleopardentag (23.10.)

Artenschutz / Internationaler Schneeleopardentag (23.10.)
Schneeleopard (c) Nabu, Foto: HeikeFinke

Mensch-Wildtier-Konflikte: NABU greift drei verletzte Schneeleoparden in vier Monaten auf

NABU zum Tag des Schneeleoparden: "Lebensraum für Großkatze schrumpft, Bewusstsein in der Bevölkerung wächst"

Berlin/Bischkek, 21.10.2020 - Die Konflikte zwischen Schneeleoparden und Menschen nehmen zu. Diese Beobachtung meldet der NABU zum "Tag des Schneeleoparden" am 23. Oktober und macht zugleich auf die Bedrohung der seltenen Großkatze aufmerksam. "In einem Zeitraum von vier Monaten griff unsere Anti-Wilderei-Einheit in Kirgistan gleich drei geschwächte und durch Menschen verletzte Schneeleoparden auf. Einer davon war von Schrot geradezu zerlöchert", so Thomas Tennhardt, NABU-Direktor Internationales. Die tadschikische Partnerorganisation "ANCOT" meldete in demselben Zeitraum zehn Fälle.

"Mittlerweile leben nur noch 4.000 bis 6.400 Schneeleoparden in freier Wildbahn - und ihr Lebensraum schrumpft", so Katja Kaupisch, NABU-Referentin für Weide- und Wildtiermanagement. "Er wird übernutzt, zerschnitten und immer dichter besiedelt, die Zahl der Beutetiere nimmt ab." Hinzu komme der Klimawandel, von dem nach Einschätzungen des Weltklimarates die asiatischen Gebirge zu den am stärksten betroffenen Regionen der Erde zählen. "Das führt dazu, dass Schneeleoparden immer häufiger in menschliche Siedlungen eindringen, wo Schafe oder Ziegen eine leichte Beute darstellen. Präventiv- oder Vergeltungsangriffe durch Hirten, für die ihre Haustiere oft die Existenzgrundlage darstellen, können schwerwiegende Folgen haben", so Kaupisch.

Die gehäuften Fälle der gemeldeten und sichergestellten Schneeleoparden seien jedoch auch Ausdruck eines gestiegenen Bewusstseins für die Tiere, so der NABU, der seit Anfang der 90er Jahre in Kirgistan für den Schutz der Schneeleoparden aktiv ist. Neben Umweltbildung und der Anti-Wilderei-Einheit unterhält der NABU ein Reha-Zentrum für verletzte Tiere, in dem auch zwei der in diesem Jahr beschlagnahmten Schneeleoparden untergebracht sind. Um den Tieren, die aus gesundheitlichen Gründen nicht wieder ausgewildert werden können, in Zukunft mehr Platz bieten zu können, plant der NABU im kommenden Jahr den Bau eines neuen Rehabilitations- und Umweltbildungszentrums im Tschüi-Gebiet im Norden des Landes.

Sein Engagement für den Schutz von Schneeleoparden hat der NABU mittlerweile auch auf Tadschikistan, Pakistan und Nepal ausgeweitet, wo der Verband mit Partnerorganisationen gemeindebasiert arbeitet und zum Beispiel durch einbruchsichere Ställe für Haustierherden und einem Versicherungssystem daran arbeitet, Mensch-Tier-Konflikten vorzubeugen und das Image des Schneeleoparden zu verbessern.

Auch auf politischer Ebene macht sich der NABU für den Schutz von Schneeleoparden stark. So kamen 2013 auf Initiative des NABU erstmals alle zwölf Länder zusammen, in denen der Schneeleopard beheimatet ist, um über den Erhalt der Art zu beraten. Die Verbreitungsstaaten verabschiedeten ein Schutzprogramm mit dem Ziel, die 20 wichtigsten Gebiete für den Schneeleoparden unter Schutz zu stellen. Der Tag dieser Verabschiedung, der 23. Oktober, wird seither weltweit als "Internationaler Tag des Schneeleoparden" gefeiert.

Wer den NABU bei der Rettung der Schneeleoparden unterstützen will, kann unter www.schneeleopard.de eine Patenschaft abschließen - zugleich eine attraktive Geschenkidee für Weihnachten.

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NABU: Trendwende adé - Agrarpolitik im Rückwärtsgang

Miller: Agrarminister blockieren Lösungen für Klima- und Artenkrise

Brüssel, 21.10.2020 – Die Einigung der EU-Agrarminister zur künftigen gemeinsamen Agrarpolitik bewertet der NABU als Armutszeugnis für den Klima- und Artenschutz. NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller:

„Die Landwirtschaftsminister haben dem Europäischen Green Deal heute eine Kampfansage erteilt. Statt Hunderttausenden Agrarbetrieben bei der Umstellung auf eine klima- und naturverträgliche Zukunft zu helfen, zementieren sie mit Steuergeldern von morgen ein schädliches Subventionssystem von vorgestern. Existenzielle Probleme wie die Klimakrise, Dürren und Insektensterben werden so nicht gelöst. Im Gegenteil: Die Betriebe werden allein gelassen mit unweigerlich steigenden Klima- und Umweltauflagen. Dieser Beschluss ist ein deutlicher Rückschritt gegenüber den viel zu schwachen Reformvorschlägen der Kommission.“
Die ohnehin wenigen Umweltambitionen, mit denen Julia Klöckner die deutsche Ratspräsidentschaft angetreten war, wurden in den Verhandlungen stark aufgeweicht. Aus Angst vor Konflikten mit Interessenverbänden habe die Ministerin den kleinsten gemeinsamen Nenner gesucht – zu Lasten von Natur und Klima, kommentiert Miller. Nach bisherigen Informationen wird es bei den Bedingungen für den Erhalt von Subventionen keine Fortschritte dahingehend geben, dass Betriebe nicht-produktive Flächen für die Biodiversität zur Verfügung stellen müssen. Das allerdings wäre der entscheidende Schlüssel, um bestäubenden Insekten und Vögeln zu helfen. EU-weit schwinden Arten und Lebensräume in atemberaubenden Tempo, wie vorgestern erneut ein Bericht der EU-Umweltagentur unterstrich.

Zwar habe Bundesagrarministerin Julia Klöckner ein Mindestbudget für die sogenannten Öko-Regelungen (Eco-Schemes) von 20 Prozent durchgesetzt, ohne jedoch konkrete Vorgaben zur Wirksamkeit der Maßnahmen zu machen. Im ungünstigsten Fall sollten diese zudem erst ab 2025 greifen, so Miller. Das wäre viel zu spät und deutlich zu wenig für eine echte Trendwende in der Agrarpolitik.

Der NABU hofft nun darauf, dass zumindest die EU-Parlamentarier bei ihren finalen Abstimmungen in den nächsten Tagen noch die Möglichkeit nutzen, die Agrarpolitik klar mit den Zielen des Green Deal und des Pariser Klima-Abkommens zu verknüpfen. Die entsprechenden Anträge stehen voraussichtlich am heutigen Mittwoch zur Abstimmung (AM1199 und AM808).





Verschiedenes 

NABU: Bundesmarine versagt beim Schutz bedrohter Schweinswale

Untersuchungsbericht von Minensprengungen im Fehrmarnbelt: Mindestens acht Schweinswale getötet

Berlin/Neumünster, 21.10.2020 – Ende August 2019, zur Fortpflanzungszeit der Schweinswale, sprengte ein NATO-Flottenverband unter Beteiligung der Bundesmarine 42 britische Grundminen aus dem Zweiten Weltkrieg im Naturschutzgebiet Fehmarnbelt. Jetzt wurden die abschließenden Untersuchungen zu den Auswirkungen auf streng geschützte und vom Aussterben bedrohte Wale vom Bundesumweltministerium veröffentlicht: Mindestens acht der kleinen Zahnwale wurden getötet. Die Bundeswehr teilte jetzt mit, bis auf Weiteres auf geplante Sprengversuche an einer ausgemusterten Fregatte in der Ostsee zu verzichten.

Der zwischen dem Bundesumwelt- und Bundesverteidigungsministerium abgestimmte Untersuchungsbericht präsentiert niederschmetternde Fakten: Die Minensprengungen im Schutzgebiet Fehmarnbelt, im wichtigsten Fortpflanzungs- und Migrationskorridor für Schweinswale in der deutschen Ostsee, haben zum Tod von mindestens acht streng geschützten Walen geführt. Die Explosionen von jeweils über 300 Kilogramm Sprengstoff führten noch in mehreren Kilometern Entfernung zu tödlichen Verletzungen. Die Schockwelle zerriss Gewebe, führte zu Organ- und Gehörschäden bei den Walen, Experten sprechen von Explosionstraumata. Noch in über 20 Kilometern Entfernung wurde der 2013 zum Schutz von Schweinswalen eingeführte Grenzwert von 160 Dezibel überschritten. Darüber hinaus zerstörten 39 der Explosionen nach europäischem Recht geschützte Riffe in einem Radius von bis zu 30 Metern.

Nach Auffassung des NABU zeigt der Bericht das Totalversagen der Bundesmarine beim Schutz mariner Säugetiere und einen Verstoß gegen geltendes Naturschutzrecht. „Die Bundesmarine muss Konsequenzen ziehen und ihre Einstellung zum Natur- und Artenschutz grundsätzlich überdenken. Das betrifft auch die verbindliche Durchführung von Umweltverträglichkeitsprüfungen vor unvermeidlichen Sprengungen“, so NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger. „Es ist gut, dass nun erste Sprengversuche ausgesetzt und Handlungsleitfäden für die Marine entwickelt werden sollen. Das ist aber längst nicht ausreichend. Unterwassersprengungen müssen grundsätzlich vermieden werden. Wir brauchen dringend eine nationale Strategie zum Umgang mit dem gefährlichen Weltkriegserbe am Grund von Nord- und Ostsee.“

Unterwasserschall ist zur Hauptbedrohung von Schweinswalen in Nord- und Ostsee geworden. „Wir sind beunruhigt über die jüngsten Forschungen, die zeigen, dass viele Wale Schädigungen des Gehörs aufweisen. Ohne ihren spezialisierten Sinn der Echolokation können Wale weder Schiffen noch tödlichen Stellnetzen ausweichen. Das führte im Zeitraum des Untersuchungsberichts zum Tod mindestens zweier weiterer Wale. Wir müssen endlich mehr für den marinen Artenschutz tun“, mahnt NABU-Meeresschutzexperte Dr. Kim Detloff.

Erst am 8. Oktober hatte das Bundesamt für Naturschutz (BfN) seine aktuelle Rote Liste bedrohter Tierarten herausgegeben. Der Schweinswal gilt in der deutschen Ostsee als vom Aussterben bedroht. Unterwasserlärm durch Sprengungen von Altmunition zählt dabei zu den größten Gefahren für das Überleben der kleinen Wale.

Der NABU appelliert an die Bundesregierung, jetzt die notwendigen Strukturen und Finanzmittel für die strategische und naturverträgliche Bergung von Altmunition bereitzustellen. Ähnlich hatte sich auch die Konferenz der Umweltminister von Bund und Ländern Ende 2019 positioniert. Die Bundeswehr ist aufgefordert, konsequent auf alternative Entsorgungsmethoden für Munitionsaltlasten zu setzen und ihre Sprengversuche nicht ins Ausland zu verlagern.

Das BfN sieht in seinem Untersuchungsbericht zu den Minensprengungen auch das Ziel des günstigen Erhaltungszustands des Schweinswals im Naturschutzgebiet Fehmarnbelt gefährdet. Das müsse auch im Zusammenhang mit anderen Beeinträchtigungen, wie der geplanten Fehmarnbeltquerung, betrachtet werden, so Detloff. Bis Anfang Oktober verhandelte das Bundesverwaltungsgericht über die Rechtmäßigkeit der Baugenehmigung für den Fehmarnbelttunnel.

Hintergrund

Die Bundestagsabgeordnete Steffi Lemke von Bündnis 90/Die Grünen hatte bereits im November 2019 mit einer Kleinen Anfrage die notwendigen Untersuchungen zu den Minensprengungen im Schutzgebiet zwischen dem 28. und 31. August 2019 ausgelöst. Der NABU hatte eigene Recherchen gestartet und Bundesumwelt- und Bundesverteidigungsministerium zur Aufklärung aufgefordert.

Nach den Sprengungen wurden 41 tote Schweinswale gefunden, von denen 24 obduziert werden und acht dem NATO-Manöver zugeordnet werden konnten. Die Dunkelziffer getöteter Wale kann nach Auffassung des NABU noch höher liegen, da im November weitere Sprengungen in dänischen Hoheitsgewässern durchgeführt wurden.

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