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Veranstaltungen 

Staatssekretär Dr. André Baumann besucht drei Einsatzstellen des FÖJ im Land

Dr. André Baumann, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, besucht am Mittwoch, 13. März 2019, drei der vom Ministerium geförderten Einsatzstellen des Freiwilligen Ökologischen Jahrs (FÖJ): das Vogelzentrum in Sindelfingen, „MyClimate“ in Reutlingen und das Biosphärenzentrum in Münsingen, eine Einsatzstelle der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (LpB).

Das FÖJ ist ein Jugendfreiwilligendienst im ökologischen Bereich. In Baden-Württemberg stehen jungen Menschen, die sich nach der Schulzeit für Umwelt- und Naturschutz engagieren wollen, 240 Stellen pro Jahr zur Verfügung. Diese FÖJ-Einsatzstellen finden sich über das ganze Land verteilt bei Umwelt- und Naturschutzzentren, in der Umweltbildung, der ökologischen Landwirtschaft, bei Umweltverbänden, im Tierschutz, im Garten- und Landschaftsbau oder bei Kommunen.

Vier Träger bieten das FÖJ Baden-Württemberg an: neben den Freiwilligendiensten drs gGmbH, Diakonie und Internationaler Bund (IB) auch die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (LpB). Die Träger sind für die Anerkennung der Einsatzstellen, die Durchführung von Seminaren und die pädagogische Begleitung der Freiwilligen zuständig. Sie sichern die Qualität des FÖJ als ein bundesweit anerkanntes Jahr für Bildung und Orientierung.

Das Besuchsprogramm am Mittwoch, den 13. März 2019:

9.30 - 11 Uhr: „Natur.Erlebnis.Sindelfingen. Vogelzentrum“
Hohenzollernstr. 19 in Sindelfingen;
Ansprechpartnerin: Birgit Aubert.

12 - 13.30 Uhr: „MyClimate“
Borsigstr. 6 in Reutlingen;
Ansprechpartner: Stefan Baumeister oder Dirk Kohlberg.

14.30 - 16 Uhr: Biosphärenzentrum Schwäbische Alb
Von der Osten Straße 4, 6, in Münsingen;
Ansprechpartnerin: Dr. Dorothea Kampmann.

Hintergrund zu den drei FÖJ-Einsatzstellen des Besuchsprogramms:

Vogelzentrum Natur.Erlebnis.Sindelfingen: hier absolvieren jedes Jahr zwei Freiwillige ihr FÖJ. Sie arbeiten im Vogelzentrum mit, betreuen die Ausstellung, kontrollieren und bauen Nistkästen und geben Wissen an Schulklassen und Kindergruppen weiter. Das Vogelzentrum (ehemals Vogelinformationszentrum VIZ Sindelfingen) ist seit 2005 anerkannte FÖJ-Einsatzstelle der Freiwilligendienste drs gGmbH; Träger ist die Stadt Sindelfingen. Mit der Marke „Natur.Erlebnis.Sindelfingen.“ wurden städtische Einrichtungen in der Natur- und Umweltbildung unter dem Dach des Amts für Grün und Umwelt der Stadt Sindelfingen zusammengeführt. Das Vogelzentrum ist Teil dieser Marke.

„MyClimate“ in Reutlingen ist seit drei Jahren FÖJ-Einsatzstelle der Diakonie. „MyClimate“ setzt sich für wirksamen Klimaschutz lokal und global ein. Die Jugendlichen im FÖJ arbeiten hier vor allem bei den Bildungsprojekten mit.

Im Biosphärenzentrum in Münsingen unterstützen die Freiwilligen die Ausstellungs- und Besucherbetreuung, arbeiten in Projekten zur „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ (BNE), bereiten Exkursionen vor und helfen den Landschaftspflegetrupps. Das Biosphärenzentrum ist seit 2010 Einsatzstelle der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (LpB).








Verschiedenes 

NABU: Achtung Autofahrer - Kröten und Frösche sind unterwegs in die Flitterwoche

NABU: Achtung Autofahrer - Kröten und Frösche sind unterwegs in die Flitterwoche
Kröte vor Auto / Foto: Jonathan Fieber / nabu

Bei milden Temperaturen ist die Laichwanderung in vollem Gange

Berlin – Unterwegs in Sachen Liebe: Die milde Witterung löst bei Fröschen, Kröten, Molchen und Unken in ganz Deutschland Frühlingsgefühle aus und lockt sie aus ihren Winterquartieren. Sie wandern zu ihren Laichgewässern, um sich zu paaren. Der NABU bittet darum Autofahrerinnen und Autofahrer, auf Amphibienwanderstrecken maximal 30 Stundenkilometer zu fahren.

Die Tiere können nicht nur durch direktes Überfahren sterben, sondern auch wenn Fahrzeuge sehr schnell an Wanderstrecken unterwegs sind. Bei höheren Temperaturen erzeugen Autos einen so hohen Luftdruck, dass die inneren Organe von Fröschen, Kröten und Molchen platzen und die Tiere qualvoll verenden. Nimmt man mehr Rücksicht, wird auch der Einsatz der vielen Menschen weniger gefährlich, die sich ehrenamtlich um Amphibienschutzzäune kümmern, Kröten und Frösche aus den Sammeleimern retten und sicher über die Straßen bringen.

„Unsere ehrenamtlichen Helfer sind meist bei Dunkelheit in den Abend- und frühen Morgenstunden unterwegs“, so Sascha Schleich, Sprecher des NABU-Bundesfachausschusses Feldherpetologie und Ichthyofaunistik. „Fahren Sie vorsichtig und achten Sie auf Warnschilder, Tempolimits und Umleitungen.“

Seit vielen Jahren haben Naturschützer dem Amphibientod an unseren Straßen den Kampf angesagt. Jahr für Jahr sind Naturschutzgruppen aktiv, stellen Fangzäune auf, tragen Kröten über die Straße und legen Ersatzlaichgewässer an. Diese ehrenamtliche Arbeit ist auf zahlreiche Helferinnen und Helfer angewiesen. Der NABU bietet deshalb Sonderseiten zum bundesweiten Wandergeschehen an. Dort gibt es neben aktuellen Meldungen über besondere Ereignisse und seltene Arten auch eine bundesweite Datenbank, die über den Standort von Krötenzäunen und Aktionen informiert und zeigt, wo Helfer gebraucht werden.

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Verschiedenes 

Schon über 355.000 Menschen für strengen Gewässerschutz in der EU

NABU: Noch sechs Tage an der EU-Bürgerbefragung teilnehmen

Berlin/Brüssel – Über 355.000 Menschen haben sich bisher an einer EU-Bürgerbefragung zum Thema Gewässerschutz und europäisches Wasserrecht beteiligt und sich für die strengen Schutzvorschriften ausgesprochen.

Unter dem Titel „#ProtectWater“ ruft der NABU mit über einhundert Umweltorganisationen aus ganz Europa dazu auf, sich mit seiner Unterschrift für gesunde Gewässer einzusetzen. Die Verbände fordern, dass die bestehenden Vorgaben, vor allem die sogenannte Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), viel besser als bisher umgesetzt wird. Die Verbändeallianz stellt sich zudem entschieden gegen die Pläne von Industrie und einiger Mitgliedstaaten, die die Richtlinie auf Kosten der Umwelt abschwächen wollen. Die WRRL schützt unsere Flüsse, Seen und Küstengewässer mit ihrer Vielfalt an Tieren und Pflanzen – und auch unser Grundwasser – bei 90 Prozent der Gewässer in Deutschland werden jedoch die Umweltziele verfehlt.

Problematisch ist insbesondere, dass in den letzten Jahrzehnten massiv Personal in den staatlichen Umweltbehörden abgebaut wurde. Außerdem werden Gewässerschutzziele noch viel zu wenig gemeinsam bearbeitet. Vor allem die industrielle Landwirtschaft und der Energiesektor verursachen enorme Probleme bei der Wasserqualität und in den Gewässerlebensräumen, kümmern sich aber nicht um die Folgen. Der NABU fordert von den Mitgliedsstaaten, die Verschmutzer von Umweltschäden viel stärker zur Kasse zu bitten.

Die großangelegte internationale Kampagne #ProtectWater, unter Koordination des WWF, startete Anfang Oktober, pünktlich zum Beginn der Bürgerbefragung. Die Befragung führt die Europäische Kommission als Teil des EU-Fitness-Check zur WRRL durch. Bis 12. März 2019 können alle Bürgerinnen und Bürger ihre Stimme für den Schutz unserer Gewässer abgeben.

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Veranstaltungen 

Karlsruhe: Sonntagscafé: Naturparadies am Scheideweg

Vortrag beleuchtet Zerstörung von Brasiliens Flora und Fauna

Der Aktionskreis Sonntagscafé lädt für Sonntag, 17. März, um 11 Uhr zu seiner nächsten Veranstaltung ein. Unter dem Titel "Brasilien - Naturparadies am Scheideweg" widmet sich der Vormittag dem Land der Superlative.

In mehreren Etappen hat Diplombiologe Luis Scheuermann Brasilien bis in die letzten Winkel bereist – von den entlegenen, sagenumwobenen Tafelbergen im Norden Amazoniens zu den weiten Sümpfen des Pantanal im Westen und den vor Artenreichtum strotzenden Küstenregenwäldern an der Ostküste. Jedoch sind diese wilden Naturparadiese von Zerstörung durch Umwandlung in Sojaagrarsteppen und Rinderweiden bedroht, die wilden Flüsse Amazoniens werden durch Staudammprojekte zerschnitten und tausende von Quadratkilometern Regenwald überschwemmt. Die reichhaltige Tier- und Pflanzenwelt Brasiliens sowie die Landschaften des Tropenreiches, aber auch ihre vielfältigen Bedrohungen werden am Beispiel ausgewählter Naturräume in eindrucksvollen Bildern vorgestellt, untermalt mit Musik von Kai Arend und Urwaldgeräuschen.

Veranstaltungsort ist der Große Saal des Internationalen Begegnungszentrums in der Kaiserallee 12d (Haltestelle Yorckstraße, Parkplätze befinden sich hinter dem Haus). Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos.

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Verschiedenes 

Veggie-Aufschnitt: Ein Wurst­fabrikant macht den besten Veggie-Aufschnitt

Veggie-Aufschnitt: Ein Wurst­fabrikant macht den besten Veggie-Aufschnitt
Veggie Wurst / Foto: Stiftung Warentest

Im Test von lyoner- und salamiähnlichem Veggie-Aufschnitt liegen die Produkte eines Wurst­fabrikanten vorn, beim „Typ Salami“ gemein­sam mit einem weiteren Anbieter. Die Stiftung Warentest hat 20 viel verkaufte Veggie-Aufschnitte auf Schad­stoffe, Keime und Geschmack geprüft: Zwölf schneiden gut ab, sechs befriedigend, zwei mangelhaft.

Die Wurst­ersatz­produkte im Test ähneln Lyoner und Salami, sind aber fettärmer. Zwei Produkte fallen durch: In einer vegetarischen Mortadella wiesen die Tester Listerien nach. Die Krank­heits­erreger können für Immun­schwache und Ungeborene lebens­gefähr­lich sein. In einer veganen Salami fand sich eine erhöhte Anzahl von Bakterien, die die Scheiben schon verdorben hatten.

Von den 13 brühwurst­ähnlichen Produkten – wie Lyoner oder Mortadella – erreichen 10 ein gutes test-Qualitäts­urteil. Schinken-Spicker hebt sich sensorisch hervor. Die meisten schme­cken tadellos und mal mehr mal weniger nach Brühwurst.

Fast alle Aufschnitte mit dem Wort „Salami“ oder „Chorizo“ im Namen haben mit dem klassischen Vorbild nur wenig zu tun. Am nächsten kommt ihr die Salami des Wurst­fabrikanten. Die anderen sind in Geschmack und Konsistenz weiter entfernt vom Original.

Der Test Veggie-Aufschnitt findet sich in der März-Ausgabe der Zeitschrift test und online unter www.test.de/veggie-aufschnitt.

Bild:
Soja und Eiklar statt Fleisch: Die Wurst­ersatz­produkte im Test ähneln Lyoner und Salami, sind aber fettärmer.

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Verschiedenes 

NABU-Kommentar zur "Lex Wolf"

Herdenschutz konsequent umsetzen

Berlin – Bundesumweltministerin Schulze will das Naturschutzgesetz um einen Begriff in Bezug auf den Wolf ändern. Danach soll der Wolf künftig bereits dann entnommen werden dürfen, wenn er „ernste landwirtschaftliche Schäden“ verursacht, bislang muss ein „erheblicher wirtschaftlicher Schaden“ vorliegen. Auch will die Ministerin das Anfüttern der Wölfe verbieten.

Die Vorschläge von Bundesumweltministerin Schulze für eine „Lex Wolf“ kommentiert NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller:

„Es geht hier konkret um Wölfe, die mehrfach die vorgeschriebenen Mindestschutzmaßnahmen von Herden überwinden. Wölfe sind eine streng geschützte Art. Eine Entnahme ist nach wie vor eine Einzelfallentscheidung. Daher muss es darum gehen, konsequent in den Herdenschutz zu investieren. Vorbeugende Herdenschutzmaßnahmen, wie etwa spezielle Schutzhunde oder Zäune können zu 100 Prozent gefördert werden. Tierhalter müssen nachweisen, dass sie alles Zumutbare getan haben, um ihre Herden zu schützen.

Wölfe sollen Wildtiere bleiben und sich von Wildtieren ernähren und nicht die Erfahrung machen können, dass Schafe, Ziegen und andere Nutztiere eine leichte, ungeschützte Beute sind.“

Aus NABU-Sicht macht eine „Lex Wolf“ eine weitere Diskussion über die Übernahme des Wolfs ins Jagdrecht oder die Einführung von „Schutzjagden“ überflüssig. „Wir erwarten von Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner eine umfassende Initiative für den Herdenschutz. Der Schutz von Herden ist eine Aufgabe, die aus dem Tierschutzrecht erwächst, wofür das Agrarministerium zuständig ist“, so Miller.

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Verschiedenes 

NABU: Ein Jahr GroKo - Kabinett Merkel zu träge beim Umweltschutz

Insektenschwund, Plastikflut und Klimakrise dulden keinen Aufschub

Berlin – Mit Blick auf ein Jahr Große Koalition geht es aus NABU-Sicht in wichtigen Bereichen des Umweltschutzes viel zu langsam voran. Die schwarz-rote Koalition unter Kanzlerin Merkel ist insgesamt zu träge in Umweltbelangen und muss deutlich mehr Tempo beim Schutz von Arten und Lebensräumen, beim Klimaschutz, in der Verkehrspolitik und bei Maßnahmen gegen Ressourcenverschwendung an den Tag legen. Europaweit ist Deutschland Bremser statt Vorreiter im Umweltschutz.

„Insektenschwund, Klimakrise, Plastik- und Verpackungsflut dulden keinen Aufschub. Kanzlerin Merkel und die meisten ihrer Ministerinnen und Minister haben offenbar nicht erkannt, wie wichtig der Umweltschutz für unser Überleben ist. Wenn überhaupt etwas passiert, dann nur als Reaktion auf Gerichtsurteile und gesellschaftlichen Druck“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. An erster Stelle muss die Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik stehen, die derzeit in Brüssel verhandelt wird. Die Verteilung der knapp 60 Milliarden Euro Agrarsubventionen im Jahr, 114 Euro pro Bürger, kann zum Rettungsanker oder aber Todesurteil für Insekten und Feldvögel werden. Doch die Bundesregierung steckt den Kopf in den Sand, während andere EU-Regierungen vorangehen. Die guten Vorschläge von Bundesumweltministerin Schulze für ein „Aktionsprogramm Insektenschutz“ sowie das ebenfalls im Koalitionsvertrag stehende Klimaschutzgesetz drohen in den Ressortabstimmungen mit dem Agrar-, Wirtschafts- oder Verkehrsministerium verwässert oder gänzlich kassiert zu werden.

„Mal wieder fehlt beim Klimaschutz ein Machtwort von Bundeskanzlerin Merkel. Denn bisher weigern sich die verantwortlichen Minister aus den Unionsreihen, ihren Job zu machen“, so Tschimpke. Verkehrsminister Andreas Scheuer, Wirtschaftsminister Peter Altmaier, Agrarministerin Julia Klöckner und Bauminister Horst Seehofer würden das im Koalitionsvertrag vereinbarte Klimaschutzgesetz blockieren und blieben bisher konkrete Maßnahmen schuldig, die in ihren Bereichen zu messbaren CO2-Einsparungen führen. Es sei fraglich, ob Merkel überhaupt noch das Ruder rumreißen kann, um die Union wieder auf Klimaschutz-Kurs zu bringen.

Klöckner und Scheuer haben beim Umweltschutz bisher wenig zu bieten. Im Gegenteil: Julia Klöckner hat ihre Chance verpasst, das traditionell blockierende Agrarministerium zu einem „Lebensministerium“ zu machen. Sie hält stur am althergebrachten Modell der Agrarpolitik fest, das Steuergeld verschwendet und für die Natur nachteilig ist. Sie verteidigt die pauschalen Direktzahlungen, die Fläche statt Leistung belohnen. Und das, obwohl selbst ihr wissenschaftlicher Beirat zu einer schnellen Abkehr von diesem Modell rät.

„Ich erwarte von Frau Klöckner beim EU-Agrarrat Mitte März endlich klare Vorschläge und ein vehementes Eintreten für eine naturverträgliche Agrarpolitik. Während Frankreich und die Niederlande Mindestbudgets für die Umweltförderung vorschlagen, hat das Agrarministerium hier nichts im Angebot“, so der NABU-Präsident. Der NABU fordert Angela Merkel und Finanzminister Olaf Scholz zum Eingreifen auf: Bei den EU-Haushaltsverhandlungen der Regierungschefs müssen sie dafür sorgen, dass jährlich 15 Milliarden Euro zweckgebunden für die Naturschutzförderung werden. Zwar hat Julia Klöckner für das Verbot dreier bienenschädlicher Neonikotinoide gestimmt, doch sind Mittel dieser Insektizidklasse weiterhin auf dem Markt. „Frau Klöckner wird ihrem Ausspruch bei Amtsantritt ‘was der Biene schadet, muss vom Markt‘ bislang nicht gerecht. Es fehlt eine Strategie zur Pestizid-Reduktion“, so Tschimpke.

Alleine in Deutschland fehlen nach Angaben der Bundesregierung jährlich fast eine Milliarde Euro für das Erreichen der EU-Naturschutzziele. Schon jetzt laufen 16 Vertragsverletzungsverfahren der EU gegen Deutschland wegen Umwelt-Defiziten. Der Möchtegern-Musterschüler schiebt wichtige Naturschutzmaßnahmen auf die lange Bank, wie die Sicherung der Natura-2000-Gebiete. Beim Gewässerschutz müssen Bund und Länder eine erhebliche Schippe drauflegen, um zu zeigen, dass sie die EU-Vorgaben ernst nehmen. Ein guter Schritt dazu ist das Bundesprogramm Blaues Band, eine gemeinsame Initiative des Bundesumwelt- und des Bundesverkehrsministeriums, das nun mit Leben gefüllt werden muss.

Auch in der Debatte um den Umgang mit dem Wolf konnten sich Bundesumweltministerium und Bundesagrarministerium nicht einigen. Ein vielversprechender Antrag der GroKo zum bundesweiten Wolfsmanagement aus dem vergangenen Jahr blieb auf der Strecke. Insbesondere das Agrarministerium geht stattdessen eigene Wege und zeigt sich alles andere als lösungsorientiert. Ministerin Klöckner beharrt weiterhin auf rechtswidrigen und sinnlosen Forderungen nach Bejagung, anstatt sich endlich für den Herdenschutz und damit für ihr eigenes Klientel der Weidetierhalter einzusetzen. An sorgfältigem, fachgerechten Herdenschutz mit bundeseinheitlichen Standards führt aus NABU-Sicht kein Weg vorbei.

Minister Scheuer muss erklären, wie die CO2-Emissionen im Verkehrssektor bis zum Jahr 2030 um 42 Prozent im Vergleich zu 1990 gemindert werden können und welchen Beitrag sein Ressort zum Klimaschutzgesetz leisten wird. „Allein mit ein bisschen Verkehrslenkung, veränderter Ampelschaltung und einer neuen Mobilitäts-App wird das kaum gelingen“, so Tschimpke. Der NABU fordert eine deutliche Reduzierung des Individualverkehrs bei gleichzeitiger Umstellung auf elektrische Antriebe auf Basis erneuerbarer Energien. Ebenso ist es dringend nötig Bus-, Bahn- und Radverkehr erheblich zu verbessern, so dass der Umstieg auf diese umweltverträglichen Verkehrsträger möglich und attraktiv wird.

Beim Ressourcenschutz ist ein Schritt erfolgt. Der im November veröffentlichte 5-Punkte-Plan des Bundesumweltministeriums „Nein zur Wegwerfgesellschaft“ liefert erste gute Ansatzpunkte, um den Plastik- und Verpackungsmüll zurückzudrängen. Dazu gehören die Förderung von Leitungswasser als Trinkwasser oder die Ankündigung einer bundesweiten Recyclat-Initiative. Der Plan muss nun in der Praxis wirken, vor allem auch durch die konsequente Förderung von Mehrweglösungen und Abfallvermeidung. Hier müssen Handel und Industrie bis Herbst Angebote vorlegen, sonst sind gesetzliche Maßnahmen notwendig.

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Tigermücke in Karlsruhe: 2018 erfolgreich bekämpft

Tigermücke in Karlsruhe: 2018 erfolgreich bekämpft
Stehendes Wasser in Behältern bietet eine Brutstätte / Foto: Umweltamt Karlsruhe

KABS auch 2019 wieder im Einsatz

Im Frühjahr und Sommer 2018 war die Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) im Stadtgebiet Karlsruhe unterwegs, um die Entwicklung und Verbreitung der Asiatischen Tigermücke zu beobachten sowie ihre Bekämpfung zu übernehmen. Rückblickend wurden dank des trockenen Sommers 2018 insgesamt nur wenige Brutstätten gefunden. Die Brut konnte jeweils unschädlich gemacht werden, Erwachsene Tigermücken wurden nur zweimal identifiziert.

Die Stadt Karlsruhe hatte der KABS den Auftrag zur Bekämpfung erteilt, nachdem im August 2017 erstmals eine Tigermücke im Killisfeld gefunden wurde. Ab Mitte April bis Ende September 2018 besuchten Mitarbeitende der KABS deshalb alle zwei Wochen die möglichen Brutstätten, stellten Fallen auf und informierten die umliegende Nachbarschaft.

Diese Vorgehensweise ist auch für die Mückensaison 2019 geplant. Ein Team der KABS wird die Verbreitung der Tigermücke wieder anhand von wassergefüllten Fallen überprüfen und deren Bekämpfung organisieren.

Tigermücke sticht auch bei Tageslicht

Die Asiatische Tigermücke legt ihre Eier in stehendem Wasser ab: Blumenuntertöpfe, Restwasser in Gießkannen, Regentonnen, offen liegende Autoreifen oder Gullis – alle Behältnisse, in denen sich Wasser sammeln kann, dienen dabei der Tigermücke zur Eiablage. Die Larven schlüpfen innerhalb weniger Tage und sind bei guter Witterung nach zwei Wochen geschlechtsreif. Die Weibchen brauchen zur Entwicklung ihrer Eier eine Blutmahlzeit. Typischerweise fliegt und sticht die Tigermücke anders als die heimische Schnake auch bei Tageslicht. Manche Gärten können in der Saison nicht mehr betreten werden, weil die Tiere sehr aggressiv ihre Opfer verfolgen und auch nach einem ersten Stich weiter suchen. Sie gelten daher als "Lästlinge". Die Mücke kann verschiedene Viren verbreiten. Sticht sie einen an Zika- oder Chikungunyavirus oder an Denguefieber erkrankten Menschen, kann sie die Viren weitertragen. Dies ist allerdings in unseren Breiten noch nicht vorgekommen.

Was kann jeder gegen die Tigermücke tun? In Blumenuntertöpfen sollten etwa keine Wasserreste stehen bleiben, Regentonnen werden am besten abgedeckt. Das Gartenbauamt stellt in den Rathäusern kostenlos BTI-Tabletten zur Bekämpfung aller Mücken im stehenden Gewässer zur Verfügung. Wer im Lauf des Sommers Stechmücken beobachtet, die am Tag fliegen und stechen, sollte diese möglichst unversehrt fangen und fotografieren. Die KABS ist auf Hinweise der Bevölkerung angewiesen, um die Verbreitung der Asiatischen Tigermücke zu dokumentieren und diese zu bekämpfen.

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