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Veranstaltungen 

Online-Podium und -Verkostung zu biokultureller Vielfalt in Deutschland

Online-Podium und -Verkostung zu biokultureller Vielfalt in Deutschland
Verkostungsbox Arche (c) Slow Food Deutschland

Veranstaltungshinweise für Leser*innen, Zuschauer*innen und Zuhörer*innen:

Von Skudden, Hutzeln, Höri Bülli oder altem fränkischen Satz noch nie gehört? Dann wird es Zeit, das zu ändern! Denn sie gehören zu Deutschlands Tierrassen und Pflanzensorten, die unsere biokulturelle Vielfalt ausmachen. Doch sind sie und viele andere Arten vom Aussterben bedroht. Slow Food schützt sie und weitere ‚Artgenossen‘ mit dem Projekt ‚Arche des Geschmacks‘. Denn im Erhalt der biokulturellen Vielfalt liegt unsere Zukunft. Warum und weshalb und was jede*r einzelne*r von uns dafür im Alltag tun kann, das erkundet Slow Food Deutschland gemeinsam mit interessierten Verbraucher*innen. Und zwar mit allen Sinnen:

Online-Podium zum Thema „Biokulturelle Vielfalt retten - Die Slow Food Arche des Geschmacks“; wann? Am 22.10., 19:30 Uhr bis 20:30 Uhr; wo? Liveübertragung über Youtube:

Vielfalt ist die Grundlage für die Stabilität des Lebens auf der Erde und sichert unsere Ernährung. Doch ist sie in Gefahr: nur noch 30 Pflanzenarten liefern etwa 95% der pflanzlichen Nahrungsmittel, obwohl ursprünglich 7.000 Pflanzenarten von Menschen kultiviert oder genutzt wurden. Schädliche Formen der Landnutzung und der Klimawandel setzen unsere biologische Vielfalt weltweit unter Druck. Slow Food Deutschland macht sich mit Netzwerkarbeit, in politischen Debatten sowie Projekten wie der „Arche des Geschmacks“ für die Artenvielfalt und die Vielfalt kulinarischer Kulturen stark. Erfahren Sie mehr über die Notwendigkeit und das kulinarische Interesse am Schutz unserer Vielfalt und über die Arbeit von Slow Food. Folgende Expert*innen freuen sich auf den Austausch mit Ihnen:

• Dr. Nina Wolff, amtierende Vorsitzende Slow Food Deutschland e.V.
• Dr. Anita Idel, Mediation und Projektmanagement Agrobiodiversität
• Jens Witt, Leitung Chef Alliance in Begleitung eines Skudde-Erzeugers
• Katrin Knüpfer, Leitung Einkaufsführer und Leitung Slow Food Leipzig-Halle
• Jörg Geiger, Presidio Champagner Bratbirne, Manufaktur Jörg Geiger, WiesenObst e.V.
• Gernot Würtenberger, Arche-Passagier Freekeh (Palästina), Conflict Food - so schmeckt Frieden
• Dr. Tanja Busse, Moderation

Die Podiumsdiskussion wird >>Live auf Youtube übertragen und ist für alle kostenfrei zugänglich.

Mehr Informationen zur Teilnahme und zum Zugang unter: https://www.slowfood.de/termine/termine_ueberregional/im-fokus-biokulturelle-vielfalt-retten-die-slow-food-arche-des-geschmacks

***
Online-Verkostung zu „Biokulturelle Vielfalt schmecken - mit dem Slow Food-Arche-Verkostungspaket“; wann? Am 12.11 von 19-20 Uhr. Anmeldung bis zum 27.10.2020:

Ganz nach dem Motto "Essen was man retten will" tischt Slow Food den Teilnehmenden der Online-Verkostung eine Auswahl an regionalen Besonderheiten auf. Ihnen gemeinsam ist, dass sie Schutz in der Arche des Geschmacks gefunden haben. Das Projekt hat zum Ziel, regional bedeutsame Lebensmittel, Nutztierarten, Kulturpflanzen sowie traditionelle Zubereitungsarten vor dem Verschwinden zu retten. Im derzeitigen Lebensmittelsystem gelten sie aufgrund ihrer vergleichsweise aufwendigen Herstellung oder Aufzucht als unrentabel oder sind "aus der Mode" gekommen. Die Teilnehmer*innen erwartet eine Brotzeit bzw. Vesper mit verschiedenen Erzeugnissen, die sie zuvor bequem nach Hause erhalten. Chef-Alliance-Köchin Barbara Stadler, Küchenmeisterin, Aromenakrobatin und Fernsehköchin, begleitet die Verbraucher*innen beim Genießen. Erzeuger*innen einzelner Passagiere erzählen die Geschichte ihrer Produkte.
Die Verkostungsbox besteht u.a. aus: Nieheimer Käse, Bio-Rhönlamm Leberwurst, Höri Bülle Quitten Schmaus, Lausitzer Nelkenapfel Apfelsaft, Alter fränkischer Satz, Bühler Frühzwetschge Marmelade und Hutzeln von den Baumfeldern in Fatschenbrunn (200g).

Zur Teilnahme: Interessierte Verbraucher*innen können sich per E-Mail unter projektbeauftragte@slowfood.de bis zum 27.10.20 verbindlich anmelden. Der Versand der Pakete erfolgt rechtzeitig vor dem Verkostungstermin. Die Zugangsdaten, technische Hinweise, Informationen zu den Produkten sowie eine Handreichung zur Vorbereitung des Verkostungsabends lässt Slow Food allen angemeldeten Teilnehmer*innen vor dem Event per E-Mail zukommen. Die Kosten für das Paket inklusive des Versands und der moderierten Veranstaltung belaufen sich auf 49€.

Mehr Informationen zum Inhalt des Pakets und der Veranstaltung sowie zur Teilnahme unter: https://www.slowfood.de/termine/termine_ueberregional/biokulturelle-vielfalt-schmecken-mit-dem-slow-food-arche-verkostungspaket.

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Die Online-Veranstaltungen finden im Rahmen der internationalen Slow-Food-Veranstaltung Terra Madre Salone del Gusto statt, die größte Veranstaltung der weltweit agierenden Bewegung. Aufgrund von COVID-19 bietet sie 2020 einer Mischung digitalen Angeboten und Präsenzveranstaltungen. Slow Food Deutschland möchte dabei Menschen bundesweit den Schutz von biologischer und kultureller Vielfalt ‚schmackhaft‘ machen.

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Terra Madre Salone del Gusto ist die größte internationale Slow-Food-Veranstaltung, die alle zwei Jahre unter Einbeziehung des internationalen Slow-Food-Netzwerks stattfindet. Da eine physische Veranstaltung in Turin dieses Jahr aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich ist, wird es stattdessen weltweit eine Mischung aus digitalen Events und Präsenzveranstaltungen in den Regionen geben. In einer vielfältigen Reihe von Konferenzen, Workshops und Vorträgen werden Umwelt- und Agrarpolitik, Fischerei, Lebensmittelverschwendung, artgerechte Tierhaltung und Fleischverbrauch, Klimawandel und die biokulturelle Vielfalt unserer Lebensmittel diskutiert.

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Verschiedenes 

Zahl des Monats: 2088 Stunden lang haben Freiwillige Müll an Stränden und Ufern

Beim Internationalen Küstenputztag am 19. September kamen über 7.300 Kilo Abfall zusammen

Berlin – Über 2.000 Arbeitsstunden für saubere Küsten und Ufer: So lange haben die Aktiven des NABU und der großen Wassersportverbände am Internationalen Küstenputztag (ICCD) ehrenamtlich für die Natur gearbeitet, um insgesamt 7.337 Kilogramm Abfälle zu sammeln und zu entsorgen. Allein die rund 460 Freiwilligen des NABU und der NAJU säuberten eine Strecke von 31 Kilometern und insgesamt 3.693 Kilogramm Abfälle.

Der ICCD startete 1986 als Initiative engagierter Meeresschützer in Texas. Sie hat sich mittlerweile zur weltweit größten ehrenamtlichen Aktion für den Meeresschutz entwickelt. Allein im Jahr 2019 sammelten weltweit rund 900.000 Freiwillige etwa 97 Millionen Fundstücken von den Stränden.

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Veranstaltungen 

Ausstellung "Papier - weniger ist mehr"

17.11.2020 bis 06.12.2020 jeweils von 09:00 bis 17:00
in der Ökostation Freiburg

Weltweit steigt der Papierverbrauch: Die Ausstellung von ROBIN WOOD zeigt die globalen Auswirkungen des hohen Papierkonsums in den Industrieländern. Nach Belgien/Luxemburg wird in Deutschland am meisten Papier weltweit verschwendet. Auf den Tafeln werden Zusammenhänge dargestellt und Möglichkeiten aufgezeigt, was jeder Mensch mit seinem Handeln zum weltweiten Schutz von Wäldern, Umwelt und Klima tun kann

In Kooperation mit der Freiburger Abfallwirtschaft und mit ROBIN WOOD
Ein Beitrag zur Europäischen Woche der Abfallvermeidung
Anmeldung unbedingt erforderlich!

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Veranstaltungen 

Weiterbildung: GloPe - Globale Perspektiven auf Ernährung in der Umweltbildung

am 10.11.2020 von 17:30 bis 19:00
in der Ökostation Freiburg

Die Veranstaltung richtet sich an Multiplikator*innen und an Engagierte aus den Bereichen der Bildung, der Umweltbildung und des globalen Lernens.
Welche Methoden und Konzepte werden zum Thema Nachhaltige Ernährung in den Angeboten außerschulischer Bildungseinrichtungen umgesetzt? Wie ist hierbei das Thema Soja integriert?
Diskussions- und Vortragsveranstaltung zum Projekt globale Perspektive nachhaltiger Ernährung in den Angeboten außerschulischer Bildungseinrichtungen – Adaptionen zum Thema Sojaimporte (GloPE). Das Projekt zielt darauf ab, außerschulische Bildungsanbieter*innen der Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zu unterstützen, die globalen Auswirkungen (z.B. Biodiversitätsverlust, Verlust von Ökosystemdienstleistungen, Menschenrechtsverletzungen) der durch einen hohen Milch- und Fleischkonsum geprägten Ernährungsweise im Globalen Norden anhand des Beispiels Sojaanbau vermehrt im eigenen pädagogischen Angebot zu thematisieren.
Dabei soll aufgezeigt werden, durch welche Methoden und Formate dieses Themenfeld in das eigene Bildungsangebot eingebaut werden können. Zunächst wird der aktuelle bundesweite Sachstand von den Bildungsanbietern dargelegt um im Anschuss Erfahrungen aus der regionalen Praxis vorzustellen, zu ergaenzen und zu diskutieren.

Referentin: Julia Pesch, Projektleiterin des ANU Bundesverbandes
N.N. Ernährungsrat Freiburg und Region
N.N. Ökostation Freiburg
Weitere Infos unter: https://www.oekostation.de/docs/ANU_GloPe_Projekt.pdf
Anmeldung unbedingt erforderlich!

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Verschiedenes 

Frelo boomt und wurde ausgebaut

Frelo boomt und wurde ausgebaut
Frelo am Betzenhauser Torplatz / Foto: VAG

17 neue Stationen und 130 weitere Räder

In den vergangenen Wochen wurde Frelo, das Fahrradverleihsystem der Freiburger Verkehrs AG (VAG), um 17 neue Stationen und zusätzliche 130 Fahrräder erweitert.

Die Ausweitung des Angebotes war dringend geboten, wenn man sich die Ausleihe-Zahlen anschaut, die von Rekord zu Rekord eilen. „Das ‚Allzeithoch‘ im Juni wurde vom Juli-Ergebnis mit einem Plus von gut 11.000 Ausleihen auf insgesamt rund 39.500 geradezu pulverisiert,“ freut sich VAG Vorstand Oliver Benz. Und auch die Monate August und September waren mit jeweils über 32.000 Ausleihen sehr gut: „Dieser Erfolg ist auch deshalb möglich geworden, weil die Kolleginnen und Kollegen des Garten- und Tiefbauamtes dieses Projekt von Anfang an mit sehr viel Energie und Leidenschaft mit vorangetrieben haben.“

Baubürgermeister Martin Haag kommentiert das Ergebnis: „Man kann sagen, das ist wirklich eine Abstimmung mit den Pedalen, wenn man sich vor Augen hält, dass jedes Frelo am stärksten Tag, dem 31. Juli – statistisch gesehen – vier Mal ausgeliehen wurde! Die Erfolgsgeschichte von Frelo ist letztlich genau das, was die Stadt sich davon erhofft hat, nämlich ein Stück hin zu einer Verkehrswende und zu alledem auch ein Stück Verkehrswende, dass im Stadtbild und im Freiburger Mobilitätsgeschehen überaus sichtbar ist.“
„Wir sind froh, dass wir bei der Auswahl der neuen Standorte auch auf einige Wünsche aus der Bevölkerung eingehen konnten,“ sagt der Leiter der Verkehrsplaner Georg Herffs, dessen Abteilung zusammen mit weiteren Kollegen des Garten- und Tiefbauamtes sowie mit der Frelo-Koordinatorin bei der VAG, Luisa Stenmans, und dem operativen Betreiber nextbike nach Standorten suchte, die die Auswahlkriterien erfüllen. Diese sollen das bestehende Netz nach Möglichkeit im stark frequentierten Innenstadtbereich, als auch in den äußeren Stadtteilen ergänzen und in räumlichem Zusammenhang mit wichtigen Zielen sowie Bus- oder Stadtbahnhaltestellen stehen.

„Unser Bautrupp hat die Standorte vorbereitet und die Fundamente für die Stelen gesetzt. Betreiber nextbike baute dann die Stationen auf“, schildert VAG Vorstand Stephan Bartosch das Vorgehen. „Es ist erfreulich, dass wir uns mit den neuen Stationen und den zusätzlichen Rädern finanziell immer noch gut im vom Gemeinderat vorgegebenen Rahmen von 300.000 Euro pro Jahr bewegen.“

„Wir freuen uns sehr über die intensive Nutzung unserer Fahrräder. Eine Erweiterung und Verdichtung ist nur konsequent, damit wir ein attraktives, flächendeckendes Angebot machen können und noch mehr Leute vom Auto aufs Fahrrad umsteigen,“ erklärt Onur Semerci, Frelo-Projektleiter bei nextbike.

Die neuen Standorte:
1. Betzenhauser Torplatz
2. Habsburger Straße / Jacobistraße
3. Geschwister-Scholl-Platz
4. Heinrich-von-Stephan-Straße / Basler Straße
5. Schwabentorbrücke
6. Bissierstraße
7. Messe Freiburg
8. Tullastraße / Zähringer Straße
9. Wiwilibrücke
10. Laufener Straße / Haslacher Straße
11. Kronenbrücke / Wilhelmstraße
12. Pressehaus
13. Haslacher Straße / Eschholzstraße
14. Alter Wiehrebahnhof
15. Schneeburgstraße / Andreas-Hofer-Straße
16. Hirschenhofweg / Dreisamhalle
17. Karlsplatz (folgt in Kürze)

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Veranstaltungen 

Freiburg: Kostenlose Energiesparberatung im eigenen zu Hause

Anmeldung bis 31. Oktober möglich
Mit Knowhow Geld sparen und Klima schonen

Private Haushalte sind in Deutschland für fast 30 Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs verantwortlich. Entsprechend hoch ist hier das Einsparpotential. Für alle Bürger*innen in Freiburg besteht bis zum 31. Oktober die Möglichkeit, sich für eine kostenlose Energiesparberatung im eigenen zu Hause anzumelden. Denn mit etwas Knowhow und Tipps von Expert*innen lassen sich viel Energie und Geld sparen. Und effiziente Haushalte tragen wesentlich dazu bei, das Ziel der Stadt Freiburg zu erreichen, bis 2050 klimaneutrale Kommune zu werden.

Das städtische Projekt „Zuhause A+++“ bietet umfangreiche und individuelle Informationen zum effizienten Umgang mit Energie: sowohl Strom als auch Heizenergie. Die Termine mit den Energieberaterinnen und Energieberatern der Projektgruppe Energie des Agenda 21 Büros finden dann bis Mitte Dezember statt. Für Eigentümerinnen und Eigentümer sowie Mieterinnen und Mietern mit Interesse an einer energetischen Sanierung, bietet das Projekt auch den Gebäude-Check der Verbraucherzentrale kostenfrei an. Der Gebäude-Check wird als Fördervoraussetzung für den Baustein 1 Wärmedämmung im Förderprogramm Klimafreundlich Wohnen anerkannt.

Das kostenlose Angebot der Energiesparberatung gibt es bereits seit 2014, mehr als 850 Haushalte haben bislang teilgenommen. Die Stadt organisiert die Beratungen in Kooperation mit der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Alle Haushalte, die an der Energiesparberatung teilnehmen, bekommen eine kleine, solarbetriebene Lampe als Geschenk. Zudem kann ein Messgerät ausgeliehen werden, um Stromfresser zu finden.

Mehr Informationen sowie die Anmeldung für die kostenlose Beratung bis zum 31. Oktober unter:
www.freiburg.de/zuhause-a-plus

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Verschiedenes 

NABU: Fragwürdige Salamitaktik bei Nord Stream 2

Krüger: Keine Bauarbeiten zur Hauptrastzeit streng geschützter Vögel / NABU aktualisiert Widerspruch

Berlin, 16.10.2020 – Bereits zum zweiten Mal will die Nord Stream 2 AG die Bauarbeiten der umstrittenen Gaspipeline zu Lasten der Umwelt ändern. Heute endet die Beteiligungsfrist im Änderungsverfahren bei dem verantwortlichen Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH). Der NABU fordert eine Ablehnung des Änderungsantrags und bekräftigt seinen Widerspruch gegen die Genehmigung. Im Mittelpunkt der Kritik steht die Beeinträchtigung streng geschützter Vögel in einem Naturschutzgebiet.

Um die Pipeline in der deutschen Ostsee fertigzustellen, fehlt eine abschließende Genehmigung für den Trassenabschnitt in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ), dem Bereich jenseits der 12-Seemeilenzone. Der NABU hatte 2018 neben einer noch beim Oberverwaltungsgericht Greifswald anhängigen Klage gegen die Zulassung der Pipeline im deutschen Küstenmeer auch Widerspruch gegen die AWZ-Genehmigung eingelegt. Jetzt beantragt das russische Staatsunternehmen eine zweite Änderung der Genehmigung, die den Umweltschaden im Naturschutzgebiet Pommersche Bucht-Rönnebank massiv ausweiten würde.

„Diese Art der Salamitaktik darf nicht zum Erfolg führen. Die Ursprungsgenehmigung des BSH erlaubte das Verlegen der Rohre nur in der Zeit von Mai bis September, damit Vögel während der Rast möglichst wenig gestört werden. Durch den Wechsel des Rohrverlegeschiffes drohen jetzt zweieinhalbmonatige Bauarbeiten in den für die Rastvögel bedeutenden Wintermonaten, und das in einem Schutzgebiet. Das ist nicht mit geltendem Naturschutzrecht vereinbar. Das scheibchenweise Aufweichen genehmigungsrelevanter Bauauflagen ist nicht hinnehmbar“, so NABU-Präsident Jörg- Andreas Krüger.

Schon im Dezember 2019 hatte Nord Stream 2 einen ersten Änderungsantrag durchgesetzt. Das ursprüngliche Bauzeitenfenster wurde um zehn Tage in die für die Rastvögel sensiblen Wintermonate erweitert. Gleichzeitig wurde das Verlegeschiff gewechselt. Dieses hält seine Verlegeposition jedoch nicht dynamisch, über sogenannte Bugstrahlruder, sondern zieht sich über Anker am Meeresgrund entlang. Eine Technik, die mehr Schäden verursacht und etwa sieben Mal mehr Zeit in Anspruch nimmt.

„Nach unseren Berechnungen verfünfzehnfachen sich die Umweltauswirkungen auf streng geschützte Meeresenten, See- und Ohrentaucher. Der Wechsel auf ein ankergestütztes Verlegeschiff braucht bis zu 76 Tage und erfordert den Einsatz von bis zu zehn Schiffen. Der nördliche Bereich des Naturschutzgebiets droht zur Hauptrastzeit von Vögeln leergefegt zu werden. Und dass, obwohl das Bundesamt für Naturschutz gerade erst den schlechten Zustand des Bestands der Vögel und auch Schweinswale im Schutzgebiet bestätigt hat“, kritisiert NABU-Meeresschutzexperte Kim Cornelius Detloff.

Der NABU erwartet, dass das BSH den Änderungsantrag ablehnt, auch weil sich die Bedarfsprognosen der Nord Stream 2 AG als falsch erwiesen haben. Aktuelle Studien zeigen, dass es keine energiewirtschaftliche Rechtfertigung für das Milliardenprojekt gibt, weder für die Planänderung zur beschleunigten Fertigstellung, noch grundsätzlich, da der Erdgasverbrauch Deutschlands nach unabhängigen Prognosen rückläufig ist und von der vorhandenen Infrastruktur gedeckt werden kann.

Nach Einschätzung des NABU zu den Diskussionen um einen möglichen Stopp der Gaspipeline und mögliche Schadensersatzforderungen kann die Entscheidung über den Änderungsantrag und die anhängigen Klagen erheblich an Bedeutung gewinnen.

Hintergrund:

Im Juni 2018 lehnte das Oberverwaltungsgericht Greifswald den Antrag NABU auf einen sofortigen Baustopp der Verlegearbeiten für die Gaspipeline Nord Stream 2 in den Küstengewässern Mecklenburg-Vorpommerns auf der Grundlage einer Interessenabwägung ab. Das Greifswalder Gericht erklärte in seinem Eilbeschluss die Sach- und Rechtslage sei zu komplex, um die Erfolgsaussichten der Klage zu prognostizieren. Inzwischen sind die Bauarbeiten im Küstenmeer zwar abgeschlossen, allerdings trägt die Nord Stream 2 AG das alleinige Risiko, falls die Klage des NABU Erfolg haben wird.

Gleichzeitig legte der NABU Widerspruch gegen die zweite Genehmigung der Nord Stream 2 AG aus dem März 2018 ein, die zum Bau der Pipeline in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) notwendig ist. Im Bereich der AWZ wurde eine Teilstrecke von 16,5 Kilometer unter anderem wegen amerikanischer Sanktionen noch nicht verlegt. Auch über diesen Widerspruch, der von zweimaligen Änderungsverfahren überlagert wurde, ist vom verantwortlichen Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) nicht abschließend entschieden worden. Gegen die Entscheidung des BSH wäre ebenfalls eine Klage zulässig.

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Verschiedenes 

Karlsruhe: Extensive Wiesenpflege bringt Lebensraum für Insekten

Untersuchungen im Umweltausschuss / Karlsruhe auf gutem Weg

Stichproben aus der Karlsruher Fauna haben die Brüder und Diplombiologen Erwin und Klaus Rennwald erhoben, um im Auftrag der Stadt Karlsruhe einen intensiveren Blick auf die Grünanlagen der Fächerstadt zu werfen. Was dort an Insekten zu finden ist und wie sich die Populationen in den letzten Jahrzehnten verändert haben, geht nun aus dem Gutachten hervor, das jüngst dem Ausschuss für Umwelt und Gesundheit bei einer gemeinsamen Sitzung mit dem Naturschutzbeirat präsentiert wurde. "Wir erhoffen uns davon insbesondere Erkenntnisse, welche Auswirkungen die Pflege unserer Grünflächen auf die biologische Vielfalt in Karlsruhe hat", erläuterte Bürgermeisterin Bettina Lisbach einleitend.

Konkret kümmern sich die Biologen um extensiv gemähte Wiesenbereiche in Grünanlagen der Stadt – erstmals untersucht 2002 und überprüft im Jahr 2019. Gesucht und gefunden haben die Wissenschaftler dabei Tagfalter, tagaktive Nachtfalter, Heuschrecken, Grillen, Wildbienen, Wespen, Schwebfliegen und andere Insekten. Hintergrund ist die Frage, ob eine extensive Wiesenbewirtschaftung – mit der die Stadt schon in den 90er Jahren begann und die eine weniger oft durchgeführte Mahd bedeutet – einen Mehrwert für die Insektenvorkommen hat. Noch schneller, günstiger und einfacher wäre es, zwei Mal jährlich zu mulchen.

Mehraufwand lohnt sich
Wie bereits 2002 kamen die Experten jedoch zum Ergebnis, dass der Mehraufwand der extensiven Flächenpflege sich lohnt: Insgesamt finden sich mehr Falter, Käfer und Insekten. Die ebenfalls festgestellte Abnahme von Schwebfliegen-Arten hat hingegen weniger mit der Bewirtschaftung als mit dem Klimawandel zu tun. Wegen der zunehmenden Hitze und der Sommertrockenheit erlangen Einzelbäume und randliche Hecken immer mehr Bedeutung für die Insekten der Wiesenflächen.

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