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Verschiedenes 

Wie der Kiebitz zu retten ist

Wie der Kiebitz zu retten ist
Kiebitz mit Jungen (c) Thorsten Krüger / Nabu

Schutzprojekt des NABU abgeschlossen / Neue Erkenntnisse für die Rettung des hochbedrohten Feld- und Wiesenvogels

Berlin/Bergenhusen, 07.04.2020 – Der stark gefährdete Kiebitz kann in Deutschland eine Zukunft haben – sofern Politik, Landwirtschaft und Naturschutz an einem Strang ziehen und erprobte, wirksame Schutzmaßnahmen auf den Weg bringen. Dies ist das Ergebnis eines im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durchgeführten NABU-Projektes zum „Sympathieträger Kiebitz“. Das bundesweite Projekt wurde durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie durch die Landesumweltministerien von Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen sowie durch die Hanns R. Neumann Stiftung gefördert. Es kommt nun nach sechs Jahren mit wichtigen Handlungsempfehlungen zum Kiebitzschutz zum Abschluss.

Geschützte Refugien – auch für andere Arten

„In den vergangenen sechs Jahren konnten wir gemeinsam mit vielen Landwirtinnen und Landwirten Schutzmaßnahmen entwickeln und auf der Fläche testen. Überzeugt haben vor allem die sogenannten Kiebitzinseln“, so Projektkoordinator Dominic Cimiotti vom Michael-Otto-Institut im NABU.

Kiebitzinseln sind Flächen von mindestens einem halben Hektar innerhalb von Äckern, die nicht eingesät werden. Hier finden Kiebitze und andere Vögel einen geschützten Raum für ihre Nester und ihren Nachwuchs. Rund 70 dieser speziellen Brachen sind im Zuge des NABU-Projektes entstanden. Besonders effektiv sind sie an feuchten Stellen, an denen Kiebitze gut nach Nahrung suchen können und die Landwirtschaft ohnehin eingeschränkt ist. Wichtig für das Überleben der Art ist auch, Feuchtgrünland zu erhalten und wiederherzustellen sowie Sommergetreide naturverträglich anzubauen.

Katastrophale Bestandseinbrüche

Kein anderer noch vorkommender Brutvogel Deutschlands ist im Bestand so stark eingebrochen wie der Kiebitz: seit 1980 um katastrophale 93 Prozent. Aus vielen Regionen Deutschlands ist der Kiebitz inzwischen ganz verschwunden. Es fehlen Flächen, die die Tiere für Brut und Nahrungssuche brauchen: Brachen, Sommergetreidefelder und Feuchtgrünland. Da der Kiebitz eine Indikatorart für den Zustand der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft ist, unterstreicht dies den Handlungsbedarf in diesem Lebensraum. „Es ist aber noch nicht zu spät. Wenn wir jetzt handeln, sind der Kiebitz und weitere Tierarten der Agrarlandschaft noch zu retten“, so Cimiotti.

Da Kiebitze auf dem Boden brüten, gehen ihre Nester und Jungvögel zudem häufig durch die Bodenbearbeitung verloren. Nester sollten daher bei der Landbewirtschaftung zumindest kleinräumig und die Familien möglichst großräumig umfahren werden. Der NABU hat hierzu ein Praxishandbuch sowie zusammen mit dem Deutschen Bauernverband ein Faltblatt mit Tipps für die Praxis entwickelt.

Kiebitzschutz in der EU-Agrarpolitik

„Die Erkenntnisse des Projekts müssen jetzt in der Fläche umgesetzt werden. Und das lohnt sich doppelt: Denn wer die Lebensräume des Kiebitzes schützt, sichert zugleich vielen anderen Arten das Überleben“, so NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger. „EU, Bund und Länder müssen die anstehende Reform der EU-Agrarpolitik dafür nutzen, den Kiebitzschutz für Landwirtinnen und Landwirte ökonomisch attraktiv zu gestalten.“

Konkret fordert der NABU bei der Reform der EU-Agrarpolitik mehr „Space for Nature“: Jeder Betrieb muss auf mindestens zehn Prozent seiner Fläche den Schutz der biologischen Vielfalt unterstützen, als Bedingung für den Erhalt von Subventionen. Dies war bereits bis 2009 EU-weit in ähnlicher Form der Fall, ehe die obligatorische Flächenstilllegungsprämie abgeschafft wurde. Darüber hinaus sollen die nun erprobten Maßnahmen Eingang in die Agrarumweltprogramme der Bundesländer finden.

Bundesweite AG Kiebitzschutz

Im Zuge des Projektes gründete der NABU die bundesweite „AG Kiebitzschutz“, um sich auch künftig für den bedrohten Feld- und Wiesenvogel einzusetzen. Ziel ist es, Engagierte aus Praxis, Verwaltung und Forschung zu vernetzen und die Ergebnisse des Projektes in die Fläche zu tragen. Die Website www.lapwingconservation.org (lapwing = Englisch für Kiebitz) bündelt Informationen aus ganz Europa zum Kiebitzschutz in deutscher und englischer Sprache sowie regionale Kontaktpersonen und Fördermöglichkeiten in Deutschland.

„Unverzichtbar sind auch Menschen vor Ort, die aktuelle Kiebitz-Vorkommen und lokale Besonderheiten kennen. Denn Schutzmaßnahmen machen nur da Sinn, wo Kiebitze vorkommen und sich wahrscheinlich ansiedeln“, erklärt Britta Linnemann von der NABU-Naturschutzstation Münsterland. Daher werden in Nordrhein-Westfalen Kulissen erstellt, die es den Bewirtschaftenden ermöglichen, ihre Maßnahmen selbst optimal zu verorten. Zur Koordination aller Kiebitz-Aktivitäten auf regionaler Ebene wurde die Android-App „NestFinder“ entwickelt, die Landwirtschaft, Naturschutz und Verwaltung zusammenbringt.

Neben dem NABU-Bundesverband waren an dem Projekt die NABU-Naturschutzstation Münsterland, der NABU Mecklenburg-Vorpommern, das Thünen-Institut für Ländliche Räume sowie 13 regionale Partner beteiligt. Das Projekt wurde mit rund 1,35 Millionen Euro Millionen Euro im Bundesprogramm Biologische Vielfalt vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie durch das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein, das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen sowie durch die Hanns R. Neumann Stiftung gefördert.

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Karlsruhe: Viele naturkundliche Tipps

Mit Naturkompass biologische Vielfalt erleben

Das schöne Frühlingswetter lockt derzeit wieder viele Menschen in die Natur. Unter Beachtung der aktuellen Corona-Schutzmaßnahmen hat Spazierengehen, Radfahren oder Joggen zu zweit oder mit der Familie gerade eine noch größere Bedeutung als sonst.

Anregungen, in der Natur kleine und große Kostbarkeiten kennen und schätzen zu lernen, liefern die Internetseiten des Umweltamts unter www.karlsruher-naturkompass.de. Hier findet sich Interessantes über einzelne Tiere und Pflanzen. Darüber hinaus gibt es Vorschläge, wie empfohlene Orte zu erreichen sind. Aktuelle Besonderheiten sind die Bärlauch- oder auch Lerchenspornblüte sowie Hinweise zu den bald eintreffenden Schwalben. Weitere zeitspezifische Tipps des Umweltamts folgen.

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End of Fish Day 2020: Zukunftsfähiges Fischereimanagement unausweichlich

End of Fish Day 2020: Zukunftsfähiges Fischereimanagement unausweichlich
Fisch vom Kutter (c) Uwe Sturm

Auch in diesem Jahr wird Deutschland zu 70 Prozent von importierten Fischereiprodukten abhängig sein. Mit fast 14 kg pro Kopf essen wir jährlich weitaus mehr Fisch als wir unter deutscher Flagge und in einheimischer Aquakultur bereitstellen können. Ein anhaltend ausbeuterisches Fischerei- und Handelssystem gepaart mit einem unbedacht hohen Verzehr gefährdet marine Ökosysteme, die Ernährungssicherheit und die Existenz handwerklicher Betriebe. Um dafür zu sensibilisieren rufen Slow Food Deutschland und Fair Oceans jährlich den End of Fish Day aus. 2020 fällt er auf den 5. April und datiert das Ende unser eigenen „Fischreserven“. Der Ruf nach einem zukunftsfähigen Fischereimanagement verstärkt sich in Folge der Corona-Pandemie.

Die globale Überfischung stellt laut Weltbiodiversitätsrat den gravierendsten Eingriff in die marinen Ökosysteme dar. Die Fangmengen und der Konsum an Fisch übersteigen seit Langem die natürliche Produktivität unserer Meere und Ozeane. Der Klimawandel verschärft diese ohnehin kritische Situation. Erschwerend hinzu kommt die aktuelle Corona-Pandemie. Sie erhöht den Druck auf die Fischerei, sowohl in der Industrie als auch im Handwerk. Viele Betriebe mussten ihre Arbeit einstellen und sind harschen wirtschaftlichen Einbußen ausgesetzt, weil ihnen die Abnehmer*innen aus Gastronomie und Handel wegbrechen und (globale) Handelsströme unterbrochen sind. Wie viel und welcher Fisch 2020 auf unseren Tellern landet ist ungewiss. Einige Menschen beginnen in dieser Situation kleine handwerkliche Fischereien mehr wertzuschätzen, die sie durch Direktvermarktung versorgen.

Die aktuellen Umstände verstärken die ohnehin dringlich erforderliche Neuausrichtung der Fischereimanagements. Aus Sicht von Slow Food und Fair Oceans ist es erst dann zukunftsfähig, wenn Gewinne nicht mehr über Meeres- und Klimaschutz sowie eine widerstandsfähige lokale Versorgungssicherheit gestellt werden. Die Organisationen fordern von der Bundesregierung am End of Fish Day 2020, eine deutlich stärkere Berücksichtigung der Fischerei im Rahmen der Klimapolitik sowie faire, nachhaltige und transparente Lieferketten. Die Klimapolitik der Staatengemeinschaft wird über die Zukunft der Fischerei und ihrer Rolle bei der Sicherung der Welternährung mitentscheiden. Bei ihren nötigen Anpassungen an den Klimawandel muss die Politik die Fischerei unterstützen, und insbesondere kleineren Betrieben helfen, die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise zu meistern.

Dazu Vertreter*innen von Slow Food Deutschland und Fair Oceans:
Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland: „Das Coronavirus macht nunmehr deutlich, wie wichtig es ist, nicht ausschließlich auf globalisierte Wertschöpfungsketten zu setzen und vielmehr die Regionen und die kleinteilige Versorgung in den Blick zu nehmen. Lokale Versorgungsstrukturen sind überlebenswichtig, und schneiden auch hinsichtlich der Klimabilanz und der Resilienz oftmals besser ab. Deshalb fordern wir ein Fischereimanagement, das Mensch und Umwelt in Einklang denkt und die Rolle der handwerklichen Fischerei wertschätzt und unterstützt".

Kai Kaschinski, Projektkoordinator von Fair Oceans: „Kurzfristig bringt der Klimawandel in der Fischerei Gewinner und Verlierer hervor. Gewinner im globalen Norden und Verlierer vor allem im Süden. Generell am verwundbarsten sind die pazifischen Inselstaaten, sowohl was Fischerei und Ernährungssicherheit betrifft, als auch Fragen des Küstenschutzes. Viele der Inselstaaten sind im wahrsten Sinne des Wortes in ihrer Existenz bedroht. Wenn Fischbestände verloren gehen, wie durch das Verschwinden der Korallenriffe oder die Abwanderung in andere Verbreitungsgebiete, muss die Klimapolitik einen finanziellen Ausgleich für die betroffenen Staaten vorsehen, um die Ernährungssicherheit und die Umstrukturierung der Fischerei dauerhaft zu gewährleisten."
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Zum Hintergrund „End of Fish Day“:
Der End of Fish Day wird auf Grundlage der Zahlen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) errechnet. Er nimmt so direkten Bezug auf die Analyse der Fischereiwirtschaft durch die Bundesregierung. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) veröffentlicht in ihrem Jahresbericht über Fischerei und Fischwirtschaft den aktuellen Selbstversorgungsgrad Deutschlands mit Fischereierzeugnissen. Mit dem geringen Selbstversorgungsgrad von 26 Prozent ist Deutschland einer der größten Importeure von Fischereiprodukten auf dem Weltmarkt.





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NABU: Covid-19-Pandemie ist eine Gesundheitskrise mit Ansage

Krüger: Bei der Verringerung von Risiken muss entschiedener gehandelt werden - auch beim Klima- und Artenschutz

Berlin, 2.4.2020 – NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger zum Zusammenhang von mangelndem Handeln bei der Verringerung von Risiken:

„Seit vielen Jahren weisen Wissenschaftler und Behörden auf das Risiko von Pandemien durch Krankheitserreger, die die Tier-Mensch-Schranke durchbrechen, hin. Es ist seit langem bekannt, dass der unkontrollierte Handel von lebenden Wildtieren auf Märkten und dem Verzehr des Wildfleisches Ausgangspunkt von Pandemien sein können. Entschieden gehandelt wurde in China nicht. Eine klare Parallele sieht der NABU zum Umgang mit der Klima- und Artenkrise. Die enormen ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Risiken des sich heiß laufenden Klimas und der Schädigung unserer Ökosysteme sind wissenschaftlich klar belegt und werden in Politik und Gesellschaft diskutiert. Gehandelt wird allerdings weltweit nicht entschieden genug, um die Risiken wirksam einzugrenzen. Die Leistungs- und Widerstandsfähigkeit der Ökosysteme und des Klimasystems zu erhöhen, ist die Aufgabe unserer Zeit. Die Klima- und Artenkrise sind wie die Corona-Pandemie Krisen mit Ansage. Politik und Gesellschaft müssen entschiedener handeln.“





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80 Minuten vor Sonnenaufgang ertönt der erste Vogelgesang

80 Minuten vor Sonnenaufgang ertönt der erste Vogelgesang
Die lebhaften Blaumeisen lieben Gärten mit alten Bäumen. Foto: F. Hecker; nabu

NABU-Vogeluhr zeigt an, wann Rotkehlchen, Singdrossel und Co. morgens ihr Lied anstimmen

Berlin, 1.4.2020 – Jetzt im Frühling ertönt jeden Morgen ein vielstimmiges Vogelkonzert. Der Gartenrotschwanz ist die Nummer eins – im Schnitt 80 Minuten bevor die Sonne aufgeht, lässt er sein Zwitschern ertönen. Dann folgen Hausrotschwanz, Rauchschwalbe und Singdrossel. Ein Spätaufsteher ist der Buchfink: er fängt erst zehn Minuten nach Sonnenaufgang an zu trällern. Wann welche Art singt, kann man auf der NABU-Vogeluhr (www.NABU.de/vogeluhr) ablesen und ihre Gesänge hören.

Vögel singen fast nur zur Brutzeit. Vor allem von April bis Anfang Juni sind besonders viele Arten gleichzeitig zu hören. Meist singen nur die Männchen, um ihre Reviere abzustecken und Weibchen anzulocken. Dabei hat jede Vogelart einen anderen Zeitpunkt für den Gesangsbeginn, der durch die zunehmende Tageshelligkeit vorgegeben wird. Jeden Morgen setzen die einzelnen Arten daher in der gleichen Reihenfolge in das Vogelkonzert ein. Wer früh aufsteht, kann dies beim Erkennen und Lernen der Vogelstimmen ausnutzen.

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Schneeleoparden live erleben

NABU startet Schneeleoparden-Webcam im Neunkircher Zoo

Neunkirchen - Um Naturfreunden die faszinierenden Schneeleoparden trotz derzeit geschlossener Zoos näherzubringen und auf ihre Gefährdung aufmerksam zu machen, startet der NABU am 31. März im Neunkircher Zoo drei Webcams. Die Kameras übertragen auf www.NABU.de/leos-live aus dem Außengehege und der Wurfbox das Leben des Neunkircher Schneeleoparden-Pärchens "Sagar" und "Luisa". Sollte "Luisa" wie erhofft Junge bekommen, können die Tiere sogar bei der Geburt und Aufzucht ihres Nachwuchses beobachtet werden.

"Mit der Schneeleoparden-Webcam möchten wir vor allem Wissen über eine stark gefährdete, aber leider relativ unbekannte Tierart vermitteln", erklärte Thomas Tennhardt, NABU-Direktor Internationales. "Die Zuschauer können die seltenen Schneeleoparden, die eigentlich so weit entfernt von uns leben, hautnah erleben, sie begleiten und verstehen lernen. Dies begreifen wir als Chance, über die beiden Neunkircher Schneeleoparden als Botschafter ihrer Art auf die dringliche Situation der freilebenden Schneeleoparden und ihre Schutzbedürftigkeit hinzuweisen", so Tennhardt weiter.

Schneeleoparden gelten mit einem weltweiten Bestand von nur noch 4.000 bis 6.400 Tieren laut Roter Liste als "gefährdet". In freier Wildbahn werden die scheuen Großkatzen, die in den kargen Hochgebirgen Asiens zuhause sind, vor allem wegen ihres schönen Fells, aber auch ihrer Knochen gejagt. Letztere sind beliebte Mittel in der Traditionellen Chinesischen Medizin. Außerdem macht der Mensch ihnen und ihren Beutetieren zunehmend den Lebensraum streitig und es kommt immer wieder zu Konflikten mit lokalen Hirten. Daneben bedroht auch der Klimawandel ihren Lebensraum. Der NABU setzt sich seit 20 Jahren erfolgreich für den Schutz von Schneeleoparden in freier Wildbahn ein und konnte bisher signifikant zu einem Rückgang der Wilderei beitragen.

Auch in Zoologischen Gärten sind Schneeleoparden relativ selten. In Deutschland gibt es insgesamt zwölf Zoos, in denen sie gehalten werden, darunter seit 2013 der Neunkircher Zoo, in dem das knapp acht Jahre alte Schneeleoparden-Pärchen lebt. "In Zeiten der Corona-Krise, in denen wir unseren Zoo erstmals über so lange Zeit schließen müssen und die Menschen viel Zeit Zuhause verbringen müssen, freuen wir uns besonders über die Möglichkeit, den Menschen das Erlebnis einer Schneeleopardenaufzucht über eine Webcam näherbringen zu können", sagte Dr. Norbert Fritsch, Zoodirektor des Neunkircher Zoos. "Der Neunkircher Zoo ist dem Schneeleoparden-Projekt des NABU schon lange verbunden und setzt sich mit seiner Teilnahme am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für Schneeleoparden ebenfalls für die Erhaltung der Art ein." Ziel des EEPs ist es, in Zoologischen Gärten eine Reservepopulation von mindestens 200 genetisch möglichst unterschiedlichen Schneeleoparden zu bilden. Für genetische Vielfalt bei dem dieses Jahr erhofften Schneeleoparden-Nachwuchs in Neunkirchen sorgt zumindest Luisa: Ihre Großmutter Dshamilja wurde in freier Wildbahn geboren und vom NABU als Jungtier in Kirgistan aus den Händen von Wilderern befreit. Um ihr Leben zu retten, wurde sie nach Deutschland gebracht und gesund gepflegt.

Bereits 2016 ließen der NABU und der Neunkircher Zoo Schneeleopardenfreunde an der Geburt und Aufzucht der Schneeleopardenzwillinge "Anusha" und "Askar" über eine Webcam teilhaben. Die Patenschaft für die beiden Schneeleoparden übernahm die damalige Bundesumweltministerin Barbara Hendricks in Gegenwart der damaligen saarländischen Ministerpräsidentin und heutigen CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer.

Link zur Schneeleoparden-Webcam ...

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NABU: Änderungen der Düngeverordnung greifen zu kurz

NABU: Änderungen der Düngeverordnung greifen zu kurz
Streuobstwiese im Frühling (c) NABU/Hannes Huber

Krüger: Chance verpasst, das Problem an der Wurzel zu packen - intensive Tierhaltung muss verringert werden

Berlin, 27-03-2020 – Die am heutigen Freitag vom Bundesrat beschlossenen Änderungen der Düngeverordnung, die aufgrund der Corona-Krise in Teilen allerdings erst zum 1. Januar 2021 umgesetzt werden sollen, kommentiert NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger:

„Hoffentlich ist dieses Kapitel einer jahrzehntelangen Hängepartie nun endlich beendet. Wenn auch noch unzureichend aus Umweltsicht. Bund und Länder springen mit den Verschärfungen grade so weit, dass die millionenschweren Strafzahlungen an Brüssel abgewendet werden. Was sie jedoch verpassen, ist die Chance, das Problem der Überdüngung an der Wurzel zu packen: Die in Teilen Deutschlands zu intensive Tierhaltung muss verringert werden. Entscheidend ist, die Zahl der gehaltenen Schweine, Hühner und anderer Tiere pro Hektar klar zu begrenzen, mit zusätzlichen Obergrenzen für jeden Landkreis. Zusätzlich muss eine Hoftor-Bilanz für jeden Betrieb kommen, die klar macht wie viele Nährstoffe in einen Betrieb hineingehen und wie viele ihn verlassen – ohne Bilanzierungs-Tricks. Wir müssen jetzt den Diskurs führen, wie eine zukunftsfähige Tierhaltung in Deutschland aussehen muss – mit fairen, ehrlichen Lösungen nach dem Verursacherprinzip sowie Planungssicherheit für alle Landwirte. Das Ende der Nitrat-Krise, die unser Grundwasser gefährdet und schwere Schäden in der Pflanzen- und Tierwelt hinterlässt, ist seit zwei Jahrzehnten überfällig.“





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NABU: Frühlingsbote Fledermaus braucht Schutz

NABU: Frühlingsbote Fledermaus braucht Schutz
Wasserfledermaus (c) Nelumboart/Stefanie Gendera

Krüger: Milde Winter wirken sich negativ auf Fledermäuse aus

Berlin, 26.03.2020 – Jetzt sieht man sie wieder häufiger über den Abendhimmel flattern: Fledermäuse suchen in der Dämmerung nach Nahrung und einen Unterschlupf. Viele Tiere waren auch schon im Winter unterwegs. „Es gibt bereits erste Studien, die zeigen, dass Fledermäuse wegen steigender Temperaturen oft keine durchgehende Winterruhe mehr haben“, so NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger. „Sie wachen immer wieder auf, müssen dann nach Nahrung suchen, finden aber kaum etwas – ein enormer Stress, der die Überlebenschancen schmälert.“

Fledermäuse überwintern meist in Höhlen, Stollen, Dachstühlen, alten Kellern oder Bunkeranlagen. Sie sind Insektenfresser und jagen Mücken, Schnaken, Nachtfalter und Käfer im Flug. Das kann man derzeit am Dämmerungshimmel eines lauen Abends gut beobachten. Aufgrund des Insektensterbens ist wird jedoch auch dieses Schauspiel immer seltener.

„Von den 25 heimischen Fledermausarten sind 16 in einem ungünstigen oder sogar schlechten Erhaltungszustand“, so NABU-Artenschutzexpertin Birte Brechlin. „Die Ursachen sind unter anderem die Intensivierung der Landwirtschaft, der massive Einsatz von Pestiziden, der zunehmende Verlust von Strukturvielfalt in der Landschaft, von alten, naturnahen Wäldern sowie die Zerstörung von Quartieren durch Fassadensanierungen.“

Fledermäusen helfen kann man, indem man seinen Garten fledermausfreundlich gestaltet. Dazu gehört, alte Bäume stehen zu lassen, abend- und nachtblühende Stauden anzupflanzen und Fledermauskästen aufzuhängen. Diese kann man selbst bauen oder im Fachhandel, etwa im NABU-Shop (www.NABU-shop.de ), kaufen. Weitere Tipps unter www.NABU.de/fledermausgarten .

Leider halten sich Vorurteile gegenüber Fledermäusen immer noch hartnäckig, wie etwa der Vampirmythos aus Gruselfilmen. Aktuell werden Fledermäuse in Verbindung zu dem neuartigen Coronavirus gebracht, der die Erkrankung Covid-19 auslösen kann. Angst davor, dass die Tiere Menschen anstecken könnten, braucht jedoch niemand zu haben. Die in Deutschland heimischen Fledermausarten sind keine Coronaviren-Träger. Krüger: „Fledermäuse gefährden uns nicht – sie brauchen unseren Schutz.“

Hintergrund

Fledermäuse sind die zweitgrößte Artengruppe innerhalb der Klasse der Säugetiere. Derzeit sind weltweit mehr als 1.400 Arten bekannt. Wenige Arten tragen Stämme von Coronaviren und gelten daher als Reservoir, nicht jedoch als direkter Überträger. Eine direkte Übertragung auf den Menschen konnte bislang nicht festgestellt werden. Bei unseren 25 heimischen Fledermausarten ist bisher kein derartiger Virenstamm gefunden worden. Sie sind also weder Träger noch Reservoir des Coronavirus.

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