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Verschiedenes 

Karlsruhe: Mehr Platz für Mauereidechsen

Karlsruhe: Mehr Platz für Mauereidechsen
Eidechsen-Lebensraum / Foto: Stadt Karlsruhe, Gartenbauamt

Lebensraum auf dem Edeltrudtunnel wird vergrößert

Zusätzliche Lebensräume für die unter Naturschutz stehenden Mauereidechsen richtet das Gartenbauamt der Stadt Karlsruhe derzeit auf dem Edeltrudtunnel ein. Weil die im letzten Frühjahr angelegten Elemente aktuell sehr dicht besetzt sind, ist nun eine Erweiterung auf die doppelte Fläche erforderlich geworden. Damit erfüllt die Stadt zugleich die fachlichen Anforderungen und die Auflagen der vom Regierungspräsidium erteilten artenschutzrechtlichen Ausnahmegenehmigung.

Auf dem Edeltrudtunnel haben Mauereidechsen ein neues Zuhause erhalten, deren Lebensraum mit dem Rückbau der Kleingartenanlage südlich der Stuttgarter Straße verloren hatten. Mauereidechsen benötigen Strukturen aus Steinen, Holz und Sand zum Sonnen, Verstecken, zur Eiablage und zur Überwinterung. Als Nahrung dienen Insekten, die in den angrenzenden blütenreichen Wiesen reichlich vorhanden sind.

Geplant ist, dass ein Teil der Tiere wieder zurück in die Kleingartenanlage umgesiedelt wird, sobald diese fertiggestellt ist. Nach dem momentanen Zeitplan wird dies 2024 der Fall sein, so dass nach Ablauf einer Vegetationsperiode 2025 der Eidechsen-Umzug 2025 beginnen kann. Die jetzt auf dem Edeltrud-Tunnel eingebauten zusätzlichen Elemente sollen dann entfernt und der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt werden.

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Veranstaltungen 

Klimaschutz durch energetische Sanierung

Kostenloses Online-Seminar und Beratungsmöglichkeiten
Vorträge zu Fördermitteln, CO2-Preisen und Photovoltaik am 3. Mai
Online-Energieberatung am 7. Mai

Die Beratungswochen des Förderprogramms klimafreundlich Wohnen werden trotz der Corona-Pandemie stattfinden – im Online-Format. Im Rahmen des Förderprogramms der Stadt Freiburg veranstaltet das Umweltschutzamt ein kostenloses Online-Seminar. Außerdem werden kostenlose Energieberatungen angeboten – auch diese im Digitalformat, kontaktfrei und sicher von zuhause aus. Das Seminar findet 3. Mai statt, die Beratungen am 7. Mai.

Laut Umweltbundesamt entfallen 30 Prozent der CO2-Emissionen in Deutschland auf den Gebäudebereich. Ein zentraler Aspekt der (lokalen) Energiewende ist demnach die energetische Sanierung des Gebäudebestands in Freiburg. Aus diesem Grund hat die Stadt Freiburg vor einigen Jahren das Förderprogramm „Klimafreundlich Wohnen“ ins Leben gerufen und unterstützt Freiburgerinnen und Freiburger seitdem bei der energetischen Sanierung. Die Intensivberatungswochen sollen dabei helfen, erste Eindrücke zur energetischen Sanierung zu erhalten. Außerdem wird das Förderprogramm vorgestellt und aufgezeigt, wie die ersten Schritte zur Sanierung des eigenen Gebäudes laufen können – und das möglichst kostenfrei und unterstützt durch qualifizierte Energieberaterinnen und Energieberater.

Aufgrund des zum Januar eingeführten CO2-Preises und den gestiegenen Zuschüssen zur energetischen Sanierung lohnt es sich einen Blick auf die aktuelle Förderlandschaft zu werfen. Bei entsprechender Sanierung ist es möglich bis zu 60 Prozent der Investitionskosten erstattet zu bekommen. Zu diesem Thema findet am Montag, 3.Mai um 17.30 Uhr ein Vortrag von Herrn Frank Hettler von Zukunft Altbau statt. Er setzt die aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen und die neue Förderlandschaft in den Zusammenhang mit den möglichen CO2-Einsparungen. Im zweiten Vortrag des Informationsabends wird Herr Arne Blumberg von der Energieagentur Regio Freiburg aufzeigen, wie eine Photovoltaik-Anlage das Klima schützt und dabei finanzielle Vorteile bringt. Im Anschluss an die Vorträge gibt es die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

Außerdem wird es am Freitag, 7. Mai ab 13 Uhr kostenlose Energieberatungen von unabhängigen Expertinnen und Experten zu individuellen Sanierungsvorhaben geben. Diese werden online oder telefonisch stattfinden.

Anmeldungen für den Informationsabend und die Energieberatungen sind online auf www.earf.de, per Mail an veranstaltung@energieagentur-freiburg.de oder telefonisch (0761/79177-17) möglich. Alle Angebote sind kostenfrei!

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Verschiedenes 

NABU zu Nationaler Waldstrategie: Als gäbe es keine Klimaveränderungen

Krüger: Wald nicht nur als Holzlieferanten betrachten

Berlin, 23.4.21 - Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat den Referentenentwurf für eine "Nationale Waldstrategie 2050" vorgelegt. NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger kommentiert:

"Der Entwurf lässt leider keinen grundlegenden Wechsel im Umgang mit dem Wald und der Waldbewirtschaftung in Deutschland erkennen. Ein klimaresilienter Wald ist mehr als ein Holzproduzent. Als NABU wünschen wir uns einen anpassungsfähigen Wald, in dem Ökosystemleistungen wie Lebensräume, Wasserhaushalt, Kohlenstoffsenke und andere Gemeinwohlleistungen gleichwertig berücksichtigt werden. Diese strategischen Förderdimensionen müssen noch ergänzt werden."

In einem offenen Brief wenden sich BUND, Greenpeace, NABU, WWF, das Forum Umwelt & Entwicklung und der Dachverband DNR mit ihrer Kritik an das Bundeslandwirtschaftsministerium. Sie fordern, das Verfahren neu aufzurollen und ergebnisoffen unter Beteiligung aller relevanten Akteure neu zu starten.





Verschiedenes 

NABU: Zehn Forderungen zur Bundestagswahl für eine bessere Kreislaufwirtschaft

Neue ifeu-Studie zeigt Potenziale, aber auch Grenzen des Recyclings / Rohstoffverbrauch muss insgesamt reduziert werden

Berlin, 22.4.21 – Gerade einmal zwölf Prozent der in Deutschland eingesetzten Rohstoffe stammen aus dem Recycling. Diese Zahl lässt sich nur deutlich steigern, wenn der Rohstoffverbrauch insgesamt reduziert wird. Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts für Energie- und Umweltforschung (ifeu) im Auftrag des NABU. Deutschlands größter Umweltverband leitet aus der Studie zehn Forderungen zur Bundestagswahl für eine bessere Kreislaufwirtschaft ab.

„Noch immer werden zu viele Abfälle verbrannt oder deponiert und nicht recycelt. Die Wiederverwertung von Kunststoffen, Bauabfällen, seltenen Metallen und Co. muss dringend weiter ausgebaut werden. Wichtig hierfür ist eine kreislauforientierte Produktpolitik, die die Hersteller verpflichtet, die Produkte langlebig, reparierbar und am Ende auch recyclingfähig zu gestalten“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Doch selbst wenn wir alle Abfälle, die in Deutschland anfallen, vollständig recyceln würden, könnte man dadurch nur 22 Prozent des deutschen Rohstoffhungers stillen. Dies zeigt, dass das Potenzial des Recyclings derzeit begrenzt ist.“

Zum einen sind zahlreiche Rohstoffe, die wir nutzen, nicht für ein Recycling geeignet, etwa fossile Rohstoffe, die zur Energiegewinnung verbrannt werden. Zum anderen sind Rohstoffe häufig langfristig in Produkten gebunden und stehen somit nicht für ein Recycling zur Verfügung. Solange mehr Materialien verbraucht werden als Abfälle anfallen, können Rezyklate nur einen Teil der Primärrohstoffe ersetzen.

„Darum muss die Menge an eingesetzten Rohstoffen insgesamt reduziert werden. Rund 16.000 Kilogramm Rohstoffe verbraucht jeder Mensch in Deutschland – pro Jahr. Jede Nutzung von Rohstoffen hat Auswirkungen auf die Umwelt in Form von Emissionen, Flächenverbrauch und Abfallbergen“, so NABU-Kreislaufwirtschaftsexperte Michael Jedelhauser. „Das führt dazu, dass unsere planetaren Grenzen überschritten werden. Um die Klimaziele zu erreichen und die Artenvielfalt zu bewahren, müssen wir unseren Rohstoffverbrauch schnell und wirkungsvoll verkleinern.“

Ein großer Hebel hierfür ist die Energiewende. Indem fossile Rohstoffe durch erneuerbare Energien ersetzt werden, könnte der gesamte Rohstoffverbrauch in Deutschland bis 2030 um etwa ein Drittel reduziert werden. Weitere Ansätze sind langlebige und reparierbare Produkte, nachhaltiger Konsum und rohstoffsparende Produktionen.

Die ifeu-Studie zeigt, wie eine umfassende Kreislaufstrategie für Produktion und Konsum dazu führen kann, dass bis zum Jahr 2050 Sekundärrohstoffe einen Anteil von bis zu 38 Prozent an den in Deutschland verbrauchten Rohstoffen erreichen können. Für die anstehende Bundestagswahl fordert der NABU daher von den Parteien ambitionierte Pläne und Zielsetzungen für eine bessere Kreislaufwirtschaft zum Wohle von Klima- und Artenschutz. In einem Papier nennt der NABU zehn Bundestagswahlforderungen:

1. Deutsche Kreislaufwirtschaftsstrategie entwickeln
2. Verbindliche Abfallvermeidungsziele setzen
3. Primärrohstoffsteuern festlegen
4. Recht auf Reparatur stärken
5. Recyclingfreundliches Design zur Norm machen
6. Mit Rezyklateinsatzquoten Kreisläufe schließen
7. Kreislaufwirtschaft durch umweltfreundliche öffentliche Beschaffung stärken
8. To-Go-Einwegverpackungen durch Abgabe verteuern
9. Biotonnen flächendeckend einführen
10. Plastikmüllexporte in Länder außerhalb der EU stoppen

NABU-Forderungspapier zur Bundestagswahl online ...

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Verschiedenes 

NABU: Umweltsünder können Investitionen weiterhin als „grün“ labeln

Krüger: Chance für echte Verbesserungen weit verfehlt / Industrielle Abholzung von CO2-speichernden Wäldern gilt weiterhin als „nachhaltig“

Berlin/Brüssel, 21.4.21 - Heute hat die EU-Kommission den ersten delegierten Rechtsakt zur EU-Taxonomie, die sogenannte Klima-Taxonomie, in Brüssel vorgestellt. Darin werden Prüfkriterien definiert, nach welchen Investitionen in Technologien und wirtschaftliche Aktivitäten als klimaverträglich bezeichnet werden dürfen. Die EU-Taxonomie soll Investoren und Nationalstaaten dabei helfen, nachhaltiger zu investieren und Gelder im Sinne des Umwelt- und Klimaschutzes einzusetzen. Der heute vorgestellte Entwurf bleibt laut NABU jedoch weit hinter diesen Zielen zurück.

NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger: „Mit den Finanzkriterien in der neuen EU-Taxonomie hat die EU-Kommission die Chance für echte Verbesserungen in der Forst- und Energiewirtschaft vertan. Auf Druck der nordischen Lobby gelten auch die industrielle Abholzung von CO2-speichernden Wäldern und das klimaschädliche Verbrennen von Holz zur Energiegewinnung als nachhaltig. Umweltsünder können ihre Investitionen somit weiterhin als „grün“ labeln. Das Ziel, Greenwashing zukünftig zu verhindern, ist damit weit verfehlt. Das Europäische Parlament und der Europäische Rat müssen diesen Entwurf ablehnen. Wir brauchen eine wissenschaftsbasierte EU-Taxonomie – nur so erreichen wir die Ziele des European Green Deal und eine klimaneutrale EU bis 2050.“

In relevanten Bereichen wie Forstwirtschaft und der Förderung von Biomasse ist die EU-Kommission nicht den Empfehlungen ihrer Expertengruppe, sondern Lobbyinteressen gefolgt. Konkret kritisiert der NABU, dass in der Fortwirtschaft de facto alle Formen des Holzeinschlages bzw. der Abholzung von Wäldern als "grün" definiert werden.

Darüber hinaus wird im jetzigen Entwurf jede Art von Bioenergie, die in der überholten Erneuerbaren Energie Direktive von 2018 (RED II) erlaubt ist, ebenfalls als „grüne Aktivität“ gewertet. Die RED II erlaubt jedoch weiterhin, dass z.B. Wälder abgeholzt und in deren Holz in Kraftwerken verbrannt werden, was hohe Netto-Emissionen verursacht, Waldökosysteme schädigt und gleichzeitig mit Milliarden als "Erneuerbare Energie" subventioniert wird.

Die Entscheidung, ob Erdgas und Atomkraft als „klimafreundliche“ Formen der Stromgewinnung aufgenommen werden, wurde auf das vierte Quartal des Jahres verschoben. Hier droht ein schmutziger Kompromiss, wenn Frankreich sich für Atomstrom und Deutschland für Erdgas durchsetzt.

Hintergrund

Die europäische Taxonomie-Verordnung ist ein Rahmen zur Bewertung der Nachhaltigkeit von wirtschaftlichen Aktivitäten. Sie trat im Juli 2020 in Kraft. Das Ziel: Investoren, Nationalstaaten und die Europäische Union sollen nachhaltiger investieren, "Greenwashing" soll verhindert werden. Eine Investition bzw. die der Investition zugrunde liegende Wirtschaftsaktivität gilt in der Taxonomie als nachhaltig, wenn sie wesentlich zu mindestens einem von sechs Umweltzielen beiträgt („substantial contribution“) und keinen erheblichen Schaden im Sinne der übrigen Umweltziele verursacht („do-no-significant-harm“ - DNSH).

Dazu werden Prüfkriterien (Grenzwerte) für ausgewählte Wirtschaftstätigkeiten für sechs Umweltziele definiert: Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel, nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen, Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft, Vermeidung von Umweltverschmutzung, Schutz und Wiederherstellung von Ökosystemen und Biodiversität. Die EU-Kommission hat diese Kriterien nun in einem „delegierten Rechtsakt“ festgeschrieben, der im weiteren Schritt von Parlament und Rat bestätigt werden muss.

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Veranstaltungen 

NABU: Amsel, Drossel, Fink sind da?

Vom 13. bis 16. Mai werden bei der „Stunde der Gartenvögel“ deutschlandweit wieder Vögel gezählt / Hinweise auf erneutes Blaumeisensterben

Berlin, 16.4.21 – Welche und wie viele Vögel durch unsere Gärten und Parks flattern, wird das Himmelfahrts-Wochenende vom 13. bis 16. Mai zeigen: Der NABU ruft gemeinsam mit dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) und der NAJU zur 17. „Stunde der Gartenvögel“ auf.

„Die Stunde der Gartenvögel hatte in den vergangenen Jahren starke Zuwächse an Teilnehmenden. Die Corona-Pandemie hat diesen Trend noch einmal deutlich verstärkt. Immer mehr Menschen haben offenbar Interesse an der Natur vor der eigenen Haustür“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Allein 2020 hat sich die Teilnehmendenzahl im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.“ Mehr als 161.000 Menschen hatten 2020 mitgemacht und aus rund 107.000 Gärten über 3,2 Millionen Vögel gemeldet. Gemeinsam mit der Schwesteraktion „Stunde der Wintervögel“ handelt es sich damit um Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmach-Aktion.

Die große Datenmenge aus den Zählungen ergibt ein genaues Bild von Zu- und Abnahmen in der Vogelwelt unserer Gärten und Parks. Im vergangenen Jahr konnte ein plötzlicher Bestandseinbruch der Blaumeise um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr festgestellt werden. Hauptursache dafür war eine in Deutschland neue Bakterieninfektion, die im März und April zu einem Massensterben der beliebten Gartenvögel geführt hatte. „Die kommende Zählung wird Aufschluss darüber geben, ob die Blaumeisen die Verluste durch erfolgreiche Bruten ausgleichen konnten. Leider ist es ebenso möglich, dass sich der Abwärtstrend weiter fortsetzt“, sagt Miller. „Aktuelle Meldungen deuten darauf hin, dass die Epidemie auch in diesem Frühjahr wieder zuschlägt – allerdings weiter nördlich als im Vorjahr.“

Die Chancen stehen gut, bei der Zählung den ersten öffentlich gewählten Vogel des Jahres, das Rotkehlchen, zu sehen: „Fast jeder Garten hat seinen eigenen Jahresvogel“, so der NABU-Bundesgeschäftsführer. „Im langjährigen Mittel wird das Rotkehlchen innerhalb einer Stunde in fast jedem zweiten Garten entdeckt. Die Art steht damit auf Rang sieben der zuverlässigsten Gartenvögel.“ Größere Gruppen wird man allerdings nicht finden. Miller: „Die Vögel sind sehr territorial und dulden außer ihrem Partner keine weiteren Artgenossen im Revier.“ Daher liegt das Rotkehlchen nur auf Rang 13, wenn es um die häufigsten Gartenvögel geht. Bisher sind ihre Bestände in den Gärten seit Beginn der Aktion im Jahr 2005 stabil.

Und so funktioniert die Vogelzählung: Von einem ruhigen Plätzchen im Garten, Park, auf dem Balkon oder vom Zimmerfenster aus wird von jeder Vogelart die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig beobachtet werden konnte. Die Beobachtungen können am besten online unter www.stundedergartenvoegel.de gemeldet werden, aber auch per Post oder Telefon – kostenlose Rufnummer am 15. Mai von 10 bis 18 Uhr: 0800-1157115. Gemeldet werden kann auch mit der kostenlosen NABU-Vogelwelt-App, erhältlich unter www.NABU.de/vogelwelt. Meldeschluss ist der 24. Mai.

Wer zuvor noch etwas üben möchte, findet viele Infos unter www.stundedergartenvoegel.de, darunter Portraits der 40 häufigsten Gartenvögel (www.nabu.de/gartenvoegel), einen Vogeltrainer (https://vogeltrainer.nabu.de) und Vergleichskarten der am häufigsten verwechselten Vogelarten.

Aktuelle Zwischenstände und erste Ergebnisse sind ab dem ersten Zähltag auf www.stundedergartenvoegel.de abrufbar und können mit vergangenen Jahren verglichen werden.

Für kleine Vogelexperten hat die NAJU die „Schulstunde der Gartenvögel“ (17. bis 21. Mai) ins Leben gerufen. Weitere Informationen dazu unter www.NAJU.de/sdg.

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Verschiedenes 

„Schöner“ neuer Passagier: Slow Food schützt Oberlausitzer Apfelsorte

„Schöner“ neuer Passagier: Slow Food schützt Oberlausitzer Apfelsorte
Schöner von Herrnhut: Äpfel auf der Wiese (c) Christoph Schuster

Mit der Arche des Geschmacks rettet Slow Food alte Nutztierrassen, Kulturpflanzen und Lebensmittel vor dem Vergessen. Schützenswert ist auch die hiesige farbliche, aromatische und genetische Apfelvielfalt, die so vielfältig nicht mehr ist. Der neueste Passagier an Bord der Arche heißt daher „Schöner von Herrnhut“, eine traditionelle Apfelsorte aus der Oberlausitz.

Jede*r kennt sie, die meisten mögen sie, ob unverarbeitet oder als Saft, in Kuchen, Keksen oder herzhaften Gerichten. Die Rede ist von Äpfeln. Dass unsere Supermarktauslage voll von ihnen ist, verrät nichts über ihre wahre Vielfalt. Die ist inzwischen allerdings enorm reduziert; ein Trend, der in den 1970er Jahren seinen Höhepunkt erreichte, als nur noch zählte, welche Ware sich gut anbauen und handeln ließ. Golden Delicious, Jonathan und Cox Orange wurden zur Basis für die Züchtung unseres modernen Tafelobstes. Das Ergebnis sind die heute gängigen Supermarktäpfel, die vor allem süß und saftig sind. Der Genuss regional und saisonal wechselnder Sorten blieb auf der Strecke. Genau der aber ist Slow Food wichtig, weshalb der Verein regionaltypische Apfelsorten in die Arche des Geschmacks aufnimmt.

Der „Schöne von Herrnhut“, umgangssprachlich auch „Herrnhuter“, ist die fünfte Apfelsorte in der Arche. Er erhielt seinen Namen durch den Ort Herrnhut, wo er 1880 gefunden wurde. Im Handel war er ab 1900 erhältlich. Einst ein wichtiger Bestandteil der ursprünglichen Streuobstwiesenlandschaft in der Oberlausitz, wird er heute nur noch vereinzelt angebaut – auf Wiesen, in Hausgärten und an Straßenrändern. Die Entwicklung weg vom extensiven Hochstammobstbau als Bestandteil landwirtschaftlicher Betriebe hin zu spezialisierten Obstbaumbetrieben mit intensiv gepflegten Niederstamm-Plantagen verdrängte ihn. Dabei ist der Herrnhuter ein guter Tafel-, Saft- und Wirtschaftsapfel. Er ist saftig, süßsäuerlich und aromatisch, hat zartes Fruchtfleisch und eignet sich besonders zum Frischverzehr und zur Saftherstellung. Typisch für ihn sind die rötlichen Adern, die sich durch das Fruchtfleisch bis zur Stielgrube ziehen. Als robuste Sorte mit geringen Anforderungen an Boden und Klima machen seinen Anbau auch in Extrem- und Höhenlagen möglich.

Der Herrnhuter hat einen hohen Gehalt an Polyphenolen. Das sind aromatische Verbindungen, die zu den sekundären Pflanzenstoffen gehören und antioxidativ, antiviral und antimikrobiell wirken. Äpfel mit einem hohen Polyphenolgehalt jedoch sind weniger gern gesehene ‚Gäste‘ im Supermarkt, weil sie nicht die „perfekte“ Form haben und sich ihr Fruchtfleisch nach dem Anschnitt schneller braun färbt. Slow Food aber rät Verbraucher*innen zum Griff nach regionalen Obstsorten statt Standardware. Gerhard Schneider-Rose, Leiter der SFD-Arche-Kommission, erklärt warum: „Wenn wir die Vielfalt unserer alten Apfelsorten und den Anbau auf Streuobstwiesen schützen und nutzen, bewahren wir nicht nur die phantastische Vielfalt der Aromen und einen wichtigen Genpool. Der Anbau an Klima und Boden angepasster Sorten macht auch den Einsatz von Pestiziden und Kunstdüngern sowie künstliche Bewässerung überflüssig. Solche Wiesen gestalten Landschaften und bieten Lebensräume für zahlreiche Insekten, Vögel und Wildblumen.“

Der Herrnhuter ist in Baumschulen in der Oberlausitz sowie überregional in Baumschulen erhältlich, die sich auf alte Obstsorten spezialisiert haben. Weitere Äpfel in der Arche sind: Jakob-Fischer-Apfel, Lausitzer Nelkenapfel, Birkenfelder Rotapfel, Luikenapfel.

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Verschiedenes 

„Restore Nature“

Mehr als 100.000 Menschen fordern Renaturierungsziele mit Biss

Krüger: Überwältigende Beteiligung ist klarer Appell an Bundesregierung und Parteien / Renaturierung in Deutschland und Europa konsequent umsetzen

Berlin, 6.4.21 – Mehr als 100.000 Menschen haben sich durch die vom NABU unterstützte #RestoreNature-Kampagne an der öffentlichen Befragung der EU-Kommission beteiligt. Sie alle fordern die EU-Kommission dazu auf, ein verbindliches EU-Renaturierungsgesetz vorzulegen. So soll sich die EU-Kommission auf Ökosysteme wie Moore, Flüsse und ihre Auen oder Seegraswiesen konzentrieren und messbare Ziele mit einem klaren Zeithorizont vorgeben. Zuletzt hatten die EU-Mitgliedstaaten ihr selbstgesetztes Renaturierungsziel für 2020 deutlich verfehlt, da es an Verbindlichkeit mangelte.

NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger: „Die überwältigende Beteiligung an der Kampagne zeigt deutlich, dass es nun endlich an der Zeit ist, eine flächendeckende Renaturierung in Europa anzustoßen und die biologische Vielfalt zurückzubringen. Mit ihrer Teilnahme richten die Bürgerinnen und Bürger auch einen klaren Appell an Bundesfinanzminister Olaf Scholz, bereits heute ausreichende Mittel für die kommenden Renaturierungs-Verpflichtungen im deutschen "Wiederaufbau-Plan" einzuplanen. Zugleich ist es eine klare Aufforderung an alle Parteien, das Thema „Renaturierung“ in ihre Wahlprogramme zur Bundestagswahl aufzunehmen und bei der späteren Verhandlung zum Regierungsprogramm als neuen Naturschutz-Schwerpunkt zu setzen.“

Raphael Weyland, NABU-Naturschutzrechtsexperte in Brüssel: „Es ist ernüchternd, dass Deutschland bei der Frage der Renaturierung bisher nicht selbst gesetzgeberisch aktiv geworden ist und offenbar mal wieder von der EU-Kommission zum Jagen getragen werden muss. Mit Blick auf die besorgniserregenden Ergebnisse der jüngst veröffentlichten Berichte zum Zustand der Auen und der Wälder muss die Bundesregierung schleunigst handeln. Damit sich das Trauerspiel der mangelhaften Umsetzung des wichtigen Schutzgebiets-Netzes Natura 2000 in Deutschland nicht wiederholt, braucht es bei der Renaturierung sowohl eine starke Steuerung durch bundesweite Vorgaben als auch entsprechende finanzielle Unterstützung für die Bundesländer.“

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