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Veranstaltungen 

Start für die Bewerbungsphase der zweiten Slow Food Youth Akademie

25 Teilnehmer haben 2017 das Bildungsprogramm der Slow Food Deutschland gUG erstmals erfolgreich abgeschlossen. Bis zum 2. Februar 2018 haben junge Erwachsene aus der Lebensmittelbranche, der Gastronomie sowie Ökologie und Vertrieb die Chance, sich für das Akademiejahr 2018 zu bewerben. An acht Wochenenden erleben sie Produktionsprozesse der bäuerlich-ökologischen Landwirtschaft sowie des traditionellen Lebensmittelhandwerks hautnah. Das vielfältige Programm sowie der Austausch mit Erzeugern und Experten soll sie befähigen, verantwortungsvolle und souveräne Entscheidungen für den Wandel unserer Ernährungsbranche zu treffen.

Die Slow Food Youth Akademie wurde 2017 als interaktives Bildungsprogramm für junge Erwachsene zwischen 18 und 35 Jahren ins Leben gerufen. Sie läuft über acht Monate und besteht aus sieben Themenwochenenden sowie einer Studienreise ins europäische Ausland. Jeder Termin stellt ein Grundnahrungsmittel in den Fokus, dessen Herkunft, Weiterverarbeitung, Vertriebswege und Marketingstrategien. Die Teilnehmer treffen an verschiedenen Orten mit Landwirten, Bäckern, Fischern und Köchen zusammen und legen selbst Hand an: Sie wursten, filetieren Fisch, stellen Käse her, ernten Gemüse und backen Brot. Anhand von Fallbeispielen, mit denen Unternehmen und Organisationen proaktiv an die Slow Food Youth Akademie herantreten, erarbeiten sie innovative Ideen für die Bereiche Vertrieb und Produktion.

Die Zusammenarbeit mit Experten verschiedener Fachrichtungen sowie klein- bis mittelständischen Unternehmern unterstützt die Weiterbildung der Akademie-Teilnehmer. Gemeinsam setzen sie sich mit unserem heutigen Lebensmittelsystem kritisch auseinander, diskutieren drängende Fragen zu Ernährungssicherheit, umweltverträglichen Anbaumethoden sowie zu den Auswirkungen des individuellen Konsumverhaltens auf Mensch, Tier und Umwelt. Das gewonnene Wissen befähigt sie, verantwortungsvolle Entscheidungen im eigenen beruflichen Schaffen zu treffen. "Die jungen Frauen und Männer sind Teil einer wachsenden Gemeinschaft, die wissen möchte, wo ihre Nahrung herkommt und wie sie produziert wird. Sie verlassen die Akademie als ,Lobbyisten' für biokulturelle Vielfalt und als Multiplikatoren, die ihr Wissen und ihre Wertschätzung für Lebensmittel künftig in ihr unmittelbares Umfeld weitertragen. Neue Allianzen, Initiativen und Kooperationen nehmen hier ihren Anfang", schwärmt Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland.

Maßgeblich gefördert wird die Slow Food Youth Akademie in Deutschland von der Heinz Sielmann Stiftung, auch im zweiten Jahr. "Naturschutz, Biodiversität und nachhaltige Ernährung gehören zusammen. Dieserart vernetztes Wissen vermitteln wir den Teilnehmenden. Die vielen begeisterten und motivierten Gesichter am Ende des ersten Akademiejahres sind Zeichen unseres Erfolgs", begründet Michael Beier, Vorstand der Heinz Sielmann Stiftung, die Verlängerung der Zusammenarbeit mit Slow Food Deutschland.

Detailliertere Informationen zu Ausschreibung und Bewerbung finden Sie im Internet ...

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Verschiedenes 

Freiburg erhält Förderbescheid vom Bund, um Masterpläne für saubere Luft zu erst

Kommunale Maßnahmen sollen für bessere Luft sorgen, um Fahrverbote zu vermeiden

Finanzielle Hilfe für Kommunen. Freiburg ist eine der 60 Städte, die einen Förderbescheid vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) bekommen haben, um Masterpläne für saubere Luft zu erstellen. Die Masterpläne sollen Maßnahmen zur Verminderung der Luftbelastung mit Stickoxiden aufzeigen, um Fahrverbote infolge von Grenzwertüberschreitungen bei der Stickoxidbelastung zu vermeiden. Bis zu 330.000 Euro erhält die Stadt, um einen solchen Masterplan für Freiburg zu erarbeiten, der nach den Vorgaben des Verkehrsministeriums die Handlungsfelder Digitalisierung des Verkehrs, Vernetzung von Verkehrsträgern, Elektrifizierung, Radverkehrsförderung sowie urbane Logistik umfassen kann.

Baubürgermeister Martin Haag zeigte sich sehr erfreut über den Förderbescheid für Freiburg: „Unsere Experten sind dran und werden jetzt zügig Konzepte für eine Verringerung der Luftschadstoffbelastungen im Verkehr erarbeiten, die allen Freiburgerinnen und Freiburger künftig zu Gute kommen werden.“





Veranstaltungen 

1000 GÄRTEN 2.0

1000 GÄRTEN 2.0

Soja-Forschungsprojekt sucht bundesweit Hobbygärtner für zweite Runde

Freiburg/Stuttgart, Dezember 2017 – 2016 riefen die Universität Hohenheim und der Tofuhersteller Taifun-Tofu das Projekt „1000 Gärten - Das Soja-Experiment“ ins Leben. Ziel: Kreuzungen identifizieren, die in verschiedenen Regionen Deutschlands wachsen und sich zur Tofuherstellung eignen. Das innovative Konzept kommt an. 2.500 Anmeldungen von Gärtnern gehen ein, zahlreiche aufschlussreiche Daten werden erhoben, die Presse berichtet deutschlandweit. Nun wird die Soja-Initiative wiederholt: Für „1000 Gärten 2.0“ suchen Taifun und Universität Hohenheim wieder engagierte Hobbygärtner, Landwirte und Schulen im ganzen Land. Anmeldung bis 28. Februar 2018 unter www.1000gärten.de

Beim Stichwort „Soja“ denken viele an eine exotische Pflanze, die vor allem dort wächst, wo großflächig Regenwald gerodet wird. Weit weniger bekannt ist, dass der Sojaanbau mittlerweile auch in Europa Fuß gefasst hat. So bezieht zum Beispiel Taifun-Tofu 100 Prozent seiner Bio-Sojabohnen aus Deutschland, Österreich und Frankreich. Doch die bestehenden Sojasorten gedeihen nur in Regionen mit mildem Klima. Um in Deutschland mehr Gegenden für den heimischen Sojaanbau zu erschließen, werden neue klimatisch passende Sojasorten benötigt.

Dieser Bedarf war Grundlage des ersten 1000 Gärten-Experiments 2016: „Mit einem weiteren Versuchsjahr wollen wir die Genauigkeit und den wissenschaftlichen Nutzen des Projekts erhöhen“, erklärt Martin Miersch, Leiter des Landwirtschaftlichen Zentrums für Sojaanbau und Entwicklung bei Taifun. Die erste Auflage habe gezeigt, dass partizipative Pflanzenforschung einen wichtigen Beitrag leisten kann, ergänzt Dr. Volker Hahn, Leiter des Arbeitsgebiets Sonnenblumen und Leguminosen der Landessaatzuchtanstalt an der Universität Hohenheim. „Mit der Wiederholung von 1000 Gärten wollen wir die Ergebnisse validieren und neue wissenschaftliche Fragestellungen angehen.“ Eine bedeutende Arbeit, für die diesmal die Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gewonnen werden konnte.

Engagierte Gärtner gesucht
Die Projektpartner suchen nun Teilnehmer, die Lust haben, im kommenden Gartenjahr auf 6 qm Sojabohnen auszusäen – und diese die Vegetationsphase über zu pflegen und zu beobachten. Hobbygärtner mit und ohne Schrebergarten sind genauso willkommen wie Schulklassen und Landwirte. Sie erhalten Versuchssaatgut von 12 verschiedenen Sojakreuzungen, die an die jeweilige Klimazone angepasst sind. So werden insgesamt im Projekt rund 1000 verschiedene Sojastämme getestet. Die Daten über Größe der Pflanzen, Ertrag und Reife erfassen die Sojagärtner auf einer eigenen Online-Plattform, damit sie wissenschaftlich ausgewertet werden können. Anhand der eingesandten Ernte werden schließlich Eiweiß- und Fettgehalt der Sojabohnen sowie Tofu-Eigenschaften untersucht. Die ganze Zeit steht das 1000 Gärten-Team den Teilnehmern mit Rat und Tat zur Seite. „Aus dem ersten Projekt haben wir viel gelernt, was wir jetzt einfließen lassen können“, erzählt Martin Miersch.

Für mehr Biodiversität
1000 Gärten 2.0 will auch für das Thema Sortenvielfalt sensibilisieren. Die Sojabohne eignet sich gut dafür, die große, zunehmend bedrohte Formenvielfalt bei Pflanzen zu zeigen, denn ob schwarz, gelb oder mit dunklem Nabel – die Familie der Sojabohne hat zahlreiche Mitglieder. Deshalb erhalten die Projektteilnehmer zusätzlich zum Versuchssaatgut für den eigenen Anbau Saatgut der Soja-Wildform (Glycine soja), einer Soja-Standardsorte und der neuen Edamame-Sorte Green Shell. Edamame-Bohnen werden grün geerntet, sind in Japan als Snack beliebt und erobern inzwischen auch die westliche Küche.

Die Entwicklung von der Wildform zur Standardsorte zeigt auch, welche Fortschritte bereits durch klassische Züchtung erreicht wurden – ganz ohne Gentechnik. „Mit der innovativen Züchtungsmethode von 1000 Gärten können die Menschen ihren persönlichen Beitrag für eine nachhaltige Forschung leisten“, betont Dr. Volker Hahn. Die entstehenden Sorten seien frei von Patenten, das heißt, Züchter können das Saatgut weiterentwickeln. „Das macht uns unabhängig von weltweit agierenden Saatgut-Monopolisten.“

Gut für den Menschen, gut für den Boden
Der Wissenschaftler ist überzeugt: „In keiner anderen Leguminose konzentrieren sich so viele wertvolle und essentielle Inhaltsstoffe wie in der Sojabohne.“ Trotzdem werde aus über 90 % des weltweit angebauten Sojas Tierfutter oder Soja-Öl. Durch den direkten Verzehr in Form von Tofu- und Sojaprodukten steht uns im Vergleich zu tierischem Eiweiß das Doppelte bis Dreifache an Nahrungsmitteln zur Verfügung. Der heimische Anbau von Soja ist eine Chance, Menschen nachhaltig mit pflanzlichem Eiweiß zu versorgen, ohne lange Transportwege und aus gesicherter Herkunft. „Sojabohnen sind Ausgangsrohware für unzählige kreative Tofuprodukte und bestimmen deren Art und Qualität mit“, weiß Martin Miersch.

Als Kulturpflanze trägt die asiatische Hülsenfrucht außerdem zu einem lebendigen und fruchtbaren Boden bei, denn sie bindet wertvollen Stickstoff im Boden und bereitet den Boden optimal für nährstoffhungrige Folgekulturen auf. Dies dämmt den Einsatz von Düngemitteln ein und schützt die Umwelt.

Alle Informationen über die Teilnahmevoraussetzungen und Erfahrungsberichte aus dem vergangenen Projekt gibt es seit dem 15. Dezember 2017 unter www.1000gärten.de.
Anmeldeschluss ist der 28. Februar 2018.

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Verschiedenes 

2017 - Umweltpolitischer Jahresrückblick

2017 - Umweltpolitischer Jahresrückblick
Quelle: BUND Südlicher Oberrhein

Mensch, Natur und Umwelt (nicht nur) in Südbaden, Elsass und am Oberrhein

Das Zitat des Jahres 2017 kam vom Agrochemielobbyisten und CSU-Agrarminister Schmidt im Zusammenhang mit seiner Pro-Glyphosat Entscheidung: "Mit der Zustimmung Deutschlands habe ich wichtige Verbesserungen zum Schutze der Pflanzen- und Tierwelt durchgesetzt"

Das Jahr 2017 war ein schwieriges Jahr
und alte Gewissheiten wurden durch Verunsicherung abgelöst. Die letzten Jahrzehnte hat es (erkämpfte) große Fortschritte im Umweltbereich gegeben und die Gesellschaft wurde offener und toleranter. Jetzt nehmen Umweltprobleme, Ungleichheit, Verunsicherung, Kriegsgefahr, Hass, Fundamentalismus und Intoleranz zu und in manchen Bereichen organisiert sich eine Anti-Naturschutz-Pegida. Immer mehr Naturnutzer und "Bürgerinitiativen" greifen in den großen Topf der Ökologie, nehmen sich eine einzelne Art heraus und bauen darauf ihre Argumentation auf. Doch Ökologie ist mehr, Ökologie ist immer auch die Lehre von den Zusammenhängen.

Die Demokratie ist nicht nur in Ungarn, Tschechien und der Türkei gefährdet.
Diese Entwicklung ist auch problematisch, weil es uns "noch gut geht" und die zu erwartenden systembedingten Krisen und Zusammenbrüche erst noch vor uns liegen. In Zeiten, in denen klimawandelbedingte Extremwetterereignisse zunehmen, regiert in den USA ein industriegelenkter Klimawandelleugner und die Menschen wählen Milliardäre zu Staatsoberhäuptern, obwohl die wachsende Ungleichheit die zentrale Ursache für die Unzufriedenheit vieler Menschen ist.

Vor über einem Jahr kam ein BUND-Naturschützer
in unser Freiburger Büro und sagte, wir sollten unbedingt das stille Insektensterben "zum Thema machen". Da wir auch viele Anrufe besorgter Menschen zu diesem Phänomen bekamen, machten wir uns an die Arbeit. In Zeiten, in denen eine gigantische Flut von Internetpetitionen das Land überflutet, haben wir mit dem guten, alten, handunterschriebenen Brief alle Mitglieder des Landtags, des Bundestags und die deutschen Mitglieder des Europaparlaments angeschrieben und auf das Insekten-Problem aufmerksam gemacht. Jetzt im Jahr 2017 ist das vorher unbekannte Thema Insektensterben in aller Munde. Jetzt liegt unsere Aufmerksamkeit bei den PR-Kampagnen der Insektensterbenleugner die behaupten, "Naturschützer hätten das Insektensterben erfunden". Mit Neonicotinoiden, Glyphosat und anderen Giften, die auch für das große Sterben verantwortlich sind, machen Konzerne wie Bayer, Monsanto und Syngenta satte Gewinne und die Debatte um das Insektensterben gefährdet diese Gewinne massiv und darum laufen jetzt auch die Desinformationskampagnen an. Das Insektensterben lässt sich nicht mehr leugnen. Die jetzigen Kampagnen versuchen von den tatsächlichen Ursachen abzulenken. Sie dienen der Gefahrzeitverlängerung von Neonicotinoiden und Glyphosat. Die neue Dimension des Insektensterbens, die Fernvergiftung über weite Strecken, die Bedrohung von Insekten in großen Naturschutzgebieten, ist in der öffentlichen Debatte noch nicht angekommen.

Auf großes bundesweites Interesse
ist unsere Analyse zu den Ursachen des Vogelsterbens gestoßen. Über 100.000 Vögel die an Windrädern getötet werden, wurde bisher interessengeleitet viel diskutiert. 18 Millionen Vögel, die jährlich in Deutschland an Glas und Glasscheiben sterben sind kein öffentliches Thema. Auch zu den wesentlich massiveren Schäden durch Vogelschlag im Straßenverkehr und entlang von Bahn- und Hochspannungstrassen gibt es keine Debatte. Wir haben aufgezeigt welches Interesse die Braunkohlelobby, Klimawandelleugner und die für das Insektensterben mitverantwortlichen Produzenten von Agrargiften daran haben, dass die Vogelschutz-Debatte nur in der Nische der Windenergie geführt wird.

Die gezielt geführte Nischendiskussion in Sachen Windenergie und Vogelschlag
passt gut ins Jahr 2017 und die aktuellen PR-Strategien großer Unternehmen. Die Kohlelobby, die Windräder verhindern will, dass im Schwarzwald mehr über Infraschall von Windrädern als über realen Motorradlärm diskutiert wird.
Die neue, geschickte und erfolgreiche PR-Strategie der Bahn ist es, mit den Kosten für den Artenschutz vom eigenen Versagen und von den tatsächlichen Gründen der zusätzlichen(!) Kostensteigerung von einer Milliarde für Stuttgart 21 abzulenken. Die knapp 0,2 % Umsiedlungskosten für Eidechsen machen fette Schlagzeilen, die von Umweltschützern vorhergesagten Probleme beim Anhydrit eher nicht. Der Bundesrechnungshof geht von Kosten in Höhe von zehn Milliarden Euro (10.000.000.000) aus. Beim Volksentscheid zu S21 wurden wir mit angeblichen Kosten von 4,5 Milliarden Euro belogen. Das "schönste" aller Ablenkungsmanöver ist der Nistkasten für Wanderfalken am Kühlturm des AKW Leibstadt. Erfolgreich wird das positive, naturnahe Image des Wanderfalken auf das gefährliche, alte AKW übertragen.

In Bonn wurden bei der Weltklimakonferenz
die drängendsten Zukunftsfragen diskutiert und gleichzeitig behinderten Kohle-Lobbyisten und Jamaika-Flüsterer die Energiewende und die zukunftsfähigen Energien. Die RWE-Braunkohlelobby, insbesondere vertreten durch AFD, FDP und CSU, ist verhängnisvoll einflussreich in Deutschland.

Der Friedensnobelpreis 2017 für die "Internationale Kampagne zur atomaren Abrüstung" (Ican)
erfüllt auch den BUND am Oberrhein mit Stolz, denn grenzüberschreitend-gemeinsam haben wir schon 1995 gegen die französischen Atomwaffentests auf dem Mururoa-Atoll protestiert. 2017 stellen wir die Frage, warum sonnenreiche Staaten wie die Türkei, Saudi-Arabien, Jordanien, Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate extrem teure, neue AKW bauen wollen. Geht es tatsächlich um den teuren Atomstrom oder um einen Machtzuwachs nach nordkoreanischem Vorbild? Die wiederbelebte Idee der Verbreitung von vielen kleinen und großen AKW auf der Welt ist ein globales Selbstmordprogramm und ein atomarer Alptraum. Atomkraftwerke sind Diktators und Terrorists Liebling. Der aktuelle Alptraum der nordkoreanischen Atombewaffnung würde durch den weltweiten Export von neuen AKW in Spannungsgebiete und von "schönen, kleinen Thoriumreaktoren" in's Unendliche vergrößert.

Auch die alten, gefährlichen Atomkraftwerke in Fessenheim, Beznau und Leibstadt
haben uns intensiv beschäftigt und mit Öffentlichkeitsarbeit, Flyern, Internetkritik, Demos, Newslettern und frechen Kleinanzeigen erhöhen wir den Abschaltdruck.
Wir hoffen irgendwann mal keine Fessenheim-Plakate mehr drucken zu müssen. Aber wir hoffen nicht nur, wir tun auch etwas. In Sachen Fessenheim-Abschaltung sehen wir durchaus (mal wieder) einen kleinen Lichtstreif am Horizont, doch „gebranntes Kind scheut verfrühte Freude“.

Der erste Schwarzwald - Wolf wurde erschossen.
Es gibt Menschen, die bedrohte Tiere besonders dann lieben, wenn diese weit genug von Deutschland entfernt leben (Rettet die Wale & Nashörner). Doch unser badisches Nashorn ist der Wolf. Für ihn tragen wir Verantwortung.
Der erschossene Wolf zeigt eines deutlich: Die Wiederkehr und das Erstarken steinzeitlichen Denkens in einer Gesellschaft, in der alle scheinbaren "Fraßfeinde" gnadenlos bekämpft werden. Doch im Gegensatz zum Märchen frisst heute nicht der Wolf die "sieben Geißlein", sondern der Straßenverkehr, der Feinstaub, der Klimawandel, die Neonicotinoide und die Atomkraft.

Erfreuliche grenzüberschreitende Zusammenarbeit von BUND und Alsace Nature
Der BUND und die Umweltbewegung am Oberrhein standen und stehen für einen trinationalen, toleranten, weltoffenen Heimatbegriff in der Tradition von Rene Schickelé, Albert Schweitzer und Walter Mossmann und wir arbeiten gut mit der schweizer und der französischen Umweltbewegung zusammen. Besonders intensiv ist die BUND-Zusammenarbeit mit unserer elsässischen Schwester-Organisation Alsace Nature. Die Vorstände haben sich 2017 zweimal zum intensiven Austausch getroffen und es gibt eine jährliche gemeinsame Naturschutz-Exkursion. Eines von vielen Beispielen für die gute Zusammenarbeit war die gemeinsame französisch-deutsche Presseerklärung zu den Umweltplaketten. Beide Verbände begrüßen diesen Fortschritt bei der Luftreinhaltung. Dennoch fordern wir die schnelle Einführung von europäischen Lösungen und von europaweit einheitlichen Plaketten. Angesichts einer zunehmenden Zahl von unterschiedlichen Plaketten und Regelungen wird es gerade für die Menschen im Grenzgebiet immer schwieriger und komplizierter, Städte und Gemeinden im Nachbarland zu besuchen. Sinnvoller Umweltschutz darf nicht zu Insellösungen und zu einer neuen europäischen Kleinstaaterei führen.

Erfolg: Elz-Renaturierung
Seit über zwei Jahrzehnten gibt es beim BUND am südlichen Oberrhein einen Traum. Am Anfang stand der jahrzehntelange, erfolgreiche Kampf um eine bessere Wasserqualität der Gewässer am Oberrhein. Danach konnten wir die Renaturierung der zu gerade gestreckten Kanälen geronnenen Bäche am Oberrhein, von Elz, Dreisam, Kinzig, Glotter angehen... Wir hatten den frühen Traum von naturnahen Bächen und grünen, naturverbindenden Bändern von den Rheinauen zum Schwarzwald.

Wenn jetzt an der Elz zwischen Köndringen und Riegel wieder Dämme zurückverlegt wurden , wenn aus den "Bach-Autobahnen Elz und Dreisam" auf ersten Teilstücken mäandernde Bäche mit Kiesbänken und Auen geworden sind, wenn der Lachs zurückkehren kann, dann hat das auch damit zu tun, dass aus dem Traum auch eine ständig wiederholte BUND-Forderung an die politisch Verantwortlichen wurde. Die neuen Natur-Flächen sind schön und wertvoll und dennoch immer auch erkennbar "Reparatur". Wir wissen, dass gerade jetzt mit europäischen Geldern in Südosteuropa die letzten frei fließenden Flusssysteme zerstört und die alten Fehler der Vergangenheit wiederholt werden. So ist das Glas halb voll und halb leer, aber ohne den Druck des BUND wäre es ganz leer...

Eines der ganz großen, regionalen, europäischen Natur- und Umweltprobleme
sind die fehlenden Fischtreppen an den alten, längst abgeschriebenen drei Rheinkraftwerken im Elsass. Das SWR-Fernsehen berichtete über die Aktivitäten von uns und Alsace Nature, den Rhein wieder durchlässig zu machen. Wir erhöhen den Druck, damit der Rhein für den Lachs wieder passierbar gemacht wird und fordern Fischtreppen bei Rhinau, Marckolsheim und Vogelgrün.

Wir freuen uns, dass 2017 das Biosphärengebiet Schwarzwald
von der UNESCO anerkannt wurde. Doch uns ist aufgefallen, dass bei den Feierlichkeiten und den offiziellen Reden das Wort "Natur" fast nicht vorkam. Dem BUND geht es um die bedrohte Natur und nicht um ein "Biosphärengebiet Schwarzwald" bei dem nur Zuschüsse und Wachstum im Vordergrund stehen.

Auch die nur scheinbar „kleinen“ Themen greifen wir auf.
Im Nimburger Ried kritisierten wir das Abholzen einer Schilffläche für gefährdete Arten. In Endingen wurde ein Biotop der bedrohten Großen Teichmuschel durch die Trockenlegung eines Sees gefährdet und Anwohner informierten den BUND. Wir haben das Landratsamt eingeschaltet und die stark bedrohte Art wurde umgesiedelt. Und "nebenher" haben wir in diesem Jahr auch fast 2500 Nistkästen verkauft.

Trotz aller wichtigen und manchmal auch bedrohlichen, regionalen Umwelt- und Naturschutzprobleme
müssen wir immer wieder daran erinnern, dass die größte menschengemachte Umweltkatastrophe der Hunger ist. Nach Angaben der Vereinten Nationen ist die Zahl der Hungernden erstmals seit Jahren wieder gestiegen; um 38 Millionen auf 815 Millionen.

Gemeinsam mit unseren Aktiven in den regionalen BUND-Gruppen arbeiten wir an unseren örtlichen Umwelt- und Naturschutz-Themen und verlieren dabei aber niemals den Blick auf die großen weltweiten Probleme.

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Autor: Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer




Verschiedenes 

Land zeichnet „Fahrradfreundliche“ Kommune aus

Freiburg erhält erneut den begehrten Titel - Baubürgermeister Haag nimmt den Preis in Rastatt entgegen

Freiburg erhält die Auszeichnung „Fahrradfreundliche Kommune“. Winfried Hermann, baden-württembergischer Minister für Verkehr, übergab gestern (8.12.) den begehrten Titel an Baubürgermeister Martin Haag in Rastatt.

„Wir sind sehr stolz, dass wir erneut die Auszeichnung „Fahrradfreundliche Kommune erhalten“, so Baubürgermeister Martin Haag anlässlich der Verleihung. „Freiburg wird seiner Vorreiterrolle beim Radfahren wieder einmal gerecht. Seit Jahren investieren wir kontinuierlich in eine nachhaltige Radpolitik, damit Freiburg noch fahrradfreundlicher wird. Und wir wollen das in den kommenden Jahren auch fortsetzen“, freut sich Haag.

Um als „Fahrradfreundliche Kommune zertifiziert zu werden, mussten viele Kriterien nachgewiesen werden. Abgefragt wurden Themen vom Gesamtkonzept über die Finanzen, die Länge der Radwege, Anzahl der Abstellanlagen bis hin zum Radmarketing. Bei Abgabe umfasste denn der Fragebogen auch stattliche 45 Seiten. Eine Prüfkommission hat die Angaben geprüft sowie ausgewertet und sich durch gezielte Nachfragen ein genaues Bild von der Radverkehrssituation verschafft.

Das Land Baden-Württemberg hat die Auszeichnung „Fahrradfreundliche Kommune“ im Jahr 2011 zum ersten Mal verliehen. Als Geschenk des Landes erhielt Freiburg damals das Zähl-Display an der Wiwili-Brücke. Knapp 17 Millionen Radfahrten wurden seitdem durch eine Induktionsschleife gezählt. Auf dem Display kann man die Anzahl der Radfahrenden des jeweiligen Tages sehen, sowie Datum, Uhrzeit und Temperatur.

Informationen zum Rad-Zähl-Display im Internet ...

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Veranstaltungen 

NABU: Gefiederte Gäste am Futterhäuschen zählen

Bundesweite Mitmachaktion "Stunde der Wintervögel" vom 5. bis 7. Januar 2018

Berlin – Nachdem im vergangenen Winter ungewöhnlich wenige Vögel in Gärten und Parks bei der „Stunde der Wintervögel“ gesichtet worden waren, deuten erste Beobachtungen darauf hin, dass in diesem Jahr wieder mehr gefiederte Gäste an die Futterhäuschen kommen. Um hierzu umfassende Daten zu gewinnen, hofft der NABU auf eine hohe Teilnehmerzahl bei der „Stunde der Wintervögel“, die bundesweit vom 5. bis zum 7. Januar 2018 stattfindet.

Im Durchschnitt 17 Prozent weniger Vögel beobachteten die Teilnehmer im Winter 2017 im Vergleich zu den Vorjahren. Pro Garten ließen sich im Schnitt nur rund 34 Vögel und acht verschiedene Arten sehen – sonst liegt der Schnitt bei etwa 41 aus neun Arten. Vor allem bei den häufigen Wintervögeln, wie Meisenarten, aber auch bei Kleiber und Kernbeißer, wurden die niedrigsten Zahlen seit Beginn der Aktion 2011 gemeldet. „Das hatte wahrscheinlich mit dem Nahrungsangebot zu tun“, sagt NABU-Vogelschutzexperte Marius Adrion. „Vermutlich gab es in Polen, dem Baltikum und Russland im vergangenen Winter so viel zu fressen, dass Vögel, die sonst zu uns kommen, dort überwintert haben.“ In diesem Jahr deute sich an, dass wieder mehr Vögel aus Nordosteuropa in Deutschland überwintern. „Möglicherweise tragen die Bäume dort in diesem Jahr weniger Samen“, so Adrion. „Die Vögel kommen also jetzt wieder zu uns, darunter auch seltene Gäste.“ So seien große Gruppen von Fichtenkreuzschnäbeln, die aus der Taiga stammen, in vielen Teilen Deutschlands gesichtet worden.

Die „Stunde der Wintervögel“ ist Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion und findet bereits zum achten Mal statt. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und sein bayerischer Partner Landesbund für Vogelschutz (LBV) rufen Naturfreunde auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und dem NABU zu melden.

Die Wintervogelzählung funktioniert ganz einfach: Von einem ruhigen Beobachtungsplätzchen aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Die Beobachtungen können dann im Internet unter www.stundederwintervoegel.de bis zum 16. Januar gemeldet werden. Zudem ist für telefonische Meldungen am 6. und 7. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800-1157-115 geschaltet.

Das pure Interesse und die Freude an der Vogelwelt reichen zur Teilnahme aus, eine besondere Qualifikation ist für die Wintervogelzählung nicht nötig. Bei der letzten großen Vogelzählung im Januar 2017 beteiligten sich über 120.000 Menschen. Insgesamt gingen Meldungen aus 82.000 Gärten und Parks mit über 2,8 Millionen gezählten Vögeln ein. Der Haussperling ergatterte damals den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel in Deutschlands Gärten, die Amsel erstmals auf Platz zwei. Auf den Plätzen drei bis fünf folgten Kohlemeise, Feldsperling und Blaumeise.

Im Rahmen der „Schulstunde der Wintervögel“ vom 8. bis 12. Januar bietet die NAJU auf www.NAJU.de/SdW Zählkarten, ein Poster und ein Wintervogel-Quiz für Kindergruppen und Schulklassen an. Bei fünf Aktionen lernen sie Vögel und ihre Anpassungsstrategien an die kalte Jahreszeit kennen. Die Zählergebnisse der Kinder fließen ebenfalls in die NABU-Auswertung ein.

In diesem Jahr können Wintervögel am Futterhaus erstmals den ganzen Winter über live im Internet beobachtet werden. Der NABU hat eine Webcam an einem Futterhäuschen eingerichtet, die das Geschehen unter www.NABU.de/webcam überträgt.

Informationen zur Aktion im Internet ...

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Verschiedenes 

NABU: Wildvogelhandel nach EU-Importverbot um 90 Prozent zurückgegangen

NABU: Wildvogelhandel nach EU-Importverbot um 90 Prozent zurückgegangen
Bild: Bali-Star / Foto: NABU/Tom Kirschey

Miller: Großer Erfolg für Artenschutz/Importverbot für Wildvögel muss weltweit gelten

Berlin – Eine Studie belegt, dass der weltweite Handel mit Wildvögeln um rund 90 Prozent zurückgegangen ist, nachdem die Europäische Union im Jahr 2005 den Import von Wildvögeln verboten hat. Für dieses Verbot hatte sich der NABU gemeinsam mit seiner Dachorganisation BildLife International eingesetzt.

In der in der Fachzeitschrift „Science Advances“ veröffentlichten Studie werten Wissenschaftler der Universität Kopenhagen und der Universität Porto Handelsstatistiken des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES) der Jahre 1995 bis 2011 aus. Darin werden alle grenzüberschreitenden legalen Transporte von 1.700 Vogelarten erfasst, deren Handel nach CITES genehmigt und registriert werden muss. Demnach ging das jährliche weltweite Handelsvolumen dieser Arten seit dem Einfuhrverbot in die EU von 1,3 Millionen auf 130.000 Wildvögel zurück. „Das ist ein großer Erfolg für den Artenschutz und zeigt, dass Importverbote sehr effektiv sind“, so NABU-Geschäftsführer Leif Miller. „Daher unterstützt der NABU die Forderung der Autoren der Studie, das Importverbot der EU auf ein weltweites Verbot auszuweiten.“

Der nun vorliegende Nachweis der Effektivität des EU-Importverbots für Wildvögel unterstützt zudem die Forderung von BirdLife International, NABU und anderen Naturschutzorganisationen das Handelsverbot auch auf andere Artengruppen, wie Zierfische, Amphibien, Reptilien und Säugetiere auszuweiten.

Der weltweite Handel mit wild lebenden Tieren hat sowohl im Herkunftsland als auch im Einfuhrland Konsequenzen. Im Land, in dem die Tiere gefangen werden, kann es zur Gefährdung oder sogar zum Aussterben der Art kommen. So sind Vögel wie der Afrikanische Graupapagei nachweisliche durch den Käfigvogelhandel gefährdet. Der weiße Bali-Star wurde auf diese Weise in freier Natur bereits ausgerottet. Im Einfuhrland kann es durch den Handel mit Wildtieren zur Verbreitung exotischer und invasiver Arten und zur Einschleppung neuer Krankheitserreger kommen. So hat sich zum Beispiel der aus Indien stammende Hirten-Maina in vielen Teilen der Welt festgesetzt und einheimische Arten verdrängt.

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Veranstaltungen 

Stuttgart 21: Kosten, Artenschutz & badisch-schwäbische Eidechse

Stuttgart 21: Kosten, Artenschutz & badisch-schwäbische Eidechse
Quelle: BUND Südlicher Oberrhein

Wie die Bahn mit einem 0,2 % "Fürzchen" einen großen Medien-Ballon aufbläst

Die Deutsche Bahn rechnet bei Stuttgart 21 mit einer erneuten Erhöhung der Kosten von 6,5 Milliarden auf 7,6 Milliarden Euro. Aus Kreisen des Aufsichtsrates wurde im November 2017 bestätigt, dass dies aus einer Vorlage für das nächste Aufsichtsratstreffen hervorgeht. In dem Papier sei außerdem von einer Inbetriebnahme erst im Dezember 2024 die Rede. Im Jahr 2007 sollte das Projekt noch 2,8 Milliarden Euro kosten. Beim Volksentscheid über das teure Großprojekt wurden der Öffentlichkeit noch 4,5 Milliarden Kosten versprochen. Die Bahn hat also ein PR-Problem.

Schon früher hat das Unternehmen schon mit der "besten und umstrittensten" PR-Agentur der Welt, mit Burson Marsteller zusammengearbeitet.

Jetzt geht es der Bahn darum, von den tatsächlichen Ursachen der Kostenexplosion abzulenken.
Die neue, geschickte und erfolgreiche PR-Strategie der Bahn ist es, mit den Kosten für den Artenschutz, vom eigenen Versagen und von den tatsächlichen Gründen der Kostensteigerung abzulenken. Kosten aus einer kleinen Nische des Projekts werden durch geschickte PR in den Medien gezielt aufgeblasen, um abzulenken. Sätze wie "Die Umsiedlung von Eidechsen kostet die Bahn ca. 15 Millionen Euro und verzögert Bauarbeiten am Projekt Stuttgart 21" stehen immer wieder in den Medien. Die PR-Abteilung der Bahn weiß, dass sich niemand vorstellen kann, wie viel 7,6 Milliarden Euro (7.600.000.000) im Vergleich mit den 15 Millionen sind. Die knapp 0,2 % Umsiedlungskosten machen fette Schlagzeilen, die von Umweltschützern vorhergesagten Probleme beim Anhydrit eher nicht. Der Bundesrechnungshof geht inzwischen von Kosten in Höhe von zehn Milliarden Euro (10.000.000.000) aus.

Von badischen und schwäbischen Eidechsen
Mit einer besseren, langfristigeren Planung der Artenschutzmaßnahmen ließen sich diese Kosten massiv senken, sagt der Eidechsen-Experte Hubert Laufer in den Stuttgarter Nachrichten. Für den BUND stellt sich die Frage, warum die Umsiedlung von "badischen" Eidechsen auf der neuen Rheintaltrasse der Bahn kostengünstiger ist, als bei der Umsiedlung "schwäbischer" Eidechsen bei Stuttgart 21. Die Kritik der Bahn an den Artenschutzkosten fällt auf das Unternehmen selber zurück. Es mangelt an kostensparender, langfristiger Planung und am Controlling.

Die gezielt geführte, postfaktische Nischendiskussion
passt gut in die Zeit und die aktuellen PR-Strategien großer Unternehmen. So schafft es die Kohle- und Pro-Klimawandellobby, die Windräder verhindern will, dass im Schwarzwald mehr über Infraschall von Windrädern als über realen Motorradlärm diskutiert wird. Aus dem gleichen Grund sind 100.000 Vögel die jährlich in Deutschland an Windrädern sterben ein mediales Großthema, nicht aber die 18 Millionen Vögel, die gegen Glasscheiben fliegen und sterben. Und die PR-Agenturen der Agrochemielobby sind intensiv dabei, von den Hauptursachen des Insektensterbens, von Gift & Dünger abzulenken und die veröffentlichte Meinung geschickt auf Nebenursachen zu lenken. Das "schönste" aller Ablenkungsmanöver ist der Nistkasten für Wanderfalken am Kühlturm des AKW Leibstadt. Erfolgreich wird das positive, naturnahe Image des Wanderfalken auf das gefährliche, alte AKW übertragen.

Die Umweltbewegung, aber auch die Medien, setzen sich zu wenig mit den neuen, geschickten Durchsetzungsstrategien auseinander.

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Autor: Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer






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