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Verschiedenes 

„Gemeinsam Boden gut machen“: NABU vergibt Förderpreise an drei Biobetriebe

Ökologische Landwirtschaft richtungsweisend für EU-Agrarpolitik

Berlin, 5.12.2020 – Drei Bio-Bäuerinnen und -bauern aus Bayern und Nordrhein-Westfalen sind heute, am Internationalen Tag des Bodens, für die vorbildliche Umstellung ihres landwirtschaftlichen Betriebs auf Ökolandbau ausgezeichnet worden. Sie bauen ihr Gemüse, Obst und Getreide nach Bio-Kriterien an, verzichten auf synthetische Pflanzenschutzmittel und halten höhere Standards bei der Tierhaltung ein. Bereits im Februar haben sie im Rahmen des Projekts "Gemeinsam Boden gut machen" erste finanzielle Unterstützung für die Umstellung auf ökologische Landwirtschaft erhalten.

Mit dem Projekt unterstützt der NABU jedes Jahr mehrere Betriebe, die finanziell oftmals herausfordernde Umstellung zu meistern. Den angehenden Öko-Betrieben entstehen etwa erhebliche Kosten für Umbaumaßnahmen in Ställen. Zudem müssen die Betriebe eine zweijährige Umstellungsphase überbrücken, in der sie bereits nach Bio-Kriterien wirtschaften, aber noch keine Bio-Preise erzielen. „Wir fördern Bäuerinnen und Bauern, die naturverträglich und nachhaltig unsere Nahrungsmittel produzieren wollen. Diese Bio-Betriebe leisten einen wertvollen Beitrag für gesunde Böden, sauberes Grundwasser und den Klimaschutz. Damit sorgen sie für eine Landschaft, in der Insekten und Vögel eine Zukunft haben“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Seit Start des Projekts 2015 haben fast 70 Landwirtinnen und Landwirte ihren Betrieb auf ökologische Landwirtschaft umgestellt – eine Gesamtfläche von über 13.000 Hektar Land.

Unterstützt wird das Projekt seit vielen Jahren durch die Alnatura Bio-Bauern-Initiative (ABBI) sowie durch Stiftungen und weitere Herstellern der Bio-Branche. Alnatura-Geschäftsführer Götz Rehn: „Wir freuen uns, dass wir auch dieses Jahr zur Förderung des Bio-Landbaus beitragen können. Ermöglicht wird dieser Beitrag durch unsere Kundinnen und Kunden: Denn beim Kauf jedes Alnatura-Produkts, das mit dem Label ‚Gemeinsam Boden gut machen‘ gekennzeichnet ist, fließt ein Cent in das Förderprojekt des NABU.“

Hintergrund: EU-Agrarpolitik und Ökolandbau in Deutschland
Noch immer sind Landwirtinnen und Landwirte auf außerpolitische Unterstützung angewiesen, wenn sie ihren landwirtschaftlichen Beitrieb auf Ökolandbau umstellen wollen. Bislang bietet die europäische Agrarpolitik für sie keine ausreichenden finanziellen Anreize, wenn sie ihre Arbeitsweise umweltverträglich gestalten wollen. Stattdessen hat die EU-Agrarpolitik in der Vergangenheit dazu geführt, dass Wiesen und Feldern immer stärker bewirtschaftet werden.

Neben dem NABU empfiehlt auch der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) eine umfassende Ökologisierung der europäischen Agrarpolitik mit effektiven Agrarumweltmaßnahmen und eine tiefgreifende Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik in Europa (GAP), die auf Ökosystemleistungen aufbaut und dem Erhalt der Biodiversität dient. Für eine naturverträglichere EU-Agrarpolitik setzt sich die Schirmherrin des Projekts „Gemeinsam Boden gut machen“, Bundesumweltministerin Svenja Schulze, ein.

Vor dem Hintergrund des aktuellen Trilogs, bei dem EU-Kommission, EU-Parlament und die Landwirtschaftsministerinnen und -minister über Ausgestaltung der GAP verhandeln, müssen nun die Ziele des Green Deals berücksichtigt werden. Sollten die Beschlüsse hinter dem zurückbleiben, was ökologisch notwendig ist, muss Deutschland mit seinem Strategieplan zur nationalen Umsetzung der EU-Agrarpolitik richtungsweisend bei der Ausgestaltung der „Grünen Architektur“ der Landwirtschaft vorangehen, um Boden, Gewässer und die Artenvielfalt zu schützen.

Wer ist förderfähig?
Bewerben kann sich jeder, der seinen landwirtschaftlichen Betrieb auf ökologische Bewirtschaftung umstellen oder seinen Ökobetrieb um mindestens 30 Prozent erweitern möchte. Der Betrieb muss sich einem in Deutschland ansässigen Bio-Anbauverband anschließen. Gefördert werden auch Betriebe, die am Hof Verarbeitung und Vermarktung betreiben. Bewerbungen werden ab dem 1. April 2021 angenommen. Ausführliche Informationen gibt es unter: www.nabu.de/gbgm

Die ausgezeichneten Preisträger*innen im Überblick:
Gsuk-Sedlmaier GbR, Bayern – Ackerbau und Pensionspferde (Naturland)
Biohof Wiehenglück KG, Nordrhein-Westfalen – Schweinemast, Mutterkuhhaltung, Legehennen, Ackerbau und Biogas (Naturland und Bioland)
Lämmermann GbR, Bayern – Ackerbau und Rindermast (Bioland)

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Veranstaltungen 

Schon über 110.000 Menschen haben für den Vogel des Jahres 2021 gestimmt

Schon über 110.000 Menschen haben für den Vogel des Jahres 2021 gestimmt
Blaumeise (c) Kathy Büscher, NABU Rinteln

Noch bis 15. Dezember kann man seinen Lieblingsvogel unter den 307 in Deutschland lebenden Arten nominieren

Berlin, 2.10.2020 – Wer wird Vogel des Jahres 2021? An der Vorwahl des neuen Jahresvogels haben sich bereits 110.138 Menschen beteiligt. Auf Platz eins liegt derzeit die Stadttaube, es folgen Rotkehlchen und Goldregenpfeifer. Wer möchte, dass sein Lieblingsvogel Chancen auf den Titel hat, kann noch bis zum 15. Dezember unter www.vogeldesjahres.de abstimmen. Ab dem 18. Januar geht es in die zweite Abstimmungsrunde. Dann kann unter den Top Ten gewählt werden. Wer die meisten Stimmen erhält, wird am 19. März 2021 zum Vogel des Jahres gekürt.

Bereits seit 1971 küren NABU und LBV den „Vogel des Jahres“ – doch zum 50. Jubiläum ist alles anders: Erstmals rufen NABU und LBV die Bevölkerung dazu auf, den „Vogel des Jahres“ 2021 selbst zu wählen. Mit der öffentlichen Wahl des Jahresvogels wollen der NABU und der LBV auf die faszinierende und gleichsam gefährdete heimische Vogelwelt aufmerksam machen und Menschen für Vögel und deren Schutz begeistern.

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Verschiedenes 

Neue App beantwortet alle Fragen rund um Abfallentsorgung

Neue App beantwortet alle Fragen rund um Abfallentsorgung
(c) Stadt Freiburg

Kostenloser Download ab 1. Dezember

Alle Infos auch analog: Abfallkalender für 2021 wird mit der kommenden Ausgabe des Amtsblatts an alle Haushalte verteilt Eine neue App beantwortet alle Fragen rund um die Themen von Abfall und Stadtsauberkeit in Freiburg - und bietet dazu viel Service. Wann wird der Müll abgeholt, wo ist der nächste Container für Elektroschrott, wann öffnen die Recyclinghöfe? Die neue Abfall-App weiß Bescheid. Ab 1. Dezember kostenfrei im Play Store und im App Store erhältlich.

Nach dem Ende der Wunderfitz App, die auch einen digitalen Abfallkalender angeboten hatte, entwickelte die Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg (ASF) zusammen mit der Stadt Freiburg eine eigenständige Service-App. Bei der Entwicklung standen intuitive Bedienbarkeit, übersichtliche Struktur und gute Interaktion zwischen Bürgerinnen und Bürgern und Abfallwirtschaft im Fokus. Alle Anliegen der Freiburger Haushalte an die ASF können nun schnell und bequem über die App erfolgen: der Wunsch nach einer Änderung des Restabfallbehälters, der Antrag auf Sperrmüllabholung oder die Meldung wilder Müllablagerungen. Dank praktischer Erinnerungs- und Nachrichtenfunktionen der App bleibt der Nutzer auf dem Laufenden, vergisst keinen durch einen Feiertag verschobenen Leerungstermin und weiß immer was es Neues gibt im Service rund um den Abfall.

Die Features im Überblick:

 Abfuhrtermine - Alle Leerungstermine auf einen Blick, auch bei Verschiebung durch Feiertag
 Erinnerungsfunktion – Keine Leerungstermine mehr verpassen
 Freiburgs Entsorgungsstandorte finden - Recyclinghöfe, Wertstoffcontainer, Sackausgabestellen
 Abfall-ABC - Immer den richtigen Entsorgungsweg kennen
 Müllmelder – Informationen an die ASF übermitteln (Tonne nicht geleert, wilde Müllablagerung, Wertstoffcontainer voll …)
 Sperrmüll - Abholtermin beantragen
 Behälteränderung – wird ein neuer Restabfallbehälter benötigt?
 Infos - Abfalltrennung, Abfallgebühren, Öffnungszeiten usw.
 Aktuelles – Informationen über anstehende Änderungen
 ASF Kontakt - Immer der richtige Ansprechpartner

Alle in der App enthaltenen Termine und Informationen sind auch im Freiburger Abfallkalender für 2021 abgedruckt. Dieser wird mit der ersten Dezemberausgabe des städtischen Amtsblatts am Freitag und Samstag, 4. und 5. Dezember, an alle Haushalte und gewerblichen Einrichtungen in der Kernstadt verteilt.

Der Abfallkalender liegt ab dem 7. Dezember an der Bürgerberatung im Rathaus, beim Rathaus im Stühlinger und bei den Freiburger Recyclinghöfen aus. Haushalte, die versehentlich keinen Abfallkalender erhalten haben, können sich dorthin oder unter der Telefonnummer (0761) 76 70 77 10 bzw. per E-Mail an abfallberatung@abfallwirtschaft-freiburg.de an die ASF wenden.





Verschiedenes 

NABU: Für Weihnachtsdeko Akkus statt Batterien nutzen

Aktuelle Umfrage zeigt, dass jeder zweite Deutsche Lichterketten mit Batterien verwendet

Berlin,3 0.11.2020 – Oh du Umweltschädliche: Laut einer repräsentativen Umfrage des Kantar-Instituts im Auftrag des NABU benutzt jeder und jede zweite Deutsche Lichterketten, die mit Batterien betrieben werden. Solche Lichterketten sind in den letzten Jahren verstärkt auf den Markt gekommen. Grund dafür sind die energiesparenden LED-Lampen, die einen Batteriebetrieb erst ermöglichen. Der NABU hat in der im November 2020 durchgeführten Umfrage auch nach der Art der Batterien gefragt, die genutzt werden. Fünfzig Prozent verwenden für ihre Weihnachtsdekoration Batterien, die nach einmaligem Gebrauch im Müll landen.

„Für die Umwelt sind Akkus für die Weihnachtsdekoration die bessere Lösung“, rät NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller, „Diese können zwischen 500 und 1.000 Mal wieder aufgeladen werden und ersetzen somit riesige Mengen an Einwegbatterien.“

2019 wurden in Deutschland knapp 56.000 Tonnen Gerätebatterien verkauft. „Allein in den vergangenen zehn Jahren hat sich die Menge der verkauften Batterien um 50 Prozent gesteigert. Dabei handelt es sich immer noch größtenteils um Einwegbatterien, die 70 Prozent der Verkaufsmenge ausmachen“, so NABU-Nachhaltigkeitsexpertin Indra Enterlein, „Wenn man diese durch wiederaufladbare Akkus ersetzt, können viele wertvolle Rohstoffe eingespart werden.“

Sowohl Batterien als auch Akkus dürfen nicht im Hausmüll entsorgt werden, denn sie enthalten Schadstoffe. In Supermärkten und auf Wertstoffhöfen stehen hierfür Sammelboxen bereit. „Bislang wird aber nur etwa die Hälfte der Batterien dem Recycling zugeführt“, so Enterlein. Ein weiteres Problem, welches durch Batterien entsteht: Sie werden häufig in ausgedienten Elektrogeräten belassen, wenn diese zur Entsorgung gegeben werden. So können sie gefährliche Brände in Entsorgungsanlagen verursachen.

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Geburtsbäume für Freiburger Kinder gibt es seit fünf Jahren

Geburtsbäume für Freiburger Kinder gibt es seit fünf Jahren
(c) Stadt Freiburg/Patrick Seeger

Bereits 2200 Bäume für Bobbele bestellt

Toni Faber wird reich beschenkt, auch für seine gleichaltrigen Cousine und Cousin steht ein Geschenk bereit. Die Birnbäume „Gute Luise“ und “ Conférence“, sowie ein Apfelbaum „Elstar“ finden im Garten oder auf der Wiese ihrer Familien in St. Georgen einen neuen Platz. Die Übergabe der Bäume ist selbst eine kleine Geburtstagsfeier. Denn seit dem 1. Dezember 2015 gibt es die Aktion „Geburtsbäume für Freiburger Kinder“. Die Bäume für Toni und seine jungen Verwandten wurden deshalb von Christiane Blümle, Geschäftsführerin der Qualifizierungs- und Beschäftigungsgesellschaft (fqb), und Bürgermeister Martin Haag an die Familie überreicht.

Bäume für Bobbele – die Idee kommt gut an. In den vergangenen fünf Jahren wurden rund 2200 Obstbäume an Familien übergeben. Noch bis Ende des Jahres können bereits bestellte Bäumchen abgeholt und neue bestellt werden. Und die Tendenz zeigt, dass sich immer mehr Familien für das Angebot der Stadt entscheiden.

„Die Aktion ist eine tolle Sache, und ein schöner Erfolg, für Familien und für die ganze Stadt. Kinder können über viele Jahre das Wachsen und Gedeihen ihres Baumes erleben. Und gleichzeitig ist jeder Baum ein Beitrag zum Klimaschutz. Liebe Eltern: Pflanzen Sie einen Baum für Ihr Kind und für ganz Freiburg“, so Bürgermeister Haag.

2015 diskutierte der Gemeinderat über Möglichkeiten des Klimaschutzes und über ein Budget, um mehr Bäume zu pflanzen. Auf öffentlichen Flächen sollten in zehn Jahren 570 neue Stadtbäume gepflanzt werden, entschied das Gremium. Darüber hinaus wurde beschlossen, dass jedes Kind Freiburger Eltern, das ab dem 1. Dezember 2015 geboren wurde, einen Obstbaum von der Stadt erhalten kann. Den Gutschein für den Geburtsbaum bekommen die Eltern automatisch im Begrüßungsumschlag vom Standesamt zusammen mit der Geburtsurkunde zugestellt. Die Eltern wählen aus sechs robusten und ergiebigen Sorten. Zur Wahl stehen die Apfelsorten „Topaz“ und „Elstar“, die Birnensorten „Conférence“ und „Gute Louise“ sowie die Kirschsorten „Büttners Rote Knorpelkirsche“ und „Regina“. Seit 2019 gibt es auch die Möglichkeit, einen Minibaum Kirsche oder Mirabelle für Balkon oder Terrasse zu bekommen. Die Abholung des Baumes erfolgt in der Stadtgärtnerei im März und im November, je nachdem, wann der Baum bestellt wurde.

Die Geburtsbäumchen befinden sich in einem Topf und sollen in den privaten Gärten oder auf dem Balkon gepflanzt werden. Sie sind etwa zwei Meter groß und haben einen Stammumfang von sechs bis acht Zentimeter. Eine detaillierte Informations- und Pflegeanleitung liegt dem besonderen Geschenk bei.

Wie bekommt mein Kind einen Geburtsbaum?
Ein Kind kommt nach dem 1. Dezember 2015 auf die Welt und wird in Freiburg angemeldet
Der Versand mit der Geburtsurkunde vom Standesamt enthält einen Informationsflyer „Geburtsbäume für Freiburger Kinder“ mit dem Bestellschein
Die Familie verfügt über eine private Fläche oder einen Balkon auf dem der Obstbaum wachsen kann
Auswahl und Bestellung eines Geburtsbaumes bei der Stadtgärtnerei bis 31. Januar bzw. bis 30. September
Abholung des Baumes im Laufe der Monate März und November zu den üblichen Öffnungszeiten der Stadtgärtnerei. Wichtig: Es gibt keine besondere Benachrichtigung zur Abholung.
Pflanzung bzw. Aufstellung des Geburtsbaumes im eigenen Garten oder auf dem Balkon

Auf dem Bild oben:
Geburtsbäumchen und (von links) FQB-Geschäftsführerin Christiane Blümle, Sebastian, Toni und Marion Faber sowie Bürgermeister Martin Haag (c) Stadt Freiburg/Patrick Seeger

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NABU: Europas Meeresschutz hat versagt

Krüger: Europa hat gute Schutzvorschriften für die Meere, doch die Umsetzung ist mangelhaft und wird von den EU-Mitgliedsstaaten vernachlässigt

Berlin, 27.11.2020 – In seinem gestern veröffentlichten Sonderbericht zur Meeresumwelt kritisiert der Europäische Rechnungshof verfehlte Meeresschutzziele und fordert mehr Engagement und Finanzmittel für den Schutz mariner Arten und Lebensräume. Meeresschutzgebiete seien die „Schatzkammern“ der Meere, so der Rechnungshof. NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger: „Mit seinem Sonderbericht legt der Europäische Rechnungshof den Finger in die Wunde: Europa hat gute Schutzvorschriften für die Meere, doch die Umsetzung ist mangelhaft und wird von den EU-Mitgliedsstaaten vernachlässigt. Das Ziel, einen guten Zustand der Meere zu erreichen, wurde 2020 krachend verfehlt.“

Der Bericht benennt insbesondere zwei Stellschrauben, deren Relevanz auch der NABU immer wieder betont: Eine bessere, wirkungsvollere Fischereipolitik und der wirksame Schutz in Schutzgebieten.

„In der Gemeinsamen Fischereipolitik der EU hat sich besonders Artikel 11 nicht bewährt, mit dem gemeinsame Fischereiregulierungen in Meeresschutzgebieten festgelegt werden. Das Verfahren ist zu kompliziert und zu langwierig. Zu häufig werden Schutzmaßnahmen von einzelnen Staaten blockiert. Aus dem Topf des Europäischen Meeres- und Fischereifonds fließen gerade einmal sechs Prozent in Erhaltungsmaßnahmen. Das ist zu wenig, um die Meere zu retten, die Fischerei zu reformieren und Wiederherstellungsmaßnahmen zu fördern“, so Krüger. Der NABU fordert gemeinsam mit seinem Dachverband Birdlife International mindestens 25 Prozent des zukünftigen Meeres- und Fischereifonds für den Naturschutz zu reservieren.

„Bei den Meeresschutzgebieten offenbart der Sonderbericht des Rechnungshofes das Totalversagen der Meerespolitik“, so Krüger weiter. „Sie bieten kaum Schutz für seltene und bedrohte Arten wie Schweinswale oder Seetaucher. Fischerei, Schifffahrt, Rohstoffabbau und Großprojekte wie der Fehmarnbelttunnel – all das ist heute in Schutzgebieten möglich. Die Managementpläne der Schutzgebiete werden von den sogenannten Nutzerressorts, den Landwirtschafts-, Verkehrs- oder Wirtschaftsministerien in Bund und Ländern immer wieder verwässert. Effektive Maßnahmen werden verzögert oder vollständig verhindert. Genau deshalb werden deutsche und europäische Umweltziele verfehlt.“ Helfen könnte laut Krüger der aktuelle Prozess zur Fortschreibung der marinen Raumordnung, der auch in Deutschland läuft und bis Sommer 2021 abgeschlossen werden soll. „Der gute Umweltzustand von Nord- und Ostsee muss das erklärte Ziel der Raumordnung sein. Wir müssen den kumulativen Druck auf die Natur verringern und Flächen aus der Nutzung nehmen. Es ist an der Zeit, dass die Bundesregierung, aber auch die Länder, den Schutz der Meere als gemeinsame Zukunftsaufgabe verstehen. Genau das fordert auch der Bundesrechnungshof“, betont Krüger.

Hintergrund:
Der Meeresschutz in Europa ist insbesondere in der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) aus dem Jahr 1992 sowie in der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie von 2008 geregelt. Beide fordern einen guten Zustand unserer Meere, einschließlich ihrer Arten und Lebensräume. Bislang wurden die Ziele der beiden Richtlinien nicht erreicht. In der deutschen Nordsee etwa erreicht nur knapp die Hälfte der nach FFH-Richtlinie geschützten Lebensraumtypen den geforderten günstigen Erhaltungszustand; in der Ostsee ist es kein einziger. Keines der deutschen Meeresschutzgebiete bietet echten Schutz, indem zumindest in Kernzonen jegliche Nutzungen ausgeschlossen sind. Auch das sieht der Europäische Rechnungshof als typisches Defizit. Der aktuelle Prozess zur Neugestaltung der Meeresraumordnung könnte dies jedoch ändern.

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EFFEKTE: Extreme Wetterereignisse durch Klimawandel

EFFEKTE: Extreme Wetterereignisse durch Klimawandel
Extreme Wetterlagen: Starkregen © Magali Hauser

Phänomene wie Starkregen oder Hitzetage im Fokus
Interaktive Vorträge beim Wissenschaftsdienstag

Extreme Wetterereignisse wie Starkregen oder Hitzetage treten infolge des Klimawandels immer häufiger auf. Wie sich die Gesellschaft darauf vorbereiten könnte, zeigen am Dienstag, 8. Dezember, eine Theaterexpertin und mehrere Wetterforscher beim sechsten Online-Vortragsabend der EFFEKTE-Wissenschaftsreihe 2020/21. Start der Vorträge ist um 19.30 Uhr auf www.effekte-karlsruhe.de. Im Live Chat stehen die Expertinnen und Experten dem Publikum zur Verfügung. Die EFFEKTE-Vorträge können kostenfrei mitverfolgt werden.

Klimaschutz als Spiel / Wetterforschung transparent und greifbar

Den Start in den Abend macht die Dramaturgin Lena Mallmann vom Badischen Staatstheater mit dem interaktiven Spiel "Casino Global". Dabei errechnen die Zuschauerinnen und Zuschauer ihren gemeinsamen Kohlendioxidausstoß. Durch geschickte Einsätze können sie ihn spielerisch vermindern. Gleichzeitig geht es um die reale Frage, was Menschen an ihrem Verhalten tatsächlich ändern müssen, um für mehr Klimaschutz zu sorgen.

Anschließend machen drei Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) in ihren Vorträgen verschiedene Facetten der Wetterforschung transparent und greifbar. Professor Peter Knippertz vom KIT erklärt, wie eine Vorhersage entsteht und wie verlässlich eine Prognose tatsächlich ist. Professor Michael Kunz (KIT) weiß Antworten auf die Fragen, warum massive Gewitter überhaupt entstehen können, wieso sie in bestimmten Gebieten häufiger auftreten und ob der Klimawandel die Intensität und Häufigkeit von Gewittern beeinflusst. Über die Bedeutung von Prognosen mit Blick auf die zur Verfügung stehende Sonnen- und Windenergie, spricht Dr. Christian Grams (KIT). Er klärt auch darüber auf, was mit Ökostrom passiert, wenn keine Sonne scheint und der Wind ausbleibt.

EFFEKTE-Reihe erfolgreich im Netz angekommen

Die ersten fünf digitalen Vortragsabende der EFFEKTE-Reihe, die von Juli bis November stattfanden, haben inzwischen über 1.000 Personen aufgerufen. "Durch das Streaming im sozialen Netzwerk und die Möglichkeit, Wissenschaft auf dem heimischen Sofa zu erleben, konnten wir auch neue Zielgruppen für das Wissenschaftsfestival EFFEKTE erschließen", freut sich auch Clas Meyer, Leiter des Wissenschaftsbüros der Stadt Karlsruhe

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Neue EU-Offshore-Strategie: Meeresnaturschutz bleibt auf der Strecke

Krüger: Meeres- und Klimaschutz müssen beim Ausbau von Offshore-Windenergie ineinandergreifen

Brüssel, 19.11.2020 – Heute präsentiert die EU-Kommission ihre Strategie für erneuerbare Energien auf See. Der NABU begrüßt die Strategie: Erneuerbare Energien leisten einen wichtigen Beitrag, die Klimaziele zu erreichen. Sorgen bereitet allerdings, dass der Meeresnaturschutz beim Ausbau von Offshore-Windenergie, Wellenkraft und Gezeitenkraft in der neuen Strategie nur ungenügend berücksichtigt wird. Unter dem Stichwort „Mehrfachnutzung von Flächen“ sieht die neue EU-Strategie den Ausbau von Offshore-Windenergieanlagen in Meeresschutzgebieten als unproblematisch an.

„Die EU-Kommission missachtet mit der neuen Offshore-Strategie ihre eigenen Naturschutzziele und die Empfehlungen des Weltklima- und Weltbiodiversitätsrates. Schutzgebiete im Meer sind essentiell für die marine Artenvielfalt und leisten einen wichtigen Beitrag für unser Ökosystem und den Küstenschutz. Sie stärken die Widerstandsfähigkeit der Meere gegen die Klimakrise und dienen als Puffer im Klimasystem, in dem sie einen erheblichen Anteil des Kohlendioxids in der Atmosphäre binden. Damit Meeresschutzgebiete effektiv sein können, müssen sie jedoch frei von Windenergie und Stromnetzen sein. Zonen mit 50 Prozent nutzungsfreier Fläche bieten echte Rückzugsräume für bedrohte Arten und sind der Schlüssel für eine naturverträgliche Energiewende. Bislang haben zu wenige europäische Meeresschutzgebiete ein wirksames Schutzgebietsmanagement zum Schutz von Arten und Lebensräumen“, so NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger.

Aktuell befinden sich die europäischen Meere in einem schlechten Zustand. Der massive Ausbau erneuerbare Energien in Schutzgebieten birgt weitere enorme Risiken für Seevögel, Meeressäuger, Fische und die Lebensgemeinschaften des Meeresbodens. „Gut ist, dass die Kommission zusammen mit Mitgliedsstaaten einen gemeinsamen Ansatz für die Kompatibilität von erneuerbaren Energien auf See mit dem Naturschutz und der Wiederherstellung der Natur entwickeln will. Die bereits nachgewiesenen negativen Auswirkungen auf marine Ökosysteme durch erneuerbare Energien auf See werden von der EU-Kommission jedoch kaum beachtet. In der Offshore-Strategie fehlen Hinweise auf das Vorsorge-Prinzip und den ökosystembasierten Ansatz als naturschutzfachliche und -rechtliche Grundlage der marinen Raumordnung. Ausbauziele für einzelne Meeresbecken müssen sich daran orientieren, wie empfindlich das dortige Ökosystem ist und wo die Grenzen seiner Tragfähigkeit liegen. Der zeitgleich von der EU-Kommission veröffentlichte neue Leitfaden zur Entwicklung der Windenergie und Natura 2000 ist ein kleines Trostpflaster. Ein Leitfaden darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir bislang keine naturverträgliche Offshore-Windenergieplanung in Europa haben“, so Verena Bax, Referentin für Offshore-Windenergie beim NABU.

Die Verordnung für transeuropäische Energieinfrastruktur (TEN-E) soll die Langzeit-Offshore-Stromnetzplanung stärker strategisch vorantreiben. Klima- und naturfreundliche Aspekte müssen dafür bereits in den europäischen Zehn-Jahres-Netzentwicklungsplan einfließen. In den verpflichtenden Nachhaltigkeitskriterien der TEN-E-Verordnung müssen naturverträgliche erneuerbare Energien Priorität haben.

Hintergrundinformationen zur Strategie ...

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