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Verschiedenes 

Wirtschaft und Biodiversität in Einklang bringen

NABU und Boston Consulting Group stellen gemeinsame Studie zur Bedeutung der Biodiversität für die Wirtschaft vor

Berlin, 23.09.2020 – Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und die Strategieberatung Boston Consulting Group (BCG) haben eine Studie zur Wichtigkeit der Biodiversität und den Auswirkungen und Chancen von wirtschaftlichen Aktivitäten veröffentlicht. Über Ökosystemleistungen wie Bestäubung, Klimaregulierung oder die Bereitstellung fruchtbarer Böden erbringt die Biodiversität weltweit einen jährlichen Wert in Höhe von ungefähr dem zweifachen globalen Bruttoinlandsprodukt (BIP). Doch durch den immer schneller fortschreitenden Rückgang der Biodiversität geht dieser Wert jedes Jahr um mindestens drei Prozent - über sechs Billionen US-Dollar - zurück.

Dieser Rückgang ergibt sich besonders daraus, dass viele für das gesellschaftliche Wohlbefinden und die städtische Versorgung wesentliche Aktivitäten in enger Interaktion mit der Natur stehen und die Nutzung von Land und natürlichen Ressourcen beinhalten. Land- und Forstwirtschaft, der Ausbau von Infrastruktur, Rohstoffabbau sowie der Industriesektor tragen aktuell zu etwa 60 Prozent des Biodiversitätsverlusts bei. Die Studie „Wirtschaften im Einklang mit der Natur – Handlungswege zur Sicherung der Biodiversität“ zeigt auf, wie die Belastungen der Biodiversität entstehen und wie sie gemindert werden können.

„Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit BCG, denn sie zeigt, dass der Erhalt der Biodiversität auch für große Unternehmen immer mehr in den Fokus rückt“, so NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger, „Intakte Ökosysteme und die Artenvielfalt sind unsere Lebensgrundlage, die wir schützen müssen. Ein biodiversitätsfreundliches Handeln von Unternehmen ist dabei ein wesentlicher Faktor. Die Politik muss durch Regulierung und Anreize den nötigen Rahmen dafür und faire Wettbewerbsbedingungen schaffen.“

Grundlage eines zukunftsfähigen Systems, in dem Wirtschaft und Natur gemeinsam wachsen können, ist, dass der Wert der Biodiversität in unsere wirtschaftlichen, politischen, und zivilgesellschaftlichen Entscheidungen einbezogen wird. „Wirtschaftliche Wertschöpfung und Biodiversität müssen und können stärker in Einklang gebracht werden. Denn eine intakte Biodiversität tut nicht nur der Natur gut, sondern birgt riesiges Potenzial für die Wirtschaft“, sagt Dr. Torsten Kurth, BCG-Senior-Partner und Koautor der Studie. „Der Erhalt der Biodiversität ist genauso wichtig, wie den Klimawandel zu stoppen, denn die Krisen verstärken sich gegenseitig. Umso wichtiger ist es, jetzt verloren gegangene Ökosystemfunktionen wiederherzustellen, denn durch CO2-Bindung können naturnahe Ökosysteme, wie Moore und Mischwälder, einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel leisten“.
Um biodiversitätsfreundlich zu wirtschaften, sollten Unternehmen zunächst die Folgen ihres Wirtschaftens für Artenvielfalt und Ökosysteme analysieren – also neben ihrer CO2-Bilanz auch ihren gesamten ökologischen Fußabdruck ermitteln. Durch freiwillige Selbstverpflichtung zu Biodiversitätsstandards und durch Innovationen in Rohstoffgewinnung, Landbau, und Produktionstechniken können Unternehmen im nächsten Schritt positive Auswirkungen entlang ihrer gesamten Wertschöpfungskette erzielen. Beispielsweise kann kreislauforientiertes Wirtschaften durch die Wiederverwendbarkeit und biologische Abbaubarkeit von Endprodukten den allgemeinen Ressourcenbedarf und Flächenverbrauch auf ein Minimum reduzieren. Auch können Unternehmen selber biodiversitätsfreundliche Landnutzungsmodelle fördern und sich an Projekten zum Schutz der Natur beteiligen: So kann Land erworben und dem Naturschutz gewidmet werden; und Landnutzer können dafür bezahlt werden, auf ihrem Land Biodiversitätsmaßnahmen umzusetzen.

Einige Firmen haben bereits damit begonnen, durch entsprechende Maßnahmen den Biodiversitätserhalt in ihre Prozesse zu integrieren. Dennoch gibt es noch sehr viel zu tun, und alle gesellschaftlichen Akteure müssen ihren Beitrag leisten. So hebt die Studie auch die Rolle politischer und gesellschaftlicher Institutionen hervor: diese besteht zum einen darin, den nötigen Wandel durch Innovationsförderung, Wissenstransfer und die Verbesserung ländlicher Infrastruktur voranzutreiben. Darüber hinaus benötigen Unternehmen Rahmenbedingungen, die es ihnen erleichtern, biodiversitätsfreundlich zu produzieren. Subventionen, wie beispielweise in der EU-Agrarpolitik, sollten nach Gemeinwohlkriterien vergeben werden, sodass zum Beispiel konkrete Naturschutzleistungen auf bewirtschaftetem Land gezielt gefördert werden. Die Studie empfiehlt das Ende der pauschalen Flächenprämien. Staatlich geförderte und kontrollierte Produktionsstandards und -zertifizierungen können es Unternehmen zudem ermöglichen, Verbraucher auf biodiversitätsverträgliche Praktiken hinzuweisen. Auch Handelsabkommen sollten Auflagen zum Schutz der Biodiversität enthalten – dies sorgt für einen fairen Wettbewerb über Ländergrenzen hinweg und verhindert, dass Bemühungen durch wirtschaftlichen Druck untergraben werden.

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Verschiedenes 

Ausschüsse machten sich Bild von der Lage im Stadtwald Karlsruhe

Ausschüsse machten sich Bild von der Lage im Stadtwald Karlsruhe
Ausschüsse zur Lage im Stadtwald / Foto: Stadt Karlsruhe/Knopf

Exkursion mit BM Bettina Lisbach im Distrikt Rissnert / Forst schildert katastrophale Situation

Zu einer Waldexkursion trafen sich kürzlich zwei Ausschüsse des Gemeinderats sowie der Naturschutzbeirat, um sich mit Forstamtsleiter Ulrich Kienzler und Bürgermeisterin Bettina Lisbach ein Schadensbild des Stadtwalds im dritten Dürrejahr zu machen. Gemeinsam beging man den Stadtwald (Distrikt Rissnert) bei Rüppurr. Waldzustand, Waldökologie und die Situation der Verkehrssicherung (herabfallende Äste) standen auf der Agenda. Was der Forstamtsleiter dem Ausschuss für öffentliche Einrichtungen und dem Ausschuss für Umwelt und Gesundheit mitteilen musste, war desillusionierend. Der Wald stehe vor einer Katastrophe, es gebe massive Schäden, hinzu käme die Thematik Verkehrssicherungspflicht, betonte Kienzler. Man habe rund 110 Kilometer Waldrand an Straßen und Bahnschienen. "Hier, die Buche, eigentlich ein robuster Baum, aber kaputt. Wir sägen Äste ab, wo wir können, um die Stabilität zu sichern. Aber wir kommen nicht mehr hinterher. Das belastet unsere Mitarbeiter", führte Kienzler aus, der auf die angespannte Personalsituation beim Forstamt hinwies. Fachkräfte seien schwer zu finden.

Drittes extremes Trockenjahr

Eingangs wies Lisbach darauf hin, wie wichtig es sei, sich vor Ort anzuschauen, wie der Zustand des Waldes sei. "Wir plagen uns mit dem dritten extremen Trockenjahr herum. Das sind die Folgen", sagte Lisbach, die jedoch auch das vom Gemeinderat beschlossene Waldanpassungsgesetz lobte. Ob Bergahorn, Rotbuche, Eiche, Esche ("ein Totalausfall") – das Schadensbild sei immens, bilanzierte Kienzler, der Zahlen sprechen ließ. Normalerweise stehen zur ökonomischen Nutzung 14.2000 Kubikmeter an Festmetern Holzmenge im Stadtwald zur Verfügung. 2018 habe man 13.000 Kubikmeter verwertet, 2019 waren es 9700, 2020 nur noch 6300. Schadensbedingt beträgt der Ausfall (2018: 9 Prozent, 2019: 29 Prozent) aktuell gar 63 Prozent. Rußrindenpilz oder Buchdrucker-Käfer schädigten den Wald massiv.

Beim Waldspaziergang nach oben schauen

Kienzler plädierte dafür, beim Waldspaziergang öfter nach oben zu schauen, um die kaputten Baumkronen ins Visier zu nehmen. Man müsse den Wald aus vielen Perspektiven betrachten – von Biodiversität über Freizeitnutzung bis zur Ökonomie. Jeder interpretiere den Wald anders, sagte der Forstamtschef zu den vom Waldzustand betroffenen Ausschussmitgliedern. Auf eine Pflanzaktion wies Revierförster Bernd Struck hin. "Den Eichen müssen wir helfen, ohne Eingriff haben sie keine Chance, sich zu entwickeln." Es werde Einem auch Angst und Bange, wie schnell der Heldbock die Bäume besiedele.

zum Bild oben:
KATASTROPHAL: Eindringlich schilderte Forstamtsleiter Ulrich Kienzler (in der Hand das Blatt einer Ulme) gemeinsam mit Bürgermeisterin Bettina Lisbach die aktuelle Situation des Karlsruher Stadtwalds. Foto: Stadt Karlsruhe/Knopf





Verschiedenes 

NABU: Fehler der Agrarförderung nicht im Wald wiederholen

Krüger: Waldprämie muss an Kriterien zur Stabilisierung von Waldökosystemen gebunden werden

Berlin, 22-09.2020 – Anlässlich der am 23. September beginnenden Agrarministerkonferenz in Weiskirchen fordert der NABU, dass die geplante „Waldprämie“ keine reine Flächenprämie sein darf. Neben der Produktion von Holz, mit der Forstbetriebe ihr Haupteinkommen erzielen, erbringt der Wald viele weitere wertvolle Ökosystemleistungen, die bisher kaum finanziell honoriert werden. Dazu gehört unter anderem binden von Kohlenstoff, kühlen der Umgebung, produzieren von Sauerstoff oder das Filtern von Wasser.

„Grundsätzlich unterstützen wir den Gedanken, Waldbesitzende für Leistungen zu entlohnen, die allen zugutekommen. Die geplante Waldprämie muss aber das Ziel haben, die Ökosystemstabilität der Wälder zu fördern. Eine Prämie ausschließlich auf der Basis des Mittelwertes des Holzzuwachses in Deutschland lehnen wir ab. Die Fehler der Agrarförderung dürfen sich im Wald nicht wiederholen“, so NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger. „Unsere Wälder sind komplexe und sehr vielfältige Ökosysteme, deren Stabilität maßgeblich von ihrer biologischen Vielfalt abhängt. Nur wenn diese Ökosysteme intakt und stabil sind, können sie sich auch an die Herausforderungen des Klimawandels anpassen und auch langfristig die unterschiedlichen Ökosystemleistungen bereitstellen.“

Trockenheit, Hitze und die Massenverehrung von Insekten haben in den letzten Jahren zu einer erheblichen Menge an Schadholz in den Wäldern geführt. Forstbetriebe müssen mit deutlich gefallenen Holzpreisen zurechtkommen. Da die Erderhitzung weiter voran schreitet, wird sich diese Situation weiter verschärfen. Eine Waldklimaprämie, die vor allem die Kohlenstoffbindung in den Vordergrund stellt, könnte das ohnehin schon geschwächte Ökosystem Wald weiter destabilisieren. Denn so würde auf schnellwachsende gebietsfremde Baumarten gesetzt, die in kurzer Zeit zwar viel Kohlenstoff binden. Dabei wird jedoch außer Acht gelassen, dass diese Baumarten sich oft negativ auf den Wasserhaushalt auswirken und auf Grund ihrer nicht vorhandenen Vernetzung mit anderen Waldorganismen sehr anfällig für Störungen sind.

Aus Sicht des NABU muss daher eine Waldprämie an die ökologische Stabilisierung von Wäldern geknüpft werden. Als mögliche Förderaspekte kommen in Betracht: Förderung heimischer Laubbaumarten, Erhöhung des Totholzanteils, reduziertes Befahrung der Waldböden, Förderung alter Wälder, dauerhafter Verzicht auf die Waldbewirtschaftung oder auch die Zertifizierung der Waldbewirtschaftung nach anspruchsvollen Siegeln wie FSC oder Naturland.

„Viele der Ökosystemleistungen profitieren, wenn Wälder nicht bewirtschaftet werden. Das Ökosystem Wald ist nicht auf eine Bewirtschaftung angewiesen“, so Krüger, „Je wilder Wälder sind, desto wertvoller sind sie.“

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Veranstaltungen 

Karlsruhe: Saisonabschluss der Offenen Pforte

Karlsruhe: Saisonabschluss der Offenen Pforte
Verborgener Rückzugsort in der Durlacher Weiherstraße © Stadt Karlsruhe

Idyllisches Garten-Atelier in Durlach

Zum letzten Mal in diesem Jahr lädt die Offene Pforte Gartenfreunde dazu ein, sich im privaten Grün Gleichgesinnter umzuschauen. Dieses Mal gibt es am Samstag, 26. September, und am Sonntag, 27. September (jeweils von 11 bis 18 Uhr), ein Garten-Atelier zu entdecken, das verborgen hinter den Grundstücken der Weiherstraße 12 und 13 in Durlach liegt. Erschlossen ist dieser etwa 350 Quadratmeter große Garten, der vor einigen Jahren als Rückzugsort und Sommeratelier angelegt wurde, über einen Fußweg, der zwischen den Häusern hindurch führt. Das schmale Grundstück ist eine Idylle, die zum Verweilen einlädt und Raum für Kunst bietet. Neben Obst und Kräutern steht die Farbe der Staudenblüten im Vordergrund.

Zusätzlich besteht auch zum Abschluss der Saison noch die Möglichkeit, nach telefonischer Vereinbarung durch zahlreiche weitere Gärten zu streifen. Alle aktualisierten Termine und Details zu den Gärten gibt es online unter www.karlsruhe.de/offenepforte.

Allgemeine Hygiene- und Kontaktvorschriften

Es gelten für die Gartenbesuche die allgemeinen Kontaktbeschränkungen und Hygienevorschriften, sprich ein Mindestabstand von eineinhalb Metern. Gegebenenfalls sind Sonderregelungen für separate Wegenutzungen zu berücksichtigen. Es wird um Verständnis gebeten, dass die teilnehmenden Gartenbesitzerinnen und -besitzer dazu angehalten sind, darauf zu achten, dass sich maximal 20 Personen gleichzeitig im Garten aufhalten. Besucherinnen und Besucher werden gebeten Angaben zu ihrem Namen, der Adresse sowie eine Rufnummer zu hinterlassen, um mögliche Infektionswege nachvollziehen zu können. Diese Regelungen sind immer vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung von COVID-19 zu betrachten und können sich situationsbedingt in den kommenden Wochen und Monaten ändern.

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Verschiedenes 

NABU: Verhandlung zur Fehmarnbeltquerung startet am Bundesverwaltungsgericht

Es ist das größte deutsche Umweltrechtsverfahren / Sieben Verhandlungstage sind anberaumt / Krüger: Der Tunnelbau muss gestoppt werden!

Berlin, 21.09.2020 – Morgen, am 22. September 2020, beginnt die Verhandlung der NABU-Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss zur Festen Fehmarnbeltquerung vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig.

Angesichts der prognostizierten Verkehrsmengen von täglich nur rund 12.000 Fahrzeugen (Elbtunnel: 160.000) ist dieser Absenktunnel, für den in 100 Meter Breite, 30 Meter Tiefe und 18 Kilometer Länge Meeresgrund aufgerissen und zubetoniert werden, völlig überdimensioniert und aus der Zeit gefallen. Der geplante Tunnel führt mitten durch ein Meeresschutzgebiet, ausgewiesen für artenreiche Riffe und Sandbänke – einer der letzten Rückzugsräume für Schweinswale, Seehunde, seltene Schwämme und Muscheln.

„Knapp 100.000 Bundesbürger unterstützen unsere Forderung, den Tunnelbau zu stoppen“, so NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger. Sie fordern Verkehrsminister Andreas Scheuer auf, das Projekt noch einmal zu überdenken und gemäß Artikel 22 des Staatsvertrags mit seinem dänischen Kollegen neu zu verhandeln: „Klimakrise, Artenkrise und das Konzept der Mobilitätswende finden keinerlei Berücksichtigung im Projekt.“ Dieses folge allein der Idee des Straßenverkehrswachstums.

„Die Mängel im Planfeststellungsbeschluss müssen aufgearbeitet werden“, so der NABU-Präsident weiter. Die kritische Lage des Schweinswals im Schutzgebiet Fehmarnbelt müsse bei der Entscheidung angemessen berücksichtigt werden und schließe eine jahrelange Baustelle aus. „Die Kulisse wertvoller Riffe hat sich seit den ersten Tauchgängen, die der NABU im Sommer 2019 beauftragt hat, und den darauf folgenden Untersuchungen des Landes deutlich verändert“, fügt Dr. Kim Cornelius Detloff, NABU-Leiter Meeresschutz, hinzu. „Gleich vier neue Riffe liegen unmittelbar an oder auf der Trasse, blieben aber in der Genehmigung unberücksichtigt. Hier stellt sich die Frage, wie sich der drohende Umweltschaden dadurch verstärkt, und ob das Natura-2000-Schutzgebietsnetzwerk in den schleswig-holsteinischen Gewässern nicht angepasst und die Tunneltrasse unter Schutz gestellt werden muss.“ Die Genehmigung dürfe auch die Augen vor möglichen Munitionsaltlasten nicht verschließen.

Bis zum 2. Oktober 2020 ist das größte deutsche Umweltrechtsverfahren festgesetzt. Gegen Ende des Jahres wird die Urteilsverkündung erwartet.

Hintergrund und Chronik in Kürze:

Vor 25 Jahren, also noch zur Regierungszeit Helmut Kohls, beginnt die Planung des Ostseetunnels mit ersten Machbarkeitsstudien. 2008 wird zwischen Dänemark und Deutschland ein Staatsvertrag zum Bau der Fehmarnbeltquerung geschlossen. Damals noch als Schrägkabelbrücke geplant, kommt 2011 die Tunnel-Entscheidung. Das Amt für Planfeststellung des Landes Schleswig-Holstein gibt im Januar 2019 Vorhabenträger Femern/AS grünes Licht für den Bau Europas größten Infrastrukturprojekts. Der NABU klagt im April 2019 gegen den Planfeststellungsbeschluss, schätzt den ökologischen Schaden durch den Tunnelbau im Meeresschutzgebiet als verheerend und unverhältnismäßig ein. Im September 2019 nach Taucharbeiten die Bestätigung: Sie weisen mehrere Quadratkilometer große Riffstrukturen nach – genau dort, wo der Fehmarnbelt-Tunnel gebaut werden soll. In den Gutachten von Femern A/S fanden sich 2013 noch Hinweise auf solche Riffe, in der eigentlichen Umweltverträglichkeitsstudie wurde daraus Feinsubstrat – also Sand oder Schlick. Die Zerstörung kostbarer artenreicher Riffe wurde also nie geprüft.
Die unwiederbringliche Zerstörung des einmaligen Ökosystems durch den Bau des Absenktunnels wiegt umso schwerer, als dass der Bedarf dafür fehlt. Der Verkehr kann mühelos über die bestehenden Straßen- und Schienenverbindungen über Land, Brücken und Fähre abgewickelt werden. Der NABU fordert daher einen Ausstieg aus dem Projekt. Sollte dies politisch mit unseren dänischen Nachbarn nicht durchsetzbar sein, muss nach Einschätzung des NABU zwingend die ökologisch verträglichste Tunnelvariante gebaut werden: Ein bergmännisch gebohrter Eisenbahntunnel.

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Verschiedenes 

NABU: Green Deal muss auch in der Landwirtschaft realisiert werden

NABU fordert Ministerin Klöckner auf, sich im Agrarrat für einen grünen Aufschwung in der GAP einzusetzen

Berlin, 17.09.2020 – Ein Bündnis aus rund 200 Polikern, Wirtschaftsführern, Handelsverbänden, Umweltorganisationen und Denkfabriken hat im Vorfeld des am Montag beginnenden Agrarrats einen grünen Aufschwung in der Landwirtschaft gefordert. Auch NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger gehört zu den Unterzeichnern des Aufrufs „EU Green Recovery for Agriculture“. Der Aufruf dringt darauf, die EU-Ernährungsstrategie zu „Farm to Fork“ und die EU-Strategie zur Biodiversität als Blaupausen für eine nachhaltigere Landwirtschaft zu nutzen. In einem Monat werden das Europäische Parlament und die nationalen Landwirtschaftsminister über die künftige Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) abstimmen.

NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger: „Der Green Deal muss auch in der Landwirtschaft realisiert werden. Frau Klöckner muss im Agrarrat dafür eintreten, dass für die künftige Gemeinsame Agrarpolitik die Strategien zur Biodiversität und die Ernährungsstrategie zu ,Farm to Fork‘ als Blaupausen genutzt werden. Landwirtinnen und Landwirte brauchen Unterstützung, um naturfreundlicher wirtschaften zu können. Nur so kann die Landwirtschaft zukunftsfähig werden.“

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NABU legt Studie zum Einfluss der Forstwirtschaft auf den Wasserhaushalt vor

Krüger: Wir brauchen Änderung des Bundeswaldgesetzes, Zusammenhang von Wald und Wasser muss berücksichtigt werden

Berlin, 16.09.2020 – Die Wälder in Deutschland leiden massiv unter Hitze und den fehlenden Niederschlägen der vergangenen drei Jahre. Wie Wälder gegen die Auswirkungen des Klimawandels stark gemacht werden können, zeigt die Studie „Wasserhaushalt und Forstwirtschaft“, die der NABU heute vorgelegt hat.

„Wälder sind enorm wichtig für die Bildung von Niederschlag, für die Temperaturregulierung und Speicherung von Wasser. Wir brauchen dringend eine Änderung des Bundeswaldgesetzes, die den engen Zusammenhang zwischen Wasser und Wald in den Vordergrund stellt, wie ihn auch unsere Studie belegt. Um Wälder gegen die Auswirkungen der Erderhitzung zu wappnen, muss das Wasser möglichst lange im Wald gehalten werden“, so der NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger.

Die Studie des Öko-Instituts zeigt, dass, um Wasser im Wald zu halten, naturnahe Wälder erhalten und gefördert werden müssen. Wälder sollten aus heimischen Laubbaumarten bestehen und über ein möglichst dichtes Kronendach verfügen. So wird die Sonneneinstrahlung reduziert und die so wichtige Wasserspeicherung gefördert. Darüber hinaus muss der Waldboden geschützt und die Humusbildung unterstützt werden.

Wälder wirken sich auch positiv auf den Wasserhaushalt ihrer Umgebung aus. Da Deutschland zu gut über einem Drittel von Wäldern bedeckt ist, ist der Zustand der Wälder für den gesamten Wasserhaushalt wichtig. Durch einen Waldumbau hin zu Laubmischwäldern, kann die Grundwasserversorgung gerade in trockenen Regionen langfristig verbessert werden.

Fast die komplette Waldfläche Deutschlands wird bewirtschaftet. Die Forstwirtschaft hat daher einen großen Einfluss auf den Wasserhaushalt der Wälder. Die Branche sucht derzeit nach Baumarten, die sich an die zukünftigen klimatischen Bedingungen in Deutschland anpassen können und zudem schnell wachsen, um die Holzproduktion zu fördern. „Dabei wird viel zu wenig beachtet, dass heimische Baumarten Teil vielfältiger Ökosysteme sind“, so Krüger. Die verschiedenen Lebewesen in diesen Ökosystemen stehen in Wechselbeziehungen und Abhängigkeiten. So können Baumarten durch Pilze besser Nährstoffe aufnehmen, während sie an die Pilze Zucker abgeben, den diese nicht selbst bilden können. Durch den Austausch von Baumarten werden diese Netzwerke zerstört.

„Heimische Baumarten wie die Rotbuche leiten zudem mit ihrer trichterförmigen Aststruktur besonders viel Regenwasser den Stamm hinab und tragen so maßgeblich dazu bei, dass Wasser in den Boden gelangt. Da sie zusätzlich über fünf Monate im Jahr kein Blätter tragen und so kein Wasser verdunsten, haben sie im Vergleich mit Nadelbaumarten, einen positiven Einfluss auf die Grundwasserneubildung“, so der NABU-Waldreferent Stefan Adler.

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NABU: Weltgemeinschaft hat beim Schutz der biologischen Vielfalt versagt

Global Biodiversity Outlook 5 veröffentlicht / Krüger: Funktionsfähige Ökosysteme und die Artenvielfalt sind unsere Lebensgrundlage - Wir dürfen sie nicht weiter aufs Spiel setzen    

Berlin,15.09.2020 – Die Weltgemeinschaft hat ihre Ziele zum Erhalt der biologischen Vielfalt deutlich verfehlt. Nach dem heute veröffentlichten „Global Biodiversity Outlook 5“ wurde kein einziges der vor zehn Jahren für 2020 gesetzten Ziele von den 196 Vertragsstaaten des Übereinkommens über die Biologische Vielfalt (CBD) vollständig erreicht. Zerstörung von Lebensraum, zu intensive Landnutzung, Überfischung, Umweltverschmutzung, die Einwanderung invasiver Arten und die Erdüberhitzung bedrohen Millionen von Tieren und Pflanzen. Der Bericht zum Zustand der Biodiversität lässt nur wenige Fortschritte erkennen, wie etwa bei der Ausweisung von Schutzgebieten.

„Das Abkommen krankt an seiner Unverbindlichkeit, so ist es leider nicht verwunderlich, dass die Ziele verfehlt wurden“, so NABU-Präsident Jörg-Andreas-Krüger. Ein großes Problem sei auch der falsche Einsatz von Subventionen: „Naturschädliche Subventionen sind in im vergangenen Jahrzehnt kaum reduziert worden, obwohl sich die Regierungen dazu 2010 verpflichtet hatten. Gleichzeitig fehlt es an finanziellen Anreizen für naturverträgliches Wirtschaften. Die aktuelle EU-Agrarpolitik ist ein trauriges Beispiel dafür, wie man mit viel Geld großen Schaden anrichten kann.“

Zudem fehlen vielen Schutzgebieten die Mittel für effektive Betreuung und Pflege. Allein in Deutschland fehlen nach Angaben der Bundesregierung 900 Millionen Euro jährlich für Arten- und Naturschutz. Die EU-Kommission schätzt einen europaweiten Bedarf von mindestens 20 Milliarden Euro pro Jahr. Der NABU unterstützt daher die Forderung des Europäischen Parlaments in den aktuell laufenden Haushaltsverhandlungen, zehn Prozent aller EU-Gelder für den Erhalt der biologischen Vielfalt bereitzustellen. Dies sollte für den mehrjährigen EU-Finanzrahmen genauso gelten wie für das geplante Corona-Hilfspaket.

In den nächsten Tagen steht die nächste Verhandlungsrunde zwischen dem EU-Parlament und der deutschen Ratspräsidentschaft an. „Angela Merkel muss im Namen der Staats- und Regierungschefs der Forderung des Parlaments nach zehn Prozent des EU-Haushalts für biologische Vielfalt nachgeben. Funktionsfähige Ökosysteme und die Artenvielfalt sind unsere Lebensgrundlage. Wir dürfen sie nicht weiter aufs Spiel setzen“, so der NABU-Präsident weiter, „Investitionen in die Biodiversität sind Investitionen in eine gesunde Zukunft. Daher muss die EU auch bei den laufenden Verhandlungen zu einem neuen globalen Übereinkommen für die biologische Vielfalt eine Führungsrolle übernehmen und mit gutem Beispiel vorangehen.“

Hintergrund

Im Jahr 2010 hatten sich die Vertragsstaaten der CBD auf ihrer 10. Konferenz (CBD-COP10) in Japan auf 20 konkrete Ziele zum Erhalt der biologischen Vielfalt verständigt – die sogenannten Aichi-Ziele. Diese Ziele sollten im Rahmen des „Strategischen Plans 2011-2020“ bis zu diesem Jahr erreicht werden, um den dramatischen Verlust der Vielfalt an Arten, Genen und Ökosystemen zu stoppen. Die CBD-Vertragsstaaten hatten sich dazu verpflichtet, nationale Strategiepläne auszuarbeiten, um die Ziele gemeinsam zu erreichen. 2021 soll auf der nächsten CBD-Vertragsstaatenkonferenz ein neuer strategischer Plan verabschiedet werden.

Der Global Biodiversity Outlook ist ein seit 2001 regelmäßig erscheinender Bericht über den Zustand der Biodiversität und wird Auftrag der Vertragsstaaten des Übereinkommens zur biologischen Vielfalt erstellt.

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