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Verschiedenes 

NABU: GAP-Entscheidungen in Brüssel – Schicksalswoche für die Biodiversität

Neue Zahlen: Seit 1980 57 Prozent weniger Feldvögel in Europa / Zehn Millionen Brutpaare fehlen allein in Deutschland / Krüger: Agrarminister und Parlamentarier müssen jetzt Weichen stellen, um wieder Leben in die ländlichen Räume zurückzubringen

Berlin, 15.10.2020 – Der am Montag erwartete offizielle Bericht zum Zustand der Natur in Europa wird dramatische neue Zahlen zum Biodiversitätsverlust in der Agrarlandschaft enthalten. Angesichts der ersten Beschlussvorlagen warnt der NABU warnt davor, dass die kommende Woche anstehenden EU-Abstimmungen zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) diese Entwicklung mindestens bis zum Ende des Jahrzehnts zementieren könnten. Mit den Vögeln und Insekten, den Hecken und Feldrainen werden Bestäubung von Pflanzen, natürliche Schädlingskontrolle, der Wasserhaushalt und die Bodenfruchtbarkeit weiter geschädigt, Leidtragender wird dabei auch die Landwirtschaft selbst sein.

„Die Chance, den Biodiversitätsverlust in der Agrarlandschaft aufzuhalten, besteht jetzt“, sagt NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger. „Jede und jeder Abgeordnete im Europäischen Parlament muss sich vor der Abstimmung fragen, ob sie oder er diese Chance verstreichen lassen will. Wer jetzt nicht für eine ökologische Wende im Fördersystem stimmt, macht sich mitverantwortlich für die Fortsetzung des Sterbens in unseren Agrarlandschaften und für die sich fortsetzende, ökonomische Misere vieler Höfe.“

In der kommenden Woche finden in Brüssel die entscheidenden Abstimmungen der Agrarminister und des Europäischen Parlaments über die künftige Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) bis 2027 statt. Die steuerfinanzierte GAP macht etwa die Hälfte des Einkommens der Agrarbetriebe aus und bestimmt maßgeblich, welche Art von Landwirtschaft sich ökonomisch lohnt. Am 19. oder 20. Oktober verabschiedet der EU-Agrarrat seine Position, am 20. das EU-Parlament. Anschließend werden beide Institutionen, moderiert von der Europäischen Kommission, einen Kompromiss aushandeln.

Bei den Abstimmungen geht es unter anderem darum, wie viel Platz Agrarbetriebe der Artenvielfalt in Form von Landschaftselementen, Blühflächen oder Brachen geben müssen, wenn sie Subventionen erhalten wollen. Der NABU fordert im Einklang mit der Wissenschaft mindestens zehn Prozent nichtproduktive Flächenanteile im Acker- und Grünland. Der Vorschlag von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner für die EU-Präsidentschaft ist dagegen mit drei bzw. fünf Prozent völlig unzureichend, zumal im letzteren Fall auf den Flächen weiterhin Produktion zugelassen werden soll. Abgestimmt wird auch darüber, wie viel Geld die Mitgliedstaaten mindestens für die Honorierung von konkreten Umweltleistungen zur Verfügung stellen müssen. Der NABU fordert, dass hierfür jeweils 50 Prozent der beiden GAP-Säulen zu reservieren sind.

Wenn ab 19. Oktober 2020 die Abstimmungen zur Gemeinsamen Agrarpolitik beginnen, wird auch der neue Bericht der Europäischen Kommission zur Lage der Natur in Europa veröffentlicht. Dieser „State of Nature Report“ basiert auf eingereichten Daten der Mitgliedsstaaten. Der NABU hat einige der bereits vorliegenden Informationen analysiert und prognostiziert, dass der Bericht erneut dramatische Zahlen zum Verschwinden der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft enthalten wird.

„Der Agrarvogel-Index der EU bildet die Bestandsentwicklung der wichtigsten Vogelarten auf Feldern und Wiesen ab. Dieser ist zwischen 1980 und 2016 um 57 Prozent zurückgegangen, und jedes Jahr nehmen die Bestände noch weiter ab“, erklärt Lars Lachmann, NABU-Vogelschutzexperte, mit Blick auf die zu erwartenden Ergebnisse des Berichtes.

Die Situation in Deutschland unterscheide sich dabei kaum vom allgemeinen EU-Trend, so Lachmann: „Die Gesamtzahl der Agrarvögel hierzulande hat von 1980 bis 2016 um über zehn Millionen Vogelbrutpaare abgenommen.“ Auch in Deutschland hält das Verschwinden der Feldvögel immer noch an. Besonders stark betroffen sind Kiebitz und Rebhuhn. Mit 93 Prozent bzw. 91 Prozent Rückgang seit 1980 haben diese beiden Arten deutschlandweit die stärksten Verluste zu verbuchen.

Dabei ist bekannt, wie eine Trendwende bewirkt werden kann. „Damit ihre Bestände wieder ansteigen, brauchen Rebhühner und andere Feld- und Wiesenvögel vor allem zehn Prozent der jeweiligen Agrarflächen ohne Bewirtschaftung“, sagt Konstantin Kreiser, NABU-Leiter für globale und EU-Naturschutzpolitik. Nur so finden diese Vögel wieder genug Nahrung und können in Ruhe brüten. Wegen der Untätigkeit der Behörden hatte der NABU am 2. Oktober 2020 Beschwerde bei der EU-Kommission gegen Deutschland eingelegt, weil es die EU-Vogelschutzrichtlinie verletzt. „Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs könnte die nichtproduktiven Flächenanteile dann erzwingen.“

Hintergrundinfos zum „State of Nature Report“:

Alle sechs Jahre bündelt der „State of Nature Report“ die Monitoring-Daten aller EU-Länder zum Zustand von geschützten Lebensräumen und Arten, darunter auch alle wildlebenden Vogelarten. Die Bundesregierung hat als Beitrag dazu ihren Nationalen Vogelschutzbericht bereits 2019 an die EU-Kommission übermittelt. Die Daten berücksichtigen die Entwicklungen bis zum Jahr 2016.

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Verschiedenes 

NABU: Elektrogeräte – Entsorgung von Smartphones & Co. soll einfacher werden

Miller: BMU-Entwurf zur ElektroG-Novelle unterstützt zwar das Recycling, tut aber nichts gegen immer mehr Elektroschrott

Berlin, 14.10.2020 – Beim Ausmisten in den letzten Pandemie-Monaten haben sich viele gefragt: Wohin mit meinem lädierten Laptop und ausgepowerten Smartphone? Größere Supermärkte und Lebensmittel-Discounter ab einer Fläche von 800 Quadratmetern sollen nach dem Willen des Bundesumweltministeriums in Zukunft nun genau solche Elektrogeräte unter 50 Zentimetern zurücknehmen müssen. So steht es im ersten Entwurf über die Novelle des Elektro- und Elektronikgerätegesetz, kurz ElektroG, den das Bundesumweltministerium im September vorgelegt hat. Das ist ein erster Schritt in die richtige Recycling-Richtung. Gleichzeitig setzt das geplante Gesetz keine Anreize, um E-Geräte möglichst langlebig und reparaturfreundlich zu gestalten. Gerade die Abfallvermeidung trägt aber besonders zum Klima- und Ressourcenschutz bei. Sie muss beim am schnellsten wachsenden Abfallstrom in der EU ganz oben auf der politischen Agenda stehen.

„Wegen der bisher miserablen Sammelquoten von Elektroschrott in Deutschland ist eine ElektroG-Novelle überfällig. Viel zu viele Altgeräte gelangen bis heute über illegale Wege in den Globalen Süden ohne vernünftige Recyclingstrukturen. Darunter leiden Böden, Umwelt und natürlich besonders die Menschen vor Ort. Können Smartphone und Laptop zukünftig an der Supermarktkasse zurückgegeben werden, erleichtert das die Entsorgung für Verbraucher*innen und erhöht die Recyclingmengen. Das begrüßen wir ausdrücklich“, erklärt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Aber es braucht noch mehr: Wer in Deutschland Elektrogeräte auf dem Markt bringt, sollte diese auch zurücknehmen, egal wie groß die Verkaufsfläche ist. Die geplante Mindestgröße von 800 Quadratmetern, die Läden zur Rücknahme von Kleingeräten verpflichten soll, ist deutlich zu hoch angesetzt. Viele Discounter würden mit ihrem Elektroangebot so durchs Raster fallen. Letztlich muss das Gesetz auch Online-Händler strikter zur Rücknahme verpflichten und Sammelstellen mindestens in jedem PLZ-Gebiet vorschreiben“, so Miller.

NABU-Abfallexperte Sascha Roth kritisiert, wie blind das Gesetz auf dem Auge der Abfallvermeidung ist: „Der Elektroschrott ist die Schattenseite der Digitalisierung. Durch immer neue, immer kurzlebigere Geräte steigt unser Rohstoffbedarf und wir kommen mit dem Recyceln nicht mehr hinterher. Ein ambitioniertes ElektroG würde dieser Entwicklung etwas entgegensetzen.“ Hier lohnt ein Blick ins Nachbarland. „Die Franzosen machen es vor und führen gerade ein Label ein, das Auskunft über die Reparierbarkeit eines Produkts gibt. Auch in Deutschland brauchen wir eine konsequente und transparente Kennzeichnungspflicht, damit sich Verbraucher*innen leichter für reparaturfreundliche Geräte entscheiden. Außerdem müssen wir Second-Hand-Betrieben den Zugriff auf funktionstüchtige Altgeräte erleichtern. Bei diesem Punkt hat sich weniger getan als erhofft. Wir warten bis heute auf eine Verordnung zu diesem Thema“, sagt Sascha Roth.

Die Gesetzesnovelle muss noch Bundeskabinett, Bundesrat und Bundestag passieren, sodass mit einem Inkrafttreten erst 2021 zu rechnen ist. Der NABU fordert diese Institutionen dazu auf, striktere Sammelregeln und bessere Kennzeichnungspflichten zu unterstützen.

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Veranstaltungen 

Freiburg: Angebote des Waldhauses im Oktober

Freiburg: Angebote des Waldhauses im Oktober
Kappler Stollen / Foto: Philipp Schell

Ausstellungsführung am Donnerstag, 15. Oktober:
StadtWaldMensch – 900 Jahre Wald für Freiburg

Wanderung am 24. Oktober:
Pingen, Klusen, Rießen – Spuren historischer Waldnutzung am Schauinsland

Das WaldHaus Freiburg zeigt im Rahmen des Stadtjubiläums noch bis März kommenden Jahres die Ausstellung „StadtWaldMensch“. Die Ausstellungskuratorin und stellvertretende Leiterin des WaldHauses, Dr. Margret Hansen lädt in der Ausstellung am Donnerstag, 15. Oktober, um 16 Uhr, zu einem Streifzug durch die Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Stadtwalds ein. Die Führung ist kostenlos. Im WaldHaus gilt Maskenpflicht. Eine Anmeldung ist bis zum 14. Oktober erforderlich.

Am Samstag, 24. Oktober, organisiert das WaldHaus eine Wanderung auf den Spuren historischer Waldnutzung am Schauinsland. Die Exkursion beginnt mit einer Bergfahrt mit der Schauinslandbahn auf den Gipfel des Freiburger Hausbergs. Von dort wandern die Teilnehmenden gemeinsam mit dem Revierförster Philipp Schell bergab zurück zur Talstation. Unterwegs lernen sie mit ihm Geländespuren zu deuten und erfahren etwas über die Bergbaugeschichte des „Erzkastens“ und seine Bedeutung für die Entwicklung der Landwirtschaft und die historische Waldnutzung am Schauinsland. Gewandert wird in steilem, steinigem, teils weglosem Gelände. Die Wanderung findet bei jedem Wetter statt und es gibt keine Einkehrmöglichkeit. Daher sind „Geländegängigkeit“, gutes Schuhwerk, wetterangepasste Kleidung sowie ein Vesper und Getränke unbedingt erforderlich. Treffpunkt für die Wanderung ist um 9.30 Uhr an der Talstation Schauinslandbahn. Die Wanderung dauert ungefähr 4 Stunden. Referent ist Revierförster Philipp Schell. Die Veranstaltung ist kostenfrei, die Bahnfahrt zahlt jeder vor Ort. Eine Anmeldung ist bis spätestens 16. Oktober erforderlich.

In Kooperation mit dem Städtischen Forstamt Freiburg

Das Waldhaus (Wonnhaldestraße 6) ist dienstags bis freitags 10 bis 17 Uhr, sonn- und feiertags mit Café 12 bis 17 Uhr geöffnet. Anmeldung und Info unter Tel. 0761/89647710, info@waldhaus-freiburg.de.

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Verschiedenes 

Terra Madre Salone del Gusto: Biokulturelle Vielfalt ist politisch

Terra Madre Salone del Gusto: Biokulturelle Vielfalt ist politisch
(c) Slow Food Archiv

Am 8. Oktober 2020 startet die internationale Slow-Food-Veranstaltung Terra Madre Salone del Gusto. Das weltweit agierende Slow-Food-Netzwerk trifft sich alle zwei Jahre zu ihrer größten Veranstaltung, um konkrete Lösungen für ein nachhaltiges Ernährungssystem zu entwerfen und zu diskutieren. Aufgrund von COVID-19 wird Terra Madre 2020 nicht wie gewohnt als 5-tägige Konferenz im italienischen Turin stattfinden. Stattdessen gestaltet Slow Food eine sechsmonatige Veranstaltungsreihe bestehend aus digitalen Angeboten und Präsenzveranstaltungen. Mit dem Fokus auf „Biokulturelle Vielfalt“ wird Slow Food Deutschland (SFD) sich umfangreich beteiligen. Der Auftakt findet am 8.10. in Berlin statt.

Unsere Ernährung ist ins Zentrum des politischen und gesellschaftlichen Interesses gerückt. Denn sie ist gemeinsames Leitthema der drei großen Krisen, die das Leben der Menschen weltweit bestimmen: die Klimakrise, der Biodiversitätverlust und die Corona-Pandemie. Als zivilgesellschaftlicher Akteur der Ernährungswende setzt Slow Food sich für die Bewältigung aller drei Krisen ein, wobei für die Bewegung die alles entscheidende Lösung in der größeren Wertschätzung und dem Erhalt der biokulturellen Vielfalt liegt. Biodiversität ist die Grundlage für die Stabilität des Lebens auf der Erde und sichert unsere Ernährung. Deshalb steht sie zwischen Oktober 2020 und März 2021 im Fokus der Vereinsaktivitäten zu Terra Madre in Deutschland.

Für Slow Food ist Vielfalt nicht nur biologisch, sondern auch kulturell: Aus lokalen Sorten und Arten, Klima und Böden entwickeln sich landwirtschaftliche Praktiken, kulinarische Traditionen und Begrifflichkeiten, die unser soziokulturelles und wirtschaftliches Miteinander prägen. Wollen wir unterschiedliche Geschmäcker, Aromen, Farben und Formen genießen und Rezepte, die wir mögen bewahren, dann müssen wir die biologische Vielfalt, das Netzwerk des Lebens, schützen. Auch als Gesellschaft in Netzwerken zu denken und zu handeln, ist dafür Voraussetzung. Das digitale Format des diesjährigen Terra Madre Salone del Gusto ermöglicht es, noch mehr engagierte Menschen weltweit miteinander zu verbinden. Unter dem Motto „Denken, schmecken, Welt bewegen“ können Verbraucher*innen Online-Angebote wie Vorträge, Workshops, Verkostungen sowie Präsenzveranstaltungen wahrnehmen, sich informieren, mitdiskutieren, Vielfalt mit ihren Sinnen erkunden. Dafür bringt SFD gemeinsam mit seinen über 80 Regionalgruppen Verbraucher*innen mit Expert*innen aus Landwirtschaft, Fischerei, Handwerk, Gastronomie und Wissenschaft zusammen.

In Deutschland startet Terra Madre am 8.10. in Berlin. Vertreter*innen der Organisationen Slow Food Deutschland, Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Good Food Good Farming!-Bündnis und Hauptstadtgarten.de diskutieren ihre Forderungen an die Politik, Rahmenbedingungen und Anreize für Vielfalt auf dem Acker und auf dem Teller zu schaffen. Denn biokulturelle Vielfalt ist politisch, ihr Schutz eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Dazu Nina Wolff, amtierende SFD-Vorsitzende: „Als Bewohner*innen eines Planeten, der sich zunehmend als Patient darstellt, erkennen immer mehr Menschen die große Bedeutung unserer Ernährungsweise, vor allem aber auch der Weichenstellungen der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU, für den Schutz unserer Vielfalt. Die hohe Aufmerksamkeit und das Problembewusstsein möchten wir als Chance für einen Wandel nutzen. Gemeinsam mit anderen wichtigen Akteur*innen der Ernährungswende werden wir an diesem Abend Ziele und Wege hin zu einer wirklich zukunftsfähigen Ernährungspolitik ausloten“.

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Buch- und CD-Tipps 

Buchtipp: Ute Scheub und Christian Küttner "Abschied vom Größenwahn"

Buchtipp: Ute Scheub und Christian Küttner "Abschied vom Größenwahn"

Finanzkrise, Flüchtlingskrise, Demokratiekrise, Hungerkrise, Klimakrise, Coronakrise – in den letzten Jahren scheinen Krisen der neue Normalzustand geworden zu sein. In ihrem Buch begeben sich Ute Scheub und Christian Küttner auf die Suche nach einem menschlichen und planetenfreundlichen Leben, das uns resilienter und krisenfester macht – orientiert an Wohlergehen statt Gewinn, Verbundenheit statt Anonymität, Lebendigkeit statt Betonwüsten.

Die rasend schnelle Verbreitung des Coronavirus über die globalen Flug- und Handelsrouten hat deutlich gemacht, wie verletzbar die Menschheit durch die Hyperdynamik der Globalisierung geworden ist. Plötzlich gab es Lieferschwierigkeiten für Alltagsgüter, Medikamente oder Masken, weil ihre Produktion aus Kostengründen ausgelagert worden war, und ganze Lieferketten standen still. »Die Globalisierung erscheint uns riesig und unbesiegbar, dabei entdeckt man bei näherem Hinsehen: Sie ist äußerst fragil«, warnen Ute Scheub und Christian Küttner in ihrem neuen Buch »Abschied vom Größenwahn«. "Wir sind überzeugt davon, dass alle Imperien und Großkonzerne zerfallen werden ­– früher oder später."

Die Autoren zeigen, dass es vor allem unsere von Größenwahn und Gigantismus geprägte Lebensweise ist, die zu immer neuen Krisen führt und weder uns noch der Natur gut tut. Ihr Gegenmodell: ein menschliches Lebensmaß, weg vom »Höher, Schneller, Weiter« einer Gewinn maximierenden Konsumgesellschaft. Denn: »Der Mensch ist keine Maschine!«

Doch was würde es bedeuten, wenn ein menschliches Maß Einzug hielte in Politik, Wirtschaft, Ernährung, Technik, Verkehr, Städtebau und Demokratie? Das Buch findet Antworten und zeichnet eine ganz andere, resiliente Welt: regional, dezentral und selbstorganisiert, basisdemokratisch, menschen- und planetenfreundlich.

oekom Verlag 2020, 288 Seiten, € 22,00 (D), 22,79 (A)
ISBN 978-3-96238-205-6





Verschiedenes 

Karlsruhe: Pflege für Natur und Landschaft

Stadt kümmert sich um Gehölze und Gewässer

In den nächsten Wochen finden im Stadtkreis in mehreren Natur- und Landschaftsschutzgebieten wieder Pflegearbeiten statt. Diese sind erforderlich, um die Schutzgegenstände der einzelnen Gebiete zu erhalten und zu fördern. Den Maßnahmen geht stets ein Abstimmungsprozess zwischen den beteiligten Fachleuten voraus.

Am Erlachsee im Oberwald wird, wie jedes Jahr, wieder der Bewuchs auf den Kiesinseln reduziert, um die Brutplätze für Wasservögel und für den Flußregenpfeifer zu erhalten. Hierbei helfen seit bereits 20 Jahren Schülerinnen und Schüler der Eichelgarten-Grundschule tatkräftig mit. Dort werden, wie auch am Grötzinger See, Gehölze an einzelnen Uferabschnitten zur Förderung von Flachwasserzonen und einer strukturreichen Ufervegetation zurückgeschnitten. Im Feuchtgebiet "Weiherwald" werden durch Pflegemaßnahmen wertvolle Schilfröhrichte an den Ufern gefördert. Der kleinere Landschaftsteich wird zudem im Spätjahr abgelassen, um seine Funktion als wichtiges Amphibienlaichgewässer zu erhalten. Am Knielinger See werden an Willichgraben, Federbach und in der "Ernestinenwiese" Goldruten, junge Weiden und Robinien sowie Brombeeren zur Förderung von Schilfröhrichten entfernt. Am "Hatzengraben" in Grünwettersbach werden Gehölze und Brombeeren zurückgeschnitten. In Neureut und in Grünwettersbach sind Rückschnitte an Hecken geplant. Am Erlachsee erfolgt zur Kontrolle und Regulierung des Fischbestandes eine Befischung durch einen beauftragten Berufsfischer. Auch am Parkteich im Citypark erfolgt eine Befischungsaktion. Ziel ist hier die Entnahme der eingesetzten Goldfische, um den See als Laichgewässer für die hier ansässige Population der seltenen Wechselkröten zu erhalten.

Das Ziel all dieser Maßnahmen ist die Erhaltung und Entwicklung landschaftstypischer und artenreicher Lebensräume der heimischen Pflanzen- und Tierwelt. Die Arbeiten werden von qualifizierten Firmen im Auftrag der Naturschutzverwaltung und durch städtische Ämter in Eigenregie durchgeführt.

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Verschiedenes 

Das Rebhuhn verschwindet: NABU reicht EU-Beschwerde gegen Deutschland ein

Bestand um über 90 Prozent eingebrochen - Bund und Länder verletzen seit Jahrzehnten die EU-Vogelschutzrichtlinie

Berlin, 2.10.2020 – Am heutigen Freitag reicht der Naturschutzbund Deutschland (NABU) eine offizielle Beschwerde gegen Deutschland bei der EU-Kommission ein. Es geht um den dramatisch schlechten Zustand des Rebhuhns, der in erster Linie auf die fehlgeleitete Agrarpolitik zurückzuführen ist. Seit 1980 ist das Rebhuhn um 91 Prozent zurückgegangen. Nach Ansicht des NABU verstoßen Bund und Länder damit gegen die in der EU-Vogelschutzrichtlinie festgeschriebene Anforderung, einen guten Erhaltungszustand aller wildlebenden Vogelarten zu erreichen und dafür angemessene Maßnahmen zu treffen.

„Das Schicksal des Rebhuhns ist ein besonders eindrückliches Beispiel für die miserable Umsetzung dieser EU-Verpflichtungen in Deutschland. Wie bei vielen anderen Feldvogelarten und bei den Insekten raubt die durch Subventionen fehlgesteuerte Landwirtschaft der Art Lebensraum und Nahrung“, erklärt NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger, „Unzählige wissenschaftliche Studien, Pilotprojekte und Vorschläge der letzten Jahre- und Jahrzehnte haben hier keine Veränderung der Agrarpolitik bewirkt. Wir verlangen jetzt rechtliche Schritte der Europäischen Kommission, damit die Regierungen von Bund und Ländern nicht mehr einfach wegsehen können.“ Es sei bekannt und erprobt, wie man das Rebhuhn retten könnte, betont der NABU-Präsident mit Verweis auf in der EU-Beschwerde ausführlich zitierte Studien. Es fehle allein am Umsetzungswillen.

Als eine wichtige Maßnahme fordert der NABU, dass mindestens zehn Prozent der Agrarlandschaft als Lebensraum für das Rebhuhn und die ländliche Artenvielfalt reserviert werden. Dies sollte künftig auch zu einer Grundbedingung für die Auszahlung von Flächenprämien an landwirtschaftliche Betriebe werden. Die im Oktober anstehenden Abstimmungen der Agrarminister und des Europaparlaments über die künftige Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) bieten die Chance, dies EU-weit festzulegen. Gelingt dies nicht, muss Deutschland nationale Regelungen erlassen, ansonsten droht ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs. Der NABU appelliert an Agrarministerin Julia Klöckner und ihre Kolleginnen und Kollegen in den Ländern, die Landwirtschaft nach dem Desaster im Düngerecht nicht sehenden Auges in ein weiteres Problem mit der EU-Justiz zu führen.

Das Rebhuhn ist ein typischer Feldvogel, der früher in allen Agrarlandschaften Deutschlands vorkam. Drei Millionen Paare dürften es in den 1950er Jahren gewesen sein. Übrig geblieben ist ein kümmerlicher Rest zwischen 21.000 und 37.000 Paaren, etwa ein Prozent des damaligen Bestands. Wichtig für das Überleben von Rebhühnern sind ungemähte und ungespritzte Flächen, in denen die Weibchen gut versteckt vor Räubern wie Füchsen brüten können, und insektenreiche Blühflächen, auf denen die pro Gelege bis zu 20 Küken ausreichend Nahrung finden. Solche Flächen werden immer seltener. Daher reicht der heutige Bruterfolg der Hühnervögel nicht mehr aus, um den Bestand zu erhalten.

„Der Rückgang des Rebhuhns ist nicht nur ein Verlust für alle Menschen, die diesen Vogel nicht mehr erleben können, er ist vor allem ein Alarmsignal für das Fehlen von Insekten und Wildkräutern in der zu intensiv genutzten Agrarlandschaft. Hier ist der Naturhaushalt aus den Fugen geraten, denn Pestizide können vielleicht Schädlinge aufhalten, aber kein funktionierendes Ökosystem ersetzen“, so Lars Lachmann, Leiter Vogelschutz des NABU. Nach Einschätzung des NABU müsste es für einen guten Erhaltungszustand wieder mindestens 335.000 Rebhuhn-Paare geben. Zwar setzen die Bundesländer bereits heute erste Schutzmaßnahmen für das Rebhuhn um. Um damit die Art zu retten, müsste dies aber auf einer mindestens zwanzigmal so großen Fläche wie bisher geschehen.

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Funk­tions­jacken: Keine der fluorfreien Jacken über­zeugt voll­kommen

Funk­tions­jacken: Keine der fluorfreien Jacken über­zeugt voll­kommen
In wetter­fester Kleidung steckt oft schädliche Chemie (c) Stiftung Warentest

Bei einem Test von acht Funktionsjacken ohne fluorhaltige wasser­abweisende Chemikalien zeigt sich, dass einige Jacken nur im Neuzustand vor Nässe schützen. Nach fünf Wasch­gängen allerdings kann keine mehr dem Stark­regen voll­ständig trotzen. Das Fazit der Stiftung Warentest lautet daher: fünf­mal Befriedigend und dreimal Ausreichend. Die Ergeb­nisse sind in der Oktober-Ausgabe der Zeit­schrift test veröffent­licht.

Das Dilemma zeigt sich im Test: Wer auf Funk­tions­jacken mit fluorhaltigen Schad­stoffen verzichten möchte, findet bisher keine über­zeugende Alternative. Denn es sind per- und poly­fluorierte Chemikalien, die der Funk­tions­jacke Schutz vor Wasser, Schmutz und Öl verleihen, gleich­zeitig jedoch Mensch und Umwelt gefährden. Sie können sich heraus­waschen, von Klär­anlagen nicht zuver­lässig heraus­gefiltert werden und so ins Grund­wasser gelangen. Über die Nahrungs­kette werden sie dann vom Menschen wieder aufgenommen und können gesund­heits­schädigend wirken.

Positiv ist, dass Hersteller inzwischen Funk­tions­jacken ohne Fluor anbieten. Doch bei den Prüfungen haben diese nicht dauer­haft über­zeugt. Beim Test im Regenturm wird die Kleidung unter einigen gewaschenen Jacken zu einem Viertel nass. Bei einer Jacke ist sie ganz durch­nässt. Eine Nach­imprägnierung im Anschluss an den Wasch­gang kann helfen – mit einem fluorfreien Mittel oder über einen Imprägnier­service.

Für leichte Wandertouren und Städtetrips reichen fluorfreie Funk­tions­jacken. Nach mehreren Wäschen schützen sie aber nicht mehr ausreichend vor Regen.

Der Test „Funk­tions­jacken“ findet sich in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift test und ist online unter www.test.de/funktionsjacken abruf­bar.

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