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Verschiedenes 

NABU: Misteln bringen Streuobstwiesen kein Glück

NABU: Misteln bringen Streuobstwiesen kein Glück
Streuobstwiese im Frühling (c) NABU/Hannes Huber

Die beliebte Weihnachtsdeko ist für Obstbäume deutschlandweit ein wachsendes Problem / Regelmäßiger Baumschnitt ist wichtig

Berlin, 1.12.21 – In der Weihnachtszeit sind sie beliebte Deko: Misteln. Die kugelig wachsenden Pflanzen werden gern über Türrahmen gehängt – nach altem Brauch soll ein Kuss unter dem Mistelzweig für Liebesglück sorgen. Die Laubholz-Mistel (Viscum album) hat allerdings wenig Romantisches an sich. Deutschlandweit ist sie stark auf dem Vormarsch, für Obstbäume wird sie zunehmend zur Gefahr – vor allem mit Blick auf Streuobstwiesen.

„Die Pflanzen leben als Halbschmarotzer und entziehen dem Wirt mit ihren Saugwurzeln Wasser und Nährstoffe. Besonders gefährlich wird es für Bäume, die nicht regelmäßig gepflegt werden“, so Markus Rösler, Sprecher des NABU-Bundesfachausschusses Streuobst. „Für einige Gegenden insbesondere in Süd- und Mitteldeutschland sind Misteln darum inzwischen zum massiven Problem geworden.“ Besonders häufig betroffen sind Apfelbäume. „Seit einigen Jahren beobachten wir vom NABU zunehmend Mistelbefall auch an Birnen, was in früheren Jahrzehnten nicht der Fall war. Das ist eine neue Qualität der Gefährdung“, so Rösler.

Der NABU rät, alle vier Jahre im Spätwinter und zeitigen Frühjahr befallene Obstbäume konsequent zu beschneiden. Äste mit Mistelbefall sollten mindestens 30 bis 50 Zentimeter ins gesunde Holz zurück abgesägt werden. Damit kann die Ausbreitung der Misteln meist gestoppt werden, wenn der Baum noch nicht zu stark angegriffen ist. Andere Bekämpfungsmethoden, wie etwa das Abschneiden der Misteln oder ihr Abdecken mit schwarzer Folie haben sich nicht als erfolgreich erwiesen.

Für die Verbreitung der Misteln hat sich die Natur einen besonderen Trick einfallen lassen: Ihre weißen Früchte sind extrem klebrig. „Viele Vögel naschen gern an den Beeren. Ein Teil der Früchte bleibt dabei an ihren Schnäbeln haften. Wetzen die Vögel den Schnabel an einem Zweig oder hinterlassen dort ihren Kot, kleben die Mistelsamen an der Rinde des künftigen Wirtsbaumes fest. So kann sich die Mistel über viele Kilometer verbreiten“, erklärt Rösler. Untersuchungen in Berlin und Brandenburg hätten gezeigt, dass neben der Misteldrossel mindestens 26 weitere Vogelarten die Mistelbeeren auf dem Speiseplan haben, beispielsweise Sing- und Wacholderdrosseln. Misteln können bis zu 70 Jahre alt werden. Sie wachsen eher langsam. Erst im zweiten Jahr bildet sich der erste verzweigte Spross mit ledrigen Laubblättern. Bis die Pflanze ihre typische kugelige Form erreicht, vergehen viele weitere Jahre.

Als Ursachen für die Ausbreitung der Mistel sehen NABU-Experten vor allem die unregelmäßige Pflege von Streuobstbeständen und die Klimaerwärmung. Daneben begünstigen lange Trockenphasen und der daraus resultierende Stress für die Obstbäume den Vormarsch der Mistel nach Norddeutschland. Gleichzeitig rückt die Mistel auch in höhere Lagen vor, inzwischen befällt sie Bäume in Lagen über 1.000 Meter. „In vielen Gegenden hält sich zudem das hartnäckige Gerücht, Misteln stünden unter besonderem Schutz – das ist falsch. Sie dürfen geschnitten werden und das sollten sie auch“, so Rösler.

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Buch- und CD-Tipps 

Buchtipp: Ulrike Aufderheide "Kleiner Garten naturnah"

Buchtipp: Ulrike Aufderheide "Kleiner Garten naturnah"

Naturoasen im Wohnzimmerformat
lebendig und schön gestalten

Machen Sie etwas aus Ihrem kleinen Garten! Ein Rasen mit Hecken-Borte – so gleichförmig sehen viele kleine Gärten aus. Orte zum Wohlfühlen sind sie häufig nicht. Dabei können sie es sein: Ein Ruheort unter einer schönen Birke, ein Schwimmteich mit Holzdeck, ein Bild aus Stauden und Gräsern zum Betrachten vom Fenster aus: All das ist auch im kleinen Garten möglich.

Gefragt sind praktische Vorschläge und Ideen. Eine Vielzahl an Möglichkeiten und Wege zur Verwirklichung naturnaher Gartenwünsche nennt Ulrike Aufderheide in ihrem Buch »Kleiner Garten naturnah«, erschienen im pala-verlag.

Wenn Sie einen kleinen Garten neu anlegen oder pflegen wollen – sei es der Vorgarten, der lange Streifen neben dem Haus oder das Gärtchen in Wohnzimmergröße dahinter –, finden Sie in diesem Buch Anregungen zur Gestaltung, zur Bautechnik und zur naturnahen Bepflanzung. Auch funktionale Elemente wie Stellplätze oder Hauszugänge werden berücksichtigt.

Dabei richtet sich das Buch besonders an diejenigen, die nicht nur Oasen für sich selbst, sondern auch für Tiere und Pflanzen schaffen wollen. Dazu gibt es passende Bepflanzungsvorschläge für unterschiedliche Standorte im kleinen Garten. Um sich die eigenen Bedürfnisse klarzumachen, leitet die Naturgarten-Planerin auch beim Erstellen einer Wunschliste an. Das macht es einfacher, den Traumgarten zu finden und zur wunderschönen Oase des Lebens zu machen.

pala-verlag 2021, 176 Seiten, € 19,90 (D)
ISBN: 978-3-89566-412-0

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Der pala-verlag:

Der Name
»Pala«, so heißt eine Insel in Aldous Huxleys positiver Inselutopie »Eiland« (Piper Verlag). Für die Gründer war der Name auch Programm: positive Utopien als Alternativen zur modernen Zivilisation.

Die Geschichte
Gegründet 1979 (offizielle Firmengründung 1.4.1980) in Schaafheim (Kreis Darmstadt-Dieburg in Hessen) von einer Gruppe von 6 Menschen, begann der pala-verlag als Zeitschriften-Verlag. »Nachbarschaft« hieß das Zeitschriften-Projekt, das »Wege zur Ökologie im Alltag« suchte.
Aus einer Artikelserie in der »Nachbarschaft« entstand das erste pala-Buch, die Übersetzung von »Living the good Life« von Helen und Scott Nearing (deutsch: »Ein gutes Leben leben«), das auch in der deutschen Ausgabe zu einem Bestseller wurde.
Neben weiteren Buchprojekten folgten die Zeitschrift »Bio-Garten« (1984) und die Zeitschrift »Schrot & Korn« (1986), die schon bald im neugegründeten »verlag gesund essen« (heute bioverlag in Aschaffenburg) erschien.
Die Zeitschrift »Nachbarschaft« wurde 1985 eingestellt, 1988 erfolgte die firmenrechtliche Trennung von Schrot & Korn und die Einstellung der Zeitschrift »Biogarten«.
Seit 1991 hat der pala-verlag seinen Sitz in Darmstadt.
Inzwischen sind mehr als 300 Bücher erschienen (davon ca. 150 lieferbar).

Das Programm
Der Titel unseres ersten Buchs ist auch heute noch Leitlinie unseres Programms: »Ein gutes Leben leben«. Dabei müssen wir alle enttäuschen, die von uns eine klare Anleitung für das gute Leben wollen. Wir wissen das auch nicht so genau.
Wir bemühen uns, in unseren Büchern Alternativen zu dem »normalen« Zivilisationsleben aufzuzeigen. Das sind andere, gesündere Ernährungsformen, andere Therapiemethoden, andere Formen der Landwirtschaft und andere Formen der Tierhaltung.
Dabei wollen wir nie sagen: »So ist es!«, sondern immer nur: »Das ist eine Möglichkeit«. Unsere Autoren vertreten in ihren Büchern ihre Meinungen und oft ihre festen Überzeugungen. Wir als Verlag verstehen unser Programm pluralistisch, wir wollen zeigen »hier gibt es Wege und Möglichkeiten«. Denn wir sind überzeugt, dass es mehr als einen richtigen Weg gibt.





Veranstaltungen 

Onlineveranstaltung: "Sonnenenergie in der Landwirtschaft und auf Freiflächen"

FREIBURG-SÜDLICHER OBERRHEIN
Am Mittwoch, den 8. Dezember von 16.00 Uhr bis 18.00 Uhr veranstaltet der fesa e.V. aus Freiburg, im Rahmen des PV-Netzwerks, eine kostenlose digitale Informations- und Vernetzungsveranstaltung für alle Interessierten. Gefördert wird die Veranstaltung durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg.

Sonnenenergie in der Landwirtschaft und auf Freiflächen - doppelte Landnutzung, großer Effekt

Der Klimawandel ist global und regional wahrnehmbar. Somit steht auch der Landwirtschaftssektor vor neuen Herausforderungen, da die Ernte von zu starker Sonneneinstrahlung, steigenden Temperaturen und extremen Wetterereignissen wie Hagel und Starkregen beeinträchtigt wird.
Agri-Photovoltaik (APV) bezeichnet ein Verfahren zur gleichzeitigen Nutzung von landwirtschaftlichen Flächen und Stromproduktion über Solaranlagen. Dies kann die Ernte vor den Folgen des Klimawandels wie Starkregen und Hagel schützen. Gleichzeitig wirkt die Emissionseinsparung durch den Einsatz der erneuerbaren Energien dem Klimawandel entgegen und verringert die eigenen Energiekosten. Doppelte Landnutzung, großer Effekt!

Freiflächen und Agri-Photovoltaik bieten aufgrund der zahlreichen großen ungenutzten Flächen ein enormes Potenzial. Doch wann lohnt es sich eine Photovoltaik-Anlage zu installieren? Mit welchen Kosten ist sie verbunden und wie ist die Herangehensweise?

Bei der Onlineveranstaltung werden folgende Themen zu Agri- und Freiflächen-Photovoltaik vorgestellt:

- Unterschiedliche Technologien
- Potenziale
- Vorteile und Herausforderungen
- Genehmigungsverfahren

Außerdem werden verschiedene Experten anwesend sein, die über ihre Erfahrungen mit Photovoltaik-Anlagen über landwirtschaftlichen Flächen, Weinreben oder Freiflächen aus der Region Südlicher Oberrhein berichten werden und für individuelle und persönliche Fragen der Teilnehmenden zur Verfügung stehen.

Die Interessierten sollen sich unter diesem Link https://www.fesa.de/doppelte-landnutzung-grosser-effekt/ bis zum 8. Dezember zur Veranstaltung anmelden.

fesa e.V.
Der fesa e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der sich seit 1993 erfolgreich für den Ausbau der erneuerbaren Energien, für Energieeffizienz und für die Energiewende in der Region Freiburg engagiert. Mit seiner Arbeit sensibilisiert er die Bürger für diese Themen, schlägt mit innovativen Projekten neue Wege ein und schafft über sein Netzwerk wichtige Kontakte zu Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Verbänden.

PV-Netzwerk
Durch Informationen, Beratungen und regelmäßigen Wissens- und Erfahrungsaustausch der unterschiedlichsten Akteure überwindet das PV-Netzwerk Hemmnisse beim Ausbau der Photovoltaik. Dazu fördert das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg den Aufbau von regionalen Netzwerken in allen zwölf Regionen Baden-Württembergs und deren landesweite Koordination im Rahmen der Solaroffensive.

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Verschiedenes 

NABU: Koalitionsvertrag stimmt vorsichtig optimistisch

Krüger: Echter Aufbruch für Natur- und Klimaschutz ist möglich – aber nicht garantiert

Berlin, 26.11.2021 – Mit Ehrgeiz und Beharrlichkeit zum Vorreiter beim Klimaschutz werden, so formulierte es der künftige Kanzler bei der Vorstellung des Koalitionsvertrages. Ob das Kabinett um Olaf Scholz dem Anspruch gerecht wird, wird sich zeigen.

Dazu NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger:
„Der Koalitionsvertrag der Ampel verspricht einen Aufbruch beim Naturschutz. Klimapolitisch ist er ein gewaltiger Fortschritt im Vergleich zur Politik der letzten Jahre. Viel von dem, wofür der NABU seit Jahren mit Herzblut kämpft, wird als anzustrebendes Ziel auf der Agenda der Bundesregierung platziert: Für den Natur- und Artenschutz werden Flächen gesichert und erhebliche zusätzliche Gelder zur Verfügung gestellt, die Meere werden schrittweise von Altmunition bereinigt und von neuen Öl- und Gasbohrungen verschont, Glyphosat wird verboten, der Kohleausstieg wird auf 2030 vorgezogen. Es kann uns aber nicht reichen, wenn die neue Regierung lediglich besser sein will als die alte. Unsere Messlatte bleibt das, was ökologisch notwendig ist, um die Naturkrise und die Klimakrise zu stoppen – und so unsere natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten und Natur wieder mehr Raum zu geben. Daran gemessen springt der Koalitionsvertrag zu kurz: In der Landwirtschaftspolitik wird die nötige Wende nur teilweise vollzogen, der Abbau umweltschädlicher Subventionen kommt kaum voran, die Klimaziele werden weder erhöht noch zuverlässig mit Maßnahmen unterlegt, insbesondere im Verkehrssektor ist vieles fraglich."

Mit der Planungsbeschleunigung stellt der NABU in einer vertiefenden Betrachtung einen sensiblen Bereich voran. Das Thema findet sich im Koalitionsvertrag an verschiedenen Stellen wieder, teilweise mit unklaren, besorgniserregenden oder hilfreichen Formulierungen - in der Summe jedoch inkonsistent. Ganz klar, Deutschland muss beim Ausbau von Solar- und Windkraft schneller werden, der Bau neuer Bahntrassen darf nicht Jahrzehnte dauern. Wenn hier unter dem Deckmantel der Planungsbeschleunigung ein Generalangriff auf das Naturschutzrecht geplant sein sollte, ist mit entschiedenem Widerstand des NABU zu rechnen.

Aufbruch für den Naturschutz – das Ei ist gelegt, 2022 muss es ausgebrütet werden

Die jahrzehntelange Unterfinanzierung des Naturschutzes will von der neuen Bundesregierung offenbar beendet werden. Im Vertragstext finden sich viele Maßnahmen zur Stärkung des Naturschutzes. Das Engagement Deutschlands auf globaler Ebene soll ausgeweitet werden. Die Koalitionäre bekennen sich zum EU-Ziel, 30 Prozent der Land- und Meerfläche unter Schutz zu stellen. Darüber hinaus sieht der Vertragstext ein Aktionsprogramm für natürlichen Klimaschutz zur umfassenden Renaturierung kohlenstoffreicher Ökosysteme vor. Mehr Mittel für die Länder und ein Bundesnaturschutzfonds machen Hoffnung, dass dringend überfällige Maßnahmen für Schutzgebiete und eine bessere Honorierung von ökologischen Leistungen von Landnutzern endlich in Angriff genommen werden. Außerdem nehmen die Moorschutzstrategie und der Aktionsplan Schutzgebiete einen neuen Anlauf.

Erste Schritte hin zu nachhaltiger Land- und Forstwirtschaft

Spätestens zur Mitte der Legislaturperiode soll ein neues Konzept für die Architektur der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP)vorgelegt werden. Damit ist das Ende der schädlichen pauschalen Flächensubventionen besiegelt – vorausgesetzt die neue Bundesregierung setzt sich dafür auch auf EU-Eben ein. Ab sofort sollen verstärkt konkrete Klima- und Umweltleistungen honoriert werden. Ähnlich sieht es beim Wald aus. Statt Gießkannenförderung will man ein gezieltes Vergütungssystem für Waldbesitzer aufbauen, als Anreiz für eine klimagerechte Bewirtschaftung auf Grundlage eines zu novellierenden Bundeswaldgesetzes. Der Verzicht auf Holz als Energieträger fehlt schmerzlich.

Bei der Umsetzung des europäischen Green Deals schweigt sich der Koalitionsvertrag in vielen Bereichen aus. Positiv ist die Unterstützung einer neuen Bodenrichtlinie. Für den strengen Schutz von zehn Prozent der Landfläche fehlen Zusagen und konkrete Renaturierungsziele. Außerdem fehlen Pläne dazu wie das EU-Ziel erreicht werden soll, mindestens zehn Prozent Rückzugsräume für die Artenvielfalt in der Agrarlandschaft zu schaffen.

Wohl noch nie konnte man sich im Agrarministerium auf einen derart breiten Konsens von Interessensverbänden stützen, wie es derzeit dank der Ergebnisse der Zukunftskommission Landwirtschaft möglich ist. Auf diese Qualität sollte die Koalition setzen, um den Agrar- und Ernährungssektor klimaneutral, naturverträglich und zukunftsfähig zu machen.

Naturverträglicher Ausbau der erneuerbaren Energien

Der Kohleausstieg wird auf 2030 vorgezogen. Ein wichtiger Bestandteil dafür ist der Ausbau der erneuerbaren Energien. Die Einordnung von Energieinfrastruktur- und Bahnprojekten als „öffentliches Interesse“ mit Vorrang vor dem Naturschutz gleicht die Ampel durch ein nationales Artenhilfsprogramm für betroffene Arten aus. Das ist grundsätzlich positiv zu bewerten, darf aber kein Freibrief für einen Ausbau sein, der Belange des Artenschutzes ignoriert. Beides muss Hand in Hand gehen.
Bundeseigene Flächen im Außenbereich haben für den Klimaschutz sowohl als potenzielle Standorte für Windkraft- und PV-Anlagen, als auch für die Biodiversität – wie beispielsweise Biotopverbund, Nationales Naturerbe, Wildnisgebiete, Gewässer- und Artenschutz – eine erhebliche Bedeutung und können die Entwicklung im ländlichen Raum unterstützen und einer nachhaltigen Nutzung zur Verfügung stehen. Hierfür geeignete Flächen werden künftig von der Privatisierung ausgenommen und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben übertragen, soweit sie sich noch nicht in deren Eigentum befinden. Bis zu einer abschließenden Bewertung aller Flächen erscheint ein Verkaufsmoratorium sinnvoll, findet sich aber nicht im Koalitionsvertrag wieder.

Die Mobilitätswende darf nicht auf der Strecke bleiben

Der Verkehrssektor droht zum Krisensektor der Ampel zu werden. Im Koalitionsvertrag wird viel von Technologien der Zukunft geträumt, gleichzeitig werden nur wenige konkrete Schritte beschrieben. Einfache und effektive Maßnahmen, wie das Tempolimit wurden leichtfertig unter den Teppich gekehrt. Beim Abbau umweltschädlicher Subventionen bleiben die Koalitionäre zu unkonkret: Weder die Novellierung der Pendlerpauschale noch ein sofortiges Ende der Kaufzuschüsse und Steuernachlässe für Plug-in-Hybride und gasbetriebene Lkw oder die zeitnahe Besteuerung von Kerosin oder mariner Kraftstoffe sind Teil des Koalitionsvertrags. Einzig ein vager Prüfauftrag zur Besteuerung von Diesel ist enthalten.

Hier muss die Koalition im Lauf der nächsten Jahre deutlich nachschärfen, um die gesetzlichen Vorgaben zur Emissionsminderung zu erfüllen. Der Koalitionsvertrag kann das Bundesklimaschutzgesetz nicht aushebeln. Positiv ist die geplante Neubewertung des Bundesverkehrswegeplans. Gleichzeitig fehlt ein Autobahnmoratorium, damit keine weiteren Mittel in den Neubau von unnötigen Fernstraßen fließen. Künftig könnten dennoch einzelne Straßenbauprojekte entfallen.

Gefährlichen Kurs in der Wasser- und Meerespolitik vermeiden

Die neue Bundesregierung beabsichtigt die Binnenschifffahrt und die Hinterlandanbindung der Seehäfen über die großen Flüsse zu stärken. Dies wird nicht ohne weitere Verbauung und Zerstörung von Flüssen und Mündungen möglich sein und deren Entwicklung zu einem guten ökologischen Zustand mit klimaresilienter Nutzung entgegenwirken. Für die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie, gemeinsam mit den Ländern, fehlen Strategie und Zeitplan. Unklar ist zudem, wie das Wasser-Management so aufgestellt wird, dass Hochwasser, wie das diesjährige, sich künftig besser abfedern lassen und so schwere Schäden und großes menschliches Leid reduziert werden können. Dazu ist ein klimaresilienten Landschaftswasserhaushalt zu entwickeln.

Im Bereich der Meerespolitik sind die Meeresoffensive zur Gesundung der Nord- und Ostsee, Wiederherstellungsmaßnahmen, Munitionsräumung und effektive Schutzgebiete mit Flächen frei von schädlichen Nutzungen gute Ansätze, um den Umweltzustand der Meere endlich zu verbessern und die Voraussetzung für einen naturverträglichen Zubau von Windenergie auf See. Doch deren Erfolg wird durch das pauschal formulierte Ausbauziel von 70 Gigawatt Offshore-Windenergie bis 2045 in Frage gestellt. Es muss klar sein, dass die ökologischen Belastungsgrenzen der Meere den Rahmen setzen, nicht allein der errechnete Bedarf. Hier muss die Koalition noch beschreiben, wie Klima-, Umwelt- und Naturschutz im Meer gemeinsam funktionieren.

Illegalen Abschuss von Wildtieren verhindern

Der NABU unterstützt die Absicht der Koalition, den Kampf gegen die Wilderei zu intensivieren und den illegalen Handel mit geschützten Arten zu unterbinden und den Vollzug durch eine Task-Force zu stärken - international und national. Hier müssen zum Beispiel rechtswidrige Greifvogel-Tötungen oder illegale Abschüsse von geschützten Arten wie Wölfen, Luchsen oder Bibern mitgedacht werden.


NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller sagt abschließend:
„Die NABU-Kernthemen Naturschutz und Klimaschutz sind Schwerpunkte im Koalitionsvertrag. Das ist ein großer Erfolg. Insgesamt stimmt die Richtung und wir haben das Gefühl, dass die Koalitionäre uns zugehört haben - auch, wenn sie vieles nicht so formuliert ist, wie wir es am liebsten hätten. Das Regierungsprogramm ist eine große Chance für einen ökologischen Aufbruch – es garantiert ihn aber nicht. 2022 muss ein Jahr der ökologischen Umsetzungsoffensiven sein, um den Stillstand der letzten Jahre aufzuholen. Das Regierungsprogramm sehen wir aber auch als Herausforderung für den NABU: Die ehrenamtliche Arbeit tausender NABU-Mitglieder kann dadurch in den nächsten vier Jahren auf fruchtbareren Boden fallen und gewinnt an Bedeutung. Der NABU als mitgliederstärkste Umweltorganisation in Deutschland wird die neue Bundesregierung fachlich weiter intensiv begleiten und sich konstruktiv und kritisch für wirksamen Natur- und Klimaschutz einsetzen.“


Mit mehr als 820.000 Mitgliedern und Fördernden ist der 1899 gegründete NABU der mitgliederstärkste Umweltverband Deutschlands. Der NABU engagiert sich für den Erhalt der Lebensraum- und Artenvielfalt, den Klimaschutz sowie die Nachhaltigkeit der Land-, Wald- und Wasserwirtschaft. Zu den zentralen NABU-Anliegen gehören auch die Vermittlung von Naturerlebnissen und die Förderung naturkundlicher Kenntnisse.

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Verschiedenes 

Hup, Hup, Hurra: Der Wiedehopf ist der Vogel des Jahres 2022

Hup, Hup, Hurra: Der Wiedehopf ist der Vogel des Jahres 2022
Wiedehopf (c) NABU/CEWE/Paul Gläser

Fast 143.000 Menschen haben bei der öffentlichen Wahl von NABU und LBV abgestimmt

Berlin, 18.11.21 – Der Sieger der zweiten öffentlichen Wahl zum Vogel des Jahres vom NABU und seinem bayerischen Partner LBV (Landesbund für Vogelschutz) steht fest: Der Wiedehopf (Upupa epops) hat mit 45.523 und 31,9 Prozent die meisten Stimmen erhalten. Damit ist er nach dem Rotkehlchen der zweite Jahresvogel, der von allen Menschen in Deutschland gewählt werden konnte.

„Der Wiedehopf ist mit seinem orangeroten Gefieder und seiner markanten Federhaube auch wegen seiner spektakulären Erscheinung gewählt worden – er ist einer der auffälligsten heimischen Vögel“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Viele Wähler konnten sich aber sicher auch mit seinem Wahlslogan: ,Gift ist keine Lösung‘ identifizieren. Der Wiedehopf benötigt halboffene bis offene insektenreiche Landschaften – viele Insekten gibt es nur ohne Pestizideinsatz.“

Auf Platz zwei landete die Mehlschwalbe mit 34.773 Stimmen (24,4 Prozent). Auf Platz drei flatterte der Bluthänfling mit 28.442 Stimmen (19,9 Prozent) vor dem Feldsperling mit 23.259 Stimmen (16,3 Prozent). Der letzte Platz ging an den Steinschmätzer (10.801 Stimmen, 7,6 Prozent).

Die wenigsten, die den Wiedehopf zum Jahresvogel gewählt haben, dürften ihn selbst einmal in der Natur gesehen haben. Denn er kommt nur in einigen Regionen Deutschlands vor, wie zum Beispiel dem Kaiserstuhl in Baden-Württemberg, in Rheinhessen oder den Bergbaufolgelandschaften der Lausitz in Brandenburg und Sachsen. Dort ist das Klima für den wärmeliebenden Vogel geeignet. Der Wiedehopf lebt von größeren Insekten und ihren Larven. Er frisst gerne Käfer, Grillen, Heuschrecken und Schmetterlingsraupen. Es darf auch mal eine Spinne oder sogar eine kleine Eidechse sein. Als Zugvogel verbringt er den Winter in Afrika. Der wissenschaftliche Gattungsname „Upupa“ ist eine Nachahmung des Klangs seines dreisilbigen „upupup“-Balzrufes. Viele Menschen dürften den neuen Jahresvogel aus der „Vogelhochzeit“ von Hoffmann von Fallersleben kennen. In dem Kinderlied bringt der Wiedehopf „der Braut den Blumentopf“. Mancher kennt vielleicht auch die Redewendung „Du stinkst wie ein Wiedehopf“. Sie kommt daher, weil Weibchen und Jungvögel mit einem stark riechenden Sekret Feinde vom Nest vertreiben.

„Die Population des Wiedehopfes gilt in Deutschland als gefährdet, da es aufgrund fehlender Lebensräume immer noch wenige Brutpaare gibt – zurzeit sind es 800 bis 950“, sagt Miller, „Doch das Verbreitungsgebiet dieses wärmeliebenden Vogels wächst, was ein klares Anzeichen des Klimawandels ist.“

Der „Vogel des Jahres“ wurde in Deutschland erstmals im Jahr 1971 gekürt. Seit 2021 wird er durch eine öffentliche Wahl bestimmt.

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NABU: Warum eine Papiertüte schlechter sein kann als ein Plastikbeutel

Der NABU bietet eine Infografik zum Vergleich der Umweltbelastungen von Lebensmittelverpackungen

Berlin, 17.11.21 – Senf aus Alutube, Plastikflasche oder Glas: Welche Verpackung ist umweltfreundlicher? Der NABU hat die Umweltbelastungen der gängigen Verpackungsalternativen von neun Lebensmitteln vom ifeu-Institut untersuchen lassen. Welche schneidet bei den drei großen Umweltproblemen Klimawandel, nicht erneuerbarer Ressourcenverbrauch und Schadstoffemissionen am besten ab? Unter www.NABU.de/infografik-verpackungen können sich Verbraucherinnen und Verbraucher mit einer interaktiven Infografik vor dem Einkauf informieren, um die umweltfreundlichere Verpackung zu wählen.

„Wichtig dabei: Auch Verpackungen, die in unserer Untersuchung am besten abgeschnitten haben, sind nicht durchweg gut für die Umwelt. Sie sind nur ökologisch weniger nachteilig als die verglichenen Alternativen“, betont NABU-Umweltexpertin Katharina Istel. „Anders als es oft dargestellt wird, ist auch eine Papierverpackung, die aus einem nachwachsenden Rohstoff besteht und kompostierbar ist, ein Problem für Umwelt und Natur und sollte möglichst reduziert oder gar nicht erst verwendet werden.“

Durchgängig problematisch seien Einwegglas und Metalle, so Istel. Trotz seines grünen Images und hoher Recyclingquoten sei Einwegglas keine ökologisch sinnvolle Verpackungsalternative, da in der Herstellung sehr viel Energie verbraucht werde und durch sein Gewicht beim Transport mehr Schadstoffe ausgestoßen werden. Doch auch hier hat Istel einen Tipp: „Ein Einweg-Senfglas wird umweltfreundlicher, wenn man es später als Trinkglas weiternutzt. Nach zehn Nutzungen ist es ökologischer als die anderen untersuchten Senfverpackungen. Das macht aber natürlich nur Sinn, wenn man auch neue Trinkgläser braucht.“

Überraschend dürfte für viele Verbraucherinnen und Verbraucher sein, dass Kunststoff nicht immer schlecht und Papier nicht immer gut ist. Hier kommt es darauf an, wie schwer die Papierverpackung im Vergleich zur Kunststoffalternative ist und ob es auch tatsächlich eine reine Papierverpackung ist. So ist eine Einweg-Papiertüte an der Obsttheke schlechter in der Öko-Bilanz als ein Einweg-Plastikbeutel – wegen des achtmal höheren Gewichts der Papiertüte. Istel: „Es gibt zudem viele Verpackungen, die optisch wie eine reine Papierverpackung aussehen, innen aber eine verklebte Kunststoff- oder Alufolie haben. Diese wird eingesetzt, damit Papier überhaupt nassfest oder fettabweisend ist, die Lebensmittel vor Sauerstoff geschützt sind oder keine Druckfarben in die Lebensmittel übergehen.“ Solche Papierverpackungen lassen sich kaum recyceln, auch wenn sie auf den ersten Blick umweltfreundlich aussehen.

„Viele Unternehmen werben damit, dass ihr Verpackungsmaterial – weil nachwachsend und kompostierbar – gut für die Umwelt sei. Davon dürfen sich Verbraucherinnen und Verbraucher nicht täuschen lassen“, rät Istel. „Aber es liegt insbesondere an der Politik, Anreize zu setzen und Vorgaben zu machen, damit Unternehmen Verpackungsmaterial einsparen und neue, verbraucherfreundliche Mehrwegsysteme für Lebensmittel entwickelt werden“, so die Schlussfolgerung der NABU-Umweltexpertin.

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Karlsruhe: Blütenmeer statt Schottergarten: Stadt fördert Vielfalt in Vorgärten

Karlsruhe: Blütenmeer statt Schottergarten: Stadt fördert Vielfalt in Vorgärten
Bunte Vielfalt in Karlsruher Vorgärten © Stadt Karlsruhe

Fördermittel für Kurzentschlossene noch bis zum Jahresende beantragen

Solange die Temperaturen nicht dauerhaft unter den Gefrierpunkt fallen, nutzen viele Gärtnerinnen und Gärtner die Chance um noch das eine oder andere Projekt im Garten umzusetzen. Wer beispielsweise mit dem Gedanken spielt, sich dieses Jahr noch von seinem wenig attraktiven Schottergarten zu trennen und diesen stattdessen für die nächste Gartensaison in eine blühende, vielfältig gestaltete Grünfläche umzuwandeln, der kann für dieses Projekt ab sofort einen städtischen Zuschuss beim Gartenbauamt beantragen.

Werden die bisher mit Schotter und gegebenenfalls mit Folie oder Vlies abgedeckten Flächen bis Ende des Jahres abgeräumt, der anstehende Boden gelockert, bei Bedarf verbessert und anschließend vollflächig mit dauerhaften, insektenfreundlichen Stauden und Sträuchern bepflanzt, dann unterstützt die Stadt diese Maßnahme mit 40 Euro je Quadratmeter bis zu einer Maximalsumme von 5.000 Euro pro Liegenschaft.

Ökologischen Wert des eigenen Vorgartens erhöhen
Damit möchte Karlsruhe seine Bürgerinnen und Bürger dazu motivieren, die insektenfeindlichen "Schottergärten" rückzubauen. Die vermeintlich pflegeleichten Schotterflächen haben bekanntlich viele Nachteile. Zum einen kann der Regen im Erdreich nicht versickern, wenn entsprechende Folien oder Vliese unter dem Schotter eingebaut sind, wodurch das oftmals so dringlich benötigte Wasser in der Kanalisation verschwindet. Zum anderen bieten diese Flächen weder Nahrung noch Lebensraum für die zunehmend bedrohte Insektenwelt wie auch für Kleinlebewesen und andere bekannte tierische Gartenbewohner.

Auch für den Menschen sind die Steinflächen von Nachteil. Gerade in den immer wärmer werdenden Sommermonaten heizen sich diese Flächen stark auf und geben ihre Wärme in den Nachtstunden ab, sodass die ersehnte Kühlung ausbleibt und Schlaf- sowie Biorhythmus gestört werden. Zudem zeigen Forschungen der vergangenen Jahre, dass begrünte Flächen einen positiven Einfluss auf das menschliche Wohlbefinden und damit die seelische Gesundheit haben, Stress vermindern können und nicht zuletzt das Stadtbild verschönern.

Neues Faltblatt gibt Rat und leitet an
Anregungen und Tipps für die Umgestaltung des eigenen Vorgartens gibt ein neues Faltblatt des Gartenbauamtes. Darin wird erklärt, wie ein Beet angelegt und gepflegt werden kann. Pflanzlisten mit Vorschlägen für verschieden sonnige Standorte helfen bei der richtigen Pflanzenauswahl, sodass dauerhafte und insektenfreundliche Pflanzungen gelingen, die auch später für Jeden pflegbar bleiben.

Die genauen Förderbedingungen und ein Formular zur Beantragung des städtischen Zuschusses sowie das Faltblatt mit Anregungen für die Bepflanzung finden Interessierte auf der städtische Internetseite unter karlsruhe.de/bunter-vorgarten.

zum Bild oben:
Die bunte Blütenpracht im Vorgarten erfreut nicht nur das menschliche Auge, sondern lässt auch Insektenherzen höherschlagen.
© Stadt Karlsruhe

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Verschiedenes 

Gegen Hitze in der Innenstadt

Stadt Freiburg bepflanzt und bewässert eine „Greencity Wall“ an der Busgarage der Stadtbibliothek

Sommerhitze ist (nicht nur) in Innenstädten ein großes Problem. Um es zu bändigen, sind viele kleine Ideen und Schritte gefragt. Einen dieser Schritte sind nun das Stadtplanungsamt und das städtische Gebäudemanagement (GMF) gegangen. Aus diesem Pilotprojekt kann ein echter Hingucker in zentraler Lage entstehen: eine bepflanzte und bewässerte „Greencity Wall“ an der Busgarage hinter der Stadtbibliothek, wenige Schritte vom Münsterplatz entfernt.

Geplant und innerhalb von fünf Tagen errichtet wurde die grüne Mauer vom GMF und der Firma Flor Design. Insgesamt bietet sie 14 Quadratmeter Pflanzfläche und ermöglicht 27 Pflanzen pro Quadratmeter städtischem Boden; bei Beetpflanzung werden 4 bis 12 Pflanzen pro m2 verwendet. Somit konnten hier 380 Pflanzen und 10 unterschiedliche Pflanzenarten gesetzt werden. Sie kamen von einem regionalen Produzenten am Kaiserstuhl. Ausgewählt wurden Arten, die an den Standort und die Himmelsrichtung wegen Sonneneinfall angepasst sind.

Nun wird Fachpersonal die grüne Mauer vier bis sechs Mal pro Jahr „warten“. Die Bewässerung erfolgt zeitgesteuert automatisch, die Bewässerungsintervalle werden den Jahreszeiten angepasst und schwanken zwischen einmal pro Woche und alle zwei Tage.

Für ihr Klimaanpassungskonzept im Handlungsfeld Hitze hatten das Bundesumweltministerium und das Deutsche Institut für Urbanistik die Stadt Freiburg 2019 als klimaaktive Kommune ausgezeichnet, verbunden mit einem Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro. Diese Mittel wurden nun für die Installation der Greencity Wall eingesetzt.

Das Problem der im Hochsommer aufgeheizten Stadtbereiche, der sogenannten Wärmeinseln, beschäftigt das Stadtplanungsamt schon lange. Eine Entsiegelung ist selten möglich und in dicht bebauten Quartieren fehlt oft der Platz für klimawirksame Baumpflanzungen. Allerdings kann man Wärmeinseln mit zusätzlicher Bepflanzung entgegenwirken. Pflanzen spenden Schatten, kühlen ihre Umgebung dank Verdunstung, produzieren Sauerstoff und binden dabei CO2. Hierzu kann die Greencity Wall beitragen.

Mit Unterstützung des Lokalvereins Innenstadt will die Stadtplanung die Aufenthaltsqualität des Platzes an der Engelstraße für Bürgerschaft und Touristen langfristig erhöhen. Besonders an Hitzetagen trägt ein beschatteter Platz mit Sitzgelegenheiten und erfrischendem Bächle zur Entlastung bei.

Der Schritt mit der bepflanzten Wand soll laut Baubürgermeister Martin Haag Vorbildcharakter haben und andere Gebäudeeigentümer zum Nachahmen anregen. Dabei geht es nicht darum, Architektur durch Bepflanzung zu ersetzen. Aber auch in architektonisch und baugeschichtlich wertvollen Bereichen wie der Innenstadt gibt es gering gestaltete Gebäudeteile oder Flächen, die sich für eine zusätzliche Bepflanzung eignen und damit einen Beitrag zu einem attraktiven Stadtbild und zum Mikroklima leisten können.







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