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Verschiedenes 

Wolf / Herdenschutz

Weidetierhaltung und Wölfe: Verbände begrüßen Einrichtung eines nationalen Herdenschutzzentrums

Verbände stellen Konzeptpapier für Herdenschutzzentrum vor / Ausgestaltung muss betroffene Gruppen einbeziehen und Raum zum Austausch geben

Berlin,15.12.2020 – Ein bundesweites Bündnis mit elf Verbänden aus Landwirtschaft und Nutztierhaltung, Jagd sowie Natur- und Tierschutz begrüßt die in 2021 geplante Einrichtung eines nationalen Kompetenzzentrums „Weidetierhaltung und Wolf“ bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Es ist dringend notwendig, die vielfältigen Erfahrungen mit Herdenschutz in den unterschiedlichen Wolfsregionen Deutschlands auf Bundesebene institutionell zusammenzuführen.

Nach Auffassung des Bündnisses kann fachlich korrekt ausgeführter Herdenschutz Wolfsrisse weitgehend verhindern. Herdenschutz sei jedoch komplex: Da keine Region und keine Weide gleich sei, orientiere sich seine Ausgestaltung immer an den Gegebenheiten vor Ort. Der Erfahrungsaustausch sei in der Praxis dabei unverzichtbar. „Wenn jedes Bundesland sein eigenes Süppchen kocht, werden Synergien verspielt. Das kostet Zeit, Geld und am Ende leider auch das Leben von Weidetieren“, so Günther Czerkus, Präsident des Bundesverbands Berufsschäfer.

Für die konkrete Ausgestaltung des Zentrums hat das Bündnis ein Konzeptpapier entwickelt. Darin nennt es Eckpfeiler wie Forschung, den offenen Austausch, die Einbeziehung der betroffenen Gruppen sowie Schulungen und Qualifikation für Berater*innen der Bundesländer, an die sich Weidetierhalter*innen jeweils wenden können.

Nach dem Haushaltsplan für 2021 soll das Herdenschutzzentrum auch Daten zu Wolfsvorkommen erheben. Für die Verbände ist das nicht nachvollziehbar, da diese Aufgabe bereits von der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf (DBBW) zuverlässig erfüllt wird. Eine Doppelzuständigkeit verursache unnötige Kosten und könne zu Verwirrung führen.

Das Zentrum soll 2021 mit 300.000 Euro finanziert werden. Dies ist laut Bündnis ein Anfang, jedoch kaum ausreichend, um eine so komplexe Thematik wie Herdenschutz fachlich abzudecken. Zudem werde zur Einrichtung des Zentrums ein anderes Herdenschutzprogramm des Bundes gekürzt. „Wir hoffen, dass aus dem Zentrum kein Papiertiger wird. Die Chance zur Vernetzung von Herdenschutzpraxis und Forschung darf nicht vertan werden“, so Ralf Schulte, Fachbereichsleiter Naturschutz und Umweltpolitik beim NABU (Naturschutzbund Deutschland).

Konzeptpapier für ein nationales "Herdenschutzzentrum" ...

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Verschiedenes 

Heldbock in Karlsruhe: Ökosystemingenieur - kein Schädling

Heldbock in Karlsruhe: Ökosystemingenieur - kein Schädling
Larvengänge des Heldbocks © Stadt Karlsruhe

Einheimischer Käfer braucht Schutz / Eichen nicht gefährdet

Als einheimischer Käfer wird der Heldbock oftmals als gefährlich für den Eichenbestand verkannt. Tatsächlich handelt es sich dabei aber nur um ein Gerücht - stattdessen braucht der Heldbock gerade in Karlsruhe besonderen Schutz. Denn in Baden-Württemberg kommt er bis auf wenige Ausnahmen nur noch entlang des Oberrheins zwischen Rastatt und Mannheim vor. Durch die große Dichte an Alteichen und das langjährige Engagement bei der Pflege und Erhaltung dieser Bäume spielt Karlsruhe also eine große Rolle im Heldbock-Schutz in Baden-Württemberg.

Im Gegensatz zum Borkenkäfer, der als Schädling auch vitale Bäume befällt und sich schnell ausbreitet, beschränkt sich der Heldbock auf alte und bereits geschwächte Stiel- und Traubeneichen. Gesunde Eichen werden in der Regel nicht besiedelt. Der dämmerungs- und nachtaktive Käfer fliegt nur wenige hundert Meter weit und breitet sich zudem nur sehr langsam aus. Häufig lebt er über mehrere Generationen, also sehr viele Jahre, in "seiner" Eiche. Den Brutbaum rasch zum Absterben zu bringen, ist somit nicht in seinem Interesse.

Schutz des Heldbocks erhält Lebensraum
Der Heldbock (Cerambyx cerdo) kann über fünf Zentimeter groß werden und legt seine Eier in Rindenritzen. Die Larven leben vier Jahre im Baum. Im Kernholz angelangt, verpuppen sie sich. Im fünften Jahr schlüpft dann der fertige Käfer, der sich durch daumendicke Schlupflöcher ins Freie nagt. Nach EU-Recht und Bundesnaturschutzgesetz ist der Heldbock streng geschützt und befindet sich deutschlandweit und in Baden-Württemberg als vom Aussterben bedrohte Art auf der Roten Liste. Der Schutzstatus des Heldbocks kommt aber nicht nur ihm zugute, sondern auch dem wertvollen Lebensraum "Alteiche" als Ganzes - für eine Vielzahl von Insekten, höhlenbewohnenden Vogelarten und Spechten. Denn die Heldbock-Fraßgänge dienen anderen Insekten und Fledermäusen als Quartier. Da der Heldbock Lebensräume schafft und verändert und so großen Einfluss auf die Artenvielfalt hat, kann man ihn als Ökosystemingenieur bezeichnen. Der Schutz der Alteichen trägt also maßgeblich zur Förderung der Biodiversität bei.

Aufgrund von beschleunigten Absterbeprozessen durch Trockenstress und Pilze sowie durch erforderliche Verkehrssicherungsmaßnahmen wie Kronenrückschnitte oder Fällungen sinkt jedoch die Anzahl an geeigneten Eichen. Da die Altbäume natürlicherweise nach und nach ausfallen, ist es der Stadt Karlsruhe wichtig junge Eichen rechtzeitig nachzupflanzen und Alteichen zu erhalten.

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Verschiedenes 

NABU: Europäische Kommission darf Klima-Taxonomie nicht verwässern

Krüger: Klimaschutz geht vor Interessen rückwärtsgewandter Industrien –
Kein Greenwashing der Bioenergie

Brüssel, 14.12.2020 – Am kommenden Freitag endet die Konsultation für den ersten delegierten Rechtsakt der EU-Taxonomie, die sogenannte Klima-Taxonomie. Dieser Prüfrahmen mit detaillierten Kriterien für nachhaltige Investitionen legt fest, inwieweit Wirtschaftstätigkeiten als klimaverträglich bewertet werden können und somit als grüne Investitionen gelten. Ein breites Bündnis von über 130 europäischen Umweltorganisationen, darunter der NABU, sieht in einigen Punkten dringenden Nachbesserungsbedarf und richtet sich daher mit einem Zehn-Punkte-Papier an die Europäische Kommission.

„Allein in Europa werden zusätzlich zwischen 175 und 290 Milliarden Euro jährlich benötigt, um bis 2050 klimaneutral zu werden. Mit ambitionierten Kriterien kann die Klima-Taxonomie ein wichtiger Hebel sein, um riesige Geldsummen aus klimaschädlichen Bereichen abzuziehen und die notwendige Transformation der Wirtschaft zu einer klima- und naturverträglichen Gesellschaft zu finanzieren. Doch diese große Chance ist in Gefahr, wenn sich im Konsultationsprozess das Greenwashing der fossilen Industrie durchsetzt.“, so NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger. „Die EU-Kommission darf nicht vor dem Lobbyismus rückwärtsgewandter Industrien einknicken: Fossile Energieträger, so auch Erdgas, haben keinen Platz in einer grünen EU-Taxonomie.“

Für die Entwicklung der Kriterien hatte die EU-Kommission im Jahr 2018 eine Technische Expertengruppe (TEG) einberufen, die im März 2020 wissenschaftsbasierte und größtenteils sehr begrüßenswerte Kriterien in den Bereichen Klimaschutz und Klimawandelanpassung erarbeitet hat.

„Einige zentrale Empfehlungen der TEG sind im vorliegenden Entwurf der Kommission leider deutlich abgeschwächt. Besonders wichtig ist es, Grenz- und Schwellenwerte für Co2-Emissionen z.B. im Verkehr oder der Energieerzeugung zu definieren und diese in Zukunft schrittweise zu senken. Zudem dürfen Investitionen in Holzbiomasse und Biokraftstoffe nicht durch die Taxonomie als grün gelabelt werden. Auch beim Schutz kohlenstoffreicher Böden und bei der Viehbesatzdichte bedarf es einer Nachschärfung“, so Maja Rotter, NABU-Referentin für Nachhaltige Finanzen. „Positiv zu bewerten sind die Kriterien in Bezug auf die EU-Biodiversitätsstrategie und dem darin enthaltenen Ziel, zehn Prozent der Agrarlandschaft für naturnahe Elemente wie Hecken, Feldgehölze oder Brachen reservieren. Diese binden nicht nur Kohlenstoff, sondern schützen auch die Biodiversität in der Landwirtschaft.“

Hintergrund
Die europäische Taxonomie-Verordnung ist ein Rahmen zur Bewertung der Nachhaltigkeit von wirtschaftlichen Aktivitäten.Sie trat im Juli 2020 in Kraft.
Das Ziel: Investoren, Nationalstaaten und die Europäische Union sollen nachhaltiger investieren, "Greenwashing" soll verhindert werden.

Eine Investition bzw.. die der Investition zugrunde liegende Wirtschaftsaktivität gilt in der Taxonomie als nachhaltig, wenn sie wesentlich zu mindestens einem von sechs Umweltzielen beiträgt („substantial contribution“) und keinen erheblichen Schaden im Sinne der übrigen Umweltziele verursacht („do-no-significant-harm“ - DNSH).

Dazu werden Prüfkriterien (Grenzwerte) für ausgewählte wirtschaftliche Tätigkeiten für sechs Umweltziele definiert: Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel, nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen, Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft, Vermeidung von Umweltverschmutzung, Schutz und Wiederherstellung von Ökosystemen und Biodiversität.

Diese Kriterien müssen solide und ambitioniert sein und auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren, um sicherzustellen, dass die Taxonomie zur Finanzierung der Klima- und Umweltziele der EU beiträgt. Der aktuelle delegierte Rechtsakt zu den Bereichen „Klimaschutz“ und „Anpassung an den Klimawandel“ wird von der Kommission nach Abschluss der Konsultation Ende dieses Jahres beschlossen. Die Kriterien für die weiteren vier Umweltziele erarbeitet zurzeit die Platform for Sustainable Finance im Auftrag der EU Kommission. Der NABU ist mit seiner europäischen Dachorganisation BirdLife in die Arbeit der Plattform eingebunden.

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Freiburg: Mehr Platz und mehr Sicherheit für Rad- und Fußverkehr

Freiburg: Mehr Platz und mehr Sicherheit für Rad- und Fußverkehr
Radstreifen an der Günterstalstraße (c) Patrick Seeger / Stadt Freiburg

Neuer Radfahrstreifen von der Wiehre über B31 und die Dreisam in die Altstadt
Straßenübergänge werden barrierefrei

An einem zentralen Punkt Freiburgs gibt es bedeutende Verbesserungen für den Fuß-und Radverkehr. Am Übergang der Wiehre zur Altstadt sorgen mehrere Umbauten für erhöhte Sicherheit. So schafft in der Günterstalstraße ein neuer Radstreifen Platz für Radfahrende, die über die Dreisam wollen.

Zwischen Talstraße auf der einen Seite des Flusses und der Dreisamstraße auf der anderen, führt für Radlerinnen und Radler jetzt ein eigener Radfahrstreifen in Richtung Innenstadt. Zuvor war die Situation für den Radverkehr an der Stelle nicht ideal. Wenn sich Autos an der Ampel zurückstauen, wichen Radfahrende oft auf den Gehweg aus, da es ihnen auf der Straße zu eng wurde. Der zwei Meter breite Radstreifen macht dem ein Ende. Außerdem wurde ein sogenannter vorgelagerter Aufstellstreifen angebracht, also eine Fläche, auf der Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer vor den Autos warten können, bis die Ampel auf Grün springt. Auch für Menschen, die zu Fuß unterwegs sind, verbessert sich die Situation. Zum einen, da keine Räder mehr auf dem Gehweg fahren. Außerdem wurde der Gehweg zwischen der Talstraße und der B 31 neu gepflastert und verbreitert.

„Das ist eine deutliche Verbesserung der Sicherheit für die Freiburgerinnen und Freiburger, die mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs sind. Dafür haben wir auch Flächen umgebaut, die zuvor dem Autoverkehr vorbehalten waren“, sagt Baubürgermeister Martin Haag.

„Ich freue mich sehr darüber, dass mit der Günterstalstraße nun ein weiteres Stück Freiburg für Menschen mit Behinderungen ohne Gefahr nutzbar wird. Wir sind gemeinsam auf einem guten Weg für mehr gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen. Diese beginnt eben auch auf der Straße, mit der Möglichkeit sich barrierefrei zu bewegen und barrierefrei zu orientieren“, sagt Sarah Baumgart, die Beauftragte der Stadt für die Belange von Menschen mit Behinderungen. „In Freiburg gehen Kommunalpolitik, Verwaltung und Menschen mit Behinderungen als Expertinnen und Experten in eigener Sache gemeinsam den Weg hin zu mehr Barrierefreiheit im öffentlichen Raum. Wir schaffen es gemeinsam, dass Freiburg Stück für Stück barrierefreier wird“, so Baumgart.

Denn um den nötigen Platz zu gewinnen, wurde die Fahrbahn für Autos auf 5,20 Meter reduziert. Das reicht, damit zwei Autos nebeneinander fahren können, wenn ein Lastwagen dort unterwegs ist, ist Raum für nur eine Fahrspur. Eine ähnliche Lösung gibt es seit kurzem am Friedrichring, die dort sehr gut funktioniert. Außerdem ist der Parkstreifen mit Lieferzone weggefallen, was teilweise durch neu ausgewiesene Parkplätze in der näheren Umgebung ausgeglichen werden konnte.

Außerdem wurde an drei Knotenpunkten für den Fußverkehr der Weg über die Straße barrierefrei ausgebaut. So wurden an der Kreuzung Günterstalstraße/Basler Straße/Talstraße abgesenkte Bordsteine eingebaut. Außerdem sind die Übergänge mit Blindenleitstreifen ausgestattet worden. Die gleichen Verbesserungen wurden auch an den Übergängen der Kaiserbrücke auf die B 31 eingebaut. Außerdem wurden an den drei genannten Stellen an den Ampeln akustische Systeme verbaut, die Menschen mit Sehbehinderung signalisieren, ob die Ampel grün zeigt oder nicht. Die Freiburger Verkehrs AG wird im Nachgang auf den Bahnsteigen an der Haltestelle Johanneskirche das Blindenleitsystem ebenfalls erneuern.

Seit Anfang Juli wurde an den Verbesserungen gearbeitet. Trotz des vielen Verkehrs an der Stelle konnten die Arbeiten im Zeitplan abgeschlossen werden. Die Kosten für alle Maßnahmen liegen bei rund 870.000 Euro, das Land trägt davon rund 330.000Euro.





Verschiedenes 

NABU: Fünf Jahre Pariser Klimaabkommen – EU vermeidet Blamage

Krüger: Klimaziele der EU noch nicht auf dem richtigen Pfad

Berlin,11.12.2020 – Anlässlich des fünften Jahrestags des Pariser Klimaschutzabkommens kommen am Samstag die Staats- und Regierungschefs zu einem UN-Sondergipfel zusammen. NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger kommentiert: „Als vor fünf Jahren das Pariser Klimaabkommen verabschiedet wurde, haben wir das gefeiert. Noch immer ist es das gemeinsame Ziel, die Erderhitzung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, das sowohl Staaten als auch Wirtschaft und Zivilgesellschaft im Kampf gegen die Klimakrise zusammenhält. Es ist aber mehr als zweifelhaft, ob die aktuellen Anstrengungen der Unterzeichnerländer ausreichen, um das Ziel zu erreichen.“

Pünktlich zum Jahrestag des Abkommens wurde beim EU-Gipfel eine Stärkung des europäischen Klimaziels verhandelt. Das alte Ziel einer Minderung der Treibhausgasemissionen um 40 Prozent gegenüber 1990 wurde auf 55 Prozent Minderung angehoben. Zuvor hatte sich das Europäische Parlament für eine Anhebung auf mindestens 60 Prozent ausgesprochen. „Dieser EU-Gipfel war die letzte Chance, die europäischen Klimadiplomaten vor einer Blamage beim Sondergipfel der Vereinten Nationen zu bewahren und ganz ohne neues Klimaziel anzureisen. Doch auch die Minderung von 55 Prozent bringt Europa nicht weit genug voran. Angemessen wäre ein Ziel von 65 Prozent Minderung – dann könnte die EU auch endlich wieder in Sachen Klimaschutz das Tempo bestimmen. Denn momentan geben hier Großbritannien, China und Japan mit ihren Ankündigungen zum Klimaschutz den Ton an“, so Krüger weiter.

Der NABU sieht kritisch, dass Senken beim beschlossenen Minderungsziel von 55 Prozent der Emissionen mit einbezogen werden sollen. „Unbestritten sind natürliche Kohlenstoffsenken wie Wälder und Moore unsere wichtigsten Verbündeten im Kampf gegen Klima- und Artenkrise“, erläutert NABU-Klimaschutzexperte Sebastian Scholz. „Deshalb müssen wir alles daran setzen, sie zu schützen und wiederherzustellen. Die Verrechnung der Senkenleistung mit Emissionsminderungszielen schwächt aber das ohnehin wenig ambitionierte Klimaziel der EU noch weiter. Bei einem Minderungsziel von 55 Prozent müsste der Treibhausgasausstoß durch diesen Rechentrick um lediglich etwa 52 Prozent gemindert werden“.





Verschiedenes 

NABU: Deutschlands Wintervögel werden wieder gezählt

NABU: Deutschlands Wintervögel werden wieder gezählt
Weißstörche (c) NABU/Kathy Büscher

Vom 8. bis zum 10. Januar findet deutschlandweit die elfte „Stunde der Wintervögel“ statt / Blaumeisen nach Epidemie besonders im Fokus

Berlin, 9.12.2020 – Vom 8. bis zum 10. Januar 2021 zählt ganz Deutschland wieder Vögel: Die „Stunde der Wintervögel“ wird bereits zum elften Mal vom NABU und seinem bayerischen Partner LBV organisiert. Vogelfreundinnen und -freunde sind dazu aufgerufen, eine Stunde lang alle Vögel von Wohnung, Haus oder Garten aus zu erfassen und zu melden. „Damit kann jede und jeder mithelfen, eine detaillierte Momentaufnahme der Vogelwelt in unseren Städten und Dörfern zu ermöglichen“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Die so erfassten Daten tragen dazu bei, unsere heimischen Vögel besser zu schützen.“ Die „Stunde der Wintervögel“ ist die größte wissenschaftliche Mitmachaktion Deutschlands. 2020 hatten sich an der Aktion mehr als 143.000 Menschen beteiligt.

Experten des NABU konnten anhand der langjährigen Zählung nachweisen, dass die winterlichen Vogelzahlen in den Gärten stark von der Witterung abhängen. In kalten und schneereichen Wintern kommen deutlich mehr Vögel in die Nähe der Menschen. Die lange Reihe zunehmend milder Winter führte zuletzt zu sinkenden Wintervogelzahlen.

„Besondere Aufmerksamkeit gilt in diesem Winter der Blaumeise“, so NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann, „Im vergangenen Frühjahr war in weiten Teilen Deutschlands eine vom Bakterium Suttonella ornithocola ausgelöste Epidemie aufgetreten, der Tausende Vögel dieser Art zum Opfer fielen.“ Bei der jüngsten großen Vogelzählung, der „Stunde der Gartenvögel“ im vergangenen Mai, wurden entsprechend weniger Blaumeisen beobachtet. Für die Experten ist es spannend herauszufinden, ob dieser Effekt auch im Winter noch spürbar ist.

Dass die winterlichen Gartenvögel zu den beliebtesten Vogelarten Deutschlands gehören, zeigt der aktuelle Zwischenstand bei der ersten öffentlichen Wahl zum Vogel des Jahres. Mit Stadttaube, Rotkehlchen, Amsel und Haussperling stehen allein vier Wintervögel in den Top Ten. Auch die Blaumeise auf Rang elf und der Star auf Rang 14 haben noch gute Chancen auf die Stichwahl, die unter den zehn ersten Plätzen stattfindet. Schon weit über 100.000 Menschen haben bisher ihren gefiederten Favoriten nominiert. Noch bis zum 15. Dezember kann jeder seine Stimme bei der Vorwahl abgeben. Nach der Stunde der Wintervögel beginnt dann ab dem 18. Januar die Hauptwahl unter den Top Ten.

Mitmachen bei der Stunde der Wintervögel ist ganz einfach: Jeder kann eine Stunde lang die Vögel am Futterplatz, vom Garten, Balkon oder Fenster aus oder im Park zählen und dem NABU melden. Von einem ruhigen Beobachtungsplatz aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Die Beobachtungen können unter www.NABU.de/onlinemeldung bis zum 18. Januar gemeldet werden. Zudem ist für telefonische Meldungen am 9. und 10. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800-1157-115 geschaltet. Auch über die NABU-App „Vogelwelt“ (Download unter www.NABU.de/vogelwelt) kann gemeldet werden.

Die Schulstunde der Wintervögel findet vom 11. bis 15. Januar statt. Die Klassen und Gruppen können an der NABU-Vogelzählung teilnehmen und ihre Zählergebnisse bis 18. Januar einsenden oder unter www.NABU.de/onlinemeldung eingeben. Unter allen Einsendungen verlost die NAJU tolle Preise. Alle Infos, Materialien und Aktionsideen: www.NAJU.de/sdw.

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Karlsruhe: Neuer Internetauftritt für Mobilität und Verkehr

Ämterübergreifendes Projekt bündelt wichtige Informationen auf karlsruhe.de

Mobilität hat viele Facetten. Ob man mit dem Rad fährt oder zu Fuß geht, die Straßenbahn oder das das Auto nutzt, oder sogar multimodal unterwegs ist, es gibt immer wieder neue Fragen. Um dem wachsenden Informationsbedürfnis der Nutzer gerecht zu werden, hat die Stadt Karlsruhe ihr Online-Angebot im Bereich Mobilität und Verkehr ergänzt und neugestaltet. Unter www.karlsruhe.de/mobilitaet findet man nun ab sofort auf einen Blick alles, was wichtig und interessant ist. Zentraler Bestandteil ist dabei die Verknüpfung mit dem Mobilitätsportal der TechnologieRegion Karlsruhe, das auf Basis einer digitalen Karte eine Fülle von Informationen nutzerfreundlich aufbereitet.

So werden viele mobilitätsbezogene Inhalte, wie Haltestellen im öffentlichen Nahverkehr, Elektro-Ladestationen, Behindertenparkplätze, Parkhäuser, Fahrradabstellanlagen und auch Baustellen und "Blitzer" über das Mobilitätsportal für den Internetnutzer visualisiert. Und da Mobilität nicht an den Stadtgrenzen endet, sind diese Informationen auch für das Umland abrufbar. Der Querbezug vom städtischen Internetauftritt zum regionalen Mobilitätsportal ist bei gleicher Symbolik und Usability gegeben, so dass der Nutzer sich in keiner Weise umstellen muss.

Des Weiteren finden sich auf der neugestalteten Internetseite Informationen über die vielen städtischen Verkehrsplanungs- und Mobilitätsprojekte. Die Bandbreite reicht dabei von großen Bauvorhaben, wie der Umfahrung von Hagsfeld und der zweiten Rheinbrücke über digitale Angebote der Apps "KA mobil" und "regio move" bis hin zum Fußverkehrsprojekt Reallabor "GO Karlsruhe" und dem neuen Projekt "Öffentlicher Raum und Mobilität Innenstadt". Zahlreiche Links führen außerdem auf die Mobilitätsinhalte der verschiedenen städtischen Gesellschaften, wie dem KVV, der Karlsruher Tourismus GmbH oder den Stadtwerken Karlsruhe im Themenfeld Elektromobilität.

Innovation und Quervernetzung

Der neu gestaltete Auftritt ist Bestandteil der städtischen Strategie zur Umsetzung innovativer und quervernetzter Projekte, kurz IQ. Als eines dieser Projekte wurde die "Dachmarke Mobilität" ins Leben gerufen, welche die Neuordnung und Optimierung des Internetauftritts zum Ziel hat. Erstes Resultat der Arbeit in verschiedenen Workshops und Projektgruppen war eine neue, auf nachhaltige Mobilität ausgerichtete Hauptnavigation, welche neun verschiedene Themenbereiche abbildet. Im Anschluss daran wurde der bestehende Internetauftritt im Themenfeld Mobilität überarbeitet und in die neue Struktur überführt. Hierbei galt es, vorhandene Doppelstrukturen aufzulösen, neue wichtige Themeninhalte, wie zum Beispiel die Barrierefreiheit, aufzunehmen, Bilder und Texte zu aktualisieren und insbesondere an verschiedenen Stellen die Verknüpfung zur digitalen Karte herzustellen.

Innerhalb der Stadtverwaltung wurde zeitgleich eine themenbezogene Online-Redaktion unter Federführung des Presse- und Informationsamtes aufgebaut. An der Weiterentwicklung und Pflege des Auftritts arbeiten künftig die vier Ämter: Presse- und Informationsamt, Stadtplanungsamt, Ordnungs- und Bürgeramt und das federführende Tiefbauamt im Sinne des IQ-Gedankens agil zusammen.

Nach dem erfolgreichen Go-live wird der nächste große Meilenstein die Migration des Mobilitätsauftrittes in den geplanten, neuen Internetauftritt der Stadt Karlsruhe sein.

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BMEL blockiert Weg zum Insektenschutzgesetz

Krüger: BMU-Entwurf muss ins Kabinett gebracht werden, um voranschreitenden Insektenschwund in Deutschland zu stoppen

Berlin, 10.12.2020 – In einer Woche soll das Kabinett über den Entwurf zum Insektenschutzgesetz (ISG) des Bundesumweltministeriums (BMU) abstimmen – doch das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) blockiert den Prozess bislang vehement. In einem öffentlich gewordenen Brief an das Bundeskanzleramt kündigte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner bereits an, verhindern zu wollen, dass der Entwurf des BMU in seiner jetzigen Form zur Abstimmung in das Kabinett kommt. Der Gesetzesentwurf sieht u.a. vor, den Einsatz von Pestiziden in Gewässerrandstreifen über das Wasserhaushaltsgesetz des BMU zu regeln. Das BMEL sieht Pestizide hingegen in seinem Handlungsbereich. Dabei hat das BMEL bis heute keinen eigenen Entwurf zum ISG vorgelegt und damit auch keine Regelungsvorschläge zu einem angemessenen Pestizideinsatz.

Aus Sicht des NABU verhindert die Landwirtschaftsministerin so einen wichtigen Schritt zu einem gesetzlich verbesserten Schutz der Insekten. NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger: „Trotz großer Ankündigungen im Koalitionsvertrag und im Aktionsprogramms Insektenschutz (APIS) hat die Bundesregierung bislang keine Fortschritte beim Schutz der Insekten erreicht. Der aktuelle massive Insektenschwund zeigt wie belastet unsere Ökosysteme bereits sind. Es ist ernüchternd, dass das Bundeslandwirtschaftsministerium den Schutz von Insekten der Agrarlandschaft nicht voranbringt und nun auch noch den Gesetzesentwurf des BMU blockieren will. Auch wenn der BMU-Entwurf hinter dem zurückbleibt, was wir für erforderlich halten, sind erste Schutzmaßnahmen besser als gar keine. Doch das BMEL kann mit seiner Blockade erreichen, dass die Koalition am Ende überhaupt nichts getan hat.“

Der Beschluss zum BMU-Entwurf würde dringend notwendige Schutzmaßnahmen – wenn auch in abgeschwächter Form – gesetzlich verankern. Auch auf europäischer Ebene kommt Deutschland eine Schlüsselrolle beim Insektenschutz zu, da es mit seiner Gesetzgebung wichtige Signale an andere EU-Mitgliedsstaaten sendet.

„Wenn sich das BMEL nun jedoch unter Ministerin Klöckner derart öffentlich gegen den Insektenschutz stark macht, hat das große Konsequenzen auf die Stimmungslage zum Insektenschutz in ganz Europa“, so Krüger.

Hintergrund: Insektenschwund – Schaden für Ökologie und Wirtschaft

Nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen gehen die landlebenden Insektenpopulationen pro Jahr um knapp ein Prozent zurück – ein weltweiter Trend der sich insbesondere auch in Deutschland beobachten lässt. Damit wären hierzulande nach nur einem Jahrzehnt bereits zehn Prozent der Insektenpopulationen verschwunden. Andere Studien beziffern den jährlichen Rückgang sogar auf bis zu sechs Prozent. Neben den immensen ökologischen Schäden könnte der zunehmende Insektenschwund schon bald auch weitreichende wirtschaftliche Folgen haben. Eine aktuelle Studie beziffert den potenziellen Schaden für die deutsche Wirtschaft auf 3,8 Milliarden Euro pro Jahr, sollten Bestäuber komplett wegfallen. „Wenn wir unseren Umgang mit der Natur und deren Ressourcen nicht tiefgreifend verändern, wird sich der Negativtrend fortsetzen. In wenigen Jahrzehnten wären unsere Insektenpopulationen so weit dezimiert, dass sich unsere Ökosysteme davon vermutlich nicht mehr erholen würden“, so Laura Breitkreuz, NABU-Referentin für Biodiversität und Entomologie.

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