Grüne Quellen
Mittwoch, 25. Mai 2022 Uhr

 
ProlixLetter
Mittagstisch
Prolix-Gastrotipps
Prolix-Studienführer
Ökoplus Freiburg
56plus
lesen-oder-vorlesen
wodsch

 

 
Kontakt
Werbung
Disclaimer
Datenschutzerklärung
Impressum
 
Prolix-Verlag
 
oekoplus-freiburg.de
Guten Morgen liebe Besucher unserer Webseite!
 
In Ergänzung unserer Webseite oekoplus-freiburg.de möchten wir hier nach Stichworten sortiert Adressen und Tipps für ein ökologisches Miteinander zusammentragen.
 
Wir laden jeden Besucher ein, weitere Tipps und Informationen mit unserem kostenlosen ProlixLetter zu abonnieren: Bestellung auf der Webseite www.prolixletter.de in der rechten Spalte oben.
 
Sollten Sie Fragen, Anregungen oder Verbesserungsvorschläge zu dieser Webseite haben, nehmen Sie bitte per eMail mit uns Kontakt auf. Wir sind offen und für jeden Hinweis dankbar!
Viel Spaß auf unseren Seiten wünscht Ihnen
 
 
Ihre Prolix Redaktion


Verschiedenes 

In Freiburg werden 30 neue Naturdenkmale ausgewiesen

Insgesamt werden über 400 Bäume unter Schutz gestellt
Ausweisung ist wichtiger Beitrag zum Aktionsplan Biodiversität der Stadt

In Freiburg werden 30 neue Naturdenkmale ausgewiesen. Nach dem Ende der öffentlichen Anhörung werden die Einzelbäume und Baumgruppen mit insgesamt über 400 Bäumen unter Schutz gestellt – auch die Hängebuche im Sedanviertel. Stadt und Land konnten sich gemeinsam darauf einigen, dass dieser prägende Baum an der Ecke Wilhelm- / Moltkestraße doch als besonders schützenswert ausgezeichnet wird. Vor knapp einem Jahr wurde das Verfahren für die neuen Naturdenkmale als weitere Maßnahme des städtischen Aktionsplans Biodiversität auf den Weg gebracht, nun Anfang November 2021 werden sie schließlich ausgewiesen.

„Die neuen Naturdenkmale sind ein weiterer Meilenstein für ein naturnahes Stadtgrün und den Erhalt der Biodiversität in Freiburg“, sagt Umweltbürgermeisterin Christine Buchheit. „Dass wir uns im Sedanquartier mit dem Land einigen konnten, freut mich besonders. Es ist ein schönes Beispiel dafür, wie Bürgerinnen und Bürger, Kommune und die Landesregierung beim Umweltschutz an einem Strang ziehen.“

Die Hängebuche wurde vom Bürgerforum Sedan und Im Grün als Naturdenkmal vorgeschlagen. Der Baum steht auf einem Grundstück des Landesbetriebs Vermögen und Bau. Er ist laut Einschätzung der Unteren Naturschutzbehörde im Umweltschutzamt Freiburg wegen seines Erscheinungsbildes und der ökologischen Wertigkeit als Naturdenkmal geeignet. Ohne Zustimmung des Eigentümers wird von Unteren Naturschutzbehörden im Land aber kein Baum in den Rang eines Naturdenkmals erhoben. Das Land hat das zunächst wegen einer möglichen späteren Umnutzung des Geländes geprüft und sich schließlich aber doch für das grüne Dreieck entschieden – der Plakette für Naturdenkmale.

Früher wurden Naturdenkmäler oft anhand von Alter, Schönheit, Seltenheit oder kulturgeschichtlicher Merkmale ausgewählt. Doch in Zeiten des ungebremsten Verlusts der Biodiversität, des Insektensterbens und des Klimawandels rücken andere Aspekte in den Vordergrund. Es geht heute mehr um die ökologische Wertigkeit der Bäume als Lebensraum, Fortpflanzungsstätte und Nahrungslieferant für viele heimische Arten. Alte Bäume sind überlebensnotwendig für Vögel, Fledermäuse und Insekten. Das Naturdenkmal ist die älteste Kategorie des gesetzlichen Naturschutzes in Deutschland. Bislang gab es in Freiburg rund 100 solcher Naturdenkmale, jetzt werden es mehr als 130. Ein Naturdenkmal kann mehrere Einzelbäume umfassen.

Die Vorschläge für die neuen Naturdenkmale stammen von den Fachleuten der Stadt, von engagierten Bürgerinnen und Bürgern sowie von Naturschutzverbänden. Die Denkmale erhalten als Zeichen der Würdigung dann das typische „grüne Dreieckschildchen“. Der Eigentümer bzw. die Eigentümerin muss ein weitgehendes Veränderungsverbot an seinem Naturdenkmal beachten. Schäden müssen der Naturschutzbehörde gemeldet werden. Im Gegenzug gibt es einmal im Jahr eine Kontrolle durch Experten und Expertinnen. Die Stadt beteiligt sich außerdem – im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten – an Erhaltungsmaßnahmen für die Bäume.

Als Naturdenkmal ausgewiesen werden nun verschiedenste heimische Baumarten wie Eichen, Weiden, Linden, Buchen, Esche, Holunder, Erle, Platanen und Ulmen. Auf der Liste stehen aber auch Arten, die vor langer Zeit aus Nordamerika eingebracht wurden, wie die mächtige Douglasie im Illenwald oder ein Mammutbaum. Hervorzuheben sind wegen ihrer Anzahl und Lage die beiden Baumgruppen mit Eiben am Schlossberg sowie die 77 Platanen auf dem Hauptfriedhof – ein prächtiges Baumensemble.








Verschiedenes 

Karlsruhe: AfA setzt spezielle Kehrmaschinen gegen Feinstaub ein

Karlsruhe: AfA setzt spezielle Kehrmaschinen gegen Feinstaub ein
Foto: Stadt Karlsruhe / Amt für Abfallwirtschaft

Antilopenart dient bei Arbeitsweise als Vorbild / Zwei Neuzugänge

Diese Anschaffung ist in vielerlei Hinsicht eine saubere Sache: Das Amt für Abfallwirtschaft (AfA) hat seinen Fuhrpark um zwei neue Kehrmaschinen vom Typ "Ravo Hygion" erweitert, die nicht nur die Straße reinigen, sondern automatisch auch Feinstaub aus der Luft filtern.

Besonderheiten des Partikelfiltersystems

Und so funktioniert das Ganze: Ionen im Luftstrom der "Ravo Hygion" laden die Staubpartikel elektrisch auf, eine Sammelelektrode zieht den Schmutz an und bündelt ihn. Auf diese Weise bleiben größere Staubpartikel in dem "Saiga" genannten Filtersystem der beiden Kehrmaschinen hängen und können ohne Aufwand entfernt werden.

Antilopenart als Namensgeberin

Namensgeberin für das Partikelfiltersystem ist die Antilopenart "Saiga". Die rüsselförmige Nase der Tiere hilft ihnen, die Atemluft zu befeuchten oder anzuwärmen und Staub aus der Luft zu filtern – ähnlich funktioniert auch "Ravo Hygion". Um die durch Wilderei und Tierseuchen vom Aussterben bedrohte Antilopenart zu erhalten, spendet der Hersteller der Kehrmaschine, die Firma Ravo, bei jedem Kauf eines solchen Fahrzeugs einen Betrag.

Nachhaltigkeit steht an vorderer Stelle

Beim AfA steht Nachhaltigkeit in der Mobilität an vorderer Stelle. Das Fuhrparkmanagement der Dienststelle setzt sich neben Maßnahmen zur Luftreinhaltung auch dafür ein, die CO2-Emissionen in Karlsruhe zu reduzieren, um die städtischen Klimaschutzziele zu erreichen. Aus diesem Grund werden nach und nach länger im Einsatz befindliche Kehrmaschinen im AfA durch neue ersetzt, was sich positiv auf Klima und Umwelt auswirkt.

Weitere Informationen zu der Kehrmaschine "Ravo Hygion" gibt es im Internet unter www.ravohygion.com. Informationen zur Straßenreinigung des AfA gibt es unter www.karlsruhe.de/abfall.

zum Bild oben:
Neue Kehrmaschinen leisten Beitrag zum Umweltschutz
Foto: Stadt Karlsruhe / Amt für Abfallwirtschaft

Mehr




Verschiedenes 

Erkenntnisgewinn

NABU: Immer mehr Menschen begreifen, dass ihre Lebensgrundlagen auf dem Spiel stehen

NABU-Bundesvertreterversammlung tagte online

Berlin, 7.11.21 – Die globale Klima- und Biodiversitätskrise sowie die laufenden Koalitionsverhandlungen waren zentrale Themen auf der diesjährigen NABU-Bundesvertreterversammlung (BVV). Aufgrund der Corona-Pandemie trafen sich die rund 260 Delegierten aus dem gesamten Bundesgebiet am 7. November wie schon im vergangenen Jahr online.

„Die Herausforderungen vor denen wir alle beim Schutz von Arten, Ökosystemen und Klima stehen sind groß – und sie sind bekannt. In den letzten zwölf Monaten verging kein Tag ohne Berichte, Diskussionen, öffentliche Aktionen zum Rückgang der Arten, der Wälder, der Belastung unserer Meere und der globalen Bedrohung unseres Klimas. Immer mehr Menschen begreifen, dass hier die Zukunft ihrer Lebensgrundlagen auf dem Spiel steht. Sie fühlen sich zu recht persönlich betroffen vom Bienen- und Insektensterben, vom Rückgang der Feldvögel, von Plastikmüll, Ressourcenverschwendung und Klimawandel, denn es ist unsere und ihre Zukunft, die an Qualität und Freiheit verliert“, so NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger in seiner Eröffnungsrede. „Die Krisen von Klima und Biodiversität müssen gemeinsam gelöst werden. Es kann auch keinen erfolgreichen Klimaschutz ohne funktionierende Ökosysteme geben. Aus den Koalitionsverhandlungen der künftigen Ampel hören wir leider bisher wenig Konkretes, wie sie die Klima- und Biodiversitätsziele einhalten will.“

Der NABU als mitgliederstärkster Naturschutzverband Deutschlands werde jede Koalition daran messen, was sie bei den Menschheitsaufgaben Biodiversität und Klima tatsächlich bewirke, so Krüger. Die BVV verabschiedete eine entsprechende Resolution mit den NABU-Forderungen zu den Koalitionsverhandlungen ebenso das Grundsatzprogramm Artenvielfalt. Zudem wurde eine Resolution angenommen, die die Absenkung des aktiven Wahlrechts auf 14 Jahre fordert. Die Delegierten nahmen auch eine Resolution zur naturverträglichen Energiewende an, die eine gesetzliche Solardachpflicht für alle geeigneten öffentlichen Gebäude sowie Neubauten zum Ziel hat.

Die Bundesvertreterversammlung ist das wichtigste beschlussfassende Gremium des NABU. Die auf Landesebene gewählten Delegierten kommen einmal im Jahr zusammen. Sie wählen das Präsidium, beschließen den Haushalt und entscheiden darüber, wie sich der Verband entwickelt.

Mit mehr als 820.000 Mitgliedern und Fördernden ist der 1899 gegründete NABU der älteste und mitgliederstärkste Umweltverband Deutschlands. Der NABU engagiert sich für den Erhalt der Lebensraum- und Artenvielfalt, den Klimaschutz sowie die Nachhaltigkeit der Land-, Wald- und Wasserwirtschaft. Zu den zentralen NABU-Anliegen gehören auch die Vermittlung von Naturerlebnissen und die Förderung naturkundlicher Kenntnisse. Mehr Infos: www.NABU.de/wir-ueber-uns

Mehr




Verschiedenes 

Vandalismus und Sachbeschädigung auf Spielplätzen

Vandalismus und Sachbeschädigung auf Spielplätzen
Vandalismus im Dietenbachpark (c) Stadt Freiburg

Bäume abgeknickt und Spielgeräte gestohlen

Rund 10.000 Euro Schaden

Abgeknickte Bäume, mutwillig beschädigte Kinderspielplätze und Sportanlagen, Feuer auf dem Podest am Colombipark – in den vergangenen Wochen stellt die Stadtverwaltung vermehrt Vandalismus und Sachbeschädigung fest. Der finanzielle Schaden liegt bislang bei rund 10.000 Euro. Doch der Ärger über die Schäden, die Einzelne für die Allgemeinheit hinterlassen, lässt sich in Geld nicht bemessen.

Am 19. Oktober wurde festgestellt, dass am Spielplatz im Dietenbachpark viele Bäume und Sträucher geschädigt wurden. Zum Teil so stark, dass die neu gepflanzten Bäume keine Überlebenschance mehr haben. Ein junger Baum wurde etwa in der Mitte abgeknickt – dafür muss große Kraft aufgewendet worden sein (siehe Foto). Ein Strauch wurde komplett herausgerissen. An dem Spielplatz wurde sich damit in kurzer Zeit zwei Mal an Bäumen und Pflanzen vergangen, bereits Mitte September gab es einen ähnlichen Vorfall. Insgesamt wurden an zwei Tagen eine Platane, eine Eiche, zwei Amberbäume und mehrere Sträucher im Dietenbachpark beschädigt. Die Kosten für die Beseitigung der toten Bäume und die Neupflanzungen liegen bei circa 5300 Euro.

Am Spielplatz in der Friedhofstraße wurden Mitte Oktober zwei Hängematten gestohlen. Der Spielplatz wurde erst vor wenigen Monaten nach einer aufwändigen Sanierung neu eröffnet. Kinder und Eltern nutzen den neuen Spielplatz seitdem sehr rege. Die Hängematten waren Teil des neuen Spielangebots dort. Ohne passendes Werkzeug sind die schweren Matten nicht abzubauen. Der Schaden wird auf rund 3600 Euro beziffert.

Auf einer neuen Calisthenics-Anlage in der Berliner-Allee ist der hochwertige Kunststoff-Belag, der als spezieller Fallschutz eingebaut wurde, an mehreren Stellen mutwillig beschädigt worden. Der Schaden an dem Outdoor-Sportbereich liegt bei rund 800 Euro.

Das neue Podest am Colombipark ist Teil des Konzepts für die Belebung der Innenstadt, hier sollen sowohl Konzerte stattfinden können, als auch die Aufenthaltsqualität in der Stadt erhöht werden. Am Dienstag, 26. Oktober, hat die Polizei hier einen Brandschaden festgestellt. Das Podest muss für rund 700 Euro repariert werden.





Veranstaltungen 

Klimaschutz durch energetische Sanierung

Infoveranstaltung des Umweltschutzamts am 8. November

Individuelle und kostenlose Beratungen für alle Freiburgerinnen und Freiburger

Wenn Gebäude weniger Energie verbrauchen, schont das Klima und Geldbeutel. Seit diesem Sommer wurden die Förderprogramme des Bundes nochmals verbessert – eine energetische Sanierung ist eine sinnvolle und auch eine lukrative Investition. Grundlage für eine solche Sanierung ist eine qualifizierte Energieberatung, die Freiburgerinnen und Freiburger kostenlos erhalten können. So lässt sich ein erster Überblick über den energetischen Zustand des eigenen Gebäudes erhalten. Außerdem gibt es bei den Energieberatungen wertvolle Informationen zu den Fördermöglichkeiten.

Im Rahmen des Förderprogramms „Klimafreundlich Wohnen“ organisiert das Umweltschutzamt mehrmals im Jahr Intensivberatungswochen. Am Montag, 8. November, um 17.30 Uhr finden eine offene Energieberatung und eine Sprechstunde zum individuellen Sanierungsfahrplan statt. Ziel ist es Bürgerinnen und Bürgern eine qualifizierte Beratung leicht zugänglich zu machen, bei der alle Fragen gestellt werden können. Außerdem wird aufgezeigt, welche finanziellen Vorteile ein individueller Sanierungsfahrplan bietet. Die Veranstaltung wird durch einen offenen Austausch mit einem Energieberater der einer Energieberaterin abgerundet. Bürgerinnen und Bürger können im Rahmen der Intensivberatungswochen auch direkt eine Energieberatung am 12. November buchen. Zur Anmeldung zu den beiden Angeboten geht es hier: https://energieagentur-regio-freiburg.eu/klimaschutz-und-oeffentlichkeit/#veranstaltungen

Die Veranstaltungen und Beratungen sind für alle Freiburgerinnen und Freiburger kostenlos. Die Termine sind als Präsenzveranstaltung geplant, sollte die Corona-Pandemie es erforderlich machen, werden die Veranstaltungen als Online-Format stattfinden.

Ansprechpartnerin für die Intensivberatungswochen ist Sarah Winkler von der Energieagentur Regio Freiburg:
sarah.winkler@earf.de

Das Förderprogramm Klimafreundlich Wohnen ist gemeinsam mit den Antragsunterlagen zu finden unter
www.freiburg.de/foerderprogramm-klimafreundlich-wohnen

Mehr




Verschiedenes 

NABU und SDSN: Schutz der Natur ist Schutz unserer Lebensgrundlagen

Umweltschützer und Wissenschaftler betonen Bedeutung der Biodiversität und fordern ganzheitliche Betrachtung durch die Politik

Berlin/Glasgow, 5.11.21 - Der Schutz der Natur ist gleichbedeutend mit dem Schutz unserer Lebensgrundlagen. Das machten der NABU und das Sustainable Development Solutions Network Germany (Deutsches Lösungsnetzwerk für nachhaltige Entwicklung; SDSN) in einem Pressegespräch heute angesichts der Verhandlungen in der Ampelkoalition deutlich. Die nahezu ausschließliche Betrachtung von Klimaschutzaspekten springe zudem zu kurz.

NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger: "Die beiden großen Krisen, die Klimakrise und die Krise der Natur lassen sich nur gemeinsam lösen. Unsere Ökosysteme sind in einem dramatischen Zustand. Es ist klar, dass der durch brennende Wälder und austrocknende Moore ausgestoßene CO2-Anteil nicht durch technischen Klimaschutz zu kompensieren ist. Gleichzeitig gehen uns ihre Ökosystemfunktionen verloren. Wir als NABU haben daher ein Notprogramm aufgelegt, mit dem wir auf die Dramatik hinweisen. Denn mit Blick auf die Koalitionsverhandlungen scheint es klar zu sein, wohin die Reise gehen soll bei Schuldenbremse und Steuerpolitik. Und es scheint auch klar zu sein, wohin es bei Mindestlohn und Rente geht. Beim Klimaschutz ist vergleichsweise wenig klar. Beim Naturschutz und beim Schutz unserer Lebensgrundlagen ist gar nichts klar. Wir brauchen aber eine Bundesregierung, die ernst macht. Das bedeutet letztlich mehr Engagement aber eben auch eine solide Finanzierung."

Prof. Dr. Josef Settele, Leiter des Department Naturschutzforschung am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ: "Ein wichtiger Punkt ist die Beteiligung der Gesellschaft als relevantem Treiber der Veränderung. Politik passiert nämlich immer dann, wenn die Gesellschaft Druck ausübt. Dafür müssen die Menschen sich mit dem Thema identifizieren können. Beim Klimaschutz geht es häufig um Maßnahmen, deren Ergebnis erst später sichtbar wird. Die Bevölkerung muss sich also zu Veränderungen bekennen, deren Erfolge sie selbst nicht mehr mitbekommt. Umso wichtiger ist es, den Naturschutz erlebbar und sichtbar zu machen."

Prof. Dr. Pierre Ibisch, Professor für Naturschutz und Forschungsprofessor für "Ökosystembasierte nachhaltige Entwicklung" am Fachbereich Wald und Umwelt der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde: "Naturschutz ist kein Nischenthema, da geht es um unsere Lebensgrundlagen. Genauso wenig ist die Natur kein Ersatzteillager, um andere Versäumnisse auszugleichen. Ein Ökosystem, das in Deutschland besondere Relevanz hat, ist der Wald. Viele Waldflächen in Deutschland sind aber in einem naturfernen Zustand bzw. schwer geschädigt. Gleichzeitig hat der Wald mit Blick auf die Klimakrise wichtige regulierende Funktion, sei es beim Landschaftswasserhaushalt oder bei der Landschaftskühlung. Wir brauchen entsprechend eine ganzheitliche Betrachtung von Klimaschutz und Biodiversitätserhalt, die sich auch in der Gesetzgebung wiederspiegelt und den Stand der Wissenschaft berücksichtigt. Es geht um die Frage, was wollen wir mit unserem Land anfangen, wofür sind bestimmte Ökosysteme wichtig. Die aktuelle Gesetzgebung ist veraltet und scheitert oft bereit an der Umsetzung von Strategien und Gesetzen."

Mit mehr als 820.000 Mitgliedern und Fördernden ist der 1899 gegründete NABU der mitgliederstärkste Umweltverband Deutschlands. Der NABU engagiert sich für den Erhalt der Lebensraum- und Artenvielfalt, den Klimaschutz sowie die Nachhaltigkeit der Land-, Wald- und Wasserwirtschaft. Zu den zentralen NABU-Anliegen gehören auch die Vermittlung von Naturerlebnissen und die Förderung naturkundlicher Kenntnisse.

Mehr




Verschiedenes 

Welt-Schneeleoparden-Tag 23.10.

Welt-Schneeleoparden-Tag 23.10.
Schneeleoparden Jungtier (c) Zoo Leipzig

Schneeleoparden-Zwillinge sollen getauft werden

Vier große blaue Augen, acht samtige Tatzen und ganze 10 Kilogramm schwer – die beiden am 25. August geborenen Schneeleoparden-Katzen werden immer agiler und größer. Seit der Geburt haben die Zwillinge ordentlich zugelegt und essen mittlerweile auch erste Fleischhappen. Wenn die Tierpfleger dann vor der Mutterstube stehen, geben die Kleinen alles, um wie die Großen zu fauchen. Noch immer ist die Freude über den Zuchterfolg bei den asiatischen Hochgebirgskatzen groß, ist der Bestand in der Natur rückläufig. Auch Zoodirektor Prof. Jörg Junhold ist vom Nachwuchs begeistert, macht jedoch gleichzeitig auf diebedrohliche Lage aufmerksam: „Den heutigen Welt-Schneeleoparden-Tag (23.10.) möchten wir nutzen, um auf die Gefährdung der Schneeleoparden aufmerksam zu machen und ein Bewusstsein zu schaffen, dass jeder zum Thema Artenschutz beitragen kann. Der wichtigste Schritt ist der Anfang, sich mit diesem Thema zu beschäftigen – und so rufen wir heute alle Zoofans auf, für unsere beiden Schneeleoparden-Weibchen wohlklingende Namen mit asiatischem Ursprung zu finden und einzureichen.“ Durch den Namensaufruf können Besucher noch enger in das Thema Schneeleopard & Artenschutz eingebunden werden und gemeinsam mehr Aufmerksamkeit für die „Geister der Berge“, wie sie in den Hochgebirgen Asiens auch genannt werden, generieren. Als Dankeschön erhalten die Gewinner jeweils eine Familien-Jahreskarte. Die Namensvorschläge können bis einschließlich 31. Oktober über die Website des Zoos unter: www.zoo-leipzig.de/namensausfruf eingereicht werden.

In der Natur vermutlich ausgestorben – seltener Edwardsfasan zieht in den Zoo Leipzig
Nicht nur in der Himalaya-Anlage, auch im Alten Vogelhaus spielt das Thema Artenschutz in diesen Tagen eine wichtige Rolle: ein Exemplar des sehr seltenen Edwardsfasan ist vor kurzem in den Zoo Leipzig gezogen. Das Weibchen kam aus dem Zoo Prag und wird sich das Gehege mit den ebenfalls hochbedrohten Blaukappenhährlingen teilen. Ein passendes Fasanen-Männchen wird in den kommenden Wochen aus dem Zoo Gelsenkirchen dazu stoßen. Das Pärchen wird dann aneinander gewöhnt und hoffentlich bald für Nachwuchs sorgen. Denn in ihrer Heimat in Vietnam ist diese Art möglicherweise seit den 2000er Jahren ausgerottet und der Erfolg des Zuchtprogramms ist die einzige Hoffnung, die seltenen Fasane vor dem vollständigen Aussterben zu retten und langfristig auch wiederanzusiedeln.

Mehr




Verschiedenes 

Pakistanischer Wildschutzverein BWCDO mit Schneeleoparden-Preis augezeichnet

Pakistanischer Wildschutzverein BWCDO mit Schneeleoparden-Preis augezeichnet
Schneeleopard (c) BWCDO

Internationaler Tag des Schneeleoparden (23.10.): In der Region Gilgit-Baltistan im Norden Pakistans ist die Population der seltenen Großkatze stabil

Berlin / Gilgit-Baltistan (Pakistan) – Ja, es gibt sie noch, die guten Nachrichten im Natur- und Artenschutz, so auch zum Internationalen Tag des Schneeleoparden (23.10.): In Gilgit-Baltistan, wo 80 Prozent der Schneeleoparden Pakistans leben, stabilisiert sich die Population der gefährdeten Großkatze schrittweise. Ihre Anzahl wird in der im Norden Pakistans gelegenen Region auf 90 bis 120 geschätzt. Dieser Erfolg ist vor allem der Baltistan Wildlife Conservation and Developement Organization (BWCDO) zu verdanken. Seit über zwei Jahrzehnten setzt sich der Wildschutzverein dafür ein, dass Menschen, Schneeleoparden und ihre Beutetiere im Hochgebirge von Gilgit-Baltistan friedlich nebeneinander leben können. Angriffe von Schneeleoparden auf Haustiere in Nachtpferchen sind dank des vorbeugenden Herdenschutzes deutlich zurückgegangen. Außerdem sorgt ein Versicherungssystem dafür, dass einzelne Weidetierverluste für die Hirten nicht mehr existenzgefährdend sind. Kein Wunder, dass die Menschen in Baltistan gegenüber den Schneeleoparden toleranter geworden sind. Tötungen durch Hirten finden nicht mehr statt. Für sein außerordentliches Engagement verleiht der NABU den diesjährigen Schneeleoparden-Preis daher an den gemeindebasierten Wildschutzverein BWCDO in Pakistan. Die Verleihung findet am Internationalen Tag des Schneeleoparden am 23. Oktober im Rahmen einer Online-Zeremonie statt.

Was ist der Schlüssel für das friedliche Zusammenleben zwischen Menschen und Schneeleoparden in Gilgit-Baltistan? „Schneeleoparden sind durch Wilderei und Lebensraumverlust noch immer gefährdet. Um sie wirksam zu schützen, bezieht BWCDO die lokale Bevölkerung in ihre Artenschutzarbeit mit ein und zwar auf Augenhöhe. Das ist beispielhaft. Nur, wenn alle an einem Strang ziehen, können wir die seltene Großkatze, ihre Beutetiere und das empfindliche Ökosystem der zentralasiatischen Hochgebirge langfristig schützen. Deswegen sagen wir: Herzlichen Glückwunsch an die engagierten Artenschützerinnen und Artenschützer von BWCDO! Ihr habt die Auszeichnung mehr als verdient.“, erklärt Thomas Tennhardt, NABU-Direktor für Internationales.

Konkret sorgt der Verein in der Region Gilgit-Baltistan für den Bau schneeleopardensicherer Ställe. Außerdem führt er gemeinsam mit dem NABU das 1998 als Pilotprojekt gestartete Versicherungssystem fort. Dieses Modell soll zukünftig in weiteren Verbreitungsgebieten des Schneeleoparden, darunter Nepal und Tadschikistan, etabliert werden. BWCDO bietet zudem Umweltbildungs-Events in der Region an. Diese Veranstaltungen helfen dabei, dass Schneeleoparden in der lokalen Bevölkerung langfristig akzeptiert werden. Zuletzt konnten im pakistanischen Basha-Tal 1.700 Mädchen und 1.200 Jungen an Veranstaltungen rund um die Themen Natur- und Artenschutz teilnehmen und mehr über den „Geist der Berge“ – wie Schneeleoparden auch genannt werden –, seine Beutetiere und weitere tierische Nachbarn erfahren.

Der Schneeleopard gehört zu den am stärksten bedrohten Großkatzen der Welt. Weltweit gibt es nur noch etwa 4.000 bis 6.400 Individuen. Noch immer werden die anmutigen Tiere für ihr kostbares Fell gewildert. Durch die Ausbreitung der Menschen und seiner Nutztiere verlieren der Schneeleopard und seine Beutetiere zunehmend ihren Lebensraum. Der NABU-Schneeleoparden-Preis wird seit 2018 jährlich an Menschen und Organisationen verliehen, die sich in außerordentlichem Maße für die bedrohte Großkatze einsetzen. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis fließt traditionell in ein gemeinsames Projekt zum Schutz des Schneeleoparden.

Mit mehr als 820.000 Mitgliedern und Fördernden ist der 1899 gegründete NABU der älteste und mitgliederstärkste Umweltverband Deutschlands. Der NABU engagiert sich für den Erhalt der Lebensraum- und Artenvielfalt, den Klimaschutz sowie die Nachhaltigkeit der Land-, Wald- und Wasserwirtschaft. Zu den zentralen NABU-Anliegen gehören auch die Vermittlung von Naturerlebnissen und die Förderung naturkundlicher Kenntnisse.

Mehr






Seite 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25