Grüne Quellen
Sonntag, 22. September 2019 Uhr

 
ProlixLetter
Mittagstisch
Prolix-Gastrotipps
Prolix-Studienführer
Ökoplus Freiburg
56plus
lesen-oder-vorlesen
wodsch

 

 
Kontakt
Werbung
Disclaimer
Datenschutzerklärung
Impressum
 
Prolix-Verlag
 
oekoplus-freiburg.de
Guten Mittag liebe Besucher unserer Webseite!
 
In Ergänzung unserer Webseite oekoplus-freiburg.de möchten wir hier nach Stichworten sortiert Adressen und Tipps für ein ökologisches Miteinander zusammentragen.
 
Wir laden jeden Besucher ein, weitere Tipps und Informationen mit unserem kostenlosen ProlixLetter zu abonnieren: Bestellung auf der Webseite www.prolixletter.de in der rechten Spalte oben.
 
Sollten Sie Fragen, Anregungen oder Verbesserungsvorschläge zu dieser Webseite haben, nehmen Sie bitte per eMail mit uns Kontakt auf. Wir sind offen und für jeden Hinweis dankbar!
Viel Spaß auf unseren Seiten wünscht Ihnen
 
 
Ihre Prolix Redaktion


Veranstaltungen 

Zahl des Monats: 30.000 Einzelaugen kann das Auge einer Libelle haben

Mitmachen und Insekten zählen: NABU-Insektensommer vom 31. Mai bis 9. Juni und vom 2. bis 11. August

Berlin – Wirklich auffällig sind die großen Facettenaugen, die bei einigen Libellenarten aus bis zu 30.000 Einzelaugen bestehen. So nehmen sie schnell bewegende Beutetiere wahr und können ihre Spur aufnehmen. Zwischen den Komplexaugen liegen auf der Kopfoberseite außerdem drei kleine Punktaugen, die als Gleichgewichtsorgan und zur Kontrolle schneller Flugbewegungen dienen.

Libellen beobachten und melden – das geht auch wieder beim NABU-Insektensommer. Mit der Mitmachaktion will der NABU die kleinen, fleißigen Helfer unserer Ökosysteme näher in den Fokus rücken. Der „Insektensommer" ist eine bundesweite Aktion, um eine kontinuierliche Erfassung der Insekten zu etablieren. Die Meldeaktion ist die erste Zählung dieser Art, 2018 fand sie zum ersten Mal statt. Die Beobachtungen können unter www.insektensommer.de gemeldet werden – oder über die kostenlose NABU-App „Insektenwelt“ für iOS und Android. Sie enthält über 120 in Deutschland häufige vorkommende Arten.

Mehr







Veranstaltungen 

Karlsruhe: Offene Pforte: Schildkröten und Koniferen

Private Gärten laden zur Besichtigung

Einen großen Teich mit reichem Frosch- und Fischleben können Naturliebhaber und Blumenfreunde am Samstag, 18. Mai, in Grötzingen erleben. Dort lädt ein etwa 700 Quadratmeter großer Hausgarten Im Brühl 6 von 10 bis 17 Uhr mit Magnolie, Essigbaum und Seerosen zur Besichtigung ein. Kois und Goldfische sowie japanische Steinleuchten bestimmen ebenso das Gartenflair wie Rosen und Beeren.

Zur gleichen Zeit öffnet auch ein Beiertheimer Garten in der Karolinenstraße 10 seine Tore, der zusätzlich noch einmal am Samstag, 27. Juli, zu besichtigen sein wird. Als Teil eines Blockinnenhofs bietet er Auslauf für die kleinen im Beiertheimer Idyll beheimateten Schildkröten und beherbergt Pflanzenkübel und ein Bonsaibeet.

Ebenfalls am 18. Mai gibt es in der Neureuter Kirchhofstraße 11 von 11 bis 18 Uhr einen frühsommerlichen Garten mit Keramiken zu sehen. Nußbaum, Teich und Sitzplatz bilden ein eindrucksvolles Ensemble vor mächtiger Koniferenkulisse. Stauden Gräser und Nutzpflanzen wie Kiwis und Tomaten sind Teil der Anlage.

Schließlich steht am Sonntag, 19. Mai, ein Blockinnenhof in der Südstadt offen. Von 14 bis 18 Uhr lässt sich an der Ecke von Augarten-, Gervinus-, Scherr- und Sybelstraße eine Ruheoase besichtigen. Der grüne Hofraum mit vielen Obstbäumen, einem Kräuerbeet und mehr als sechzig Jahre alten Rosenstöcken belebt neben Stauden- und Sommerblütenflor die Pflanzen- und Tierwelt. Gepflegt wird das Idyll von mehreren Anwohnern des um 1900 errichteten Häuserkarrees.

Details zu allen Gärten und Terminen gibt es auch online ...

Mehr




Verschiedenes 

Bunte Vielfalt in Karlsruher Blühwiesenmischung

Bunte Vielfalt in Karlsruher Blühwiesenmischung
Saatguttütchen: Die Karlsruher Blühwiesenmischung / Foto: Stadt Karlsruhe

Stadt gibt Tütchen mit Samen bei Veranstaltungen aus / Auch an Rathauspforte erhältlich

Blühmischungen auszubringen ist eine tolle Sache. Mit ein paar Handgriffen und etwas Pflege lässt sich auch mitten in der Stadt eine kleine Blütenwiese zur Förderung der Insektenwelt heranziehen. Doch leider sind viele Blühmischungen auf dem Markt oder werden kostenlos ausgegeben, deren Artenzusammensetzung aus ökologischer Sicht nicht positiv ist und mit deren Ausbreitung sogar Schaden verursacht werden kann. So konnten in einzelnen Mischungen bereits allergene Pflanzen, wie Ambrosia nachgewiesen werden. Andere Blühmischungen enthalten Neophyten, also Pflanzenarten, die in unsere Region normalerweise gar nicht vorkommen. Richtig problematisch wird es, wenn sich ein solcher Neophyt stark ausbreitet und heimische Pflanzenarten unterdrückt.

Das Liegenschaftsamt, das Amt für Umwelt- und Arbeitsschutz und das Gartenbauamt geben nun gemeinsam die "Karlsruher Blühwiesenmischung" heraus. Sie ist speziell auf die Bedingungen hier in der Stadt abgestimmt. Das heißt, sie enthält nicht nur Pflanzenarten, die für unsere Region typisch sind und hier natürlich vorkommen, sondern das Saatgut wurde sogar im Herkunftsgebiet um Karlsruhe gewonnen. Man spricht dabei von gebietsheimischem oder autochthonem Saatgut.

Die Karlsruher Blühwiesenmischung soll nun auf verschiedenen Infoveranstaltungen der Stadt, wie zum Beispiel am Naturtag am 10. Mai auf dem Friedrichsplatz, ausgegeben werden. Einzelne Tütchen sind bis Ende Mai wochentags im Rathaus am Marktplatz an der Pforte zwischen 8 Uhr bis 17 Uhr kostenlos erhältlich.





Verschiedenes 

Karlsruhe: Wiesenspaziergang in Hohenwettersbach

Intakten Lebensraum genießen

Zum Wiesenspaziergang nach Hohenwettersbach am 19. Mai laden Bürgermeisterin Bettina Lisbach und Gartenbauamtschefin Cornelia Lutz interessierte Bürgerinnen und Bürger ein.

Während des rund zweistündigen Spaziergangs entlang des Ortsrandes soll die Aufmerksamkeit insbesondere der Pflanzenvielfalt auf den Wiesen gelten, fachlich begleitet von Thomas Breunig vom Institut für Botanik. Nicht nur die landwirtschaftlich genutzten Wiesen der an Hohenwettersbach angrenzenden Gewanne, sondern auch die extensiv gepflegten öffentlichen Grünflächen am Ortsrand bieten viele Erkenntnisse. Blühende Wiesen sind unter anderem für viele Insekten Lebensraum. Informationen hierzu steuert das Staatliche Museum für Naturkunde Karlsruhe im Rahmen des Projekts "Stadt.Wiesen.Mensch" bei. Nicht zuletzt haben Wiesen für die erholungssuchende Bevölkerung eine wichtige Bedeutung.

Treffpunkt ist um 10.30 Uhr am Rehbuckel, Abzweigung Zweibrückener Straße, erreichbar ab Haltestelle Zündhütle mit der Bus-Linie 24 bis Haltstelle Tiefentalstraße. Von dort sind es knapp zehn Minuten zu Fuß in nordöstliche Richtung.





Veranstaltungen 

Mehr Klimaschutz !

Praktische Wege für mehr Klimaschutz stehen im Brennpunkt des Samstags-Forums Regio Freiburg am Samstag 18. Mai 2019 10:15 Uhr in der Universität, Stadtmitte, Platz der Universität, Kollegiengebäude 1, Hörsaal 1098. Über "Freiburg: Ziel Klimaneutral. Förderung und Vorhaben für Stadt und Bürgerschaft" berichtet Dr. Sandra Hook, Abteilungsleiterin Klimaschutz der Stadt Freiburg. "Aktiv für die Bürgerschaft. Klimaschutz und Energiewende" ist Thema von Philipp Oswald, Klimaschutzmanager des Landkreises Emmendingen. Über 20 Freiburger und regionale Natur- und Umweltschutzvereinigungen sowie der Studierendenrat der Universität laden ein. Der Eintritt ist frei. Schirmherrin ist die Freiburger Umweltbürgermeisterin Gerda Stuchlik.

Hinweise: Dr. Hook ist die neue Abteilungsleiterin Klimaschutz der Stadt Freiburg.

Das Samstags-Forum Regio Freiburg geleitet von ECOtrinova e.V., erhielt bereits mehrere Preise und Anerkennungen, u.a. 2014 offizielles Projekt der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung, 1. Preis Umweltschutz Stadt Freiburg/Br. 2011, 2. Platz Echt gut! Ehrenamt Baden-Württemberg 2009.





Verschiedenes 

Hintergrund: Artensterben Oberrhein

Hintergrund: Artensterben Oberrhein
Quelle: BUND Südlicher Oberrhein

Heute (6. Mai) wird die IPBES, der UN-Weltrat für biologische Vielfalt, seinen neuen Report veröffentlichen. Das ist Grund genug das Thema auch auf der regionalen Ebene darzustellen.

Die Ursachen für das große globale und regionale Artensterben und für den Klimawandel sind vielfältig und doch lassen sie sich zu einem Bild zusammenfügen. Wir leben in einer Zeit der global organisierten Gier und einer Endzeit exponentiellen wirtschaftlichen Wachstums im begrenzten System Erde und verwandeln die vielfältige Welt in eine große einheitliche Fabrik. In eine Agrar-Fabrik, eine Fabrik-Fabrik, eine Konsum-Fabrik und eine Wohn-Fabrik, in der zunehmend übersättigte Menschen immer unzufriedener werden. Wir zerstören die Erde für dummen Überkonsum und der Rest der Welt will genauso verschwenderisch leben wie wir. Die meisten der angebotenen Problemlösungsansätze von Politik und Medien sind "putzig" angesichts der Dimension der Probleme. In Friedenszeiten werden in Deutschland die Rüstungsausgaben auf 85 Milliarden Euro (85.000.000.000) verdoppelt und die Überlebensausgaben (Artensterben, Klimakatastrophe) werden vernachlässigt.

Die Artenvielfalt ist nicht nur in Europa und in weit entfernten, exotischen Ländern bedroht,
sondern auch hier vor unserer Haustür, am Oberrhein, in Südbaden und im Elsass. Darum wollen wir Ihre Aufmerksamkeit auch auf bedrohte Feldlerchen und Rebhühner, auf den vom Aussterben bedrohten großen Brachvogel und den Kiebitz lenken, auf die Verrummelung der Natur am Feldberg und im Taubergießen, auf die Gefährdung der Naturschutzaspekte des Integrierten Rheinprogramms und auf das aktuelle, klimabedingte Waldsterben. Raubbau an Natur und Umwelt, insbesondere durch Agrargifte und den enormen Flächenverbrauch war und ist immer auch ein Thema in der so genannten „Ökoregion“ am Südlichen Oberrhein und die Probleme nehmen massiv zu.

Der Schwarzwald mit seinen Vorbergen,
die Vogesen, der Kaiserstuhl, die Rheinauen, die Elzwiesen und das elsässische Ried: Manche Gebiete am Oberrhein gehören zu den schönsten und wertvollsten Naturlandschaften Europas, mit einer faszinierenden und reichhaltigen Flora und Fauna.

Die letzten Jahrzehnte
waren keine gute Zeit für die Artenvielfalt am Oberrhein, in Südbaden und im Elsass. Die größten Landschaftszerstörungen gab und gibt es insbesondere in der Rheinebene. Durch den Druck der Globalisierung auf die immer noch kleinräumige, südbadische Landwirtschaft werden die Naturflächen kleiner und zerstückelt, Bäume und Hecken werden weniger. Flächenverbrauch, Zersiedelung und Verscheußlichung der Landschaft haben massiv zugenommen und gehen ungebremst weiter. Dazu kommen immer neue Straßen, der klimaschädliche Autobahnausbau und auch die geplante neue Bahntrasse wird massive Naturverluste bringen, die auch durch sogenannte „Ausgleichsmaßnahmen“ nicht kompensiert werden können. Der menschengemachte Klimawandel zerstört im Elsass und in Baden die Wälder. Während an anderen Stellen der Republik die Bevölkerung bereits abnimmt, hält der Flächenverbrauch in der Region zwischen Schwarzwald und Vogesen an. Durch die Metropolregion Oberrhein und die Wucherungswünsche der Politik werden sich die Probleme noch verstärken.

Die Tendenz zur industriellen Landwirtschaft
führt in Südbaden zu einer zunehmenden, großflächigen Maismonokultur. Wo früher eine artenreiche Acker-, Wiesen- und Streuobstlandschaft war, steht heute häufig giftgeduschter Mais. Viele der in der Landwirtschaft eingesetzten Spritzmittel und Gifte sind ein Grund für den massiven Rückgang der Artenvielfalt auf Ackerböden und in deren Umgebung. Erschreckend ist die Fernwirkung von Gift und Dünger, bis in weit entfernte Naturschutzgebiete hinein. Wir leben in Zeiten, in denen es den Bienen in den Städten besser geht als auf dem Land.

Vogelsterben
Feldlerche und Rebhuhn, Grauammer und Wachtel, einst häufige Arten in der Agrarlandschaft, sind in vielen Gebieten der Rheinebene bereits verschwunden. Der große Brachvogel und der Kiebitz stehen hier vor dem Aussterben und die Bestände des Feldhasen gehen drastisch zurück. Die Insektenvergiftung führt zum Vogelsterben und nicht nur Schwalben hungern.

Besserung ist nicht in Sicht, die monotone Maissteppe und intensive Sonderkulturen dringen immer weiter in die Täler des Schwarzwalds und des Kaiserstuhls vor. Unsere Landwirtschaft konkurriert auf einem globalisierten Agrarmarkt im Rahmen des Freihandels mit Ländern wie Kanada. Eine immer noch erfreulich kleinräumige Landwirtschaft, z.B. in Südbaden, konkurriert auf dem gleichen Markt wie die giftdominierte, großindustrielle Landwirtschaft in den USA. Wenn nur noch der Preis und die Ideologie des „freien Marktes“ zählen, dann haben Insekten, Vögel, Hecken, aber auch die Mehrzahl der Landwirte selber keine Chancen. Die Naturschutzbewegung ist nicht der Feind der Landwirtschaft, sondern die potentiell Verbündete einer naturnäheren, giftärmeren, nachhaltigen und somit auch moderneren und zukunftsorientierten Landwirtschaft.

Auch in südbadischen Gärten wird wieder heftig "gegiftet"
Die aktuelle Buchsbaumzünzler-Bekämpfung in den Gärten wird häufig mit Neonicotinoiden durchgeführt. Zur Zeit gibt es in vielen Gärten wieder richtige "Gift-Orgien" wie in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Auch die "Versteinerung" der Gärten nimmt zu.


Einige ausgewählte Problemfelder in Sachen Natur & Naturschutz am Oberrhein und im Schwarzwald

Natur und Naturschutzgebiete
am Oberrhein sind einer immer stärkeren Kommerzialisierung und Verwertung ausgesetzt. Natur ist für viele Lokalpolitiker nur gut, wenn sie auch viel Geld bringt und vermarktbar ist. Das führt zu einer zunehmenden "Verrummelung" der wertvollsten Gebiete. Gerade der Feldberg und das Naturschutzgebiet Taubergießen sind besonders stark betroffen. Der Griff des Europaparks nach dem Taubergießen, die Seilbahnpläne und die Unterwürfigkeit von Behörden und Politik gegenüber dem mächtigen Park zeigen dies überdeutlich.

Wiesen und Weiden
Die beginnende weltweite Energiekrise und der damit verbundene Energiehunger beeinflusst auch die Wiesen und Weiden am Oberrhein. In der Rheinebene wurden immer mehr Wiesen umgebrochen und durch eine Maiswüste für Energiemais ersetzt. Im Schwarzwald werden immer mehr Wiesen totgedüngt, um möglichst viel Gras für die Biogasanlagen zu erzeugen. Dieser Zerstörungsprozess bedroht alle Arten, die lebendige, vielfältige Wiesen brauchen.

Insektensterben, auch in den Naturschutzgebieten am Kaiserstuhl
„Ich untersuche die Tag- und Nachtfalter in der Oberrheinebene seit 30 Jahren regelmäßig und sowohl die Artenzahlen als auch die Faltermengen gehen insgesamt stark zurück. Es fällt auf, dass auch Wiesen, die selbst nicht zerstört wurden, aber in der Agrarlandschaft unmittelbar den Randeinflüssen der gespritzten Kulturen ausgesetzt sind, nur noch von wandernden Faltern besucht werden. Wiesen im Wald sind oft noch nicht so betroffen. Die bunten Wiesen der Hochwasserdämme in der Aue sind vom Wald abgeschirmt und geschützt und darum immer noch Falter-reich. Im Kaiserstuhl haben sich einige Arten nur noch in den windgeschützten Tälern gehalten. Da wundert man sich natürlich nicht, dass neben Schmetterlingen und anderen Insekten auch Singvögel und Fledermäuse selten werden.“ sagt Jörg-Uwe Meineke, Schmetterlingsexperte und ehemaliger Leiter des Referats für Naturschutz und Landschaftspflege im Regierungspräsidium Freiburg

Amphibien
Das globale Amphibiensterben hat auch den Oberrhein erreicht. Die Bestandszahlen einheimischer Amphibien sind rückläufig.

Elz, Dreisam, Glotter, Kinzig, Rench, Schutter...
In der Vergangenheit wurden die meisten Mittel- und Unterläufe unserer Bäche und Flüsse zu geradegestreckten, kanalisierten, naturfernen Kanälen umgebaut. Die landschaftsprägenden Gewässer unserer Heimat könnten durch geeignete Maßnahmen, insbesondere durch Dammrückverlegungen, ökologisch aufgewertet, renaturiert und zu grünen Bändern werden, die Rheinauen und Schwarzwald natürlich verbinden. Hier gibt es -auch durch Druck des BUND- erste, kleine Fortschritte, doch leider auch Widerstand gegen sinnvolle Projekte.

Gefährdetes Naturschutzgebiet Taubergießen
Der Oberrheinausbau von 1960–1970 hat das Naturschutzgebiet stark verändert und die Hauptwassermenge wurde zur Stromgewinnung über einen Seitenkanal mit Staustufe abgeführt. Abgetrennt von Rhein und Leopoldskanal lag der Taubergießen jahrzehntelang abgesperrt von der dynamischen Kraft des Hochwassers. Sinnvollerweise wurden an einigen Stellen des Leopoldskanals die Dämme abgesenkt und neue Dynamik kam ins Naturschutzgebiet. Doch politischer Druck hat dazu geführt, dass die Dämme, gegen jede ökologische Vernunft, wieder erhöht wurden.

Debatte von Schein- und Nischenproblemen
In vielen Bereichen werden auch am Oberrhein in Sachen Umwelt & Naturschutz industriegelenkte Schein- und Nischendebatten geführt. Über die jährlich ca. 100.000 von Windrädern getöteten Vögel in Deutschland wird interessengeleitet viel berichtet. Doch alleine an Glasscheiben sterben 18 Millionen Vögel jährlich. Von der Hauptursache des Vogelsterbens, dem giftverursachten Insektensterben, wird mit diesen gut organisierten Nischendebatten gezielt abgelenkt. Der Klimawandel wird das Artensterben massiv beschleunigen und nicht der Ausbau der zukunftsfähigen Energiequellen. Immer mehr "Bürgerinitiativen" verfolgen mit vorgeschobenen Naturschutzargumenten teilweise vollkommen andere Ziele.

Natürlich werden auch am Oberrhein neue Naturschutzgebiete ausgewiesen.
Der 28. November 2013 war ein guter Tag für Natur, Umwelt und Baden Württemberg. Der Landtag von Baden-Württemberg beschloss mit 71 zu 63 Stimmen endlich das Gesetz zur Errichtung eines Nationalparks Schwarzwald. FDP und CDU stimmten gegen Natur und Nationalpark. Gemeinsam mit Sägern, Jägern und Bürgerinitiativen und vorgeschobenen "Naturschutzargumenten" hatten sie den Nationalpark massiv bekämpft.
Doch während kleine Naturschutzgebiete (manchmal) unter öffentlichem Beifall eingeweiht werden, verschwinden gleichzeitig wesentlich größere Flächen unter Beton und Asphalt. Fahren Sie einmal mit offenen Augen auf der B3 von Offenburg nach Freiburg: Es entsteht ein durchgängiger, gesichtsloser Siedlungsbrei. Auf der Gesamtstrecke von 68 km bleiben zwischen 50,3 km Siedlungsflächen nur noch 17,7 km Freiraum.

Gerade auch am Oberrhein gilt: “Der Naturschutz arbeitet am kleinen Detail, die Naturzerstörer arbeiten am großen Ganzen”.

Die Vogelstimmen werden weniger, die
Klingeltöne der Handys nehmen zu.

Es scheint weltweit ein Nivellierungsprinzip zu geben, nach dem die wertvollen, einzigartigen Landschaften so lange vermarktet werden, bis aus Schönheit Mittelmaß (oder weniger) wird.

Nur in wenigen Bereichen am Oberrhein, in Südbaden und im Elsass
gibt es positive Entwicklungen. Wir freuen uns über den erkämpften Nationalpark Nordschwarzwald, die Rückkehr der Lachse und der Biber, die Wildkatzen am Kaiserstuhl und die langsam anlaufenden Renaturierungsmaßnahmen an Elz, Dreisam und Kinzig. Zu den regionalen Gewinnern der vergangenen Jahre gehören auch Bienenfresser, Wiedehopf, Zaunammer, Alpensegler, Storch, Steinkauz, Wanderfalke und Graureiher. Das kompensiert aber nicht ansatzweise die großen Verluste.

Die Hauptprobleme, Flächenverbrauch und die Vergiftung der Natur durch Agrargifte, werden nur in winzigen Nischen symbolhaft angegangen. Viel zu zaghaft werden Naturschutzgebiete ausgewiesen und kleine Teilstücke der kanalisierten Flüsse und Bäche renaturiert. Wir freuen uns, dass 2017 das Biosphärengebiet Schwarzwald von der UNESCO anerkannt wurde. Doch uns ist aufgefallen, dass bei den Feierlichkeiten und den offiziellen Reden das Wort "Natur" fast nicht vorkam.

Zunehmende Verrummelung
bedroht auch die letzten Naturschutzgebiete. Das abschreckendste Beispiel für die Verrummelung naturnaher Gebiete am Oberrhein ist der schönste Berg des Schwarzwaldes, der Feldberg. Der Erholungsdruck nimmt massiv zu und die Feldbergisierung des Schwarzwaldes schreitet voran. Oder besuchen Sie einmal an einem schönen Wochenende das Naturschutzgebiet Taubergießen oder den inneren Kaiserstuhl...

Ordnung & Sauberkeit contra „wilde“ Natur
Bei vielen großen Konfliktthemen im Naturschutz am Oberrhein und im Schwarzwald schimmert immer wieder eine deutsche Urangst hervor. Es ist die große Angst vor Veränderung und Unordnung. Das beginnt im Kleinen, beim sauber auf- und ausgeräumten Garten, in dem kein Vogel mehr einen Brutplatz findet. Es geht weiter mit der auf- und ausgeräumten Kulturlandschaft, wo Hochstammbäume und Hecken in der Maissteppe nichts mehr zu suchen haben. Ein Wald, der sich „ungeplant und nicht von Menschen gesteuert“ verändert, eine neu entstandene Kiesbank nach einem Hochwasser im Taubergießen... solche Veränderungen oder gar „Wildnis“ lösen tiefsitzende Ängste aus. Ein „aufgeräumter, sauberer“ Schwarzwald, versteinert Vorgärten und eine zugemaiste Ebene sind dann die Ergebnisse solchen Denkens.

Um die letzten und wertvollsten Gebiete und Arten zu erhalten
müssten eigentlich immer mehr "Rühr-mich-nicht-an"-Schutzgebiete ausgewiesen werden. Es gibt ein unauflösbares Dilemma zwischen der Notwendigkeit, die bedrohten Arten zu schützen und dem Wunsch, Menschen an die Natur heranzuführen. Ein großes Problem bei zu wenigen naturnahen Gebieten ist die übertriebene Kommerzialisierung aller Lebensbereiche und damit auch des „Naturerlebens“. Der beginnende Profi-Paddeltourismus in den Rheinauen ist nur ein Beispiel für diese Entwicklung.

Noch finden sich am Oberrhein einzigartige und wertvolle Naturlandschaften mit seltenen, manchmal stark gefährdeten Tieren und Pflanzen. Dass Wiedehopf, Storch, Smaragdeidechse und Küchenschelle am Oberrhein vorkommen, ist nicht zuletzt das Verdienst ehrenamtlichen Engagements und einer engagierten, politisch leider geschwächten Naturschutzverwaltung. Jahr für Jahr kommen tausende Menschen an den Kaiserstuhl, um den farbenprächtigen Bienenfresser, die Gottesanbeterin und seltene Orchideen zu bewundern.

Wir wollen aufzeigen,
dass Artenvielfalt und Schutz der Natur immer auch dem Menschen nützen. Zersiedelung, Flächenverbrauch, Verlärmung, Monokulturen und Natur- und Umweltzerstörung bedeuten eben nicht nur Verlust von Artenvielfalt, sondern auch Verlust an Lebensqualität. Das Artensterben kann nicht losgelöst von unserer globalen Raubbauwirtschaft betrachtet werden. Wir wollen Vielfalt statt Einfalt und Biodiversität statt Monokultur. Angesichts der Dramatik der Situation dürfen wir uns nicht mit den von der Politik angebotenen Nischen und Spielwiesen zufrieden geben.


Der Naturschutz muss
- nicht nur in Baden und im Elsass -
kreativer und kämpferischer werden!

Unser Dank geht an die Menschen, die sich im Naturschutz engagieren. An Naturschützerinnen und Naturschützer in Verbänden und Vereinen, aber auch in den Naturschutzbehörden. An alle, die mit Sense, Spaten, Rechen, Ziege, Spende, Leserbrief und Computer dazu beitragen, dass die Natur am Oberrhein auch für die Zukunft erhalten bleibt.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer

Mehr




Veranstaltungen 

Weniger Amseln durch Hitze und Dürre?

NABU ruft vom 10. bis 12. Mai wieder zur "Stunde der Gartenvögel" auf

Berlin – Dürre schon im Frühjahr – was bedeutet das für die heimische Vogelwelt? Wie sich das trockenheiße Jahr 2018 und das bisher niederschlagsarme Frühjahr auf die Bestände auswirkt, wird die „Stunde der Gartenvögel“ zeigen. Der NABU ruft gemeinsam mit seinem bayerischen Partner, dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) vom 10. bis 12. Mai dazu auf, eine Stunde lang die Vögel im Garten oder Park zu zählen.

„Wir erwarten unterschiedliche Auswirkungen auf die einzelnen Vogelarten“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller, „so hatten Haussperlinge 2018 offenbar gute Bruterfolge, weil durch das warme Wetter keine Jungvögel an Unterkühlung sterben konnten und vergleichsweise viele Insekten zu finden waren. Amsel und Singdrossel, die ihre Nahrung – Schnecken und Würmer – am liebsten im feuchten Boden suchen, hatten dagegen wohl kein gutes Jahr.“

Die Amsel steht bei der diesjährigen Vogelzählung ohnehin ganz besonders im Fokus. „Sie kommt in über 95 Prozent der Gärten vor und ist damit Deutschlands am weitesten verbreiteter Gartenvogel“, so NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann, „Der Supersommer 2018 war für diese Art auch aus einem anderen Grund eine echte Katastrophe. Durch die langanhaltende Wärme konnte sich das durch Stechmücken übertragene tödliche Usutu-Virus in fast ganz Deutschland verbreiten.“ Vor allem im Norden fielen großen Teile der Amselpopulation der Krankheit zum Opfer. Die anstehende „Stunde der Gartenvögel“ wird zeigen, wie sich Usutu auf die Amselbestände in den einzelnen Regionen Deutschlands auswirkt.

Wie sich die Vogelbestände in unseren Dörfern und Städten insgesamt über die Jahre entwickelt haben, zeigt die Auswertung aus 15 Jahren „Stunde der Gartenvögel“, die jetzt als Broschüre erschienen ist. Unter www.NABU.de/15-jahre-sdg kann man sie downloaden.

Im vergangenen Jahr hatten fast 57.000 Vogelfreunde mitgemacht und Ergebnisse aus über 37.000 Gärten gemeldet. Gemeinsam mit der Schwesteraktion, der „Stunde der Wintervögel“ handelt es sich damit um Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmach-Aktion.

Und so funktioniert es: Von einem ruhigen Plätzchen im Garten oder vom Zimmerfenster aus wird von jeder Vogelart die höchste Anzahl notiert, die am Zählwochenende im Laufe einer Stunde entdeckt wird. Die Beobachtungen können online unter www.stundedergartenvoegel.de oder mit der kostenlosen App NABU Vogelwelt gemeldet werden. Meldeschluss ist der 20. Mai. Eine kostenlose Rufnummer zum Melden ist am 11. Mai, von 10 bis 18 Uhr geschaltet: 0800-1157115.

Aktuelle Zwischenstände und erste Ergebnisse sind ab dem ersten Zähltag auf www.stundedergartenvoegel.de abrufbar und können mit vergangenen Jahren verglichen werden.

Wer schon vor der „Stunde der Gartenvögel“ spielerisch das Erkennen von Arten üben will, kann dies mit dem neuen Online-Learning-Tool NABU Vogeltrainer unter www.vogeltrainer.de machen. Hier werden 15 häufige Gartenvögel vorgestellt.

Für kleine Vogelexperten hat die NAJU die „Schulstunde der Gartenvögel“ (6. bis 10. Mai) ins Leben gerufen. Ein NAJU-Aktionspaket versorgt teilnehmende Gruppen und Schulklassen mit Zählkarten, einem „Vogelbüchlein für die Hosentasche“ für jedes Kind, einem NAJU-Poster, auf dem Kinder die häufigsten Vogelarten in Deutschlands Gärten und ihre Besonderheiten kennenlernen, sowie einem Begleitheft.

Mehr




Verschiedenes 

Karlsruhe: Kooperation mit Marokko zu Energie und Mobilität

Karlsruhe: Kooperation mit Marokko zu Energie und Mobilität
Delegation aus Marokko besucht VBK-Betriebshof / Foto: KVV

OB empfängt Delegation aus Casablanca / Regionale Unternehmen stellen sich vor

Marokko ist Brückenkopf zwischen Europa und Afrika und plant künftig verstärkt in seine Infrastruktur zu investieren. Aktuell werden Kooperationspartner für Maßnahmen im Bereich erneuerbarer Energien und nachhaltiger Mobilität gesucht. Gefördert wird dieses Vorhaben unter anderem durch Finanzierungsinitiativen der KfW-Bank, die im Auftrag der Bundesregierung Anstrengungen zur internationalen Energiewende unterstützt.

Gemeinsam mit Vertretern der KfW-Bank besuchte deshalb unlängst Mustapha Bakkoury, Vorstandsvorsitzender der marokkanischen Solar Energy Agency und Ratsvorsitzender der Region Casablanca-Settat (etwa sieben Millionen Einwohner), die Fächerstadt, um sich über die innovative Tätigkeit der zahlreichen hiesigen Unternehmen und Institutionen aus den Bereichen Energie und Mobilität zu informieren. Organisiert und unterstützt wurde das Treffen vom EnergieForum Karlsruhe, begleitet wurden die Gäste von Karlsruhes Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup.

In der Hauptgeschäftsstelle der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) informierten sich die Besucher über das sogenannte Karlsruher Tram-Train-Modell, das Straßenbahn und Eisenbahn verbindet. Hier zeigte zudem die TransportTechnologie-Consult Karlsruhe GmbH wie sich urbane Mobilität mit modernen Planungstools gestalten lässt. Anschließend präsentierten die VBK das neue Tram-Modell ET 2010, das die Gäste in einer Sonderfahrt zum Netzwerkpartner PTV AG brachte. Im virtuellen Mobility Lab der PTV wurden innovative Lösungen für komplexe Verkehrssituationen aus allen Regionen der Welt gezeigt. Auch Vertreter der Industrie und Handelskammer Karlsruhe (IHK) stellten ihr Netzwerk und ihre Tätigkeitsfelder vor.

Zur Präsentation innovativer Technologien im Bereich der erneuerbaren Energien wie Solarenergie und Geothermie hatte das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) in den Campus Nord eingeladen. Dort stellte auch das Karlsruher Solarthermie-Unternehmen FRENELL, das bereits Anlagen in Asien realisierte hat, seine Technologien vor.

OB Mentrup erklärte zum Besuch: "Die Wahrnehmung von Karlsruhe und der TechnologieRegion als Reallabor neuer Mobilitätskonzepte und Technologien für Energieeffizienz konnte erfolgreich über das Technologietransfermanagement und das EnergieForum in Afrika platziert werden." Auch Michael Kaiser, Direktor der Wirtschaftsförderung Karlsruhe bekräftigte: "Die enge Verknüpfung der Partner aus Forschung, Wissenschaft und Wirtschaft schafft attraktive Rahmenbedingungen und internationale Aufmerksamkeit für Investitionsentscheidungen." Die Bilanz ist auf beiden Seiten positiv: Bei den Besuchern besteht großes Interesse an den gezeigten Technologien und es entstanden zahlreiche Anknüpfungspunkte für vertiefende Gespräche. Im Rahmen seiner Internationalisierungsaktivitäten wird das EnergieForum Karlsruhe diese Kontaktaufnahmen weiter unterstützen und begleiten.

Mehr






Seite 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25