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Verschiedenes 

NABU: Totholz ist kein Brandbeschleuniger, sondern Waldbeschützer

Krüger: Abgestorbenes Holz wirkt wie ein Schwamm und macht den Wald resistent gegen Trockenheit und Hitze

Berlin, 23.8.22 – In den vergangenen Wochen sind in Deutschland und Europa tausende Hektar Wald abgebrannt. Die Klimakrise fördert Phasen extremer Hitze und langer Dürre - und damit auch häufigere und intensivere Waldbrände.

Einige Vertreterinnen und Vertreter aus Feuerwehr und Forstwirtschaft fordern, die Wälder von Totholz zu „säubern“, da dieses ein Brandbeschleuniger sei. Der NABU kritisiert diese pauschale Forderung als undifferenziert und falsch. Insbesondere liegendes und starkes Totholz nährt die Waldbrände nicht, sondern stärkt sogar die Resilienz der Wälder gegen Dürre. Mit seiner Schwammfunktion unterstützt es den Landschaftswasserhaushalt und kann so das Waldbrandrisiko sogar senken.

NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger: „Totholz ist kein Brandbeschleuniger per se, sondern wichtiger Teil der natürlichen Kreisläufe. Liegendes und verrottendes Holz mit einem Wassergehalt von teils über 50 Prozent wirkt wie ein Schwamm. Solches Holz bewahrt den Waldboden und die Krautschicht vor schnellem Austrocken und wirkt so als natürlicher Schutz vor Waldbränden. Zudem bildet abgestorbenes, verrottetes Holz eine wertvolle Humusschicht und bietet dabei unzähligen Organismen wie Pilzen und Insekten einen Lebensraum. Wer Totholz im Wald belässt, gefährdet ihn also nicht, sondern stärkt seine natürlichen Abwehrkräfte.“

Am anfälligsten für Brände sind nicht Wälder mit abgestorbenem Holz, sondern Wirtschaftswälder mit dichtstehenden Nadelholzbäumen, die mit ihrem harzreichen Streu und Holz schnell in Brand geraten können. Um die Wälder krisenfest zu machen und an das künftige Klima anzupassen, braucht es daher einen umfangreichen Umbau der Wälder in Deutschland.

NABU-Waldexperte Sven Selbert: „Brände geraten in den wenigsten Fällen in naturnahen Beständen mit liegendem Holz katastrophal außer Kontrolle. Hoch risikoreich dagegen sind lichte und damit heißere Forste mit trockener Grasvegetation sowie ungepflegte junge Nadelholzdickichte, in denen sehr viel Schwachholz eng und trocken beieinandersteht – dort wird Totholz tatsächlich zum Problem. Was wir brauchen, sind also naturnahe Wälder mit kühlem, feuchtem Klima und vielfältiger grüner Vegetation. Sie hemmen die Feuer effektiv. Insbesondere für die naturfernen Risikobestände braucht es zusätzlich einen Präventions- und Aktionsplan für Waldbrandrisiken. Dazu gehört eine moderne technische Ausstattung der Feuerwehren und Forstämter sowie Brandschutzstreifen, in denen gefährliches Totholz tatsächlich reduziert wird.”








Verschiedenes 

NABU: Nicht das Wildschwein ist das Problem

Krüger: Mensch ist Haupttreiber für Eintrag der Afrikanischen Schweinepest / ASP-Zäune sind ökologische Barrieren & müssen dringend abgebaut werden

Berlin, 25.8.22 - Seit dem Auftreten der Afrikanischen Schweinepest (ASP) 2014 im baltischen Raum sowie Tschechien und Polen herrscht Unruhe in deutschen Landwirtschaftskreisen. Der Exporthandel mit billigem Schweinefleisch erlebt seitdem Rückschläge. In der Folge wurden seit 2020 entlang der Oder und Neiße über 1.000 Kilometer Schutzzäune errichtet, die auf mehrere Jahre angelegt sind. Zudem wurden Jagdzeiten und -praktiken bei der Wildschweinjagd geändert.

NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger: „Die ASP ist heute bereits endemisch. Die Zäune haben nicht nur ihre gewünschte Wirkung verfehlt - sie sind auch enorm schädlich für unser Ökosystem. So durchtrennen sie angestammte Wildwege und verursachen als ökologische Barrieren erhebliche Schäden für Tier, Natur, Artenvielfalt.“

Um weiteren Schaden für Natur und Umwelt zu vermeiden, fordert der NABU den sofortigen Rückbau der langfristig angelegten, großräumigen Zäunungen. Mit Blick auf die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest fordert der Umweltverband einen Lösungsansatz auf Grundlage wissenschaftlicher Fakten.

“Die aktuellen Maßnahmen sind nicht verhältnismäßig und müssen dringend auf den Prüfstand. Das Wildschwein darf nicht länger Sündenbock für eine einseitige Agrarpolitik sein. Vielmehr muss verstärkt auf Früherkennung und Kontrollen zur Einhaltung der Hygieneverordnung gesetzt werden. Die Kapazitäten von Veterinärämtern müssen dringend erhöht und ihr Fokus auf die menschlichen Einfuhr- und Übertragungspfade gelegt werden", so Krüger weiter.

Mittlerweile werden sogar Truppenübungsplätze eingezäunt. Das Eintragsrisiko wurde damit jedoch nicht reduziert. Stattdessen zeigen aktuelle Fälle von ASP in Hausschweinbeständen deutlich: Nicht das Wildschwein ist das Problem – es ist der Mensch.

„Die kostspieligen auf Jahre angelegten Zäune blenden den eigentlichen Konflikt aus und verfehlen ihr Ziel. Werden Biosicherheitsstandards eingehalten, spielt das Wildschwein kaum eine Rolle. Das Risiko geht hier fast ausschließlich vom Menschen aus“, sagt Artenschutzreferent Sebastian Kolberg. „Die Verantwortung für die seuchenhygienische Absicherung liegt vor allem bei den Betrieben, nicht bei der Allgemeinheit.“

Mit seinem Standpunktepapier zur Afrikanischen Schweinepest möchte der NABU nun für Klarheit sorgen und den eigentlichen Kern des Konflikts aufzeigen. Ziel ist es, noch größeren Schaden für die Natur abzuwenden.

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Veranstaltungen 

NABU startet Online-Aktion gegen Schweröl

NABU startet Online-Aktion gegen Schweröl
Kreuzfahrtschiff (c) NABU/ Manfred Fischer

NABU-Umfrage: Mehr als 76 Prozent der Deutschen wollen, dass Kreuzfahrtschiffe auf Schweröl verzichten

Berlin, 18.8.22 – Drei von vier Deutschen wollen, dass Kreuzfahrtschiffe kein giftiges Schweröl mehr nutzen. Das zeigt eine aktuelle und repräsentative Civey-Umfrage im Auftrag des NABU. Es wurde gefragt, was Kreuzfahrt-Reedereien tun sollten, um Natur und Umwelt zu schützen. Dabei konnten mehrere Punkte genannt werden. Der Ausstieg aus der Schwerölnutzung wurde von den Befragten am häufigsten angegeben (76,7 Prozent) ¬– noch vor einem Stopp der Abwasserentsorgung im Meer (71,5 Prozent) und der Reduzierung der Müllmenge (67,1 Prozent). Nur eine verschwindende Minderheit von 3,4 Prozent der Befragten gab an, dass ihrer Ansicht nach Kreuzfahrtunternehmen schon genug für Umwelt und Natur tun.

„Kreuzfahrt-Unternehmen verbreiten gerne das saubere Image von idyllischen Traumreisen – dabei fahren viele Kreuzfahrtschiffe noch immer mit dem dreckigsten aller Kraftstoffe: Schweröl. Unsere Umfrage zeigt, dass die Menschen in Deutschland schon viel weiter sind als die Unternehmen: Sie wünschen sich, dass Kreuzfahrten endlich weniger umweltschädlich werden“, sagt Leif Miller, NABU-Bundesgeschäftsführer.

Damit die Branche endlich mehr tut, hat der NABU heute die Online-Aktion „Schluss mit schmutzigen Schweröl-Kreuzfahrten!“ gestartet. Jeder und jede kann mitmachen und über die Aktionsseite www.NABU.de/schweroel einen Protestbrief versenden, der die Unternehmen AIDA, TUI Cruises, COSTA Crociere, MSC Cruises, Royal Caribbean, Carnival Cruise Line und Norwegian Cruise Line auffordert, aus dem Schweröl auszusteigen.

Das Verbrennen von Schweröl ist extrem schädlich: Schiffsmotoren stoßen dabei nicht nur Unmengen CO2, sondern auch für Menschen und Umwelt gefährliche Schadstoffe aus, wie Feinstaub und Ruß, Schwefel- und Stickoxide. Außerdem verursachen die für das Schweröl benötigten Schwefelwäscher – sogenannte Scrubber – schmutzige Abwässer, die häufig direkt ins Meer geleitet werden. Noch verheerender ist es für Meereslebewesen und Wasservögel, wenn der giftige Treibstoff selbst ins Meer gelangt.

Die Kreuzfahrtreedereien halten am billigen und giftigen Schweröl fest, obwohl es eine Lösung gibt: Seit zehn Jahren fordert der NABU von den Unternehmen, dass sie auf den viel saubereren Marinediesel umsteigen. Das wäre immer noch ein fossiler Kraftstoff, aber ein großer Schritt hin zu weniger Dreck und Gefahren für Natur und Umwelt. Diese Abgase können zudem leichter gereinigt werden, aber auch hier müssen endlich standardmäßig Rußpartikelfilter und Katalysatoren eingesetzt werden wie an Land. Den ersten Schritt des Treibstoffwechsels können die Kreuzfahrtunternehmen sofort gehen, einige hatten das in der Vergangenheit schon angekündigt. Da auf diese Lippenbekenntnisse jedoch nie Taten folgten, will der NABU nun mit Hilfe der Bevölkerung Druck auf die Reedereien ausüben. Im nächsten Schritt müssen die Unternehmen dann auf saubere und klimaneutrale strombasierte Kraftstoffe umsteigen, um ihren Klimaschutzversprechen gerecht zu werden.

Am 23. August stellt der NABU die Ergebnisse seines jährlichen Kreuzfahrt-Ranking vor. Der Verband hat die größten Anbieter auf dem europäischen Markt zu ihren Klimaschutzmaßnahmen befragt. Die Ergebnisse zeigen auch, welche Unternehmen bereits mit einem Schweröl-Ausstieg punkten können.

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Verschiedenes 

NABU: Folgen der Oder-Umweltkatastrophe noch jahrelang spürbar

Miller: Geplanter Ausbau der Oder muss gestoppt werden

Berlin, Mitte August 2022 - Noch immer ist nicht bekannt, wer oder was das verheerende Fischsterben in der Oder ausgelöst hat. Klar ist schon jetzt: Das Ökosystem des Flusses ist auf Jahre geschädigt. Seit dem Bekanntwerden der Katastrophe in der vergangenen Woche suchen die Behörden nach einer Ursache.

NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller: „Die Folgen dieses furchtbaren Ereignisses werden uns noch jahrelang beschäftigen. Es muss jetzt alles darangesetzt werden, die Verursacher dieser Umweltkatastrophe zu finden und – soweit möglich – weitere Schäden zu begrenzen und in Zukunft zu verhindern. Es zeigt sich erneut sehr deutlich, dass unsere Flüsse dringend renaturiert und die Widerstandsfähigkeit von Fluss und Aue gegen derartige Umweltschädigungen erhöht werden müssen. Die Ausbaupläne der polnischen Regierung müssen ausgesetzt werden, stattdessen muss ein umfassendes Sanierungs- und Renaturierungskonzept für den Fluss erarbeitet werden. Dafür muss sich Umweltministerin Steffi Lemke einsetzen.”

Hintergrund:

Vergleichbar mit der Katastrophe am Rhein von 1986, als nach einem Unfall im Chemiekonzern Sandoz mit giftigen Chemikalien belastetes Löschwasser ein massenhaftes Fischsterben und gravierende Schäden am Ökosystem verursacht hat, sind nun auch in der Oder weitreichende und jahrelange Auswirkungen auf das gesamte Oder-Ökosystem zu erwarten.

Der NABU fordert von den beteiligten Regierungen ein Aktionsprogramm zur Renaturierung und Erhöhung der Widerstandsfähigkeit des Ökosystems Oder. Dazu gehören groß angelegte Sanierungsmaßnahmen für die betroffenen Abschnitte der Oder und eine umfangreiche Renaturierung des ohnehin streckenweisen schon stark belasteten Flusses. So wird die Artenvielfalt erhöht und die Resilienz gegen Umweltschädigungen und die Klimakrise verbessert. Die Katastrophe muss schnellstmöglich aufgearbeitet werden – in enger Zusammenarbeit und Abstimmung zwischen der Tschechischen Republik, Polen und Deutschland. Dies muss von der Internationalen Kommission zum Schutz der Oder gegen Verunreinigung (IKSO) koordiniert werden und eine lückenlose Aufarbeitung der Gründe erfolgen, wieso Meldewege nicht funktioniert haben.

Zudem fordert der NABU eine ambitionierte Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie der EU bis 2027, deren Ziel ein guter ökologischer sowie ein guter chemischer Zustand des Gewässers sein muss. Eine Verbesserung des chemischen Zustands der Gewässer ist von fundamentaler Bedeutung, insbesondere auch im Hinblick auf eine hohe Wasserqualität sowie den Trinkwasserschutz.





Verschiedenes 

NABU: Rekordjahr bei Waldbränden

Naturnahe Mischwälder senken Brandgefahr deutlich

Miller: Trockenheit und Hitze setzen Wäldern zu – Dramatische Entwicklung nur durch naturnahen Waldumbau und Renaturierung zu stoppen

Berlin, 16.8.2 – Die deutschen Wälder leiden, wie schon in den vergangenen Jahren, zunehmend unter extremer Trockenheit und Dürre. Die Folge: die Waldbrandgefahr steigt erheblich. Doch der Hitzesommer macht nicht allen Wäldern gleich zu schaffen: Während einseitige Nadelwälder, wie etwa die Kieferplantagen in Brandenburg, besonders brandanfällig sind, sind naturnahe Mischwälder an Trockenperioden angepasst und halten Dürren besser stand. Der NABU fordert einen gezielten Umbau der deutschen Forste hin zu naturnahen Wäldern mit heimischen Baumarten.

NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller: „Die Waldbrände in Europa erreichen in diesem Jahr einen traurigen Rekord: Noch nie ist innerhalb eines Jahres so viel Waldfläche verbrannt wie in diesem Jahr. Großer Treiber der Brände sind Dürren und Hitze, die in Zukunft zunehmen werden. Einseitige Wirtschaftswälder mit dichtstehenden Nadelholzbäumen sind dabei am anfälligsten für Waldbrände. Wenn unsere Wälder zukünftig nicht besser an das veränderte Klima angepasst werden, bleiben die Bilder brennender Wälder auch zukünftig Teil unseres Alltags.

Deshalb müssen wir unsere Forste gezielt zu dürreresistenteren Mischwäldern umbauen. Diese beugen nicht nur Waldbränden vor, sondern leisten auch einen entscheidenden Beitrag im Kampf gegen die Natur- und Klimakrise. Denn gesunde, naturnahe Wälder binden große Mengen an Treibhausgasen und bieten unzähligen Tier- und Pflanzenarten einen wertvollen Lebensraum.“

Um sowohl der Wasserknappheit als auch der Natur- und Klimakrise entgegenzuwirken, fordert der NABU, Flächen und Lebensräume in Deutschland umfangreich zu renaturieren, d.h. den natürlichen Zustand dort wiederherzustellen. Naturnahe Wälder etwa können Wasser in der Fläche besser halten und speichern, bevor es abfließt – ein natürlicher Waldbrandschutz. Auch andere Ökosysteme an Land und im Meer können sich durch Renaturierung an die Folgen des Klimawandels anpassen und so widerstandsfähiger werden, erklärt Dr. Verena Riedl, NABU-Expertin für Biodiversität:

“Die Wiederherstellung unserer Ökosysteme und Maßnahmen des Natürlichen Klimaschutzes sind echte Krisenvorsorge. So tragen etwa renaturierte Auen zum Hochwasserschutz bei. Ein naturnäherer Wasserhaushalt ist außerdem Voraussetzung für die Wiedervernässung von Mooren, die große Mengen an Kohlenstoffspeichern und so zu einem der wichtigsten Verbündeten im Kampf gegen die Klimakrise werden.”

Hintergrund: Trockenheit, Dürre und Waldbrände in Deutschland Die Temperaturen steigen zunehmend. Die Niederschläge sind dabei regional und saisonal sehr ungleichmäßig verteilt. Zudem ist die Landschaft seit Generationen auf Entwässerung und die schnelle Ableitung von Wasser ausgelegt. Zwar liefern Starkregen hohe Wassermengen in kurzer Zeit. Sie können aber von Böden, beispielsweise in einseitigen Nadelwäldern - insbesondere bei sandigem Untergrund - nicht schnell genug aufgenommen werden. Deshalb sind gerade diese Forste besonders anfällig für Waldbrände. Die Brände selbst werden jedoch in den meisten Fällen vom Menschen verursacht - häufig aus Unachtsamkeit, etwa durch eine weggeworfene Zigarettenkippe, Grillen in Waldnähe oder ein Lagerfeuer, das nicht richtig gelöscht wurde.





Verschiedenes 

ES GEHT UM UNSER ZUHAUSE

ES GEHT UM UNSER ZUHAUSE
Plusenergiehaus Klima Arena (c) TMBW / Lengler

Das Weltklima schwankte schon immer. Durch uns Menschen erwärmt sich die Erde nun jedoch zu sehr und zu schnell. In der Klima Arena in Sinsheim kann man sich über den Stand der Forschung informieren und darüber, was man gegen den Klimawandel tun kann – auf spielerische und interaktive Weise

„Willkommen in der Klima Arena“, ein schwarz-weißer Roboter fliegt langsam um uns herum, „ich bin KIM, das Klima Informationsmodul.“ Gemeinsam mit unserer ungewöhnlichen Begleitung begeben wir uns auf eine dreizehnminütige Reise in die Welt der erneuerbaren Energien. KIM erklärt, was wir sehen, spielt mit uns Spiele und weicht nicht von unserer Seite. Auch nicht, als wir auf Millimetergröße geschrumpft werden und durch einen Wasserstofftank gleiten.

Spielerisch den Klimawandel bekämpfen

Natürlich fahren wir nicht wirklich gemeinsam mit einem fliegenden Roboter durch einen Wasserstofftank. Wir stehen im Gletscher, dem kleinen Multimedia-Kino der Klima Arena, einer modernen Erlebnisausstellung im Süden von Sinsheim. Die Arena wurde im Oktober 2019 eröffnet und behandelt an verschiedenen Stationen die Themen Nachhaltigkeit und Ressourcen, den Klimawandel mitsamt seinen Folgen und zeigt aber auch, was man gegen ihn tun kann. Und das, anders als dieses große Thema vermuten lassen könnte, einfach und spielerisch, ganz nach dem Motto: Erlebe, was du tun kannst.

Beim Betreten der großen Ausstellung fallen sofort die zahlreichen Bildschirme auf, allein im Gletscher sind 112 verbaut. Das mache den Besuch zu einem interaktiven Erlebnis, denn auf vielen Bildschirmen kann man drücken und auswählen, erklärt Bernd Welz, Vorstandsvorsitzender der Klimastiftung für Bürger, die die Klima Arena ins Leben gerufen hat. Es hat auch praktische Gründe: „Beinahe täglich gibt es Innovationen für ein nachhaltigeres Leben und neue Erkenntnisse in der Klimaforschung. Durch die digitale Darstellung können wir die Inhalte ganz einfach anpassen.“

Ein Museum als Plusenergiehaus

Trotz der vielen aktuellen Technik bezieht die Klima Arena kein einziges Kilowatt Strom aus dem Sinsheimer Netz. Das Gebäude ist ein Plusenergiehaus: Über das Jahr erzeugt es mehr Energie, als es verbraucht. Auf dem Dach des Parkhauses sind Photovoltaikanlagen verbaut und unter dem Gebäude lagert ein sogenannter Eisspeicher. Das ist ein Tank mit 220.000 Litern Wasser, in dem sechs Kilometer Leitungen verlegt wurden. Indem dem Wasser Kälte und Wärme entzogen werden, wird das Gebäude das ganze Jahr über aufgeheizt oder gekühlt.

Kein Problem der Moderne

Den Klimawandel gab es schon immer. Das bestätigt auch die Klima Arena, und zwar direkt auf einer der ersten Schautafeln, die man auf dem großen Rundgang durch die Ausstellung zu lesen bekommt. Es gab Perioden, in denen große Teile der Erde von Eis bedeckt waren, und es gab welche, in denen sich die Dinosaurier tropischer Temperaturen erfreuten, und das bis hoch zum Nordpol. Klimaveränderungen sind ein ganz natürliches Phänomen, das vom CO2-Gehalt in der Luft abhängt. Die Menschheit stößt nun aber zu viel Kohlendioxid aus, und das in so großem Maße, dass es brenzlig wird. Was passieren kann, wenn wir nicht auf unsere Erde aufpassen, wird auf der einen Seite der Klima Arena thematisiert. Was wir unternehmen können, ist Thema der anderen.

Eine Ausstellung für jedes Alter

So kann man auf der „Klimaseite“ etwa im Raumgleiter verschiedene Szenarien „anfliegen“ und sich anschauen, wie die Welt in Zukunft aussehen könnte, würden wir den CO2-Ausstoß zum Beispiel nicht verringern. Auf der Menschen-Seite lernt man zum Beispiel anhand einer interaktiven Animation, wie eine Stadt mit mehr Grünflächen und elektrischen Verkehrsmitteln gleich viel klimafreundlicher sein könnte. Auf Tafeln an den Stationen werden die Probleme erläutert und direkt Lösungen vorgeschlagen. Das Besondere: An fast jeder Station sind auf Kniehöhe Comic-Zeichnungen angebracht, in denen eine Maus und ein Frosch die Themen ganz vereinfacht anreißen. So lernen auch schon Kinder im Grundschulalter ein wenig über den Klimawandel. „Die Klima Arena soll jede Generation ansprechen“, erklärt Welz. Schließlich können alle ihren Teil zu einer grüneren Welt beitragen, einige jetzt, andere in der Zukunft.

Unerwartet viele Lösungen

„Vom Essen über die Kleidung bis zu den Möbeln und der Elektronik, einfach alles hat einen ökologischen Fußabdruck,“ erklärt Welz. „Ich treffe also mit jedem Kauf eine Entscheidung, die meinen persönlichen Fußabdruck vergrößert oder verkleinert.“ Es ist aber keine Lösung, deswegen gar nichts mehr zu kaufen, denn eine Neuanschaffung kann auch klimafreundlich sein. Die eines Kühlschrankes etwa, denn alte Elektrogeräte sind häufig enorme Stromfresser. Eine sofortige und günstigere Veränderung erzielt man beim Einkauf von Lebensmitteln. Warum, zeigt ein Besuch im Klima-Supermarkt. Dort kann man seine Wunschprodukte auf einem elektronischen Einkaufskorb auswählen und die dazugehörige CO2-Bilanz herausfinden.

Nachdenken ist das Stichwort. Und das ist nach einem Besuch in der Klima Arena unvermeidlich, denn der Blick auf unsere Problemzonen wühlt auch auf. Und das soll er auch, es geht schließlich um unser Zuhause.

INFO:

Mehr Informationen gibt es hier: tourismus-bw.de/klimaarena und klima-arena.de

Auch bei der experimenta in Heilbronn gibt es viel zu entdecken. Auf 25.000 Quadratmetern dürfen große und kleine Gäste experimentieren und tüfteln. Deutschlands größtes Science Center begeistert mit über 250 interaktiven Mitmachstationen, vier Kreativstudios, neun Laboren, einer Sternwarte und einem Science Dome: experimenta.science

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Nachhaltige Geldanlage: Welche Fonds sind wirklich „grün“?

Nachhaltige Geldanlage: Welche Fonds sind wirklich „grün“?

Grüne Geldanlage liegt im Trend. Die Nachfrage steigt, das Angebot auch. Doch bisher gibt es keine gesetzliche Vorgabe, was genau nachhaltig ist. Ein grünes Etikett sagt daher wenig – die Wahrheit dahinter kann anders aussehen. Die Stiftung Warentest zeigt in der September-Ausgabe ihrer Zeitschrift Finanztest, wie nachhaltig ethisch-ökologische Fonds tatsächlich sind.

Seit dem 2. August 2022 müssen Banken in der Anlageberatung und der Finanzportfolioverwaltung die Nachhaltigkeitspräferenz ihrer Kundinnen und Kunden abfragen. Bereits zum Jahreswechsel hatten die Finanztest-Experten nachhaltige Beratung ausprobiert und festgestellt: Banken kamen schon damals von sich aus auf das Thema zu sprechen, die angebotenen Fonds gehörten aber häufig nicht zu den streng nachhaltigen. Die Beratung ging zudem kaum auf einzelne Nachhaltigkeitsaspekte wie Ausschluss- oder Anlagekriterien ein.

Hier setzt der aktuelle Test der Stiftung Warentest an, der nachhaltige Fonds der Gruppen Aktien Welt, Europa und Schwellenländer prüft und bewertet. Fünf Nachhaltigkeitspunkte gibt es für die strengsten Fonds, einen Punkt für die laxen. Das größte Gewicht für die Nachhaltigkeitsnote lag auf den Ausschlusskriterien, also etwa den Branchen, die per se für einen Fonds tabu sind. Geprüft wurde auch, wie konsequent Anbieter bei der Auswahl der Titel vorgehen und welche Methoden sie dabei anwenden.

Sieben Fonds haben die Nachhaltigkeitsbestnote von fünf Punkten erzielt, darunter sechs Weltaktienfonds sowie einer der Schwellenländerfonds. Bei den Europafonds gibt es keine Fünf-Punkte-Bewertung, die besten kommen auf vier Punkte. Europa- und Schwellenländerfonds haben insgesamt schlechter abgeschnitten. Der Grund: Sie schließen häufig fossile Energien oder Atomkraft nicht komplett aus oder gehen weniger streng bei der Auswahl der Unternehmen vor.

Die besten ETF kommen gruppenübergreifend auf drei Punkte für mittlere Nachhaltigkeit, davon sechs in der Fondsgruppe Welt.

Außer auf die Nachhaltigkeit sollten Anleger aber auch auf den Anlageerfolg achten, den Finanztest ebenfalls bewertet. Hier haben in letzter Zeit die nachhaltigen aktiven Fonds etwas schlechter abgeschnitten als die konventionellen Fonds, weil nachhaltige Fonds mit strengen Ausschlüssen nicht an der Kursrallye im Bereich fossiler Energie teilnehmen.

Als Geldanlagekonzept empfiehlt Finanztest das Pantoffel-Portfolio. Es besteht aus einem Sicherheitsbaustein – dem Tagesgeld – und einem Renditebaustein. Hierfür eignen sich weltweit anlegende ETF, die von Finanztest als 1. Wahl gekennzeichnet werden. Ein Vergleich langfristiger Renditen und Risiken hat gezeigt, dass die grüne Version des Pantoffel-Portfolios leicht vorne liegt.

Der Test Nachhaltige Geldanlage findet sich in der September-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und unter www.test.de/saubere-fondssparplaene.

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Tag der Fische 2022: Rettet den Hering!

Tag der Fische 2022: Rettet den Hering!
(c) Udo Tremmel

Berlin, 15.08.2022 – Damit uns Fisch auch in Zukunft als Protein- und Genussquelle zur Verfügung steht, benötigen wir einen bewussten Umgang mit dieser wertvollen Ressource und ihren Lebensräumen. Slow Food Deutschland fordert zum Tag der Fische (22.8.): nachhaltig bewirtschaftete Fischbestände, einen entschiedenen Klimaschutz sowie einen bewussten und damit reduzierten Genuss von Fisch – insbesondere von Hering, dem Fisch des Jahres 2022. Anlässlich des Aktionstages lädt Slow Food Deutschland in die Hamburger Hobenköök ein, um Verbraucher*innen auf den Geschmack von alternativen Fischarten zu bringen.

Der Klimawandel erwärmt die Meere, über die Flüsse dringen zu viele Düngemittel ein. Frisch vom Kutter gibt es Fisch vielerorts schon lange nicht mehr. Zahlreiche Herausforderungen setzen verschiedenen Fischarten und ihren Lebensräumen massiv zu und schränken die Arbeit von handwerklichen Fischer*innen ein, die von Fischfang und -verarbeitung leben und einen wichtigen Beitrag zur Ernährungskultur in unseren Küstenregionen leisten.

Slow Food Deutschland (SFD) möchte Fisch als wertvolles Nahrungsmittel auch für die Zukunft sichern und widmet den Tag der Fische 2022 dem Hering und seinen Alternativen. Früher galt Hering – Fisch des Jahres 2021 und 2022 – als "Arme-Leute-Essen", weil er in Nord- und Ostsee so häufig vorkam. In Deutschland zählt er zu den beliebtesten Speisefischen. Infolge des Einsatzes moderner Fangtechnik, einer viel stärkeren Befischung sowie der Erwärmung der Ostsee sind die Bestände drastisch geschrumpft. Während der Bestand in der Nordsee sich momentan im grünen Bereich befindet, ist er in der westlichen Ostsee so stark gesunken, dass es dort einen wissenschaftlich verordneten Fangstopp gibt. Dadurch geht auch die handwerkliche Ostseefischerei in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein zunehmend leer aus.

Aus Sicht von Slow Food zeigen sich in dem Niedergang des Herings in der westlichen Ostsee die ökologischen, wirtschaftlichen sowie soziokulturellen Folgen des Klimawandels und unseres industriell dominierten Lebensmittelsystems. Die Organisation fordert die Politik auf, Sorge dafür zu tragen, dass sich Fischbestände und ihre Lebensräume langfristig erholen, und zwar mithilfe konsequenter Klimaschutzmaßnahmen sowie einer ökosystemschonenden Fischerei- und Agrarpolitik.

Verbraucher*innen möchte Slow Food Lust darauf machen, Alternativen zu gängigen Fischarten auszuprobieren und ihren Fischverzehr insgesamt gering zu halten. Dazu Nina Wolff, SFD-Vorsitzende: „Angesichts knapper Fischressourcen, können und sollten wir tatsächlich nur sehr wenig Fisch genießen. Ich sage bewusst ‚genießen‘, weil eine reduzierte Menge und der Genuss einander nicht ausschließen – vorausgesetzt wir wertschätzen Fisch als wertvolles Lebensmittel. Wir haben außerdem die Möglichkeit, vielfältige Fischarten zu kosten, die uns aus meist monotonen Speisekarten vielleicht noch nicht bekannt sind.“ Die Kreativität, die es zur Zubereitung verschiedener Fischarten braucht, bringt Slow Food interessierten Verbraucher*innen bei Veranstaltungen nahe. Eine davon findet am Tag der Fische in der Hamburger Hobenköök statt, wo Chef-Alliance-Mitglied Thomas Sampl seinen Gästen zeigt, welche Auswahl das Meer neben dem Hering bietet. Der Nordseehering spielt beim Menü in kleiner Menge den Höhepunkt.

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