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Verschiedenes 

Freiburger Abfallbilanz: Am wenigsten Müll im Land

Erneut Spitzenreiter in Baden-Württemberg

Freiburg ist Spitzenreiter. Zumindest wenn es um die Müllvermeidung geht. Mit einer Abfallmenge von 108 Kilogramm (2016: 109 Kilogramm) Rest- und Sperrmüll pro Person liegt die Stadt an erster Stelle unter den kreisfreien Großstädten in Baden-Württemberg. Damit produzieren die Freiburgerinnen und Freiburger weniger Abfall als ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger im Land. Der Mittelwert in Baden-Württemberg liegt bei 139 Kilogramm pro Person.

Diese Zahlen veröffentlichte das baden-württembergische Umweltministerium Baden-Württemberg Ende Juli. Umweltbürgermeisterin Gerda Stuchlik zeigt sich erfreut über das erneut gute Ergebnis und sieht darin eine Bestätigung des Freiburger Abfallgebührensystems, bei dem sich die Kosten nach Haushaltsgröße und Restmüllmenge richten und damit Abfallvermeidung belohnt wird. „Nicht zuletzt ist dies auch ein großer Erfolg der Bürgerinnen und Bürger, denen ich dafür herzlich danken möchte“, betont Stuchlik.

Ein fester Bestandteil des Freiburger Abfallwirtschaftskonzeptes ist die separate Erfassung und Verwertung von Bioabfällen. Die bundesweite Pflicht besteht nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz erst seit dem 1. Januar 2015. Die Freiburger Haushalte sammeln diese werthaltigen organischen Abfälle bereits seit 1997! Rund 15.460 Tonnen Bioabfälle wurden 2017 in der Bioabfallvergärungsanlage Reterra angeliefert und konnten energetisch genutzt und zu Kompost weiterverarbeitet werden. Mit einer Pro-Kopf-Menge von 68 Kilogramm rangiert Freiburg damit ebenfalls auf dem ersten Tabellenplatz unter den kreisfreien Großstädten und sammelte pro Kopf 36 Prozent mehr Bioabfall als der Landesdurchschnitt mit 50 Kilogramm. Das Land will die Sammelmenge bis 2020 auf jährlich 60 Kilogramm pro Einwohner steigern - Freiburg erfüllt dieses Ziel bereits seit vielen Jahren.

Mit insgesamt rund 19.060 Tonnen Altpapier sammeln die Freiburgerinnen und Freiburger in 2017 pro Kopf 84 Kilogramm und somit rund 9 Prozent mehr als der Landesdurchschnitt. Die Altglasmenge rangiert mit rund 6.450 Tonnen und 28 Kilogramm pro Einwohner ebenfalls rund 13 Prozent über dem Durchschnitt in Baden-Württemberg.

In der Abfallbilanz sind auch die im gelben Sack erfassten Verpackungsabfälle enthalten. Dieses Material wird von der privaten Entsorgungswirtschaft eingesammelt und verwertet, doch nicht über die kommunale Abfallgebühr finanziert. Rund 5.400 Tonnen machte das Gesamtgewicht der 2017 in Freiburg eingesammelten gelben Säcke aus, das entspricht 24 Kilogramm pro Einwohner. Der Landesdurchschnitt beträgt 31 Kilogramm pro Kopf und dieser Vergleich zeigt deutlich, dass die Freiburgerinnen und Freiburger offenbar sparsamer im Gebrauch von Einwegverpackungen ist als die Mehrzahl der Konsumenten im Land.

Zusätzlich stehen den Freiburgern drei städtische Recyclinghöfe, ein Netz von Altglas- und Grünschnittcontainern und die seit 2013 im Stadtgebiet aufgestellten Wertstoffinseln zur Verfügung. Hier können neben Altglas und Altkleidern auch Elektrokleingeräte und Metallschrott abgegeben werden. Diese dezentralen Entsorgungsmöglichkeiten erleichtern den Bürgerinnen und Bürgern die Abfalltrennung und führen noch mehr verwertbaren Abfall in den Wertstoffkreislauf zurück.

Setzt man die nicht fürs Recycling geeigneten Abfälle wie Rest- und Sperrmüll mit den Abfällen zur Verwertung wie Bioabfall, Altpapier oder Glas ins Verhältnis, erhält man die Recyclingquote. Diese konnte mit 67 Prozent nahezu auf dem überdurchschnittlichen Vorjahresniveau gehalten werden. Im Vergleich dazu liegt der Landesschnitt bei 51 Prozent.








Verschiedenes 

Grünkohl vor dem Vergessen retten!

Grünkohl vor dem Vergessen retten!
Lippische Palme (c) Landschaftsverband Westfalen-Lippe

Mit der ostwestfälischen "Lippischen Palme" wird erstmals eine regionale Grünkohlvariante in die "Arche des Geschmacks" von Slow Food Deutschland aufgenommen.
Mit der Aufnahme der Lippischen Palme als 71. Arche-Passagier möchte Slow Food den Fortbestand dieses Grünkohls sichern, indem mehr Menschen ihn wieder zu schätzen wissen, nachfragen und auch selber anbauen. Die regionale Slow-Food-Gruppe "Südlicher Teutoburger Wald" bringt die Besucher des "Freilichtgenusses" im LWL-Freilichtmuseum Detmold am 1. und 2. September auf den Geschmack des neuen Passagiers.

Als "heimisches Superfood" wiederentdeckt, erfreut sich Grünkohl schon seit geraumer Zeit großer Beliebtheit. Er ist vom Speiseplan bewusst lebender Menschen kaum mehr wegzudenken, als Smoothie-Zutat ist er unentbehrlich. Da aber die meisten Verbraucher nicht um die Grünkohlvielfalt in Deutschland wissen und entsprechend nicht nachfragen, rettet die allgemeine Popularität des Grünkohls regionale Sorten wie die "Lippische Palme" nicht vor dem Verschwinden. "Das Überleben eines Trend-Gemüses wie Grünkohl zu sichern, hat eine gewisse Ironie. Es zeigt aber ,wunderbar' die Doppelmoral unseres Lebensmittelsystems sowie den Nachholbedarf an Verbraucheraufklärung. Denn die Industrie bedient natürlich den Grünkohlbedarf und schreibt sich dabei Regionalität auf die Fahnen. Am Ende aber fördert sie nur die Pflanzen, die mit möglichst wenig Arbeitsaufwand hohe Erträge bringen. Da scheidet die Lippische Palme aus. Mit echter Regionalität hat das nichts zu tun", erklärt Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland e. V. Erst wenn Verbraucher über das Gemüseangebot konventioneller Supermärkte hinausschauen, erblicken sie den wahren Fundus ihrer Region, die Geschmacksvielfalt sowie ihr kulturelles Gut, so Hudson.

Für die Region Ostwestfalen-Lippe war die Lippische Palme identitätsstiftend und blickt als Gemüse- und Futterpflanze auf eine fast 400-jährige Tradition. Die Kultur des Braunkohlessens war in der Region weit verbreitet. Heute hingegen finden die "traditionellen" Grünkohlessen mit anderen Varianten statt. Das, so das Ziel von Slow Food Deutschland, soll sich künftig wieder ändern. Wie der Name verrät, ist die Lippische Palme eine Grünkohlvariante, die besonders hoch wächst - bis zu 1,60 Meter. Genau das gefährdet maßgeblich ihren Fortbestand. Moderne Erntemaschinen können sie nicht fassen, was sie für den gewerblichen Gemüseanbau ungeeignet macht. Dabei spricht alles für sie: Sie ist nicht nur milder im Geschmack als der klassische Grünkohl, sondern aufgrund ihres hohen Gehalts an Anthocyanen auch gesünder. Züchterisch ist sie nie bearbeitet worden, inzwischen vermehren sie nur noch wenige Kohlliebhaber in ihren Privatgärten. "Die Lippische Palme zu halten und zu vermehren ist sehr arbeitsintensiv. Die Gärtner, die das noch machen, sind Überzeugungstäter und wissen genau diesen Kohl zu schätzen. Ihre Begeisterung fasziniert mich jedes Mal aufs Neue. Doch gehören sie fast ausnahmslos der älteren Generation an. Unsere Aufgabe ist es daher, die junge Generation zu gewinnen. Unter ihnen gibt es viele, die sich dem Trend des Gärtnerns und des eigenen Gemüseanbaus verschrieben haben. Das hat Potential und wir hoffen, dass uns die Aufnahme der Lippischen Palme in die ,Arche des Geschmacks' dabei unterstützen kann", erklärt Agnes Sternschulte vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Der Verein "Alt Lemgo" hat sich seit vielen Jahren um die Erhaltung der Lippischen Palme bemüht, das LWL-Freilichtmuseum Detmold, das die Variante von einer Privatperson aus Lippe erhalten hatte, vermehrte sie über Jahre.

Für die Museumsbesucher gibt es beim FREILICHTgenuss neben der Verkostung auch die Möglichkeit, die Lippische Palme mit nach Hause zu nehmen. Die Grünkohlsorte wurde in Gläser abgefüllt und kann ab dem 1. September im Museumsshop erworben werden. Weitere Informationen zum FREILICHTgenuss finden online ...

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„Grüne Chemie – CO2 als Ressource“

Umweltministerium stellt für Studien zu biotechnologischen Verfahren zur Synthese von Rohstoff aus Kohlendioxid insgesamt 500.000 Euro zur Verfügung

„In Kohlendioxid steckt wertvoller Kohlenstoff, der beispielsweise die Basis für große Teile der modernen Chemie bildet. Die Landesregierung setzt daher in der Umweltforschung einen Schwerpunkt darauf, Kohlendioxid zu recyclen und eine Kohlenstoff-Kreislaufführung zur Erzeugung organischer Rohstoffe zu etablieren,“ erläuterte Umweltminister Franz Untersteller heute (24.08.) „Wenn dies gelingt, ist ein wesentlicher Schritt hin zu einer nachhaltigen biobasierten und bioinspirierten Wirtschaft, der Bioökonomie, geschafft.“ Davon würden sowohl die Unternehmen im Land als auch das Klima profitieren, so Untersteller weiter.

Vor diesem Hintergrund stellt das Umweltministerium insgesamt 500.000 Euro für Studien zur Verfügung, die biotechnologische Lösungen unter Ausnutzung der Lichtenergie der Sonne zur Umwandlung von Kohlendioxid in chemisch nutzbare Stoffe betrachten. Mit der Ausschreibung sollen das Potenzial biotechnologischer Verfahren zur Rohstoffsynthese aus Kohlendioxid ermittelt und Vorschläge für den Wissenstransfer, technische Umsetzungen und die Marktfähigkeit unterbreitet werden. Über die wissenschaftliche Begleitung konkreter Vorhaben sollen Chancen und Hemmnisse für die Nutzung von Kohlendioxid als Ressource bewertet werden.

„Die Ergebnisse aus den Studien werden uns helfen, unsere Landesstrategie für eine nachhaltige Bioökonomie weiterzuentwickeln und die Schwerpunkte innerhalb der Strategie zu präzisieren.“ Baden-Württemberg habe als innovationsstarkes und technologisch gut entwickeltes Land das Potenzial und auch den Anspruch, bei intelligenten, ressourcensparenden und klimaschonenden Technologien weltweit eine Vorreiterrolle zu übernehmen, sagte der Umweltminister.

Die Ausschreibung richtet sich an Hochschulen sowie außeruniversitäre Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen. Förderfähig sind auch Verbundprojekte beispielsweise mit Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, Kommunen, Landkreisen, Regionalverbänden, Zweckverbänden, Vereinen und Bürgergenossenschaften innerhalb und außerhalb Baden-Württembergs. Die Projektanträge können bis 8. Oktober 2018 beim Projektträger Karlsruhe am Karlsruher Institut für Technologie eingereicht werden.

Details zur Ausschreibung finden Sie auf der Internetseite des Umweltministeriums unter www.um.baden-wuerttemberg.de und beim Projektträger Karlsruhe (www.ptka.kit.edu/ausschreibung-CO2-biooekonomie.html).


Ergänzende Informationen:

Die baden-württembergische Landesregierung setzt auf ein nachhaltigeres, ressourcenschonenderes und treibhausgasneutrales Wirtschaftssystem und entwickelt dazu aktuell ihre „Landesstrategie für eine nachhaltige Bioökonomie“. Die dafür anstehenden Arbeiten haben sich das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft sowie das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) geteilt: Um die „Bioökonomie für den ländlichen Raum“ kümmert sich das MLR, die „Bioökonomie in industriellen und urbanen Räumen“ unter dem Motto „Plan B“ ist Aufgabe des Umweltministeriums. Ziel ist es, die Strategie im Jahr 2019 zu verabschieden.

Weitere Informationen zum Thema Bioökonomie gibt es auf der Internetseite des Umweltministeriums ...

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Veranstaltungen 

Von Münster nach Turin auf dem Lastenrad - Radeln für den Klima- & Umweltschutz

Von Münster nach Turin auf dem Lastenrad - Radeln für den Klima- & Umweltschutz
(c) privat

Slow Food Youth Aktivistin und Ökotrophologie-Studentin Julia Salomon ist eine der rund 80 deutschen Terra-Madre-Delegierten bei der internationalen Slow-Food-Veranstaltung Terra Madre Salone del Gusto in Turin vom 20. bis 24. September 2018. Der 29-jährigen liegen zukunftsfähig erzeugte Lebensmittel sowie der Klima- und Umweltschutz am Herzen. Deshalb nimmt sie nicht den Flieger nach Italien, sondern das Fahrrad: Am 24. August startet sie ihre Reise ab Münster auf dem Lastenrad, um innerhalb von 27 Tagen die insgesamt 1.110 km bis Turin zurückzulegen.

Die Art, wie wir Lebensmittel produzieren, transportieren und konsumieren, sowie die Konsumentscheidungen, die wir als Verbraucher täglich tätigen, wirken sich erheblich auf das Klima und die Umwelt aus. Das weiß auch die Slow Food Youth Aktivistin Julia Salomon, die diesen September in Turin am Terra Madre Salone del Gusto teilnimmt um sich dort für ein zukunftsfähiges Lebensmittelsystem einzusetzen. "Nicht zuletzt die Dürre und Hitzewille diesen Sommer in Europa, welche enorme Ernteausfälle und Wasserknappheit nach sich ziehen, sind nur eines der unverkennbaren Zeichen des Klimawandels. Schnelllebigkeit, alltäglicher Luxus, die Tendenz zur Verschwendung sowie die Geringschätzung wertvoller und endlicher Rohstoffe sind in unserer industrialisierten Gesellschaft allgegenwärtig. Der durch diesen Lebensstil verursachte hohe Ressourcen- und Energieverbrauch geht einher mit der immer höheren Umwelt- und Klimabelastung. Dagegen möchte ich ein klares Zeichen setzen", begründet Salomon die Wahl ihres Transportmittels nach Turin.

Sie möchte andere Menschen damit inspirieren, ihre täglichen Verhaltensmuster zu überdenken und positiv zu ändern, und so zu einer besseren Zukunft beizutragen.

27 Tage nimmt sie sich für ihre Tour Zeit, von Münster geht es über Dortmund, durch kleine Orte wie Halver, Richtung Mainz und weiter über Mannheim und Stuttgart Richtung Bodensee und über die Alpen. Sie hält damit für die Reise nach Italien ihren ökologischen Fußabdruck gering, transportiert Lebensmittel nachhaltig aus Ihrer Region und von Erzeugern, bei denen sie auf dem Weg Halt macht, und genießt die Reise ganz bewusst.

"Bei Julia ist der Weg das Ziel und das finde ich großartig. Immer mehr junge Leute beschäftigen sich mit den Themen Klima- und Umweltschutz sowie mit der Schieflage unseres Lebensmittelsystems und verändern ihr Konsumverhalten. Auf jeden einzelnen kommt es an. Mit einer solchen Aktion ist Julia Vorbild für ihre Generation und sie setzt ein politisches Signal", so Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland zu der Aktion der Slow Food Youth Aktivistin.

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Verschiedenes 

NABU: Fledermausschutz beginnt vor der Haustür

Batnight 2018: Fledermäuse kennenlernen und live erleben

Berlin/Mayen – Fledermäuse fliegen lautlos durch die Nacht und lassen sich tagsüber für gewöhnlich nicht blicken. Doch Fledermäuse sind allgegenwärtig. Sie sind Nachbar, Untermieter oder gar Mitbewohner – wenngleich auch unbemerkt. Bei der 22. Internationalen Batnight am 25. und 26. August kann man auf über 200 NABU-Veranstaltungen die Tiere erleben und mehr über ihr Leben erfahren.

Viele unserer heimischen Arten finden Quartiere an Gebäuden. Die so genannten spaltenbewohnenden Fledermäuse bewohnen Lüftungsschlitze im Mauerwerk und Fugen, sie leben hinter Fassadenplatten, in Rollladenkästen oder hinter Blechverkleidungen. Die Stadt bietet viele Möglichkeiten, Ersatz für natürliche Quartiere wie Felsspalten oder abstehende Rinde zu finden.

„Doch die unbedachte Modernisierung von Fassaden und Dächern zerstört wichtige Fledermausquartiere. Deshalb müssen frühzeitig Ersatz- oder Erhaltungsmaßnahmen geplant und an gleicher Stelle umgesetzt werden“, sagt NABU-Fledermausexperte Sebastian Kolberg.

Hauptursache für die Gefährdung der 25 heimischen Fledermausarten ist der Verlust von geeigneten Lebensräumen. Alte Bäume, die in ihren Höhlen und Ritzen Unterschlupf gewähren, verschwinden zunehmend. Fugen und Spalten an Gebäuden werden häufig ersatzlos wegsaniert. Hinzu kommt der Einsatz von Pestiziden. Diese sind eine Ursache für das Insektensterben. Pestizide zerstören somit die Nahrungsgrundlage der Fledermäuse und vergiften die Tiere über die Nahrungskette. „Negative Auswirkungen auf unsere Fledermausbestände sind daher nicht auszuschließen“, so Kolberg.

Zur NABU-Hauptveranstaltung der Batnight lädt in diesem Jahr der NABU Rheinland-Pfalz in das Mayener Grubenfeld in der Vulkaneifel ein. Höhepunkt der Veranstaltung ist, Fledermäuse in einem alten Basaltstollen live erleben zu können. Das Mayener Grubenfeld ist mit 50.000 überwinternden Fledermäusen eines der bedeutendsten Winterquartiere Mitteleuropas.

NABU-Gruppen in ganz Deutschland informieren zur Batnight über die Welt der Fledermäuse, machen bei Nachtwanderungen die lautlos fliegenden Tiere mit dem so genannten Batdetektor hörbar und erklären, was für den Erhalt ihrer Lebensräume notwendig ist.

Veranstaltet wird die Internationale Batnight von EUROBATS, dem Europäischen Büro für Fledermausschutz. In Deutschland wird sie vom NABU organisiert. Mit der Aktion soll auf die Bedrohung der Tiere aufmerksam gemacht werden. In Deutschland sind vier Arten stark gefährdet, drei sind sogar vom Aussterben bedroht. Zwölf weitere sind gefährdet, stehen auf der Vorwarnliste oder es gibt nicht genug Daten, um ihre Gefährdung genau einschätzen zu können.

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NABU: Dürre-Nothilfen notwendig – aber Umbau der Landwirtschaft muss folgen

Tschimpke: Landwirtschaft ist kaum auf Klimakrise vorbereitet

Berlin – Mit Blick auf die heute bewilligten staatlichen Dürre-Nothilfen fordert der NABU einen grundlegenden Umbau der Landwirtschaft. Gezielte Nothilfen seien angesichts des Ausmaßes der diesjährigen Ernte-Ausfälle notwendig, lösen jedoch das grundlegende Problem nicht. „Die deutsche Landwirtschaft ist nicht genug vorbereitet auf die Folgen der Klimakrise. Dieses Jahr zeigt wie verwundbar unsere Felder sind für Dürren, aber auch Hochwasser. Und Extremwetter-Ereignisse wie diese werden in Zukunft wohl weiter zunehmen“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Der NABU forderte daher Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner und Bundesfinanzminister Scholz auf, jetzt Vorsorge zu treffen für eine zunehmend heißere Zukunft. Nur so könnte vermieden werden, dass Ernte-Einbußen künftig erneut aus Steuergeldern ausgeglichen werden müssen.

„Es wäre fatal, jetzt Hunderte Millionen mit der Gießkanne über die Felder zu verteilen. Der Effekt wäre schon nach wenigen Monaten verpufft – und wer sagt, dass wir nächstes Jahr nicht wieder vor demselben Problem stehen? Die Bundesregierung muss jetzt die Wurzel des Problems anpacken: Die Landwirtschaft muss vorbereitet werden auf den Klimawandel. Sie muss widerstandsfähiger werden – und das heißt naturverträglicher und nachhaltiger“, so Tschimpke.

Dieser Sommer habe gezeigt, dass das aktuelle Förderprinzip einer immer intensiveren und hoch-spezialisierten Landwirtschaft hohes Risiko berge. Für Landwirte steigt durch den Anbau weniger Sorten die Gefahr, Komplett-Ausfälle verkraften zu müssen. Für Bund und Steuerzahler wächst das Risiko, Milliarden-Hilfen bereitstellen zu müssen. Der NABU fordert daher, beispielsweise eine bodenschonendere Landwirtschaft stärker zu fördern und auch den Anbau vielfältigerer Sorten.

Kurzfristig könne die Bundesregierung schon jetzt rund eine halbe Milliarde Euro mehr für den Natur- und Klimaschutz in der Landwirtschaft bereitstellen. Dazu müsse sie von den rund 4,5 Milliarden Euro an pauschalen Agrar-Direktzahlungen, die jährlich nach Deutschland fließen, 15 Prozent in die Förderung einer natur- und umweltfreundlicheren Bewirtschaftung umschichten. Bislang nutzt Deutschland diesen EU-weit möglichen Rahmen lediglich zu 4,5 Prozent aus. Damit stehen den Landwirten nur rund 250 Millionen statt 750 möglichen zusätzlich für den Klima- und Naturschutz zur Verfügung.

Zudem müsse sich Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner in den laufenden Verhandlungen zur künftigen EU-Agrarpolitik für eine natur- und klimaverträglichere Landwirtschaft einsetzen. Derzeit werden die rund 60 Milliarden an Agrar-Subventionen zum Großteil nach Flächenbesitz verteilt – egal wie klimafreundlich oder intensiv auf den Flächen gearbeitet wird. Der NABU fordert daher, Landwirte in der nächsten Förderperiode ab 2021 finanziell stärker dafür zu belohnen, wenn sie natur- und klimaverträglich wirtschaften. „Das enorme EU-Agrarbudget gibt diesen Kurswechsel her, bislang fehlt aber der politische Wille zu einer grundlegenden Änderung. Spätestens dieser Sommer sollte allen Verantwortlichen die Augen öffnen“, so der NABU-Präsident.

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Veranstaltungen 

Tag der Fische 2018 - Ein Zeichen gegen Überfischung auf Sylt

Tag der Fische 2018 - Ein Zeichen gegen Überfischung auf Sylt
Foto: Ingo Hilger

Zum Tag der Fische am 22. August macht Slow Food Deutschland darauf aufmerksam, dass nur gesunde Fischbestände dauerhaft gute Fänge erlauben, dem Verlust biologischer Vielfalt vorbeugen und Fischern sowie Verarbeitern den Lebensunterhalt sichern. Am Hauptstrand von Sylt spricht sich der Verein heute gemeinsam mit Experten und Verbrauchern für gesunde Fischvorkommen in intakten Ökosystemen und einen verantwortungsvollen Verzehr aus.

Aufgrund der anhaltenden Überfischung sind wichtige Fischbestände in unseren Meeren und Ozeanen weiterhin kleiner als sie sein könnten und müssten. Während die Lage im Mittelmeer und im Schwarzen Meer weiterhin sehr angespannt ist, konnten sich einige Bestände in der Nordsee durch ein umsichtigeres Fischereimanagement bereits gut erholen. Ein Beispiel dafür ist die Scholle, die inzwischen wieder in guten Mengen vorhanden ist. Doch drohen für einige Nordsee-Fischarten Rückschläge. Davon betroffen ist etwa der Hering, dessen Erholung aufgrund zu hoher Fangquoten bei zu schwachen Jahrgängen erneut bedroht ist. Ein Sorgenkind der Nordsee ist der Kabeljau. Sein Bestand ist viel zu klein und die Fanggrenze wider wissenschaftlicher Empfehlungen zu hoch festgelegt. Das ist vor dem Hintergrund der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) der EU nicht vertretbar. Darin haben die Mitgliedstaaten rechtsverbindlich beschlossen, bis 2020 alle EU-Fischbestände auf einem ökologisch vertretbaren Niveau zu bewirtschaften. Dies ist bei rund 41 Prozent der Bestände weiterhin nicht der Fall. Ökologisch besonders sensibel ist die Tiefsee, deren Großteil an Fischarten wir nicht einmal kennen. Den Hauptteil der hier erlaubten Fangquoten teilen sich einige wenige Länder, hauptsächlich Spanien, Frankreich, Portugal und Großbritannien. Kleinere Fangquoten gehen an Polen, Irland, die Niederlande, Dänemark und Deutschland.

Der Schutz der maritimen Ökosysteme und damit auch bedrohter Fischarten ist Aufgabe von Politik und Zivilgesellschaft. Um ein entschlossenes Handeln voranzutreiben, lud Slow Food Deutschland Einwohner und Urlauber von Sylt heute an den Hauptstrand von Rantum ein. Der Verein informiert über die Gemeinsame Fischereipolitik der EU und die Situation der Überfischung. Als Zeichen für einen nachhaltigen Fischfang und -genuss bereitet der Zweisternekoch Johannes King vom Sölring'hof eine Fischsuppe aus heimischen, nachhaltig gefangenen Fischen zu. "Die meisten Menschen lieben das Meer, viele genießen Fisch. Doch wenige stellen einen Bezug zwischen diesem größten Lebensraum der Erde und ihrem täglichen Leben her. Der Sauerstoffproduktion des Meeres verdanken wir jeden zweiten Atemzug. Fische und Krustentiere sind nicht nur Teil unserer Nahrung - und zwar ein köstlicher -, sondern auch dieses ebenso komplexen wie sensiblen Ökosystems. Am Tag der Fische fordern wir dazu auf, meeresgesündere Entscheidungen zu treffen: Weniger ist Meer, das gilt für Fangquoten ebenso wie für den Fischkonsum! Frau Bundesministerin Klöckner und ihre Minister-Kollegen in der EU müssen mit wissenschaftskonformen und zum Teil niedrigeren Fangquoten dafür sorgen, dass die Überfischung in der EU bis 2020 beendet wird", sagt Dr. Nina Wolff, Leiterin der Fisch-Kommission bei Slow Food Deutschland am Aktionstag auf Sylt.

Zahlreiche Besucher nahmen das Angebot wahr, mit "Fischfotos" als visuelle Demonstration, die Forderung zu unterstützen, der Überfischung endgültig ein Ende zu setzen





Verschiedenes 

Werbung für das City-Ticket: vzbv mahnt Deutsche Bahn ab

Geltungsbereich des City-Tickets ist auf bestimmte Städte und Geltungsbereiche beschränkt. Im Werbefilm wird der eingeschränkte Geltungsbereich nach Auffassung des vzbv nicht deutlich. Gefahr des Schwarzfahrens: Viele Verbraucher kennen Einschränkungen nicht.

Verbraucher können ihr Fernverkehr-Ticket vor oder nach der Bahnfahrt auch für den Öffentlichen Nahverkehr in vielen Städten nutzen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) begrüßt diese Möglichkeit grundsätzlich. Jedoch beteiligen sich nicht alle Städte. Zudem ist der Bereich in den Städten, der mit dem City-Ticket genutzt werden kann, oft eingeschränkt. Da die DB Vertrieb GmbH in ihrem zugehörigen Werbefilm keinen Hinweis auf die eingeschränkten Geltungsbereiche gibt, hat der vzbv das Unternehmen nun abgemahnt.

„Viele Verbraucher nehmen die Einschränkungen des Geltungsbereiches nicht wahr und fahren ungewollt schwarz“, so Kerstin Hoppe, Rechtsexpertin beim vzbv. „Die Werbung klärt sie darüber nicht oder nicht deutlich genug auf. Dies sollte die Deutsche Bahn schnellstens ändern.“

In Berlin könne bespielweise nur die Tarifzone A innerhalb des S-Bahn-Rings einschließlich Nöldnerplatz und Berlin Lichtenberg genutzt werden. Für Verbraucher, die das nicht wissen, könne es somit teuer werden.

Ticket sollte An- und Abreise zum Bahnhof einschließen

„Wenn es um Tarifgestaltung im ÖPNV geht, kocht jeder Verkehrsverbund sein eigenes Süppchen. Für Verbraucher ist das Tarif-Wirrwarr undurchschaubar“, so Marion Jungbluth, Teamleiterin Mobilität und Reisen beim vzbv. Das werde am City-Ticket der Deutschen Bahn nochmals deutlich. „Ein City-Ticket sollte halten, was es verspricht, nämlich die An- und Abreise zum Bahnhof einschließen“, so Jungbluth.







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