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Verschiedenes 

Brief an Herrn Staatspräsident Macron

Brief an Herrn Staatspräsident Macron
Quelle: BUND Südlicher Oberrhein

BUND fordert endlich konkretes Abschaltdatum für das AKW Fessenheim

In der nächste Woche wird der französische Umweltstaatssekretär Sébastien Lecornu in Colmar die Öffentlichkeit über die
Regierungspläne zum französischen AKW in Fessenheim informieren.

Für den BUND am Südlichen Oberrhein war dies der Grund, Herrn Staatspräsident Macron anzuschreiben. Der BUND fordert, endlich
die Unsicherheit zu beenden und ein konkretes und schnelles Abschaltdatum für das älteste AKW Frankreichs zu nennen.
Unten angehängt finden Sie den französischen Text und darunter den deutschsprachigen Briefentwurf.

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Monsieur le Président de la République
Emmanuel Macron
Palais de l'Elysée
55 rue du Faubourg Saint-Honoré
75008 Paris

FRANCE / FRANKREICH

26.09.2018
Monsieur le Président,

C'est avec consternation que nous avons pris connaissance de la démission du Ministre Nicolas Hulot. A nos yeux, c'était l'un des ministres les plus capables et surtout le plus crédible dans sa fonction de Ministre de l'environnement. Sa démission ne fait que renforcer nos craintes concernant la centrale nucléaire de Fessenheim, la plus vieille de France et située à la frontière.
Depuis des années on promet à la population la fermeture de cette centrale, source de danger incommensurable. Votre prédécesseur déjà, le Président Hollande, avait annoncé une fermeture prompte. Cette promesse, il ne l'a jamais tenue, sans doute à cause de l'exploitant, EDF, dont les agissements pas toujours démocratiques, c'est le moins qu'on puisse dire, ne trompent plus la société civile.
Nous avons ainsi l'impression que le lobby nucléaire, personnifié par EDF, agit sciemment, en repoussant au maximum dans le temps l'arrêt des deux vieux réacteurs, ceci pour réaliser l'installation d'un nouveau sur le site.
Monsieur le Président, vous nous avez aussi promis, avec Nicolas Hulot, une fermeture rapide de la centrale. Cependant la date de celle-ci est sans cesse repoussée, sous la pression d'EDF, au comportement plus que critiquable.
Cher Monsieur le Président, rendez public enfin rapidement la date de la fermeture de la centrale de Fessenheim, prouvant ainsi que c'est bien vous et votre gouvernement qui dirigez la France et non EDF.
Dans l'espoir d'être entendus, nous vous prions, cher Monsieur le Président Macron, de recevoir nos sincères salutations et notre cordiale amitié.
Veuillez recevoir mes plus cordiales salutations,

Axel Mayer, secrétaire général du BUND

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Deutscher Textentwurf

Sehr geehrter Herr Staatspräsident Macron,

mit Bestürzung haben wir vom Rücktritt des Herrn Ministers Nicolas Hulot erfahren. Er war einer Ihrer fähigsten Minister und ein wirklich glaubwürdiger Umweltminister.

Sein Rücktritt verstärkt unsere Sorgen wegen des ältesten Atomkraftwerks Frankreichs, das an der Grenze gelegenen AKW Fessenheim. Seit Jahren wird der Bevölkerung die Abschaltung dieser Gefahrenquelle versprochen. Schon Ihr Vorgänger im Amt, Herr Staatspräsident Hollande, hatte die "baldige Abschaltung" verkündet. Er konnte seine Versprechen aber wegen der undemokratischen Macht der EDF nicht wahr machen. So entsteht der Eindruck, dass der Atomkonzern die Abschaltung der alten Reaktoren gezielt verzögert, um in der Zukunft den Neubau eines AKW in Fessenheim zu realisieren.

Auch Sie, Herr Staatspräsident Macron und Herr Hulot, haben uns die baldige, immer wieder verzögerte, Abschaltung des AKW versprochen, doch dieser Termin verschiebt sich durch geschicktes agieren der EDF.

Sehr geehrter Herr Staatspräsident, bitte nennen Sie endlich ein schnelles, konkretes Abschaltdatum für das AKW Fessenheim und zeigen Sie, dass Frankreich von Ihnen und der Regierung und nicht vom Energiekonzern EDF regiert wird.

Mit freundlichen Grüßen

Axel Mayer, Geschäftsführer








Verschiedenes 

NABU-Studie: 48.000 Tonnen Mikroplastik und gelöste Polymere ...

... aus Kosmetik und Putzmitteln landen pro Jahr im Abwasser

Miller: Mikroplastik-Verbot und Reduzierung gelöster Polymere dringend notwendig

Berlin – 977 Tonnen Mikroplastik und 46.900 Tonnen gelöste Polymere gelangen jährlich in Deutschland allein aus Kosmetikprodukten sowie Wasch-, Putz- und Reinigungsmitteln (WPR) ins Abwasser. Das sind Ergebnisse einer Studie, die vom Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT im Auftrag des NABU erhoben wurden. Kläranlagen können die Inhaltsstoffe nicht vollständig abfangen, daher gelangt Mikroplastik trotz Abwasserreinigung in unsere Gewässer. Über den Klärschlamm gelangen auch zurückgehaltene synthetische Polymere auf landwirtschaftliche Flächen.

„Wir brauchen ein EU-Verbot von Mikroplastik in Kosmetik und Reinigungsmitteln. Nur Mikroplastik als Reibkörper in Duschgel und Peeling zu verbieten, wie es manche Staaten verfolgen, greift viel zu kurz. Mikroplastik muss funktions- und produktübergreifend in Kosmetik und Reinigungsmitteln verboten werden, denn es wird auch als Füllstoff, Trübungsmittel und Filmbildner eingesetzt. Das muss auch in der EU-Plastikstrategie konkretisiert werden“, fordert NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Die Industrie müsse schnellstmöglich auf besser abbaubare Ersatzstoffe umsteigen. „Nationale Verbote können den Druck auf die EU erhöhen, sind aber nur eine Notlösung, da Flüsse und Meere keine nationalstaatlichen Grenzen kennen und die Hersteller für internationale Märkte produzieren“, so Miller.

„In Anbetracht der hohen Eintragsmengen und der nicht abzuschätzenden Risiken für die Umwelt müssen auch schwer abbaubare wasserlösliche Polymere über die europäische Chemikaliengesetzgebung reguliert werden. Wir wissen nicht, was flüssige, gelöste und gelartige Polymere für Wirkungen in der Umwelt haben“, sagt Jürgen Bertling, für die Studie verantwortlicher Wissenschaftler am Fraunhofer UMSICHT. „Dabei sollte die lange Verweildauer der Polymere in der Umwelt ein viel stärkeres Gewicht bei der Bewertung der Umweltgefährdung bekommen. Derzeit werden Polymere, einschließlich Mikroplastik, aufgrund der geringen Toxizität als kaum umweltgefährdend eingestuft“, so Bertling.

„Derzeit ist es für Verbraucherinnen und Verbraucher kaum möglich, Mikroplastik und andere schwer abbaubare Inhaltsstoffe in Produkten zu erkennen. Unterschiedliche Definitionen von Mikroplastik erschweren eine Kennzeichnung und die aktuellen Angaben zu den Inhaltsstoffen bieten Laien quasi keine Informationen“, sagt NABU-Konsumexpertin Katharina Istel. „Wir brauchen daher mehr Transparenz über schwer abbaubare Inhaltsstoffe in Kosmetikprodukten sowie in Wasch- und Putzmitteln. Zertifizierte Naturkosmetik und Putzmittel mit Umweltkennzeichnungen wie dem Blauen Engel sind aus Umweltsicht die bessere Wahl, haben aber noch extrem geringe Marktanteile. Für den Massenmarkt brauchen wir transparente und verständliche Informationen zu Inhaltsstoffen und Umweltaspekten wie zum Beispiel der Abbaubarkeit in Gewässern.“

In den Flüssen, aber auch insbesondere im Meer, ist Mikroplastik inzwischen allgegenwärtig und wurde bereits in Krebsen, Muscheln und Fischen nachgewiesen. Angesichts der Risiken für Umwelt und Natur muss der Eintrag im Sinne des Vorsorgeprinzips minimiert werden. Wie die bestehende gesetzliche Regulierungslücke bei Kosmetik sowie Wasch-, Putz und Reinigungsmitteln geschlossen werden könnte, beispielsweise durch ein Verbot von Mikroplastik sowie die Regulierung auch der gelösten Polymere über die EU-Chemikaliengesetzgebung, zeigt die NABU-Studie. Ebenfalls umfassend aufbereitet wurde, welche Funktionen die Polymere in den Produkten haben und welche besser abbaubaren Ersatzstoffe bereits eingesetzt werden.

Weitere Informationen:

Die Studie „Mikroplastik und synthetische Polymere in Kosmetikprodukten sowie Wasch-, Putz- und Reinigungsmitteln“ von Fraunhofer UMSICHT im Auftrag des NABU steht zum Download bereit ...

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Karlsruhe: Freiwillige Helfer in Ecuador

Karlsruhe: Freiwillige Helfer in Ecuador
In Ecuador gibt es rund 4.000 Orchideenarten / Foto: Ruben Dürr

Einsatz für Projekt der Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe

Das Großprojekt der Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe ist in Ecuador angesiedelt. Dort gibt es jetzt zwei freiwillige Helfer: Sarah Stöhr und Ruben Dürr. Sie arbeiten ein Jahr im Umweltzentrum Mindo Lindo. Der Internationale Bund, unterstützt durch die Organisation Weltwärts, ermöglicht diesen Auslandseinsatz.

"Unsere ersten Wochen in Ecuador haben wir wunderbar überstanden und uns gut eingelebt. Die Tier- und Pflanzenvielfalt ist beeindruckend", berichtet Ruben Dürr, der zuvor ein Freiwilliges Ökologisches Jahr in der Karlsruher Zoopädagogik absolviert hat. Angeleitet werden die beiden Freiwilligen vor Ort von Pedro Peñafiel, der zusammen mit seiner Frau, der aus Deutschland stammenden Biologin Heike Brieschke, das Projekt betreut.

Artenschutzstiftung hat eine 24 Hektar große Fläche erworben

Ecuador ist – bezogen auf seine Fläche – das Land mit der weltweit größten Biodiversität und zählt zu den artenreichsten Ländern unserer Erde. Es gibt dort zum Beispiel 130 Kolibri- und 4.000 Orchideenarten. Die Artenschutzstiftung hat bei der Stadt Mindo am Westhang der Anden im vergangenen Jahr eine 24 Hektar große Fläche erworben. In diesem Reservat wird unzerstörter Nebelwald mit einem großen Reichtum an Tieren und Pflanzen erhalten und ehemalige Weideflächen wiederaufgeforstet.

Kolibris füttern und Lehrpfade pflegen

Die Arbeit von Stöhr und Dürr besteht darin, Lehrpfade zu pflegen, Kolibris zu füttern und Bäume zu pflanzen. "Oftmals ist es viel und körperliche Arbeit. Angesichts der vielen Tiere und Pflanzen, die man hierbei entdeckt, ist es trotzdem ein unbeschreibliches Erlebnis", sagt Dürr. Auch das Anlegen einer Wurmzucht zur Unterstützung der Kompostierung von Pflanzenmaterial gehört zum Aufgabenbereich. "Wir sind froh, dass die beiden jungen Menschen sich für unser Projekt begeistern und sich so einbringen", betont Stiftungsvorstand Dr. Clemens Becker.

Ausweitung der Austauschmöglichkeiten für junge Menschen

Auch bei der KEK - Karlsruhe Energie- und Klimaschutzagentur gGmbH, die ebenfalls am Projekt beteiligt ist, ist die Freude über die Helfer vor Ort groß. Geschäftsführer Dirk Vogeley hatte sich schon bei der Bekanntgabe der Zusammenarbeit begeistert gezeigt: "Mit dem Internationalen Bund und unseren Partnern vor Ort streben wir eine Ausweitung der Austauschmöglichkeiten für junge Menschen an. Mit diesem Programm gehen Klima- und Artenschutz Hand in Hand."

Mehr Infos zur Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe und deren weitere Projekte gibt es im Internet unter www.artenschutzstiftung.de

zum Bild oben:
In Ecuador gibt es rund 4.000 Orchideenarten und viele weitere seltene Pflanzen. Auch auf dem Gelände der Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe lassen sich herrliche Exemplare entdecken / Foto: Ruben Dürr

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Die Chef Alliance von Slow Food Deutschland feiert zweijähriges Jubiläum

Die Chef Alliance Deutschland gründete sich vor genau zwei Jahren beim Terra Madre Salone del Gusto in Turin - der größten internationalen Slow-Food-Veranstaltung. Inzwischen besteht sie aus 26 Köchinnen und Köchen, die für die Herkunft ihrer Produkte, ihre Kultur- und Naturlandschaften und den Genuss ihrer Gäste Verantwortung übernehmen. "Wir möchten das Gegengewicht zum oftmals haltlosen Trend einer authentischen und nachhaltigen Küche sein. Ziel ist es, als Netzwerk zukunftsfähig arbeitender Köchinnen und Köche gemeinsam aufzutreten und weiter zu wachsen", so Jens Witt, Leiter der Chef Alliance Deutschland.

Die Mitglieder der Chef Alliance wissen, dass Kochen und wahrer Genuss von der Wahl des Lebensmittels und dem Wissen um dessen Herkunft abhängen. An Orten wie Hamburg, Essen, Berlin, Rech, Karlsruhe, Regensburg oder Unterammergau kochen sie frisch mit regionalen und saisonalen Zutaten sowie alten Sorten. Sie verzichten vollständig auf industriell erzeugte und verarbeitete Produkte und Zusatzstoffe. Der enge Kontakte zu den Erzeugerinnen und Erzeugern ihrer Region ist essentiell. Sie vermeiden so weit wie möglich Lebensmittelabfälle und tragen dazu bei, dass Menschen bewusster und wertschätzender mit Essen umgehen. Viele ihrer Gäste kommen gerade deshalb zu ihnen, weil sie von ihnen die Geschichten hinter den Gerichten erfahren.

Jens Witt erklärt, dass viele Köchinnen und Köche dazu neigen, im wahrsten Sinne des Wortes ihr ,eigenes Süppchen zu kochen'. Dabei gäbe es viele, die es mit den Slow-Food-Prinzipien ,gut, sauber und fair' ernst meinen und diese trotz der Mühen aus vollem Herzen umsetzen. "Wir müssen voneinander wissen, uns austauschen und weiterentwickeln. Nur dann schaffen wir es, uns von denen, die ihren Speisekarten den Nachhaltigkeits-Stempel verleihen ohne danach zu handeln, abzugrenzen", so Witt. Für die Zukunft wünscht er dem Netzwerk, dass es weiter wächst. Das ermögliche beispielsweise, sich verstärkt regional auszutauschen und Lösungen für die jeweils spezifischen Herausforderungen einer Region zu erarbeiten. Es ist außerdem geplant, dass sich die Mitglieder je nach Expertise verstärkt einzelnen Themen wie Jagd und Wildfleisch, regionale Fischerei sowie Gemeinschaftsverpflegung widmen. Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland, weist zugleich auf das politische Engagement und gesellschaftliche Tragweite hin. "Jede Köchin und jeder Koch, der an der Seite von Slow Food Flagge zeigt für eine Agrarpolitik und eine Ernährungsweise, die endlich fair mit Mensch, Tier und Umwelt umgeht, zählt. Ihre Berufsgruppe hat eine enorm wichtige Mittlerrolle. Denn bewegt sich etwas bei ihnen, hat dies unmittelbaren Einfluss auf den Lebensmittelhandel ebenso wie auf die Verbraucher. Deshalb möchten wir gemeinsam mit möglichst vielen Köchinnen und Köchen klare Zeichen setzen und zukunftsweisende Impulse an Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft senden", so Hudson.

Die Kriterien des Netzwerkes sowie eine Übersicht aller Mitglieder finden Sie online ...

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NABU: Schon über 500.000 Tonnen CO2 durch Moorbrand bei Meppen

Miller: Mit besonders geschützten Gebieten wie Mooren muss verantwortlich umgegangen werden

Berlin/Meppen – Im Naturschutzgebiet „Tinner Dose-Sprakeler Heide“ schwelt seit Wochen ein Moorbrand. Nach Angaben der Bundeswehr, die das Gebiet für Schießübungen nutzt, brennt es auf mittlerweile mehr als acht Quadratkilometern. Die „Tinner Dose“ ist auch ein nach europäischem Recht besonders geschütztes Gebiet und hat als Lebensraum für viele Arten eine große Bedeutung. Damit einher geht eine große Verantwortung für den Erhalt dieses Moores.

„Der Moorbrand bei Meppen zeigt offensichtlich, dass an einigen Stellen die nötige Sensibilisierung für einen verantwortungsvollen Umgang mit besonders schutzbedürftigen Gebieten noch nicht ausreichend vorhanden ist“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Nach vorsichtigen ersten Berechnungen des NABU sind durch den Brand schon jetzt mehr als 500.000 Tonnen CO2 in die Atmosphäre gelangt – und es werden täglich mehr. Unzählige Insekten, Spinnentiere, Reptilien können vor der Hitze nicht fliehen und verenden. Der NABU Emsland erfasst dort seit Jahrzehnten selten gewordene Tier- und Pflanzenarten und hat sich maßgeblich für die Unterschutzstellung eingesetzt.
Darüber hinaus ist die Belastung der Menschen in den angrenzenden Ortschaften sowie der Einsatzkräfte durch den Rauch hoch. Und ein Ende des wochenlangen Schwelbrandes ist nicht in Sicht. Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft Osnabrück die Ermittlungen aufgenommen.

„Bei der diesjährigen extremen Dürre Schießübungen im Moor abzuhalten und das auch noch ohne ausreichende Absicherung durch Löschfahrzeuge – das ist unfassbar“, so Felix Grützmacher, NABU-Moorschutzexperte. „Militärisch genutzte Übungsplätze sind als letzte große zusammenhängende Naturräume in einer oft intensiv genutzten und zersiedelten Landschaft enorm wichtig für den Natur- und Artenschutz. Alle Moorflächen in der Verantwortung des Bundes müssen jetzt auf die Möglichkeit einer Wiedervernässung überprüft werden, die dem Natur- und Klimaschutz zugute kommt und Brände dieses Ausmaßes verhindern.“ Positive Beispiele an einigen Standorten zeigten, dass sich nasse Moore und eine weitere militärische Nutzung nicht ausschließen müssen.





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NABU: Wohnungsgipfel wird Probleme im Wohnungsbau nicht lösen

Miller: Nachhaltiges Bauen und nachhaltige Stadtentwicklung schließen bezahlbaren Wohnraum nicht aus

Berlin – Zum Wohnungsgipfel im Kanzleramt (21.9.) sind neben dem „Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen“ vor allem Verbände der Bau- und Immobilienwirtschaft eingeladen. Umweltverbände stehen nicht auf der Teilnehmerliste. Der NABU hält das für eine vertane Chance. Zudem offenbart die geplante Ablösung des Staatssekretärs Gunther Adler, welchen geringen Stellenwert Bau- und Wohnungspolitik für die Bundesregierung hat.

„Die Wohnungsfrage bietet die Chance, nicht nur soziale, sondern auch zukunftsweisende ökologische Fragen von Wohnungsbau und Stadtplanung anzugehen. Die Investition in noch mehr Beton wird Deutschlands Wohnungsbauprobleme aber nicht lösen. Nachhaltiges Bauen und nachhaltige Stadtentwicklung schließen bezahlbaren Wohnraum nicht aus“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Wer vor allem auf Abriss und Neubau statt Sanierung setzt und Einfamilienhäuser der Innenstadtentwicklung im Bestand vorzieht, begeht Raubbau an der Natur. Beim Wohnungsbau und in der Stadtentwicklung braucht es ein Bündnis aller involvierten Akteure – wie es der vom Berliner Mieterverein organisierte Alternative Wohngipfel zeigt. Ein nachhaltiger Umgang mit Flächen und Rohstoffen ist eine gesamtgesellschaftliches Aufgabe.“

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Neuer Arche-Passagier trägt Früchte

Neuer Arche-Passagier trägt Früchte
Palmischbirne (c) Matthias Braun

Die Palmischbirne, eine traditionelle Most- und Brennbirne aus Württemberg ist der neueste Passagier in der "Arche des Geschmacks" von Slow Food Deutschland.

Die Palmischbirne ist eine sehr alte Obstsorte, die schon im 16. Jahrhundert beschrieben wurde und vor allem in Württemberg verbreitet war. Aufgrund ihrer mühsamen Ernte per Hand sowie des Rückgangs der traditionellen Mostkultur verzeichnet sie einen immensen Rückgang. Heute wird sie vor allem noch als Brennbirne genutzt. Um sie vor dem Verschwinden zu bewahren, braucht es Erzeuger, die ihr unverkennbares, kräftiges Aroma mithilfe traditioneller Rezepturen zur Geltung bringen sowie Verbraucher, die bereit sind dafür angemessene Preise für ihre Produkte zu zahlen.

Die genaue Herkunft der Palmischbirne, auch bekannt als Böhmische Birne, Bäumschbirne, Mädlesbirne oder Schwabenbirne, ist bis heute nicht geklärt. Sie wächst als imposanter, eichenartiger Baum mit landschaftsprägendem Charakter und kann ein hohes Alter erreichen. Sie blüht früh und ist bereits Anfang bis Mitte September reif. Aufgrund ihres hohen Zuckergehalts wurde sie traditionell vermostet und zur geschmacklichen Verfeinerung dem Apfelmost beigemischt. Als Dörrobst war die Palmischbirne im Winter sowie zu Zeiten der großen Hungersnöte eine wichtige Nahrungsergänzung für die Landbevölkerung. Inzwischen gibt es nur noch wenige Bäume dieser Sorte, weil sie in den letzten Jahrzehnten kaum mehr nachgepflanzt worden ist. Einerseits, weil die traditionelle Mostkultur sowie das Dörren in Württemberg an Bedeutung verloren haben. Andererseits, weil die Palmischbirne in der Obstweiterverarbeitung durch marktfähigere und produktivere Sorten wie die Williams Birne ersetzt wurde. Gefragt sind die verbliebenen Erträge weiterhin bei Destillerien. Denn die Palmischbirne zählt zu den besten Brennbirnen.

Slow Food Deutschland möchte einer weiteren Bestandsreduzierung der Palmischbirne entgegenwirken, unterstützt durch ein Netzwerk aus Züchtern und Erzeugern. Jörg Geiger, der in seiner Manufaktur in Schlat Destillate, Schaumweine und alkoholfreie PriSeccos herstellt, erklärt worauf es dabei ankommt: "Ziel muss es sein, den originären Geschmack alter Sorten wie der Palmischbirne hervorzuheben, indem wir ihre ursprüngliche Nutzung bewahren. Wir müssen sie in alter Tradition anbauen und weiterverarbeiten. Dann entfaltet sie ihr Alleinstellungsmerkmal. Alles andere wäre kontraproduktiv, auch wirtschaftlich". Geiger verarbeitet nur Palmischbirnen aus nachhaltig extensivem Wiesenobst, also von starkwachsenden Bäumen. Diese tragen alle zwei Jahre Früchte. "Man kann gute alte Sorten auch schlecht halten, wenn man ihre Bedürfnisse nicht kennt oder ungeduldig ist. Die Palmischbirne etwa wächst in die Breite, braucht Platz und Zeit, um sich zu entfalten", so Geiger. Die robuste Palmischbirne ist nicht nur bei Brennereien beliebt. Verschiedene Tiere, darunter auch bedrohte Arten wie Steinkauz und Fledermäuse wertschätzen sie als Nist- und Wohnstätte. Nun ist es an den Verbrauchern, die Palmischbirne wieder nachzufragen. Nicht zuletzt bei der jüngeren Generation ist sie so gut wie nicht mehr bekannt.

Auf dem >> 13. Markt der "Arche des Geschmacks" des Freilichtmuseums Beurenhaben die Besucher am 23. September 2018 die Möglichkeit, Erzeugnisse aus der Palmischbirne zu kosten und zu kaufen. Die Regionalgruppe von Slow Food in Stuttgart, die sich um die Aufnahme der Palmischbirne in die Arche des Geschmacks gekümmert hat, steht den Gästen Rede und Antwort.

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Falsch verstandene Tierliebe schadet Natur und Tieren

Beschwerden über das Füttern von Wasservögeln nehmen zu – Stadtverwaltung bittet das Füttern zu unterlassen

Falsch verstandene Tierliebe schadet der Natur und den Wildtieren. In den letzten Wochen haben sich viele Bürgerinnen und Bürger bei der Stadtverwaltung gemeldet und sich über Fütterungen von Wasservögeln am Flückigersee und am Dietenbachsee beschwert.

Aus diesem Grund appellieren das Umweltschutzamt und das Forstamt, Wasservögel bitte nicht zu füttern!

Vögel suchen sich ihr Futter üblicherweise selbst. Wenn Wasservögel dennoch mit Brot gefüttert werden, ist dies schädlich für die Tiere, da ihre Mägen nicht auf energiereiche Nahrung wie Brot oder andere Futtermittel ausgelegt sind. Letztlich werden die Wasservögel fettleibig und krank.

In der Natur gibt es nur ein begrenztes Futterangebot und die Wildtiere passen sich diesem Angebot an. Wenn Menschen zusätzlich füttern, kommen zusätzliche Tiere hinzu. Fällt das Futter einmal aus, reicht das natürliche Nahrungsangebot nicht mehr aus. Im Übrigen steigt der Stress bei den Wildtieren an, weil zu viele an einem Ort sind. Zusätzlich kommt es zu vermehrter Übertragung von Krankheiten – auch durch verdorbenes Futter.

Zudem leiden die Gewässer, wie beispielsweise der Flückigersee und der Dietenbachsee, unter der Fütterung. Durch das ins Wasser fallende Futter und durch vermehrten Vogelkot können Algen wachsen, wodurch ein Sauerstoffmangel entsteht, der dem gesamten Ökosystem Gewässer schadet.

Aufgrund der zahlreichen Beschwerden weist die Stadtverwaltung deshalb darauf hin, dass das Füttern von Wildtieren falsch verstandene Tierliebe ist und bittet, dies zu unterlassen. Ein Fütterungsverbot von Tauben und Wasservögeln steht auch in der Polizeiverordnung der Stadt Freiburg.

Aber nicht nur die Stadt Freiburg, sondern auch das Land Baden-Württemberg hat die Fütterung von Wildtieren verboten, zu denen Enten, Gänse und Schwäne gehören: Geldbußen bis zu 5.000 Euro können für die illegale Fütterung von Wildtieren verhängt werden. Die Fütterung von Singvögeln im Winter ist davon nicht betroffen.







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