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Verschiedenes 

NABU: Vorschlag der EU-Kommission gegen Palmöl im Tank bleibt halbherzig

Tschimpke: Natur zerstörender Anbau muss beendet werden/Kommission ignoriert den Willen von über 600.000 Menschen in Europa

Berlin/Brüssel – Der Vorschlag der EU-Kommission zum künftigen Anteil von Palmöl in Biokraftstoffen reicht aus NABU-Sicht nicht aus, um die schädlichen Auswirkungen des Ölpalmen-Anbaus auf Umwelt und Klima zu stoppen. Derzeit erarbeitet die Europäische Kommission einen Gesetzesvorschlag zur Umsetzung der Richtlinie für Erneuerbare Energien (RED), die unter anderem den zulässigen Anteil von Biokraftstoffen regeln wird. Die Kommission erkennt zwar in dem so genannten „delegierten Rechtsakt“ an, dass für den Anbau von Ölpalmen Rodungen von Tropenwald erfolgen und der aus Palmöl gewonnene Biodiesel daher nicht zur Erreichung der EU-Zielvorgaben für umweltfreundliche Brennstoffe gezählt werden kann. Leider lässt die Kommission jedoch mehrere Schlupflöcher zu, darunter eine Ausnahme für Palmöl, das in unabhängigen kleinen Plantagen (weniger als fünf Hektar) oder den Palmenanbau auf „nicht genutzten“ Erzeugnissen, wie zum Beispiel Flächen, auf denen in den vergangenen fünf Jahren keine landwirtschaftliche Produktion stattgefunden hat.

„Der Anbau von Ölpalmen für Kraftstoffe fördert die Abholzung von Regenwäldern und zerstört einzigartige Lebensräume für bedrohte Arten wie den Borneo-Orang-Utan“, so NABU-Präsident Olaf Tschimpke. „Das muss aufhören, wir fordern die EU-Kommission auf, endlich dafür zu sorgen, dass diese Natur zerstörenden Praktiken unterbunden werden. Palmöl muss aus den Tanks von Autos und LKW verschwinden.“ Die EU-Kommission ignoriere zudem den Willen von bereits über 600.000 Menschen in Europa, die eine Petition gegen Palmöl in Kraftstoffen unterstützt haben.

Die Ausweitung des Ölpalmen-Anbaus zur Versorgung der Autos in Europa treibt Entwaldung und Moorentwässerung in Ländern wie Indonesien und Malaysia voran. Biodiesel aus Palmöl ist für das Klima dreimal so schädlich wie fossile Dieselkraftstoffe. 2017 landeten 51 Prozent des in Europa verwendeten Palmöls in den Tanks von Autos und Lastwagen. Für Deutschland lag dieser Anteil 2017 bei 46 Prozent. Der Verkehr ist damit der Hauptverbraucher von Palmöl in Europa.

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Slow Food nimmt seinen 5.000sten Passagier in die Arche auf

Slow Food nimmt seinen 5.000sten Passagier in die Arche auf
Honey Tapoa / Foto: Slow Food

Mit dem internationalen Projekt „Arche des Geschmacks“ schützt Slow Food seit 1999 vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen, Gemüse- und Obstsorten sowie Lebensmittel, die mit handwerklichem Können und Wissen hergestellt werden. Nach dem Motto „Essen, was man retten will“ macht Slow Food diese Erzeugnisse und Techniken wieder bekannt und schützt die biokulturelle Vielfalt weltweit. Der Honig der Gurma aus der Region Tapoa in Burkina Faso ist der 5.000ster Passagier. In Deutschland zählt die Arche aktuell 73 Passagiere.

Biokulturelle Vielfalt unterstützt das Gleichgewicht in der Natur, sorgt für abwechslungsreiche (Kultur-)Landschaften sowie kulinarischen Reichtum. Sie ist unabdingbar, um die Weltbevölkerung auf Dauer ernähren und Ernährungssouveränität schützen zu können. Diese Vielfalt schwindet zunehmend durch menschliches Handeln und industrielle Landwirtschaft. Deshalb möchte Slow Food Verbraucherinnen und Verbrauchern Lust auf selten gewordene Sorten und Rassen mit echtem regionalem Bezug machen und ein entsprechendes Angebot schaffen. „Um das Überleben der Arche-Passagiere zu sichern, braucht es Angebot und Nachfrage gleichermaßen. Wir müssen die Passagiere aus ihrer Nische rausholen. Menschen sollen ihren einmaligen Geschmack wertschätzen, sie nachfragen und bereit sein, einen angemessenen Preis für sie zu zahlen. Dann lohnt sich für Erzeugerinnen und Erzeuger die vergleichsweise aufwendige Herstellung oder Aufzucht“, erklärt Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland e. V. Der Verein unterstützt den Aufbau von Erzeugergemeinschaften, direkten Vermarktungsstrukturen und Fördervereinen rund um einzelne Arche-Passagiere. Den Erfolg solcher starken, regionalen Netzwerke in Deutschland zeigen beispielsweise das Bamberger Hörnla, der fränkische Grünkern und die Nordhessische Ahle Wurscht in traditioneller Herstellung. Auf lokaler Ebene organisieren Mitglieder sowie Unterstützerinnen und Unterstützer von Slow Food Veranstaltungen rund um Arche-Passagiere. Köchinnen und Köche der Chef Alliance nehmen Passagiere ihrer Heimat in die Speisekarten auf.

Honig ist nicht gleich Honig
Als neuen Passagier hat Slow Food International den Honig von Tapoa aufgenommen. Er wird in der gleichnamigen Region im Osten von Burkina Faso vom Stamm der Gurma hergestellt. Dort nutzen die Menschen ihn in Gerichten und Getränken wie dem „dolo-miel“, einem fermentierten Getränk auf Basis von Hirse, Baobab-Mehl und Honig. Er wird auch für religiöse und animistische Riten sowie für traditionelle Medizin genutzt. Nicht nur seine lange Tradition, die hohe Qualität und Vielzahl an Aromen haben Slow Food davon überzeugt, den Honig in die Arche des Geschmacks aufzunehmen. Die Bewegung möchte damit auch ein deutliches Zeichen der Solidarität mit Bäuerinnen und Bauern sowie Erzeugerinnen und Erzeugern setzen, die ihre Ernährungstraditionen und zugleich die biologische Vielfalt bewahren.

Das ist auf dem afrikanischen Kontinent aufgrund politischer Instabilität und Terrorismus kein Leichtes. Derzeit unterstützten die Stiftung „Fondazioni for Africa Burkina Faso", die italienische Entwicklungsagentur (AICS) sowie das Terra Madre Netzwerk von Slow Food den Stamm der Gurma dabei, ihre Arbeit mit dem Honig fortsetzen zu können. Lokale Imker haben den Honigerzeugerverband von Tapoa gegründet und betreiben ein Honiggeschäft in der Provinzhauptstadt Diapaga, welches Qualitätsprodukte zu fairen Preisen anbietet. Das Netzwerk und die Unterstützung rund um den Honig zeigen, dass ‚gutes, sauberes und faires‘ Essen auch ein Mittel zum Frieden sein kann.





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Stadt Freiburg: Bio-Musterregion Freiburg

Landesregierung fördert Bio-Musterregion Emmendingen/Breisgau-Hochschwarzwald /Freiburg

OB Horn, derzeit Vorsitzender der Region Freiburg: Bio-Musterregion Freiburg zeichnet sich durch eine beispielhafte Stadt-Land-Beziehung aus. In der Region haben sich ein starkes und innovatives Netzwerk von ökologisch wirtschaftenden Betrieben, ein funktionierender Biohandel und innovative Verarbeitungsbetriebe entwickelt.

Die Region Freiburg wurde von einer Jury des Ministeriums für ländlichen Raum Baden-Württemberg als eine von fünf neuen Bio-Musterregionen ausgewählt. Nachdem eine erste Bewerbung bei der früheren Ausschreibungsrunde des Ministeriums erfolgslos geblieben war, nahmen die Stadt Freiburg und die beiden Landkreise Emmendingen und Breisgau-Hochschwarzwald zusammen mit Fachleuten der Bio-Branche der Region einen erneuten Anlauf, um die Vielfalt und Einzigartigkeit der vorhandenen Kompetenzen noch deutlicher herauszustellen und anspruchsvolle Entwicklungsziele zu erarbeiten. Das so entstandene neue Konzept der Bio-Musterregion mit ihrem prägnanten Profil wurde nun honoriert. Die Bio-Musterregion hat ihren Sitz auf der Hochburg in Emmendingen.

Oberbürgermeister Martin Horn, als derzeitiger Vorsitzender der Region Freiburg, verweist auf die außergewöhnlichen Besonderheiten der Region: „Die Bio-Musterregion Region Freiburg zeichnet sich durch eine beispielhafte Stadt-Land-Beziehung aus. Einerseits die Großstadt Freiburg mit Universität und verschiedenen Hochschulen und andererseits ein ländlich geprägtes Umland mit vielen Bio-Betrieben, einer vielfältigen Kulturlandschaft vom Rhein bis in den Hochschwarzwald, dem Naturpark Südschwarzwald, dem Naturgarten Kaiserstuhl und dem Biosphärengebiet Schwarzwald. In der Region hat sich unter diesen günstigen Voraussetzungen ein starkes und innovatives Netzwerk entwickelt. Dieses zeichnet sich durch ökologisch wirtschaftende Betriebe, einen funktionierenden Biohandel und innovative Verarbeitungsbetriebe aus.“

Mit dem Wettbewerb möchte das Land Baden-Württemberg das zunehmende Interesse der Menschen an Qualität und Herkunft der Lebensmittel und die steigende Nachfrage nach Bio-Produkten weiter als Chance für die heimische Landwirtschaft erschließen. So soll der ökologische Landbau gestärkt und damit ein unverzichtbarer Beitrag zu Artenvielfalt, Gewässerschutz, Bodenqualität, Klimaschutz und damit insgesamt zur Lebensqualität in der Region geleistet werden.

Umweltbürgermeisterin Gerda Stuchlik sieht die Ernennung zur Bio-Musterregion als Teil des Klimaschutzkonzeptes der Stadt: „Die Überwindung der Entfremdung zwischen Stadt und Land, zwischen Lebensmittelerzeugern und Konsumentinnen, ist der Schlüssel für die Entwicklung der biologischen Landwirtschaft und für eine klimagerechte Lebensmittelversorgung in der Region Freiburg. Die Bio-Musterregion ist deshalb expliziter Bestandteil des Klimaschutzkonzepts der Stadt Freiburg.“

Die Akteure in der Bio-Musterregion Freiburg sind sich einig, dass die Förderung des ökologischen Landbaus vor allem durch eine Steigerung der Nachfrage erreicht werden soll. Damit diese Nachfrage den landwirtschaftlichen Erzeugern in der Region zugutekommt, kommt es darauf an, die regionalen Voraussetzungen weiter zu verbessern: Dazu gehören leistungsfähige Vermarktungs- und Logistikstrukturen, gute Informationsangebote und Maßnahmen zur Verbraucherbildung und verlässliche Partnerschaften zwischen Erzeugern, Verarbeitern, Handel, Großverbrauchern und privaten Haushalten herstellen.

Dorothea Störr-Ritter, Landrätin des Kreises Breisgau-Hochschwarzwald betont: „Über 13 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe bewirtschaften 16 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche im Breisgau-Hochschwarzwald als Bio-Betriebe ökologisch. Damit liegt der Landkreis bereits jetzt
deutlich über dem Landesdurchschnitt. Die Bio-Musterregion ist einerseits Auszeichnung, andererseits zugleich aber auch Ansporn noch mehr regionale Produkte in Bioqualität zu entwickeln und weitere Betriebe und Zielgruppen für dieses Thema zu sensibilisieren.“

Die Bio-Musterregion wird sich im Förderzeitraum der nächsten drei Jahre auf die folgenden Handlungsschwerpunkte konzentrieren: regionale Bio-Produkte in der Gemeinschaftsverpflegung - das sind beispielsweise Kitas, Kantinen und Mensen - Ernährungsbildung und Umweltleistungen der Landwirtschaft, wie beispielsweise verbesserte CO2-Speicherung in landwirtschaftlichen Böden. Grundidee all dieser Maßnahmen ist eine gute und produktive Bio-Stadt-Land-Partnerschaft.

Die Förderung, die die Region Freiburg nun durch ihre Ernennung zur Bio-Musterregion vom Land Baden-Württemberg erhält, besteht in einem Zuschuss für eine Koordinationsstelle, die im Landkreis Emmendingen angesiedelt ist.

Auch Hanno Hurth, Landrat des Kreises Emmendingen, freut sich über die Zusage aus Stuttgart: „Die Bio-Musterregion Freiburg wird ihren Sitz auf der Hochburg im Landkreis Emmendingen haben. Dort erreichen wir zusammen mit dem landwirtschaftlichen Bildungszentrum und dem Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau einen sehr großen Synergieeffekt für unsere Region Freiburg.“

Das noch einzurichtende Bio-Regionalmanagement wird den kontinuierlichen Austausch zwischen landwirtschaftlichen Betrieben, handwerklicher Verarbeitung und regionaler Vermarktung unterstützen. Schwerpunkte werden der Austausch zwischen den Institutionen aus Bildung, Forschung, Umweltschutz und Bürgerschaft sein, so auch mit dem Ernährungsrat Freiburg und der Region. In großer Zahl haben sich die verschiedensten Institutionen, Erzeuger und Verarbeiter für die gemeinsame Bewerbung um die Bio-Musterregion zusammengesetzt und zu ihrem Erfolg beigetragen. Mit diesen und neu dazu kommenden Akteuren des Bio-Sektors können nun vor Ort Maßnahmen für eine Steigerung des Öko-Landbaus und die Verarbeitung und Vermarktung dieser regionalen Produkte entwickelt werden.





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Noch immer unnötiges Vogelsterben an gefährlichen Strommasten

Noch immer unnötiges Vogelsterben an gefährlichen Strommasten
Foto: Uwe Seidel (c) nabu

Vollzugsbehörden müssen die gesetzliche Entschärfungspflicht endlich durchsetzen

Berlin – Der NABU, sein bayerischer Partner Landesbund für Vogelschutz (LBV) und die Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen (EGE) fordern die Umweltministerien der Bundesländer auf, gegenüber den Netzbetreibern durchzusetzen, eine ordnungsgemäße und flächendeckende Sicherung aller vogelgefährlichen Mittelspannungsmasten nach aktuellen Stand der Technik durchzuführen.

„Unnötigerweise sterben in Deutschland Störche, Eulen und Greifvögel an schlecht oder gar nicht gesicherten Mittelspannungsmasten, und das mehr als sechs Jahre nach Ablauf der gesetzlichen Frist zu ihrer Entschärfung Ende 2012. Die verbindlichen technischen Vorgaben dazu liegen seit sieben Jahren vor und werden von entscheidenden Stellen ignoriert“, sagt NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Eine Anwendungsregel des Verbands der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik gibt seit 2011 für alle Netzbetreiber technische Standards zum Vogelschutz an Mittelspannungsmasten vor. Das Bundesnaturschutzgesetz fordert eine Umrüstung aller Masten schon seit 2002. Die Regeln werden aber nur von wenigen Netzbetreibern vollumfänglich umgesetzt oder gar von Naturschutzbehörden eingefordert.

„Vogelschutzeinrichtungen, die sich aufgrund weiterer Totfunde leider als untauglich herausgestellt haben, müssen auch nach dem aktuellen Stand der Technik nachgebessert werden“, sagt LBV- Storchenbeauftragte Oda Wieding. „Das große Engagement einzelner Netzbetreiber für die bereits durchgeführten Maßnahmen zum Vogelschutz muss natürlich anerkannt werden. Doch viele sichern lediglich den Unfallmast, obwohl weitere typgleiche Masten das gleiche Stromtod-Risiko für Vögel bedeuten.“

Der §41 des Bundesnaturschutzgesetzes soll ausdrücklich auch eine bundesweite Gleichbehandlung aller Netzbetreiber sicher stellen. Während in Bayern Vogelschutzmaßnahmen von Behörden durch Verfügung bereits angeordnet wurden, sehen Behörden in Nordrhein-Westfalen die Regelungen zum Vogelschutz noch als „nicht zwingende Verpflichtung“ an. Im Rheinland beobachtete die EGE mehrere hundert neu errichtete Masten mit besonders gefährlichen stehenden Isolatoren ohne den notwendigen Vogelschutz. „Auch in Baden-Württemberg sind neue Masten dieser Bauart gesichtet worden, auch hier blieben die Behörden ahnungs- und tatenlos. Kontraproduktiv sind oft Büschelabweiser auf dem Mast, durch die Großvögel vom Sitzplatz dort auf noch gefährlichere stromführende Bauteile verdrängt werden“, so NABU-Vogelschutzexperte Eric Neuling.

Ein im Auftrag der EGE erstelltes und im Dezember 2018 veröffentlichtes Rechtsgutachten sowie ein zweites des NABU Baden-Württemberg aus 2017 stützen die Forderung der Verbände, Ausnahmen bei der Nachrüstungspflicht zu beenden. „Die verantwortlichen Netzbetreiber haben ihre Versäumnisse bundesweit mit verschiedenen Begründungen zu rechtfertigen versucht. Die dazu vorgetragenen interessengeleiteten Rechtsauffassungen wurden von den Behörden zumeist bereitwillig akzeptiert. Die vorliegenden Rechtsgutachten belegen, was auch die Juristen in den Behörden längst hätten wissen können: Für diese alten Masten kann grundsätzlich kein Bestandsschutz eingeräumt werden“, sagt EGE-Vorsitzender Stefan Brücher.

„Die zuständigen Behörden müssen die sachgemäße Umrüstung gefährlicher Mittelspannungsmasten endlich kontrollieren und nicht einsichtige Unternehmen notfalls sanktionieren. Netzbetreiber, die erhebliche und unverhältnismäßige Belastungen nachweisen können, sollten eher über die Netzentgeltregulierung der Bundesnetzagentur Mehrkosten geltend machen können, statt abzuwarten, bis der nächste Vogel stirbt“, so Eric Neuling.

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Zum Hintergrund:

Eine Kurzfassung des Gutachtens „Rechtliche Gewährleistung des Vogelschutzes an Mittelspannungsfreileitungen“ von Prof. Dr. Johannes Hellermann (Lehrstuhl für öffentliches Recht der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Bielefeld) i. A. der EGE ist im Dezember 2018 in der Zeitschrift „Natur und Recht“ (Heft 40: 805-812) erschienen. Eine Kurzfassung des Gutachtens „Vogelschutz an Energiefreileitungen – Zur Rechtsanwendung des § 41 Satz 2 BNatSchG“ von Ursula Philipp-Gerlach (Rechtsanwälte Philipp-Gerlach & Teßmer) im Auftrag des NABU Baden-Württemberg ist im März 2017 in der Zeitschrift „Recht der Natur“ des Informationsdienstes Umweltrecht (IDUR-Schnellbrief 201: 20-24) erschienen. Zu finden im Internet (klicke unten auf "mehr").

Die Rechtsgutachter kommen zu dem Ergebnis, dass die 2011 veröffentlichte VDE-Anwendungsregel als anerkannte Regel der Technik auch im Sinne des Energiewirtschaftsgesetzes einen verbindlichen Charakter hat: Sie greift auch für solche Anlagen, die bereits vormals saniert worden waren und die nach dem geltenden Regelwerk ungenügend gesichert sind. Die Energieaufsichtsbehörden können von den Netzbetreibern den Nachweis eines ausreichenden Vogelschutzes verlangen. Ein Nachweis für jeden einzelnen Mast ist dafür nicht erforderlich. Es reicht der gleiche Masttyp, an dem häufig Totfunde gemacht werden. Behörden können den Vogelschutz an Strommasten, beispielsweise die Nachrüstung mit kostengünstigen Abdeckhauben, mit Hilfe von Ordnungsverfügungen durchsetzen.

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Karlsruhe: Zwei Schneeziegen im Tierpark Oberwald

Karlsruhe: Zwei Schneeziegen im Tierpark Oberwald
Schneeziegen im Tierpark Oberwald / Foto: Zoo/Timo Deible

Neue Nachbarn für die Wisente / Tiere kommen aus dem Augsburger Zoo

Im Tierpark Oberwald gibt es zwei neue, ungewöhnliche Bewohner - in direkter Nachbarschaft zu den bulligen sind nicht weniger imposante Schneeziegen eingezogen. Die zwei männlichen Tiere kommen aus dem Zoo Augsburg in die Fächerstadt. Dort haben sie nun ein etwa 140 mal 50 Meter großes Gehege im Tierpark Oberwald, der Dependance des Karlsruher Zoos, für sich.

"Diese herrlichen Tiere, die ursprünglich aus Nordamerika stammen, sind immer seltener in Zoos zu sehen", berichtet Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt. Europaweit gibt es aktuell nur noch elf Haltungen, darunter sind aber auch solche mit nur noch einem einzelnen Tier. "Wir möchten die Schneeziegen langfristig auch züchten, jetzt beginnen wir die Haltung aber erst einmal mit den Böcken", sagt Reinschmidt.

"Die Tiere sind bereits Ende vergangenen Jahres zu uns in den Oberwald gekommen. Sie haben sich gut eingelebt, sind aber auch, was ganz typisch für die Art ist, recht aggressiv dem Menschen gegenüber", erläutert Revierleiter Robert Ruder. Das Gehege, in dem zuvor Kropfgazellen lebten, wurde deshalb mit einem neuen, stabilen Zaun versehen. Schließlich wiegt der 2007 geborene Bock Mc Pit gute 80 Kilogramm und hat mächtig Kraft. Auch dessen 2015 geborener Sohn Olaf bringt rund 60 Kilogramm auf die Waage und ist ebenfalls ein Muskelpaket.

Die Tierpfleger halten deshalb auch immer Abstand zu den Schneeziegen, das große Gehege ist zweiteil- und abtrennbar, so kann die Anlage gefahrlos gereinigt werden. Auch an den Zäunen warnen Schilder die Besucher, nicht durch den Zaun zu langen. Böcke und Geißen der Schneeziegen haben relativ kurze, gekrümmte und sehr spitze Hörner. Diese sind gefährliche Waffen, die selbst Puma und Bär in der Natur auf Abstand halten.

Auch wenn der Name und das Aussehen es nicht vermuten lassen, biologisch gesehen sind sie verwandt mit den europäischen Gämsen. Schneeziegen leben oberhalb der Baumgrenze in den nördlichen Rocky Mountains in felsigem Gebiet, das mit Bergwiesen durchzogen ist. Die Tiere können sehr gut klettern und sind durch ihr weißes Fell im Schnee bestens getarnt.

zum Bild oben:
NEUZUGANG AUS DEM AUGSBURGER ZOO: Im Tierpark Oberwald sind mit Bock McPit (links) und dessen Sohn Olaf zwei Schneeziegen eingezogen / Foto: Zoo/Timo Deible





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NABU: Düngeverordnung muss dringend nachgeschärft werden

Miller: Schutz des Grundwassers muss höchste Priorität haben

Berlin/Brüssel – Mit Blick auf die heutige Ankündigung der Bundesregierung, das Düngerecht ab Mai 2020 verschärfen zu wollen, fordert der NABU eine Düngeverordnung, die Deutschlands Gewässer endlich effektiv schützt.

„Deutschland hat sich mit der aktuellen Verordnung verdient ein blaues Auge in Brüssel geholt. Der NABU hatte bereits bei der Novellierung darauf hingewiesen, dass das Nitratproblem so nicht gelöst wird. Letztlich sind nun auch die Landwirte die Leidtragenden, die sich innerhalb kürzester Zeit mehrfach umstellen müssen. Der Schutz unseres Grundwassers muss höchste Priorität haben. Es ist nicht akzeptabel, dass wir Steuerzahler das Nitratproblem über unsere Wasserrechnung mit ausbaden müssen“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Mit Blick auf die angekündigten Nachbesserungen begrüßt der NABU, dass die Länder nun die Möglichkeit haben sollen, in gefährdeten Gebieten die Stickstoffausbringung auf 130 Kilogramm Stickstoff pro Hektar zu begrenzen. Allerdings fehlen auch weiterhin Pläne für ausreichende Abstände zu Gewässern. Um sie effektiv vor Nitrateinträgen zu schützen, sind mindestens fünf Meter breite Gewässerschutzstreifen erforderlich.

„Frau Klöckner muss aufhören, diese von Schlupflöchern durchsetzte Verordnung notdürftig flicken zu wollen. Wir brauchen endlich ein Düngerecht, das unsere Gewässer schützt und steigende Trinkwasserpreise verhindert. Damit würde die Agrarministerin auch den Landwirten Planungssicherheit geben – statt ihnen immer, wenn der EuGH Deutschland verurteilt, nur Notlösungen zu präsentieren", so Miller.

Vorschläge des NABU zur Novellierung der Düngeverordnung ...

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NABU: Mehr Tempo beim Moorschutz

Tschimpke: Moore müssen Teil des Klimaschutzgesetzes werden

Berlin – Zum Welttag der Feuchtgebiete (2.2.) fordert der NABU von der Bundesregierung mehr Tempo bei der Umsetzung der selbst gesteckten Ziele im Moorschutz. Moore sind nicht nur wichtige Kohlenstoffspeicher, sondern auch Lebensraum für zahlreiche Pflanzen und Tiere und natürliche Wasserreservoirs.

„Die Dürre im vergangenen Sommer war voraussichtlich nur ein kleiner Vorgeschmack dessen, was im schlimmsten Fall zur Normalität werden könnte. Wir brauchen daher in Deutschland mehr naturnahe Moore und eine Umstellung auf eine klimaschonende Moorbodennutzung“, sagt NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Ziel müsse es sein, das Wasser nicht mehr so schnell wie möglich abzuleiten, sondern so lange wie möglich in der Landschaft zu halten. Nicht nur zum Wohle von Bekassine, Moorfrosch und vielen anderen Arten. Ein stabiler Wasserhaushalt und das Erreichen der gesetzten Klimaschutzziele sei auch im Sinne einer Landwirtschaft, welche auch in Zukunft in der Lage sein soll, Lebensmittel zu produzieren. Jährliche Dürrehilfen werde sich Deutschland nicht auf Dauer leisten können.

Die derzeitige intensive Nutzung durch die Landwirtschaft verhindert, dass Moore ihre für den Naturhaushalt und den Menschen wichtigen Funktionen wahrnehmen können. Sie führt sogar dazu, dass unsere Atmosphäre in Deutschland mit über 35 Millionen Tonnen klimaschädlicher Treibhausgase jährlich aus landwirtschaftlich genutzten Mooren weiter aufgeheizt wird.

„Landwirte dabei zu unterstützen, den Wandel der bisher praktizierten klimaschädlichen Landnutzung zu einer den gesellschaftlichen Interessen ausgewogenen Produktionsweise zu gestalten, wäre eine wichtige Aufgabe des zuständigen Bundeslandwirtschaftsministeriums“, so Tschimpke weiter. Daher ist es wichtig, dass Deutschland sich bei den derzeitigen Verhandlungen zur Neuausrichtung der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP) für eine zukunftsfähige Landwirtschaft endlich engagiert einbringt. Um Landnutzer bei Leistungen für den Moor- und Klimaschutz genügend zu unterstützen, müsse der Moorbodenschutz auch im künftigen Klimaschutzgesetz eine wichtige Rolle spielen. „Zusätzlich zu einer Stärkung der GAP beim Klimaschutz, wäre ein Moorklimafonds im Haushalt der Bundesregierung in Höhe von jährlich 500 Millionen Euro ein wichtiger Schritt, um den Klimaschutz in diesem Bereich voranzutreiben“, so der NABU-Präsident.

Mit dem Klimaschutzplan möchte die Bundesrepublik Deutschland ihre Emissionen bis zum Jahr 2050 um bis zu 95 Prozent reduzieren. Ohne einen ambitionierten Moorschutz wird dieses Ziel nicht zu erreichen sein.

Daher müssen Moore ein wichtiger Bestandteil des Klimaschutzgesetzes werden, das die Bundesregierung in diesem Jahr auf den Weg bringen will.

Besonders in moorreichen Regionen bedeutet die Umstellung der landwirtschaftlichen Produktion für die Betriebe große Herausforderungen. Angesichts der langen Vorlaufzeiten von erfolgreichen Moorschutzprojekten müssen die erste Maßnahmen zügig geplant und zeitnah umgesetzt werden.

„Neben der Förderung nasser und damit klimaschonender Bewirtschaftung von Moorböden braucht es auch klare ordnungsrechtliche Vorgaben auf europäischer sowie auf nationaler Ebene“, so NABU-Moorschutzexperte Felix Grützmacher. „So ist unter anderem der besonders schädliche und vielerorts praktizierte intensive Ackerbau auf tief entwässerten Moorstandorten kurzfristig zu beenden.“

Hintergrund: Intakte Moore sind die effizientesten Ökosysteme in Sachen Kohlenstoffspeicherung. In ihnen lagert weltweit doppelt so viel Kohlenstoff wie in allen Wäldern der Erde. In Deutschland sind mit über 45 Millionen Tonnen Treibhausgase aus Mooren diese nach den energiebedingten Emissionen die zweitgrößte Einzelquelle. Der größte Teil stammt dabei aus der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung von Moorböden. Im Landwirtschaftssektor betragen sie ca. 30 Prozent an den Gesamtemissionen. Deutschland war in großen Teilen ursprünglich ein Moorland. Von ca. 1,5 Millionen Hektar sind heute jedoch nur noch rund fünf Prozent naturnah. Der Rest wurde entwässert, land- und forstwirtschaftlich genutzt, bebaut oder für den Torfabbau in Anspruch genommen.

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NABU und LBV: Weniger Meisen und Amseln, aber mehr Naturinteressierte

Mit fast 138.000 Teilnehmern neuer Rekord bei der Stunde der Wintervögel

Berlin – Immer weniger Wintervögel sind in Gärten und Parks zu sehen – das zeigt das Endergebnis der neunten „Stunde der Wintervögel“. Mit der Teilnehmerzahl bei Deutschlands größter wissenschaftlicher Mitmach-Aktion geht es dagegen weiter nach oben: Fast 138.000 Teilnehmer haben ihre Vogelsichtungen dem NABU und seinem bayerischen Partner Landesbund für Vogelschutz (LBV) gemeldet. „Das ist ein neuer Rekord und zeigt, wie groß das Interesse an der heimischen Natur ist. Darüber freuen wir uns sehr“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Gut für unsere Vögel wäre es auch, wenn immer mehr Menschen ihre Gärten als Mini-Naturschutzgebiete sehen und sie vogelfreundlich gestalten.“

Weniger erfreulich ist das Ergebnis der Vogelzählung. Die Gesamtzahl der pro Garten gemeldeten Vögel liegt mit nur 37,1 unter dem langjährigen Mittel. „Sie ist die zweitniedrigste Zahl nach dem Rekordminus von 34,4 im Jahr 2017. 2011 wurden noch fast 46 Vögel pro Garten gemeldet“, so Miller. „Der Grund für diesen deutlich negativen Trend liegt vor allem in den milden Wintern der vergangenen Jahre, die auf einige harte Winter in den Anfangsjahren der Zählaktion folgten. Damit kommen weniger Vögel in die Gärten, weil sie in schneefreien Wäldern noch genug zu fressen finden. Ob auch ein tatsächlicher Rückgang an Vögeln die Ursache sein könnte, muss in Zukunft aufmerksam verfolgt werden.“ Zudem sind offenbar weniger Vögel aus dem Norden und Osten Europas nach Deutschland gekommen, da der Winter in ganz Europa eher mild war. „Aus diesen Gründen wurden besonders von den klassischen Futterhausbesuchern wie Kohlmeisen, Blaumeisen, Sumpf- und Tannenmeisen deutlich weniger Exemplare gezählt“, so NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann. „Der Trend geht eindeutig zu milderen Wintern mit weniger Meisen in den Gärten.“ Auch die Zahlen anderer Waldvögel wie Kleiber, Eichelhäher, Buntspecht und Gimpel liegen niedriger als im langjährigen Mittel.

Große Sorgen macht den NABU-Vogelschutzexperten die Amsel. Sie fuhr mit nur 2,67 Vögeln pro Garten bei der Stunde der Wintervögel 2019 ihr bisher schlechtestes Ergebnis ein. „Der sehr trockene Juli 2018 war schlecht für das Überleben der Jungvögel, da die Amseln kaum Regenwürmer finden konnten“, so Lachmann. „Doch der Hauptgrund dürfte die im Sommer 2018 grassierende Usutu-Epidemie sein.“ Das zeigt sich besonders an den Meldungen aus Hamburg, wo im Sommer bundesweit auch die meisten toten Amseln gemeldet worden waren. Dort gab es mit nur noch 2,01 Amseln pro Garten einen Verlust von 42 Prozent. Ein extremer Rückgang – noch in keinem Jahr waren zuvor weniger als 3,4 Amseln pro Garten gesehen worden.

Bei den Top fünf der Wintervögel liegt auch 2019 der Haussperling an erster Stelle, danach folgen Kohlmeise, Feldsperling, Blaumeise und Amsel.

Wer noch mehr über Deutschlands Vögel erfahren will, kann sich die kostenlose NABU App „Vogelwelt“ unter www.NABU.de/vogelwelt downloaden. Mit der bilderreichen App kann man alle Vogelarten, die in Deutschland nachgewiesen worden sind, kennenlernen und bestimmen. Insgesamt enthält die App 308 Arten.

Die nächste Vogelzählung steht vom 10. bis 12. Mai an. Dann werden bei der „Stunde der Gartenvögel“ die Brutvögel in unseren Gärten und Parks erfasst.

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