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Veranstaltungen 

Karlsruhe: Nachhaltigkeitstag beendet aktuelle Klimakampagne

Der Karlsruher Klimafrühling endet am morgigen 1. Juni

Zum Abschluss des Karlsruher Klima-Frühlings findet am 1. Juni der Agenda 2030 – Nachhaltigkeitstag auf dem Vorderen Schlossplatz beim Karl-Friedrich-Denkmal statt. Von 11 bis 16 Uhr finden sich bürgerschaftliche Akteure, Institutionen und private Initiativen zusammen, um der Öffentlichkeit ihr Engagement vorzustellen. Die Themen reichen von Klimaschutz und Klimawandel über nachhaltiges Leben im Alltag, Kunst, Fairem Handel und Bildung für nachhaltige Entwicklung bis hin zur Gesundheitsförderung. Dazu werden unter anderem mehrere Mitmachaktionen angeboten, wie ein Menschenkicker mit fair gehandelten Bällen.

Die Veranstaltung steht auch im Zeichen der Nachhaltigkeitstage Baden-Württemberg – der N!-Tage, die vom 1. bis 4. Juni landesweit stattfinden. Mit Staatssekretär Dr. André Baumann, Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, begrüßt Bürgermeisterin Bettina Lisbach um 13.30 Uhr die Besucherinnen und Besucher sowie die aktiven Gruppen. An dem sich anschließenden Rundgang zu den Aktionsständen nimmt auch Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup teil.

Mit dem Nachhaltigkeitstag endet der Aktionszeitraum "Karlsruher Klima-Frühling" im Rahmen der Klimaschutzkampagne "Karlsruhe macht Klima". Viele Gruppen, Initiativen und Organisationen, die in Karlsruhe für Klimaschutz und Nachhaltigkeit aktiv sind, haben einen Monat lang ein buntes Programm an Aktionen und Veranstaltungen zusammengestellt und so die Themen Klimaschutz, Klimawandel und Nachhaltigkeit auf vielfältige Weise erfahrbar gemacht.

Die "Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung" beschlossen die Vereinten Nationen im September 2015. Sie hat die Form eines Weltzukunftsvertrags und soll helfen, allen Menschen weltweit ein Leben in Würde zu ermöglichen und dazu beitragen, dass alle Menschen in Frieden und in einer intakten Umwelt leben können. Dazu umfassen die insgesamt 17 "Sustainable Development Goals" (SDG) grundlegende Verbesserungen der Lebensverhältnisse für alle Menschen sowie den wirkungsvollen Schutz des Planeten.

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Veranstaltungen 

NABU-Insektensommer mit Ruth Moschner, Mark Benecke und Ralph Caspers

Biene, Blattlaus, Käfer & Co. stehen im Mittelpunkt - Große Mitmach-Aktion gestartet

Berlin – Ackerhummel oder Steinhummel? Mauerbiene oder Holzbiene? Leder- oder Streifenwanze? Unter dem Motto „Zählen, was zählt“ hat der NABU am Freitag seine bundesweite Citizen-Science-Aktion Insektensommer gestartet. Prominente Unterstützung gibt es von TV-Moderatorin Ruth Moschner, Kriminalbiologe Mark Benecke und TV-Moderator und Schauspieler Ralph Caspers. Sie sind mit dabei, wenn vom 31. Mai bis zum 9. Juni und vom 2. bis zum 11. August wieder Sechsbeiner in ganz Deutschland beobachtet und notiert werden. Die Idee: Laien gehen in die Natur, beobachten und notieren, was sie sehen und melden ihre Beobachtungen an den NABU.

„Wir wollen mit dem Insektensommer die artenreichste Tiergruppe unseres Ökosystems in den Mittelpunkt stellen, die nicht nur für uns Menschen enorm wichtig ist. Fast 90 Prozent aller Wild- und Kulturpflanzen weltweit sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. Insekten bestäuben nicht nur Pflanzen, sie sind auch Nahrung für Vögel, Fledermäuse, Eidechsen und Frösche. Jeder kann mitmachen!“, sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. In Deutschland gibt es nach Schätzungen 33.000 Insektenarten. Über die meisten liegen noch keine Daten vor.

Moderatorin und NABU-Mitglied Ruth Moschner war Freitag mit anderen Insektenfreundinnen und –freunden in Berlin auf Erkundungstour und erfasste Brummer und Krabbler im Garten vor dem Deutschen Theater.

„Ohne Biene keine Beere! Insekten sind nicht nur faszinierend, sie retten unser Leben. Ameisen dienen der Walderhaltung und Schädlingsbekämpfung. Bienen bestäuben Obstbäume, damit diese Früchte tragen. Ich persönlich liebe ja zum Beispiel die Metamorphose-Fähigkeit von Raupen zu Schmetterlingen. Einfach faszinierend“, so Ruth Moschner zu ihrer Motivation.

Kriminalbiologe und Insektenexperte Mark Benecke zeigt in einem NABU-Video, wie es geht und warum es wichtig ist, dass zahlreiche interessierte Laien mitmachen: „Wir sind nicht so viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Es geht nicht ohne die Menschen, die uns ein bisschen helfen.“

Auch TV-Moderator Ralph Caspers, Botschafter UN-Dekade Biologische Vielfalt. unterstützt die große NABU-Insektenzählung:

„Ich finde Insekten wichtig, weil sie wichtig SIND. Ohne Insekten würden wir ganz schön in der Scheiße stecken. Im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn man sich nur mal vorstellt, wie viele Hundehaufen Insekten jährlich wegschaffen. Wenn es das nicht gäbe – gar nicht auszudenken.“

Egal ob Blattlaus, Fliege oder Schmetterling ­– jedes Insekt soll gemeldet werden. Mit Blick auf die Vergleichbarkeit der jährlichen Beobachtungen soll dabei auf 16 in Deutschland häufig vorkommende Arten besonders geachtet werden. Darunter sind vier Tagfalter (Admiral, Tagpfauenauge, Schwalbenschwanz, Kleiner Fuchs), drei Wildbienen (Ackerhummel, Steinhummel, Holzbiene), zwei Käfer (Asiatischer Marienkäfer, Sieben-Punkt-Marienkäfer) zwei Wanzen (Lederwanze, Streifenwanze), die Hainschwebfliege, die Florfliege, die Blutzikade und die Blaugrüne Mosaikjungfer als Libellenart sowie das Grüne Heupferd als Laubschrecke.

Beobachten und zählen ist fast überall möglich: Garten, Balkon, Park, Wiese, Wald, Feld, Teich, Bach oder Fluss. Das Beobachtungsgebiet soll nicht größer sein als etwa zehn Meter in jede Richtung vom eigenen Standpunkt aus. Gezählt wird eine Stunde lang. Die Sichtungen melden kann man unter www.insektensommer.de oder direkt von unterwegs per Smartphone über die NABU-App „Insektenwelt“.

Die Daten werden in Zusammenarbeit mit der Plattform www.naturgucker.de erfasst. Die Ergebnisse werden vom NABU ausgewertet und zeitnah veröffentlicht. Der Insektensommer findet dieses Jahr zum zweiten Mal statt. Im vergangenen Jahr beteiligten sich 18.000 Menschen mit über 7.300 Beobachtungen.

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Veranstaltungen 

Weltmilchtag: Zurück zur echten Milch

Weltmilchtag: Zurück zur echten Milch
Milchglas © Alberto Peroli

Anlässlich des Weltmilchtags am 1. Juni spricht sich Slow Food Deutschland für mehr Wertschätzung und Förderung guter Milchen aus bodengebundener Weidehaltung aus. Denn Haltungsform, Futter sowie der Verarbeitungsgrad von Milch wirken sich massiv auf den Geschmack sowie auf Umwelt und Klima aus. Am 29. Mai lädt Slow Food Verbraucherinnen und Verbraucher in Norddeutschland dazu ein, mehr darüber zu erfahren und zu schmecken, was eine gute Milch auszeichnet.

„Die Milch von Hochleistungs-Milchkühen, die nicht auf der Weide stehen dürfen und mit konzentriertem, und oft importiertem Kraft- und Eiweißfutter wie Soja gefüttert werden, ist geschmacklich etwas völlig anderes als naturbelassene Milch von Weidekühen“, kommentiert Ursula Hudson anlässlich des Weltmilchtags. Milch sei nicht gleich Milch, weshalb die Slow-Food-Vorsitzende dafür plädiert, von Milchen im Plural zu sprechen. Außerdem spiele die Verarbeitung der Milch eine große Rolle. „Die hoch verarbeiteten H- und ESL-Milchen, die wir heute vielerorts im Supermarkt finden, haben zumeist keinen individuellen Geschmack und sind nicht mehr als eine weiße Flüssigkeit aus dem Tetrapak. Vom Urlebensmittel Milch hat sich dieses industrielle Produkt vollständig entfernt. Dass es das Adjektiv ‚frisch‘ überhaupt tragen darf, ist purer Hohn, denn hinter dem Aufdruck „Frischmilch“ auf der Packung kann sich auch die hochverarbeitete ESL-Milch verbergen. Die langen Phasen der Lagerung und Kühlung sind mit unserer Vorstellung von Frische eigentlich unvereinbar“, so Hudson weiter.

Die Voraussetzung für „gut, sauber und fair“ bei Milch ist, die Produktionskette zu verkürzen und sie stärker auf lokale Kreislaufwirtschaft auszurichten. Grundsatz für die Milchproduktion sollte sein, externe Kosten wie Umweltbelastungen durch Monokulturen, Landnutzung in Drittländern sowie Treibhausgasemissionen durch den Futtermittelimport zu vermeiden. Die Ernährung der Tiere mit Gras und Klee sowie ein nachhaltiges Weidemanagement bedeutet zwar ein Verzicht auf Hochleistung der Tiere, ist aber nicht nur das Beste für das Wohlbefinden der Kühe und damit für die Milchqualität, sondern trägt auch zum Erhalt der Biodiversität und von Kulturlandschaften bei. Rinder auf der Weide leisten nicht nur das Ungeheure, das für den Menschen nicht zur Kost geeignete Gras in Eiweiß und andere wertvolle Nährstoffe zu verwandeln, sondern das Grasen bringt auch fruchtbare Böden hervor. Beweidung ist auch eine wichtige Maßnahme für den Klimaschutz, denn durch nachhaltige Beweidung tragen Rinder zur Bildung von Humus und so auch zur Speicherung von CO2 im Boden bei, was sich positiv auf das Klima auswirkt.

„Wenn wir das System Milch komplett umbauen und zukunftsfähig machen wollen, bedeutet dies aber gleichzeitig auch, dass wir als Verbraucherinnen und Verbraucher diesen Wandel mittragen. Dazu müssen wir weg vom Image von Milch als ‚Ramschprodukt‘, das billig in Massen gekauft und konsumiert werden kann. Es braucht mehr Wertschätzung und einen reduzierten Genuss von qualitativ guter Milch“, so Ursula Hudson weiter. Unterstützenswert sind aus Slow-Food-Sicht daher Milchen, die geschmacklich und ökologisch ‚bekömmlich‘ sind. Darüber hinaus begrüßen wir Betriebe, die eine mutter- oder ammengebundene Kälberhaltung anstreben und sich dafür einsetzen, den Kundinnen und Kunden naturbelassene Milch sowie Frischmilch zu liefern. Politisch sollte dieser Umbau der Tierhaltung zum Erreichen von Nachhaltigkeits- sowie Klimazielen höchste Priorität haben.

Veranstaltungshinweis für den 29. Mai 2019:
Am 29. Mai lädt Slow Food dazu ein, den Hof De Ökomelkburen in Lentföhrden und anschließend die Meierei Horst in Horst (Holstein) zu besuchen. Die Veranstaltung bringt Verbraucherinnen und Verbrauchern näher, was gute und echte Milch und Milchprodukte ausmacht. Bei einer Milchverkostung und einem kleinen Imbiss können die Teilnehmenden das mit allen Sinnen erfahren.

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Der Weltmilchtag wird am 1. Juni organisiert, um international über das Lebensmittel Milch zu informieren. Er wurde von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und dem Internationalen Milchwirtschaftsverband (IDF) ins Leben gerufen.





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Letzter Weckruf für große Koalition

NABU-Kommentar zum Ergebnis der EU-Wahl

Berlin/Brüssel, 27.5.19 – Das Ergebnis der gestrigen EU-Wahl hat gezeigt, dass die Bürger von der Bundesregierung fordern, sich für die Themen Umwelt- und Artenschutz stark zu machen. Union und SPD haben durch ihre Politik massive Verluste einstecken müssen.

Die EU-Wahl-Ergebnisse kommentiert NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller:

„Die Mehrheit der Wähler wünschen sich, dass sich die Bundesregierung endlich für die Themen Umwelt- und Artenschutz einsetzt. Die schwarz-rote Koalition unter Kanzlerin Merkel ist insgesamt zu träge in Umweltbelangen und muss deutlich mehr Tempo beim Schutz von Arten und Lebensräumen, beim Klimaschutz, in der Verkehrspolitik und bei Maßnahmen gegen Ressourcenverschwendung an den Tag legen. Europaweit ist Deutschland eher Bremser statt Vorreiterin in Sachen Umweltschutz. Insektenschwund, Klimakrise und die Plastik- und Verpackungsflut dulden keinen Aufschub.“

Aus NABU-Sicht müsse an erster Stelle die Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik stehen, die derzeit in Brüssel verhandelt wird. Außerdem gebe es immer noch keine Fortschritte bei der Entscheidung, wie die Klimaziele erreicht werden können. „Wer Klimaschutz als Ersatzreligion bezeichnet, hat immer noch nicht verstanden, dass Deutschland sowohl nationale als auch verbindliche europäische Klimaschutz-Ziele verpasst", so Miller.

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Verschiedenes 

Dokumentation: SDGs - Globale Ziele, unterschiedliche Perspektiven?!

Dokumentation: SDGs - Globale Ziele, unterschiedliche Perspektiven?!

„SDGs: Globale Ziele, unterschiedliche Perspektiven?! Friedensbildung – Globales Lernen – Bildung für nachhaltige Entwicklung“

Bei der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (LpB) liegt nun die Dokumentation „SDGs: Globale Ziele, unterschiedliche Perspektiven?! Friedensbildung – Globales Lernen – Bildung für nachhaltige Entwicklung“ vor. Sie geht auf die gleichnamige Fachtagung zurück, die die Servicestelle Friedensbildung Baden-Württemberg gemeinsam mit zahlreichen Netzwerkpartnern im September 2018 im Tagungszentrum „Haus auf der Alb“ der LpB veranstaltet hat. Die Broschüre enthält auf 32 Seiten die Vorträge zur Friedensbildung (Prof. Uli Jäger, Berghof Foundation), zum Globalen Lernen (Prof. Dr. Dr. Gregor Lang-Wojtasik, Pädagogische Hochschule Weingarten) und zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (Prof. Dr. Gerhard de Haan, Freie Universität Berlin, Institut Futur). Zudem stellt sie die Ergebnisse aus den Gesprächsforen vor und nennt die Kontaktdaten der Organisationen, die sich bei einem „Markt der Möglichkeiten“ mit ihren Angeboten präsentierten.

Die Fachtagung diente dem Austausch über die 17 Ziele (= SDGs für „Sustainable Development Goals“) des Weltzukunftsvertrages „Transformation unserer Welt: die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung", den die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen im September 2015 verabschiedet haben. Über ihre teils unterschiedlichen Perspektiven auf diese Ziele diskutierten die in den Handlungsfeldern Friedensbildung, Globales Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung tätigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Zudem beschäftigten sie sich mit der Frage, wie sich diese Ziele in die politische Bildungsarbeit innerhalb und außerhalb der Schulen konkret umsetzen und operationalisieren lassen.

Hintergrund:
Mit dem 2015 verabschiedeten Weltzukunftsvertrag „Transformation unserer Welt: die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung" bringt die internationale Gemeinschaft zum Ausdruck, dass sie anerkennt, dass die Welt vor großen Herausforderungen steht, die sich nur gemeinsam lösen lassen. Und die Erfahrung zeigt, dass die Bearbeitung komplexer Herausforderungen ebenso interdisziplinäre wie multiperspektivische (Lösungs-)Strategien erfordert.

Die Dokumentation ist über den Webshop der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (LpB) www.lpb-bw.de/shop kostenlos in gedruckter und digitaler Version erhältlich.

Weitere Informationen und Materialien zur Friedensbildung finden Sie auf der Internetseite der Servicestelle Friedensbildung ...

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Verschiedenes 

NABU: Vernichtende Artenschutz-Bilanz für die EU-Mitgliedstaaten

Tschimpke: Europawahl muss Weckruf sein - BirdLife-Studie: Ziele für 2020 kaum noch erreichbar

Berlin/Brüssel – Das weltgrößte Naturschutznetzwerk BirdLife International, dem auch der NABU angehört, stellt am morgigen Donnerstag in Brüssel einen Fortschrittsbericht zur EU-Biodiversitätsstrategie vor. Auf dem Prüfstand: Die 28 Mitgliedstaaten und die EU-Kommission, die 2011 festgelegt hatten, wie sie bis 2020 das global vereinbarte Ziel erreichen wollen, den Rückgang der biologischen Vielfalt aufzuhalten und eine Erholung der Artenvielfalt einzuleiten.

Das Ergebnis ist alarmierend. Bei mehr als der Hälfte der 37 vereinbarten Maßnahmen ist kein ausreichender Fortschritt zu verzeichnen. Vor allem dort, wo Ressorts außerhalb der Umweltministerien gefragt sind, versagen die EU-Staaten auf ganzer Linie, insbesondere bei der Reform der natur- und klimaschädlichen Agrarpolitik, so das Fazit des Berichts.

NABU-Präsident Olaf Tschimpke: „EU-Kommission und Mitgliedstaaten müssen endlich aufhören, sich selbst zu belügen. Jede noch so gute Biodiversitätsstrategie läuft ins Leere, wenn die Maßnahmen nicht umgesetzt werden, weil hierfür der Zuständigkeitsbereich des Umweltressorts verlassen werden muss. Der Bericht des Weltbiodiversitätsrates IPBES hat Anfang Mai unmissverständlich klar gemacht, dass der Planet auf einen Artenkollaps zusteuert. Die Zeit für wohlfeile Reden ist vorbei. Mächtige Mitgliedstaaten wie Deutschland und die nächste EU-Kommission müssen endlich handeln und nicht ständig den Wünschen der Agrarlobby beugen.“

Der NABU fordert zu der aktuell in Brüssel stattfindenden Biodiversitätskonferenz der EU-Kommission, dass EU und Mitgliedstaaten ihre eigene Biodiversitätsstrategie endlich umsetzen. Der BirdLife-Bericht nennt wichtige Maßnahmen, die noch vor 2020 ergriffen werden können und müssen, um den Artenschwund einzudämmen. Dazu zählen ein verstärkter Fokus auf Vertragsverletzungsverfahren zum Schutz des Natura 2000-Netzwerks, Notfallmaßnahmen der EU-Kommission zum Schutz stark überfischter Fischbestände, oder die Erarbeitung eines EU-Verzeichnisses von umweltschädlichen Subventionen.

Der NABU ruft die Bürgerinnen und Bürger auf, bei der Europawahl am 26. Mai ihre Stimme abzugeben und ein Signal für mehr Umweltschutz in Europa zu setzen.

Raphael Weyland, NABU-Büroleiter in Brüssel: „Trotz aller Kritik – die EU hat Erfolgsgeschichten für den Naturschutz geschrieben, etwa das Netzwerk Natura 2000. Mit ihrem Gerichtshof ist sie zudem Garant, dass beispielsweise bei Infrastrukturprojekten Mindeststandards eingehalten werden. Jetzt kommt es darauf an, Parteien zu wählen, die den Umwelt- und Naturschutz ernst nehmen.“

Die vom NABU unterstützte Kampagne #natürlichEuropa des Deutschen Naturschutzrings (DNR) hat Wahlprüfsteine veröffentlicht, die große Unterschiede in den Wahlprogrammen ausmachen.

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Grillkohle: Holz aus Raubbau

Die Stiftung Warentest ist der Frage nachgegangen, wie viel Holz aus Raubbau in unserer Grillkohle steckt. Die Tester haben den Inhalt von 17 Holzkohlesäcken analysiert. In fünf Säcken versteckte sich Tropenholz. Insgesamt gibt sich die Branche wenig transparent und verschweigt oft Herkunft und Art der verwendeten Hölzer.

In den vergangenen Jahren häuften sich Berichte von Umweltverbänden und Medien, dass Urwälder hierzulande auf dem Grill landen. Rund 233.000 Tonnen Holzkohle wurden 2018 nach Deutschland importiert. Das Ergebnis der Analyse der Stiftung Warentest belegt, dass nach wie vor mehrere Händler Grillkohle aus Tropenholz verkaufen, ohne dass Kunden dies erfahren.

In 9 von 17 Säcken waren weder Holzarten noch Herkunft angegeben – in 5 davon steckte Kohle aus dem tropischen oder subtropischen Raum. Ein Produkt führt Verbraucher in die Irre: Max Grill & Barbecue trägt ein Siegel des Forest Stewardship Council (FSC), das die Kohle als nachhaltig und aus heimischen Wäldern ausweist. Tatsächlich besteht sie jedoch aus Tropenholz.

Aber auch Produkte aus europäischen Laubbäumen sind kein Garant für eine saubere Herkunft, z.B. wenn sie aus der Ukraine stammen, wo es viel Korruption und illegalen Holzeinschlag gibt. Knapp die Hälfte der Anbieter beziehen ihre Kohle zumindest teilweise aus der Ukraine.

Um Grillkohle-Raubbau zu meiden, sollte man ein Produkt wählen, auf dem Holzart und -herkunft angegeben sind und das ein Siegel trägt (FSC, Naturland, PEFC). Im Test erfüllte die Flamenco Grill-Holzkohle (1,17 Euro pro Kilogramm) am ehesten diese Kriterien.

Der Test Herkunft von Grillkohle findet sich in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift test und online unter www.test.de/grillkohle.

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Unternehmen für nachhaltige Produktion ausgezeichnet

Bundesumweltministerium, "Biodiversity in Good Company" Initiative und NABU küren Gewinner des Wettbewerbs "Die Lieferkette lebt"

Berlin – Am Internationalen Tag der biologischen Vielfalt wurde am heutigen Mittwoch in Berlin das Gewinnerunternehmen des Wettbewerbs „Die Lieferkette lebt. Lieferketten gestalten, biologische Vielfalt erhalten“ bekannt gegeben. Das Bundesumweltministerium (BMU), die „Biodiversity in Good Company“ Initiative und der NABU zeichneten die Milchwerke Berchtesgadener Land Chiemgau aus. Die Molkerei verzichtet auf den Einsatz von chemischen Herbiziden.

„Damit wird Pionierarbeit für eine naturverträgliche Landwirtschaft geleistet. Der Verzicht auf chemische Herbizide ist nicht nur gut für die biologische Vielfalt, insbesondere für die Insekten, sondern auch für gesunde Böden, saubere Gewässer und nicht zuletzt die Gesundheit der Bürger,“ so der Parlamentarische Staatssekretär im BMU, Florian Pronold. Das Unternehmen erhielt als Preis eine beitragsfreie Mitgliedschaft für ein Jahr in der „Biodiversity in Good Company“ Initiative.

„In Zeiten des dramatischen Verlustes von biologischer Vielfalt wird das Engagement der Wirtschaft immer wichtiger. Ziel muss es sein, dass Biodiversität bei allen wirtschaftlichen Aktivitäten mitberücksichtigt wird. Mit dem Wettbewerb möchten wir Unternehmen auszeichnen, die die besonderen Herausforderungen in den Lieferketten angehen“, so NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Mit einem Sonderpreis wurde das Bestattungshaus Hebenstreit und Kentrup ausgezeichnet, das mit seinem Projekt für ökologisch wertvolle Bestattungen und einer konsequenten naturfreundlichen Ausrichtung bei Produkten und Vorleistungen punktete. Die Gewinner des Wettbewerbs und alle teilnehmenden Unternehmen werden in einer Broschüre portraitiert.

Der Wettbewerb fand im Rahmen der Verbändeplattform „Unternehmen Biologische Vielfalt 2020“ (UBi 2020) statt, in der Wirtschaftsverbände und Naturschutzorganisationen einen Beitrag zur Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt leisten und sich gemeinsam für eine Trendwende beim Verlust der biologischen Vielfalt einsetzen.

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