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Verschiedenes 

Karlsruhe: Blockierte Waldwege durch Sturm "Ignatz"

Waldgebiete in den kommenden Tagen meiden

Der erste Herbststurm mit dem Namen "Ignatz" ist mit Wucht übers Land und durch den Wald gefegt. Im Wald sind zahlreiche Äste oder große Kro-nenteile heruntergebrochen, Wege sind teilweise durch umgestürzte Bäume blockiert.

Das Forstamt bittet dringend darum, die Waldgebiete in den kommenden Tagen zu meiden. Es bestehen auch nach einem Sturm, wenn das Wetter sich wieder beruhigt hat, waldtypische Gefahren, wie umstürzende Bäume oder herabfallende Äste und Zweige. Insbesondere bei Nacht können solche Hindernisse für Radfahrende schnell zum Verhängnis werden und Stürze verursachen.

Generell sollten Waldgebiete bei amtlichen Unwetterwarnungen unbedingt gemieden werden. Die Mitarbeitenden des Forstamtes räumen die Waldwege, sobald es die Sturmsituation zulässt.








Veranstaltungen 

NABU launcht Bird-O-Mat zur Wahl des Vogel des Jahres 2022

NABU launcht Bird-O-Mat zur Wahl des Vogel des Jahres 2022
Bluthänfling (c) NABU/CEWE/Sven Ziegler

Fünf Vogelarten sind im Rennen um den Titel

Berlin, 15.10.21 – Welcher Vogel soll‘s denn sein? Für alle, die bei der Wahl zum Vogel des Jahres 2022 noch unschlüssig sind, hilft der NABU-Bird-O-Mat bei der Entscheidung. Unter www.NABU.de/birdomat kann jeder und jede seinen oder ihren gefiederten Favoriten unter den fünf Kandidaten herausfinden.

„In den ersten neun Tagen Wahl haben bereits über 70.000 Menschen mitgemacht“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Für die, die noch unschlüssig sind, haben wir eine Entscheidungshilfe entwickelt. Ganz genau wie bei einer politischen Wahl, kann man mithilfe des Bird-O-Mat den Kandidaten finden, der am besten zu einem passt.“

Abgefragt wird zum Beispiel, ob ein Veganer bevorzugt wird, ob ein besonders variantenreicher Sänger oder ein reisefreudiger Vogel gewünscht ist. Miller: „Mit dem Bird-O-Mat kann man auf humorvolle und spielerische Art etwas über unsere fünf Kandidaten erfahren.“

Zur Wahl stehen Bluthänfling, Feldsperling, Mehlschwalbe, Steinschmätzer und Wiedehopf. „Die Kandidaten repräsentieren eine Vielfalt kleinerer Vertreter der Vogelwelt. Drei Zugvogelarten – Mehlschwalbe, Steinschmätzer und Wiedehopf – sind darunter“, sagt Miller, „Mit Bluthänfling und Wiedehopf haben wir zudem zwei optisch eindrucksvolle Kandidaten.“ Jeder der Kandidaten steht für ein Naturschutzthema, das Aufmerksamkeit braucht. So findet die Mehlschwalbe als Gebäudebrüter immer weniger Nistmöglichkeiten. Der Steinschmätzer kämpft für mehr offenes Brachland, der Wiedehopf will, dass weniger Pestizide eingesetzt werden. Der Feldsperling vermisst Baumhöhlen zum Brüten und der Bluthänfling fordert: Hecken zum Verstecken.

Bis zum 18. November ist das virtuelle Wahllokal unter www.vogeldesjahres.de freigeschaltet. Noch am selben Tag wird der Sieger bekanntgegeben. Der „Vogel des Jahres“ wurde in Deutschland erstmals im Jahr 1971 gekürt. Seit 2021 wird er durch eine öffentliche Wahl bestimmt.

Mehr Infos und Teilnahme an der Abstimmung: www.vogeldesjahres.de

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Verschiedenes 

NABU zur Europäischen Roten Liste

Trendkurve für Europas Vögel zeigt weiterhin nach unten

Miller: Ergebnisse verdeutlichen einmal mehr den akuten Handlungsbedarf im Naturschutz

Berlin, 14.10.2021 – Heute hat die Naturschutzorganisation BirdLife International, der Dachverband des NABU, die aktuelle Europäische Rote Liste der Vögel veröffentlicht. Demnach weisen 161 der 544 ausgewerteten Vogelarten (30 Prozent) einen negativen Bestandstrend auf. 2015 waren es noch 27,6 Prozent. Obwohl viele Arten mehrheitlich in niedrigere Gefährdungsklasse herabgestuft werden, steigt die Gesamtzahl bedrohter Vogelarten insgesamt an: Mit 110 Arten hat sich ihre Zahl auf über 20 Prozent erhöht. Am meisten Rückgänge sind bei weit verbreiteten Singvögeln wie Lerchen-, Würger- und Ammerarten zu beobachten. Sie verlieren ihre offenen Lebensräume, da immer mehr kleinteilige Landschaften verschwinden. Hinzu kommt der verstärkte Einsatz von Agrarchemikalien.

NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller: „Die Rote Liste macht deutlich: Noch immer ist die Vielfalt der europäischen Vogelwelt bedroht durch intensivierte Landwirtschaft, zunehmende Flächenversiegelung, Übernutzung der Meere, nicht nachhaltige Praktiken in der Forstwirtschaft, Umweltverschmutzung, Raubbau und das illegale Töten bestimmter Arten. Zwar bieten internationale Konventionen und die EU-Naturschutzrichtlinien eine starke Gesetzgebung. Häufig fehlen jedoch notwendige Naturschutzmaßnahmen oder sie erfolgen nicht im erforderlichen Maßstab, um die wichtigsten Bedrohungen für Vogelarten zu bekämpfen. Bei allen aktuellen Problemen erweist sich der Klimawandel jedoch als eine der Hauptbedrohungen für die Zukunft unserer Vogelwelt: Der Bericht zur Roten Liste legt nahe, dass der Klimawandel das Verbreitungsgebiet für bestimmte Arten bereits maßgeblich verlagert oder verlagern wird. Für manche Arten könnte die Klimakrise auch das Aussterberisiko erheblich erhöhen. Dieser besorgniserregenden Entwicklung müssen wir sowohl auf nationaler als auch auf europäischer und globaler Ebene entschieden entgegenwirken.“

Von den gut 300 Arten, die in Deutschland leben, haben die Feuchtwiesenvögel Bekassine und Rotschenkel die Vorwarnliste übersprungen und gelten nun europaweit als gefährdet. Auch Saatkrähe, Mauersegler und Wachtel ziehen erstmalig auf europäischer Ebene in die Rote Liste. Weitere Sorgengruppen sind Wasser- und Watvögeln (40 Prozent der Arten gefährdet), Langstreckenzieher (33 Prozent) und Seevögel (30 Prozent). In der Meeresumwelt leiden Vögel wie Eider- und Samtente unter Beifang aufgrund von Fischerei und Jagd sowie invasiven gebietsfremden Arten, Störungen und Wasserverschmutzung von Land und von See. Der Waldrapp gilt nun als eine von fünf in Europa ausgestorbenen Vogelarten.

Positiv hingegen: Eisvogel, Rotmilan oder Tordalk stehen nicht mehr auf der Roten Liste. Durch Wiederansiedlungsprojekte wurde auch der Bartgeier auf die sogenannte Vorwarnstufe herabgestuft. Zwar haben auch andere Greifvogelarten von gezielten Naturschutzaktivitäten profitiert. Bei denen, die auf Beutetiere angewiesen sind, die im nur begrenzt verfügbaren offenen Busch- oder Grünland leben, ist der Bestand jedoch weiterhin rückläufig.

Die Ergebnisse der Europäischen Roten Liste sind laut NABU ein erneutes Warnzeichen, der Artenkrise grenzübergreifend entgegenzuwirken. Der Umweltverband fordert umfassende Verbesserungsansätze sowohl auf nationaler (durch das vom Bundesministerium ausgerufene „Jahrzehnt der Renaturierung“), europäischer (durch die EU-Biodiversitätsstrategie) als auch auf globaler Ebene, etwa der laufenden Weltnaturkonferenz in Kunming.

Hintergrund: Europäische Rote Liste der Vögel
Nach der letzten Veröffentlichung im Jahr 2015 wird die Europäische Rote Liste der Vögel nun zum vierten Mal veröffentlicht. Dafür wurden Daten aus 54 Ländern und Regionen von Tausenden Expertinnen und Experten sowie Freiwilligen ausgewertet. Für die Beurteilung des Aussterberisikos aller europäischen Vogelarten nach den weltweit anerkannten Richtlinien der IUCN standen die jüngsten Berichte aller EU-Mitgliedsstaaten zur Umsetzung der EU-Vogelschutzrichtlinie und vergleichbare Daten aus den anderen europäischen Ländern zur Verfügung. Der Bericht wurde im Auftrag der EU-Kommission erstellt.

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Verschiedenes 

Welternährungstag 2021

Welternährungstag 2021
Nachhaltige Ernährungssysteme (c) meerfreiheit

Slow Food fordert integrierte Ernährungspolitik

Der Welternährungstag weist am 16. Oktober jährlich darauf hin, dass weltweit Millionen Menschen weiterhin Hunger leiden. Zugleich belasten die steigenden Kosten für Zivilisationskrankheiten im Zusammenhang mit industriellen Lebensmitteln und daran angepassten Ernährungsgewohnheiten das Gesundheitssystem. Zwei Extreme, welche die Schieflage unseres Ernährungssystems deutlich machen. Hinzu kommen die Auswirkungen der Ernährung auf die Klima- und Biodiversitätskrise. Slow Food Deutschland fordert deswegen eine integrierte Ernährungspolitik, die über politische Ressortgrenzen hinweg eine ökologische Produktion und faire Ernährungsumgebung verwirklicht.

Die industrielle Erzeugung und Verarbeitung von Lebensmitteln machen den Planeten und uns Menschen krank. Die jährlichen Folgekosten dieses Systems schätzt die Zukunftskommission Landwirtschaft auf 90 Milliarden Euro. Vor diesem Hintergrund fordert Slow Food Deutschland (SFD) die künftigen Regierungsverantwortlichen dazu auf, Ernährung zu einem zentralen Politikfeld zu entwickeln und eine integrierte Ernährungspolitik zu schaffen. Diese bedarf eines konsolidierten Fundaments in Form einer institutionellen Ausgestaltung, um alle Menschen gut, sauber und fair zu versorgen.

Dazu Nina Wolff, SFD-Vorsitzende: „Die immer komplexeren Herausforderungen in Umwelt und Gesellschaft machen es unausweichlich, Gesundheit, Soziales, Umwelt und Klima sowie Tierwohl zusammen, statt in verschiedenen oder gar konkurrierenden Politikfeldern zu denken. Eine Ernährungspolitik als ganzheitliche Steuerungsaufgabe ist die Voraussetzung, um uns innerhalb der planetaren Grenzen zu bewegen und zu ernähren und unsere Lebensgrundlagen zu sichern. Ob uns das gelingt, darüber wird die nächste Legislatur entscheiden. Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung wäre eine ganzheitliche Ernährungsstrategie als gesamtgesellschaftliche und ressortübergreifende Aufgabe.“

Für die Transformation des Ernährungssystems ist Slow Food national wie international tätig und auf der Suche nach Zukunftslösungen – sowohl politisch als auch kulinarisch. Die Bewegung ist davon überzeugt, dass es neben Weichenstellungen seitens der Politik und der Unterstützung der Erzeuger*innen das Engagement und das Einvernehmen der Verbraucher*innen braucht, um diese Veränderung mitzutragen. Dafür müssen Genuss und Verantwortung zusammenspielen.

Am diesjährigen Welternährungstag widmet sich Slow Food Deutschland zusammen mit Expert*innen und Verbraucher*innen im fränkischen Aischgrund der nachhaltigen Teichwirtschaft und der Frage, unter welchen Voraussetzungen Aquakultur positive Beiträge zur Welternährung leisten kann. Teichwirtschaften haben das Potential, Menschen mit hochwertigem, eiweißreichen, regional erzeugten Lebensmitteln zu versorgen und sind gleichzeitig Hotspots der biologischen Vielfalt. Im Fokus steht der Karpfen – für Slow Food ein “Fisch der Zukunft“, der ein positiveres Image verdient.

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Botschafter*innen für die Ernährungswende

Botschafter*innen für die Ernährungswende
Chef Alliance SFD (c) meerfreiheit

Chef Alliance von Slow Food Deutschland feiert fünfjähriges Jubiläum

Die Chef Alliance Deutschland gründete sich vor fünf Jahren beim Terra Madre Salone del Gusto in Turin - der größten internationalen Slow-Food-Veranstaltung. Inzwischen ist sie ein lebendiges und weiterhin wachsendes Netzwerk mit bundesweit aktuell 64 Köch*innen. Sie eint das Ziel, Verantwortung für ihre eigene Leidenschaft und den Genuss ihrer Gäste zu übernehmen. Die gastronomische Landschaft kann so Orte der Ernährungswende schaffen.

Unter dem Dach der Chef Alliance (CA) versammeln sich Köch*innen, die täglich kreativ, leidenschaftlich und bedacht mit dem Thema Essen und Ernährung umgehen. Ob selbstständig oder angestellt in Kantinen, Restaurants, Markthallen und Bistros, oder auch als Dozent*in für Ernährung in Bildungseinrichtungen oder Kochschulen – die Mitglieder wissen, dass die Aufgaben der Ernährungswende enorm sind und möchten eine wichtige Mittlerrolle übernehmen und zukunftsweisende Impulse setzen. Denn je nachhaltiger die Gastronomie wird, umso positiver kann ihr Einfluss auf die Lebensmittelwertschöpfung und -netzwerke in den Regionen sowie auf die Verbraucher*innen sein. Die CA-Köch*innen möchten ihren Gästen eine für Mensch und Planet gesunde Ernährung mit allen Sinnen erlebbar machen und zeigen, dass Genuss und Verantwortung auf einen Teller passen und gehören.

Für die CA ist Genuss von der Wahl des Lebensmittels und dem Wissen um dessen „Wurzeln“ abhängig. Sie setzt sich u. a. dafür ein, die biologische und kulturelle Vielfalt zu erhalten, fair zu handeln gegenüber Mensch, Tier und Umwelt. Fairness und Transparenz werden auch im Netzwerk selber groß geschrieben. Dazu Luka Lübke, Sprecherin der Chef Alliance: „In unserer Berufsgruppe ist Konkurrenz oft vorherrschend. In der Chef Alliance hingegen wünschen und suchen wir untereinander den Schulterschluss. Nur wenn wir zusammen auftreten, können wir lauter werden und wachsen.“

Das Aufnahmeverfahren in die CA ist umfänglich. Die Kommission interviewt die Kanditat*innen sowie ausgewählte Lieferant*innen und wirft einen Blick auf ihre Speisepläne und Menüs. „Wenn wir unser gesellschaftspolitisches Engagement ernst meinen, brauchen wir Kriterien, die uns von denen unterscheiden, die ihren Speisekarten einen ‚grünen‘ Stempel verleihen, ohne wirklich danach zu handeln“, erklärt Lübke. „Es ist Teil der Netzwerk-Arbeit, dass wir uns in unserem Tun stetig reflektieren, voneinander lernen und überlegen, wie wir Genuss innerhalb der planetaren Grenzen zum Gast bringen.“ Für die 64 Köch*innen ist das eine Art Bildungsauftrag, dem sie sich verschreiben.

Zeitgleich mit dem Jubiläum erhielten am gestrigen Mittwoch drei Köch*innen die Tierschutz-Kochmütze der Schweisfurth Stiftung: Jens Witt vom ‚Wackelpeter‘, Sebastian Junge vom ‚Wolfs Junge‘ und Renate Lieb von ‚Zur Scheunenwirtin‘. Insgesamt tragen inzwischen fünf CA-Mitglieder diese Auszeichnung. Weitere sechs sind Bio-Spitzenköch*innen und vier tragen den MICHELIN Grüner Stern. Am Samstag (16.10.) lädt die Chef Alliance zu Simon Kaiser ins ‚Esszimmer‘ zum Jubiläums-Menü ein. Sieben Köch*innen setzen ein 5-Gang-Menü um.

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Elefantenkuh Saida zieht von Leipzig in den Zoo Karlsruhe

Elefantenkuh Saida zieht von Leipzig in den Zoo Karlsruhe
Elefantenkuh Saida (c) Foto: Zoo Leipzig

Neue Bewohnerin der Altersresidenz für Asiatische Elefanten

Mit ihren 48 Jahren ist Saida schon im Seniorenalter. In die Altersresidenz für Asiatische Elefanten im Zoo Karlsruhe wird sie mit ihrer Betagtheit jedoch gut passen. Bislang lebt die Elefantenkuh im Zoo Leipzig, im Laufe der Woche soll sie voraussichtlich von Sachsen ins Badische umziehen.

Mit der Altersresidenz für Asiatische Elefantenkühe wurde im Masterplan des Zoologischen Stadtgartens Karlsruhe ein besonderes Tierschutzprojekt verankert. Es können Zirkuselefanten aufgenommen werden, die nicht mehr reisen sollen. Auch eine Übernahme von älteren Zooelefanten ist möglich. Es ist das erste Projekt seiner Art in Europa.
Die Anlage ist speziell auf die Bedürfnisse älterer Tiere ausgerichtet. So besteht in der Innenanlage die Möglichkeit, dass sich Tiere, die nicht mehr abliegen können, an großen Stämmen Kopf oder Po auflegen und sich somit beim Schlafen im Stehen besser entspannen können. Auch ist eine Wand im Haus beheizt, so ist es Elefanten auch im Winter angenehm, sich dort anzulehnen.

Altersresidenz auf spezielle Bedürfnisse älterer Tiere ausgerichtet

Die Außenanlage verfügt über ein Wasserbecken und einen Wasserfall, unter den sich die Tiere stellen können. Zudem ist der Untergrund wechselnd hart und weich, was nicht nur älteren Elefantenfüßen gut tut. Auf dem erweiterten Teil der Außenanlage gibt es auch große, natürliche Bäume, die im Sommer Schatten spenden, und Rasenuntergrund.

Saida kam 2006 zusammen mit ihrer Tochter Salvana aus dem Tierpark Hagenbeck nach Leipzig. In Hamburg war zur gleichen Zeit auch Elefantenkuh Jenny, die bereits seit 2009 in Karlsruhe lebt. Bei Hagenbeck waren die beiden Kühe jedoch nicht in die Gruppe zu integrieren und standen abwechselnd allein oder bei dem Bullen, der in Hamburg eine eigene Anlage hat. Sowohl Saida als auch Jenny haben ein gutes Verhältnis zum Menschen, jedoch nie ein ausgeprägtes Sozialverhalten unter Elefanten.

Hoffen auf Zweckgemeinschaft

In Leipzig war es ebenso schwierig, Saida mit den anderen Elefanten zu vergesellschaften. Deshalb wurden damals die beiden Kühe Thura und Rani aus Hamburg geholt, um Saida Gesellschaft von bekannten Elefanten zu ermöglichen. Thura und Saida haben über die Jahre in Leipzig eine Zweckgemeinschaft gebildet, konnten jedoch nicht mit der Leipziger Gruppe vergesellschaftet werden. Saida stand seit dem Tod von Thura im Herbst 2019 allein, hatte aber immer per Rüssel Kontakt zu den anderen Artgenossen, auch nachts.

"Das ist ebenfalls eine Aufgabe einer Altersresidenz, solch einem Tier einen guten Lebensabend zu ermöglichen. Wir hoffen, mit Jenny Saida eine gute Gesellschafterin anbieten zu können. Inwieweit sich die beiden Tiere verstehen werden, müssen wir abwarten. Es wäre schön, wenn sie eine Zweckgemeinschaft bilden würden", erläutert Zootierarzt Dr. Marco Roller.

Saida ist mit ihren 4,6 Tonnen Gewicht ein imposanter Elefant, Jenny etwas kleiner und unerheblich leichter, dafür mit 38 Jahren zehn Jahre jünger. In Karlsruhe besteht die Möglichkeit, dass Tiere gemeinsam auf der Anlage sind, einzelne Bereiche aber auch abgetrennt werden können, ohne dabei Tiere zu isolieren. Ein Rüsselkontakt ist somit jederzeit auch bei Aufteilung der Anlage möglich.

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Karlsruhe: Eine Chance für Insekten und Co.

Karlsruhe: Eine Chance für Insekten und Co.
Auszubildende lernen naturnahe Mahd kennen © Stadt Karlsruhe

Fünf Auszubildende des Gartenbauamts lernen in einem Praxisseminar, wie sie Wiesen schonender mähen können

Fünf Auszubildende hatte Organisatorin Angelika Elsener vom Gartenbauamt zum Praxisseminar "Naturnahe Mahd" eingeladen. Für Daniel Kalume, Patrick Holzwart, Julian Pfadt, Nico Caleandru und Jonathan Auch stand an diesem Morgen in der Dienstelle in Rüppurr die Theorie im Vordergrund. Dabei ging es um die Grundlagen für das Mähen, mit dem gleichzeitigen Erhalten der Artenvielfalt.

Auszubildende lernen neue Geräte für die naturnahe Mahd kennen
Am Nachmittag arbeiteten die fünf angehenden Landschaftsgärtner auf einer Wiese beim Rüppurrer Schloss, um den Umgang mit Portalbalkenmäher, Alpin-Rake sowie Kleinballenpresse zu lernen. "Die Geräte kommen aus der Landwirtschaft der Berge. Dort brauchen die Bauern kleinere, kompakte Geräte. Das ist für das naturnahe Mähen in der Stadt genau richtig", sagt Elsener.

"Mir gefällt die Fortbildung gut, weil das hier gut für die Zukunft ist. So können wir optimal Insekten schützen", freute sich Nico Caleandru. Bei dieser Art zu Mähen, ist der Schnittansatz höher. So können trotz Wiesenschnitt kleine Tiere wie etwa Insekten, Mäuse oder Maulwürfe überleben. "Bei der konventionellen Grünpflege werden die Wiesen meist mit Schlegelmulchern gemäht, damit wird alles kurz und klein gemacht. So bleiben viele Heuschrecken, Reptilien und Hautflügler auf der Strecke", so Elsener.

Schutzräume schaffen und Artenvielfalt erhalten
In allen Stadtteilen hat das Gartenbauamt das schonende Verfahren schon eingesetzt. Auffällig dort: Einzelne Streifen bleiben stehen. "Im Sommer können sich so die Insekten weiter ernähren und in der kalten Jahreszeit finden sie Unterschlupf zum Überwintern", berichtet Angelika Elsener. Alle Auszubildenden waren mit Eifer dabei und zeigten sich interessiert. "Ich finde es gut, etwas für die Artenvielfalt zu tun. Außerdem hat es mir gefallen, den Umgang mit neuen Geräten zu lernen", so Patrick Holzwart. Daran knüpft sein Kollege Daniel Kalume an: "Die Maschinen haben mich interessiert. Es war viel einfacher mit ihnen umzugehen, als ich dachte. Und sie sind gar nicht so laut, wie ich befürchtet hatte." Jonathan Auch betont den Naturschutz. "In der Gesellschaft wird das Thema Natur immer wichtiger. Es geht in dem Kurs darum, wie wir sie erhalten und pflegen."

Nach dem Mähen soll das geschnittene Gras zuerst trocknen. Anschließend kommt die Alpin-Rake zum Einsatz, die das Material zusammenschiebt. Beim letzten Arbeitsgang nimmt die Presse den Schnitt auf und presst ihn zu kompakten Ballen. "Ich habe viel gelernt, was ich so noch nicht kannte. Das ging mir so mit den Insekten, aber auch mit den Maschinen", war auch Julian Pfadt von dem Seminar überzeugt.

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NABU zur Sonder-UMK: Wende in der Wasserpolitik nötig

Krüger: Wir müssen auf ökologischen Hochwasserschutz setzen

Berlin,11.10.21 – Anlässlich der Sonder-Umweltministerkonferenz am 11. Oktober zum Hochwasser 2021 fordert der NABU die Länder auf, auf ökologischen Hochwasserschutz zu setzen und diesen ambitioniert voranzutreiben, um Flutkatastrophen in Zukunft besser begegnen zu können.

„Angesichts der Klimakrise brauchen wir eine Wende in der Wasserpolitik. Zwar wird der Ausbau von technischem Hochwasserschutz in besonderen Lagen und auch flankierend weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Aber wir brauchen klar einen Ansatz, der flexibel mit zu viel oder zu wenig Wasser umgehen kann – dafür kommt nur ökologische Hochwasserschutz infrage“, so NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger. „Diese Flexibilität ist noch dazu bei weitaus geringeren Kosten zu haben. Das ist ein klarer Vorteil gegenüber rein technischen Lösungen. Erste Programme für ökologischen Hochwasserschutz haben wir sogar schon: Das Blaue Band und das Auenschutzprogramm.“

Ein ökologischer Hochwasserschutz macht es möglich, verschiedene Ziele gleichzeitig zu erreichen: Gewässerschutz, Klimaschutz und Anpassung, Naturschutz und die Vernetzung von Naturschutzgebieten, Katastrophenvorsorge, Erholung und Lebensqualität für Anwohner und Besucher. Dabei spielt der Schutz, vor allem aber die Renaturierung von Fluss- und Auensystemen eine besondere Rolle. Dazu gehören auch Deichrückverlegungen, die Entsiegelung der Landschaft und die Erhöhung des Wasserspeichervermögens. NABU-Expertin für Gewässerpolitik Diana Nenz: „Der NABU fordert die zukünftige Bundesregierung auf, einen Renaturierungsfonds in Höhe von 500 Millionen Euro pro Jahr einzurichten und die Ziele und Grundsätze für die Gewässerentwicklung auf Bundesebene in einem Bundesraumordnungsplan festzulegen. Zudem brauchen wir einen umgehenden Privatisierungsstopp für bundeseigene Flächen, damit diese unter anderem für den Gewässerschutz, die Wiedervernässung von Mooren und den Biotopverbund zur Verfügung stehen.“

Hintergrund

Mehr als zwei Drittel der Auen sind heute nicht mehr an Gewässer angeschlossen. Vom übrigen Drittel weisen mehr als die Hälfte einen stark veränderten Charakter auf. Wenn das Prinzip der wassersensiblen Stadt oder Schwammstadt, das heute vielerorts verwirklicht ist, konsequent in die Landschaft übertragen würde, könnte das den Wasserrückhalt in der Landschaft fördern und die Grundwasserneubildung verbessern. Davon würden Ökosysteme und die Trinkwasserversorgung profitieren. Gleichzeitig würde ein wichtiger Beitrag für die Land- und Forstwirtschaft geleistet, indem der Bodenwasserspeicher gestützt und somit der zunehmenden Austrocknung des Bodens entgegen gewirkt wird. Mit der Renaturierung von Flüssen und Auen könnten die zunehmend befürchteten Wassernutzungskonflikte erheblich gemindert werden. Zahlreiche Studien zeigen, dass der Nutzen solcher Projekte um ein vielfaches höher als die Investitionen ist. Beispielhaft dafür ist das Renaturierungsvorhaben an der unteren Havel. Einen konkreten Nachweis für die Wirksamkeit von ökologischem Hochwasserschutz lieferte die Deichrückverlegung bei Lenzen beim Belastungstest durch die Hochwasserereignisse an der Elbe von 2011 und 2013. Hier konnte belegt werden, dass der Hochwasserscheitel erheblich gemindert wurde. So führte die Deichrückverlegungen zu einer Absenkung des Hochwasserscheitels um 45 Zentimeter.

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