Grüne Quellen
Sonntag, 22. September 2019 Uhr

 
ProlixLetter
Mittagstisch
Prolix-Gastrotipps
Prolix-Studienführer
Ökoplus Freiburg
56plus
lesen-oder-vorlesen
wodsch

 

 
Kontakt
Werbung
Disclaimer
Datenschutzerklärung
Impressum
 
Prolix-Verlag
 
oekoplus-freiburg.de
Guten Mittag liebe Besucher unserer Webseite!
 
In Ergänzung unserer Webseite oekoplus-freiburg.de möchten wir hier nach Stichworten sortiert Adressen und Tipps für ein ökologisches Miteinander zusammentragen.
 
Wir laden jeden Besucher ein, weitere Tipps und Informationen mit unserem kostenlosen ProlixLetter zu abonnieren: Bestellung auf der Webseite www.prolixletter.de in der rechten Spalte oben.
 
Sollten Sie Fragen, Anregungen oder Verbesserungsvorschläge zu dieser Webseite haben, nehmen Sie bitte per eMail mit uns Kontakt auf. Wir sind offen und für jeden Hinweis dankbar!
Viel Spaß auf unseren Seiten wünscht Ihnen
 
 
Ihre Prolix Redaktion


Verschiedenes 

NABU: Der Spatz bleibt Spitze in Deutschlands Gärten

"Stunde der Gartenvögel": deutlich mehr Sperlinge, aber Schwalben im Sinkflug/Teilnehmerrekord erwartet

Berlin – Spatzen top, Insektenfresser flop – das ist kurzgefasst das Zwischenergebnis der diesjährigen „Stunde der Gartenvögel“, die am vergangenen Wochenende bundesweit stattgefunden hat. Bis Mittwoch hatten über 60.000 Vogelfreunde aus mehr als 41.000 Gärten und Parks über 1,3 Millionen Vögel an den NABU und seinen bayerischen Partner, den Landesbund für Vogelschutz (LBV), gemeldet. Damit deutet sich ein Teilnehmerrekord bei Deutschlands größter wissenschaftlicher Mitmach-Aktion an. Noch bis zum 20. Mai können Vogelzählungen per Internet, per App oder per Post an den NABU übermittelt werden.

„Das Highlight ist das Spitzenergebnis für den Haussperling. Es liegt sechs Prozent über dem des Vorjahres. Damit erreicht diese Art ihr bestes Ergebnis in 15 Jahren Stunde der Gartenvögel“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Die Spatzen haben vom Rekordsommer 2018 eindeutig profitiert.“ Auch der Feldsperling hat gegenüber dem Vorjahr um sieben Prozent zugenommen und wird damit nach 2016 sein zweitbestes Ergebnis in der Geschichte der „Stunde der Gartenvögel“ erreichen. Die Naturschützer des NABU freuen sich besonders über die positive Entwicklung der beiden Spatzenarten. Denn starke Rückgänge in den Jahrzehnten vor Beginn der NABU-Zählaktion hatten dafür gesorgt, dass beide Arten bis heute in der Vorwarnkategorie der Roten Liste deutscher Brutvogelarten stehen. Davon können sich die Spatzen heute offensichtlich etwas erholen.

Schlecht sieht es dagegen für Mauersegler und Mehlschwalben aus. „Die Zahlen für diese beiden Arten sind katastrophal“, so NABU-Vogelschutzexperte Marius Adrion. „Beide erreichen die mit Abstand schlechtesten Ergebnisse bisher. Aufgrund der Wetterlage mit Kaltluft aus dem Norden verzögert sich offenbar die Ankunft eines Teils der Mauersegler und Mehlschwalben. Leider fügen sich die diesjährigen Ergebnisse aber nahtlos in eine Reihe abnehmender Zahlen aus den Vorjahren – egal ob warmes oder kaltes Maiwetter herrschte. Wir haben es daher wohl mit einem tatsächlichen deutlichen Rückgang zu tun. Das Fehlen der Fluginsektennahrung und das Verschwinden von Brutnischen an Gebäuden sind wahrscheinlich die Ursachen.“

Beim Sorgenkind Amsel zeigt sich wie erwartet ein starker Rückgang. Bundesweit wurden elf Prozent weniger Amseln gesichtet. „In Hamburg und Bremen, wo die tödliche Krankheit Usutu 2018 erstmals auftrat, wurden sogar über 40 Prozent weniger Amseln als im Vorjahr gemeldet“, so Adrion. „Das deutet darauf hin, dass die Viruserkrankung mit für den Rückgang verantwortlich ist.“

Eine kleine Sensation deutet sich beim Rotkehlchen an. Es wird mit einem Plus von 20 Prozent sein zweitbestes Ergebnis nach 2006 erzielen. Warum dieser Gartenvogel so häufig zur „Stunde der Gartenvögel“ gesichtet wurde, ist jedoch vorerst unklar.

Alle Ergebnisse aus inzwischen 15 Jahren „Stunde der Gartenvögel“ sind jetzt in einer Broschüre erschienen. Unter www.NABU.de/15-jahre-sdg kann sie jeder downloaden.

Mehr







Verschiedenes 

NABU: Wildbienen schützen in Haus und Garten

Insektensommer vom 31. Mai bis 9. Juni und vom 2. bis 11. August

Berlin – Zum Weltbienentag (20.5.) gibt der NABU Tipps für eine bienenfreundliche Umwelt und macht auf seine bevorstehende bundesweite Insektenzählung „Insektensommer“ vom 31. Mai bis 9. Juni und vom 2. bis 11. August aufmerksam. Ziel der Aktion ist es, auf die enorme Bedeutung von Wildbienen und anderen Insekten hinzuweisen und für den Schutz dieser Tiergruppe zu sensibilisieren. Jeder kann etwas tun, mit dem Pflanzen bienenfreundlicher Stauden und Kräuter oder dem Bau eines Insektenhotels. Viele Tipps rund um den Wildbienenschutz gibt es unter www.NABU.de/bienen

In Deutschland leben 560 unterschiedliche Wildbienenarten. Mehr als die Hälfte von ihnen ist auf der Roten Liste als stark gefährdet verzeichnet.

Wildbienen, zu denen auch die Hummeln zählen, sind unersetzliche Bestäuberinnen. Die wilden Schwestern der Honigbiene sind auch bei Kälte, Wind und Regen unterwegs. Besonders für kurz blühende Obstbäume wie Kirschen spielen sie deshalb eine tragende Rolle. So können Hummeln aufgrund ihrer Kraft sogar Tomaten bestäuben, wozu die Honigbiene nicht in der Lage ist. Je mehr verschiedene Arten von Bestäubern vorhanden sind, umso besser funktioniert die Gesamtbestäubung von Obstbäumen und anderen Pflanzen.

„Die Mehrzahl der Wildbienen bildet keine Staaten und benötigt Hohlräume in Holz, Stängeln oder Steinen, um darin Brutkammern anzulegen. Wer Wildbienen hilft, muss keine Stechattacken befürchten. Die Tiere sind harmlos und friedlich. Von einem ruhigen Platz aus, kann man das Treiben beobachten, wenn Bienen Baumaterial und Nahrung zu ihrer Brutröhre tragen“, sagt NABU-Insektenexpertin Daniela Franzisi. Wer Bienen dabei unterstützen möchte, kann ein Insektenhotel selber bauen oder ein geeignetes kaufen. Wichtig ist, dass kein Weichholz verwendet wird, damit Bohrlöcher nicht ausfransen, sonst können sich die Bienen daran verletzen. Die Hotels sollten in der Nähe von Futterpflanzen aufgestellt werden.

Auf Blumenbeeten freuen sich Bienen über Schafgarbe, Akelei, Lavendel, Wilde Malve, Astern, Blutweiderich, Wiesenschafgarbe und Wiesensalbei. Auf Gemüsebeeten bieten sich Ackerbohnen, Borretsch, Ringelblumen, Kürbisgewächse, Zwiebeln, Kohl, Möhren und verschiedene Gewürzkräuter an. Für den Balkon empfiehlt der NABU Katzenminze, Gundermann, Liegender Ehrenpreis, Zypressenwolfsmilch und Blutroten Storchschnabel sowie Küchenkräuter wie Salbei, Rosmarin, Lavendel, Pfefferminze und Thymian. Die Kräuter sollte man blühen lassen.

Der NABU engagiert sich seit Jahren für den Schutz der Insekten. Sie tragen zur Vermehrung von Pflanzen sowie zur Fruchtbarkeit des Bodens bei. Studien zeigen, dass die Insekten in Deutschland deutlich zurückgehen. Intensive Landwirtschaft, der Einsatz von Pestiziden, Flächenversiegelung und artenarme Grünflächen in Siedlungsgebieten sind Gründe für den Insektenschwund. Der Insektensommer findet dieses Jahr zum zweiten Mal statt. Im vergangenen Jahr beteiligten sich 18.000 Menschen mit über 7.300 Beobachtungen.

Mehr




Verschiedenes 

Amerikanische Faulbrut bei einen Bienenvolk ausgebrochen

Keine Gefahr für Menschen – Stadtverwaltung bittet um Unterstützung aller Freiburger Imkerinnen und Imker

Mehr




Verschiedenes 

NABU: Bundesregierung muss Schweinswale besser schützen

Zum Tag des Ostseeschweinswals fordert der NABU den Artenverlust in den heimischen Meeren zu stoppen

Berlin – Zum Internationalen Tag des Ostseeschweinswals am 19. Mai appelliert der NABU an die Politik, Deutschlands einzigen heimischen Wal, den Schweinswal, besser zu schützen. „Erst vor Kurzem hat uns der Bericht des Weltbiodiversitätsrates drastisch vor Augen geführt, dass wir mitten in einer menschengemachten Welle des Artensterbens sind. Für den Ostseeschweinswal, von dem es nur noch wenige hundert Tiere gibt, tragen wir als Deutschland direkt Verantwortung. Wir müssen jetzt handeln. Sonst laufen wir Gefahr, den kleinen Wal an unseren Küsten zu verlieren“, mahnt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Erst vor einer Woche lieferte der sogenannte IPBES-Report dramatische Zahlen. Weltweit drohen bis eine Million Arten auszusterben. Schuld daran ist der Mensch. Unsere Ozeane sind massiv übernutzt, industrialisiert und auf zwei Drittel ihrer Fläche stark geschädigt – auch der Lebensraum des Schweinswals, die Ostsee. Insgesamt stehen ein Drittel der marinen Arten auf der deutschen Roten Liste und gelten als gefährdet. „Die kleine Teilpopulation des Ostseeschweinswals ist vom Aussterben bedroht. Insbesondere der ungewollte Beifang in Stellnetzen, aber auch Unterwasserlärm und die zunehmenden Lebensraumverluste machen den Tieren zu schaffen. Im vergangenen Jahr wurden mit über 200 Tieren so viel tote Schweinswale an unseren Ostseestränden gefunden wie noch nie“, sagte NABU-Meeresschutzexperte Kim Detloff.

Doch statt endlich zu handeln, und den Schweinswal zumindest in den für ihn ausgewiesenen Meeresschutzgebieten effektiv vor den Gefahren der Fischerei, Schifffahrt oder fragwürdigen Infrastrukturprojekten wie dem geplanten Fehmarnbelttunnel zu schützen, bagatellisiert die Bundesregierung die dramatische Lage des Ostseeschweinswals und blockiert bei internationalen Verhandlungen einen verbesserten Schutz. „Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat erst kürzlich verhindert, dass die ‚Bonner Konvention zum Schutz wandernder Tierarten‘ den Schutzstatus des Schweinswals anhebt. Der Grund dafür war, dass dann die Fischerei bei den hohen Beifangzahlen eingeschränkt werden müsste. Das für die Fischerei verantwortliche Bundesministerium opfert den Schweinswal für wirtschaftliche Interessen“, kritisiert Detloff.

Um dem Ostseeschweinswal eine Zukunft zu geben, fordert der NABU, die Fischerei insbesondere mit Stellnetzen in den ausgewiesenen Meeresschutzgebieten zu verbieten. Darüber hinaus muss die Ostsee leiser werden. Der NABU forscht gemeinsam mit schleswig-holsteinischen Fischern an sogenannten alternativen Fanggeräten, die Beifänge vermeiden können und hat eine Landesstelle Schweinswalschutz in Flensburg eingerichtet. Hier können die sympathischen Meeressäuger regelmäßig von Land oder beim vom NABU organisierten Whale Watching beobachtet werden.

Hintergrund
In der Ostsee leben zwei getrennte Populationen von Schweinswalen. Während die im westlichen Teil lebende Beltseepopulation noch geschätzt 18.500 Tiere zählt, so leben in der östlichen bzw. zentralen Ostsee nur noch wenige hundert Individuen. Die Grenze beider Gruppen verläuft auf Höhe der Halbinsel Fischland-Darß. Nach Aussage der Weltnaturschutzunion IUCN gilt die östliche Population als vom Aussterben bedroht. Während die natürliche Lebenserwartung der Tiere bei ca. 20 Jahren liegt, zeigen jüngste Studien, dass gerade weibliche Schweinswale aufgrund des hohen menschengemachten Drucks in der Ostsee im Schnitt keine vier Jahre alt werden. Unter 30 Prozent der Tiere erreichen überhaupt die Geschlechtsreife.





Verschiedenes 

Studie: Die Energiewende kann naturverträglich gelingen

Wuppertal Institut zeigt Lösungsweg auf - Potenzial von natürlichen Kohlenstoffspeichern erhöhen, Energieeffizienz ausbauen und nachhalter Wirtschaften und Leben

Berlin – Naturschutz und Energiewende sind vereinbar. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich Anfang der Woche positiv zu Frankreichs Initiative zur Treibhausgasneutralität der EU bis 2050 geäußert. Deutschland kann dazu einen Beitrag leisten und bis Mitte des Jahrhunderts Treibausgasneutralität erreichen – und zwar naturverträglich! Zu diesem Ergebnis kommt eine vom NABU beauftragte und heute in Berlin vorgestellte Studie „Strategien für eine naturverträgliche Energiewende“. Die Meta-Studie zeigt, dass sowohl Klimaschutzziele erreicht werden können und gleichzeitig ein hohes Naturschutzniveau erhalten bleiben kann.

Es ist grundsätzlich möglich, die energiebedingten Treibhausgasemissionen Deutschlands bis Mitte des Jahrhunderts gegenüber 1990 um bis zu 100 Prozent zu reduzieren, so das Fazit des Gutachtens. Das Wuppertal Institut untersuchte für den NABU dazu vorliegende Energieszenarien und identifizierte daraus diejenigen Klimaschutzstrategien, die bisher deutlich unterrepräsentiert sind und künftig deutlich stärker gefördert werden sollten. Dazu zählen Photovoltaik, Steigerung von Energieeffizienz, Förderung natürlicher Senken und Ressourcenschutz.

„Wir brauchen die Energiewende für wirksamen Klimaschutz. Aber entscheidend ist, dass wir dabei Natur und Umwelt nicht zerstören. Wir können nicht einfach den Kohle- durch Windstrom ersetzen, sondern müssen zunächst versuchen, deutlich weniger Energie zu verbrauchen. Hier brauchen wir ordnungspolitische Rahmenbedingungen und auch die Verbraucherinnen und Verbraucher müssen ihren Teil dazu beitragen. Außerdem müssen natürliche Kohlenstoffspeicher wie Moore verstärkt in den Fokus rücken“, sagt NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Neben einem nachhaltigeren, ressourcenschonenderen Lebensstil müssten mehr Maßnahmen in die Steigerung der Energieeffizienz fließen. Im Gebäudesektor würde eine steuerliche Abschreibung bei der Gebäudesanierung schnell mehr Effizienz bringen. Auch eine gut umgesetzte CO2-Bepreisung würde effiziente Technologien in allen Sektoren fördern.

Der Ausbau der erneuerbaren Energien führt auch zu einem steigenden Druck auf Flächen. „Erneuerbare-Energie-Anlagen sind immer auch Eingriffe in den Naturraum. Schlecht geplante und platzierte Windenergieanlagen können gravierende Folgen für Fledermäuse und Vögel haben. Durch die Bauwerke verlieren die Tiere Lebensraum oder sie sterben durch Rotoren. Der großflächige Energiepflanzenanbau zur Biogaserzeugung kann sich auch negativ auf Insekten, Vögel und anderen Tiere auswirken, weil ihnen Lebensräume verloren gehen“, so NABU-Präsidiumsmitglied Heinz Kowalski. Stattdessen sei es dringend notwendig, die Nutzung von Photovoltaik auszubauen, künftige Förderinstrumente entsprechend auszurichten und vorhandene Hürden zu minimieren, so die Expertise des Wuppertal Institut-Gutachtens. „Ein deutlich stärkerer Ausbau der Photovoltaik gegenüber den letzten Jahren wäre ein wichtiger Baustein für das Erreichen der deutschen Klimaschutzziele und könnte zur gesellschaftlichen Akzeptanz sowie zur Naturverträglichkeit der Energiewende beitragen“, so Dr. Sascha Samadi vom Wuppertal Institut.

Der NABU begrüßte die Aussage von Bundeskanzlerin Merkel diese Woche beim internationalen Petersberger Klimadialog in Berlin, dass sich Deutschland der Initiative unter Frankreichs Präsident Emmanuel Macron anschließen wolle, die EU bis 2050 klimaneutral zu machen. Die Kanzlerin hatte gesagt, dass nicht darüber diskutiert werden müsse, „ob wir es erreichen können, sondern wie können wir es erreichen.“

Aus NABU-Sicht liefert die Studie hier einen guten Ansatz, wie die Treibhausgasneutralität bis 2050 erreicht werden kann mit einem möglichst geringen Einfluss auf das Ökosystem. „Klimaschutz ist neben dem Umbau des Energiesystems und der Förderung erneuerbarer Energie vor allem auch die Förderung natürlicher Senken und Wälder. Deshalb arbeiten wir daran, Moore zu renaturieren und zu schützen und mehr Totholz in Wäldern zu belassen. Das hilft nicht nur dem Klima, es ist auch ein wichtiger Beitrag zum Schutz der Artenvielfalt“, so Kowalski.

Mehr




Veranstaltungen 

Bienentag mit Auftakt zum Volksbegehren Artenschutz in Baden-Württemberg

Bienentag mit Auftakt zum Volksbegehren Artenschutz in Baden-Württemberg
© Slow Food Archiv

Aktionstag anlässlich des Weltbienentags Sonntag in Stuttgart

Mit einem großen Bienen-Aktionstag startet am Sonntag, 19. Mai, das Volksbegehren Artenschutz in Baden-Württemberg. Los geht es um elf Uhr auf dem Züblin-Parkhaus in Stuttgart. Auf Einladung von Slow Food Deutschland e.V., proBiene - Freies Institut für ökologische Bienenforschung und dem Bienenschutz Stuttgart e.V. wird es ein breites Angebot rund um das wichtigste Nutztier der Welt geben – die Biene. Der Tag wird anlässlich des Weltbienentages ausgerichtet (20. Mai) und ist der Startschuss für die Sammlung der 10.000 notwendigen Unterschriften für die Beantragung des Volksbegehrens Artenschutz Rettet die Bienen beim baden-württembergischen Innenministerium. Neben der Unterschriftensammlung zeigen die Veranstalter durch Aktionen und Informationen nicht nur die Faszination der außergewöhnlichen Geschöpfe, sondern auch: es ist jetzt höchste Zeit zum Handeln, wenn wir die Artenvielfalt als unser aller Lebensgrundlage auf diesem Planeten erhalten wollen.

„Es wird immer deutlicher, dass ohne ein schnelles Umsteuern der Mensch die Lebensgrundlage, die uns die Natur bietet, von dieser Welt verdrängt wird“, sagt Tobias Miltenberger, Geschäftsführer von proBiene. „Es kann nicht sein, dass es Bienen heute in der Stadt besser geht als auf dem Land. Die Politik ist in der Pflicht, dem Biodiversitätsverlust sowie dem Einsatz von insektenvernichtenden Substanzen auf dem Acker einen Riegel vorzuschieben“, kommentiert Ursula Hudson von Slow Food Deutschland. Und Anke Heidemüller von Bienenschutz Stuttgart e.V. sagt: “Es gilt, unser Ökosystem nicht weiter zu destabilisieren und dafür ist der Erhalt der Artenvielfalt unerlässlich.”

Dass proBiene, Slow Food und der Bienenschutz Stuttgart den Bienentag gemeinsam veranstalten, zeigt die Stärke des Volksbegehrens Artenschutz: Mittlerweile haben mehr als 60 Verbände, Unternehmen und Vereine ihre aktive Unterstützung erklärt. Die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall, die ebenfalls zum Unterstützerkreis zählt, wird die Gäste am Sonntag unter anderem mit Wraps mit Secreto der alten Landrasse Schwäbisch-Hällisches Schwein und Wraps mit Grillgemüse und Bio-Heumilchkäse der Dorfkäserei Geifertshofen verköstigen. Der Gründer der Erzeugergemeinschaft, Rudolf Bühler, wird genauso zu den Vortragenden zählen, wie Staatssekretärin Gisela Splett, Rupert Ebner von Slow Food, Lisa Deister von Bienenschutz Stuttgart sowie die Stuttgarter Imker David Gerstmeier und Tobias Miltenberger. Neben Vorträgen und Diskussionen zur Biene bieten die Veranstalter ein buntes Programm aus Herstellung von Bienenwachskerzen, Nisthilfen-Bau für Wildbienen, eine Honigverkostung und ein Gewinnspiel.

Wer es Sonntag nicht nach Stuttgart schafft, kann das Volksbegehren unterstützen, indem er die Unterschriftenformulare unterschreibt und weiterverbreitet. Diese können ab 19. Mai auf der Website des Volksbegehrens, www.volksbegehren-artenschutz.de, heruntergeladen werden. Als Unterstützung zählen nur Unterschriften auf diesem Formular. proBiene hat das Volksbegehren Artenschutz angestoßen. Die Initiatoren, die Summtgarter Imker David Gerstmeier und Tobias Miltenberger, wollen unter anderem durch den Ausbau der ökologischen Landwirtschaft, die Reduktion des Pestizideinsatzes und den Ausbau von Bildung im Bereich nachhaltiges Wirtschaften stärker als bisher gesetzlich verbindlich die Artenvielfalt auf dem Land schützen.

****************************************************
Weltbienentag: Der Weltbienentag wurde von den Vereinten Nationen ausgerufen und wird seit 2018 am 20. Mai gefeiert.

proBiene - Freies Institut für ökologische Bienenhaltung hat das Ziel, das Wissen um die essentielle Bedeutung der Biene zu verankern und Methoden der biodynamischen Imkerei zu entwickeln. Die gemeinnützige Einrichtung wurde 2016 von Demeter-Berufsimkern gegründet. www.probiene.de

Slow Food Deutschland e.V. ist eine internationale Bewegung, die sich dafür einsetzt, dass jeder Mensch Zugang zu Nahrung hat, die sein Wohlergehen sowie das der Produzenten und der Umwelt erhält. Die Slow Food Bewegung zählt in Deutschland rund 14.000 Mitglieder in rund 85 Convivien.

Bienenschutz Stuttgart e.V., engagiert sich seit 2013 für den Schutz von Wildbienen und die wesensgemäße Haltung von Honigbienen. Zudem ist der Verein Regionalgruppe des Netzwerks Blühende Landschaft, welches ein insektenfreundliches Blühangebot fördert. www.bienenschutz-stuttgart.de
Kontakt Volksbegehren: Sven Prange, sven.prange@probiene.de, Tel. 0711 / 407992-30, www.volksbegehren-artenschutz.de

Mehr




Veranstaltungen 

Gewinner des Wettbewerbs „Die Lieferkette lebt“ wird ausgezeichnet

BMU, NABU und „Biodiversity in Good Company“-Initiative verleihen Preis für nachhaltige Lieferkette

Berlin – Gemeinsam haben das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU), die „Biodiversity in Good Company“-Initiative und der NABU (Naturschutzbund Deutschland) den Wettbewerb „Die Lieferkette lebt. Lieferketten gestalten, biologische Vielfalt erhalten“ ausgelobt.

Am 22. Mai 2019, dem Internationalen Tag der biologischen Vielfalt, wird mit einer feierlichen Preisverleihung mit Florian Pronold, Parlamentarischer Staatssekretär beim BMU, und der stellvertretenden NABU-Bundesgeschäftsführerin Angelika Richter, sowie der Vorstandsvorsitzenden der „Biodiversity in Good Company“-Initiative Dr. Stefanie Eichiner das Gewinnerunternehmen des Wettbewerbs bekannt gegeben. Die Preisverleihung findet von 11 bis 14 Uhr beim NABU Bundesverband in Berlin statt.

Funktionierende Ökosysteme, menschliches Wohlergehen und wirtschaftliche Aktivitäten sind wesentlich auf biologische Vielfalt angewiesen. Unternehmen haben Mitverantwortung für ihren Schutz und ihre nachhaltige Nutzung. Eine herausfordernde Aufgabe dabei ist es, dieses Thema auch in die Lieferkette zu integrieren. Der Wettbewerb wurde ausgelobt, um Licht auf die vielfältigen Aktivitäten von Unternehmen in diesem Bereich zu werfen und diese auszuzeichnen.

Mehr




Verschiedenes 

NABU, WWF und IFAW fordern in Niedersachsen: Herdenschutz statt Wolfsabschuss

Berlin, Hannover, 8. Mai 2019 – NABU, WWF und IFAW kritisieren die Entscheidung des niedersächsischen Landesumweltministeriums, die Abschussgenehmigung des Rodewalder Wolfsrüden mit der Bezeichnung „GW717m“ erneut zu verlängern. Laut Medienberichten spielt Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies mit dem Gedanken, Wölfe auch ohne individuelle Zuordnung abschießen lassen zu wollen. Aus Sicht der Verbände tragen die Aussagen aus dem Ministerium nicht zu einer Versachlichung der Situation bei. In einem gemeinsamen Statement fordern NABU, WWF und IFAW die Einhaltung europäischen und deutschen Rechts und eine konstruktive Auseinandersetzung mit den Themen Wolf und Herdenschutz.

Bereits am 23. Januar erteilte der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) mit Unterstützung des Niedersächsischen Umweltministeriums die Ausnahmegenehmigung zum Abschuss des Rüden, nachdem eine gehäufte Zahl von Nutztierrissen im Bereich des Rodewalder Rudels verzeichnet wurde. Die Begründung des NLWKN zur Ausnahmegenehmigung reicht nach Ansicht der Verbände allerdings nicht aus und ist fachlich falsch. Vorwürfe erhebt der NABU-Landesverband Niedersachsen gegenüber dem Land, da es nach seiner Kenntnis kaum Aktivitäten gegeben hat, Risse bei Rindern und Pferden durch entsprechende Herdenschutzmaßnahmen zu unterbinden, während deutlich in die Suche und den Abschuss des Rodewalder Rüden investiert wurde.

Die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) legte bereits im Februar 2019 öffentlich dar, dass auch Rinder vor Wölfen geschützt werden müssen, wenn einzelne Wölfe gelernt haben, Rinder zu töten. Landesumweltminister Olaf Lies sieht das offenbar anders, sagte er doch bei der letzten Sitzung des Arbeitskreises Wolf des niedersächsischen Umweltministeriums, dass bei Rindern die Herde, bestehend aus ausgewachsenen und jungen Tieren, ausreichenden Schutz bieten würden.

„Diese Haltung führt Herdenschutz als nachgewiesene effektive Prävention ad absurdum. An flächendeckendem, fachgerechtem Herdenschutz in Wolfsgebieten führt jedoch kein Weg vorbei“, sagt Claudia Grünewald, Artenschutzexpertin des NABU. Prävention müsse immer das erste Mittel der Wahl bleiben und helfe dabei, dass Lerneffekte bei Wölfen und damit auch Entnahme-Situationen gar nicht erst entstehen.

Moritz Klose vom WWF äußert sich zum Gedankenspiel des Ministers: „ Für eine präventive Entnahme von Wölfen gibt es weder eine rechtliche Grundlage, noch ist sie fachlich sinnvoll. Die Tötung von Wölfen darf nur im Einzelfall, nach Prüfung aller zur Verfügung stehenden Alternativen erfolgen.“

Andreas Dinkelmeyer vom IFAW: „Minister Lies wäre besser beraten, endlich flächendeckenden Herdenschutz in seinem Land umzusetzen, statt Gelder für die langwierige Suche nach einzelnen Wölfen zu verschwenden. Zumal kann weiterhin nicht glaubhaft versichert werden, wie der Rüde eindeutig identifiziert und entnommen werden kann." Diese Unklarheit werde gerade jetzt – in den Frühjahrsmonaten – besonders relevant. Es könnte versehentlich ein anderes Tier, zum Beispiel die säugende Wölfin, getötet werden, auf die die jungen Welpen, die Ende April/Anfang Mai geboren werden, in dieser Zeit angewiesen sind.

„Wenn von einem Selbstschutz bei Herden ohne fachliche Grundlage ausgegangen wird, handelt das Land grob fahrlässig und schafft erst die Möglichkeit, dass Wölfe lernen, größere Weidetiere zu reißen“, so der Landesvorsitzende des NABU Niedersachsen Dr. Holger Buschmann. „Das Land muss demgegenüber dringend öffentlich fordern, dass Herdenschutzmaßnahmen sofort ergriffen werden, wenn erste Risse in einem Wolfsgebiet erfolgen.“

Die Verbände bewerten die Kommunikation der zuständigen Behörden zum Fall des Rodewalder Rüden seit Beginn mehr als mangelhaft, da die Öffentlichkeit völlig im Dunkeln gelassen würde. „Gute fachliche Praxis im Wolfsmanagement sieht anders aus“, so die Verbände. Mit dem Schweigen der Behörden zu Hintergründen des Rodewalder Rudels und gleichzeitiger populistischer Stimmungsmache rücke man die konfliktarme Koexistenz von Mensch und Wolf absichtlich in weite Ferne.

Zu einem guten Wolfsmanagement gehören sachliche Informationsarbeit gegenüber der Öffentlichkeit und anderen Interessengruppen ebenso wie eine adäquate Förderung, Beratungsleistung und Umsetzung von flächendeckendem Herdenschutz.

Hintergrund zum Fall:
Die Einzelabschussgenehmigung für den Wolf GW717m begründet sich gemäß NLWKN auf zwei Einzelfälle, bei denen ein zwei Monate altes Kalb nachweislich von dem Rüden gerissen worden ist und ein zweijähriges Rind nach Verletzung eingeschläfert wurde. Weitere Fälle konnten dem Tier nicht zugeordnet werden oder der NLWKN geht davon aus, dass ein Selbstschutz der jeweils betroffenen Herde nicht gegeben war. Der NLWKN geht weiterhin davon aus, dass mehrere mehrjährige gesunde Rinder bereits einen Selbstschutz auch für Kälber bieten würden, ohne dieses durch fachliche Studien belegen zu können oder sich zu diesem Thema mit anderen Ländern, bundesweiten Behörden, Informationsstellen und Experten ausgetauscht geschweige denn abgesprochen zu haben.







Seite 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25