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Verschiedenes 

NABU: Runter vom Gas für die Liebe

Amphibien auf den Straßen unterwegs / Helfende am Krötenzaun gesucht

Berlin. 24.2.23 – Nasses, mildes Spätwinterwetter hat die Lurche in Liebesstimmung versetzt: In vielen Regionen Deutschlands sind Frösche, Kröten, Molche und Unken seit Tagen bereits unterwegs. „Der angekündigte Kälteeinbruch am Wochenende wird die Wanderung zwar erst einmal stoppen. Aber sobald es nachts mehr als fünf Grad Celsius warm wird, kommen die Tiere aus den Winterquartieren und begeben sich zu ihren Laichgewässern, um sich zu paaren“, sagt Sascha Schleich, stellvertretender Sprecher des NABU-Bundesfachausschusses Feldherpetologie und Ichthyofaunistik. „Dabei werden leider jedes Jahr viele Amphibien auf unseren Straßen getötet.“

Der NABU bittet darum Autofahrerinnen und Autofahrer, auf Amphibienwanderstrecken höchstens 30 Stundenkilometer zu fahren. Die Strecken sind durch entsprechende Hinweise ausgeschildert. Langsames Fahren kann vielen Tieren das Leben retten. Denn sie sterben nicht nur unter Autoreifen, sondern auch wenn Fahrzeuge sehr schnell unterwegs sind. „Große Geschwindigkeit erzeugt einen so hohen Luftdruck, dass die inneren Organe von Fröschen, Kröten und Molchen platzen oder durch den Mund nach außen gestülpt werden. Die Tiere verenden qualvoll“, so Schleich. Vorsichtige Fahrweise ist auch wegen der vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer wichtig, die im Einsatz sind. Schleich: „Warnschilder und Tempolimits müssen unbedingt beachtet werden, auch weil die Einsätze in der Dämmerung stattfinden, wenn die meisten Tiere unterwegs sind.“ Der Höhepunkt der Wanderungen wird aufgrund der regional sehr schwankenden Temperaturen aber erst in einigen Wochen erwartet.

Seit vielen Jahren kämpfen Naturfreundinnen und -freunde gegen den Amphibientod an unseren Straßen. Sie stellen Fangzäune auf, tragen Kröten über die Straße und legen Ersatzlaichgewässer an. Für diese ehrenamtliche Arbeit sind zahlreiche Helferinnen und Helfer nötig. Der NABU informiert darum unter www.NABU.de/Kroetenwanderung über das bundesweite Wandergeschehen. Dort gibt es neben aktuellen Meldungen über besondere Ereignisse und seltene Arten auch eine bundesweite Datenbank, die über den Standort von Krötenzäunen und Aktionen informiert. Wer mithelfen möchte, findet hier Einsatzmöglichkeiten.

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Veranstaltungen 

"Live and let die – warum Artenschutz auch manchmal weh tut"

"Live and let die – warum Artenschutz auch manchmal weh tut"
Dr. Lukas Reese © Stadt Karlsruhe, Zoologischer Stadtgarten, Timo Deible

Vortrag des Zootierarztes am 2. März im Exotenhaus

Zootierarzt Dr. Lukas Reese gibt am kommenden Donnerstag, 2. März, 18:15 Uhr, im Exotenhaus des Karlsruher Zoos unter dem Titel „Live and let die – warum Artenschutz auch manchmal weh tut“ Einblicke in seinen Arbeitsalltag. Die Veranstaltung ist Teil einer abwechslungsreichen Vortragsreihe rund um die Themen Tiere, Artenschutz und Naturwissenschaft, die der Zoo zusammen mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) organisiert.

Im Zoo werden nicht nur Tiere geboren, sondern Tiere sterben dort auch. Manche in hohem Alter eines natürlichen Todes, andere aber auch bedeutend früher. Der Zootierarzt erläutert in seinem Vortrag, warum Tierschutz und Artenschutz nicht immer miteinander einhergehen, warum im Zoo auch manchmal gesunde Tiere sterben und wie und warum es der Zoo gleichzeitig geschafft hat, dieses Schicksal vielen Vögeln im Rahmen der Vogelgrippe zu ersparen.

Die Teilnahme ist kostenfrei, Spenden für die Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe werden jedoch gerne entgegengenommen. Eingang/Einlass ist ausschließlich von Ettlinger Straße 4b zwischen 18:00 und 18:10 Uhr möglich. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Teilnehmerzahl ist aus Platzgründen dennoch begrenzt. Bereits eine Woche später, 9. März, ebenfalls 18:15 Uhr, ist ein weiterer Vortrag der Wildtier-Anlaufstelle Karlsruhe (WiTAS) geplant. Dabei wird es um Wildtiere in Not gehen und wie ihnen geholfen werden kann.

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Verschiedenes 

Waldgebiet Eichelgarten in Rüppurr leidet unter Klimawandel

Waldgebiet Eichelgarten in Rüppurr leidet unter Klimawandel
© Sabine Steffler, Presse- und Informationsamt, Stadt Karlsruhe

Forstamt muss Gefahrenstellen beseitigen

Im gesamten Stadtwald leiden die Bäume unter der Trockenheit und Hitze der vergangenen Jahre. Im Eichelgarten in Rüppurr werden diese Schäden nun besonders deutlich sichtbar: Viele Bäume sind teilweise oder komplett abgestorben. Andere weisen Krankheitszeichen wie Faulstellen, Pilzkonsolen und auch Wurzelschäden auf. Weil hierdurch Äste und Kronenteile herunterbrechen oder Bäume umstürzen können, versucht das Forstamt die größten Gefahren zu beseitigen. Darüber hinaus gilt für Waldbesuchende das Betreten auf eigenen Gefahr. Die Stadtverwaltung bittet darum, Wegabsperrungen zu beachten. Die Arbeiten finden aus Sicherheitsgründen statt und sollten in ein bis zwei Wochen abgeschlossen sein.

Gleichzeitig soll der Wald zukunftsfähig weiterentwickelt werden. Das Forstamt hat sich bei allen Maßnahmen zum Ziel gesetzt, den Wald zu erhalten und so zu gestalten, dass er sich klimastabil, vielfältig und reaktionsfähig entwickeln kann. Das gewohnte Waldbild verändert sich jedoch durch das Schadgeschehen und die notwendigen Sicherungsarbeiten in einer extremen Geschwindigkeit. Für alle Tiere und Pflanzen im Wald, aber auch für die Waldbesuchenden ist das eine riesige Herausforderung. Bei allen forstlichen Arbeiten wird deshalb versucht, die Eingriffe so weit wie möglich zu minimieren, um das Ökosystem Wald nicht noch mehr zu beeinträchtigten. Wenn es gefahrlos möglich ist, werden Bäume mit Höhlen und anderen Habitatstrukturen belassen. Ein großer Teil der abgestorbenen Bäume verbleibt in stehender oder liegender Form im Wald und dient weiterhin als Lebensraum.

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Verschiedenes 

Milch: Biomilch liegt vorne

Die Stiftung Warentest hat frische Vollmilch getestet – traditionell hergestellte und länger haltbare. Das Ergebnis ist erfreulich: 18 der 28 Produkte sind gut, 6 sogar sehr gut. Das schlechteste Urteil ist befriedigend.

Fünf der sechs Besten tragen ein Bio-Siegel. Mit 1,39 bis 1,89 Euro pro Liter sind sie bis zu 80 Cent teurer als die günstigste gute Milch für 1,09 Euro.

Biomilch bietet auch mehr gesunde Fettsäuren als konventionelle Vollmilch. Günstig ist vor allem Alpha-Linolensäure. Je mehr Grünfutter Kühe fressen, desto mehr dieser Omega-3-Fettsäure enthält die Milch. „Die höchsten Gehalte wiesen wir in Heumilch und Biomilch nach,“ so Julia Schwietering, Projektleiterin bei test. Dagegen hatte Weidemilch im Test, sofern sie kein Biosiegel trägt, kaum mehr günstige Fettsäuren als konventionelle Milch.

Gefunden wurden weder Krankheitserreger noch Antibiotika-Rückstände oder wesentliche Schadstoffbelastungen. Mikrobiologisch ist jede Milch im Test sehr gut – und daher oft länger haltbar als angegeben.

Der Milch-Test findet sich in der März-Ausgabe der Zeitschrift test und unter www.test.de/vollmilch.

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Verschiedenes 

Karlsruhe: Stadtwald im Klimawandel

Karlsruhe: Stadtwald im Klimawandel
© UA Karlsruhe

Forstamt zieht Bilanz

Sensible Lebensgemeinschaften von Pflanzen und Tieren sind an unser regionales Klima mit seinen Temperaturen und Niederschlagsmengen angepasst. Untypische Witterungsextreme wie die langanhaltende starke Hitze und Trockenheit im Sommer 2022 und der vorangegangenen Jahre richten an Wäldern dauerhafte Schäden an – auch in Karlsruhe. Was der Klimawandel für den Stadtwald bedeutet, stellte Forstamtsleiter Dr. Stefan Wilhelm kürzlich im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen vor. Anhand einer Präsentation verdeutlichte Wilhelm, wie eng Wald und Klima miteinander verbunden sind.

Lebensräume verändern sich

Die Folgen der klimatisch veränderten Lebensräume sind im Stadtwald unübersehbar. Der Wald in Oberreut etwa zeigt eindrucksvoll, wie es einigen Baumarten bereits seit Jahren zu heiß und zu trocken wird. Buchen sind beispielsweise durch Hitze und Trockenheit geschwächt, so dass Insekten und Pilze neue Lebensräume vorfinden. Hierdurch sterben die Bäume – oder Teile von ihnen – ab. Dort, wo diese gefahrlos im Waldbestand belassen werden können, verbleit auch ein Teil dieser Bäume als Totholz im Walbestand.

Auch in anderen Waldgebieten Karlsruhes werden derzeit Bäume im Rahmen von Verkehrssicherungsarbeiten entnommen. Nicht immer ist dabei auf den ersten Blick für die Waldbesuchenden erkennbar, dass die Bäume durch Pilze befallen und damit in ihrer Standsicherheit etwa durch Wurzelfäulen beeinträchtigt sind. Dies trifft Bäume jeden Alters und jeder Art. Wilhelm versicherte jedoch auch den Mitgliedern des Ausschusses, dass die Maßnahmen mit dem Naturschutz abgestimmt sind. Bei den Forstrevieren in Karlsruhes Wäldern bestimmen solche Arbeiten im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht den Arbeitsalltag. Unterstützt wird das Team des Forstamtes von Spezialunternehmen. Um das Nachhaltigkeitsziel nicht zu gefährden, findet in diesem Jahr keine Holzernte zur reinen Holzproduktion statt. „Denn grundsätzlich wird im Stadtwald weniger Holz geerntet, als nachwächst“, erläutert Wilhelm.

Wald klimastabil weiterentwickeln

Der Amtsleiter berichtet auch, wie rasant sich das gewohnte Waldbild durch das Schadgeschehen und die notwendigen Sicherungsarbeiten verändert. Das Forstamt arbeite daher mit Hochdruck daran, die vielfältigen Waldökosysteme Karlsruhes zu erhalten, wiederherzustellen oder in einen naturnäheren risikoärmeren Zustand zu bringen und so langfristig klimastabiler weiterzuentwickeln.

Auch Bürgerinnen und Bürger können bei den vielfältigen Aktionen der Waldpädagogik und des Forstamtes einen Beitrag zur Entwicklung des Stadtwaldes leisten. Ziel der Arbeitseinsätze ist es, den Teilnehmenden die Bedeutung und die Gefährdung ihrer natürlichen Lebensgrundlagen zu erläutern und eine breite Öffentlichkeit für einen naturverträglichen Umgang mit den natürlichen Ressourcen zu begeistern.

zum Bild oben:
Was der Klimawandel für den Stadtwald bedeutet, stellte Forstamtsleiter Dr. Stefan Wilhelm kürzlich im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen vor.
© UA Karlsruhe





Verschiedenes 

NABU: Feuchtgebiete in der EU ab heute bleifrei

Miller: So werden eine Million Wasservögel jährlich gerettet / NABU und BirdLife haben jahrelang für das Verbot von Bleischrot gekämpft

Berlin, 15.2.23 - Großer Erfolg für den NABU-Dachverband BirdLife: Ab heute ist die Verwendung von Bleischrotmunition in und um Feuchtgebiete in allen 27 EU-Ländern sowie in Island, Norwegen und Lichtenstein verboten. „Mit diesem Gesetz werden jedes Jahr eine Million Wasservögel gerettet, die in der EU an Bleivergiftung durch Jagdmunition sterben“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Die anhaltende Vergiftung von Wildtieren in Feuchtgebieten wird damit endlich beendet. Dafür haben wir zusammen mit BirdLife mehr als 20 Jahre gekämpft.“

Bleischrot besteht aus winzigen Kugeln, die Jäger aus ihren Gewehren verschießen. Sie jagen damit sogenanntes Niederwild, das sind vor allem Vögel, Hasen und kleinere Raubtiere wie Fuchs und Waschbär – nicht nur in Feuchtgebieten. Es wird geschätzt, dass Jäger die Feuchtgebiete in der EU mit jährlich 4.000 bis 5.000 Tonnen Bleischrot verunreinigen. Dabei gibt es mittlerweile ungiftige Alternativen.

Bleischrot ist besonders problematisch für Wasservögel, da sie Bleipellets mit kleinen Stein- oder Sandpartikel verwechseln und diese schlucken, denn sie brauchen kleine Steine, um damit ihre Nahrung im Magen zu zerkleinern. Das Bleiverbot hilft auch Greifvögeln und Aasfressern. Sie werden vergiftet, wenn sie mit Bleischrot kontaminierte Beute fressen. Auch für Menschen, insbesondere Kinder, kann Blei schwerwiegende Folgen haben, wenn sie diesem giftigen Schwermetall ausgesetzt sind.

Der NABU begrüßt, dass das Verbot bereits das Mitführen von Bleimunition in und in einem Umkreis von 100 Metern um Feuchtgebiete umfasst. „Davon erhoffen wir uns eine gute Wirksamkeit des Verbots“, so Miller. „Außerhalb von Feuchtgebieten darf allerdings weiter mit Blei geschossen werden. Auch das muss nun dringend durch Gesetze unterbunden werden. Seit Jahrzehnten ist der giftige Stoff bereits in Produkten wie Farben und Batterien verboten. Die Vergiftung der Natur durch Bleimunition muss jetzt endlich komplett gestoppt werden.“ Zudem müsse der Gesetzgeber die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass Übungsplätze für Jäger zügig auf bleifrei umgestellt werden können.





Verschiedenes 

Hintergrund: 50 Jahre keine Brennelementfabrik in Heitersheim

Hintergrund: 50 Jahre keine Brennelementfabrik in Heitersheim
Grafik; altes Plakat: Archiv Axel Mayer

Wir schreiben das Jahr 2023. Die letzten deutschen AKW werden (hoffentlich) abgestellt und die Brennelementefabrik in Lingen steht ohne russisches Uran vor dem Aus.

Wenn heute an Atomprotest am Oberrhein erinnert wird, dann gilt dieses Erinnern zumeist dem erfolgreichen Fessenheim-Protest oder den durch Bauplatzbesetzungen verhinderten AKW in Wyhl und Kaiseraugst(CH). Die erfolgreichen Proteste gegen das französische AKW in Gerstheim bei Strasbourg und gegen das geplante Hochrhein-AKW in Schwörstadt werden meist vergessen. Auch in Breisach am Kaiserstuhl war 1971 der Bau eines der größten AKW-Standorte der Welt (mehrere Reaktorböcke mit insgesamt 4000 MW!) geplant.

Häufig ganz vergessen wird der erfolgreiche Protest gegen die Brennelementefabrik BBR in Heitersheim, der im Jahr 1973 seinen Anfang nahm.
Bis 1973 profitierte die Wirtschaft in Heitersheim von Schacht III des Kalibergwerks Buggingen mit vielen Arbeitsplätzen. Als 1973 die Kalibergwerke in Heitersheim und Buggingen ihren Betrieb einstellten (und vor der Schließung, passend zum Zeitgeist, noch unsachgemäß Giftmüll eingelagert wurde), gingen über tausend Arbeitsplätze verloren. Es sollte dann dort eine Brennelementefabrik angesiedelt werden. Versprochen wurde zuerst, dass 2000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Es zeigte sich allerdings, dass lediglich 150- bis 200 neue Arbeitsplätze in die Region gekommen wären.
Im Herbst 1973 begannen nicht öffentliche, geheime Verhandlungen zur Ansiedlung einer Plutoniumfabrik. Im Herbst 1974 wurden diese Gespräche durch Whistleblower öffentlich. Es wurde öffentlich bekannt, dass beim gerade erst stillgelegten'Schacht 3' der Kalisalz-Grube Buggingen eine Brennelementefabrik geplant war, die nicht nur Uran sondern evtl. auch Plutonium verarbeiten sollte. Es bestand die Gefahr, dass für die Brennelemente auch hochgiftiges Plutonium verwendet worden wäre.

Der giftigste Stoff der Welt
„Plutonium – sinnigerweise benannt nach Pluto, dem griechischen Gott des Totenreiches – ist der giftigste Stoff, den es gibt. Seine kurz reichende Alpha-Strahlung reißt gewissermaßen tiefe Schneisen in jedes lebende Gewebe und zerstört es. Dabei kann es nur schwer oder gar nicht ausgeschieden werden. Es setzt sich fest, reichert sich sogar an, die Strahlung ist bei einer Halbwertszeit von 24000 Jahren faktisch dauerhaft vorhanden. Bereits wenige Millionstel Gramm (Mikrogramm) können sofort, sogar nur etliche Milliardstel Gramm (Nanogramm) langfristig tödlich wirken …“ Zitat Frankfurter Rundschau

Schon vor dem Bekanntwerden dieser Pläne gab es wenige Kilometer von Heitersheim entfernt in Fessenheim und Breisach massive Proteste gegen geplante Atomanlagen. So kam es am nahen Kaiserstuhl im September 1972 zur ersten großen Kaiserstühler Treckerdemo mit 560 landwirtschaftlichen Fahrzeugen.

Die BBR-Nein-Gruppe in Heitersheim / Baden war ab 1973 aktiv, um die geplante Plutoniumfabrik, welche für das Atomkraftwerk Mülheim-Kärlich Plutonium-Brennelemente produzieren sollte, zu verhindern. Der BBR-Nein-Gruppe gelang es im Zusammenspiel mit einer erwachenden Umweltbewegung am Oberrhein, eine große Mehrheit gegen die Ansiedlung der Fabrik zu organisieren. Sie veröffentlichte u.a. die Broschüre „Die BBR in Heitersheim“. Vom AK Umweltschutz der Uni Freiburg erschien 1975 die Broschüre „Kein Plutonium nach Heitersheim“. Die Stimmung in der Bevölkerung wendete sich ab 1975 gegen die planende Betreiber-Firma. Während einer Bürgerversammlung wurden von der Gruppe 'BBR Nein' zwei Korruptionsfälle aufgedeckt. Die frisch gegründete AGUS (Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz Markgräflerland) half der örtlichen BI politisch und juristisch.

- Risiko verhindert
Nicht produzierte Plutonium-Brennstäbe bedeuten: Keine noch extremere Gefahr für die Menschen bei schweren Atom-Unfällen und kein Atommüll, der eine Million Jahre sicher gelagert werden muss und 30.000 Menschheit-Generationen gefährdet.

- Fehlinvestition verhindert
Wie so häufig in der Geschichte hat die Umweltbewegung in Heitersheim auch eine ökonomische Fehlinvestition verhindert. Die Heitersheimer Brennelemente waren für die vielen damals noch geplanten Druckwasserreaktoren des Herstellerkonsortiums Babcock-Brown Boveri Reaktor GmbH (BBR) vorgesehen. Doch das BBR-Reaktorkonzept war sehr umstritten und gefährlich. Nur ein einziges deutsches BBR-Kernkraftwerk wurde von 1975 bis 1986 in Mülheim-Kärlich gebaut. Das AKW wurde im September 1988 nach knapp zwei Jahren im Probe- und genau 100 Tagen im Regelbetrieb endgültig abgeschaltet.

Die Brennelementefabrik in Heitersheim war letztendlich politisch nicht durchsetzbar, auch weil sich immer mehr Winzergenossenschaften dem Protest anschlossen.
Diese frühen, verzweifelt-hoffnungsfrohen ökologischen Konflikte am Oberrhein (Heitersheim (D), Marckolsheim (F), Wyhl (D), Kaiseraugst (CH), Gerstheim (F)... brachen erstmals mit der vorherrschenden Nachkriegslogik der Gier, des Wachstumszwangs und der Zerstörung. Sie waren erste Zeichen der Hoffnung mit Fernwirkung und haben die globalen Zerstörungsprozesse entschleunigt. Mit der Schließung der letzten drei deutschen AKW endet im Jahr 2023 eine Phase, die vor einem halben Jahrhundert auch in Heitersheim begonnen wurde.

Doch die Macht der weltweiten Atomlobby zeigt sich immer noch. In den perfekten aktuellen Desinformationskampagnen zum Atomausstieg und wenn alle Energieimporte aus Russland nach Europa boykottiert werden, nicht aber der Import von russischem Uran nach Europa und wenn dies (fast) kein Medienthema ist.

Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein
(Der Autor ist seit einem halben Jahrhundert in der Umweltbewegung aktiv und war 30 Jahre lang BUND-Geschäftsführer in Freiburg)

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Verschiedenes 

NABU-BCG-Studie: Regenerative Landwirtschaft ist ein Gewinn für Natur, Ernährung

Krüger: Geringere Kosten und höhere Ertragsresilienz gibt Landwirtinnen und Landwirten eine Zukunftsperspektive

Berlin, 6.2.23 – Die Suche nach Lösungen, die Landwirtschaft nachhaltig auszurichten, ist vor dem Hintergrund der Natur-, Klima- und Ernährungskrise eine große Herausforderung: Konventionelle Landwirtschaft liefert hohe Erträge zu Lasten von Natur und Klima. Biolandwirtschaft hat viele ökologische Vorteile bei geringeren Erträgen. Wie lassen sich die Vorteile von beiden verbinden?

Mit regenerativer Landwirtschaft – das zeigt eine gemeinsame Studie von NABU und der Boston Consulting Group (BCG). Demnach könnte regenerative Landwirtschaft allein in Deutschland einen ökologischen Nutzen von mehr als 8,5 Milliarden Euro jährlich erbringen – etwa durch geringere Kohlenstoffemissionen oder eine höhere Grundwasserqualität.

NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger: „Die regenerative Landwirtschaft eröffnet den dringend benötigten Transformationspfad zu resilienter Ernährungssicherung und Natur- und Klimaschutz. Sie stärkt gezielt die zentralen Ökosystemleistungen unserer Natur und macht sie sich selbst zu Nutze – etwa die Bodenbiodiversität für die Erzeugung von Lebensmitteln. So trägt die landwirtschaftliche Produktion zum Schutz von Natur und Klima bei, anstatt sie zu zerstören.”

Doch in der Debatte in Deutschland wird diese Form der Landwirtschaft immer noch stiefmütterlich behandelt, so Krüger: “Das muss sich schleunigst ändern. Denn regenative Landwirtschaft stellt nicht nur unzählige Ökosystemleistungen bereit. Sie gibt auch den landwirtschaftlichen Betrieben eine Zukunftsperspektive und trägt in Zeiten von Dürren und Extremwetterereignissen zur Ernährungssicherung bei. Vor dem Hintergrund der Klima-, Natur- und Ernährungskrise gilt es jetzt, die regenerative Transformation voranzutreiben.”

Konkret zeigt die Studie, dass landwirtschaftliche Betriebe ihre Gewinne um bis zu 60 Prozent gegenüber der konventionellen Landwirtschaft steigern könnten. Grund sind geringere Kosten für Betriebsmittel und eine höhere Stabilität der Erträge bei Extremwetterereignissen. Auch Unternehmen, die Lebensmittel herstellen oder verarbeiten, sowie der Lebensmitteleinzelhandel profitieren laut Studie von der regenerativen Landwirtschaft. Demnach könnten die Risiken durch wetterbedingten Lieferkettenengpässen - etwa in Dürreperioden - halbiert werden.

Simon Krämer, Co-Autor der Studie und Experte für Ernährungssystem- und Bodenpolitik: “Die Agrar- und Ernährungswirtschaft ist derzeit ein Hauptverursacher der Klimakrise und des Verlusts der Artenvielfalt. Gleichzeitig ist sie mit am stärksten von den ökologischen Krisen betroffen. Von regenerativer Landwirtschaft profitieren Natur, Verbraucherinnen und Verbraucher sowie landwirtschaftliche Betriebe gleichermaßen – ganz gleich, ob sie bislang konventionell oder biologisch gewirtschaftet haben. In Anbetracht dieses Triple-Win-Effekts sollte der Weg zu einem regenerativen Agrar- und Ernährungssystem in Deutschland von allen Beteiligten gefördert werden.”

Hintergrund: Regenerative Landwirtschaft
Regenerative Landwirtschaft nutzt die Bodenbiodiversität, vor allem Pilze und Bakterien im Boden, als landwirtschaftliches Produktionsmittel. Gesündere Böden und Pflanzen erhöhen die Ertragsresilienz, die Pflanzengesundheit und wirken sich positiv auf die gekoppelten Kohlenstoff- und Wasserkreisläufe und den Artenreichtum aus. Weitere positive Folgen: Landwirtschaftliche Betriebe werden unabhängiger von Kunstdünger und den damit verbundenen Kosten. Nicht zuletzt regenerieren sich Agrarökosysteme und die daran gekoppelten Kohlenstoff- und Wasserkreisläufe, was die Versorgung mit Nahrungsmitteln sichert und gesünder macht.

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