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Verschiedenes 

Insektenschutz: Bundesregierung muss ihr eigenes Aktionsprogramm jetzt umsetzen

Berlin, 19.1.21 - Die Umweltorganisationen Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), CAMPACT, Greenpeace, Deutsche Umwelthilfe, Naturschutzbund (NABU), Umweltinstitut München e.V., WWF Deutschland und der Dachverband DNR fordern die Bundesregierung auf, endlich ein wirksames Gesetzespaket zum Schutz der Insekten auf den Weg zu bringen. Noch im vergangenen Dezember waren die Bemühungen am Widerstand des Bundeslandwirtschaftsministeriums gescheitert, Einvernehmen in der Bundesregierung herzustellen.

„Kommt die Bundesregierung bis Anfang Februar nicht zu einer Lösung, wird es in der laufenden Legislaturperiode praktisch unmöglich, die notwendigen legislativen Schritte für einen besseren Insektenschutz zu erreichen. Dies wäre eine Bankrotterklärung. Ein zentrales Versprechen aus der Koalitionsvereinbarung hätte die jetzige Regierung nicht eingehalten", betonen die Verbände.

Mit dem Entwurf für ein Insektenschutzgesetz hat Bundesumweltministerin Svenja Schulze bereits im Sommer 2020 wichtige Vorschläge unterbreitet, um Insekten besser zu schützen. Diese umfassen zum Beispiel Regelungen, um die Lichtverschmutzung und den Einsatz von Bioziden in Naturschutzgebieten zu reduzieren, den Abstand von Pestizideinsätzen zu Fließgewässern zu vergrößern und den Schutz von Biotopen zu erweitern. Der Beschluss des Gesetzes scheiterte bisher jedoch am Widerstand der Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner.

"Die Bundeslandwirtschaftsministerin muss endlich die notwendige Pestizidreduktion auf den Weg bringen, anstatt sich nur dafür stark zu machen, Ausnahmen zuzulassen. Mit einer Halbierung des Einsatzes von Pestiziden hat die EU-Kommission in der Farm-to-Fork-Strategie eine klare Zielmarke bis 2030 gesetzt", so die Verbände. Sie sehen im vorliegenden Verordnungsentwurf des Bundeslandwirtschaftsministeriums einen klaren Wortbruch, denn entgegen der Vereinbarungen im Aktionsprogramm Insektenschutz beinhaltet der Entwurf keine Vorschläge, wie die Anwendung von Totalherbiziden wie Glyphosat komplett beendet werden kann. Glyphosathaltige Herbizide spielen in den derzeit dominierenden Anbausystemen eine zentrale Rolle und führen zu einem eklatanten Verlust an Artenvielfalt bei Blühpflanzen, die als Nahrungsgrundlage für Insekten dienen.

"Wenn die Bundesregierung jetzt nicht handelt, verspielt sie jegliche Glaubwürdigkeit und verfestigt den Eindruck, dass Insekten nur in Sonntagsreden systemrelevant sind. Ein Zustand, den sich unsere Gesellschaft angesichts des sich weiter verschärfenden Artensterbens nicht leisten kann", so die Verbände.








Verschiedenes 

Freiburger Klima- und Artenschutzmanifest wird umgesetzt

Maßnahmen werden vorgestellt
Klima- und Artenschutzcheck von allen Gemeinderatsbeschlüssen
Förderprogramm für Artenschutz auf privaten Flächen
Zahlreiche weitere Maßnahmen sollen 2021 starten

Das Freiburger Klima- und Artenschutzmanifest trägt Früchte. In den kommenden Wochen werden dem Gemeinderat mehrere Maßnahmen zur Kenntnis und zur Entscheidung vorgelegt, die wesentlich zum Schutz des Klimas und dem Erhalt der biologischen Vielfalt in Freiburg beitragen. Diese Projekte sind erste konkrete Folgen aus dem Manifest, das im Dezember 2019 vom Gemeinderat beschlossenen wurde

„Das Klima- und Artenschutzmanifest ist keine Symbolpolitik und kein Papiertiger. Es ist der Freiburger Weg, wie wir der Klimakrise und dem Artensterben auf lokaler Ebene entgegenwirken. Wir haben intensiv daran gearbeitet, und nun leiten wir wichtige Schritte in die Wege. Die Klimakrise ist die größte Herausforderung der Gegenwart“, so Oberbürgermeister Martin Horn. „Auch in der Pandemie haben wir selbstverständlich den Klima- und Artenschutz als zentrale Herausforderungen unserer Zeit nicht vergessen. Im Gegenteil – im Jahr 2021 führen wir nun als eine zentrale Maßnahme aus dem Manifest, die sogenannte Prüfung der Klima- und Artenschutzrelevanz von Beschlussvorlagen für den Gemeinderat (PKAB) ein. Das bedeutet, dass in Zukunft alle Gemeinderatsbeschlüsse daraufhin geprüft werden, welche Auswirkungen sie auf Klima und Biodiversität haben“ so Umweltbürgermeisterin Gerda Stuchlik.

Der Klima- und Artenschutzcheck – die PKAB

Für die PKAB wurde eine eigene Prüfroutine entwickelt. Schon während die Vorlagen für den Gemeinderat durch die Verwaltung erarbeitet werden, sollen in Zukunft mögliche klima- und artenschutzrelevante Folgen mitgedacht und bewertet werden. Dafür wurde eine standardisierte Checkliste erarbeitet. Diese ermöglicht es, mit wenig Aufwand und parallel zur Ausarbeitung der Drucksachen, die Folgen von Beschlüssen einzuschätzen. Federführend ist dabei das jeweilige Fachamt, das die Vorlagen erstellt. Beraten wird es dabei von den Expertinnen und Experten des Umweltschutzamts.

Die PKAB löst eine zentrale Forderung des Freiburger Klima- und Artenschutzmanifests ein. Dort ist festgehalten, dass „bei allen Entscheidungen die Auswirkungen auf das Klima und den Erhalt der biologischen Vielfalt berücksichtigt werden und solche Entscheidungen prioritär umgesetzt werden, die den Klimawandel abschwächen“. Die PKAB schafft eine Entscheidungsgrundlage für den Gemeinderat und Transparenz über die Auswirkungen auf Klima- und Artenschutz für die Öffentlichkeit. Zudem können die Themen Klima und Biodiversität schon bei der Vorbereitung von Vorlagen durch die PKAB besser integriert und Prozesse optimiert werden. Der Klima- und Artenschutz in Freiburg wird mit der PKAB weiter verbessert werden.

Im Februar soll der Gemeinderat über die Einführung der PKAB entscheiden. Die Prüfung wird zunächst probeweise für ein Jahr eingeführt, ab 2022 soll sie nach einer Evaluation dauerhaft gelten. Die PKAB gilt für alle Beschlussvorlagen des Gemeinderats. Ausgenommen sind Beschlüsse zur Bauleitplanung oder Planfeststellung, da hier detailliertere Umweltprüfungen schon gesetzlich vorgeschrieben sind.

Lokaler Ökostrom, Fernwärme, Artenschutz – die weiteren Punkte

Neben der PKAB startet dieses Jahr eine Reihe von weiteren Maßnahmen aus dem Manifest, die den Klima- und Artenschutz voranbringen werden. Dazu gehört im Bereich Klimaschutz etwa der Masterplan Wärme und das Stadtstrommodell. Der Masterplan Wärme wird eine langfristige Strategie entwickeln, um die Versorgung aller Stadtteile mit klimafreundlicher (Fern-)Wärme voranzubringen.

Das Stadtstrommodell ist eine Reaktion auf die veränderte Gesetzeslage bei der Erzeugung und Einspeisung von erneuerbarem Strom. Mit Beginn dieses Jahres scheiden Erneuerbare Energieanlagen aus der gesicherten Einspeisung und Vergütung aus. Obwohl jüngst im Rahmen der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetz eine Übergangsregelung beschlossen wurde, soll ein Stadtstrommodell für Freiburg langfristig sicherstellen, dass keine Kilowattstunde grünen Stroms verloren geht.

Mit dem Stadtstrommodell planen Stadtverwaltung und badenova eine lokale Struktur für Freiburger Solar- bzw. erneuerbaren Strom. Über ein umfassendes Beratungsangebot sowie entsprechende Zuschüsse werden Altanlagen am Netz gehalten, ertüchtigt oder optimiert (Repowering) sowie der Neubau gefördert. Perspektivisch soll der in Freiburg produzierte Strom aus Erneuerbaren Energien hier eingespeist und unter dem Label Stadtstrom als lokaler Ökostrom vermarktet werden.

Auch im Artenschutz werden weitere zusätzliche Maßnahmen umgesetzt. Dazu gehören die Aktualisierung der Biotopverbundkonzepte für den Tuniberg und die Freiburger Schwarzwaldtälern und die ökologische Aufwertung von Grünflächen der städtischen Gesellschaften und Eigenbetrieben. Außerdem wird ein Förderprogramm zum Artenschutz ins Leben gerufen.

Das Förderprogramm „Artenschutz in der Stadt“ soll Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen und Institutionen motivieren und finanziell fördern, Artenschutz auf privaten Flächen im Stadtgebiet voranzubringen. So können beispielsweise Vorgärten blütenreicher werden, Wiesen auf Firmengeländen entstehen oder Vögel neu Nistmöglichkeiten an Gebäuden erhalten. Denn so entstehen Nahrung und Nistflächen für Insekten, Vögel und andere Tiere, die im urbanen Umfeld auch zum Wohlergehen der Bevölkerung beitragen. Über das Programm wird der Gemeinderat im März entscheiden. Ab März können dafür Anträge beim Umweltschutzamt gestellt werden.

Das Klima- und Artenschutzmanifest ist bei seiner Verabschiedung ein deutliches politisches Zeichen gewesen: Freiburg wird die Anstrengungen in den Bereichen Klima- und Artenschutz noch weiter forcieren. Nur durch den Schutz unserer Lebensgrundlagen sichern wir die Zukunft und Zukunftsfähigkeit unserer Stadt.





Veranstaltungen 

Karlsruhe: Gutachten zur Grötzinger Ringelberghohl

Digitale Infoveranstaltung am 27. Januar / Anmeldung mit Zugangslink

Die Grötzinger Ringelberghohl ist aus Sicherheitsgründen seit rund zwei Jahren gesperrt, deren Bäume weisen zum Teil starke Schäden auf. Die Stadtverwaltung hat deshalb ein Gutachten beauftragt, das nun vorliegt und Maßnahmen zur Wiederherstellung der Verkehrssicherheit sowie für die nachhaltige Pflege der Bäume empfiehlt.

In einer digitalen Informationsveranstaltung am Mittwoch, 27. Januar, um 17 Uhr erläutern Gutachter Sascha Jillich sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gartenbauamts die Ergebnisse der Expertise und stellen sich anschließend den Fragen des Online-Publikums. Wer teilnehmen möchte, kann sich bis zum Veranstaltungstag um 16 Uhr per E-Mail an groetzingen@karlsruhe.de anmelden und erhält einen Zugangslink.





Veranstaltungen 

NABU und LBV starten Hauptwahl des Vogel des Jahres

NABU und LBV starten Hauptwahl des Vogel des Jahres
Amsel (c) NABU / Christoph Bosch

Unter www.vogeldesjahres.de stehen ab Montag zehn Kandidaten zur Auswahl

Berlin, 15.01.21 – Die erste öffentliche Wahl zum „Vogel des Jahres 2021“ vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) und dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) geht in die heiße Phase: Ab dem 18. Januar können alle Menschen in Deutschland bestimmen, welcher der folgenden zehn nominierten Vögel das Rennen macht: Stadttaube, Rotkehlchen, Amsel, Feldlerche, Goldregenpfeifer, Blaumeise, Eisvogel, Haussperling, Kiebitz oder Rauchschwalbe. Unter www.vogeldesjahres.de können alle ihrem Favoriten bis zum 19. März ihre Stimme geben. Alle Top-Ten-Kandidaten haben eigene Wahlprogramme und -forderungen, um für den Schutz ihrer Art zu werben. Wer die meisten Stimmen bekommt, wird kurz vor Frühlingsanfang zum „Vogel des Jahres 2021" gekürt.

Leif Miller, NABU-Bundesgeschäftsführer: „Wir erwarten einen spannenden und harten Wahlkampf. Wie sich in der Vorwahl gezeigt hat, scheint das Land gespalten zu sein. Den einen liegen eher seltene und gefährdete Arten wie Goldregenpfeifer oder Kiebitz am Herzen, den anderen wohlbekannte Vögel wie Blaumeise oder Stadttaube. Je mehr Menschen sich an der Wahl beteiligen, desto mehr rückt unsere heimische Vogelwelt in den Blickpunkt der Öffentlichkeit - mit all ihrer Faszination, aber auch mit ihrer Gefährdung.“

Die nun zur Wahl stehenden zehn Vogelarten sind aus der Vorwahlphase zwischen Mitte Oktober und Mitte Dezember hervorgegangen. Fast 130.000 Menschen wählten diese aus 307 heimischen Brutvogelarten und den wichtigsten Gastvogelarten aus. Mehr als 2.500 Wahlkampfteams hatten sich zusammengetan und deutschlandweit vor allem im Internet für ihre Kandidaten geworben.

Unter den Nominierten finden sich fünf ungefährdete und vier gefährdete Arten sowie eine Art in der Vorwarnkategorie der Roten Liste. Erwartungsgemäß machen die Hälfte bekannte und beliebte Garten- und Siedlungsvögel aus. Aber auch stark bedrohte Agrarvögel wie Kiebitz und Feldlerche haben es in die Auswahl geschafft. Der seltene, aber aktuell nicht bedrohte Eisvogel und der als Brutvogel kürzlich aus Deutschland verschwundene Goldregenpfeifer komplettieren die Auswahl. Die Rauchschwalbe repräsentiert die weit reisenden Zugvögel, die mit besonders starken Bestandsrückgängen zu kämpfen haben. Sieben Finalisten waren bereits einmal - im Fall von Feldlerche und Eisvogel sogar schon zweimal - Vogel des Jahres. Chancen auf ihren ersten Titel haben Stadttaube, Amsel und Blaumeise.

Auch in der anstehenden heißen Hauptwahl-Phase können sich wieder Wahlkampfteams bilden. Die drei Wahlkampfteams, die in Vor- und Hauptwahl die meisten Stimmen gesammelt haben, werden prämiert.

Der „Vogel des Jahres“ wurde seit 1971 durch ein Gremium aus Vertretern von NABU und LBV gekürt. Zum 50. Jubiläum der Aktion können nun erstmals alle Menschen in Deutschland die Wahl selbst in die Hand nehmen.

Wahl des Vogel des Jahres 2021 online ...

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Verschiedenes 

NABU: Nord Stream 2 - unnötige Energie-Infrastruktur & klimapolitisch gefährlich

DIW-Gutachten im Auftrag des NABU enttarnt Mythos von Versorgungslücken und Brückentechnologien

Berlin,14.1.21 – Die Diskussion um Nord Stream 2 hält an: Die in der vergangenen Woche vom Land Mecklenburg-Vorpommern beschlossene Klimastiftung lässt die öffentliche Kritik lauter werden. Gleichzeitig muss das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie (BSH) über einen Antrag entscheiden, mit dem der Bau der Pipeline auch zur Vogelrastzeit in der deutschen Ostsee fertiggestellt werden kann. Ein aktuelles Gutachten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) im Auftrag des NABU enttarnt die Argumente der Pipeline-Befürworter: Nord Stream 2 ist energiewirtschaftlich unnötig und gefährdet geltende Klimaschutzziele.

Das Fazit des Gutachtens zeigt: Es besteht weder kurz- noch langfristig eine Deckungslücke für Gas. Die bestehende Gas-Infrastruktur deckt den aktuellen und zukünftigen Bedarf. Vielmehr drohen durch Nord Stream 2 gefährliche Lock-in-Effekte, die den Ausbau erneuerbarer Energien verzögern können. „Das Gutachten enttarnt die rückwärtsgewandten Argumente der Pipeline-Befürworter und auch die Rechtfertigungsversuche der Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern zur Gründung der Klimaschutzstiftung MV. Weder geht ohne fossile Energieträger das Licht aus, noch ist Gas eine klimafreundliche Brückentechnologie. Das Gegenteil ist der Fall. Durch die Methanemissionen bei Förderung, Transport und Nutzung ist Erdgas ein Klimakiller, genau wie Kohle. Wir müssen Nord Stream 2 stoppen“, sagt NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger.

In Auftrag gegeben hatte der NABU das Gutachten, um der energiewirtschaftlichen Argumentation der Nord Stream 2 AG entgegenzutreten, die die Gaspipeline während der besonders sensiblen Zeit der Winterrast im Vogelschutzgebiet Pommersche Bucht – Rönnebank weiterbauen will. Der entsprechende Antrag liegt beim BSH in Hamburg. „Nord Stream 2 konterkariert, ja missachtet deutsches Planungs- und Naturschutzrecht. Für den eiligen Weiterbau auf Kosten von Seetauchern und Meeresenten gibt es keine planungsrechtliche Legitimation“, so Kim Detloff, NABU-Leiter Meeresschutz.

Das DIW-Gutachten analysiert aktuelle Gasverbräuche in Deutschland und Europa, bewertet Zukunftsszenarien, Transit- und Speicherkapazitäten und setzt diese in Beziehung zu den jüngsten Klimaschutzzielen. Konkret heißt es in dem Papier: „Die Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaabkommen 2015 sowie die 2020 damit im Einklang verschärften Klimaziele der Europäischen Union führen eindeutig dazu, dass keine fossile Infrastruktur – und damit auch keine Erdgasinfrastruktur mehr errichtet werden darf.“

Kernaussagen des Gutachtens:

- Die Nachfrage nach Erdgas in Europa ist bereits seit 15 Jahren stabil bzw. leicht rückläufig.
- Die bestehende Gas-Infrastruktur ist für den heutigen und zukünftigen Bedarf vollkommen ausreichend, die Nord Stream 2-Pipeline deshalb unnötig.
- Mit fortschreitender Energiewende wird der Gasbedarf in den nächsten Jahren deutlich zurückgehen, in Deutschland zwischen rund 70 Prozent und über 95 Prozent.
- Nord Stream 2 gefährdet die Energiewende, denn jede neue Infrastruktur für Erdgas erhöht das Risiko des sogenannten fossilen Lock-Ins, das heißt es wird schwieriger, die Abhängigkeit von klimaschädlichen fossilen Energieträgern zu verringern.
- Erdgas ist aufgrund des darin enthaltenen klimaschädlichen Methans ungeeignet als Brückentechnologie.

Hintergrund:
Der Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 stützt sich für die deutsche Ostsee auf zwei Genehmigungen. Während der vom Bergamt Stralsund genehmigte Abschnitt durch die Küstengewässer Mecklenburg-Vorpommerns 2018 fertigstellt wurde, fehlen etwa 14 Kilometer in der sogenannten Ausschließlichen Wirtschaftzone (AWZ). Die verantwortliche Behörde ist hier das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH). Durch die angedrohten Sanktionen der US-Regierung standen die Bauarbeiten mehr als ein Jahr still. Im Dezember 2020 wurden 2,6 Kilometer in der deutschen AWZ fertiggestellt, aktuell laufen die Vorbereitungen der Bauarbeiten in dänischen Gewässern. Der zweite Änderungsantrag der Nord Stream 2 AG soll weitere Bauarbeiten trotz Kritik des NABU und des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) auch in den Monaten Januar bis Mai ermöglichen, der Hauptzeit der Winterrast für hundertausende Meeresvögel im EU-Vogelschutzgebiet.

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Virtuelle Schnippeldisko: Verbraucher*innen bundesweit fordern Ernährungswende

Virtuelle Schnippeldisko: Verbraucher*innen bundesweit fordern Ernährungswende
(c) Isabel Lindenmann / WDSD Leipzig

Bereit zum 10. Mal nutzen engagierte Verbraucher*innen die Schnippeldisko im Januar, um sich deutlich für die Wertschätzung von Lebensmitteln und deren Erzeuger*innen auszusprechen. Normalerweise schnippeln sie dafür in Berlin gemeinsam mehrere Tonnen krummes Gemüse und verarbeiteten es bei Musik, Tanz und Debatten zu einer Suppe für die ‘Wir haben es satt’-Demonstration. Aufgrund der Corona-Maßnahmen findet die kulinarische Protestaktion 2021 virtuell statt. Slow Food ruft Menschen bundesweit auf, sich zu beteiligen. Denn die Forderung nach einem Systemwandel in der Agrarpolitik darf auch jetzt nicht verstummen.

Rund ein Drittel aller erzeugten Lebensmittel erreichen nicht unsere Teller. Damit ist Lebensmittelverschwendung ein anhaltend schwerwiegendes wirtschaftliches, ökologisches, klimarelevantes und moralisches Problem. Aus Sicht von Slow Food ist sie Ausdruck eines fehlgesteuerten Ernährungssystems. Mit der Forderung eines Systemwandels ziehen zur ‘Wir haben es satt’-Demo im Januar jährlich mehrere Zehntausend Menschen durch Berlins Straßen. Wegen der Pandemie kann diese 2021 nicht wie gewohnt stattfinden. Für die Bündnispartner ist das kein Grund, dass ihr Protest verstummt. Dazu Nina Wolff, amtierende Vorsitzende von Slow Food Deutschland: „Wenn es um den Erhalt und die Wiederherstellung eines ‚gesunden‘ Lebens auf diesem Planeten geht, haben wir keine Zeit zu verlieren. Deswegen fordern wir von unseren politischen Entscheidungsträger*innen, wissenschaftlichen Empfehlungen für den Schutz von Mensch, Tier, Umwelt und Klima zu folgen. Glaubhaft und konsequent wäre es etwa, auf EU-Ebene die Farm-to-Fork- und Biodiversitätsstrategie ambitioniert umzusetzen.“

Zu Eindämmung der Lebensmittelverschwendung fordert Slow Food eine Abkehr von der auf Menge, Billigpreise und makelloses Aussehen ausgerichteten ‚Wertschöpfung‘; gesetzlich verankerte Vorgaben insbesondere für die Schnittstelle zwischen Landwirtschaft und Handel, die über Anreize für freiwillige Maßnahmen hinausgeht, müssen Vorbild für privates Verhalten sein.

Am Freitag, 15. Januar sind Menschen ab 18 Uhr bundesweit eingeladen, in ihrer eigenen Küche eine Schnippeldisko zu initiieren. Online können sie live an einem vielfältigen Rahmenprogramm teilnehmen, sich untereinander austauschen und trotz der Kontaktbeschränkungen das Gemeinsame und Verbindende genießen. Mit dabei sind Gäste aus Deutschland und aller Welt, die sich für ein klimaschonendes und faires Ernährungssystems einsetzen. Die beiden DJs Annett Gapstream und Maltesar unterstützen mit Musik, das neu gewonnene Wissen zu verdauen. Die Teilnehmenden haben außerdem die Wahl zwischen Workshops mit Input zu Landwirtschaft, Klima und Vielfalt.
Mit der Schnippeldisko 2021 beteiligt sich Slow Food Youth (SFY) an der internationalen Kampagne ‚Our Food Our Future‘, die junge Menschen zu politischem Engagement für ein zukunftsfähiges und faires Lebensmittelsystem ermutigen möchte.

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NABU: Vogelzählung „Stunde der Wintervögel“ bricht alle Rekorde

Teilnehmerzahl steigt stark an / Viele Spatzen, aber wenig Meisen in Deutschlands Gärten unterwegs

Berlin – Eins, zwei, drei, ganz viele: Die „Stunde der Wintervögel“, die vom 8. bis 10. Januar stattfand, hat alle Rekorde gebrochen: Bis zum Morgen des 13. Januar meldeten bereits über 185.000 Vogelfreundinnen und -freunde ihre Ergebnisse an den NABU und seinen bayerischen Partner, den Landesbund für Vogelschutz (LBV). Gesichtet wurden bisher über 4,4 Millionen Vögel aus über knapp 130.000 Gärten. Die Zahlen werden noch weiter steigen, da bis kommenden Montag noch nachgemeldet werden kann.

„Das Zwischenergebnis hat damit bereits die bisherige Rekordteilnahme aus dem Vorjahr weit übertroffen“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Wir freuen uns sehr über die stetig wachsende Beliebtheit unserer wissenschaftlichen Mitmachaktion. Sicherlich hat auch der derzeitige Corona-Lockdown dazu geführt, dass mehr Menschen ihr Interesse für die Natur vor der eigenen Haustür entdecken. Vielleicht ergibt sich daraus bald auch mehr Engagement für den Vogelschutz im eigenen Garten. “

Weniger erfreulich sind die Ergebnisse der Zählung. „Die Gesamtzahl von derzeit 34,3 Vögeln pro Garten stellt den bisher niedrigsten Wert seit Beginn der Aktion im Jahr 2011 dar“, so NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann. „Insgesamt ist das Ergebnis fast ein Spiegelbild des Winters 2017. Auch damals fehlten besonders die typischen Futterplatzbesucher, wie Kohlmeisen, Schwanzmeisen, Kleiber, Gimpel und Kernbeißer – alles Arten deren Winterbestände auf den Zuzug von Artgenossen aus dem Norden angewiesen sind. Dieser ist im bis kurz vor der Zählung europaweit sehr milden Winter wohl teilweise ausgeblieben.“ Auch Blaumeisen wurden weniger gesichtet. Ob und wie das Blaumeisensterben aus dem Frühjahr 2020 hier Spuren hinterlassen hat, muss aber erst noch ausgewertet werden.

Im Gegensatz dazu haben derzeit einige sesshafte Arten und solche, die kalte Winter meiden, besonders gute Bestände in Deutschlands Gärten. Allen voran der Haussperling, der wie in allen milden Wintern auf Platz eins der Wintervogelrangliste flatterte. Mit 6,83 Vögeln pro Garten erreicht er voraussichtlich ein neues Rekordergebnis. Einen neuen Rekord schafft auch die Ringeltaube, die damit sogar zum achthäufigsten Wintervogel in Deutschlands Gärten wird. Grund ist zum einen die Bestandszunahme der Art, aber auch eine zunehmend geringere Zugneigung dieses Teilziehers. Auch das Rotkehlchen scheint sich über den milden Winter zu freuen und erreicht sein bestes Ergebnis nach 2011.

Ein besorgniserregend schwaches Ergebnis, das nicht mit dem Wetter erklärt werden kann, liefert der Grünfink. Sein Abwärtstrend setzt sich leider unverändert fort. Diesmal wurden nur noch 0,9 Grünfinken pro Garten gemeldet. Damit gibt es heute nur noch ein Viertel der Grünlinge, die 2011 die Gärten bevölkerten. Als Ursache gelten vor allem Infektionen mit Trichomonaden an sommerlichen Futterstellen, aber wohl auch, dass auf landwirtschaftlichen Flächen das Nahrungsangebot für diese Art knapper geworden ist.

Die fünf am häufigsten gemeldeten Arten waren wie bisher immer Haussperling, Kohlmeise, Feldsperling, Blaumeise und Amsel. Im Vergleich zum Vorjahr haben nur Feldsperling und Blaumeise die Plätze getauscht.

Die „Stunde der Wintervögel“ ist Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion und fand bereits zum elften Mal statt. Noch bis zum 18. Januar können Vogelbeobachtungen an den NABU nachgemeldet werden.

Ab dem 18. Januar findet die Wahl des Vogels des Jahres statt. Dann kann aus zehn Kandidaten, die vorab in einer öffentlichen Online-Wahl bestimmt worden waren, der Sieger-Vogel gewählt werden.

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Karlsruhe: Die Stechpalme ist Baum des Jahres 2021

Karlsruhe: Die Stechpalme ist Baum des Jahres 2021
Europäische Stechpalme (c) Rainer Maus

Mehr als nur traditioneller Weihnachtsschmuck

Die europäische Stechpalme ist Baum des Jahres 2021. Nach dem Willen der gleichnamigen Stiftung steht damit aktuell eine heimische Baumart im Rampenlicht, die in Zeiten von Artensterben und Klimawandel die biologische Vielfalt der Wälder bereichert und die zahlreichen Tier- und Insektenarten Nahrungsgrundlage und Lebensraum bietet. Da die Stechpalme eher auf sauren Böden wachse, sei sie im Karlsruher Wald nur vereinzelt zu finden, so das städtische Forstamt.

Ob es sich bei der Stechpalme tatsächlich um einen Baum oder doch eher um einen Strauch handelt, bemisst sich am Licht. An hellen Standorten kann sie über zehn Meter hoch werden, im Wald dehnt sie sich dagegen eher "strauchartig" in die Breite aus.

Bei Germanen und Kelten Symbol der Hoffnung

Die "immergrüne" Laubbaumart mit ihrem stacheligen Blättern ist selten und galt deshalb schon Kulturen wie Germanen und Kelten als Symbol der Hoffnung. Ihre Beeren sind giftig und nur für Vögel genießbar, die Blätter hingegen wurden als Heilmittel etwa gegen Fieber eingesetzt. Bevor die "Ilex aquifolium" unter besonderen Schutz gestellt wurde, zierte sie bis ins 20. Jahrhundert - und teilweise immer noch - zahlreiche Weihnachtsgestecke. Bereits die Römer nutzen deren Zweige zur Dekoration, im Christentum dienten sie am Palmsonntag als Ersatz für "echte" Palmzweige. Heute schmückt das beliebte Ziergewächs zahlreiche Gärten.

In wirtschaftlicher Hinsicht ist die Stechpalme uninteressant. In der Vergangenheit wurden aus ihrem Holz oft Spazierstöcke hergestellt, aktuell wird es hauptsächlich für Drechselarbeiten verwendet. Bei forstlichen Maßnahmen wird die europäische Stechpalme erhalten und gefördert.







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