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Verschiedenes 

Welttag der Hülsenfrüchte: Slow Food pflanzt die Zukunft mit

Welttag der Hülsenfrüchte: Slow Food pflanzt die Zukunft mit
Bohnen (c) Claudia Nathansohn

Am 10. Februar ist Welttag der Hülsenfrüchte. 2024 verweist er besonders darauf, wie Erbsen, Bohnen und Co. zur Gesundheit von Boden und Mensch beitragen. Die internationale Slow Food Bewegung ruft zu diesem Anlass weltweit dazu auf, mit Hülsenfrüchten auf mehr pflanzliche Zutaten beim Essen zu setzen. Denn sie bereiten viel Genuss und Freude. Slow Food Deutschland unterstützt dies u.a. mit Rezepten, einer Hülsenfrüchte Einkaufskarte und der Wissensdatenbank Slowpedia. Das globale Slow-Food-Netzwerk ruft im Februar zur Online-Initiative „Planting The Future“ auf – mit Tipps, Rezepten, Podcasts und Dokumentationen.

Ob auf dem Feld, in der eigenen Küche oder in der Gastronomie: Hülsenfrüchte spielen eine wichtige Rolle, um zur Zukunft unserer Ernährung sowie der Gesundheit unserer Böden beizutragen. Sie unterstützen die Bodenfruchtbarkeit, haben einen geringen ökologischen Fußabdruck und das Potenzial, Verbraucher*innen für eine pflanzenbetonte Küche sowie Ernährung, die für Mensch und Planet gesund ist, zu begeistern. Die Vielfalt an Hülsenfrüchten und ihren Zubereitungsmethoden erleichtert nach Ansicht von Slow Food die Reduktion tierischer Erzeugnisse. Deswegen macht Slow Food sich für Bohnen, Erbsen, Linsen, Lupinen und Kichererbsen national wie international stark. Der Bewegung ist der Respekt vor Tier, Mensch sowie Umwelt und Klima gleichermaßen wichtig.

Mit dem jüngst erschienen Papier Plant the Future verstärkt das internationale Slow-Food-Netzwerk seinen Aufruf für eine Ernährungswende hin zu mehr Hülsenfrüchten und Pflanzlichem. Begleitet wird der Bericht von der Online-Initiative „Planting The Future“, die Slow Food International und das Slow Food Youth Network (SFYN) organisiert haben. Die Mitmachaktion läuft bis Ende Februar und informiert Teilnehmende über unsere Ernährungssysteme und -weisen. Sie ermutigt, mit Freude zu essen und zugleich unseren Planeten schützen. „Die Zukunft pflanzen" dient auch als Metapher dafür, nachhaltige Ideen auf lokaler, nationaler und globaler Ebene zu pflanzen und gemeinsam die Früchte zu ernten.

Hülsenfrüchte sind nicht nur eine nährstoffreiche, erschwingliche und leicht zugängliche Nahrungsquelle, sondern – laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) – auch eine Chance, Landwirt*innen in wasserarmen Gebieten ein besseres Leben zu ermöglichen. Hülsenfrüchte weisen eine hohe Trockentoleranz auf und sind widerstandsfähiger gegen den Klimawandel. Die Bodengesundheit verbessern sie, indem sie Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Mikronährstoffe liefern. Dazu Nina Wolff, Vorsitzende von Slow Food Deutschland: „Für Slow Food sind Hülsenfrüchte Verbündete bei der Ernährungswende. Möglichst ökologisch angebaut und in der Küche geschickt und vielfältig eingesetzt, sind sie eine Win-win-Situation für alle. Sie begleiten uns daher positiv bei der Umstellung unserer Ernährung. Bei Slow Food werden wir immer wieder darin bekräftigt: Je besser Menschen vielfältige pflanzliche Lebensmittel, ihre positiven Eigenschaften und passende Zubereitungsweisen kennen, desto lieber und häufiger kommen sie zum Einsatz."

Planting the future – Inspiration in den sozialen Medien

Planting The Future ist eine Online-Initiative. Sie wurde von Slow Food und dem Slow Food Youth Network mit Unterstützung von Meatless Monday und dem Center for a Livable Future der Johns Hopkins University ins Leben gerufen. Mehr als 3.000 Teilnehmende aus 119 Ländern haben sich bereits angemeldet. Den ganzen Februar über erhalten sie täglich Tipps, wie sie mehr agrarökologische, pflanzenreiche Zutaten in ihren Alltag einbauen können; dazu gibt es u.a. Rezepte, Podcasts, Dokumentationen.

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Verschiedenes 

Eine Seniorenresidenz für Leopard Datis

Eine Seniorenresidenz für Leopard Datis
Foto: Wilhelma Stuttgart / Lisa-Marie Grimmer

Neuzugang im Raubtierrevier der Wilhelma

Im Januar 2024 bezog der Leoparden-Kater Datis seine neue Seniorenresidenz in der Wilhelma in Stuttgart. Zuvor lebte der vor 17 Jahren in den Niederlanden zur Welt gekommene Persische Leopard im Kölner Zoo.

Beim Persischen Leoparden handelt es sich um eine Unterart der gefleckten Großkatze, welche in Vorderasien beheimatet ist – in erster Linie im Iran, aber auch in Afghanistan und Turkmenistan. In anderen Teiles seines Verbreitungsgebietes, welches bis in die Türkei reicht, ist der Bestand des Persischen Leoparden aufgrund von Lebensraumverlust und Verfolgung so zersplittert, dass das regionale Aussterben vieler Teilpopulationen nur noch eine Frage der Zeit ist. Umso wichtiger ist ein Reservebestand in menschlicher Obhut, bei dem die Erhaltung der genetischen Variabilität im Vordergrund stehen muss. Dafür sorgen die Zuchtbuchführer der Ex-situ Programme des europäischen Zooverbands EAZA. Da der mittlerweile betagte Leoparden-Kater Datis in Köln bereits zweimal für Nachwuchs gesorgt hatte, ist sein Erbgut im internationalen Zuchtprogramm schon bestens repräsentiert. Um in Köln Platz für ein neues Zuchtpaar zu schaffen, wurde daher vom Zuchtbuchführer nach einer neuen Bleibe für Datis gesucht.

Seinen Altersruhesitz hat der Leoparden-Senior nun im Zoologisch-Botanischen Garten Stuttgart bezogen. Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin erläutert: „Bei internationalen Zuchtprogrammen für bedrohte Tierarten geht es nicht nur darum, dass Nachwuchs geboren wird. Gleichzeitig müssen Einzeltiere, die nicht mehr zur Nachzucht vorgesehen sind, tiergerecht untergebracht werden. Auch hierfür leistet die Wilhelma gerne ihren Beitrag.“

zum Bild oben:
Der Persische Leopard Datis ist neu in der Wilhelma.
Foto: Wilhelma Stuttgart / Lisa-Marie Grimmer





Verschiedenes 

Stark bedroht trotz starker Haftung

Stark bedroht trotz starker Haftung
Goldstaub-Taggecko in der Wilhelma (c) Foto: Wilhelma / Birger Meierjohann

Der Gecko wird Zootier des Jahres

Am 31. Januar 2024 hat auch das Team der Wilhelma in Stuttgart mit Spannung nach Köln geblickt: Im Aquarium des Kölner Zoos wurde nämlich das Zootier des Jahres vorgestellt: der Gecko.

Laut der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP), welche seit 2016 jedes Jahr das Zootier des Jahres wählt, werden Geckos in einigen ihrer Herkunftsländer besondere Heilkräfte nachgesagt: Viele Tiere enden daher zu Pulver zermahlen, als Tee aufgebrüht oder in Alkohol eingelegt – obwohl es sich um reinen Aberglauben handelt und es keine wissenschaftlichen Beweise für einen medizinischen Nutzen gäbe. Weitere Bedrohungen reichen von der Verschmutzung und dem Verlust des Lebensraumes, Schäden durch invasive Arten, dem Klimawandel bis hin zur übermäßigen Absammlung für den Heimtierhandel oder der Verwendung als Delikatesse. Zudem haben einige Geckoarten nur sehr kleine Lebensräume, weswegen negative Einflüsse einen großen Effekt auf die Überlebensfähigkeit der jeweiligen Populationen haben.

Im Rahmen des Kampagnen-Auftakts in Köln betonte die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) Sabine Riewenherm die besondere Bedeutung von Zoos beim Schutz von Geckos: „Wir brauchen wirksame Instrumente und eine gute Zusammenarbeit, um bedrohte Geckoarten zu erhalten. Eine Verknüpfung von In-situ- (im Lebensraum) und Ex-situ-Maßnahmen (in der Haltung) hat sich als besonders wirksam für einen effektiven Artenschutz herausgestellt. Dies entspricht auch dem so genannten One Plan Approach der IUCN. Projekte vor Ort, Behörden und zoologische Gärten müssen hierbei Hand-in-Hand arbeiten.“

Mit den Kampagnengeldern werden verstärkt Schutzmaßnahmen für verschiedene Geckoarten in Vietnam und Tansania umgesetzt und Umweltbildungsmaßnahmen gestartet. Spendengelder, die im Laufe dieses Jahres gesammelt werden, verstärken die Reichweite der Aktivitäten. In mehreren Regionen Vietnams werden etwa neue Erhaltungszuchtstationen errichtet oder bestehende Haltungen erweitert. Für die Projektarbeit werden benötigte Ausrüstungsgegenstände und Transportmittel finanziert. In Tansania wird mit den Kampagnengeldern ein neues Schutzgebiet ausgewiesen und aufgebaut, um den Lebensraum der Himmelblauen Zwergtaggeckos zu vergrößern und die bisher getrennten Geckopopulationen wieder zusammenzubringen.

Auch in Stuttgart freut man sich über die Aufmerksamkeit, die den Geckos zukommt. Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin, der gleichzeitig Mitglied im Vorstand der ZGAP ist, erklärt: „In der Wilhelma zeigen wir vier Gecko-Arten: Den Goldstaub-Taggecko von den Komoren, den Weißpunkt-Mauergecko aus dem Mittelmeerraum, die Bambusphelsume aus Madagaskar und den in großen Teilen Asiens vorkommenden Tokee. Die charmanten Reptilien verblüffen unsere Besucher*innen nicht nur dadurch, wie sie mit ihren Lamellen an den Füßen sogar senkrechte Wände emporklettern, sondern auch durch ihre gute Tarnung. Oft muss man mehr als einmal hinschauen, bis man die flinken Tiere entdeckt“.

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Verschiedenes 

Recht auf Reparatur

EU legt vor, jetzt muss die Bundesregierung liefern

Runder Tisch Reparatur, INKOTA-netzwerk, Naturschutzbund (NABU) und Deutsche Umwelthilfe (DUH) begrüßen EU-Einigung zu Reparatur

Brüssel/Berlin,2.4.24 - Die EU-Institutionen haben sich heute auf neue Regeln zur Förderung von Reparaturen geeinigt, damit diese günstiger und einfacher werden. Diese Entscheidung sei ein großer Erfolg für Klima- und Ressourcenschutz, loben der Runde Tisch Reparatur, das INKOTA-netzwerk, der Naturschutzbund (NABU) und die Deutsche Umwelthilfe (DUH). Auch für Verbraucher*innen und das lokale Handwerk seien das gute Nachrichten.

“Wir begrüßen es sehr, dass das EU-Parlament sich mit seiner Forderung durchsetzen konnte, dass Hersteller Ersatzteile zu vernünftigen Preisen zur Verfügung stellen müssen. Der oftmals hohe Preis im Verhältnis zum Neukauf ist das größte Reparaturhindernis. Die EU geht nun einen wichtigen und richtigen Schritt, um einen offenen Reparaturmarkt zu schaffen und Verbraucher*innen den Zugang zu erschwinglichen Reparaturen zu ermöglichen. Exorbitante Willkürpreise für Ersatzteile gehören hoffentlich bald der Vergangenheit an“, erklärt Katrin Meyer, Geschäftsführerin des Runden Tisch Reparatur. Erst kürzlich hatte der Bundesverband Verbraucherzentrale große Preisunterschiede bei vergleichbaren Ersatzteilen festgestellt [1].

Als positiv zu werten ist weiterhin das beschlossene Verbot von Software- und Hardware-Praktiken, die die Verwendung von kompatiblen und wiederverwendeten Ersatzteilen erschweren. „Das könnte ein echter Gamechanger für die Reparaturbranche sein. Hier kommt es auf die genaue Formulierung im Gesetzestext an, die hoffentlich keine Schlupflöcher zulässt”, kommentiert Anna Hanisch, NABU-Referentin für Kreislaufwirtschaft. Ein Wermutstropfen: Die neue Richtlinie soll zunächst nur für neun Produktkategorien wie Smartphones, Waschmaschinen oder Kühlschränke gelten. „Damit bleiben viele potenziell problematische Produkte wie Laptops, Spielzeuge oder kleinere Haushaltsgeräte unreguliert. Weitere Produktgruppen sollten dem Anwendungsbereich so schnell wie möglich hinzugefügt werden“, so Anna Hanisch.

„Mit der Entscheidung auf EU-Ebene hat die Bundesregierung keine Ausreden mehr und muss endlich ihrer globalen Verantwortung für Ressourcenschutz gerecht werden und ihr lange angekündigtes Reparaturgesetz vorlegen“, fordert Julius Neu vom INKOTA-netzwerk. „Damit muss sie Hersteller verpflichten, für mehr als die neun Produktkategorien Ersatzteile zu angemessenen Preisen sowie Reparaturinformationen bereitzustellen. Weiter muss sie eine Strategie gegen den Fachkräftemangel im Reparatursektor entwickeln und einen bundesweiten Reparaturbonus einführen, wie es ihn bereits in Österreich und Frankreich gibt“, so Julius Neu.

DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz weist auch auf die Verantwortung der Hersteller hin: „Die Reparaturfähigkeit spielt für eine lange Nutzungsdauer von Elektrogeräten eine ausgesprochen wichtige Rolle, findet jedoch bei vielen Produkten in der Praxis keine Berücksichtigung. Deshalb fordern wir die Ausweitung der Herstellerverantwortung im Elektrogesetz. Hersteller von Produkten mit einer eingeschränkten oder nicht vorhandenen Reparaturfähigkeit müssen deutlich mehr Entsorgungskosten zahlen. Nur so werden ausreichend starke finanzielle Anreize geschaffen, von Anfang an die Reparatur beim Öko-Design zu berücksichtigen.“

Mit den neuen Regeln werden Hersteller der neun Produktgruppen dazu verpflichtet, Reparaturen für ihre Produkte anzubieten. Die EU-Institutionen einigten sich außerdem auf eine Gewährleistungsverlängerung um ein Jahr nach einer Reparatur, die im Rahmen der Gewährleistung stattfindet. Es soll außerdem nationale Plattformen geben, über die Verbraucher*innen Informationen über Reparaturdienstleister und Repair Cafés erhalten.

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Veranstaltungen 

Eine echte Kaffeeplantage auf der Intergastra

Eine echte Kaffeeplantage auf der Intergastra
Foto: Wilhelma Stuttgart / Lisa-Marie Grimmer

Die Wilhelma bringt eine interaktive Kaffeeplantage auf die Messe Stuttgart

Im Rahmen der Intergastra, der Fachmesse für Hotellerie und Gastronomie, die vom 3. bis 7. Februar 2024 auf dem Gelände der Messe Stuttgart stattfinden wird, präsentieren die Wilhelma und das Coffee Consulate aus Mannheim – das größte unabhängige Forschungs- und Trainingszentrum für Kaffee – ein einzigartiges Projekt: eine Erlebnis-Kaffeeplantage.

Auf einer Fläche von 300 m² wird auf anschauliche Art und Weise die Vielfalt unterschiedlicher Kaffee-Varietäten gezeigt. Ein großer Stammbaum stellt die drei Hauptarten des Kaffee dar – Arabica, Canephora und Liberica – und beschreibt 24 Varietäten, die aus diesen Arten gezüchtet wurden. Das Besondere dabei: Zu jeder Varietät wird vor Ort ein echter Kaffeestrauch ausgestellt. Bei Führungen, die von Experten der Wilhelma und des Coffee Consulate angeleitet werden, gibt es Einblick in die verschiedenen Verarbeitungsstufen, vom unentspelzten Rohkaffee bis zur gerösteten Bohne. Als Highlight kann Kaffee von insgesamt 17 der ausgestellten Varietäten verkostet werden. Die Besuchenden der Intergastra erhalten so die Möglichkeit, sowohl die botanischen Unterschiede als auch die geschmackliche Vielfalt des Kaffees interaktiv zu erfahren. Ergänzt wird die Erlebnis-Kaffeeplantage durch ein Schaubeet mit typischen Pflanzen des afrikanischen Bergregenwalds. Schließlich nahm in diesem natürlichen Lebensraum der Kaffeepflanze die weltweite Erfolgsgeschichte des beliebten Heißgetränks ihren Anfang. Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin ist begeistert: „Auf unserer Erlebnis-Kaffeeplantage gibt es nicht nur viel zu sehen, sondern auch viel zu schmecken – eine ganzheitliche Erfahrung, die in Erinnerung bleibt.“

Deutschlands einziger zoologisch-botanischer Garten engagiert sich zusammen mit dem Coffee Consulate schon seit mehreren Jahren für den Erhalt seltener Kaffeevarietäten. Die Sortenvielfalt, die seit den ersten gezielten Züchtungen vor rund 500 Jahren entstanden ist, birgt einen genetischen Schatz. Natürliche Resistenzen gegen Pflanzenkrankheiten oder Anpassungen an Trockenheit oder Starkregen können gerade in Zeiten des Klimawandels auch wirtschaftlich von unschätzbarem Wert sein. 2019 wurde daher die Internationale Erhaltungssammlung für Kaffee-Varietäten ins Leben gerufen. Mit Unterstützung des Coffee Consulate wurde Kontakt zu Kaffeebauern in aller Welt aufgenommen, welche Saatgut ihrer regionaltypischen und teils seltenen Varietäten zur Verfügung stellten. Von jeder der mittlerweile 120 Varietäten zieht die Wilhelma ein Exemplar heran, welches zu einem üppigen Strauch heranwachsen darf und im Schaubereich präsentiert werden kann. Zwei weitere Exemplare werden regelmäßig gestutzt und bilden hinter den Kulissen die eigentliche Erhaltungssammlung. Dr. Björn Schäfer, Fachbereichsleiter der Botanik in der Wilhelma, erklärt: „Sollte eine Varietät im Freiland, z. B. aufgrund von Naturkatastrophen, verloren gehen, kann sie dank der Sammlung in der Wilhelma wieder in ihre Ursprungsregion zurückgebracht werden.“

zum Bild oben:
Auf der Intergastra lässt sich die Vielfalt der internationalen Kaffeevarietäten bewundern.
Foto: Wilhelma Stuttgart / Lisa-Marie Grimmer





Verschiedenes 

Australische Tiervielfalt im Zoologisch-Botanischen Garten Stuttgart

Australische Tiervielfalt im Zoologisch-Botanischen Garten Stuttgart
Foto: Wilhelma / Lisa-Marie Grimmer

Tasmanische Graue Riesenkängurus – große Sprünge in der Wilhelma

Am 23. Januar 2024 wurde die Wilhelma um eine weitere australische Tierart reicher. Zwei Graue Riesenkängurus leisten nun den Emus Gesellschaft. Das Besondere dabei: Genau diese beiden für den fünften Kontinent so typischen Arten zieren auch das australische Wappen. Bei dessen Gestaltung im Jahr 1912 wurden Emu und Känguru auserwählt, weil Sie sich ausschließlich vorwärts, aber nie rückwärts fortbewegen – ein Symbol des Fortschritts.

Auch in der Zukunftsplanung der Wilhelma geht es immer weiter vorwärts. Darum sind die großen Hüpfer nur vorübergehend im Gehege der Emus und Hühnergänse untergebracht, welches sich direkt neben der Vogelfreifluganlage befindet. Mittelfristig sollen die beiden Riesenkängurus gemeinsam mit den Wombats in die noch im Bau befindliche Anlage „Narawntapu“ übersiedeln, welche nach einem tasmanischen Nationalpark benannt ist und aktuell zwischen der Terra Australis und dem Amazonienhaus entsteht. Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin zeigt sich begeistert: „Vom kaninchengroßen Potoroo bis zum Grauen Riesenkänguru, das aufgerichtet so groß wie ein Mensch ist – in der Wilhelma gibt es für unsere Besucher*innen nicht nur eine der kleinsten, sondern nun auch eine der größten Känguruarten zu bestaunen.“

Graue Riesenkängurus leben im Südosten Australiens und in Tasmanien, wo sie in offenen Wäldern und Savannen, auf Acker- und Grasland zuhause sind; aber auch auf Golfplätzen und in Stadtparks tummeln sich manche Tiere gerne. Auf dem Speiseplan der großen Pflanzenfresser stehen vor allem Gräser, Kräuter, Blätter und Zweige. Das Graue Riesenkänguru kann gewaltige Sätze machen – bis zu 13 Meter weit und anderthalb Meter hoch. Der bis zu einem Meter lange Schwanz dient dabei der Balance. Kängurus sind sehr soziale Tiere und leben in lockeren Gruppen zusammen, lediglich die geschlechtsreifen Männchen kriegen sich manchmal in die Wolle. „Joeys“, wie man die Jungtiere bei Beuteltieren nennt, kommen nach etwa fünf bis sechs Wochen auf die Welt und sind gerade mal so groß wie ein Gummibärchen. Sie verbleiben noch etwa elf Monate in Mamas Beutel, bis sie groß genug sind, um eigenständig die Umgebung zu erkunden.

Die Wilhelma ist eine von wenigen zoologischen Einrichtungen in Europa, in welchen Tasmanische Graue Riesenkängurus zu sehen sind.

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Zwei Tasmanische Graue Riesenkängurus sind neu in der Wilhelma.
Foto: Wilhelma / Lisa-Marie Grimmer





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Gutes Essen hat aktuell keine Zukunft

Gutes Essen hat aktuell keine Zukunft
WHES Demo (c) WHES

8.000 fordern ein sofortiges Ende des agrarpolitischen Stillstands

Ein breites Bündnis aus Landwirtschaft und Zivilgesellschaft geht für Höfe und Klima und gegen Gifte, Gentechnik und Patente auf die Straße

20.01.2024 - 8.000 Menschen finden sich vor dem Willy-Brandt-Haus in Berlin ein und fordern lautstark die Abkehr von einer Agrarpolitik, die Bäuer*innen und Gesellschaft gleichermaßen im Stich lässt und den sozialen Frieden gefährdet. Klimaextreme und Kostensteigerungen bringen Landwirtschaft und Gesellschaft in Not. Kennzeichnung und Risikoprüfung bei der Gentechnik sollen abgeschafft werden, obwohl die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung dies ablehnt.

Die Protestierenden haben es satt. Sie fordern einen klaren Fahrplan für eine zukunftsfähige Landwirtschaft und ein krisenfestes Ernährungssystem. Stadt und Land, Produzent*innen und Konsument*innen setzen sich gemeinsam und solidarisch für die ökologische und sozial-gerechte Agrarwende ein, für Klima-, Tier- und Artenschutz sowie weltweite Ernährungssicherheit.

„Die richtige Antwort auf Klimakrise, Artensterben und Hunger in der Welt ist eine bäuerliche und ökologischere Landwirtschaft“ sagt Inka Lange, Sprecherin des „Wir haben es satt!“-Bündnisses, das bereits zum 14. Mal zum Protest aufgerufen hat. Neben Organisationen aus den Bereichen Umwelt- und Tierschutz, Ernährung, Menschenrechte und Entwicklungszusammenarbeit gehören auch 35.000 Bäuer*innen dem Bündnis an. Sie benötigen für die Transformation zur umwelt- und tiergerechten Landwirtschaft sichere politische Rahmenbedingungen. Doch auch das grün geführte Landwirtschaftsministerium hat notwendige Maßnahmen trotz vollmundiger Absichtsbekundungen und vorliegender Lösungsvorschläge weitere zwei Jahre verschleppt.

„Alle Fragen wurden längst ausreichend beantwortet – wir fordern Taten! Faire Erzeuger*innenpreise und die Unterstützung der Höfe beim Umbau der Tierhaltung, etwa durch eine Tierwohlabgabe, müssen jetzt kommen“ so Lange. „Außerdem muss sich die Bundesregierung in Europa dafür einsetzen, dass Milliarden an Agrarsubventionen endlich den Umwelt-, Tier- und Klimaschutz in der EU honorieren, statt öffentliche Gelder blind pro Fläche Hektar auszuschütten und damit vor allem die Agrarindustrie zu füttern. Die Zukunft der Landwirtschaft muss sofort zur Chefsache in der Ampelkoalition werden.“

Entsprechende Forderungen und die bäuerliche Protestnote übergaben Bäuer*innen, Menschenrechts- und Entwicklungsorganisationen am Vormittag Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir. Mit rund 50 Traktoren waren die Teilnehmer*innen der Kundgebung „Bäuerliche Rechte weltweit stärken“ am frühen Morgen aus dem Berliner Umland zum Global Forum for Food and Agriculture gefahren. Dort sprachen sie mit dem Minister zeitgleich zu seiner Konferenz mit rund 70 internationalen Agrarminister*innen und wiesen ihn auf die Notwendigkeit und wiesen ihn auf die Notwendigkeit eines solidarischen, raschen Handelns hin. Am Willy-Brandt-Haus vereinte sich die Traktordemo schließlich mit den „Wir haben es satt!“-Demonstrierenden, darunter ein Block mit Bäuer*innen, die ohne Traktoren aus ganz Deutschland angereist waren.

In Berlin adressieren sie neben der Ampelregierung auch das Europäische Parlament. Die im Februar drohende Abschaffung des strengen EU-Gentechnikrechts sorgt für Unmut auf den Höfen und bei den Verbraucher*innen. Milana Müller, Landwirtin aus dem Ost-Erzgebirge, und Benny Haerlin von Save our Seeds dazu: „Der Gipfel des umwelt- und agrarpolitischen roll back aus Brüssel: Die EU-Kommission will künftig Gentechnikpflanzen ohne Risikoprüfung und Kennzeichnung zulassen. Niemand weiß mehr, wo es drin ist, keiner kann es mehr vermeiden. Die Risiken steigen, keiner haftet. Aber Bayer und Syngenta können unser Saatgut patentieren. Das lassen wir uns nicht gefallen!“
Die Demonstrierenden erwarten von der Bundesregierung, sich dem Durchmarsch der Gentechnik- und Pestizidindustrie in den Weg zu stellen. Passend dazu skandiert der Demozug „Gentechnik – wir haben es satt!“. Auf dem Weg von der SPD-Parteizentrale vorbei an Finanz- und Landwirtschaftsministerium zum Bundeskanzleramt, wo die Abschlusskundgebung stattfindet, hört man noch den Ruf: „Özdemir verbau's nicht! Agrarreformen! Trau dich!“





Veranstaltungen 

Denkmale sind Wahr-Zeichen

Online-Seminar für Denkmalfreunde und Kulturinteressierte

Jedes Jahr widmet sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) einem Schwerpunktthema, das neue Blickwinkel auf unsere Denkmallandschaft eröffnet. 2024 werden Denkmale als „Wahr-Zeichen“ ins Licht gerückt – und zwar in einem doppelten Wortsinn: In einem Zeitalter, in dem die Grenze zwischen Echt und Unecht, Wahr und Unwahr immer mehr zu verschwimmen scheint, erweisen sich Denkmale als verlässliche Zeitzeugen, die sich befragen lassen, und als Landmarken und Identifikationsobjekte, die eine emotionale Bedeutung haben. Das Online-Seminar „Denkmale sind Wahr-Zeichen“ will die Doppelbedeutung unserer gebauten Geschichte entdecken helfen – mit überraschend viel Wissenswertem für die Teilnehmer!

Am Donnerstag, den 22. Februar 2024 widmet sich ein einstündiges Online-Seminar der DenkmalAkademie der DSD ab 10.00 Uhr den Denkmalen als Wahr-Zeichen. Angesprochen sind Denkmalfreunde und Kulturinteressierte. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist erforderlich.

Die DenkmalAkademie ist das Bildungsinstitut der Deutschen Stiftung Denkmalschutz zur berufsbegleitenden Weiterbildung in der Denkmalpflege. Sie hat sich die Vermittlung grundlegender denkmalpflegerischer Inhalte, der Kenntnisse historischer Materialien sowie diverser Handwerks- und Erhaltungstechniken zum Ziel gesetzt.
Weitere Informationen und Anmeldung online, klicke auf "mehr"

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