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Verschiedenes 

Traditionelle Gemüsesorten im Biohandel

Traditionelle Gemüsesorten im Biohandel
Kopfsalat Maikönig / Foto: ProSpecieRara Deutschland

Freiburg: Der Kopfsalat ’Maikönig’, das Radieschen ’Eiszapfen’ und die Aubergine ’Rotonda bianca sfumata di rosa’ sind nun im Biohandel erhältlich! Die bedrohten traditionellen Sorten sind drei der in diesem Jahr neu im Rahmen des Projekts „Vielfalt schmeckt“ angebauten Gemüsesorten.

Fünf bedrohte traditionelle Sorten wurden bereits im letzten Jahr auf Initiative des Projekts „Vielfalt schmeckt“ nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus angebaut. In diesem Jahr kommen acht weitere bedrohte Sorten dazu, zwei davon stehen auf der Roten Liste der bedrohten Nutzpflanzen in Deutschland.

Erhalt durch Nutzung

Der Anbau, Verkauf und Genuss dieser Gemüsesorten trägt aktiv zum Erhalt der bedrohten traditionellen Sorten bei, denn was nachgefragt wird, wird angebaut und bleibt somit erhalten. Die ersten drei Sorten aus dem Projekt sind saisonal nun in verschiedenen Bioläden in Freiburg und der Umgebung erhältlich. Sie stammen aus biologisch wirtschaftenden Partnerbetrieben von Rinklin Naturkost. In Kürze werden außerdem die Projektsorten ’Ochsenherz’ und ’Tonda di Chioggia’, eine Fleischtomate und eine Rote Bete, erhältlich sein. Weitere Projektsorten, die im Laufe des Jahres in den Handel kommen werden, sind der ’Tomatenpaprika’, die ’Birnenförmige Zwiebel’, der Chinakohl ’Granat’, die Buschbohne ’Saxa’, der Salat ’Wunder von Stuttgart’, der Weißkohl ’Filder Spitzkraut’ und die Zucchini ’Tondo di Piacenza’. Mit dem Kauf und Genuss dieser Sorten kann jeder zum Sortenerhalt beitragen.

Bedrohte Gemüsevielfalt

Die traditionellen Gemüsesorten haben einen besonderen Geschmack, der sich von den anderen im Handel erhältlichen Sorten meist unterscheidet. Die Aubergine ’Rotonda bianca sfumata di rosa’ hat beispielsweise eine cremige Konsistenz und einen feinen Geschmack und eignet sich somit sehr gut zum anbraten oder grillen. Die Radieschen ’Eiszapfen’ sind ein idealer Snack für zwischendurch oder können zu einem leckeren Aufstrich verarbeitet werden (das Rezept ist unter http://www.prospecierara.de/de/shop/category/infomaterial kostenlos bestellbar).

Bei den Sorten handelt es sich um ProSpecieRara-Sorten, die alle samenfest sind. Das bedeutet, dass man die Samen daraus gewinnen und weiter vermehren kann. Im Vergleich dazu ist dies bei Hybrid-Sorten, die heute weit verbreitet sind, nicht möglich. Hybrid-Sorten werden verstärkt aufgrund deren hohem Ertrag und konformen Aussehen der Früchte genutzt. Traditionelle Sorten wurden dagegen vor allem für einen guten Geschmack und Robustheit gezüchtet. Weil diese Sorten patentfrei sind und damit für Saatgutfirmen weniger wirtschaftlich sind, sind sie in Vergessenheit geraten und heute teilweise vom Aussterben bedroht. „Vielfalt schmeckt“ möchte dazu beitragen, die Vielfalt der Nutzpflanzen und das wertvolle genetische Material zu erhalten.

Über „Vielfalt schmeckt“

„Vielfalt schmeckt“ ist ein gemeinsames Projekt von ProSpecieRara und Rinklin Naturkost für den Erhalt der Kulturpflanzenvielfalt. Ziel ist es, bedrohte traditionelle Gemüsesorten anbauen zu lassen und in Bioläden anzubieten, so dass diese durch Nutzung erhalten bleiben. Einen Kurzfilm zum Projekt mit weiteren Informationen finden Sie unter: https://www.youtube.com/watch?v=KdgftKf1f8k&feature=youtu.be und auf der Homepage von ProSpecieRara Deutschland. Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN). Ein weiterer Förderer ist die Heidehof Stiftung.

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Verschiedenes 

Frankreich verbietet „Fleischbezeichnungen“ für pflanzliche Produkte

... und Deutschland zieht nach? – Bio-Hersteller reagieren entsetzt

Veggie-Unternehmen fordern die Politik auf, endlich Verantwortung für das Erreichen der Klimaziele zu übernehmen und den Zugang zu Fleisch-, Fisch- und Milchalternativen zu vereinfachen

Augen zu und durch – da scheint sich die Politik einig zu sein. Während die Welt das größte Artensterben seit den Dinosauriern (1) erlebt, bewegt sich die Politik rückwärts: Frankreich will Begriffe wie „Tofuwürstchen“ erbieten – und Verstöße mit Strafen bis zu 300.000 Euro ahnden! Ein klarer Vorstoß der Fleisch-Lobby: Der Abgeordnete, der den entsprechenden Antrag eingebracht hat, ist selbst Rinderzüchter. (2) Etablierte Begriffe wie etwa „Steak“, „Salami“, „Saucisse“ oder „Merguez“ sollen für Veggie-Produkte verboten werden – egal, ob „végé“, vegetarisch oder ähnliche klare Kennzeichnungen den Bezeichnungen voranstehen. Auch deutsche Hersteller, die nach Frankreich exportieren, wären davon natürlich betroffen.

In Deutschland selbst arbeitet die Lebensmittelbuchkommission im Stillen an einer ähnlichen Regelung. Hintergrund für das Zusammenkommen der Kommission ist ein Antrag der CDU/CSU und SPD gemeinsam mit verschiedenen Verbänden unter anderem der Fleischindustrie und dem deutschen Bauernverband mit der Begründung, dass fleischähnliche Begriffe den Verbraucher auch dann über die Beschaffenheit täuschten, wenn die Begriffe „pfanzlich“, „vegan“ oder „vegetarisch“ vorangestellt seien. Eine repräsentative Umfrage (3) des Verbraucherzentrale Bundesverbandes e.V. zeigt jedoch, dass sich nur 4 Prozent der Befragten jemals vergriffen haben, also schon einmal versehentlich statt eines tierischen ein pflanzliches Lebensmittel gekauft haben – oder umgekehrt. Die Gesellschaft für deutsche Sprache meint zur Debatte: „Als Fazit könnte man sogar anführen, dass die Spezifizierung ‚vegane‘ Wurst nicht zur Irreführung, sondern im Gegenteil zur Klarstellung dient [...] Um kenntlich zu machen, welchen Geschmack der Verbraucher erwarten darf, helfen die ergänzten Originalbezeichnungen: Wer etwa vegane Leberwurst kauft, kann somit davon ausgehen, dass der Geschmack dem von ‚echter‘ Leberwurst nahekommt – das Attribut verweist jedoch unmissverständlich darauf, dass die Inhaltsstoffe frei von tierischen Produkten sind.“ (4) Die gängige Praxis, pflanzliche Alternativprodukte mit Begriffen, die herkömmlich für tierische Produkte genutzt werden, zu kennzeichnen, führt also nicht zu Fehlkäufen oder Irreführungen, sondern dient im Gegenteil zur Klarstellung.

Matthias Beuger, Geschäftsführer von Vegorganic e.V., weist darauf hin, dass die Massentierhaltung durch die Erzeugung klimaschädlicher Treibhausgase massiv zur globalen Erwärmung beiträgt – ungebremst würde dies zwangsläufig in die Klimakatastrophe führen. Experten stellen schon lange heraus, dass die Erderwärmung nicht zu begrenzen ist, wenn die Fleisch- und Milchproduktion sowie der Konsum dieser Produkte nicht eingedämmt werden kann. Hinsichtlich des Klimawandels stellte eine Studie der Vereinten Nationen bereits im Jahr 2010 fest: „Eine wirkliche Verringerung der Auswirkungen wäre nur mit einer grundsätzlichen, weltweiten Ernährungsumstellung möglich, weg von Tierprodukten.“ (5) Laut einer aktuellen Studie der Heinrich-Böll-Stiftung (6) produzieren die 20 größten Milch- und Fleischkonzerne der Welt mehr klimaschädliche Treibhausgase als die Gesamtbevölkerung der Bundesrepublik Deutschland.

„Der Umstieg auf eine überwiegend pflanzliche Ernährung bietet neben effektivem Klimaschutz auch gesundheitliche Vorteile und kann das Gesundheitssystem entlasten“, meint der Ernährungswissenschaftler Prof. Dr. Markus Keller von der Fachhochschule des Mittelstands. So zeigen die vorliegenden epidemiologischen Studien, dass Vegetarier und Veganer ein verringertes Risiko für ernährungsmitbedingte Erkrankungen wie Übergewicht, Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufweisen. „Der aktuelle Fleisch- und Wurstkonsum ist in praktisch allen Ländern Europas zu hoch. Gesetzesvorhaben wie die in Frankreich schützen Bereiche des Lebensmittelmarktes, die aus ernährungsphysiologischer Sicht nicht mehr gefördert werden dürften.“

Gemeinsam mit vielen großen Unternehmen aus der Bio-Branche wie Govinda, Vitam, Topas, Purvegan, Happy Cheeze und Taifun Tofu fordert der Verein Vegorganic die Politik auf, sofortige Maßnahmen für einen Umstieg auf ökologische Landwirtschaft und die Förderung pflanzlicher Ernährungsstile zu ergreifen. Das Bestreben der Deutschen Lebensmittelbuchkommission, die Vermarktung pflanzlicher Alternativen zu erschweren, muss eingestellt werden! Gefordert wird außerdem eine verbraucherfreundliche Kennzeichnung auch im bereits beschränkten Bereich von Milch- und Käsealternativen, wie zum Beispiel die Zulassung von Bezeichnungen wie „Cashew-Käse“ und „Sojamilch“!


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1 http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/tiere/wwf-das-groesste-artensterben-seit-dem-ende-der-dinosaurier-15359814.html.

2 https://ze.tt/bis-zu-300-000-euro-strafe-frankreich-verbietet-begriffe-wie-tofuwuerstchen/.

3 https://www.vzbv.de/2017/02/15/meinungen_zur_kennzeichnung_von_lebensmitteln_080615.pdf

4 https://gfds.de/es-geht-um-die-wurst/.

5 „A substantial reduction of impacts would only be possible with a substantial worldwide diet change, away from animal
products“ (UNEP: Assessing the Environmental Impact of Consumption and Production. Priority Products and Materials, 2010, S.
82); mehr Daten und Fakten zum Thema: http://www.wheaty.com/de-alt/futurefood/teil-1/.

6 https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/massentierhaltung/massentierhaltung_fleischatlas_2018.pdf
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Verschiedenes 

Erstes Mieterstromprojekt in Freiburg nach dem neuen Mieterstromgesetz

Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft

Die Zusammenarbeit von Wohnprojekten und Wohnungsgenossenschaften*¹ mit Energiegenossenschaften fördert ein Wiederaufleben der dezentralen Energiewende. In Freiburg zeigen das Wohnprojekt schwereLos aus dem Verbund des Mietshäuser Syndikats und die Solar-Bürger-Genossenschaft in einem Pilotprojekt, wie das zum Nutzen beider geht.

Die 2006 in Freiburg gegründete Solar-Bürger-Genossenschaft gehört zu den drei ersten neuen Energieproduktionsgenossenschaften in Deutschland. Mit rund 200 Mitgliedern ist sie eine kleine bis mittelgroße Energiegenossenschaft. Die Mitglieder haben knapp 2.300 Anteile zu je 100 Euro gezeichnet. Die Genossenschaft betreibt acht Solarstromanlagen und ein Blockheizkraftwerk mit einer installierten Leistung von zusammen 693 kW und einem Jahresertrag von ca. 710 MWh. Ziel ist es, die dezentrale Energiewende in Bürgerhand aktiv durch soziale und technische Innovationen wie Mieterstromprojekte*² und Bürger-Öko-Strom zu fördern.

Aktiv bei Mieterstromprojekten

Erstes Mieterstromprojekt der Solar-Bürger-Genossenschaft ist ein BHKW-Projekt. Strom und Wärme werden in einem Mehrfamilienhaus mit 46 Wohneinheiten in Gundelfingen erzeugt und dort an die Bewohner geliefert. Die Inbetriebnahme des 16-kW-Blockheizkraftwerkes mit Installationskosten von ca. 70.000 Euro erfolgte Ende 2013. Es erzeugt 70.000 Kilowattstunden Strom im Jahr. Der wird für die beteiligten Wohnungseigentümer oder ihre Mieter etwas preiswerter als vom lokalen, sehr kooperativ agierenden Energieversorger angeboten.

Ende November 2017 wurde ein Mieterstromprojekt mit Solarstrom unter den Konditionen des Mieterstromgesetzes installiert. Partner ist das Wohnprojekt schwereLos GmbH des Mietshäuser Syndikats, ein Projekteverbund von 125 Hausprojekten, die autonom organisiert sind. Die Mitglieder besitzen ihre Immobilie rechtlich selbstständig mit einem eigenen Unternehmen, können diese aber nicht am Markt verkaufen.

Die sozialpolitische Ausrichtung von schwereLos beeindruckt. Ein großer Teil des Wohnraums gilt Gruppen, denen auf dem freien Wohnungsmarkt Vorurteile begegnen: Es gibt eine große Wohnung für eine Flüchtlingsfamilie und zwei kleinere für Menschen, die von der „Freiburger Hilfsgemeinschaft e.V.“ und von „FreiRaum - Hilfen für Frauen in Wohnungsnot“ betreut werden. Es sind 19 Wohnungen auf 1.700 m², 13 davon nach dem Landeswohnraumförderprogramm*³. Jetzt Im Mai 2018 ziehen die ersten Mieter ein. Insgesamt werden hier etwa 60 Menschen Platz finden. Vorgabengemäß wird eine Kita auf 580 m² von der örtlichen Diakonie betrieben werden. Im Erdgeschoss entsteht ein Gemeinschaftsraum auch für andere Bewohner des neuen Stadtteils.

Ausrichtung an den Eigenverbrauch

Eine Energieversorgung mit einem BHKW konnte nicht umgesetzt werden, da mit der Baugenehmigung ein Zwangsanschluss an ein Fernwärmenetz verbunden war. So erfolgt ein Teil der Ökostromversorgung nun über Photovoltaik, installiert auf dem Dach des Wohnprojekts. In Betrieb genommen wurden im September 2017 circa 27 kWp mit Ost-West-Aufstellung und 10° Neigung. So wird die Dachfläche besser ausgenutzt als bei Südausrichtung und es gibt abends und morgens, zu den üblichen Nutzungszeiten im Wohngebäude, auch etwas länger Strom von der Solaranlage. Weil die Ertragskurve über den Tag etwas flacher verläuft, entlastet diese Aufständerung auch die Netze mittags ein wenig. Die Solarausbeute wäre bei Südausrichtung höher. Installiert wurde auf einem Flachdach mit Extensivbegrünung*4. Das Gestell steht frei auf der Substratoberfläche*5, ohne Dachdurchdringung und Kontakt zur Dachhaut. Da es ein Neubau ist, konnte das Solarkabel vom Solarmodul zum Wechselrichter in den Versorgungsschacht im Haus mitverlegt werden. Auch der Netzanschluss ist im vorhandenen Zählerschrank eingebaut. Dort ist Platz für Sicherungsautomaten und den Zweirichtungszähler*6.

Aktuelles Mieterstromgesetz genutzt

Das Mieterstromgesetz sieht vor, dass jeder Bewohner den Energieversorger selbst wählen kann. Das Wohnprojekt von schwereLos hat genossenschaftlichen Charakter. So versteht sich die Suche nach dezentralen, umweltfreundlichen Lösungen von selbst. Entsprechend entschieden sich die Bewohner in der Bauplanungsgruppe für eine gemeinsame Ökostromversorgung durch die Solar-Bürger-Genossenschaft.

Die tritt als Gesamtversorger auf und bezieht den Reststrom über ihren Kooperationspartner, die Bürgerwerke eG, eine Sekundärgenossenschaft von über 80 dezentral agierenden Energiegenossenschaften. Für den Vorstand der Solar-Bürger-Genossenschaft ist die Zusammenarbeit mit schwereLos “der Beginn einer wunderbaren Freundschaft“, die sich in weiteren Kooperationen fortsetzen soll.

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*¹ Was ist eine Genossenschaft?
Eine Genossenschaft ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung von nicht geschlossener Mitgliederzahl, deren Zweck darauf gerichtet ist, zum Wohle ihrer Mitglieder zu agieren. Sie ist demokratisch organisiert, indem jedes Mitglied unabhängig von seinen Anteilen nur über eine Stimme verfügt. Gründungsvoraussetzungen sind mindestens drei Mitglieder und die Festlegung einer Satzung.

*² Was ist Mieterstrom?
Mieterstrom ist lokal produzierter Strom, der Mietern angeboten wird. Er muss in unmittelbarer räumlicher Nähe zum Mietobjekt produziert werden und darf die öffentlichen Netze nicht nutzen. Durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz von 2016 wird seit 2017 ein Zuschuss für Mieterstrom gezahlt.

*³ Was ist das Landeswohnraumförderprogramm?
Es fördert Bau, Erwerb und Ersatzneubau von Mietwohnungen und ist die einzige öffentliche Förderung des sozialen Mietwohnungsbaus.

*4 Was ist Extensivbegrünung?
Der Begriff kommt aus der Landwirtschaft und meint die Begrünung großer Flächen mit geringem Aufwand, beispielsweise mit Moosen.

*5 Was ist ein Substrat?
Ein Substrat ist das Grundmaterial, das den Boden bildet.

*6 Was ist ein Zweirichtungszähler?
Das ist ein Stromzähler, der in das Netz eingespeisten und vom Netz bezogenen Strom zählt.





Verschiedenes 

Bündnis gegen Aufweichung der Wasserrahmenrichtlinie

Umweltverbände engagieren sich gemeinsam für gutes Wasser

Berlin, 31.05.2018 - Knapp 92 Prozent der deutschen Oberflächengewässer verfehlen derzeit die ökologischen Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie – denn die typische Vielfalt von Tieren und Pflanzen fehlt oder ist verändert. Europaweit festgelegte Grenzwerte für besonders giftige und schlecht abbaubare Chemikalien werden zudem in praktisch allen Gewässern überschritten.

Aus diesem Grund engagieren sich BUND, DNR, NABU, GRÜNE LIGA und WWF gemeinschaftlich, um den Zielen der Wasserrahmenrichtlinie endlich die politische Priorität einzuräumen, die ihnen gebührt. Finger weg von der Wasserrahmenrichtlinie, lautet die klare Botschaft der vier Umweltverbände und des Dachverbandes DNR. Die Verbände sind Teil der „Living Rivers Europe“-Koalition, die die europäischen Dachorganisationen der fünf Organisationen ins Leben gerufen haben.

Ziel der europäischen Wasserrahmenrichtlinie ist es, Flüsse, Seen, Küstengewässer und Grundwasserressourcen vor einer weiteren Verschlechterung zu schützen und die Ressource Wasser zu bewahren. Die Richtlinie wurde im Jahr 2000 von den EU-Mitgliedsstaaten verabschiedet. Sie schreibt vor, dass die europäischen Gewässer bis spätestens 2027 einen „guten“ ökologischen und chemischen Zustand erreichen müssen. Nun – 18 Jahre nach Inkrafttreten – soll die Richtlinie auf den Prüfstand. Es drohen Fristverlängerungen und Aufweichungen.

„Die Wasserrahmenrichtlinie mit ihren ambitionierten Umweltzielen und dem wegweisenden Politikansatz über nationale Grenzen hinweg ist weltweit ein Modell für eine zukunftsweisende Gewässerpolitik. Umso mehr steht jetzt auf dem Spiel. Die angestrebte und dringend nötige Verbesserung der Gewässerqualität bis 2027 droht sprichwörtlich ins Wasser zu fallen. Und erneut könnte ein starkes Gesetz für den Umweltschutz weichgespült werden“, kommentiert Dr. Diana Pretzell, Leiterin Naturschutz WWF Deutschland.

„Wer die strengen Schutzziele der Wasserrahmenrichtlinie in Frage stellt und weitere Ausnahmen fordert, verkennt den dramatischen Rückgang der typischen Tier- und Pflanzenarten in unseren Flüssen, Seen und Küstengewässern. Außerdem setzt er die lebensnotwendige Ressource Wasser leichtfertig aufs Spiel. Schifffahrt, industrielle Landwirtschaft und Kohlebergbau beeinträchtigen unsere Gewässer massiv, die Unternehmen müssen aber nicht für Schäden aufkommen. Diesem Vorgehen muss die Bundesregierung einen Riegel vorschieben und sich auch auf europäischer Ebene für den Erhalt der Wasserrahmenrichtlinie einsetzen“, fordert Olaf Tschimpke, Präsident des NABU.

„Unser wichtigstes Lebensmittel ist keine Verhandlungssache. Es kann nicht sein, dass die seit 18 Jahren verschleppte Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie sogar noch belohnt wird, indem Ziele einfach verwässert oder umdatiert werden. Bundesregierung und Bundesländer haben noch acht Jahre Zeit, alles daran zu setzen, die Ziele doch noch zu erreichen. Dafür braucht es den politischen Willen der Regierungen und keinen Aufschub“, ergänzt Sebastian Schönauer, Präsidiumsmitglied des Deutschen Naturschutzrings (DNR).

„Es braucht ein sofortiges Aktionsprogramm für unsere Flüsse“, sagt Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). „Bisher wurden aufgrund eines Zuständigkeitskonflikts an unseren großen Flüssen und Strömen – Rhein, Donau, Weser, Elbe, Ems und Oder – kaum Maßnahmen ergriffen. Wir fordern eine sofortige Klärung zwischen Bund und Ländern. Um die verlorenen Jahre aufzuholen müssen extra Geld- und Personalmittel zur Verfügung gestellt werden.“

Eine Hauptursache der bisherigen Zielverfehlung ist die mangelnde Integration der Gewässerschutzziele in andere Politikbereiche. „Die Umweltziele der Wasserrahmenrichtlinie müssen als zwingend zu beachtende Vorgaben in die Politikbereiche Landwirtschaft, Energie und Bergbau integriert werden. Dazu gehört, die Gülle-Verschmutzung wirksamer als bisher einzudämmen, die Förderpraxis für erneuerbare Energien auf den Prüfstand zu stellen und die Umweltkosten des Bergbaus zu internalisieren. Auch bei der Durchgängigkeit der Bundeswasserstraßen gibt es erhebliche Rückstände in der Maßnahmenumsetzung stellt“, Michael Bender, Leiter der GRÜNE LIGA Bundeskontaktstelle Wasser klar.

Zentrale Forderungen der fünf Umweltverbände

Viele Gewässer in Deutschland sind in einem schlechten Zustand und die Politik investiert nicht genug in ihre Genesung. Statt einer als Aufweichung getarnten Überarbeitung braucht es mehr Geld, mehr Personal und den politischen Willen, die praktische Umsetzung vor Ort bis 2027 angemessen durchzusetzen und auf Verstöße etwa durch Industrie oder Landwirtschaft zu reagieren.

Wer jetzt die Wasserrahmenrichtlinie ändern will, der spielt mit dem Zustand unserer Gewässer – und der Ökosysteme, die davon abhängig sind. Die Folgen wären weitreichend und verheerend. Gemeinsam setzt sich die „Living Rivers Europe-Koalition“ deshalb dafür ein, unser Wasser von der Krankenstation zu holen und die Wasserrahmenrichtlinie nach knapp 20 Jahren endlich konsequent umzusetzen.

Das Eckpunktepapier mit den Forderungen der Verbände steht online zur Verfügung ...

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Verschiedenes 

Pro Jahr 105.500 Tonnen Plastikmüll für Einweg-Geschirr und To-Go-Verpackungen

Pro Jahr 105.500 Tonnen Plastikmüll für Einweg-Geschirr und To-Go-Verpackungen
Clean-up am Strand / Foto: NABU/ Felix Paulin

Miller: Die Vorschläge der EU-Kommission für weniger Einwegplastik reichen nicht aus

Berlin/Brüssel – Anlässlich der heute vorgelegten Vorschläge der EU-Kommission zur Verringerung des Einsatzes von Einweg-Plastik, veröffentlicht der NABU erstmals Zahlen zum Verbrauch von Kunststoff für Einweggeschirr, Einwegbesteck und To-Go-Verpackungen in Deutschland. Laut Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM), die die Daten im Auftrag des NABU erhoben hat, wurden dafür 2017 in Deutschland 105.524 Tonnen Kunststoff verbraucht.

Einweg-Plastik wird zum immer größeren Umweltproblem, insbesondere im Meer. Fast jeder an der Nordseeküste angespülte Eissturmvogel hat heute Plastik im Magen. Vor diesem Hintergrund will die Europäische Kommission den Einsatz von Einweg-Plastik deutlich verringern.

„Der NABU begrüßt, dass die EU-Kommission das Problem Einweg-Kunststoff mit einer speziellen Richtlinie angehen und auch entsprechende Verbote vorschlägt. Allerdings birgt der vorliegende Vorschlag die Gefahr, dass von Einweg-Kunststoff auf Einweg-Papier oder Holz umgestiegen wird statt auf Mehrweg und entsprechende Pfandsysteme. Aus der Debatte um die Plastiktüte haben wir gelernt, dass Einwegprodukte aus Papier nicht umweltfreundlicher sind. Mehrweg - auch aus Kunststoff - ist für Trinkgefäße, Geschirr und Besteck ökologisch die bessere Alternative als Papier-Einweg“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Auch müsse die EU-Kommission Verlagerungseffekten vorbeugen, damit beispielsweise nicht einfach von zukünftig verbotenen Plastiktellern auf materialintensivere To-Go-Einwegverpackungen umgestellt wird, die nicht verboten werden sollen.

„Kunden müssen überall die Möglichkeit bekommen, eigene Becher und Gefäße mitbringen zu können, und es müssen finanzielle Anreize entwickelt werden, damit Imbisse und Cafés eigene Mehrweg-Pfandsysteme für To-Go anbieten“, so Miller. Auch sei die Abschaffung des vergünstigten Mehrwertsteuersatzes für To-Go-Speisen und Milchgetränke überfällig.

„Wir brauchen auch ein Mehrweg-Gebot, wenn vor Ort konsumiert wird, denn Einweggeschirr wird leider auch immer öfter in Cafés und Schnellrestaurants, Bürogebäuden und Kantinen oder auf Messen und bei Sportveranstaltungen genutzt. Bundesländer und Kommunen sollten verpflichtet werden, Mehrweg bei Veranstaltungen im öffentlichen Raum und bei Auftragsvergaben in ihre Auflagen mit einzubeziehen“, fordert Katharina Istel, NABU-Expertin für nachhaltigen Konsum. Die Verpackungsflut im Einzel- und Versandhandel zeige, dass Europa erst am Anfang mit seinen Ideen zur Abfallvermeidung stehe. In der Öffentlichkeit dürfe jetzt nicht der Eindruck entstehen, mit der Initiative der EU seien die Umweltprobleme durch Kunststoff gelöst.

So orientiert sich der Vorschlag der EU-Kommission für Verbote ausgewählter Produkte an Fundstücken die häufig bei Strandmüllmonitorings gefunden werden. Die von der EU getroffene Auswahl steht für den NABU allerdings nur exemplarisch für die Bedrohung der Meere durch die Plastikmüllverschmutzung. NABU-Bundesgeschäftsführer Miller: „Ein Verbot von einigen wenigen Produkten kann nur ein erster Schritt in Richtung saubere Meere sein.“

Hintergrund
Die EU-Kommission hat heute im Rahmen ihrer Ende 2017 veröffentlichten EU-Plastikstrategie einen Richtlinien-Entwurf zur Reduzierung von Einweg-Plastik veröffentlicht. Mit der EU-Plastikstrategie soll auch das Ziel der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie unterstützt werden, einen guten Umweltzustand der europäischen Meere zu erreichen.
Darin gibt es unterschiedliche Herangehensweisen für verschiedene Einwegprodukte und To-Go-Verpackungen. So schlägt die Kommission ein Verbot von Strohhalmen, Plastikbesteck und Plastiktellern sowie Wattestäbchen und Luftballonstöcken vor. Für andere To-Go-Verpackungen fordert die Kommission lediglich präventive Maßnahmen und eine stärkere Produzentenverantwortung zur Reduktion.
Umweltprobleme verursacht Einweg-Plastik nicht nur, weil Erdöl und Erdgas bei Produktion und Transport verbraucht werden und auch bei der Müllverbrennung klimaschädliches CO2 entsteht. Ein besonderes Anliegen der EU-Kommission ist der Schutz der marinen Umwelt, weil Kunststoffmüll immer öfter in der Natur, insbesondere in Flüssen und Meeren zu finden ist. Er zersetzt sich jahrzehntelang in kleinere Partikel und ist für marine Lebewesen eine Bedrohung, wenn er mit natürlicher Nahrung verwechselt wird oder sich Tiere in Müllteilen strangulieren.

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Veranstaltungen 

Fotowettbewerb #GrünerSüden

Fotowettbewerb #GrünerSüden
Familienwanderung mit Forscherrucksack © Stadt Schramberg

Naturliebhaber aufgepasst: Postet eure schönste Naturaufnahme aus Baden-Württemberg auf Instagram und Facebook und gewinnt

- eine Übernachtung für 2 Personen in der Pension „Haus im Donautal“ (inkl. Donauwelle und Kaffee) im Wanderparadies Donaubergland
- 2 Wanderrucksäcke von Deuter im Schwarzwald-Look
- 2 x 2 Übernachtungen in den Trekkingcamps im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord
- 2 Jahresabos des Outdoor-Magazins

Macht mit: Einfach eine Naturlandschafts- bzw. Naturaufnahme aus Baden-Württemberg mit dem Hashtag #GrünerSüden posten und beschreiben, wo dieses Bild entstanden ist. Mit der Verwendung des Hashtags stimmt ihr den Teilnahmebedingungen zu: http://bit.ly/GrünerSüden

Die Siegerbilder werden im Baden-Württemberg Spezial in der September-Ausgabe (2018) des Outdoor-Magazins veröffentlicht.

Teilnahmeschluss ist der 6. Juni 2018

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Viel Spaß beim Fotografieren und viel Glück!

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Veranstaltungen 

Karlsruhe: Offene Pforte: Sommerdüfte und grüne Idylle

Durlach, Grötzingen und Neureut locken mit privatem Grün

Einblicke in schöne Privatgärten können Pflanzenfreunde und Blumenliebhaber im Rahmen der offenen Pforte wieder am 26. und 27. Mai genießen.

In Grötzingen wartet Im Brühl 6 am 26. Mai von 10 bis 17 Uhr ein etwa 700 Quadratmeter großer Hausgarten mit einem großen Teich. Ein reiches Frosch- und Fischleben, ein malerischer Bach, japanische Steinleuchten, immergrüne Magnolien, Essigbaum und Pfingstrosen umrahmen die Idylle am Rande der Aussiedlerhöfe.

Ebenfalls am Samstag, 26. Mai, öffnet in der Kleingartenanlage Durlach-Süd die Parzelle 44 ihre Tore von 14 bis 17 Uhr. Hier warten mehr als 100 Pfingstrosenstauden, französische Züchtungen aus dem 19. Jahrhundert, auf die Besucher.

Am 26. und 27. Mai – sowie noch einmal am 22. und 23. September – steht in der Durlacher Weiherstraße ein Sommeratelier im Garten offen. Über den Stichweg zwischen den Häusern der Weiherstraße 12 und 13 gelangen Blumenliebhaber jeweils von 11 bis 18 Uhr in einen 350 Quadratmeter großen Garten, in dem neben Obst und Kräutern die Farbe der Staudenblüten im Vordergrund steht.

Aus dem Dornröschenschlaf erweckt wurde der Garten in der Neureuter Gildestraße 1e, der Besuchern am Sonntag, 27. Mai, von 13 bis 18 Uhr offen steht. Beherrscht vom Duft einer Glyzinie verströmt der 600 Quadratmeter große Hausgarten auch das Aroma von Flieder, Jasmin und Wildem Wein.

Entfallen muss der geplante Termin am 27. Mai in der Beiertheimer Allee 46. Die "Villa Rosa" bleibt geschlossen.

Details zu allen Gärten und Terminen gibt es auch online ...

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Verschiedenes 

NABU: Von wegen Unkraut - Wildkräuter helfen bei vielen Beschwerden

NABU: Von wegen Unkraut - Wildkräuter helfen bei vielen Beschwerden
Löwenzahn im Straßenpflaster / Foto: NABU, Helge May

Naturschutz/Garten (zum Tag der biologischen Vielfalt, 22. Mai)

Brennnessel, Spitzwegerich und Co. wurden viele Jahrhunderte als Heilpflanzen genutzt

Berlin – Wildkräuter, die Hobbygärtnern oft als „Unkraut“ ein Dorn im Auge sind, wurden Jahrhunderte lang als Heilpflanzen genutzt und geschätzt. Der NABU möchte anlässlich des Tags der biologischen Vielfalt dieses fast vergessene Wissen wieder ins Bewusstsein bringen.

„Unkraut wird zu Unrecht so genannt, denn Wildkräuter sind besonders wichtig für Insekten und andere Tiere – und viele haben Heilwirkungen für den Menschen“, sagt NABU-Gartenexpertin Marja Rottleb. „Leider ist das Wissen darüber in großen Teilen der Bevölkerung verloren gegangen. Unsere Großeltern wussten noch, wie sie die Kräuter in Küche und Hausapotheke einsetzen konnten.“

So wird beispielsweise der Löwenzahn seit Jahrhunderten als Heilkraut genutzt. Durch seinen hohen Vitamingehalt, beispielsweise Vitamin A, C und K, aber auch dank der enthaltenen Bitterstoffe wirkt er positiv auf den menschlichen Körper. Eine Frühjahrskur mit frischen jungen Blättern wirkt Wunder bei Frühjahrsmüdigkeit, und nicht nur Galle und Leber, sondern auch der Darm und der Blutzuckerspiegel werden ausgeglichen.
Die Brennnessel kann mehr als bei Berührung brennende Quaddeln auf der Haut zu hinterlassen. Ihr Vitamingehalt ist wesentlich höher als der eines Kopfsalates, sie enthält Karotinoide, Kalium, Kalzium, Eisen und Chlorophyll. Dieser hohe Nährstoff- und Vitamingehalt machen die Brennnessel zu einem wahren Wundermittel. Sie wirkt stark harntreibend und blutreinigend. Auch die Samen sind essbar. Sie werden in vielen Kulturen als Aphrodisiakum eingesetzt. „Insekten und Vögel fliegen total auf die Brennnessel“, so Marja Rottleb. „Die Brennnessel ist Raupenfutterpflanze für mehr als dreißig heimische Falterarten, darunter Tagpfauenauge, Distelfalter und Admiral. Es lohnt sich also in jedem Fall, eine Brennnesselecke im Garten zu belassen, sei es als Superfood-Quelle oder Insektenbuffet.“

Die Blätter des Spitzwegerichs – auch König des Wegesrands genannt – hilft bei vielen Beschwerden. „Bei Mückenstichen verschafft es Linderung zerdrückte Blätter auf dem Stich zu verreiben“, so die NABU-Gartenexpertin. Spitzwegerich enthält Stoffe, die eine antibakterielle Wirkung haben, sowie Schleimstoffe, die reizmildernde Effekte besitzen. Sie bilden eine Art schützenden Film über die Schleimhaut in Mund und Rachen. „Damit kann der Spitzwegerich lästigen Hustenreiz mindern“, so Marja Rottleb.

Ein Tausendsassa unter den Wildkräutern ist der Afrikanische Beifuß – heimisch im Osten und Süden Afrikas von Äthiopien bis nach Südafrika. Die Pflanze kann zur Behandlung von Husten- und Fiebersymptomen eingesetzt werden, aber auch bei Magenschmerzen und Nierenleiden. Der Saft der zerstampften Beifußblätter wird mit heißem Wasser zu einem Tee aufgegossen und dann getrunken oder inhaliert. Der NABU baut Afrikanischen Beifuß und andere heilende Pflanzen im Kafa-Medizinalgarten in Südwest-Äthiopien an und bietet der lokalen Bevölkerung Führungen und Weiterbildungen für Kräuterzucht an. „Denn auch in Äthiopien geht das Wissen um Kräuter und ihre heilende Wirkung sukzessive verloren. Auch dort möchten wir diese Pflanzenarten erhalten und wertvolles Wissen um natürliche Heilung pflegen und weitergeben“, sagt die NABU-Afrikaprogramm-Leiterin Svane Bender.

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