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Verschiedenes 

Stabil niedrige Gebühren – Umweltministerium legt Abfallbilanz 2013 vor

Reformbedarf bei der Wertstofferfassung

Umweltminister Franz Untersteller: „Zuständig für die Organisation der Wertstofferfassung können und sollen die öffentlich-rechtlichen Entsorger sein. Das Duale System ist nicht mehr zeitgemäß“

„Die Bürgerinnen und Bürger in Baden-Württemberg waren in den vergangenen Jahrzehnten spitze im Umgang mit Restmüll und Wertstoffen und sie sind es auch 2013 wieder gewesen. Abfallaufkommen und Gebühren bleiben auf einem sehr niedrigen Niveau.“

2013
Umweltminister Franz Untersteller zog heute (04.08.) in Stuttgart eine positive Bilanz des Abfalljahres 2013.
So sei das durchschnittliche Haus- und Sperrmüllaufkommen im fünften Jahr nacheinander auf einen Rekordwert von jetzt 144 Kilogramm pro Einwohner und Jahr (kg/Ea) gesunken, hob Untersteller hervor. Auch beim Gesamtaufkommen von Haus- und Sperrmüll haben wir mit 1,525 Millionen Tonnen den bislang niedrigsten Wert erreicht.
Den größten Sprung nach vorne im Vergleich der Stadt- und Landkreise mach-te die Stadt Pforzheim (- 36 kg/Ea auf 181 kg/Ea), erneuter Spitzenreiter der „Landesliga“ ist der Landkreis Freudenstadt (66 kg/Ea). In mehr als der Hälfte der 44 Stadt- und Landkreise ist es gelungen, das Pro-Kopf-Aufkommen an Haus- und Sperrmüll zu verringern.

Bezogen auf die Gesamtmenge an häuslichen Abfällen – Haus- und Sperrmüll einschließlich Geschäftsmüll, Wertstoffe und Bioabfälle – ist das Niveau in etwa gleich geblieben wie im Vorjahr. Franz Untersteller: „Zwar ist die Gesamtmenge nicht geringer, dafür aber die Verteilung besser geworden: es gibt weniger Haus- und Sperrmüll, dafür mehr getrennt erfasste Wertstoffe und Abfälle aus der Biotonne. Das ist eine Entwicklung in die richtige Richtung: aus Abfallwirtschaft wird gelebte Kreislaufwirtschaft – das Zeitalter der Abfallbeseitigung geht zu Ende.“
Landesweit, präzisierte Untersteller, seien mit knapp 3,8 Millionen Tonnen
0,2 Prozent mehr häusliche Abfälle angefallen als im Vorjahr.

Spannend sei auch 2013 wieder die Entwicklung der Gebühren gewesen. Diese sind trotz umfangreicher Maßnahmen zur Ausweitung des Entsorgungsangebots – etwa bei den Bio- und Grünabfällen – bei im Mittel 148,52 Euro für einen
4-Personen-Haushalt weiterhin stabil niedrig geblieben: „Das Ziel der Gebüh-renstabilität ist den Stadt- und Landkreisen überwiegend gelungen, nur in Aus-nahmefällen sind die Gebühren für 2014 angehoben worden, in anderen konnten sie gesenkt werden, so dass im Schnitt die Abfallgebühren in der Höhe wie 2013 geblieben sind. Das ist ein Ausweis für die gute Arbeit der Stadt- und Landkreise bei der laufenden Optimierung der Abfallerfassung und -entsorgung.“

Zu den Städten, die die Gebühren erhöht haben gehören Freiburg und Kons-tanz, gesenkt haben beispielsweise die Stadt Ulm und der Landkreis Heiden-heim.

1990
Anlässlich der 25. Abfallbilanz Baden-Württemberg zog Umweltminister Unter-steller auch die große Linie zum Jahr 1990:
„Wir haben die Entwicklung noch nicht abgeschlossen“, sagte Untersteller, „aber ganz klar haben wir uns in 25 Jahren von einer Wegwerf- zu einer Verwertungsgesellschaft entwickelt. Wir haben heute eine national und international vorbildliche Abfallentsorgung und -verwertung. Voraussetzung dafür war ein Bewusstseinswandel in der Bevölkerung und ein Systemwechsel in der Abfallwirtschaft. Haben die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger 1990 noch 81 Kilogramm pro Einwohner an Wertstoffen eingesammelt, waren es 2013 mehr als doppelt so viel, nämlich 169 Kilogramm pro Einwohner.“

Spitzenreiter in dieser Statistik ist der Landkreis Waldshut, der seine Wertstoff-sammelmenge in 25 Jahren nahezu vervierfachen konnte. Was für das Jahr 2012 und 2013 gilt, gilt allerdings auch für die Jahre 1990 und 2013: Das Auf-kommen an häuslichen Abfällen hat sich insgesamt nicht verringert. Haus- und Sperrmüll sind deutlich zurückgegangen, Wertstoffe und Bioabfälle haben mengenmäßig zugenommen.

Der Abfallwirtschaft stellte Umweltminister Untersteller ein gutes 25-Jahres- Zeugnis aus: „2005 haben wir die Rohmülldeponierung in Baden-Württemberg termingerecht eingestellt. Das war eine große Leistung, die 10 Jahre vorher nicht viele für möglich gehalten hätten. Wir konnten dadurch eine große Zahl an Deponien schließen, weil die Abfälle stofflich und energetisch verwerten werden konnten. Damit hat die Abfallwirtschaft auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz geleistet und die Emissionen aus Deponien um circa 80 Prozent (gegenüber 1990) auf 0,9 Millionen Tonnen Kohlendioxidäquivalent reduziert. Im Jahr 2013 wurden durch die Verbrennung von Siedlungs- und Biomasseabfällen zur Strom- und Wärmegewinnung zusätzlich rund 1,7 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Emissionen vermieden.“
Bedeutsam sei auch, dass Überkapazitäten bei den heimischen Entsorgungsanlagen vermieden werden konnten. Dies zahle sich in Form niedriger Gebühren für die Bürgerinnen und Bürger direkt aus.

2020?
Die weitere Entwicklung zur Verwertung von Abfällen und damit zur Ressour-ceneffizienz und zum Umweltschutz sieht Untersteller als eine große Heraus-forderung für Politik und Gesellschaft in den kommenden Jahren. Die flächendeckende Einführung der Biotonne und der Aufbau der Verwertungsanlagen für Bioabfälle würden mit Nachdruck vorangetrieben. Große Bedeutung habe in diesem Zusammenhang das von der Bundesregierung seit Jahren angekündigte Wertstoffgesetz. Dieses Gesetz, so Untersteller, müsse dringend von der Ankündigung in die Umsetzung und es müsse einen Systemwechsel bei der Wertstoffsammlung einleiten:
„Das Duale System kostet mehr als nötig, erfüllt keinen ökologischen Zweck und dient einzig der Bequemlichkeit der Hersteller und den Betreibern des Systems. Was das Duale System einmal leisten sollte, können die Kommunen heute günstiger und besser leisten. Das Wertstoffgesetz muss den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern deshalb die volle Organisationsverantwortung für Erfassung, Sortierung und Verwertung von Wertstoffen zurückgeben.“

Verpackungsaufschläge eine jährliche private Müllgebühr von rund 13 Euro, die jedoch für alle unsichtbar mit dem Produkt bezahlt werde. Dieselbe Leistung könnten die öffentlich-rechtlichen Entsorger für 10 Euro erbringen. Mit einer Verwertungsquote von 20 Prozent liege das Duale System zudem weit hinter den ökologischen Möglichkeiten.
Franz Untersteller: „Unser Ziel muss es sein, alle Wertstoffe, insbesondere im Bereich der Verbunde, Kunststoffe und Metalle, aus Verpackungen und Nichtverpackungen, verbraucherfreundlich und möglichst einfach gemeinsam und verbindlich zu erfassen und einer hochwertigen Verwertung zuzuführen. Dazu sind die öffentlich-rechtlichen Entsorger am besten in der Lage.“

Die finanzielle Beteiligung der Hersteller an der Erfassung und Entsorgung ihrer Verpackungen müsse bestehen bleiben, forderte der Umweltminister, die Zuständigkeit müsse aber von privat zu öffentlich-rechtlich zurück.

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Verschiedenes 

ÖKO-TEST Girokonten für Selbstständige

ÖKO-TEST Girokonten für Selbstständige
Das ÖKO-TEST-Magazin August 2014 gibt es seit dem 25. Juli 2014 im Handel.

Gnadenlos abkassiert

Handwerker und die anderen der insgesamt 4,5 Millionen Selbstständigen in Deutschland müssen oft bereits für die Bereitstellung eines Kredits auf dem laufenden Konto Zinsen zahlen. Das zeigt eine Untersuchung von ÖKO-TEST. Schon bei einem Kreditrahmen von 13.000 Euro fallen bis zu 500 Euro Bereitstellungsgebühr im Jahr an. Rutscht das Konto tatsächlich einmal ins Minus, erreichen die Sollzinsen bis zu 12,81 Prozent.

Während Privatkunden derzeit von Banken mit kostenlosen Girokonten plus Startguthaben umworben werden und schlimmstenfalls 80 Euro im Jahr zahlen, fangen die Preise für Geschäftsgirokonten auf diesem Niveau erst an – teilweise sind sie sogar bis zu zehn Mal so teuer wie für Privatkonten. ÖKO-TEST rät Selbstständigen, unbedingt die Preise zu vergleichen, denn die Preisunterschiede sind von Bank zu Bank exorbitant. Während manche 250 Euro im Jahr verlangen, explodieren bei anderen Instituten die Kosten auf bis zu 1.000 Euro. Dazu schlägt alles weitere extra zu Buche: Es entstehen Gebühren für Buchungen sowie Konto- und Kreditkarten. Guthabenzinsen sind dagegen Mangelware.

Wer ein günstiges Konto sucht und die Angebote vergleichen will, stößt jedoch auf Intransparenz. Nur die wenigsten Banken sind bereit, die Preise für Geschäftsgirokonten offenzulegen. ÖKO-TEST hat 87 Banken angeschrieben, von diesen wollten sich 54 nicht in die Karten schauen lassen und gaben keine Auskunft.

Dabei lässt sich mit einem Vergleich viel Geld sparen, vor allem beim Kontokorrentkredit. Dieser ist eine richtige Kostenfalle, wie ÖKO-TEST kritisiert. Zwar können die meisten Selbstständigen schon froh sein, wenn ihnen überhaupt ein Kontokorrentkredit gewährt wird. Ist das der Fall, schwanken die Sollzinsen in den ÖKO-TEST-Musterfällen zwischen 6,75 und 12,81 Prozent. Manche Banken lassen sich sogar die Bereitschaft, Geschäftskunden einen Kontoüberziehungsrahmen einzuräumen, fürstlich honorieren, auch wenn man gar nicht in die Miesen rutscht. Die Bereitstellungsprovisionen liegen bei bis zu drei Prozent pro Jahr auf den nicht ausgeschöpften Teil des Kreditrahmens. Eine Bank im Test stellt zusätzlich noch ein Bearbeitungsentgelt von mindestens 150 Euro in Rechnung. Das summiert sich: In den Musterfällen, die ÖKO-TEST berechnet hat, kommen schon mal 586 Euro pro Jahr zusammen, obwohl der Kreditrahmen nicht genutzt wurde.

ÖKO-TEST empfiehlt allen Selbstständigen, sich Abzockerkonditionen nicht bieten zu lassen. Es lohnt sich, mit der Bank zu feilschen, denn Bereitstellungsprovisionen und Kreditzinsen sind verhandelbar.

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ÖKO-TEST Lebensmittel vom Discounter

ÖKO-TEST Lebensmittel vom Discounter
Das ÖKO-TEST-Magazin August 2014 gibt es seit dem 25. Juli 2014 im Handel.

Nur Mittelmaß

Lebensmittel vom Discounter sind oftmals nur von durchschnittlicher Qualität. Zu diesem Ergebnis kommt das Verbrauchermagazin ÖKO-TEST in der aktuellen August-Ausgabe. Labortests haben gezeigt, dass beispielsweise in Kaffee zu viel Acrylamid steckt. Ein Sojagetränk im Test enthielt Spuren einer gentechnisch veränderten Sojasorte und eine Pizza war mit weniger Spinat und Käse belegt, als auf der Verpackung deklariert war.

Bei den Untersuchungen von ÖKO-TEST hebt sich kein Discounter als besonders gut oder miserabel hervor. Es zeigte sich auch, dass bei allen die Kaffees am schlechtesten abschneiden. Ein „mangelhaft“ gab es für die Produkte von Aldi Nord, Norma und Lidl, weil sie erhöhte Werte des krebserregenden und erbgutverändernden Schadstoffes Acrylamid enthalten. Dazu kommt, dass die meisten Discounter keinen Wert auf einen fairen Kaffeeanbau legen. So werden Mindestpreise für die Kaffeefarmer nicht garantiert, hochgiftige Pestizide nur ansatzweise verboten und keine Standards bezüglich der Arbeitsbedingungen gesetzt. Nur die beiden Aldi-Discounter sind Mitglied der 4C-Assoziation, die sich für nachhaltigen Kaffeeanbau einsetzt.

Minuspunkte gibt es zudem für alle Reisprodukte der Discounter, weil darin krebsverdächtiges, anorganisches Arsen gemessen wurde. Die Gehalte lagen zwar meist unter den derzeit diskutierten Grenzwerten, trotzdem wären geringere Belastungen wünschenswert. Ausgerechnet bei einem Bio-Sojagetränk entdeckte das Labor Spuren der Sojasorte Roundup Ready, die gentechnisch verändert ist. Zu dieser Verunreinigung kann während des Anbaus durch Fremdsaat oder während der Verarbeitung kommen.

ÖKO-TEST kritisiert zudem einige Fertigpizzen. In vier Produkten steckt zu viel Salz. In zwei ist der Energiegehalt mit mehr als 800 kcal zu hoch, denn eine Hauptmahlzeit sollte nicht mehr als ein Drittel des Tagesrichtwertes beisteuern. Auf der Pizza von Penny war der Käse und Spinat knapper bemessen, als auf der Verpackung deklariert war.

Die Milch im Test ist zwar in Ordnung, aber durchaus verbesserungswürdig. Denn der Anteil an Omega-3-Fettsäuren darin ist niedrig, was darauf hindeutet, dass die Kühe vor allem mit Kraftfutter und selten mit Gras und Heu gefüttert wurden. Auch müssen sich die Milchbauern der Discounter nicht verpflichten, auf genmanipuliertes Futter zu verzichten.

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ÖKO-TEST PAK in Kinderartikeln

 ÖKO-TEST PAK in Kinderartikeln
Das ÖKO-TEST-Magazin August 2014 gibt es seit dem 25. Juli 2014 im Handel.

Verseuchtes Spielzeug für die Kleinen

Seit Langem ist bekannt, dass polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe giftig und umweltschädlich sind und einige von ihnen Tumore auslösen. Umso ärgerlicher ist, dass immer wieder extrem belastetes Spielzeug auf den deutschen Markt kommt. ÖKO-TEST hat 30 Kinderartikel ins Labor geschickt, 6 davon waren geradezu mit PAK verseucht, zahlreiche andere stark belastet.

Nach jahrelanger Kritik hat die Politik endlich Grenzwerte für krebserregende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe festgelegt. Für Spielzeug und Babyartikel hat die Europäische Kommission einen Wert von 0,5 mg/kg festgesetzt. Ein ausreichender Schutz ist das jedoch nicht. Zudem berücksichtigt das gesetzliche Regelwerk nur PAK, die nachweislich als krebserzeugend eingestuft sind, nicht jedoch solche, die vermutlich Krebs auslösen. Am 27. Dezember soll die neue PAK-Verordnung in Kraft treten. ÖKO-TEST wollte wissen, ob aktuell auf dem Markt befindliche Kinderartikel diese Grenzwerte bereits einhalten, und hat besorgniserregende Laborergebnisse bekommen: Einige Produkte sind extrem stark mit PAK belastet.

Im Test ist beispielsweise ein Beach Football, der den künftigen PAK-Grenzwert mehrfach übersteigt. Würde ein Straßenbelag diese Werte aufweisen, müsste er als gefährlicher Abfall eingestuft werden. Dies würden erhöhte Anforderungen für eine umweltgerechte Weiterverwendung oder Entsorgung zur Folge haben.

Außerdem enthalten zwei Paar Gummistiefel und Strandbälle im Test zwei bis neun Mal so viel Benzo[a]pyren, wie über Weichmacheröle in Autoreifen gelangen darf – bei Spielzeug ist es allerdings legal. Besonders absurd: Auch mit Inkrafttreten der neuen PAK-Verordnung darf Spielzeug immer noch die fünffache Menge eines Autoreifens mit zehn Prozent Weichmacherölanteil enthalten.

ÖKO-TEST rät daher Eltern, kein importiertes Billigspielzeug zu kaufen, weil hier am häufigsten PAK oder andere gesundheitsschädliche Stoffe zu finden sind. Auch sollte man von Gummi- und Plastikteilen, die einen starken öligen Geruch verströmen, die Finger lassen. Allerdings kann man mit einem Riechtest nicht immer belastete Produkte erkennen, denn einige PAK sind geruchlos.

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Verschiedenes 

ÖKO-TEST-Magazin August 2014

ÖKO-TEST-Magazin August 2014
Die August-Ausgabe des ÖKO-TEST-Magazins gibt es ab dem 25. Juli im Handel.

Aus dem Inhalt:

Test: Lebensmittel vom Discounter
Wer beim Discounter kauft, will sparen – aber nicht an Qualität. Diese Rechnung geht aber nicht immer auf. ÖKO-TEST fand beispielsweise in Kaffee erhöhte Werte des krebserregenden und erbgutverändernden Stoffes Acrylamid und in Reisprodukten krebsverdächtiges, anorganisches Arsen. Ein Sojagetränk enthielt Spuren der gentechnisch veränderten Sojasorte Roundup Ready. Eine Pizza war zudem mit weniger Spinat und Käse belegt, als auf der Verpackung deklariert war.

Test: PAK in Kinderartikeln
Seit Langem ist bekannt, dass polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe giftig und umweltschädlich sind und einige von ihnen Tumore auslösen. Umso ärgerlicher ist, dass immer wieder extrem belastetes Spielzeug auf den deutschen Markt kommt. ÖKO-TEST hat 30 Kinderartikel ins Labor geschickt und in 13 stark erhöhte Werte von PAK gemessen. Beispielsweise enthalten getestete Gummistiefel und Strandbälle zwei bis neun Mal so viel Benzo[a]pyren, wie über Weichmacheröle in Autoreifen gelangen darf – bei Spielzeug ist es allerdings legal. Ein Flummi und ein Football im Test sind so stark belastet, würde ein Straßenbelag diese Werte aufweisen, würde er als gefährlicher Abfall eingestuft werden.

Test: Puzzlematten
Beim Praxistest offenbarte sich bei einer Matte ein eklatanter Sicherheitsmangel. Es lösten sich bei relativ geringer Zugkraft Kleinteile aus den Puzzleelementen. Für Kinder unter drei Jahren ist das gefährlich: Verschlucken sie diese, droht Erstickungsgefahr. ÖKO-TEST fand aber auch eine Vielzahl von Schadstoffen, unter anderem Formamid, ein geruchloser, erbgutschädigender Gefahrenstoff, und PAK. Doch im Gegensatz zu älteren Tests zeigte sich dieses Mal, dass manche Hersteller dazugelernt haben: Es gibt immerhin eine „sehr gute“ sowie fünf „gute“ Matten.

Test: Discounterkosmetik
Lidl wirbt gerade in einer groß angelegten Werbekampagne mit Sophia Thomalla für die Kosmetikeigenmarke Cien. Doch sind die preisgünstigen Hausprodukte der Discounter wirklich empfehlenswert? Das wollte ÖKO-TEST wissen und ließ Shampoos, Handcremes, Zahnpasten, Wattestäbchen, Rasierschäume und Cremeseifen gründlich vom Labor untersuchen. Es zeigte sich, dass mit einer Ausnahme alle Produkte „gut“ oder „sehr gut“ abschneiden. Nur die Handcreme von Aldi Nord enthält ein Konservierungsmittel, das unter anderem wegen seines allergenen Potentials in der Kritik steht.

Test: Gesundheitspräparate vom Discounter
Zwölf Präparate, vor allem pflanzliche Arzneimittel mit Baldrian oder Artischocke sowie die Meerwasser-Nasensprays, landen ganz vorne. Am Tabellenende tummeln sich wegen fehlender Wirksamkeitsbelege die Venencremes sowie mangels adäquater Dosierung und Deklaration etliche Nahrungsergänzungsmittel.

Test: Lehmputze und Lehmfarben
Seit einigen Jahren hat Lehm als ökologisches Material ein beachtliches Comeback hingelegt. ÖKO-TEST hat die Qualität der Putze und Farben untersucht und kommt zu dem Ergebnis, dass diese zwar nicht schlecht, aber eben auch keine Wunderwaffe sind. Der Praxistest im Labor zeigte etwa, dass das Raumklima durch Lehmstreichputze teilweise verbessert wird. Denn es wird die Fähigkeit einer Wand, Wasserdampf aufzunehmen, erhöht. Die Produkte enthalten aber auch bedenkliche Inhaltsstoffe wie das nervengiftige Schwermetall Blei und Konservierer, die Allergien auslösen können. Ebenso zeigte sich, dass die Anwendung oft nicht leicht ist.

Test: Girokonten für Selbstständige
Handwerker und die anderen der insgesamt 4,5 Millionen Selbstständigen in Deutschland müssen oft schon für die Bereitstellung eines Kredits auf dem laufenden Konto Zinsen zahlen. Das zeigt eine Untersuchung von ÖKO-TEST. Schon bei einem Kreditrahmen von 13.000 Euro fallen bis zu 500 Euro Bereitstellungsgebühr im Jahr an. Rutsch das Konto tatsächlich einmal ins Minus, erreichen die Sollzinsen bis zu 12,81 Prozent. Möglicherweise ist das nicht einmal der höchste Satz. Denn von 87 angeschriebenen Banken wollten sich 54 nicht in die Karten schauen lassen und gaben keine Auskunft. Dass es auch günstiger geht, zeigen nur einige wenige Direkt- und Ethikbanken.

Außerdem:

Preiskampf im Lebensmittelhandel: Schweineschnitzel zum Schweinepreis
Drücken Discounter die Preise, sind sie mitverantwortlich für Massentierhaltung und dafür, dass Bauern von ihrer Arbeit nicht leben können. Aber nutzt es dem Tierwohl und bekommen die Bauern mehr Geld, wenn Verbraucher Fleisch beim Metzger oder an der Frischtheke im Supermarkt kaufen? Nein, denn in den Supermärkten stammen die Schnitzel & Co ebenso von den großen Schlachthöfen, die die Discounter beliefern und allen Bauern die gleiche Preise zahlen. Und auch 70 Prozent der Metzger schlachten nicht mehr selbst. ÖKO-TEST hat die Frage gestellt: Was kommt eigentlich beim Schweinemäster an – und was können Verbraucher tun, damit sich die Tierhaltung verbessert?

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ÖKO-TEST Massentierhaltung

ÖKO-TEST Massentierhaltung
Das ÖKO-TEST-Magazin August 2014 gibt es seit dem 25. Juli 2014 im Handel.

Schweinefleisch zu Schweinepreisen

ÖKO-TEST geht in der aktuellen August-Ausgabe der Frage nach, ob es den Bauern und den Tieren nutzt, wenn Verbraucher ihr Fleisch beim Metzger oder an der Frischetheke im Supermarkt kaufen, anstatt die Billigware vom Discounter. Die Ergebnisse der Untersuchung sind ernüchternd: Obwohl das Fleisch teurer ist, stammt es ebenso von den großen Schlachthöfen, die Aldi, Lidl & Co. beliefern. Wer auf faire Bedingungen für die Landwirte und das Tierwohl achten will, muss schon genau hinsehen.

Die Preise von Fleisch werden von den Discountern immer weiter nach unten gedrückt. Dadurch sind sie mitverantwortlich für die Massentierhaltung und dafür, dass Bauern von ihrer Arbeit nicht leben können. ÖKO-TEST kritisiert schon lange die Mastbedingungen: Schweine leben in einstreulosen Buchten mit Vollspaltenböden, Zuchttiere in nur körpergroßen Käfigen. Viele Tiere können nur eingeschränkt laufen. Sie werden ohne Betäubung kastriert oder den Ferkeln die Schwänze kupiert. Durch solche Intensivhaltungen leiden die Schweine an schmerzhaften Verletzungen und Verhaltensstörungen.

Wer denkt, dass dieser Wahnsinn gestoppt wird, wenn der Verbraucher nur bereit wäre, mehr Geld für Fleisch auszugeben, irrt leider. Die Untersuchung von ÖKO-TEST zeigt, dass ein höherer Preis nicht für bessere Qualität steht. Die meisten Metzger beziehen ihr Fleisch mittlerweile extern, nur mehr 30 Prozent schlachten selbst. Und wer sich an der Fleischtheke anstellt, bekommt Ware, die ebenso von Großschlachtereien stammt wie das Billigfleisch der Discounter.

Was aber können Verbraucher tun, damit der Handel sich auf faire Bedingungen besinnt? ÖKO-TEST rät, auf jeden Fall die Finger vom Billigfleisch zu lassen. Eine Alternative sind höherpreisige Markenfleischprogramme. Allerdings ist es hier wichtig, darauf zu achten, welche Standards bezüglich Fleischqualität und Haltungsbedingungen vorgeschrieben sind. Hohe Anforderungen setzt beispielsweise die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (BESH).

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Echte Bio-Strohhalme – die Alternative zu Plastik

Echte Bio-Strohhalme – die Alternative zu Plastik
Echte Strohhalme aus ... Stroh!

Oder: wie wir Abfall in ein Life-Style-Produkt verwandeln!

Fragen wir heute jüngere Menschen nach einem STROH HALM, bekommen wir automatisch einen Trinkhalm aus Plastik. Sowohl umgangssprachlich als auch gedanklich assoziiert man heute mit einem STROHHALM einen Trinkhalm aus Plastik. Die meisten unter uns haben den natürlichen STROHHALM (also einen echten Halm aus STROH) entweder noch nicht kennengelernt oder bereits aus ihrem Gedächtnis verbannt.

NACHHALTIGKEIT UND CORPORATE SOCIAL RESPONSIBILITY
Über die letzten zwei Jahre konnten wir ein sehr zuverlässiges und partnerschaftliches Netzwerk zu Bio-Bauern, Bio-Landexperten, zu Öko-Verbänden, Behinderten-Werkstätten und andere Dienstleister aufbauen. Hierbei war uns Nachhaltigkeit und Corporate Responsibility von Anfang an sehr wichtig.

UNSERE BIO-STROHHALME SIND:
• 100% Biologisch angebaut
• Ein Naturprodukt
• Geschmacksneutral
• Allergiefrei
• Fast zu 100% CO2 - frei
• Hygienisch
• Formstabilität
• Life Style
• Umweltfreundlich
• Nachhaltig
• Up cycling
• Made in Germany

Trinkhalme sind ein Gebrauchsartikel und kostenmäßig im unteren Cent-Bereich angesiedelt. In der Regel kommt jeder Artikel nur ein einziges Mal zur Anwendung und wird dann weggeworfen. Viele Menschen wünschen sich einen ressourcenschonenden Lebensstiel.
Sei es in den Familien, beim Sport, in den Ferien, bei der Arbeit, beim Einkaufen und…und…und, langsam finden wir dieses Thema überall und überall spielt es eine zunehmend wichtigere Rolle.
Steht ein Familienpicknick oder eine Grillparty an, sind wir auf einem Kindergeburtstag eingeladen oder betreiben wir gerade Freizeitsport – fast überall kommen wir mit vielen Kunststoffprodukten in Berührung.
Alles wird auf Basis von Erdöl hergestellt und Plastik-Trinkhalme gehören ebenso dazu. Vielen Menschen sind es allmählich leid, immer und überall – mit Plastik konfrontiert zu werden.
Zum Glück hat seit längerem ein Umdenken stattgefunden und erfreulicherweise steht dieser Gedanke nicht nur bei der jüngeren Generation sehr hoch im Kurs. Sie verlangen nach Alternativen, nach umweltfreundlichem Material aus nachwachsenden Rohstoffen, die ökologisch und gesundheitlich unbedenklich sind.
Wir haben die Alternative für den Plastik-Trinkhalm geschaffen –es liegt an uns allen, eine umweltverträgliche Alternative in unseren Alltag einzubinden:


DEN STROHHALM
Er kann nach seiner Nutzung einfach und unkompliziert in den Kreislauf der Natur zurückgeführt werden. Das ist Zukunft!

WELCHES PROBLEM LÖESEN WIR MIT DIESEM PRODUKT?
Schätzungen belegen, dass in Deutschland jährlich ca. 40 Milliarden Stück Plastik-Trinkhalme verbraucht werden.
Das ergibt in Deutschland, bei einer Bevölkerungszahl von ca. 80,5 Mio. (Stand: 2013), einen pro Kopf-Durchschnitt von ca. 500 Trinkhalme im Jahr. In einem Jahr ergibt das eine Menge von 25.000 Tonnen Plastikmüll.

DER PLASTIK-MÜLLBERG IST NUR DIE SPITZE
Daraus entstehen alleine bei der Entsorgung, sprich Verbrennung, 3.750 Tonnen CO2. Bei der Produktion von einer Tonne Trinkhalme aus Polypropylen werden 2.000 kg CO2 freigesetzt und etwa 2.000 kg Rohöl verbraucht.
Mit unserer Alternative: dem STROHHALM aus Roggen, können wir alle einen Beitrag dazu leisten, unsere wertvollen und keinesfalls unendlichen Ressourcen zu schützen und für spätere Generationen zu erhalten und zu bewahren.
Wir helfen so dabei mit, die Luftverschmutzung nicht noch mehr zu fördern und eine Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung unseres Öko-Systems und unserer Umwelt zu übernehmen.

NACHHALTIGE ENTWICKLUNG
• Durch die Verwendung der Strohhalme sorgen wir nach Gewinnung der Ähren dafür, dass dieses „Abfallprodukt“ noch einmal die Nahrungskette passiert. Das Ausgangsprodukt bleibt naturbelassen und umweltschonend.
• Wir erhalten durch eine schonende und absolut einwandfreie Weiterverarbeitung die wesentlichen Eigenschaften des Roh-Strohs.
• So entsteht aus einem landwirtschaftlichen Abfallprodukt Natur-STROHHALM die Alternative zum Plastikhalm.
• Unsere anbauenden Biobauern erhalten von uns eine faire Bezahlung.
Da unsere Produkte ausschließlich aus heimischem Anbau stammen, leisten wir nebenbei einen erheblichen Beitrag zur Existenzsicherung der regionalen Landwirtschaft.
Die Weiterverarbeitung der Halme, der Schnitt auf die notwendige Länge und die Verpackung erfolgt in Behinderten- Werkstätten in Bayern.
Mit diesem nachhaltigen und ressourcenschonenden Handlungskonzept, können sie alle, ohne schlechtes Gewissen und jederzeit, bedenkenlos nach ihrem nächsten Strohhalm greifen.

www.BIO-Strohhalme.com - Natur wertschätzen UND Genussvolles erleben!
Mit dieser Philosophie besinnen wir uns bei Bio-Strohhalme auf das Wesentliche: Die Wunder der Natur zu bewahren und doch die schönen Dinge des Lebens auf eine ganz besondere Art und Weise zu genießen. Das bieten wir mit unseren exklusiven und einzigartigen BIO-Strohhalmen. Selbstverständlich verzichten wir beim Versand auf zusätzliche Kunststoffverpackungen und verwenden lediglich rein umweltfreundliche Kartonagen. Während der Bearbeitung durch Menschen, die die Natur lieben, erfahren die Bio-Strohhalme eine wertschätzende Sorgfalt. Ihr Wohl ist uns einfach mehr Wert!

Awards
Die GreenTec Awards sind Europas größter Umwelt- und Wirtschaftspreis und werden einmal jährlich für Umweltengagement und grüne Umwelttechnologien verliehen. Im Mai 2014 fanden die GreenTec Awards erstmalig in Kooperation mit der Messe München und der weltgrößten Umwelttechnikmesse IFAT statt. Die Messe München stellte als Gastgeber das Internationale Congress Center ICM als Veranstaltungsort für die Preisverleihung der GreenTec Awards zur Verfügung.
Trends bestimmen unseren täglichen Lebensstil, sie sind Ausdruck von Veränderungen und Strömungen in unserer Gesellschaft, und das nicht nur in der Mode sondern auch in Wirtschaft oder Technologie. Ausgezeichnet wurden Ideen, Produkte und neue Konzepte aus allen Lifestyle-Bereichen wie zum Beispiel Kosmetik, Fashion, Sport, Reisen, Gesundheit und Ernährung.

Life Style.
Bewertet wurde in dieser Kategorie der Beitrag zur Schonung der Umwelt, der Innovationsgrad und das Trendpotenzial der Idee. Außerdem bewertete die Jury, ob ein Technologiebezug vorhanden ist und inwieweit sich die Idee zur medialen Verwertung eignet.
...and the winner is: Bio-Strohhalme
Unsere Bio-Strohhalme konnte die Jury vollständig überzeugen, so dass wir hier den 1. Platz in der Kategorie „Lifestyle“ erhielten.

Green Product Award im Februar - Bio-Strohhalme auf dem Platz 2 gewählt.
Ziel des Green Product Award
Mit dem Green Product Award werden Produkte sowie Produktideen aus gezeichnet und einer großen Öffentlichkeit präsentieren, die gleichermaßen eine herausragende Gestaltungsleistung, Innovation und Nachhaltigkeit verkörpern. Der Fokus liegt dabei auf Produkten und Dienstleistungen, die im täglichen Leben genutzt werden, und die Chance auf eine breite Anwendung haben, wodurch die ökologische Hebelwirkung und die Wahrnehmung bei den Verbrauchern verstärkt werden.

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Teesamen aus Qingdao in Freiburg eingetroffen

Teesamen aus Qingdao in Freiburg eingetroffen
Teesamen am Tuniberg eingetroffen / Foto: FWTM

China Forum Freiburg startet Teeanbauversuch am Freiburger Tuniberg

Im Gegenzug möchte Qingdao badischen Wein anbauen

Anlässlich der Besiegelung der Städtefreundschaft Freiburg – Qing-dao am 29. Oktober 2012 initiierten Hua Yusong, Direktor des Stadtbezirks Shinan von Qingdao und der Vorsitzende des China-Forums Bernd Dallmann einen Austausch von Kulturgütern: Grüner Tee, ein unverzichtbarer Teil chinesischer Kultur, soll zukünftig in der Region Freiburg angebaut werden. „Green Tea for the Green City - das passt“, ließ sich Dallmann vom Vorschlag der chinesischen Partner überzeugen. Im Gegenzug plant Qingdao, hiesige Rebstöcke und önologisches Know-How nach China zu importieren.

Das China Forum Freiburg e.V., ein Netzwerk aus Chinainteressierten in der Region Freiburg, das sich der Förderung der deutsch-chinesischen Beziehungen verschrieben hat, hat das Projekt nun vorangetrieben. China-Forum-Vorstandmitglied Volker Krieger: „Ich bin gespannt, ob es gelingt, Tee in der Region Freiburg anzubauen und so ein wichtiges Stück chinesischer Tradition in die Region zu bringen. Angesichts des bevorstehenden Klimawandels ist der Versuch, neue Wege in der Landwirtschaft zu gehen, darüber hinaus nur konsequent.“

Das Teeprojekt im Rahmen der Städtefreundschaft wird von zwei Agrarexperten der Akademie für Agrarwissenschaften in Qingdao betreut. Die Akademie ist eine dem Agarausschuss Qingdao untergeordnete Einrichtung. Ihre Aufgabe ist es, Pflanzen zu importieren und zu züchten, die Anbautechnologie, die Biotechnik, die Technik für Umweltschutz sowie nachhaltige landwirtschaftliche Entwicklung zu erforschen und zu entwickeln. Die Akademie für Agrarwissenschaften in Qingdao besteht aus Forschungsinstituten für Gemüse, Obst und Tee, Biotechnik, Anbaupflanzen, Pflanzenschutz, Blumen und modernen Laboren. Seit der Gründung 1978 ist sie für ihre Leistungen in der agrarwissenschaftlichen Forschung mehrfach ausgezeichnet worden und spielt im Bereich der Schädlingsbekämpfung und Prävention beim Teeanbau sowie der entsprechenden Biotechnik eine führende Rolle in China.

Nach Prüfung der chinesischen Teeanbauexperten und des Regierungspräsidiums Freiburg wurden im Frühjahr diesen Jahres zunächst die Voraussetzungen für einen Teeanbau am Tuniberg untersucht. Das Ergebnis: die bisher bekannten Informationen zeigen eine realistische Chance, mit überschaubaren Mitteln einen erfolgreichen Anbauversuch in Freiburg starten zu können.

Unter Hinzuziehung eines Landwirtes aus der Region wurden daraufhin vier Versuchsflächen nach Klima- und Bodenbeschaffenheit mit ein mal 100 Quadratmetern und drei mal 300 Quadratmetern ausgewählt; sie liegen auf der Gemarkung von Freiburg-Opfingen. Die Anforderungen an Temperatur und Feuchtigkeit, relativ konstante und umfangreiche Bewässerung bei gleichzeitiger Vermeidung von Staunässe und ausreichender Schutz vor Frost, sind auf diesen Flächen gegeben. Die Firma Erwin Wagner GbR wird den Anbau und die Pflege der Teepflanzen als Dienstleister des China Forums übernehmen.

75 kg chinesischer Laoshan-Teesamen aus der Region Qingdao, ein Geschenk der Stadtspitze, wurden Anfang Mai in Qingdao verschifft. Am 22. Mai 2014 sind sie zunächst in Köln, und nach Erledigung der Einfuhr- und Zollformalitäten zwischenzeitlich in Freiburg eingetroffen, wo sie nach kurzem Vorziehen im Sandbeet am 24. Juni ausgesät wurden. Nach 40 Tagen werden die ersten Keimlinge zu sehen sein. Im Winter werden die Teepflanzen mit Folie vor andauerndem Frost geschützt. Drei Jahre nach der Aussaat könnten die ersten Teeblätter geerntet werden.

Hua Yusong, Direktor des Stadtbezirks Shinan von Qingdao, der selbst aus einer Familie stammt, die eine Teeplantage betreibt, hat angekündigt, rechtzeitig zur ersten Teeernte nach Freiburg zu kommen und gemeinsam mit Oberbürgermeister Dieter Salomon die ersten Spitzen - von der Teepflanze werden traditionell immer nur die obersten zwei oder drei Blätter geerntet und weiterverarbeitet – zu pflücken. China-Forums-Vorstand Bernd Dallmann denkt weiter: „Ich würde mich freuen, wenn der Versuch Erfolg hat und in einigen Jahren vielleicht ein traditionelles chinesisches Teehaus in Freiburg regional produziertem grünen Tee anbieten würde und so ein Stück chinesischer Kultur in der Region erlebbar machen könnte.“ Auch der japanische Garten am Seepark, der 1990 zur Feier der Städtepartnerschaft von Freiburg und Matsuyama angelegt wurde, erfreut sich anhaltend großer Beliebtheit.

Zur Städtefreundschaft Freiburg - Qingdao:
Die Kontakte zwischen Freiburg und Qingdao basieren auf der umfangreichen Dokumentensammlung aus deutscher Kolonialzeit, die im hiesigen Bundesmilitärarchiv lagert. Noch heute wird das Archiv regelmäßig von Kommunalpolitikern und Städtebauern aus Qingdao besucht, da auf die hier gelagerten Originalbaupläne aus der militärischen Gründung zurückgegriffen wird, wann immer eine Veränderung an der Bausubstanz dieser Gebäude vorgenommen oder z.B. der unterirdische Kanalverlauf beim Straßenbau nachverfolgt werden muss.

Heute unterhalten die Städte Beziehungen in den Bereichen nachhaltige Stadtentwicklung, Stadtsanierung, Kommunalpolitik, Umweltschutz, Tourismus und Kultur sowie Aus- und Weiterbildung. Im Sommer 2013 fand ein vom Konfuzius-Institut Freiburg organisiertes und von der chinesischen Botschaft unterstütztes Sommercamp von 19 Freiburger Schülerinnen und Schülern nach Qingdao statt. Auch im Sommer 2014 werden vom 08. bis 22. August wieder 30 Schüler aus Freiburg mit Unterstützung des Konfuzius-Instituts in die Region Shandong reisen.

32 chinesische Schülerinnen und Schüler von der Qingdao No. 5 Middle School im Alter von 11-13 Jahren trafen am 08. Juli in Freiburg ein. Sie besichtigen kulturelle Sehenswürdigkeiten wie die Altstadt, das Münster und die Vogtsbauernhöfe und treffen Schüler des Faust-Gymnasiums in Staufen. Bereits im letzten Jahr waren 54 chinesische Grundschüler im Alter von zehn und elf Jahren in Freiburg zu Gast. Die Mitglieder des Schülerblasorchesters der 'Qingdao Experimental Primary School', einer ehemaligen 'German Official Primary School' führten auf dem Freiburger Weinfest sowohl chinesische als auch europäische Musikstücke auf.

Dass Qingdao die Stadt mit den meisten Orgeln in China ist, beruht ebenfalls auf der unternehmerischen Weitsicht und dem Knowhow aus der Region Freiburg: im Jahr 2008 wurde die erste Orgel der Waldkircher Orgelbaufirma Jäger & Brommer in der katholischen Kirche eingeweiht, der weitere Orgeln in der evangelischen Kirche und im Konzerthaus folgen sollten. Im September 2014 ist ein Orgelfestival in Qingdao geplant.

Wirtschaftsgespräche fanden im Rahmen der von der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau und der FWTM organisierten Unternehmerreise nach China im September 2013 statt. Schwerpunkte der Gespräche waren die in China boomende Bauwirtschaft aber auch Kooperationspotentiale in der Gesundheits- und Tourismuswirtschaft.

In der im Oktober 2012 unterzeichneten Freundschaftsvereinbarung der Bürgermeister beider Städte heißt es u.a.: „Beide Seiten sind sich in dem Ziel einig, vielfältigen Austausch und Kooperation auf der Basis von Gleichberechtigung und gegenseitigem Nutzen in den Bereichen Wirtschaft, Handel, Wissenschaft, Kultur, Bildung, Sport, Gesundheitswesen und Personal zu etablieren, um die Entwicklung und den Aufschwung der Wirtschaft und der Gesellschaften beider Länder voranzutreiben.“

Zum China Forum Freiburg e.V.:
Das China Forum Freiburg e.V. ist eine lebendige Community aus Unternehmen und Privatpersonen, Deutschen und Chinesen, Chinakennern und China-Fans. Es wurde 2005 auf gemeinsame Initiative von Institutionen und Experten aus unterschiedlichsten Branchen hin in der Region gegründet und ist heute eine Plattform des Austausches von Wissenschaft und Bildung, Wirtschaft und Bürgerschaft, Kunst und Kultur zwischen Deutschland und China und ein wertvolles Netzwerk für die Kontaktpflege bei deutsch-chinesischen Projekten.
Regelmäßige öffentliche Seminare, Vorträge und Diskussionsforen mit namhaften Referenten, interessante Ausstellungen oder spannende Lesungen zu aktuellen China-Themen gehören ebenso zu den Aktivitäten wie Veranstaltungen mit Partnerinstitutionen, Einladungen zu Schnupper-Sprachkursen oder Tee-Seminaren.

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