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Samstag, 28. Januar 2023 Uhr

 
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Verschiedenes 

Karlsruhe: Nordtangente light verhindern

Karlsruhe: Nordtangente light verhindern
© Fränkle, Stadt Karlsruhe

Ergebnis aus gemeinsamem Termin mit den Bürgervereinen zum Anschluss der B36 an die zweite Rheinbrücke

Die Stadtverwaltung Karlsruhe appelliert an den Bund, die angestrebte Verkehrswende und den Schutz von Anwohnenden in die Planung für die Querspange zwischen der zweiten Rheinbrücke und der B 36 stärker einzubeziehen. Die Dimension und die Lage der Anschlussstraße zur B36 muss am tatsächlichen Bedarf und den notwendigen Änderungen für eine klimaverträgliche Mobilität ausgerichtet werden. Diese Folgerung zieht die Stadt nach einem Austausch mit den Bürgervereinen der besonders betroffenen Stadtteile im Vorfeld der Öffentlichkeitsbeteiligung des Regierungspräsidiums am 4. Oktober.

Die Planung des Regierungspräsidiums sieht für die Verbindung von der zweiten Rheinbrücke an die B36, die sogenannte Querspange, nur noch Varianten südlich der Kläranlage bei Neureut vor: Die Variante 1b ist kürzer und grenzt näher an Knielingen an, die Variante 3d rückt zunächst weiter von den Siedlungsbereichen ab. Die Stadtverwaltung erkennt an, dass aus rechtlichen Gründen nur diese Varianten weiterverfolgt werden können. Der ursprüngliche Favorit der Stadtverwaltung, Variante 2 mit Anschluss nördlich der Kläranlage, musste aus Artenschutz- und Kostengründen leider entfallen. "Wir favorisieren nun eindeutig die Variante 3d. Der Schutz der Menschen muss hier Vorrang haben", betont Karlsruhes Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup.

Aus Sicht der Stadtverwaltung muss zudem gewährleistet werden, dass für die sensiblen Siedlungsgebiete, insbesondere in Neureut, keine Zusatzbelastungen durch Querungs- und Schleichverkehre entstehen. Insbesondere müsse verhindert werden, dass über die Abfahrt Neureut-Süd und die Weiterführung über Heide eine 'Nordtangente light' entstünde, so das Stadtoberhaupt. Erfreut nimmt die Stadt zur Kenntnis, dass diese Aspekte in den Untersuchungs- und Planungsumfang des Regierungspräsidiums aufgenommen werden sollen.

Hauptknackpunkt für die Stadtverwaltung bleibt weiterhin, dass die geplante Querspange vierstreifig gebaut werden soll. "Vor dem Hintergrund des Klimawandels und der unverzichtbaren Verkehrswende, die der Bund und wir verwirklichen wollen, sehen wir diese Notwendigkeit nicht und halten die Pläne für inakzeptabel", betont Mentrup. Es ist der Stadtverwaltung bewusst, dass das Regierungspräsidium Karlsruhe an die Vorgaben der Bundesverkehrswegeplanung gebunden ist. Sie fordert daher das politische Berlin auf, Möglichkeiten zu prüfen und zu schaffen, die Planung oder die Realisierung der Querspange auf einen lediglich zweistreifigen Ausbau zu reduzieren. Hierzu sollten in einem ersten Schritt neue Verkehrsprognosen unter Einbeziehung der notwendigen Mobilitätswende erstellt und zur Grundlage der weiteren Planungen gemacht werden. "Bei der Querspange ist weniger mehr. Verträglich für Mensch und Natur, leistungsfähig und mit dem kleinstmöglichen Eingriff. Wir können die Umsetzung eines vierstreifigen Kolosses mitten durch die Landschaft nicht mittragen", fasst Mentrup die Position der Stadt nach dem Gespräch mit den Bürgervereinen zusammen.

zum Bild oben:
Neben der Rheinbrücke bei Maxau ist eine zweite Rheinbrücke in Planung.
© Fränkle, Stadt Karlsruhe

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Veranstaltungen 

Riesen Flohmarkt parallel zur Herbstmess´

Endlich wieder sonntags feilschen

Bis zu 200 Aussteller erwarten Sie am Samstag, 22.10. und am Sonntag, 23.10.. in der Messehalle Freiburg! Stöbern Sie nach kleinen und großen Schätzen und entdecken Sie Schallplatten und Bücher, Schmuck und Uhren, Kleidungsstücke und Handtaschen, Geschirr und Dekoartikel, Spielsachen, Haushaltswaren bis hin zu Sammlerwaren und ausgesuchten Raritäten!

Das große Angebot lockt nun seit mehr als 20 Jahren traditionell zum Feilschen und Stöbern. Hier ist für jeden findigen Schatzsucher etwas dabei! Frönen Sie ihrer Leidenschaft und ergattern Sie beim Streifzug durch die Halle mit ein wenig Glück den ein oder anderen verborgenen Schatz. Spontane Schnäppchen sind garantiert und vielleicht findet der ein oder andere Sammler auch ein lang ersehntes Lieblingsstück. Die Aussteller geben gerne Auskunft über jedes der unzähligen Prachtstücke.

Ebenso lässt sich der Besuch des Flohmarkts wunderbar mit dem Gang über die Freiburger Herbstmess´ auf dem Messegelände vereinbaren.

Die Öffnungszeiten: Samstag, 22.10. von 10-18 Uhr und Sonntag, 23.10. von 11-18 Uhr

Besucher Eintritt: 3,- Euro
-keine weiteren Ermäßigungen / Kinder bis 15 Jahren Eintritt frei in Begleitung eines Erwachsenen
-vergünstigter Eintrittspreis durch den Erwerb von 10-Eintrittskarten möglich.

Weitere Informationen und Flohmarkttermine erhalten Interessierte beim Veranstalter, der SüMa Maier Veranstaltungs GmbH, unter Telefon 07623 741920 oder im Internet

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Veranstaltungen 

Auftakt in den "Solidarischen Herbst"

Mit neuer Energie raus aus der Krise! Wir wollen gemeinsam ein Zeichen setzen und gehen am 22.10. in sechs deutschen Städten auf die Straße. Für eine lebenswerte Zukunft für alle! Wir müssen dafür dringend soziale UND ökologische Probleme angehen. Jetzt mitmachen!

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Veranstaltungen 

So reicht das nicht! - Was wir in der Klimakrise jetzt wirklich brauchen

Der Förderverein SolarRegio Kaiserstuhl e.V. lädt zu seiner 20-jährigen Jubiläumsveranstaltung mit praktischen Informationen zum persönlichen Klimaschutz und einem Festvortrag mit Prof. Ernst Ulrich von Weizsäcker ein:

Sonntag, den 16. Oktober 2022
10.00 - 18.00 Uhr Firmenausstellung und Beratung zur Solarenergienutzung

79369 Wyhl, Festhalle, Tullastraße 21

14.30 Uhr
Festvortrag mit Aussprache

"SO REICHT DAS NICHT!
Außenpolitik, neue Ökonomie, neue Aufklärung
Was wir in der Klimakrise jetzt wirklich brauchen"
anschließend Diskussion

Der renommierte Umweltwissenschaftler Prof. Ernst Ulrich von Weizsäcker betrachtet die oft nationalen Maßnahmen und Ideen mit Sorge. Er fordert ein deutlich entschlosseneres Handeln für das Wohl künftiger Generationen und formuliert faktenorientiert zu den sieben wichtigsten Herausforderungen entscheidende Maßnahmen:
"Wir dürfen keine Zeit mehr verlieren. Wir brauchen eine Welt-Klimapolitik"

Solarfirmen bieten ganztägig in der Wyhler Festhalle kostenlose Beratungen für Haus und Wohnung an.

11.00 Uhr
Fördermodalitäten für die Nutzung Erneuerbarer Energien in Haus und Gewerbe
Philipp Oswald, Klimaschutzmanager des Landkreises Emmendingen

12.00 Uhr
Energetische Sanierung im eigenen Haus
anschließend ausreichend Diskussionsmöglichkeit
Christian Meyer, Energieberater

16.00 Uhr
Praxisorientierter Vortrag in der Festhalle:
Klimaschutz im Alltag - Energieeinsparungsmöglichkeiten im Haushalt
Felix Hollerbach, Projektleiter beim FESA e.V., Freiburg

10.00 - 14.00 Uhr
Balkonmodule zur Stromerzeugung
In einem stündlichen Workshop wird der Einsatz privater Balkonmodule zur privaten Stromerzeugung vermittelt.
Rolf Behringer, Geschäftsführer Solare Zukunft e.V.

10.00 - 17.00 Uhr
Energieerlebnisangebot für Kinder
Spannende Energie-Experiment, die Energie erlebbar und erfahrbar machen
mit einer fachkundigen Mitarbeiterin von Solare Zukunft e.V.

Für die Bewirtung sorgt der Sportclub Wyhl

Autor: Förderverein SolarRegio Kaiserstuhl e.V.




Veranstaltungen 

Neue Wandertouren am Grünen Band

Fast 40 Jahre lang war Deutschland geteilt. Die innerdeutsche Grenze wurde mit hohen Mauern, Stacheldraht und Wachtürmen streng bewacht. Gleichzeitig gab sie der Natur eine Atempause: Der ehemalige Grenzstreifen wurde zum Refugium für mehr als 1.200 seltene und gefährdete Pflanzen und Tiere. Der BUND hat hier seit dem Fall der Mauer eines der größten und bedeutendsten Naturschutzprojekte Europas geschaffen: das Grüne Band.

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Verschiedenes 

NABU-Studie: Die versteckten Abfallberge von Supermarkt und Drogerie

NABU-Studie: Die versteckten Abfallberge von Supermarkt und Drogerie
(c) NABU/K. Istel

Transportverpackungen machen fast 30 Prozent des gesamten Verpackungsmülls aus / Miller: Das Problem muss in den Fokus der Politik

Berlin, 6.10.2022 – Fast ein Drittel des gesamten Verpackungsmülls in Deutschland fällt bereits vor den Kassen von Supermärkten, Drogerien und sonstigem Einzel- und Großhandel an. Das zeigt eine Studie, die die Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM) im Auftrag des NABU erstellt hat. Die sogenannten Transportverpackungen machen mit 5,5 Millionen Tonnen im Jahr knapp 30 Prozent des Verpackungsverbrauchs aus.

Transportverpackungen werden eingesetzt, um Waren aus der Produktion oder dem Lager in den Einzel- und Großhandel zu transportieren. Es sind größtenteils Einwegverpackungen, gut zwei Drittel sind aus Papier, Pappe und Karton (PPK). Eine riesige Ressourcenverschwendung, denn für die Herstellung der PPK-Verpackungen werden nicht nur Altpapier, sondern auch etwa 600.000 Tonnen Primärmaterial eingesetzt. „Um den Bedarf an Transportverpackungen aus Pappe und Karton decken zu können, wird jedes Jahr Holz von umgerechnet etwa 1,2 Millionen Stämmen Nadelholz benötigt. Dies entspricht einer Fläche von knapp 7.500 Fußballfeldern. Solch eine Verschwendung können wir uns angesichts knapper Ressourcen und der großen Bedeutung von Wäldern als CO2-Senken nicht mehr leisten“, sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Transportverpackungen laufen bislang unter dem Radar. Dies muss sich ändern, sie gehören endlich in den Fokus von Politik und Wirtschaft.“

Die meisten PPK-Transportverpackungen sind sogenannte Regalkartonagen, in denen Produkte direkt im Regal angeboten werden können. 70 Prozent der Regalkartonagen werden für den Transport von Lebensmitteln eingesetzt. In der Studie wurde am Beispiel von vier Produktgruppen (Cerealien, Tiefkühl-Gemüse, Teigwaren und Schokolade) der Verbrauch von Transport- und Produktverpackung miteinander verglichen. „Auf dem Weg einer 500-Gramm-Nudelverpackung aus Kunststoff von der Herstellung bis in den Einkaufswagen entsteht gut 85 Prozent des gesamten Verpackungsabfalls. Das bedeutet, dass für den Transport der Nudeln knapp sechs Mal so viel Verpackungsabfall anfällt wie für die Produktverpackung selbst“, so Miller.

Die beste Lösung sind wiederverwendbare Mehrwegkisten, um die Umweltbelastungen durch Transportverpackungen zu reduzieren. Für einige Warengruppen wie Obst und Gemüse, Back- sowie Fleischwaren ist Mehrweg bereits etablierte Praxis. Das Potenzial ist jedoch noch lange nicht ausgeschöpft. Gegenwärtig liegt der Mehrweganteil bei Transportverpackungen bei lediglich 13 Prozent. Die Studie zeigt bei Obst und Gemüse, Backwaren, Eier, Cerealien, Tiefkühl-Gemüse und Tafelschokolade, dass es bereits nach drei bis sechs Umläufen einer Mehrwegkiste zu Materialeinsparungen gegenüber der Einweg-Alternative aus PPK kommt. Mehrwegkisten für Obst und Gemüse durchlaufen bereits heute 35 Umläufe und mehr, was über 90 Prozent Verpackungsmaterial gegenüber Einweg einspart.

„Die bestehenden Mehrwegsysteme müssen weiter ausgebaut und neue Systeme hersteller- oder händlerübergreifend entwickelt werden“, fordert Dr. Michael Jedelhauser, NABU-Referent für Kreislaufwirtschaft. „Der Gesetzgeber sollte den ökologischen Vorteil von Mehrweg honorieren und gezielt fördern – etwa durch eine steuerliche Besserstellung von Mehrweg oder einer Verteuerung von Einweg.“

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Veranstaltungen 

#StopFossil startet die Herbstaktion für klimaaktive Kommunen

#StopFossil startet die Herbstaktion für klimaaktive Kommunen
StopFossil Logo: © Kristina Huch, Falk Wittwer

Kosten, Energie und CO2 sparen als kommunales Event – #StopFossil startet mit der Kommunalaktion und sucht bundesweit nach weiteren Kommunen, die sich zusammen mit ihren Bürger:innen aktiv für die Einsparung von Energie und CO2 engagieren möchten.

Das #StopFossil Webtool auf Stop-Fossil.org bietet Bürger:innen konkretes Handlungswissen darüber, wie jede:r Energie, Kosten und CO2 sparen kann. Dafür kann bequem per Handy oder Browser aus rund 30 Maßnahmen ausgewählt werden. Die Maßnahmen decken auf, wie viel Energie sich hinter alltäglichen Handlungen und Gewohnheiten verbergen und animieren gleichzeitig zum Einsparen.

Das Ziel der Kampagne ist, dass möglichst viele Teilnehmer:innen ihren persönlichen Energieverbrauch so reduzieren, sodass ihnen in drei Jahren der anteilige Ausstieg aus russischen Energieträgern gelingt. Atomstrom, Kohle, Frackinggas oder Öl aus undemokratischen Regimen sind für #StopFossil keine Alternative. Stattdessen zielt die Kampagne auf Einsparungen und 100 Prozent erneuerbare Energien. Der Ausstieg aus russischen Energieträgern in drei Jahren entspricht einer Reduktion der Emissionen um ca. 1,1 Tonnen CO2 pro Person und Jahr. Genau dieser Betrag ist auch zum Einhalten der Pariser Klimaschutz-Ziele notwendig.

Als erste Kommune ist die Gartenstadt Haan in Nordrheinwestfalen bereits dabei. Mit der Kommunalaktion können Kommunen aus bewährten Maßnahmen der KLIMAWETTE untereinander zeigen, wie fit sie im Bereich Energiesparen sind. Zudem zeigt ein gemeinsamer CO2-Zähler, wie sich Menschen bundesweit engagieren.

Eine Mitmachaktion für alle in der Gemeinde- sowohl einzeln als auch als „Code-Partner“ in der Gruppe. Per Code können beispielsweise auch Vereine, Freundesgruppen oder Bürogemeinschaften zeigen, wie viel CO2 sie durch gemeinsame Einsparungen vermeiden. Die Einsparungen werden auf der kommunalen Webseite durch einen CO2-Zähler visualisiert. Außerdem können klimafreundliche Akteure und standortbezogene Gruppen wie Vereine, Schulen und Unternehmen auf der Karte von morgen sichtbar gemacht werden.

Das Web-Tool der Kampagne basiert auf der KLIMAWETTE 2021, die unter der Schirmherrschaft von Dirk Messner, dem Präsidenten des Umweltbundesamtes, stattgefunden hat. Die Kampagne verweist auf Maßnahmen, die von unabhängigen Organisationen zertifiziert sind und für die transparente Berechnungen vorliegen.

Interessierte Kommunen können sich bei fesa e.V. als Koordinationsstelle zur Teilnahme per Mail an bury@fesa.de oder Telefon 0761 / 40 73 61 melden. Die Kampagne ist für Kommunen, Bürger:innen und Code-Partner wie Vereine und Schulen kostenfrei. Unternehmen zahlen als Finanzierungspartner als Code-Partner einen geringen Kostenbeitrag, z.B. 250 Euro für Unternehmen von 11 bis 100 Mitarbeiter:innen. Weitere Informationen über die #StopFossil Kampagne gibt es auf Stop-Fossil.org.





Verschiedenes 

Verluste bei jeder zweiten Vogelart

Verluste bei jeder zweiten Vogelart
Steinsperling (c) NABU/Thomas Tennhardt

BirdLife-Statusbericht zeigt stark besorgniserregenden Zustand der globalen Vogelwelt

Berlin, 28.9.22 – Fast die Hälfte aller Vogelarten weltweit weist Verluste auf. Das zeigt der am 27. September veröffentlichte Bericht des NABU-Dachverbands BirdLife International „State of the World’s Birds 2022“, der alle vier Jahre erstellt wird. Viele Vogelpopulationen sind demnach sogar stark dezimiert. Vom Aussterben bedroht ist derzeit laut der jüngsten internationalen Roten Liste jede achte Vogelart. „Der nun fünfte Statusreport zeichnet das bisher besorgniserregendste Bild der Zukunft der Vogelarten und damit des gesamten Lebens auf der Erde. Sowohl die schädliche Praxis in der Land- und Forstwirtschaft als auch die Effekte der Klimakrise sind die Haupttreiber für die Verluste, denen wir uns mit aller Kraft entgegenstellen müssen“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Den 49 Prozent abnehmenden Vogelarten stehen lediglich sechs Prozent Zunahmen entgegen. Seit dem Jahr 1500 gelten inzwischen 187 Vogelarten als ausgestorben. Ein wesentlicher Grund für den schlechten Zustand der Vogelbestände liegt laut BirdLife-Bericht in der Landwirtschaft. Die zunehmende Mechanisierung, der Einsatz von Agrochemikalien und die Umwandlung von Grünland in Ackerland haben dazu geführt, dass die Zahl der Feldvögel in Europa seit 1980 um 57 Prozent zurückgegangen ist. Weltweit sind die Ausweitung und Intensivierung der Landwirtschaft das größte Problem für die Vögel der Welt und betrifft 73 Prozent aller bedrohten Arten. Problematisch ist auch nicht nachhaltige Waldbewirtschaftung und Abholzung, wobei der Verlust von über sieben Millionen Hektar Wald – jedes Jahr eine Fläche so groß wie Irland – die Hälfte aller bedrohten Vogelarten betrifft.

Die Klimakrise ist ebenfalls eine erhebliche Bedrohung und zeigt bereits verheerende Auswirkungen auf die Vögel der Welt. 34 Prozent der bedrohten Arten sind bereits betroffen. Geringere Niederschläge für Feuchtgebietsarten, reduzierte Verbreitungsgebiete von Gebirgs- und polaren Vogelarten gehören zu den Problemen wie auch zunehmende Brände, Dürren und Stürme. Weitere gravierende Effekte entstehen durch invasive Arten, Jagd und Beifang, Flächenverbrauch, Rohstoffabbau und Energieinfrastruktur. Für die Rückgänge von 70 Prozent aller Greifvögel in Kenia sind beispielsweise Verluste an Stromleitungen hauptverantwortlich, nur einem von vielen Ländern, in dem die Stromversorgung massiv ausgebaut wird.

Der BirdLife-Bericht zeigt aber auch, dass durch entschlossenes Handeln Arten gerettet und Natur wiederhergestellt werden kann. Seit 2013 haben 726 weltweit bedrohte Vogelarten direkt von den Maßnahmen der BirdLife-Partnerschaft profitiert. In Europa wäre etwa der Waldrapp ohne gezielten Artenschutz ausgestorben. So wurden etwa 450 wichtige Vogel- und Biodiversitätsgebiete (IBAs) durch die Lobbyarbeit von BirdLife Partnern als Schutzgebiete ausgewiesen. „Wir müssen beschädigte Ökosysteme renaturieren und wichtige Naturräume schützen. Nur so können wir die biologische Vielfalt auf Dauer erhalten“, betont Miller. „Das Weltnaturabkommen, welches im Dezember von der globalen Gemeinschaft in Montréal, Kanada beschlossen werden soll, bietet einen Ansatzpunkt, das katastrophale Artensterben noch aufzuhalten. Doch dafür braucht es ambitionierte und messbare Ziele, verbesserte Kontroll- und Umsetzungsmechanismen und eine ausreichende Finanzierung.“

Am 1. und 2. Oktober findet eine gemeinsame Aktion der Partner im Netzwerk BirdLife International statt – der Birdwatch. Der NABU bietet bundesweit zahlreiche Veranstaltungen an.

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