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Verschiedenes 

Dasgupta-Bericht

Zerstörung der Natur birgt enorme Kosten und Risiken – heute und in Zukunft

Krüger: Schutz der Natur bei wirtschaftlichen und politischen Entscheidungen konsequent einbeziehen

Berlin / Londonm 3.2.21 – Im sogenannten Dasgupta-Review, der gestern in London veröffentlicht wurde, werden die wirtschaftlichen Konsequenzen durch die Zerstörung der Natur benannt. Der Bericht zeigt, dass Wirtschaftswachstum und Wohlstand nur auf Grundlage einer gesunden Natur möglich sind. Der NABU fordert daher, Naturschutz konsequent in wirtschaftliche und politische Entscheidungen einzubeziehen, Ökosysteme zu schützen und die Renaturierung weiter voranzutreiben.

NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger: „Einmal mehr zeigt der Bericht, wie wichtig eine intakte Natur als Lebensgrundlage – sowohl für den Menschen, als auch für unsere Wirtschaft und unseren Wohlstand – ist. Doch häufig wird sie bei wirtschaftlichen und politischen Entscheidungen kaum berücksichtigt. Seit Jahrzehnten werden Natur und Umwelt zu Gunsten kurzfristiger Profite zerstört. Dadurch sind die Ökosysteme kaum noch widerstandsfähig, wodurch enorme Kosten und Risiken für heutige und zukünftige Generationen entstehen – etwa durch Pandemien, Naturkatastrophen oder Nahrungsmittelengpässe. Daher müssen alle nationalen und globalen Biodiversitätsstrategien, die aktuell verhandelten werden, ambitionierte Ziele verfolgen und konsequent in Politik und Wirtschaft umgesetzt werden. Es ist endlich an der Zeit, den Wert unserer Natur zu erkennen und sie zu schützen, anstatt sie weiter auszubeuten.“

Magdalene Trapp, NABU-Referentin für internationale Biodiversitätspolitik und Naturschutz: „Neben dem Erhalt und effektiven Management bestehender Schutzgebiete kommt der Renaturierung zerstörter Ökosysteme eine ganz besondere Bedeutung zu. Die Bundesregierung muss sich dafür einsetzen, Ökosysteme wie Moore, Flüsse und Auen, artenreiche Wälder und artenreiches Grünland sowie Seegraswiesen bis 2030 auf mindestens 15 Prozent der Landes- und Meeresfläche wieder herzustellen. Dabei ergeben sich zahlreiche Synergien mit dem Klimaschutz, der Gesundheit, der wirtschaftlichen Entwicklung und der Schaffung neuer Arbeitsplätze. Der Bericht zeigt auch: Je länger die Renaturierung aufgeschoben wird, desto teurer wird es. So erhöhen sich die sozialen Kosten bereits um das Doppelte, wenn sich die Maßnahmen um zehn weitere Jahren verzögern. Politische Entscheider*innen sollten die Herausforderungen endlich ernst nehmen und so schnell wie möglich genügend Geld für die notwendigen Renaturierungsmaßnahmen zur Verfügung stellen. Hierfür sollten unbedingt auch die Gelder zum Wiederaufbau nach der Corona-Krise genutzt werden.“

Hintergrund:

Das sogenannte Dasgupta-Review ist ein Bericht des renommierten Wirtschaftswissenschaftlers Partha Dasgupta, emeritierter Professor für Ökonomie an der britischen University of Cambridge. Der Bericht ist von der Regierung Großbritanniens in Auftrag gegeben worden und gestern in London erschienen. Er bewertet den wirtschaftlichen Nutzen der biologischen Vielfalt weltweit sowie die wirtschaftlichen Kosten und Risiken des Biodiversitätsverlustes. Darüber hinaus werden Maßnahmen identifiziert, die die biologische Vielfalt verbessern und gleichzeitig wirtschaftlichen Wohlstand schaffen sollen. Hierfür werden konkrete Beispiele angeführt, bei denen Institutionen bereits erfolgreich Ökosysteme an verschiedenen Orten wiederherstellen und erhalten.

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Verschiedenes 

Karlsruhe: Eschentriebsterben grassiert weiter

Karlsruhe: Eschentriebsterben grassiert weiter
Pilzbefall gefährdet die Esche / Foto: Stadt Karlsruhe/Forstamt

Sicherungsmaßnahmen im Naturschutzgebiet "Bruchwald Grötzingen"

Im Naturschutzgebiet "Bruchwald Grötzingen" beim Baggersee greift das Eschentriebsterben weiter um sich. Selbst große Exemplare der heimischen Baumart sind durch den aus Asien eingewanderten Pilz mit dem deutschen Namen "Falsches weißes Stengelbecherchen" so stark geschädigt, dass sie absterben. In der Folge kommen meist zusätzliche Probleme hinzu – der Eschenbastkäfer etwa oder Wurzelpilze wie der Hallimasch, der das Holz der Wurzeln zersetzt. Die Bäume haben keinen Halt mehr, sind nicht länger fest genug im Boden verankert und drohen sogar ohne Windeinwirkung umzufallen.

Auch entlang der Zufahrt zum Fischerheim am Baggersee Grötzingen stehen zahlreiche geschädigte Eschen. Erst in jüngster Zeit sind dort wieder Bäume umgestürzt. Die Gefahr, dass weitere absterbende Eschen auf die Zufahrt und den Parkplatz fallen, ist groß. Aus Sicherheitsgründen müssen deshalb einige davon noch im Laufe des Monats gefällt werden.

Die Maßnahmen sind mit der Naturschutzverwaltung abgestimmt. Dabei lassen die für den Hubsteiger- und Klettertechnikeinsatz ausgebildeten städtischen Forstwirte möglichst große Stammteile stehen. Das Totholz dient Spechten, Fledermäusen und anderen Tierarten als Lebensraum.





Verschiedenes 

Karlsruhe: Waldrandpflege an der Rittnertstraße

Gestaltung von Buchten und Freistellen von Gehölzinseln

Im Landschaftsschutzgebiet "Turmberg-Augustenberg" findet momentan eine Waldrandpflege im oberen Bereich der Rittnertstraße statt. Die Maßnahme gleicht Eingriffe im Zuge der Fahrbahndeckensanierung aus. Hierfür werden auf etwa einem Kilometer großzügig Gehölze und kleinere Bäume am Straßenrand zurückgenommen. Um eine nachhaltigere Waldrandstruktur und damit einen höheren Nutzen für die biologische Vielfalt zu erreichen, werden Buchten gestaltet und Gehölzinseln freigestellt. Notwendige Verkehrssicherheitsschnitte können daher in den nächsten Jahren auf ein Minimum reduziert werden.

Die Arbeiten sind eng zwischen dem Tiefbauamt, dem Umwelt- und Arbeitsschutz, Fachbereich Ökologie und dem Forst Baden-Württemberg abgestimmt und erfordern keine zusätzliche Straßensperrung.





Verschiedenes 

Zahl des Monats: Vor 170 Jahren wurde Lina Hähnle geboren

Zahl des Monats: Vor 170 Jahren wurde Lina Hähnle geboren
Lina Hähnle um 1800 (c) NABU, Fotograf*in: Archiv Magda und Wilfried Knöringer

Die „Vogelmutter“ genannte Naturschützerin war die Gründerin des NABU

Berlin, 2.1.21 – Die „Vogelmutter“ wird 170: Am 3. Februar 1851 wurde Lina Hähnle in Sulz am Neckar geboren. Die leidenschaftliche Naturschützerin gründete 1899 den Bund für Vogelschutz, den heutigen NABU, und war 38 Jahre Vorsitzende des Verbands. Darüber hinaus war sie auch sozial engagiert. So richtete sie in der Filzfabrik ihres Mannes eine Krippe für die Arbeiterkinder ein. Hähnles erste Kampagne mit dem Bund für Vogelschutz richtete sich gegen die Jagd auf Edelreiher und Paradiesvögel, mit deren prächtigen Federn Damenhüte geschmückt wurden.

Lina Hähnle entwickelte die noch heute vom NABU und anderen Verbänden praktizierte Strategie, Lebensräume von Vögeln durch den Ankauf von Landstücken zu bewahren. Das erste Schutzgebiet, die Nachtigalleninsel im Neckar bei Lauffen, kaufte der Verband 1908. Hähnle starb am 1. Februar 1941, genau 42 Jahre nach Gründung des Bundes für Vogelschutz.

Porträt Lina Hähnle online ...

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Verschiedenes 

NABU fordert von maritimer Wirtschaft effektiven Klimaschutz auf See

Miller: Schweröl und Uralt-Technik sind keine Antwort auf die Klimakrise

Berlin/ Hamburg, 2.1.21 – Anlässlich der heute beginnenden Weltleitmesse der Schiffstechnologie (SMM) fordert der NABU von der Branche ein klares Bekenntnis zu effektivem Klimaschutz auf See. Die Umweltschützer kritisieren, dass der Sektor bisher weitestgehend von gesetzlichen Vorgaben zur Treibhausgasminderung verschont geblieben ist und auch von sich aus keinerlei erkennbare Anstrengungen zur CO2-Reduktion unternimmt. Es sei höchste Zeit, der Schifffahrt einen verlässlichen aber auch ambitionierten Rahmen zu geben, der den Klimazielen von Paris nicht entgegensteht.

Leif Miller, NABU-Bundesgeschäftsführer: „Schweröl und Uralt-Technik sind keine Antwort auf die Klimakrise. Nach wie vor fehlt es der Schifffahrt an einem überzeugenden Fahrplan, wie sie im Jahr 2050 emissionsfrei unterwegs sein kann. Branchentreffen wie die SMM sind ein Spiegelbild dieses Versagens. Wir müssen den Druck offenbar deutlich erhöhen, um den Sektor endlich auf Klimaschutzkurs zu bringen. Daher ist es richtig, dass der Gesetzgeber nun auf europäischer Ebene Effizienzsteigerungen, die Abschaffung der Steuerbefreiung mariner Kraftstoffe sowie eine Einbeziehung der Schifffahrt in den Emissionshandel diskutiert. Viel zu lange hat man die Branche gewähren lassen. Nun steuern wir auf ein riesiges Abgasproblem zu – auch, weil Zehntausende Bestandsschiffe noch in Jahrzehnten am Markt sein werden.“

Sönke Diesener, NABU-Experte für Schifffahrt und Klimaschutz: „Technologische Lösungen für deutliche Emissionsminderungen stehen in den Startlöchern. Aber ohne eine Veränderung der Rahmenbedingungen werden sich die emissionsfreien Alternativen nicht durchsetzen können. Billiges Öl, niedrige gesetzliche Standards und mangelnde Kontrolle untergraben die Bemühungen in Sachen Klima- und Umweltschutz. Die Branche scheint noch nicht verinnerlicht zu haben, dass sie nur dann eine Zukunft hat, wenn es ihr gelingt, sich in Teilen neu zu erfinden und dabei den Aspekt der emissionsfreien Antriebe ins Zentrum ihrer Bemühungen zu stellen. Im Kern ist das auch eine wichtige industriepolitische Frage für den europäischen Standort. Schmuddel-Image und Zukunftsindustrie passen nicht zusammen. Die naheliegende Antwort lautet: grüne Schifffahrt made in Europe.“

Hintergrund:

NABU-Schifffahrtsexperte Sönke Diesener wird am Mittwoch auf der SSM unter anderem mit Industrievertretern von MSC und dem VDMA diskutieren, wie Klima- und Umweltschutz für die Schifffahrt vorangetrieben werden können. Kurzfristige Lösungen werden angesichts der Klimakrise dringend gebraucht, denn auf die Schifffahrt entfallen aktuell bereits etwa drei Prozent der globalen CO2 Emissionen, Tendenz stark steigend.
Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation der Vereinten Nationen (IMO) hat sich bislang noch nicht ausreichend zu den Pariser Klimazielen bekannt, sie will bis 2050 die Treibhausgasemissionen gegenüber 2008 gerade einmal um 50 Prozent senken. In drei Etappen sollen kurzfristige, mittelfristige und langfristige Maßnahmen zur Erreichung dieses Ziels beschlossen werden. Im Juni 2021 soll der Effizienzstandard EEXI etwas beschlossen werden. Die Maßnahmen reduzieren den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 voraussichtlich aber nur um 0,8 – 1,6 Prozent – während für denselben Zeitraum ein Anstieg der Gesamtemissionen von 15 Prozent prognostiziert ist.
Aufgrund des unbefriedigenden Prozesses auf IMO-Ebene hat sich die Europäische Union im letzten Jahr zu einem entschiedeneren Vorgehen bekannt und unter anderem verschärfte Effizienzstandards, eine Einbeziehung in den europäischen Emissionshandel, die Überprüfung der Energiesteuersätze für marine Kraftstoffe sowie eine Landstrompflicht angekündigt.





Veranstaltungen 

Ausschreibung für Ursula Hudson Preis 2021 startet

Ausschreibung für Ursula Hudson Preis 2021 startet
Dr. Ursula Hudson (c) MISEREOR

Slow Food Deutschland ruft 2021 erstmalig den Ursula Hudson Preis ins Leben. Benannt nach der langjährigen Vorsitzenden von Slow Food Deutschland (SFD), ehrt er Personen, die sich für die Ernährungswende engagieren. Ausgeschrieben ist der Preis für Einzelpersonen, Initiativen oder Gruppierungen aus dem Ernährungsbereich sowie der Ernährungspolitik und -bildung. Über die Preisträger*innen entscheidet ein fünfköpfiges Kuratorium. Der Bewerbungszeitraum startet am 1. Februar und endet am 15. April 2021. Die Preisverleihung findet am 14. Juni statt.

Als SFD-Vorsitzende (seit 2012) und Vorstandsmitglied von Slow Food International, trug Ursula Hudson maßgeblich dazu bei, Slow Food eine politische Ausrichtung zu verleihen und den Verein zu einem gefragten Bündnispartner zu machen. Ursula Hudson verstarb im Juli 2020 nach langer, schwerer Krankheit. Sie galt national wie international als Vordenkerin für die Ernährungswende. Ihren Wegfährt*innen begegnete sie stets wertschätzend; sie suchte den Austausch und inspirierende Diskussionen. Ihr Credo: Nur gemeinsam können wir etwas bewegen und verändern. Diesem Credo bleibt Slow Food mit der Auslobung des Ursula Hudson Preises treu und schenkt dem Gemeinsamen sowie der Aufklärung über eine zukunftsfähige Ernährung noch mehr öffentliche Aufmerksamkeit.

Die Preisträger*innen setzen sich in herausragendem Maße für eine nachhaltige Weise ein, Lebensmittel zu erzeugen, zu verarbeiten, zu handeln und zu genießen; damit zeigen sie Vorbildcharakter. Ihr Anliegen ist es, einen unserer zentralsten Lebensbereiche auch für die Zukunft zu sichern - in Theorie oder Praxis, mit Ideen, Initiativen und Projekten. Die Kandidat*innen - Einzelpersonen, Initiativen oder Gruppierungen - können sich auf Eigeninitiative bewerben oder werden durch Dritte oder eines der fünf Kuratoriumsmitglieder vorgeschlagen. Die Preisverleihung findet am 14. Juni 2021 in Berlin im Rahmen einer Fachveranstaltung zum Thema „Lebensmittelgerechtigkeit“ statt.

Das unabhängige Kuratorium besteht aus fünf Mitgliedern und spiegelt die Vielfalt und Expertise des Netzwerks von Slow Food wieder. Mit dabei sind: Tanja Busse, Journalistin, Autorin und Moderatorin; Barbara Assheuer, tätig bei der Heinrich-Böll-Stiftung im Bereich Internationale Zusammenarbeit sowie langjährige Wegbegleiterin von Ursula Hudson; Pirmin Spiegel - Hauptgeschäftsführer und Vorstandsvorsitzender von MISEREOR; Anke Kähler, Bäckermeisterin und Vorsitzende von Die Freien Bäcker e.V., sowie Sebastian John, Kellermeister und Absolvent der Slow Food Youth Akademie.

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Verschiedenes 

Bundesregierung muss eigene Klimaziele ernst nehmen – ohne Moore geht es nicht

Krüger: Entwässerte Moore in Deutschland heizen dem Klima weiter ein / Ambitionierte Moorschutzstrategie für Klimaziele dringender denn je

Berlin, 1.2.21 – Vor genau 50 Jahren, am 2. Februar 1971, wurde in der iranischen Stadt Ramsar das namensgebende Übereinkommen zum weltweiten Schutz der Feuchtgebiete geschlossen. Fünf Jahre später ratifizierte Deutschland das Abkommen. Doch vielen Feuchtgebieten in Deutschland geht es nach wie vor schlecht. Zum 50. Jahrestag der Ramsar-Konvention erinnert der NABU die Bundesregierung daran, insbesondere den Moorschutz mit Blick auf die sich verschärfende Klimakrise schnell und konsequent voranzutreiben. Der derzeit vorliegende Entwurf der Bundesregierung zur bundesweiten Moorschutzstrategie reicht dafür bislang nicht aus.

NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger: „Die Entwicklungen der Moore und Feuchtgebiete in Deutschland ist nach wie vor alarmierend. Die Ziele, die sich die Bundesregierung in ihrer Moorschutzstrategie setzen will, sind völlig unzureichend. Der bisherige Umgang mit den Mooren hat nicht nur dazu geführt, dass Goldregenpfeifer und Seggenrohrsänger als Brutvogel keinen Platz mehr bei uns haben. Entwässerung und Torfabbau heizen das Klima weiter auf. Jahr für Jahr belasten entwässerte Moore in Deutschland unsere Atmosphäre mit mehr als 45 Millionen Tonnen klimaschädlicher Treibhausgase. Davon sind 40 Millionen Tonnen direkt dem Landnutzungssektor zuzurechnen. Mit ihren zaghaften Zielvorgaben und vagen Versprechen für die Zukunft zieht die Bundesregierung hier nicht die notwendigen Konsequenzen.“

Die bisherigen Ziele der Bundesregierung zur Einsparung der Emissionen sind laut NABU nicht ausreichend. So sollen bis 2030 nur fünf Millionen Tonnen klimaschädlicher Treibhausgase in Land- und Forstwirtschaft eingespart werden – und das lediglich auf freiwilliger Basis. Völlig offen ist nach wie vor, wie die Bundesregierung in diesem Sektor die restlichen 35 Millionen Tonnen pro Jahr bis 2050 einsparen möchte. „Will die Bundesregierung sich nicht schon jetzt von den Pariser Klimazielen verabschieden, muss hier deutlich nachgebessert werden. Dafür braucht es jetzt einen konkreten Zeitplan, wie Deutschland im Landnutzungsbereich bis 2050 klimaneutral werden möchte“, so Krüger.

Ziel muss es aus Sicht des NABU sein, die Emissionen aus genutzten Moorböden bis 2030 um 50 Prozent zu reduzieren. Dazu gehört zwingend eine Anpassung der guten fachlichen Praxis zur Bewirtschaftung der Moorböden, die sich zukünftig an den überwiegenden öffentlichen Interessen Klima-, Natur- und Gewässerschutz ausrichtet. Eine torfzehrende, auf Entwässerung basierende Landnutzung muss ab 2030 sanktioniert werden. Der dafür notwendige Umstellungsprozess muss mit umfangreichen Fördermaßnahmen flankiert werden. So fordert der NABU die Einrichtung eines nationalen Renaturierungsfonds im Haushalt der Bundesregierung in Höhe von 500 Millionen Euro pro Jahr. Darüber hinaus muss die Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) von Bund und Ländern mit einem Förderschwerpunkt „Moor- und Klimaschutz“ gestärkt werden. „Vor dem Hintergrund der Dringlichkeit im Klimaschutz und dem Wissen, wie langfristig im Bereich der Landwirtschaft geplant wird, müssen die notwendigen Weichen schnell und entschieden gestellt werden. In den besonders betroffenen moorreichen Regionen Deutschlands müssen zukunftsfähige und innovative Strukturen gestärkt werden. Dies muss über eine langfristige Honorierung der Klimaschutzleistung für die Landwirtinnen und Landwirte hinausgehen. Denkbar wäre ein regionaler Ansatz, der sich am Kohleausstiegsgesetz orientiert und für die betroffenen Regionen einen besonderen Ausgleich vorsieht“, sagt Felix Grützmacher, Referent für Moorschutz.

Hintergrund: Nutzung von Moorböden und Klimaschutz

Durch die Entwässerung der Moore werden innerhalb kürzester Zeit riesige Mengen Kohlenstoff mobilisiert, die über Jahrtausende im Torf gebunden war. So werden in Deutschland jährlich über 45 Millionen Tonnen klimaschädlicher Treibhausgase ausgestoßen. Damit sind entwässerte Moore die zweitgrößte Einzelquelle für Emissionen gleich hinter den energiebedingten Emissionen. An den Gesamtemissionen der deutschen Landwirtschaft macht die Nutzung der Moorböden einen Anteil von 30 Prozent aus – obwohl diese bundesweit nur sieben Prozent der landwirtschaftlichen Fläche einnehmen.

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GAP-Umsetzung: NABU fordert mehr Mitsprache von Umweltverbänden und -behörden

Krüger: Sorgfalt vor Eile / Wenn Julia Klöckner auf voreilige GAP-Umsetzungsregeln drängt, riskiert sie Schiffbruch in Brüssel

Berlin, 1.2.21 – Am kommenden Freitag kommen die Landwirtschaftsministerinnen und -minister der Länder mit Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner zu einer Sonder-Agrarministerkonferenz zusammen, um über die Verteilung der EU-Agrarsubventionen ab 2023 zu verhandeln. In einem sogenannten Nationalen Strategieplan müssen Bund und Länder gegenüber der EU-Kommission bis zum kommenden Jahr darlegen, nach welchen Regeln die rund sechs Milliarden Euro, die Deutschland jährlich aus der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) erhalten wird, an die Agrarbetriebe fließen sollen.

Der NABU kritisiert dabei den Versuch der Bundesregierung, den Strategieplan zu verabschieden, bevor die europäische Rahmengesetzgebung dafür überhaupt feststeht. Diese wird noch einige Wochen lang in Brüssel beim sogenannten Trilog zwischen EU-Parlament, Ministerrat und EU-Kommission verhandelt. Dabei geht es unter anderem um die Flächenanteile, die Betriebe für die Artenvielfalt reservieren müssen und wie viel Geld für die Honorierung von Umweltschutzmaßnahmen zur Verfügung stehen wird. Die Kommission hat klar gemacht, dass sie dabei auf grundlegende Verbesserungen zugunsten des Klima- und Naturschutzes und auf eine echte Mitsprache für Umweltbehörden und -verbände besteht.

„Wer jetzt eine Agrarpolitik durchsetzen will, die sich kaum von der bisherigen unterscheidet, der hat die Rechnung ohne Brüssel gemacht und gefährdet die Planungssicherheit für die Betriebe. Denn bei der finalen Genehmigung der Strategiepläne 2022 hat immer noch die EU-Kommission das letzte Wort“, so NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger. Wenn die Beteiligung der Umweltverbände nicht ausreichend erfolgt ist oder qualitative Mängel auftreten, könnte das Verfahren durch Widersprüche und mögliche Klagen noch verzögert werden. Die europäischen Klima- und Biodiversitätsziele für 2030 gelten auch für die Agrarpolitik. Das spiegele sich aber in den gegenwärtigen Plänen Klöckners kaum wieder. „Werden Naturschutzziele im Strategieplan nicht angemessen berücksichtigt, droht eine Hängepartie, wie wir sie bei Umsetzung der Düngeverordnung gesehen haben. Und weil Deutschland wegen des Verlusts geschützter Wiesen und Weiden sowie dem Verschwinden von Agrarvögeln bereits Klagen der EU-Kommission vor dem Europäischen Gerichtshof drohen, wird der Handlungsdruck zusätzlich verschärft“, so der NABU-Präsident.

Der NABU begrüßt die Forderungen der Umweltministerkonferenz der Länder nach einer verbindlichen ressortübergreifenden Zusammenarbeit zwischen den Umwelt- und Landwirtschaftsministerien. Die Agrarministerkonferenz müsse zudem die Empfehlungen der Zukunftskommission Landwirtschaft zur nationalen GAP-Umsetzung abwarten. „Wir müssen die Zeit bis zum Ende des Trilogs nutzen, um uns gemeinsam auf die groben Leitlinien zu verständigen, wie die Steuermilliarden für eine planvolle ökologische und sozialverträgliche Transformation der Landwirtschaft in Deutschland genutzt werden können“, ruft Krüger alle Beteiligten auf.

Der NABU stellt drei Kernforderungen an den Nationalen Strategieplan:

1. Eine schrittweise Umwandlung der kontraproduktiven Flächenprämien in die sogenannten Eco-Schemes (Öko-Regelungen) der Ersten Säule und in die Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (AUKM) der Zweiten Säule. Bis 2028 sollten die Flächenprämien gänzlich abgeschafft werden.

2- Eine ausreichende Finanzierung der EU-rechtlich zwingenden Naturschutzmaßnahmen in der Agrarlandschaft durch die GAP. Hierfür müssten mindestens eine Milliarden Euro jährlich in der Zweiten Säule einkommenswirksam für Landnutzer zur Verfügung stehen, die diese Aufgaben erfüllen.

3. Eine Qualitätssicherung für die sogenannten Eco-Schemes zur effektiven Förderung des Klimaschutzes und der Biodiversität. Hier werden bislang immer wieder Maßnahmen vorgeschlagen, die hohe Mitnahmeeffekte verursachen und einer Fortführung des bisherigen ineffektiven sogenannten Greenings gleichkommen würden (bspw. Anbau von Zwischenfrüchten, Precision Farming) oder sogar eine kontraproduktive Wirkung für Natur, Umwelt und Klima haben (bspw. Anbau von Biomasse zur Energieerzeugung).







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