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Verschiedenes 

NABU: Sperling wieder auf Platz eins, Vogelzahlen leicht rückläufig

NABU: Sperling wieder auf Platz eins, Vogelzahlen leicht rückläufig
Stunde der Gartenvögel / Foto: nabu, Sebastian Hennigs

56.000 Teilnehmer haben aus fast 37.000 Gärten über 1.244.000 Vögel bei der Stunde der Gartenvögel gemeldet

Berlin – Der NABU und sein bayerischer Partner LBV freuen sich über eine gute Beteiligung bei der 14. Stunde der Gartenvögel, die von Vatertag bis Muttertag, vom 10. bis 13. Mai, stattfand. Über 56.000 Teilnehmer haben aus fast 37.000 Gärten Beobachtungen gemeldet. Der Haussperling bleibt mit 4,9 erfassten Individuen pro Meldung häufigster Gartenvogel, gefolgt von Amsel, Kohlmeise, Star und Feldsperling.

„Die gute Beteiligung zeigt, dass viele Menschen ein großes Interesse an der Natur haben und bereit sind, sich für den Erhalt der Artenvielfalt zu engagieren“, sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Das lässt auch darauf hoffen, dass immer mehr Hobbygärtner darauf achten, ihren Garten besonders vogel- und naturfreundlich gestalten.“

Insgesamt wurden bei der Stunde der Gartenvögel 33,8 Vögel pro Garten gesichtet. Damit liegt das Endergebnis 3,1 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt von 34,9 Vögeln pro Garten. „Sieben der 15 häufigsten Gartenvogelarten weisen in diesem Jahr den niedrigsten jemals pro Garten gemessenen Wert auf. Nur vier Arten wurden in den üblichen Mengen gesichtet“, sagt Miller.

Leicht positive Nachrichten gibt es vom Vogel des Jahres 2018, dem Star. „Er wurde mit im Schnitt 2,1 Vögeln pro Garten gemeldet“, so Miller. „Das ist nur leicht unter dem Durchschnitt von 2,35 Staren, der seit 2006 gemessen wurde. Vor Beginn der Stunde der Gartenvögel, insbesondere zwischen 2002 und 2006 hatte der Star deutschlandweit dramatisch um über ein Drittel abgenommen. Seitdem hält sich der Bestand fast stabil, von den Beständen, die es bis zur Jahrtausendwende gab, sind die Stare jedoch weit entfernt.“

Bei Amsel und Grünfink haben sich die vermutlich krankheitsbedingten Rückgänge fortgesetzt. Die Amsel leidet unter dem Usutu-Virus. Bereits im vergangenen Jahr konnten NABU-Experten gemeinsam mit dem Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin nachweisen, dass der Rückgang der Amsel vor allem im Verbreitungsgebiet des Virus stattfindet. Beim Grünfink zeigen sich seit 2013 deutliche Rückgänge im Bestand, die vermutlich auf das Grünfinkensterben aufgrund von Trichomonaden-Infektionen zurückzuführen sind.

Besonders Arten, die ausschließlich Insekten fressen oder zumindest ihre Jungen mit Insekten füttern, wie Meisen, wurden in diesem Jahr deutlich weniger gezählt. „Das passt zum generellen Trend der besonders starken Abnahme insektenfressender Vogelarten und muss weiter beobachtet werden“, so Miller. „Wer diesen Vögeln helfen will, sollte seinen Garten naturnah mit heimischen Büschen und Bäumen bepflanzen.“ Wie es um die Nahrung vieler Vögel, die Insekten, in Deutschland bestellt ist, darum geht es bei der neuen Citizen-Science-Aktion Insektensommer, dessen erste Phase noch bis 10. Juni läuft. Miller: „Wem das Schicksal unserer Gartenvögel am Herzen liegt, der sollte auch bei unserer Insektenzählung mitmachen.“

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Verschiedenes 

NABU: So gedeiht Gemüse ganz ohne Gift im Garten

Der NABU gibt Tipps, wie Pflanzen natürlich stark werden gegen Krankheiten, Pilze und Schädlinge

Berlin – Abwarten und Tee trinken – das ist auch im Garten oft das beste Rezept bei kleineren Problemen. Denn wer seinen Pflanzen ausreichend Zeit gibt, sich selbst gegen Schädlinge, Pilze und Krankheiten zu wehren, wird mit gesunden und kräftigen Pflanzen belohnt. Zum Tag des Gartens am 10. Juni gibt der NABU Tipps, wie Hobbygärtner ganz ohne den Einsatz von Gift ihre Pflanzen stark machen können.

„Pestizide sind im Garten leider immer noch weit verbreitet“, sagt NABU-Gartenexpertin Marja Rottleb, „Fast 6.000 Tonnen landen pro Jahr in privaten Gärten – sei es gegen Ameisen auf dem Gartenweg, Unkraut in den Pflaster-Fugen oder Blattläuse am Apfelbaum. Dabei tötet man mit diesen Giften nicht nur die unliebsamen Gäste, sondern auch nützliche Insekten.“ Auch Wildpflanzen, die für viele Insekten wichtig sind, wie Brennnessel, Löwenzahn und Taubnessel, werden beim Einsatz von Herbiziden wie Glyphosat mitvernichtet. „Wer also Insekten und mit ihnen auch Tiere wie Vögel, Igel, Fledermäuse und Eidechsen schützen will, sollte besser auf die Trickkiste der Natur als auf den Giftschrank zurückgreifen“, so Marja Rottleb.

Die Natur bietet eine Fülle wirksamer Mittel – und das dazu noch meist gratis. Jauche aus Brennnesseln kann zum Beispiel als Dünger und ein Brennnessel-Aufguss zum Bekämpfen von Blattläusen eingesetzt werden. Ackerschachtelhalm enthält Kieselsäure. Diese stärkt die Zellwände der Pflanzen und macht so Gemüse stark gegen Blattläuse, Pilze & Co. Rottleb: „Dazu setzt man einen Tee aus diesen Pflanzen an und besprüht die betroffenen Kulturen damit.“

Auch Standort, Boden und Lichtverhältnisse entscheiden mit darüber, ob eine Pflanze gut gewappnet in die Saison startet. Ist der Boden auf die Bedürfnisse der Pflanze angepasst, bekommt sie genug Licht und ist auch an nassen Tagen schnell wieder trocken, haben Pilze kaum eine Chance. Hat die Pflanze ausreichend Abstand zu ihren Nachbarn, können sich Pilze, Blattläuse und andere ungebetene Gäste weniger gut verbreiten. Wichtig ist es auch, Wirtspflanzen von Pilzen aus dem Garten zu verbannen. Etwa den Wacholder, der im Sommer den Birnengitterrost, einen Pilz, beherbergt, der das Laub der Birnbäume befällt.

„Im Gemüsegarten ist die Mischkultur eine Jahrtausende lang erprobte Methode Schädlinge und Krankheiten fernzuhalten und die Pflanzen optimal mit Nährstoffen zu versorgen“, so Marja Rottleb. „So gedeihen Erdbeeren gut neben Knoblauch, Kartoffeln neben Dicken Bohnen und Möhren stehen gern neben Lauch.“

Gärtner können also viel tun, um ihre Pflanzen stark zu machen – und so die Bekämpfung von Schädlingen, Pilzen und Krankheiten weitgehend der Natur überlassen – ganz ohne Gift.

Hintergrund:
Die biologische Vielfalt nimmt deutschlandweit seit Jahren dramatisch ab. Um dem etwas entgegen zu setzen, hat der NABU die Kampagne #gönndirgarten für mehr Vielfalt in Deutschlands Gärten gestartet. Der NABU zeigt Hobbygärtnern, wie jeder etwas für die Tier- und Pflanzenwelt tun kann – mit Tipps und Tricks für den eigenen Balkon oder Garten.

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Veranstaltungen 

Karlsruhe: Vortrag "Bienenschwärmerei" am 12. Juni

Karlsruhe: Vortrag "Bienenschwärmerei" am 12. Juni
Bienen in Reih und Glied / Foto: Rainer Romer

Ein Abend mit Rainer Romer in der Begegnungsstätte Grötzingen

Bienenschwärmereien geht am Dienstag, 12. Juni, um 20 Uhr Rainer Romer nach. Sein Vortrag in Kooperation mit der Ortsverwaltung Grötzingen handelt vom Thema „Globale Gerechtigkeit und ökologisches Gleichgewicht fangen bei jedem von uns an". Der Abend im Augustaraum der Begegnungsstätte Grötzingen, Niddastraße 9, steht im Zusammenhang mit dem temporären Kunstwerk und der Ausstellung von Eva-Maria Lopez "I Never Promised You a Green Garden" in der Begegnungsstätte.

Der Mensch greift mit einer Vielzahl von Aktivitäten in den Naturhaushalt ein. Zwei entscheidende Faktoren jedoch gefährden zunehmend unsere Lebensgrundlagen, die von der Bestäubung durch Bienen und eine Vielzahl anderer Insekten abhängen: Unser Flächenfraß und die Vergiftung mit Ackergiften. Rainer Romer zeigt unter anderem belegte Fakten über Glyphosat und Neonikotinoide nachvollziehbar auf, widmet sich aber auch dem Bienenvolk als eine eusoziale Gemeinschaft. Sein Vortrag mündet schließlich in der Fragestellung: Was können wir von den Entscheidungsprozessen der Bienen und anderer Schwarmtiere lernen, um das Überschreiten der Belastungsgrenzen unserer Erde zu verhindern.

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Verschiedenes 

Meeresschutz braucht entschlossenes Handeln ...

... auf politischer ebenso wie zivilgesellschaftlicher Ebene

Meere und Ozeane bedecken rund zwei Drittel unserer Erdoberfläche. Sie sind essentiell für das Überleben auf unserem Planeten. Anlässlich des Welttags der Meere am 8. Juni ruft Slow Food Deutschland Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu einem verantwortungsvollen Umgang mit den marinen Ökosystemen und deren Ressourcen auf. Der Erhalt der handwerklichen Fischerei sowie ein reduzierter und reflektierter Fischkonsum sind wichtige Voraussetzungen dafür.

Der Welttag der Meere wird jährlich von den Vereinten Nationen ausgerufen und lenkt die öffentliche Aufmerksamkeit auf die aktuellen Herausforderungen im Zusammenhang mit den Meeren: Die Auswirkungen des Klimawandels auf marine Ökosysteme, welche in Gänze noch nicht absehbar sind, die Interessenskonflikte über Ressourcennutzung vor dem Hintergrund einer wachsenden Weltbevölkerung, die illegale Fischerei und nicht zuletzt die anhaltende Überfischung. Die Welternährungsorganisation bewertet 31 Prozent der weltweiten Fischbestände als überfischt. Fangquoten für viele Bestände liegen oberhalb der wissenschaftlichen Empfehlungen, unerwünschter Beifang landet im Netz und geht tot und ungenutzt wieder über Bord.

Nicht zuletzt der EU mangelt es weiterhin an einem konsequent nachhaltigen Fischereimanagement - trotz der Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP). Diese hat zum Ziel, der Überfischung ein Ende zu setzen, Fischpopulationen schrittweise wieder aufzufüllen und sie bis 2020 auf ein ökologisch verträgliches Niveau anzuheben. "Auch wenn wir seit der GFP-Reform Fortschritte verzeichnen, setzen wir die darin definierten Ziele längst nicht konsequent und zügig genug um. Die EU muss nun politische Führungsstärke beweisen und ihre eigene Gesetzgebung einhalten", fordert Nina Wolff, Leiterin der Fisch-Kommission bei Slow Food Deutschland. Sie weist zugleich auf die Handlungsspielräume der Verbraucher hin. "Ein jeder von uns, der die Grenzen der Ökosysteme ignoriert und seinen Fischkonsum nicht kritisch hinterfragt, ist ein kleiner Überfischer. Verbraucher sollten zu Arten greifen, die sich schneller erholen, sich der legalen Herkunft ihres Fischs versichern und ebenso wie bei landwirtschaftlichen Nutztieren nicht nur die edlen Teile, sondern möglichst viel vom Tier genießen", so Wolff.

Slow Food setzt sich für einen Meeresschutz ein, der ökologisch, wirtschaftlich und sozial verträglich ist. "Dazu gehört, die traditionell handwerkliche Fischerei zu fördern, sie in Entscheidungsprozesse einzubinden. Es sind die Kleinfischer, welche ihre lokalen Ökosysteme und Bestände kennen, klug und flexibel auf Änderungen in ihrer Region, beispielsweise aufgrund des Klimawandels, zu reagieren wissen. Ihre Existenz sichert lokale Lebensmittelversorgung in Küstenregionen. Doch sind sie vielerorts zu Zulieferern für Zwischenhändler, den Großhandel und Auktionen degradiert worden", erklärt Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland und fordert die Politik auf, regulierend einzugreifen, um die notwendigen Voraussetzungen für Direktvermarktung und Diversifikationsmaßnahmen zu schaffen.

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Zootier des Jahres auch in Karlsruhe zu sehen

Zootier des Jahres auch in Karlsruhe zu sehen
Stark bedrohte Art: Gelbrand-Scharnierschildkröte / Foto: Zoo Klrh/Timo Deible

Gelbrand-Scharnierschildkröten im Exotenhaus eingezogen / Zoo Karlsruhe Platin-Förderer

Im Exotenhaus des Zoologischen Stadtgartens Karlsruhe leben zwei neue Bewohner. Die beiden Gelbrand-Scharnierschildkröten haben ein großes Terrarium in unmittelbarer Nähe zu den großen Aquarien bezogen. Scharnierschildkröten sind 2018 „ Zootier des Jahres“. Damit machen die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP), die Deutsche Tierparkgesellschaft (DTG), die Gemeinschaft der Zooförderer (GDZ) und der Verband der Zoologischen Gärten (VDZ) auf die starke Gefährdung der Scharnierschildkröten aufmerksam.

Die Gelbrand-Scharnierschildkröte wird seit dem Jahr 2000 in der roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN als stark bedrohte Art geführt. Dass in Karlsruhe diese Art gezeigt werden kann, ist Marcel Poos zu verdanken. Er betreibt mit einem weiteren Reptilienfachmann in Köln eine private Zuchtstation für verschiedene Scharnierschildkröten-Arten. „Wir freuen uns, über diese Partnerschaft zwei männliche Tiere, die derzeit nicht in der Zucht eingesetzt werden, als Leihgabe bekommen zu haben. So können wir die Art auch ganz direkt unseren Zoobesuchern als Botschaftertiere vorstellen“, berichtet der Karlsruher Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt. „Wir engagieren uns sehr in dieser Kampagne. Damit wollen wir die Aufmerksamkeit auf diese sonst kaum beachteten Tiere lenken“, so Reinschmidt. Unterstützt wurde die Aktion zudem mit 5.000 Euro für Schutzmaßnahmen im natürlichen Lebensraum der Tiere und für Zuchtprojekte zur Erhaltung der Scharnierschildkröten. Der Zoo Karlsruhe ist somit Platin-Förderer der Aktion.

Einige asiatische Schildkrötenarten sind im Freiland bereits ausgerottet oder nur noch in geringen Beständen vorhanden. Dieses Schicksal teilen auch die Vertreter der Gattung der Scharnierschildkröten (Cuora), zu der insgesamt 13 Arten zählen. Vor allem der Lebensraumverlust, besonders aber der exzessive Handel als Nahrungsmittel oder als vermeintliche Medizin macht den Beständen der Scharnierschildkröten sehr zu schaffen.

Konkret werden zwei Programme aus den Mitteln der Aktion Zootier des Jahres finanziell gestärkt. Eines davon ist das Internationale Zentrum für Schildkrötenschutz (IZS), angesiedelt im Allwetterzoo Münster. Seit 2003 züchtet das IZS erfolgreich neun der 13 Scharnierschildkrötenarten. Mit dem Angkor Centre for Conservation of Biodiversity (ACCB) in Kambodscha ist das zweite unterstütze Projekt direkt vor Ort angesiedelt. Unter naturnahen Bedingungen wurden bereits mehr als 100 Jungtiere der Amboina-Scharnierschildkröte erfolgreich gezüchtet, so dass nun die Auswilderung in einem geschützten Gebiet wissenschaftlich begleitet angegangen werden kann.

Bei der Wahl zum jeweiligen Zootier des Jahres werden Tierarten berücksichtigt, deren Bedrohung bisher nicht im Fokus der Öffentlichkeit steht. Schon mehrfach wurden Arten unbeachtet ausgerottet – weil das Wissen über sie nicht ausreichend war oder die Notwendigkeit, sich für ihren Erhalt einzusetzen, nicht genug Anklang fand. Um die Ausrottung der jeweiligen bedrohten Tierarten möglichst effektiv zu verhindern, werden die Bemühungen der Projektteams vor Ort mit der Artenschutzarbeit der Zoos und Tiergärten vereint. 2017 war der Kakadu Zootier des Jahres, die Proklamation damals unter großem Medienecho im Zoo Karlsruhe.

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Traditionelle Gemüsesorten im Biohandel

Traditionelle Gemüsesorten im Biohandel
Kopfsalat Maikönig / Foto: ProSpecieRara Deutschland

Freiburg: Der Kopfsalat ’Maikönig’, das Radieschen ’Eiszapfen’ und die Aubergine ’Rotonda bianca sfumata di rosa’ sind nun im Biohandel erhältlich! Die bedrohten traditionellen Sorten sind drei der in diesem Jahr neu im Rahmen des Projekts „Vielfalt schmeckt“ angebauten Gemüsesorten.

Fünf bedrohte traditionelle Sorten wurden bereits im letzten Jahr auf Initiative des Projekts „Vielfalt schmeckt“ nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus angebaut. In diesem Jahr kommen acht weitere bedrohte Sorten dazu, zwei davon stehen auf der Roten Liste der bedrohten Nutzpflanzen in Deutschland.

Erhalt durch Nutzung

Der Anbau, Verkauf und Genuss dieser Gemüsesorten trägt aktiv zum Erhalt der bedrohten traditionellen Sorten bei, denn was nachgefragt wird, wird angebaut und bleibt somit erhalten. Die ersten drei Sorten aus dem Projekt sind saisonal nun in verschiedenen Bioläden in Freiburg und der Umgebung erhältlich. Sie stammen aus biologisch wirtschaftenden Partnerbetrieben von Rinklin Naturkost. In Kürze werden außerdem die Projektsorten ’Ochsenherz’ und ’Tonda di Chioggia’, eine Fleischtomate und eine Rote Bete, erhältlich sein. Weitere Projektsorten, die im Laufe des Jahres in den Handel kommen werden, sind der ’Tomatenpaprika’, die ’Birnenförmige Zwiebel’, der Chinakohl ’Granat’, die Buschbohne ’Saxa’, der Salat ’Wunder von Stuttgart’, der Weißkohl ’Filder Spitzkraut’ und die Zucchini ’Tondo di Piacenza’. Mit dem Kauf und Genuss dieser Sorten kann jeder zum Sortenerhalt beitragen.

Bedrohte Gemüsevielfalt

Die traditionellen Gemüsesorten haben einen besonderen Geschmack, der sich von den anderen im Handel erhältlichen Sorten meist unterscheidet. Die Aubergine ’Rotonda bianca sfumata di rosa’ hat beispielsweise eine cremige Konsistenz und einen feinen Geschmack und eignet sich somit sehr gut zum anbraten oder grillen. Die Radieschen ’Eiszapfen’ sind ein idealer Snack für zwischendurch oder können zu einem leckeren Aufstrich verarbeitet werden (das Rezept ist unter http://www.prospecierara.de/de/shop/category/infomaterial kostenlos bestellbar).

Bei den Sorten handelt es sich um ProSpecieRara-Sorten, die alle samenfest sind. Das bedeutet, dass man die Samen daraus gewinnen und weiter vermehren kann. Im Vergleich dazu ist dies bei Hybrid-Sorten, die heute weit verbreitet sind, nicht möglich. Hybrid-Sorten werden verstärkt aufgrund deren hohem Ertrag und konformen Aussehen der Früchte genutzt. Traditionelle Sorten wurden dagegen vor allem für einen guten Geschmack und Robustheit gezüchtet. Weil diese Sorten patentfrei sind und damit für Saatgutfirmen weniger wirtschaftlich sind, sind sie in Vergessenheit geraten und heute teilweise vom Aussterben bedroht. „Vielfalt schmeckt“ möchte dazu beitragen, die Vielfalt der Nutzpflanzen und das wertvolle genetische Material zu erhalten.

Über „Vielfalt schmeckt“

„Vielfalt schmeckt“ ist ein gemeinsames Projekt von ProSpecieRara und Rinklin Naturkost für den Erhalt der Kulturpflanzenvielfalt. Ziel ist es, bedrohte traditionelle Gemüsesorten anbauen zu lassen und in Bioläden anzubieten, so dass diese durch Nutzung erhalten bleiben. Einen Kurzfilm zum Projekt mit weiteren Informationen finden Sie unter: https://www.youtube.com/watch?v=KdgftKf1f8k&feature=youtu.be und auf der Homepage von ProSpecieRara Deutschland. Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN). Ein weiterer Förderer ist die Heidehof Stiftung.

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Frankreich verbietet „Fleischbezeichnungen“ für pflanzliche Produkte

... und Deutschland zieht nach? – Bio-Hersteller reagieren entsetzt

Veggie-Unternehmen fordern die Politik auf, endlich Verantwortung für das Erreichen der Klimaziele zu übernehmen und den Zugang zu Fleisch-, Fisch- und Milchalternativen zu vereinfachen

Augen zu und durch – da scheint sich die Politik einig zu sein. Während die Welt das größte Artensterben seit den Dinosauriern (1) erlebt, bewegt sich die Politik rückwärts: Frankreich will Begriffe wie „Tofuwürstchen“ erbieten – und Verstöße mit Strafen bis zu 300.000 Euro ahnden! Ein klarer Vorstoß der Fleisch-Lobby: Der Abgeordnete, der den entsprechenden Antrag eingebracht hat, ist selbst Rinderzüchter. (2) Etablierte Begriffe wie etwa „Steak“, „Salami“, „Saucisse“ oder „Merguez“ sollen für Veggie-Produkte verboten werden – egal, ob „végé“, vegetarisch oder ähnliche klare Kennzeichnungen den Bezeichnungen voranstehen. Auch deutsche Hersteller, die nach Frankreich exportieren, wären davon natürlich betroffen.

In Deutschland selbst arbeitet die Lebensmittelbuchkommission im Stillen an einer ähnlichen Regelung. Hintergrund für das Zusammenkommen der Kommission ist ein Antrag der CDU/CSU und SPD gemeinsam mit verschiedenen Verbänden unter anderem der Fleischindustrie und dem deutschen Bauernverband mit der Begründung, dass fleischähnliche Begriffe den Verbraucher auch dann über die Beschaffenheit täuschten, wenn die Begriffe „pfanzlich“, „vegan“ oder „vegetarisch“ vorangestellt seien. Eine repräsentative Umfrage (3) des Verbraucherzentrale Bundesverbandes e.V. zeigt jedoch, dass sich nur 4 Prozent der Befragten jemals vergriffen haben, also schon einmal versehentlich statt eines tierischen ein pflanzliches Lebensmittel gekauft haben – oder umgekehrt. Die Gesellschaft für deutsche Sprache meint zur Debatte: „Als Fazit könnte man sogar anführen, dass die Spezifizierung ‚vegane‘ Wurst nicht zur Irreführung, sondern im Gegenteil zur Klarstellung dient [...] Um kenntlich zu machen, welchen Geschmack der Verbraucher erwarten darf, helfen die ergänzten Originalbezeichnungen: Wer etwa vegane Leberwurst kauft, kann somit davon ausgehen, dass der Geschmack dem von ‚echter‘ Leberwurst nahekommt – das Attribut verweist jedoch unmissverständlich darauf, dass die Inhaltsstoffe frei von tierischen Produkten sind.“ (4) Die gängige Praxis, pflanzliche Alternativprodukte mit Begriffen, die herkömmlich für tierische Produkte genutzt werden, zu kennzeichnen, führt also nicht zu Fehlkäufen oder Irreführungen, sondern dient im Gegenteil zur Klarstellung.

Matthias Beuger, Geschäftsführer von Vegorganic e.V., weist darauf hin, dass die Massentierhaltung durch die Erzeugung klimaschädlicher Treibhausgase massiv zur globalen Erwärmung beiträgt – ungebremst würde dies zwangsläufig in die Klimakatastrophe führen. Experten stellen schon lange heraus, dass die Erderwärmung nicht zu begrenzen ist, wenn die Fleisch- und Milchproduktion sowie der Konsum dieser Produkte nicht eingedämmt werden kann. Hinsichtlich des Klimawandels stellte eine Studie der Vereinten Nationen bereits im Jahr 2010 fest: „Eine wirkliche Verringerung der Auswirkungen wäre nur mit einer grundsätzlichen, weltweiten Ernährungsumstellung möglich, weg von Tierprodukten.“ (5) Laut einer aktuellen Studie der Heinrich-Böll-Stiftung (6) produzieren die 20 größten Milch- und Fleischkonzerne der Welt mehr klimaschädliche Treibhausgase als die Gesamtbevölkerung der Bundesrepublik Deutschland.

„Der Umstieg auf eine überwiegend pflanzliche Ernährung bietet neben effektivem Klimaschutz auch gesundheitliche Vorteile und kann das Gesundheitssystem entlasten“, meint der Ernährungswissenschaftler Prof. Dr. Markus Keller von der Fachhochschule des Mittelstands. So zeigen die vorliegenden epidemiologischen Studien, dass Vegetarier und Veganer ein verringertes Risiko für ernährungsmitbedingte Erkrankungen wie Übergewicht, Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufweisen. „Der aktuelle Fleisch- und Wurstkonsum ist in praktisch allen Ländern Europas zu hoch. Gesetzesvorhaben wie die in Frankreich schützen Bereiche des Lebensmittelmarktes, die aus ernährungsphysiologischer Sicht nicht mehr gefördert werden dürften.“

Gemeinsam mit vielen großen Unternehmen aus der Bio-Branche wie Govinda, Vitam, Topas, Purvegan, Happy Cheeze und Taifun Tofu fordert der Verein Vegorganic die Politik auf, sofortige Maßnahmen für einen Umstieg auf ökologische Landwirtschaft und die Förderung pflanzlicher Ernährungsstile zu ergreifen. Das Bestreben der Deutschen Lebensmittelbuchkommission, die Vermarktung pflanzlicher Alternativen zu erschweren, muss eingestellt werden! Gefordert wird außerdem eine verbraucherfreundliche Kennzeichnung auch im bereits beschränkten Bereich von Milch- und Käsealternativen, wie zum Beispiel die Zulassung von Bezeichnungen wie „Cashew-Käse“ und „Sojamilch“!


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1 http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/tiere/wwf-das-groesste-artensterben-seit-dem-ende-der-dinosaurier-15359814.html.

2 https://ze.tt/bis-zu-300-000-euro-strafe-frankreich-verbietet-begriffe-wie-tofuwuerstchen/.

3 https://www.vzbv.de/2017/02/15/meinungen_zur_kennzeichnung_von_lebensmitteln_080615.pdf

4 https://gfds.de/es-geht-um-die-wurst/.

5 „A substantial reduction of impacts would only be possible with a substantial worldwide diet change, away from animal
products“ (UNEP: Assessing the Environmental Impact of Consumption and Production. Priority Products and Materials, 2010, S.
82); mehr Daten und Fakten zum Thema: http://www.wheaty.com/de-alt/futurefood/teil-1/.

6 https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/massentierhaltung/massentierhaltung_fleischatlas_2018.pdf
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Erstes Mieterstromprojekt in Freiburg nach dem neuen Mieterstromgesetz

Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft

Die Zusammenarbeit von Wohnprojekten und Wohnungsgenossenschaften*¹ mit Energiegenossenschaften fördert ein Wiederaufleben der dezentralen Energiewende. In Freiburg zeigen das Wohnprojekt schwereLos aus dem Verbund des Mietshäuser Syndikats und die Solar-Bürger-Genossenschaft in einem Pilotprojekt, wie das zum Nutzen beider geht.

Die 2006 in Freiburg gegründete Solar-Bürger-Genossenschaft gehört zu den drei ersten neuen Energieproduktionsgenossenschaften in Deutschland. Mit rund 200 Mitgliedern ist sie eine kleine bis mittelgroße Energiegenossenschaft. Die Mitglieder haben knapp 2.300 Anteile zu je 100 Euro gezeichnet. Die Genossenschaft betreibt acht Solarstromanlagen und ein Blockheizkraftwerk mit einer installierten Leistung von zusammen 693 kW und einem Jahresertrag von ca. 710 MWh. Ziel ist es, die dezentrale Energiewende in Bürgerhand aktiv durch soziale und technische Innovationen wie Mieterstromprojekte*² und Bürger-Öko-Strom zu fördern.

Aktiv bei Mieterstromprojekten

Erstes Mieterstromprojekt der Solar-Bürger-Genossenschaft ist ein BHKW-Projekt. Strom und Wärme werden in einem Mehrfamilienhaus mit 46 Wohneinheiten in Gundelfingen erzeugt und dort an die Bewohner geliefert. Die Inbetriebnahme des 16-kW-Blockheizkraftwerkes mit Installationskosten von ca. 70.000 Euro erfolgte Ende 2013. Es erzeugt 70.000 Kilowattstunden Strom im Jahr. Der wird für die beteiligten Wohnungseigentümer oder ihre Mieter etwas preiswerter als vom lokalen, sehr kooperativ agierenden Energieversorger angeboten.

Ende November 2017 wurde ein Mieterstromprojekt mit Solarstrom unter den Konditionen des Mieterstromgesetzes installiert. Partner ist das Wohnprojekt schwereLos GmbH des Mietshäuser Syndikats, ein Projekteverbund von 125 Hausprojekten, die autonom organisiert sind. Die Mitglieder besitzen ihre Immobilie rechtlich selbstständig mit einem eigenen Unternehmen, können diese aber nicht am Markt verkaufen.

Die sozialpolitische Ausrichtung von schwereLos beeindruckt. Ein großer Teil des Wohnraums gilt Gruppen, denen auf dem freien Wohnungsmarkt Vorurteile begegnen: Es gibt eine große Wohnung für eine Flüchtlingsfamilie und zwei kleinere für Menschen, die von der „Freiburger Hilfsgemeinschaft e.V.“ und von „FreiRaum - Hilfen für Frauen in Wohnungsnot“ betreut werden. Es sind 19 Wohnungen auf 1.700 m², 13 davon nach dem Landeswohnraumförderprogramm*³. Jetzt Im Mai 2018 ziehen die ersten Mieter ein. Insgesamt werden hier etwa 60 Menschen Platz finden. Vorgabengemäß wird eine Kita auf 580 m² von der örtlichen Diakonie betrieben werden. Im Erdgeschoss entsteht ein Gemeinschaftsraum auch für andere Bewohner des neuen Stadtteils.

Ausrichtung an den Eigenverbrauch

Eine Energieversorgung mit einem BHKW konnte nicht umgesetzt werden, da mit der Baugenehmigung ein Zwangsanschluss an ein Fernwärmenetz verbunden war. So erfolgt ein Teil der Ökostromversorgung nun über Photovoltaik, installiert auf dem Dach des Wohnprojekts. In Betrieb genommen wurden im September 2017 circa 27 kWp mit Ost-West-Aufstellung und 10° Neigung. So wird die Dachfläche besser ausgenutzt als bei Südausrichtung und es gibt abends und morgens, zu den üblichen Nutzungszeiten im Wohngebäude, auch etwas länger Strom von der Solaranlage. Weil die Ertragskurve über den Tag etwas flacher verläuft, entlastet diese Aufständerung auch die Netze mittags ein wenig. Die Solarausbeute wäre bei Südausrichtung höher. Installiert wurde auf einem Flachdach mit Extensivbegrünung*4. Das Gestell steht frei auf der Substratoberfläche*5, ohne Dachdurchdringung und Kontakt zur Dachhaut. Da es ein Neubau ist, konnte das Solarkabel vom Solarmodul zum Wechselrichter in den Versorgungsschacht im Haus mitverlegt werden. Auch der Netzanschluss ist im vorhandenen Zählerschrank eingebaut. Dort ist Platz für Sicherungsautomaten und den Zweirichtungszähler*6.

Aktuelles Mieterstromgesetz genutzt

Das Mieterstromgesetz sieht vor, dass jeder Bewohner den Energieversorger selbst wählen kann. Das Wohnprojekt von schwereLos hat genossenschaftlichen Charakter. So versteht sich die Suche nach dezentralen, umweltfreundlichen Lösungen von selbst. Entsprechend entschieden sich die Bewohner in der Bauplanungsgruppe für eine gemeinsame Ökostromversorgung durch die Solar-Bürger-Genossenschaft.

Die tritt als Gesamtversorger auf und bezieht den Reststrom über ihren Kooperationspartner, die Bürgerwerke eG, eine Sekundärgenossenschaft von über 80 dezentral agierenden Energiegenossenschaften. Für den Vorstand der Solar-Bürger-Genossenschaft ist die Zusammenarbeit mit schwereLos “der Beginn einer wunderbaren Freundschaft“, die sich in weiteren Kooperationen fortsetzen soll.

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*¹ Was ist eine Genossenschaft?
Eine Genossenschaft ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung von nicht geschlossener Mitgliederzahl, deren Zweck darauf gerichtet ist, zum Wohle ihrer Mitglieder zu agieren. Sie ist demokratisch organisiert, indem jedes Mitglied unabhängig von seinen Anteilen nur über eine Stimme verfügt. Gründungsvoraussetzungen sind mindestens drei Mitglieder und die Festlegung einer Satzung.

*² Was ist Mieterstrom?
Mieterstrom ist lokal produzierter Strom, der Mietern angeboten wird. Er muss in unmittelbarer räumlicher Nähe zum Mietobjekt produziert werden und darf die öffentlichen Netze nicht nutzen. Durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz von 2016 wird seit 2017 ein Zuschuss für Mieterstrom gezahlt.

*³ Was ist das Landeswohnraumförderprogramm?
Es fördert Bau, Erwerb und Ersatzneubau von Mietwohnungen und ist die einzige öffentliche Förderung des sozialen Mietwohnungsbaus.

*4 Was ist Extensivbegrünung?
Der Begriff kommt aus der Landwirtschaft und meint die Begrünung großer Flächen mit geringem Aufwand, beispielsweise mit Moosen.

*5 Was ist ein Substrat?
Ein Substrat ist das Grundmaterial, das den Boden bildet.

*6 Was ist ein Zweirichtungszähler?
Das ist ein Stromzähler, der in das Netz eingespeisten und vom Netz bezogenen Strom zählt.







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