Grüne Quellen
Sonntag, 24. Januar 2021 Uhr

 
ProlixLetter
Mittagstisch
Prolix-Gastrotipps
Prolix-Studienführer
Ökoplus Freiburg
56plus
lesen-oder-vorlesen
wodsch

 

 
Kontakt
Werbung
Disclaimer
Datenschutzerklärung
Impressum
 
Prolix-Verlag
 
oekoplus-freiburg.de
Liebe Besucher unserer Webseite!
 
In Ergänzung unserer Webseite oekoplus-freiburg.de möchten wir hier nach Stichworten sortiert Adressen und Tipps für ein ökologisches Miteinander zusammentragen.
 
Wir laden jeden Besucher ein, weitere Tipps und Informationen mit unserem kostenlosen ProlixLetter zu abonnieren: Bestellung auf der Webseite www.prolixletter.de in der rechten Spalte oben.
 
Sollten Sie Fragen, Anregungen oder Verbesserungsvorschläge zu dieser Webseite haben, nehmen Sie bitte per eMail mit uns Kontakt auf. Wir sind offen und für jeden Hinweis dankbar!
Viel Spaß auf unseren Seiten wünscht Ihnen
 
 
Ihre Prolix Redaktion


Verschiedenes 

NABU: Mysteriöses Blaumeisensterben in Deutschland

Tote Blaumeisen bitte beim NABU melden

Berlin, 9.4.2020 – Seit Kurzem erhält der NABU vermehrt Meldungen zu krank wirkenden Blaumeisen, die schnell versterben. Die Tiere sind offenbar von einer bislang nicht identifizierten, aber vermutlich sehr ansteckenden Krankheit betroffen. Um mehr über die Ursachen und die Verbreitung dieser Krankheit zu erfahren, ruft der NABU jetzt dazu auf, kranke und tote Meisen unter www.NABU.de/meisensterben zu melden.

„Erste Fälle wurden uns bereits Mitte März aus Rheinhessen in Rheinland-Pfalz gemeldet. Inzwischen ist die Zahl der toten Blaumeisen auf über 150 gestiegen. Betroffen ist bisher vor allem der Streifen vom Westerwald in Rheinland-Pfalz über Mittelhessen bis ins westliche Thüringen“, so NABU-Vogelschutzexperte Marius Adrion.

Neben Blaumeisen erkranken in einzelnen Fällen auch Kohlmeisen oder andere kleine Singvögel. Die Tiere fallen dadurch auf, dass sie nicht mehr auf ihre Umwelt reagieren, apathisch und aufgeplustert auf dem Boden sitzen und nicht vor Menschen fliehen. Oft wirken die Vögel als hätten sie Atemprobleme. Augen, Schnabel und Teile des Federkleids sind häufig verklebt.

Zum neuen Phänomen passt keine der bisher bekannten Vogelkrankheiten. Die meisten Tiere wurden, oft auch in größerer Zahl, in der Nähe von Vogelfütterungen gefunden. Der NABU rät daher dazu, die Fütterung und das Bereitstellen von Tränken sofort einzustellen, wenn mehr als ein kranker Vogel an einer Futterstelle beobachtet wird.

Ab sofort können unter www.NABU.de/meisensterben kranke und tote Meisen gemeldet und Fotos übermittelt werden. „Entscheidend ist jetzt, den Krankheitserreger schnell zu identifizieren. Daher müssen tote Tiere von Experten untersucht werden“, so Adrion. Wer also einen gerade erst gestorbenen Vogel findet, sollte diesen – unter Einhaltung der notwendigen Hygienemaßnahmen und ohne den Vogel zu berühren – luftdicht verpacken und im Eisfach aufbewahren. Nach den Oster-Feiertagen sollten die Tiere zur Untersuchung an das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI) in Hamburg oder – nach vorheriger Rücksprache – an das zuständige Kreisveterinäramt geschickt werden.

Mehr







Verschiedenes 

E-Scooter: Nur einer ist gut

Während Miet-Tretroller die Innenstädte fluten, ist der Markt für straßentaugliche E-Scooter für den Privatgebrauch noch überschaubar. Für die April-Ausgabe ihrer Zeitschrift test hat die Stiftung Warentest sieben Elektroroller untersucht, die sich für den Transport zusammenklappen lassen. Perfekt für Pendler, eigentlich. Denn im Test offenbaren fünf der sieben E-Scooter schwerwiegende Mängel.

Die E-Scooter im Test kosten zwischen 350 und 1170 Euro, fahren bis zu 20 km/h und wiegen zwischen 11 und 17 Kilogramm. Ausgestattet sind sie mit Licht, Display, Klingel und mindestens zwei Bremsen. Auf ebenem Grund lässt sich mit ihnen meist problemlos cruisen, auch bei hohem Tempo. Sind die Räder jedoch zu klein, werden Schlaglöcher schnell zum Problem.

Vor allem der Bremsen-Test und die Belastungsprüfungen machten den Elektro-Scootern zu schaffen: Die Bremsen von drei Modellen erreichten nicht den gesetzlich geforderten Wert – in diesem Zustand hätte keiner der drei eine Straßenzulassung bekommen dürfen. Auch beim Belastungstest gingen zwei Modelle irreparabel kaputt.

Der Test E-Scooter findet sich in der April-Ausgabe der Zeitschrift test und ist online unter www.test.de/escooter-kaufen abrufbar.

zum Bild oben:
Die meisten E-Scooter lassen sich schnell zusammenklappen. Sind aber schwer zu tragen.
(c) Stiftung Warentest

Mehr




Verschiedenes 

Karlsruhe: Die Waldbrandgefahr steigt

Rauchen und Feuer machen verboten / Illegale Grillstellen

Bei sonnigem Frühlingwetter lockt es Erholungssuchende in die Natur. Derzeit mehr denn je. "Die Beschäftigten des Forstamtes beobachten in der aktuellen Corona-Krise so viele Menschen wie schon lange nicht mehr in den Wäldern", verweist Forstamtsleiter Ulrich Kienzler nicht nur auf die geltenden Abstandsregeln, sondern auch auf die Waldbrandgefahr, die jetzt schon sehr hoch sei. Der Deutsche Wetterdienst meldet für die Region Karlsruhe die Waldbrandstufe 4 und damit die zweithöchste Gefahrenstufe.

Zum Schutz der Wälder sollte "das seit Anfang März bestehende Rauchverbot unbedingt eingehalten werden", betont Kienzler. Auch offene Feuer im Wald, dazu zählen auch Einweggrills, seien verboten. Zwar sind die öffentlichen Grillplätze derzeit wegen der Corona-Krise gesperrt, aber häufiger als sonst würden illegale Grillstellen entdeckt. Derlei Verstöße könnten mit Bußgeldern geahndet werden. Allerdings setzt das Forstamt darauf, dass sich Waldbesucherinnen und Waldbesucher an Verbote und Verhaltensregeln halten.





Verschiedenes 

Remscheid ist erste Foodsharing-Stadt Deutschlands

Der Kampf gegen Lebensmittelverschwendung und das Teilen aussortierter Lebensmitteln ist den Bürgern Remscheids und dort ansässigen politischen Akteuren besonders wichtig. Dieses Engagement ist nun auch nach außen hin sichtbar, denn Remscheid wurde von der Initiative Foodsharing zur ersten Foodsharing-Stadt Deutschlands ernannt ...

Mehr




Verschiedenes 

Freiburg: Oster-Appell des Umweltschutzamtes

Wer ein Schutzgebiet besucht, sollte auch in Corona-Zeiten die Natur respektieren

Das öffentliche Leben ist weiterhin umfassend eingeschränkt. Damit entfallen derzeit die meisten Freizeit-Aktivitäten der Bevölkerung. Zu den verbliebenen Optionen zählen (sofern man den gebotenen Abstand einhält) Spaziergänge und Sport im Freien. Daher sind deutlich mehr Menschen als sonst in der Landschaft unterwegs. Sie genießen die Natur, finden Erholung und haben Zeit für Naturbeobachtungen: die Blüte der Buschwindröschen im Mooswald, die Obstbaumblüte am Schönberg, die Brutaktivität von Vögeln.

Laut Wetterprognosen wird das Osterwochenende sonnig, warm und wunderbar. Also werden noch mehr Bürgerinnen und Bürger siedlungsnahe Schutzgebiete besuchen. Darum weist das Umweltschutzamt nun darauf hin, dass die Vogelbrutzeit begonnen hat, und bittet allgemein um ein umsichtiges, respektvolles Verhalten bei Aufenthalten in der Natur. Dies gilt besonders in den ausgewiesenen Naturschutzgebieten (z.B. NSG Rieselfeld und NSG Humbrühl-Rohrmatten), aber auch in den Landschaftsschutz- und Natura 2000-Gebieten auf Freiburger Gemarkung.

Das Amt appelliert an die Bevölkerung, auch jetzt die Vorgaben der Schutzgebietsverordnung einzuhalten und hochwertige Gebiete und ihre Tiere und Pflanzen nicht zu beeinträchtigen. Wer in die Natur geht, soll auf den ausgewiesenen Wegen bleiben und sich an Sperrungen halten, die Lebensstätten aller Tier- und Pflanzenarten, insbesondere von brütenden Vögeln, nicht stören, in Schutzgebieten Hunde an der Leine führen, keine Pflanzen mitnehmen und auf das Lagern, Picknicken oder Sonnenbaden auf Freiflächen in Schutzgebieten verzichten.

Wenn all das gelingt, können alle Menschen in diesen schwierigen Zeiten weiterhin draußen Erholung finden, und die wunderschöne Freiburger Natur wird langfristig erhalten.





Verschiedenes 

Wie der Kiebitz zu retten ist

Schutzprojekt des NABU abgeschlossen / Neue Erkenntnisse für die Rettung des hochbedrohten Feld- und Wiesenvogels

Berlin/Bergenhusen, 07.04.2020 – Der stark gefährdete Kiebitz kann in Deutschland eine Zukunft haben – sofern Politik, Landwirtschaft und Naturschutz an einem Strang ziehen und erprobte, wirksame Schutzmaßnahmen auf den Weg bringen. Dies ist das Ergebnis eines im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durchgeführten NABU-Projektes zum „Sympathieträger Kiebitz“. Das bundesweite Projekt wurde durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie durch die Landesumweltministerien von Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen sowie durch die Hanns R. Neumann Stiftung gefördert. Es kommt nun nach sechs Jahren mit wichtigen Handlungsempfehlungen zum Kiebitzschutz zum Abschluss.

Geschützte Refugien – auch für andere Arten

„In den vergangenen sechs Jahren konnten wir gemeinsam mit vielen Landwirtinnen und Landwirten Schutzmaßnahmen entwickeln und auf der Fläche testen. Überzeugt haben vor allem die sogenannten Kiebitzinseln“, so Projektkoordinator Dominic Cimiotti vom Michael-Otto-Institut im NABU.

Kiebitzinseln sind Flächen von mindestens einem halben Hektar innerhalb von Äckern, die nicht eingesät werden. Hier finden Kiebitze und andere Vögel einen geschützten Raum für ihre Nester und ihren Nachwuchs. Rund 70 dieser speziellen Brachen sind im Zuge des NABU-Projektes entstanden. Besonders effektiv sind sie an feuchten Stellen, an denen Kiebitze gut nach Nahrung suchen können und die Landwirtschaft ohnehin eingeschränkt ist. Wichtig für das Überleben der Art ist auch, Feuchtgrünland zu erhalten und wiederherzustellen sowie Sommergetreide naturverträglich anzubauen.

Katastrophale Bestandseinbrüche

Kein anderer noch vorkommender Brutvogel Deutschlands ist im Bestand so stark eingebrochen wie der Kiebitz: seit 1980 um katastrophale 93 Prozent. Aus vielen Regionen Deutschlands ist der Kiebitz inzwischen ganz verschwunden. Es fehlen Flächen, die die Tiere für Brut und Nahrungssuche brauchen: Brachen, Sommergetreidefelder und Feuchtgrünland. Da der Kiebitz eine Indikatorart für den Zustand der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft ist, unterstreicht dies den Handlungsbedarf in diesem Lebensraum. „Es ist aber noch nicht zu spät. Wenn wir jetzt handeln, sind der Kiebitz und weitere Tierarten der Agrarlandschaft noch zu retten“, so Cimiotti.

Da Kiebitze auf dem Boden brüten, gehen ihre Nester und Jungvögel zudem häufig durch die Bodenbearbeitung verloren. Nester sollten daher bei der Landbewirtschaftung zumindest kleinräumig und die Familien möglichst großräumig umfahren werden. Der NABU hat hierzu ein Praxishandbuch sowie zusammen mit dem Deutschen Bauernverband ein Faltblatt mit Tipps für die Praxis entwickelt.

Kiebitzschutz in der EU-Agrarpolitik

„Die Erkenntnisse des Projekts müssen jetzt in der Fläche umgesetzt werden. Und das lohnt sich doppelt: Denn wer die Lebensräume des Kiebitzes schützt, sichert zugleich vielen anderen Arten das Überleben“, so NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger. „EU, Bund und Länder müssen die anstehende Reform der EU-Agrarpolitik dafür nutzen, den Kiebitzschutz für Landwirtinnen und Landwirte ökonomisch attraktiv zu gestalten.“

Konkret fordert der NABU bei der Reform der EU-Agrarpolitik mehr „Space for Nature“: Jeder Betrieb muss auf mindestens zehn Prozent seiner Fläche den Schutz der biologischen Vielfalt unterstützen, als Bedingung für den Erhalt von Subventionen. Dies war bereits bis 2009 EU-weit in ähnlicher Form der Fall, ehe die obligatorische Flächenstilllegungsprämie abgeschafft wurde. Darüber hinaus sollen die nun erprobten Maßnahmen Eingang in die Agrarumweltprogramme der Bundesländer finden.

Bundesweite AG Kiebitzschutz

Im Zuge des Projektes gründete der NABU die bundesweite „AG Kiebitzschutz“, um sich auch künftig für den bedrohten Feld- und Wiesenvogel einzusetzen. Ziel ist es, Engagierte aus Praxis, Verwaltung und Forschung zu vernetzen und die Ergebnisse des Projektes in die Fläche zu tragen. Die Website www.lapwingconservation.org (lapwing = Englisch für Kiebitz) bündelt Informationen aus ganz Europa zum Kiebitzschutz in deutscher und englischer Sprache sowie regionale Kontaktpersonen und Fördermöglichkeiten in Deutschland.

„Unverzichtbar sind auch Menschen vor Ort, die aktuelle Kiebitz-Vorkommen und lokale Besonderheiten kennen. Denn Schutzmaßnahmen machen nur da Sinn, wo Kiebitze vorkommen und sich wahrscheinlich ansiedeln“, erklärt Britta Linnemann von der NABU-Naturschutzstation Münsterland. Daher werden in Nordrhein-Westfalen Kulissen erstellt, die es den Bewirtschaftenden ermöglichen, ihre Maßnahmen selbst optimal zu verorten. Zur Koordination aller Kiebitz-Aktivitäten auf regionaler Ebene wurde die Android-App „NestFinder“ entwickelt, die Landwirtschaft, Naturschutz und Verwaltung zusammenbringt.

Neben dem NABU-Bundesverband waren an dem Projekt die NABU-Naturschutzstation Münsterland, der NABU Mecklenburg-Vorpommern, das Thünen-Institut für Ländliche Räume sowie 13 regionale Partner beteiligt. Das Projekt wurde mit rund 1,35 Millionen Euro Millionen Euro im Bundesprogramm Biologische Vielfalt vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie durch das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein, das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen sowie durch die Hanns R. Neumann Stiftung gefördert.

Mehr




Verschiedenes 

Karlsruhe: Viele naturkundliche Tipps

Mit Naturkompass biologische Vielfalt erleben

Das schöne Frühlingswetter lockt derzeit wieder viele Menschen in die Natur. Unter Beachtung der aktuellen Corona-Schutzmaßnahmen hat Spazierengehen, Radfahren oder Joggen zu zweit oder mit der Familie gerade eine noch größere Bedeutung als sonst.

Anregungen, in der Natur kleine und große Kostbarkeiten kennen und schätzen zu lernen, liefern die Internetseiten des Umweltamts unter www.karlsruher-naturkompass.de. Hier findet sich Interessantes über einzelne Tiere und Pflanzen. Darüber hinaus gibt es Vorschläge, wie empfohlene Orte zu erreichen sind. Aktuelle Besonderheiten sind die Bärlauch- oder auch Lerchenspornblüte sowie Hinweise zu den bald eintreffenden Schwalben. Weitere zeitspezifische Tipps des Umweltamts folgen.

Mehr




Verschiedenes 

End of Fish Day 2020: Zukunftsfähiges Fischereimanagement unausweichlich

Auch in diesem Jahr wird Deutschland zu 70 Prozent von importierten Fischereiprodukten abhängig sein. Mit fast 14 kg pro Kopf essen wir jährlich weitaus mehr Fisch als wir unter deutscher Flagge und in einheimischer Aquakultur bereitstellen können. Ein anhaltend ausbeuterisches Fischerei- und Handelssystem gepaart mit einem unbedacht hohen Verzehr gefährdet marine Ökosysteme, die Ernährungssicherheit und die Existenz handwerklicher Betriebe. Um dafür zu sensibilisieren rufen Slow Food Deutschland und Fair Oceans jährlich den End of Fish Day aus. 2020 fällt er auf den 5. April und datiert das Ende unser eigenen „Fischreserven“. Der Ruf nach einem zukunftsfähigen Fischereimanagement verstärkt sich in Folge der Corona-Pandemie.

Die globale Überfischung stellt laut Weltbiodiversitätsrat den gravierendsten Eingriff in die marinen Ökosysteme dar. Die Fangmengen und der Konsum an Fisch übersteigen seit Langem die natürliche Produktivität unserer Meere und Ozeane. Der Klimawandel verschärft diese ohnehin kritische Situation. Erschwerend hinzu kommt die aktuelle Corona-Pandemie. Sie erhöht den Druck auf die Fischerei, sowohl in der Industrie als auch im Handwerk. Viele Betriebe mussten ihre Arbeit einstellen und sind harschen wirtschaftlichen Einbußen ausgesetzt, weil ihnen die Abnehmer*innen aus Gastronomie und Handel wegbrechen und (globale) Handelsströme unterbrochen sind. Wie viel und welcher Fisch 2020 auf unseren Tellern landet ist ungewiss. Einige Menschen beginnen in dieser Situation kleine handwerkliche Fischereien mehr wertzuschätzen, die sie durch Direktvermarktung versorgen.

Die aktuellen Umstände verstärken die ohnehin dringlich erforderliche Neuausrichtung der Fischereimanagements. Aus Sicht von Slow Food und Fair Oceans ist es erst dann zukunftsfähig, wenn Gewinne nicht mehr über Meeres- und Klimaschutz sowie eine widerstandsfähige lokale Versorgungssicherheit gestellt werden. Die Organisationen fordern von der Bundesregierung am End of Fish Day 2020, eine deutlich stärkere Berücksichtigung der Fischerei im Rahmen der Klimapolitik sowie faire, nachhaltige und transparente Lieferketten. Die Klimapolitik der Staatengemeinschaft wird über die Zukunft der Fischerei und ihrer Rolle bei der Sicherung der Welternährung mitentscheiden. Bei ihren nötigen Anpassungen an den Klimawandel muss die Politik die Fischerei unterstützen, und insbesondere kleineren Betrieben helfen, die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise zu meistern.

Dazu Vertreter*innen von Slow Food Deutschland und Fair Oceans:
Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland: „Das Coronavirus macht nunmehr deutlich, wie wichtig es ist, nicht ausschließlich auf globalisierte Wertschöpfungsketten zu setzen und vielmehr die Regionen und die kleinteilige Versorgung in den Blick zu nehmen. Lokale Versorgungsstrukturen sind überlebenswichtig, und schneiden auch hinsichtlich der Klimabilanz und der Resilienz oftmals besser ab. Deshalb fordern wir ein Fischereimanagement, das Mensch und Umwelt in Einklang denkt und die Rolle der handwerklichen Fischerei wertschätzt und unterstützt".

Kai Kaschinski, Projektkoordinator von Fair Oceans: „Kurzfristig bringt der Klimawandel in der Fischerei Gewinner und Verlierer hervor. Gewinner im globalen Norden und Verlierer vor allem im Süden. Generell am verwundbarsten sind die pazifischen Inselstaaten, sowohl was Fischerei und Ernährungssicherheit betrifft, als auch Fragen des Küstenschutzes. Viele der Inselstaaten sind im wahrsten Sinne des Wortes in ihrer Existenz bedroht. Wenn Fischbestände verloren gehen, wie durch das Verschwinden der Korallenriffe oder die Abwanderung in andere Verbreitungsgebiete, muss die Klimapolitik einen finanziellen Ausgleich für die betroffenen Staaten vorsehen, um die Ernährungssicherheit und die Umstrukturierung der Fischerei dauerhaft zu gewährleisten."
--
Zum Hintergrund „End of Fish Day“:
Der End of Fish Day wird auf Grundlage der Zahlen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) errechnet. Er nimmt so direkten Bezug auf die Analyse der Fischereiwirtschaft durch die Bundesregierung. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) veröffentlicht in ihrem Jahresbericht über Fischerei und Fischwirtschaft den aktuellen Selbstversorgungsgrad Deutschlands mit Fischereierzeugnissen. Mit dem geringen Selbstversorgungsgrad von 26 Prozent ist Deutschland einer der größten Importeure von Fischereiprodukten auf dem Weltmarkt.







Seite 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25