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Verschiedenes 

Frelo boomt und wurde ausgebaut

Frelo boomt und wurde ausgebaut
Frelo am Betzenhauser Torplatz / Foto: VAG

17 neue Stationen und 130 weitere Räder

In den vergangenen Wochen wurde Frelo, das Fahrradverleihsystem der Freiburger Verkehrs AG (VAG), um 17 neue Stationen und zusätzliche 130 Fahrräder erweitert.

Die Ausweitung des Angebotes war dringend geboten, wenn man sich die Ausleihe-Zahlen anschaut, die von Rekord zu Rekord eilen. „Das ‚Allzeithoch‘ im Juni wurde vom Juli-Ergebnis mit einem Plus von gut 11.000 Ausleihen auf insgesamt rund 39.500 geradezu pulverisiert,“ freut sich VAG Vorstand Oliver Benz. Und auch die Monate August und September waren mit jeweils über 32.000 Ausleihen sehr gut: „Dieser Erfolg ist auch deshalb möglich geworden, weil die Kolleginnen und Kollegen des Garten- und Tiefbauamtes dieses Projekt von Anfang an mit sehr viel Energie und Leidenschaft mit vorangetrieben haben.“

Baubürgermeister Martin Haag kommentiert das Ergebnis: „Man kann sagen, das ist wirklich eine Abstimmung mit den Pedalen, wenn man sich vor Augen hält, dass jedes Frelo am stärksten Tag, dem 31. Juli – statistisch gesehen – vier Mal ausgeliehen wurde! Die Erfolgsgeschichte von Frelo ist letztlich genau das, was die Stadt sich davon erhofft hat, nämlich ein Stück hin zu einer Verkehrswende und zu alledem auch ein Stück Verkehrswende, dass im Stadtbild und im Freiburger Mobilitätsgeschehen überaus sichtbar ist.“
„Wir sind froh, dass wir bei der Auswahl der neuen Standorte auch auf einige Wünsche aus der Bevölkerung eingehen konnten,“ sagt der Leiter der Verkehrsplaner Georg Herffs, dessen Abteilung zusammen mit weiteren Kollegen des Garten- und Tiefbauamtes sowie mit der Frelo-Koordinatorin bei der VAG, Luisa Stenmans, und dem operativen Betreiber nextbike nach Standorten suchte, die die Auswahlkriterien erfüllen. Diese sollen das bestehende Netz nach Möglichkeit im stark frequentierten Innenstadtbereich, als auch in den äußeren Stadtteilen ergänzen und in räumlichem Zusammenhang mit wichtigen Zielen sowie Bus- oder Stadtbahnhaltestellen stehen.

„Unser Bautrupp hat die Standorte vorbereitet und die Fundamente für die Stelen gesetzt. Betreiber nextbike baute dann die Stationen auf“, schildert VAG Vorstand Stephan Bartosch das Vorgehen. „Es ist erfreulich, dass wir uns mit den neuen Stationen und den zusätzlichen Rädern finanziell immer noch gut im vom Gemeinderat vorgegebenen Rahmen von 300.000 Euro pro Jahr bewegen.“

„Wir freuen uns sehr über die intensive Nutzung unserer Fahrräder. Eine Erweiterung und Verdichtung ist nur konsequent, damit wir ein attraktives, flächendeckendes Angebot machen können und noch mehr Leute vom Auto aufs Fahrrad umsteigen,“ erklärt Onur Semerci, Frelo-Projektleiter bei nextbike.

Die neuen Standorte:
1. Betzenhauser Torplatz
2. Habsburger Straße / Jacobistraße
3. Geschwister-Scholl-Platz
4. Heinrich-von-Stephan-Straße / Basler Straße
5. Schwabentorbrücke
6. Bissierstraße
7. Messe Freiburg
8. Tullastraße / Zähringer Straße
9. Wiwilibrücke
10. Laufener Straße / Haslacher Straße
11. Kronenbrücke / Wilhelmstraße
12. Pressehaus
13. Haslacher Straße / Eschholzstraße
14. Alter Wiehrebahnhof
15. Schneeburgstraße / Andreas-Hofer-Straße
16. Hirschenhofweg / Dreisamhalle
17. Karlsplatz (folgt in Kürze)

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Veranstaltungen 

Freiburg: Kostenlose Energiesparberatung im eigenen zu Hause

Anmeldung bis 31. Oktober möglich
Mit Knowhow Geld sparen und Klima schonen

Private Haushalte sind in Deutschland für fast 30 Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs verantwortlich. Entsprechend hoch ist hier das Einsparpotential. Für alle Bürger*innen in Freiburg besteht bis zum 31. Oktober die Möglichkeit, sich für eine kostenlose Energiesparberatung im eigenen zu Hause anzumelden. Denn mit etwas Knowhow und Tipps von Expert*innen lassen sich viel Energie und Geld sparen. Und effiziente Haushalte tragen wesentlich dazu bei, das Ziel der Stadt Freiburg zu erreichen, bis 2050 klimaneutrale Kommune zu werden.

Das städtische Projekt „Zuhause A+++“ bietet umfangreiche und individuelle Informationen zum effizienten Umgang mit Energie: sowohl Strom als auch Heizenergie. Die Termine mit den Energieberaterinnen und Energieberatern der Projektgruppe Energie des Agenda 21 Büros finden dann bis Mitte Dezember statt. Für Eigentümerinnen und Eigentümer sowie Mieterinnen und Mietern mit Interesse an einer energetischen Sanierung, bietet das Projekt auch den Gebäude-Check der Verbraucherzentrale kostenfrei an. Der Gebäude-Check wird als Fördervoraussetzung für den Baustein 1 Wärmedämmung im Förderprogramm Klimafreundlich Wohnen anerkannt.

Das kostenlose Angebot der Energiesparberatung gibt es bereits seit 2014, mehr als 850 Haushalte haben bislang teilgenommen. Die Stadt organisiert die Beratungen in Kooperation mit der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Alle Haushalte, die an der Energiesparberatung teilnehmen, bekommen eine kleine, solarbetriebene Lampe als Geschenk. Zudem kann ein Messgerät ausgeliehen werden, um Stromfresser zu finden.

Mehr Informationen sowie die Anmeldung für die kostenlose Beratung bis zum 31. Oktober unter:
www.freiburg.de/zuhause-a-plus

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Verschiedenes 

NABU: Fragwürdige Salamitaktik bei Nord Stream 2

Krüger: Keine Bauarbeiten zur Hauptrastzeit streng geschützter Vögel / NABU aktualisiert Widerspruch

Berlin, 16.10.2020 – Bereits zum zweiten Mal will die Nord Stream 2 AG die Bauarbeiten der umstrittenen Gaspipeline zu Lasten der Umwelt ändern. Heute endet die Beteiligungsfrist im Änderungsverfahren bei dem verantwortlichen Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH). Der NABU fordert eine Ablehnung des Änderungsantrags und bekräftigt seinen Widerspruch gegen die Genehmigung. Im Mittelpunkt der Kritik steht die Beeinträchtigung streng geschützter Vögel in einem Naturschutzgebiet.

Um die Pipeline in der deutschen Ostsee fertigzustellen, fehlt eine abschließende Genehmigung für den Trassenabschnitt in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ), dem Bereich jenseits der 12-Seemeilenzone. Der NABU hatte 2018 neben einer noch beim Oberverwaltungsgericht Greifswald anhängigen Klage gegen die Zulassung der Pipeline im deutschen Küstenmeer auch Widerspruch gegen die AWZ-Genehmigung eingelegt. Jetzt beantragt das russische Staatsunternehmen eine zweite Änderung der Genehmigung, die den Umweltschaden im Naturschutzgebiet Pommersche Bucht-Rönnebank massiv ausweiten würde.

„Diese Art der Salamitaktik darf nicht zum Erfolg führen. Die Ursprungsgenehmigung des BSH erlaubte das Verlegen der Rohre nur in der Zeit von Mai bis September, damit Vögel während der Rast möglichst wenig gestört werden. Durch den Wechsel des Rohrverlegeschiffes drohen jetzt zweieinhalbmonatige Bauarbeiten in den für die Rastvögel bedeutenden Wintermonaten, und das in einem Schutzgebiet. Das ist nicht mit geltendem Naturschutzrecht vereinbar. Das scheibchenweise Aufweichen genehmigungsrelevanter Bauauflagen ist nicht hinnehmbar“, so NABU-Präsident Jörg- Andreas Krüger.

Schon im Dezember 2019 hatte Nord Stream 2 einen ersten Änderungsantrag durchgesetzt. Das ursprüngliche Bauzeitenfenster wurde um zehn Tage in die für die Rastvögel sensiblen Wintermonate erweitert. Gleichzeitig wurde das Verlegeschiff gewechselt. Dieses hält seine Verlegeposition jedoch nicht dynamisch, über sogenannte Bugstrahlruder, sondern zieht sich über Anker am Meeresgrund entlang. Eine Technik, die mehr Schäden verursacht und etwa sieben Mal mehr Zeit in Anspruch nimmt.

„Nach unseren Berechnungen verfünfzehnfachen sich die Umweltauswirkungen auf streng geschützte Meeresenten, See- und Ohrentaucher. Der Wechsel auf ein ankergestütztes Verlegeschiff braucht bis zu 76 Tage und erfordert den Einsatz von bis zu zehn Schiffen. Der nördliche Bereich des Naturschutzgebiets droht zur Hauptrastzeit von Vögeln leergefegt zu werden. Und dass, obwohl das Bundesamt für Naturschutz gerade erst den schlechten Zustand des Bestands der Vögel und auch Schweinswale im Schutzgebiet bestätigt hat“, kritisiert NABU-Meeresschutzexperte Kim Cornelius Detloff.

Der NABU erwartet, dass das BSH den Änderungsantrag ablehnt, auch weil sich die Bedarfsprognosen der Nord Stream 2 AG als falsch erwiesen haben. Aktuelle Studien zeigen, dass es keine energiewirtschaftliche Rechtfertigung für das Milliardenprojekt gibt, weder für die Planänderung zur beschleunigten Fertigstellung, noch grundsätzlich, da der Erdgasverbrauch Deutschlands nach unabhängigen Prognosen rückläufig ist und von der vorhandenen Infrastruktur gedeckt werden kann.

Nach Einschätzung des NABU zu den Diskussionen um einen möglichen Stopp der Gaspipeline und mögliche Schadensersatzforderungen kann die Entscheidung über den Änderungsantrag und die anhängigen Klagen erheblich an Bedeutung gewinnen.

Hintergrund:

Im Juni 2018 lehnte das Oberverwaltungsgericht Greifswald den Antrag NABU auf einen sofortigen Baustopp der Verlegearbeiten für die Gaspipeline Nord Stream 2 in den Küstengewässern Mecklenburg-Vorpommerns auf der Grundlage einer Interessenabwägung ab. Das Greifswalder Gericht erklärte in seinem Eilbeschluss die Sach- und Rechtslage sei zu komplex, um die Erfolgsaussichten der Klage zu prognostizieren. Inzwischen sind die Bauarbeiten im Küstenmeer zwar abgeschlossen, allerdings trägt die Nord Stream 2 AG das alleinige Risiko, falls die Klage des NABU Erfolg haben wird.

Gleichzeitig legte der NABU Widerspruch gegen die zweite Genehmigung der Nord Stream 2 AG aus dem März 2018 ein, die zum Bau der Pipeline in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) notwendig ist. Im Bereich der AWZ wurde eine Teilstrecke von 16,5 Kilometer unter anderem wegen amerikanischer Sanktionen noch nicht verlegt. Auch über diesen Widerspruch, der von zweimaligen Änderungsverfahren überlagert wurde, ist vom verantwortlichen Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) nicht abschließend entschieden worden. Gegen die Entscheidung des BSH wäre ebenfalls eine Klage zulässig.

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Verschiedenes 

Karlsruhe: Extensive Wiesenpflege bringt Lebensraum für Insekten

Untersuchungen im Umweltausschuss / Karlsruhe auf gutem Weg

Stichproben aus der Karlsruher Fauna haben die Brüder und Diplombiologen Erwin und Klaus Rennwald erhoben, um im Auftrag der Stadt Karlsruhe einen intensiveren Blick auf die Grünanlagen der Fächerstadt zu werfen. Was dort an Insekten zu finden ist und wie sich die Populationen in den letzten Jahrzehnten verändert haben, geht nun aus dem Gutachten hervor, das jüngst dem Ausschuss für Umwelt und Gesundheit bei einer gemeinsamen Sitzung mit dem Naturschutzbeirat präsentiert wurde. "Wir erhoffen uns davon insbesondere Erkenntnisse, welche Auswirkungen die Pflege unserer Grünflächen auf die biologische Vielfalt in Karlsruhe hat", erläuterte Bürgermeisterin Bettina Lisbach einleitend.

Konkret kümmern sich die Biologen um extensiv gemähte Wiesenbereiche in Grünanlagen der Stadt – erstmals untersucht 2002 und überprüft im Jahr 2019. Gesucht und gefunden haben die Wissenschaftler dabei Tagfalter, tagaktive Nachtfalter, Heuschrecken, Grillen, Wildbienen, Wespen, Schwebfliegen und andere Insekten. Hintergrund ist die Frage, ob eine extensive Wiesenbewirtschaftung – mit der die Stadt schon in den 90er Jahren begann und die eine weniger oft durchgeführte Mahd bedeutet – einen Mehrwert für die Insektenvorkommen hat. Noch schneller, günstiger und einfacher wäre es, zwei Mal jährlich zu mulchen.

Mehraufwand lohnt sich
Wie bereits 2002 kamen die Experten jedoch zum Ergebnis, dass der Mehraufwand der extensiven Flächenpflege sich lohnt: Insgesamt finden sich mehr Falter, Käfer und Insekten. Die ebenfalls festgestellte Abnahme von Schwebfliegen-Arten hat hingegen weniger mit der Bewirtschaftung als mit dem Klimawandel zu tun. Wegen der zunehmenden Hitze und der Sommertrockenheit erlangen Einzelbäume und randliche Hecken immer mehr Bedeutung für die Insekten der Wiesenflächen.

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Verschiedenes 

NABU: GAP-Entscheidungen in Brüssel – Schicksalswoche für die Biodiversität

Neue Zahlen: Seit 1980 57 Prozent weniger Feldvögel in Europa / Zehn Millionen Brutpaare fehlen allein in Deutschland / Krüger: Agrarminister und Parlamentarier müssen jetzt Weichen stellen, um wieder Leben in die ländlichen Räume zurückzubringen

Berlin, 15.10.2020 – Der am Montag erwartete offizielle Bericht zum Zustand der Natur in Europa wird dramatische neue Zahlen zum Biodiversitätsverlust in der Agrarlandschaft enthalten. Angesichts der ersten Beschlussvorlagen warnt der NABU warnt davor, dass die kommende Woche anstehenden EU-Abstimmungen zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) diese Entwicklung mindestens bis zum Ende des Jahrzehnts zementieren könnten. Mit den Vögeln und Insekten, den Hecken und Feldrainen werden Bestäubung von Pflanzen, natürliche Schädlingskontrolle, der Wasserhaushalt und die Bodenfruchtbarkeit weiter geschädigt, Leidtragender wird dabei auch die Landwirtschaft selbst sein.

„Die Chance, den Biodiversitätsverlust in der Agrarlandschaft aufzuhalten, besteht jetzt“, sagt NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger. „Jede und jeder Abgeordnete im Europäischen Parlament muss sich vor der Abstimmung fragen, ob sie oder er diese Chance verstreichen lassen will. Wer jetzt nicht für eine ökologische Wende im Fördersystem stimmt, macht sich mitverantwortlich für die Fortsetzung des Sterbens in unseren Agrarlandschaften und für die sich fortsetzende, ökonomische Misere vieler Höfe.“

In der kommenden Woche finden in Brüssel die entscheidenden Abstimmungen der Agrarminister und des Europäischen Parlaments über die künftige Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) bis 2027 statt. Die steuerfinanzierte GAP macht etwa die Hälfte des Einkommens der Agrarbetriebe aus und bestimmt maßgeblich, welche Art von Landwirtschaft sich ökonomisch lohnt. Am 19. oder 20. Oktober verabschiedet der EU-Agrarrat seine Position, am 20. das EU-Parlament. Anschließend werden beide Institutionen, moderiert von der Europäischen Kommission, einen Kompromiss aushandeln.

Bei den Abstimmungen geht es unter anderem darum, wie viel Platz Agrarbetriebe der Artenvielfalt in Form von Landschaftselementen, Blühflächen oder Brachen geben müssen, wenn sie Subventionen erhalten wollen. Der NABU fordert im Einklang mit der Wissenschaft mindestens zehn Prozent nichtproduktive Flächenanteile im Acker- und Grünland. Der Vorschlag von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner für die EU-Präsidentschaft ist dagegen mit drei bzw. fünf Prozent völlig unzureichend, zumal im letzteren Fall auf den Flächen weiterhin Produktion zugelassen werden soll. Abgestimmt wird auch darüber, wie viel Geld die Mitgliedstaaten mindestens für die Honorierung von konkreten Umweltleistungen zur Verfügung stellen müssen. Der NABU fordert, dass hierfür jeweils 50 Prozent der beiden GAP-Säulen zu reservieren sind.

Wenn ab 19. Oktober 2020 die Abstimmungen zur Gemeinsamen Agrarpolitik beginnen, wird auch der neue Bericht der Europäischen Kommission zur Lage der Natur in Europa veröffentlicht. Dieser „State of Nature Report“ basiert auf eingereichten Daten der Mitgliedsstaaten. Der NABU hat einige der bereits vorliegenden Informationen analysiert und prognostiziert, dass der Bericht erneut dramatische Zahlen zum Verschwinden der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft enthalten wird.

„Der Agrarvogel-Index der EU bildet die Bestandsentwicklung der wichtigsten Vogelarten auf Feldern und Wiesen ab. Dieser ist zwischen 1980 und 2016 um 57 Prozent zurückgegangen, und jedes Jahr nehmen die Bestände noch weiter ab“, erklärt Lars Lachmann, NABU-Vogelschutzexperte, mit Blick auf die zu erwartenden Ergebnisse des Berichtes.

Die Situation in Deutschland unterscheide sich dabei kaum vom allgemeinen EU-Trend, so Lachmann: „Die Gesamtzahl der Agrarvögel hierzulande hat von 1980 bis 2016 um über zehn Millionen Vogelbrutpaare abgenommen.“ Auch in Deutschland hält das Verschwinden der Feldvögel immer noch an. Besonders stark betroffen sind Kiebitz und Rebhuhn. Mit 93 Prozent bzw. 91 Prozent Rückgang seit 1980 haben diese beiden Arten deutschlandweit die stärksten Verluste zu verbuchen.

Dabei ist bekannt, wie eine Trendwende bewirkt werden kann. „Damit ihre Bestände wieder ansteigen, brauchen Rebhühner und andere Feld- und Wiesenvögel vor allem zehn Prozent der jeweiligen Agrarflächen ohne Bewirtschaftung“, sagt Konstantin Kreiser, NABU-Leiter für globale und EU-Naturschutzpolitik. Nur so finden diese Vögel wieder genug Nahrung und können in Ruhe brüten. Wegen der Untätigkeit der Behörden hatte der NABU am 2. Oktober 2020 Beschwerde bei der EU-Kommission gegen Deutschland eingelegt, weil es die EU-Vogelschutzrichtlinie verletzt. „Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs könnte die nichtproduktiven Flächenanteile dann erzwingen.“

Hintergrundinfos zum „State of Nature Report“:

Alle sechs Jahre bündelt der „State of Nature Report“ die Monitoring-Daten aller EU-Länder zum Zustand von geschützten Lebensräumen und Arten, darunter auch alle wildlebenden Vogelarten. Die Bundesregierung hat als Beitrag dazu ihren Nationalen Vogelschutzbericht bereits 2019 an die EU-Kommission übermittelt. Die Daten berücksichtigen die Entwicklungen bis zum Jahr 2016.

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Verschiedenes 

NABU: Elektrogeräte – Entsorgung von Smartphones & Co. soll einfacher werden

Miller: BMU-Entwurf zur ElektroG-Novelle unterstützt zwar das Recycling, tut aber nichts gegen immer mehr Elektroschrott

Berlin, 14.10.2020 – Beim Ausmisten in den letzten Pandemie-Monaten haben sich viele gefragt: Wohin mit meinem lädierten Laptop und ausgepowerten Smartphone? Größere Supermärkte und Lebensmittel-Discounter ab einer Fläche von 800 Quadratmetern sollen nach dem Willen des Bundesumweltministeriums in Zukunft nun genau solche Elektrogeräte unter 50 Zentimetern zurücknehmen müssen. So steht es im ersten Entwurf über die Novelle des Elektro- und Elektronikgerätegesetz, kurz ElektroG, den das Bundesumweltministerium im September vorgelegt hat. Das ist ein erster Schritt in die richtige Recycling-Richtung. Gleichzeitig setzt das geplante Gesetz keine Anreize, um E-Geräte möglichst langlebig und reparaturfreundlich zu gestalten. Gerade die Abfallvermeidung trägt aber besonders zum Klima- und Ressourcenschutz bei. Sie muss beim am schnellsten wachsenden Abfallstrom in der EU ganz oben auf der politischen Agenda stehen.

„Wegen der bisher miserablen Sammelquoten von Elektroschrott in Deutschland ist eine ElektroG-Novelle überfällig. Viel zu viele Altgeräte gelangen bis heute über illegale Wege in den Globalen Süden ohne vernünftige Recyclingstrukturen. Darunter leiden Böden, Umwelt und natürlich besonders die Menschen vor Ort. Können Smartphone und Laptop zukünftig an der Supermarktkasse zurückgegeben werden, erleichtert das die Entsorgung für Verbraucher*innen und erhöht die Recyclingmengen. Das begrüßen wir ausdrücklich“, erklärt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Aber es braucht noch mehr: Wer in Deutschland Elektrogeräte auf dem Markt bringt, sollte diese auch zurücknehmen, egal wie groß die Verkaufsfläche ist. Die geplante Mindestgröße von 800 Quadratmetern, die Läden zur Rücknahme von Kleingeräten verpflichten soll, ist deutlich zu hoch angesetzt. Viele Discounter würden mit ihrem Elektroangebot so durchs Raster fallen. Letztlich muss das Gesetz auch Online-Händler strikter zur Rücknahme verpflichten und Sammelstellen mindestens in jedem PLZ-Gebiet vorschreiben“, so Miller.

NABU-Abfallexperte Sascha Roth kritisiert, wie blind das Gesetz auf dem Auge der Abfallvermeidung ist: „Der Elektroschrott ist die Schattenseite der Digitalisierung. Durch immer neue, immer kurzlebigere Geräte steigt unser Rohstoffbedarf und wir kommen mit dem Recyceln nicht mehr hinterher. Ein ambitioniertes ElektroG würde dieser Entwicklung etwas entgegensetzen.“ Hier lohnt ein Blick ins Nachbarland. „Die Franzosen machen es vor und führen gerade ein Label ein, das Auskunft über die Reparierbarkeit eines Produkts gibt. Auch in Deutschland brauchen wir eine konsequente und transparente Kennzeichnungspflicht, damit sich Verbraucher*innen leichter für reparaturfreundliche Geräte entscheiden. Außerdem müssen wir Second-Hand-Betrieben den Zugriff auf funktionstüchtige Altgeräte erleichtern. Bei diesem Punkt hat sich weniger getan als erhofft. Wir warten bis heute auf eine Verordnung zu diesem Thema“, sagt Sascha Roth.

Die Gesetzesnovelle muss noch Bundeskabinett, Bundesrat und Bundestag passieren, sodass mit einem Inkrafttreten erst 2021 zu rechnen ist. Der NABU fordert diese Institutionen dazu auf, striktere Sammelregeln und bessere Kennzeichnungspflichten zu unterstützen.

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Veranstaltungen 

Freiburg: Angebote des Waldhauses im Oktober

Freiburg: Angebote des Waldhauses im Oktober
Kappler Stollen / Foto: Philipp Schell

Ausstellungsführung am Donnerstag, 15. Oktober:
StadtWaldMensch – 900 Jahre Wald für Freiburg

Wanderung am 24. Oktober:
Pingen, Klusen, Rießen – Spuren historischer Waldnutzung am Schauinsland

Das WaldHaus Freiburg zeigt im Rahmen des Stadtjubiläums noch bis März kommenden Jahres die Ausstellung „StadtWaldMensch“. Die Ausstellungskuratorin und stellvertretende Leiterin des WaldHauses, Dr. Margret Hansen lädt in der Ausstellung am Donnerstag, 15. Oktober, um 16 Uhr, zu einem Streifzug durch die Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Stadtwalds ein. Die Führung ist kostenlos. Im WaldHaus gilt Maskenpflicht. Eine Anmeldung ist bis zum 14. Oktober erforderlich.

Am Samstag, 24. Oktober, organisiert das WaldHaus eine Wanderung auf den Spuren historischer Waldnutzung am Schauinsland. Die Exkursion beginnt mit einer Bergfahrt mit der Schauinslandbahn auf den Gipfel des Freiburger Hausbergs. Von dort wandern die Teilnehmenden gemeinsam mit dem Revierförster Philipp Schell bergab zurück zur Talstation. Unterwegs lernen sie mit ihm Geländespuren zu deuten und erfahren etwas über die Bergbaugeschichte des „Erzkastens“ und seine Bedeutung für die Entwicklung der Landwirtschaft und die historische Waldnutzung am Schauinsland. Gewandert wird in steilem, steinigem, teils weglosem Gelände. Die Wanderung findet bei jedem Wetter statt und es gibt keine Einkehrmöglichkeit. Daher sind „Geländegängigkeit“, gutes Schuhwerk, wetterangepasste Kleidung sowie ein Vesper und Getränke unbedingt erforderlich. Treffpunkt für die Wanderung ist um 9.30 Uhr an der Talstation Schauinslandbahn. Die Wanderung dauert ungefähr 4 Stunden. Referent ist Revierförster Philipp Schell. Die Veranstaltung ist kostenfrei, die Bahnfahrt zahlt jeder vor Ort. Eine Anmeldung ist bis spätestens 16. Oktober erforderlich.

In Kooperation mit dem Städtischen Forstamt Freiburg

Das Waldhaus (Wonnhaldestraße 6) ist dienstags bis freitags 10 bis 17 Uhr, sonn- und feiertags mit Café 12 bis 17 Uhr geöffnet. Anmeldung und Info unter Tel. 0761/89647710, info@waldhaus-freiburg.de.

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Verschiedenes 

Terra Madre Salone del Gusto: Biokulturelle Vielfalt ist politisch

Terra Madre Salone del Gusto: Biokulturelle Vielfalt ist politisch
(c) Slow Food Archiv

Am 8. Oktober 2020 startet die internationale Slow-Food-Veranstaltung Terra Madre Salone del Gusto. Das weltweit agierende Slow-Food-Netzwerk trifft sich alle zwei Jahre zu ihrer größten Veranstaltung, um konkrete Lösungen für ein nachhaltiges Ernährungssystem zu entwerfen und zu diskutieren. Aufgrund von COVID-19 wird Terra Madre 2020 nicht wie gewohnt als 5-tägige Konferenz im italienischen Turin stattfinden. Stattdessen gestaltet Slow Food eine sechsmonatige Veranstaltungsreihe bestehend aus digitalen Angeboten und Präsenzveranstaltungen. Mit dem Fokus auf „Biokulturelle Vielfalt“ wird Slow Food Deutschland (SFD) sich umfangreich beteiligen. Der Auftakt findet am 8.10. in Berlin statt.

Unsere Ernährung ist ins Zentrum des politischen und gesellschaftlichen Interesses gerückt. Denn sie ist gemeinsames Leitthema der drei großen Krisen, die das Leben der Menschen weltweit bestimmen: die Klimakrise, der Biodiversitätverlust und die Corona-Pandemie. Als zivilgesellschaftlicher Akteur der Ernährungswende setzt Slow Food sich für die Bewältigung aller drei Krisen ein, wobei für die Bewegung die alles entscheidende Lösung in der größeren Wertschätzung und dem Erhalt der biokulturellen Vielfalt liegt. Biodiversität ist die Grundlage für die Stabilität des Lebens auf der Erde und sichert unsere Ernährung. Deshalb steht sie zwischen Oktober 2020 und März 2021 im Fokus der Vereinsaktivitäten zu Terra Madre in Deutschland.

Für Slow Food ist Vielfalt nicht nur biologisch, sondern auch kulturell: Aus lokalen Sorten und Arten, Klima und Böden entwickeln sich landwirtschaftliche Praktiken, kulinarische Traditionen und Begrifflichkeiten, die unser soziokulturelles und wirtschaftliches Miteinander prägen. Wollen wir unterschiedliche Geschmäcker, Aromen, Farben und Formen genießen und Rezepte, die wir mögen bewahren, dann müssen wir die biologische Vielfalt, das Netzwerk des Lebens, schützen. Auch als Gesellschaft in Netzwerken zu denken und zu handeln, ist dafür Voraussetzung. Das digitale Format des diesjährigen Terra Madre Salone del Gusto ermöglicht es, noch mehr engagierte Menschen weltweit miteinander zu verbinden. Unter dem Motto „Denken, schmecken, Welt bewegen“ können Verbraucher*innen Online-Angebote wie Vorträge, Workshops, Verkostungen sowie Präsenzveranstaltungen wahrnehmen, sich informieren, mitdiskutieren, Vielfalt mit ihren Sinnen erkunden. Dafür bringt SFD gemeinsam mit seinen über 80 Regionalgruppen Verbraucher*innen mit Expert*innen aus Landwirtschaft, Fischerei, Handwerk, Gastronomie und Wissenschaft zusammen.

In Deutschland startet Terra Madre am 8.10. in Berlin. Vertreter*innen der Organisationen Slow Food Deutschland, Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Good Food Good Farming!-Bündnis und Hauptstadtgarten.de diskutieren ihre Forderungen an die Politik, Rahmenbedingungen und Anreize für Vielfalt auf dem Acker und auf dem Teller zu schaffen. Denn biokulturelle Vielfalt ist politisch, ihr Schutz eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Dazu Nina Wolff, amtierende SFD-Vorsitzende: „Als Bewohner*innen eines Planeten, der sich zunehmend als Patient darstellt, erkennen immer mehr Menschen die große Bedeutung unserer Ernährungsweise, vor allem aber auch der Weichenstellungen der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU, für den Schutz unserer Vielfalt. Die hohe Aufmerksamkeit und das Problembewusstsein möchten wir als Chance für einen Wandel nutzen. Gemeinsam mit anderen wichtigen Akteur*innen der Ernährungswende werden wir an diesem Abend Ziele und Wege hin zu einer wirklich zukunftsfähigen Ernährungspolitik ausloten“.

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