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Verschiedenes 

2,1 Milliarden Zugvögel sind zwischen Europa und Afrika unterwegs

Nur 660 Millionen kommen jedes Jahr nach Europa zurück

Berlin – 2,1 Milliarden Vögel machen sich schätzungsweise jährlich von Europa auf den Weg nach Afrika. Lediglich etwa 660 Millionen davon schaffen es, gesund zurückzukehren, um hier zu brüten. Der Großteil dieser sogenannten Langstreckenzieher wird im April wieder in heimischen Gefilden erwartet. Aber erst Anfang Juni sind auch die letzten Zugvögel zurück.

Fast genauso groß ist die Zahl der Zugvögel, die lediglich bis in den Mittelmeerraum ziehen. Diese Arten werden Kurzstreckenzieher genannt. Deren Ankunft hat schon im Februar begonnen und kommt bis Mitte April zum Abschluss.

Aus Deutschland ziehen jedes Jahr insgesamt 170 Millionen Zugvögel (Lang- und Kurzstreckenzieher) nach Süden. Nur 55 Millionen schaffen es wiederzukommen und zu brüten. 115 Millionen versterben also auf dem Zugweg oder im Winterquartier durch Hunger, Krankheiten oder Altersschwäche. Sind es aber nicht mindestens 55 Millionen, die diese Strapazen überleben, dann nehmen die Zugvogelbestände ab.

Und leider sorgen wir Menschen dafür, den Zugvögeln das Überleben immer schwerer zu machen: Wichtige Rastgebiete werden zerstört, der Klimawandel bringt über Jahrtausende eingespielte zeitliche Routinen durcheinander und Zugvögel werden von Menschen getötet: 53 Millionen im Rahmen der legalen Jagd in Europa, geschätzt weitere 25 Millionen illegal im Mittelmeerraum.

Hintergrund: Eigene Berechnungen auf Basis der Bestandsdaten aus BirdLife International (2015) European Red List of Birds. Luxembourg: Office for Official Publications of the European Communities.

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Verschiedenes 

NABU: Deutschland hat viel zu wenig Naturwälder

Tschimpke: Bundesregierung wird eigene Naturschutzziele verfehlen - In zwölf Jahren wenig erreicht

Berlin – Gerade mal 2,8 Prozent der Wälder in Deutschland dürfen sich natürlich entwickeln. Das ist das ernüchternde Ergebnis einer Studie des Bundesamtes für Naturschutz, die am heutigen Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. Damit wird die Bundesregierung voraussichtlich ihre selbst gesteckten Ziele verfehlen, bis 2020 fünf Prozent des Waldes forstwirtschaftlich nicht mehr zu nutzen.

„Es ist ein Armutszeugnis, dass Deutschland es nicht hinbekommt, dieses zentrale Naturschutzziel umzusetzen. Wir sind eines der reichsten Länder der Erde, erwarten von anderen Nationen, dass sie ihre Natur und Artenreichtum erhalten, schaffen es aber innerhalb von zwölf Jahren nicht, den Anteil von unbewirtschafteten Wäldern zum Schutz der Biodiversität nennenswert zu erhöhen“, so NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

2007 hat sich die Bundesregierung in der nationalen Biodiversitätsstrategie, unterstützt durch die Waldstrategie 2020, das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 fünf Prozent der deutschen Waldfläche zu „Urwäldern von morgen“ zu erklären. Im Jahr 2013 wurden die ersten Ergebnisse präsentiert. Damals waren 1,9 Prozent der deutschen Waldfläche, mit einer damals schon schwachen Prognose für nach 2020 von drei Prozent, rechtlich gesichert. Statt mehr Tempo für den Schutz von Insekten, Vögeln und anderen Tierarten zu machen, ist viel zu wenig passiert.

„Wir erkennen an, dass in einigen Bundesländern wie Baden-Württemberg, Hessen oder Thüringen Bemühungen stattgefunden haben, um weitere Wälder unter Schutz zu stellen“, so Tschimpke weiter. „Allerdings ging es oft nicht darum, möglichst effizient große zusammenhängende Waldgebiete auszuweisen, vielmehr wurde häufig um Kleinstflächen gefeilscht. Die Ziele von Naturwäldern und Wildnis müssen aber verstärkt zusammengedacht werden. Größere Biotopverbände sind dabei bedeutend.“

Neben dem sogenannten Fünf-Prozent-Ziel „Wälder mit natürlicher Waldentwicklung“ gibt es in der Biodiversitätsstrategie auch das Ziel, zwei Prozent der Landesfläche als Wildnisgebiete auszuweisen. Die beiden Ziele unterscheiden sich vor allem in der Mindestflächengröße. Während die „Urwälder von morgen“ mindestens 0,3 Hektar groß sein müssen, um in die Bilanz aufgenommen zu werden, müssen Wildnisgebiete größer als 1000 Hektar sein. Große Waldgebiete tragen damit zu beiden Zielen bei, kleine dagegen nur zum Fünf-Prozent-Ziel.

„Aus Sicht des Waldnaturschutzes, aber auch für die Ziele der Bundesregierung ist es sinnvoll, dass die geschützten Waldflächen so groß wie möglich sind. Neben den Konzepten der Länder sind auch die waldbesitzenden Kommunen gefordert, mehr Naturwald und Wildnis zuzulassen“, so NABU-Waldexperte Stefan Adler. „Es müssen auch neue Finanzierungsformen für den Privatwald entwickelt werden, wenn dieser vorrangig für die Biodiversität, CO2-Speicherung sowie das Filtern von Luft und Wasser zur Verfügung gestellt wird. Diese Ökosystemleistungen sind gesellschaftlich unverzichtbar.“

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Verschiedenes 

Veranstaltungen der Waldpädagogik Karlsruhe

Bei Osterbasteln, Smartphone-Rallye und Spaziergang den Wald im Frühling erleben

Zum jährlichen Osterbasteln mit Naturmaterialien lädt die Waldpädagogik Karlsruhe für Samstag, 6. April, ein. Von 11 bis 17 Uhr können Teilnehmerinnen und Teilnehmer jeden Alters ohne vorherige Anmeldung für einen Bastelbeitrag von fünf Euro kreativ werden. Anschließend wird mit einem großen Feuer der Winter endgültig vertrieben.

Mit zwei Veranstaltungen wird die Reihe "Den Wald vor der Haustür erleben" fortgesetzt. Am Freitag, 12. April, um 16.30 Uhr sind Erwachsene zu einem zweistündigen Spaziergang am Thomashof eingeladen. Dabei weist Forstamtsleiter Ulrich Kienzler auf die Besonderheiten im Frühlingswald hin und nimmt vor allem die Frühblüher unter die Lupe. Am Samstag, 13. April, gibt es von 11 bis 13 Uhr ein neues Erlebnis für Familien oder Erwachsene: Bei einer Rallye geht es mit Smartphone und der App Wald 4.0 durch den Hardtwald. Die Teilnahme an beiden Veranstaltungen ist kostenlos, bei der Anmeldung unter Telefon 0721/133-7354 oder E-Mail waldpaedagogik@fa.karlsruhe, wird der Treffpunkt bekannt gegeben.

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NABU sichtet Planunterlagen zur Fehmarnbeltquerung

NABU sichtet Planunterlagen zur Fehmarnbeltquerung
Schweinswal / Foto: NABU/Willi Rolfes

Miller: Klage bei Verletzung von Naturschutzbelangen - Über 39.000 Menschen gegen Bau des Ostseetunnels

Berlin – Der NABU will gegen den Bau einer festen Fehmarnbeltquerung klagen, wenn im Zuge des Planverfahrens Naturschutzbelange nicht ausreichend geprüft und berücksichtigt wurden. Der rund 1200-seitige Planfeststellungsbeschluss zum Großprojekt Fehmarnbeltquerung liegt seit heute offiziell vor. Anwälte und Experten des Umweltverbandes werden die behördliche Genehmigung von Europas größtem und teuerstem Infrastrukturprojekt binnen der rechtlichen Frist von vier Wochen eingehend prüfen. Der NABU geht davon aus, dass die zahlreichen im Verfahren eingebrachten ökologischen Einwände nicht sauber abgearbeitet wurden. „Ein 20 Kilometer langer, 60 Meter breiter und 20 Meter tiefer Graben ist mit den Zielen eines europäischen Meeresschutzgebietes nicht vereinbar. Offensichtlich hat das Schutzgebiet Fehmarnbelt nur theoretischen Wert für Politik und Verwaltung, wenn trotz fehlenden Bedarfs das größte Infrastrukturprojekt Europas genehmigt werden soll. Ein Armutszeugnis und sicher nicht im öffentlichen Interesse“, sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Wie fraglich das aus wirtschaftlicher Sicht vorgeschobene „öffentliche Interesse“ sein kann, zeige sich aktuell am mangelnden Bedarf für die Startbahnverlängerung beim Flugzeugbauer Airbus in Hamburg. Dort wurden unnötigerweise großflächig sensible Bereiche der Elbe für große Flugzeugtypen zugeschüttet, die entweder nie gebaut oder deren Produktion eingestellt wurde.

Um ein solches Szenario am Fehmarnbelt zu verhindern, sind aus NABU-Sicht stattdessen Maßnahmen in bereits bestehende Projekte sinnvoller wie die ohnehin anstehende Ertüchtigung des bestehenden „Jutland-Korridors“ von Hamburg über Flensburg und die Storebeltbrücke Richtung Kopenhagen. Die existierende Verbindung ist Teil des europäischen Transportnetzes TEN (Trans-European-Network) und erfüllt das europäische Ziel, Güterverkehr auf die Schiene zu bringen („From road to rail“). „Mit dem deutsch-dänischen Staatsvertrag wurde jedoch die rechtlich vorgeschriebene Prüfung einer machbaren, ökologisch wie ökonomisch sinnvollen Projektalternative, die sich mit dem Ausbau des Jütland-Korridors geradezu aufdrängt, zugunsten eines überdimensionierten Prestigeprojektes kurzer Hand ausgehebelt. Wenn wir klagen, werden neben zahlreichen ökologischen Punkten auch vertragsrechtliche Aspekte eine Rolle spielen“, sagt Malte Siegert, der das Vorhaben als Experte für den NABU seit 15 Jahren beobachtet und begleitet.



Der NABU setzt sich weiter dafür ein, dass Bundesverkehrsminister Scheuer das Projekt mit seinen dänischen Kollegen stoppt. Über 39.000 Menschen aus ganz Deutschland haben bislang eine NABU-Protestmail an den Bundesverkehrsminister gegen den Bau einer festen Fehmarnbeltquerung zwischen Deutschland und Dänemark unterzeichnet. Darin fordern die Absender Minister Scheuer auf , dass Projekt des Ostseetunnels endlich neu zu bewerten. Und zwar so, wie es im Staatsvertrag, den die Bundesrepublik Deutschland mit dem Königreich Dänemark geschlossen hat, in Artikel 22 vorgesehen ist. Dort ist verankert, dass bei wesentlichen Kostensteigerungen oder anderen neuen Entwicklungen, die bei Abschluss des Vertrages noch nicht bekannt waren, die Vertragsstaaten neu verhandeln müssen.

Hintergrund:

Dänemark plant, im Fehmarnbelt zwischen der dänischen Insel Lolland und der deutschen Insel Fehmarn den Bau eines 20 Kilometer langen Absenktunnels. Dazu haben Deutschland und Dänemark 2008 einen Staatsvertrag geschlossen, der 2009 in Bundestag und Folketing ratifiziert wurde. Dänemark verpflichtet sich zum Bau und Betrieb der festen Fehmarnbeltquerung sowie dänischer Hinterlandanbindung. Deutschland garantierte im Staatsvertrag den zweigleisigen, elektrifizierten Ausbau der Bestandsstrecke zwischen Puttgarden und Lübeck sowie den durchgehend vierstreifigen Ausbau der E 47/B 207 auf dieser Strecke. Die schwache Verkehrsprognose rechtfertigt einen solchen Ausbau nicht. Der NABU befürchtet erhebliche Schäden im europäischen Meeresschutzgebiet „Fehmarnbelt“. Die Ostsee ist angesichts wirtschaftlicher Nutzung durch Gaspipelines, Fischerei, Schifffahrt, Offshore-Windparke und Brückenprojekte sowie Überdüngung durch die Landwirtschaft zudem bereits stark belastet. Fast alle dem Projekt zugrunde liegenden Annahmen haben sich verändert: Kosten (deutsche Hinterlandanbindung laut Bundesrechnungshof von 860 Millionen auf 4,5 Milliarden Euro), Bahngüterverkehrsaufkommen minus 70 Prozent gegenüber der ursprünglichen Prognose).

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Verschiedenes 

Europas erfolgreichstes Naturschutzgesetz wird 40

Die EU-Vogelschutzrichtlinie

Der NABU fordert weitere Anstrengungen zum Schutz der Vögel Europas

Berlin – Gesetzlich verbriefter Vogelschutz seit vier Jahrzehnten: Am 2. April wird die EU-Vogelschutzrichtlinie 40 Jahre alt. Der NABU zieht eine gemischte Bilanz und fordert mehr Anstrengungen, damit Europas Vögel wirksamer geschützt werden.

Die EU-Vogelschutzrichtlinie wurde 1979 von den Mitgliedstaaten der Europäischen Union verabschiedet. „Seitdem ist sie die wichtigste Grundlage für den Schutz wildlebender Vogelarten und ihrer Lebensräume in der EU“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller, „sie gilt weltweit als eines der fortschrittlichsten und erfolgreichsten Naturschutzgesetze. Vollständig umgesetzt ist sie aber auch nach 40 Jahren immer noch nicht.“

Ziel der Richtlinie ist der Erhalt eines guten Zustands aller europäischen Vogelarten, insbesondere durch eine strenge und europaweit einheitliche Regulation der Jagd, durch aktive Schutzmaßnahmen für besonders gefährdete Arten und durch die Ausweisung der wichtigsten Vogelvorkommen als spezielle Schutzgebiete. „Die Umsetzung dieser Maßnahmen ist jedoch ein quälend langer Prozess, der bis heute anhält“ bemängelt Miller. Wie in vielen anderen Mitgliedstaaten auch, erfolgte die Umsetzung in Deutschland häufig erst aufgrund massiven Drucks durch die EU-Kommission als „Hüterin der EU-Verträge“, durch Vertragsverletzungsverfahren sowie Gerichtsverfahren vor dem Europäischen Gerichtshof.

So dauerte es 30 Jahre, in Deutschland ein einigermaßen vollständiges Schutzgebietsnetz auszuweisen. Heute gibt es 742 Vogelschutzgebiete, die etwa 14,5 Prozent der Gesamtfläche Deutschlands, inklusive der Meeresgebiete, einnehmen. Gesetzlicher Schutz, aktive Maßnahmen und Schutzgebiete haben sich positiv auf die Bestände vieler Flaggschiffarten des Naturschutzes ausgewirkt. So hat der Bestand des Schwarzstorchs stark von der Vogelschutzrichtlinie profitiert. In den vergangenen 25 Jahren nahm sein Bestand in Deutschland um 1655 Prozent zu. Beim Seeadler waren es 393 Prozent, bei der Wiesenweihe 238 Prozent, beim Wanderfalken 215 Prozent und beim Kranich 415 Prozent. Auch die Bestände von weniger bekannten Arten, wie Mittelspecht, Blaukehlchen, Heidelerche und Ortolan konnten sich dank der Schutzmaßnahmen erholen.

Wie wirksam der Schutz durch die Vogelschutzrichtlinie ist, wurde zuletzt 2015 wissenschaftlich belegt. Forscher von BirdLife International, der britischen Royal Society for the Protection of Birds (RSPB) und der Universität Durham wiesen nach, dass ob eine Vogelart in der EU abnimmt oder zunimmt, am meisten davon abhängt, ob sie in der Vogelschutzrichtlinie als aktiv besonders zu schützen gelistet ist – oder eben nicht.

„Diese Erfolge können jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es bei der Umsetzung der Vogelschutzrichtlinie in Europa noch viel zu tun gibt“, so Miller. „So fehlen für etwa die Hälfte der deutschen EU-Vogelschutzgebiete effektive Managementpläne und ausreichende Finanzmittel für die notwendigen Maßnahmen, um die gesetzlichen Schutzziele zu erreichen. Auch wird die illegale Jagd auf Singvögel im Mittelmeerraum nicht konsequent genug von den Mitgliedsstaaten verfolgt.“

Der größte Schwachpunkt bei der Umsetzung der Richtlinie ist jedoch ihre fehlende Wirksamkeit in der Fläche: Während sich viele seltene Zielarten des Naturschutzes inzwischen gut entwickeln, brechen die Bestände vieler häufiger und weitverbreiteter Allerweltsvogelarten ein. Insbesondere in der Agrarlandschaft sind die EU-Vogelbestände seit Inkrafttreten der Richtlinie um 56 Prozent zurückgegangen. Denn dort hat die Vogelschutzrichtlinie trotz ihres flächendeckenden Anspruchs das Nachsehen gegenüber der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU. Diese fördert pauschal und ineffizient den Besitz großer Flächen, stellt aber viel zu wenig finanzielle Mittel für eine naturverträgliche Landbewirtschaftung und das Erreichen der Naturschutzziele der EU bereit. Deshalb fordert der NABU zusammen mit den anderen deutschen Umweltverbänden unter anderem, dass im Zuge der aktuell diskutierten Neuausrichtung der gemeinsamen EU-Agrarpolitik ein jährlicher Betrag von 15 Milliarden Euro für den Naturschutz ausgewiesen wird.

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NABU kritisiert desaströse Abstimmung im EU-Agrarausschuss

Tschimpke: Selbstbedienung der Agrarindustrie muss ein Ende haben

Brüssel/Berlin – Der NABU kritisiert die heutige Abstimmung des EU-Agrarausschusses zur künftigen Agrarpolitik ab 2021 scharf und fordert einen grundsätzlichen Neustart der Verhandlungen nach der Europawahl. „Heute hat die Mehrheit der Abgeordneten im Agrarausschuss klar gemacht: Sie wollen keine umweltverträgliche Landwirtschaft. Sie wollen weiter Subventionen an die Agrarindustrie verteilen wie seit Jahrzehnten“, so NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Mit ihrem Votum ignorierten die meisten Ausschussmitglieder das alarmierende Insektensterben, die Kritik des Europäischen Rechnungshofs an den flächenbasierten Direktzahlungen sowie die klare Forderung der EU-Bürger nach mehr Umweltschutz in der Agrarpolitik. Nach Ansicht des NABU sind damit die schwachen Versuche der EU-Kommission, die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ab 2021 in eine naturverträglichere Richtung zu lenken, vorerst gescheitert.

„Die Reformunwilligkeit des Agrarausschusses ist Wahnsinn. Wie viele Belege brauchen wir denn noch, dass die bisherige Agrarpolitik desaströs ist? Vögel verschwinden, Insekten sterben, Höfe machen dicht. Wissenschaftler drängen vehement auf eine Kehrtwende, die Bevölkerung ebenso. All das ignoriert der Agrarausschuss. Daher darf man ruhig mal fragen, in wessen Interesse dieses Gremium eigentlich agiert? In dem der kleinen und mittelständischen Landwirte, der Natur und der Steuerzahler sicherlich nicht“, so Tschimpke.

Um die Naturschutz- und Klimaziele einzuhalten, ist laut NABU ein grundlegend anderer Gesetzesvorschlag nach den EU-Wahlen notwendig. Dabei dürfe es nicht mehr primär um das Einkommen einer kleinen Gruppe von Empfängern innerhalb der Landwirtschaft und um die Wahrung der Geschäftsinteressen der Pestizid- und Düngemittelindustrie gehen, sondern um das Gemeinwohl.

„Seit Jahrzehnten sind die Agrarressorts durchsetzt von Besitzstandwahrern. Ihr Zugriff auf den größten EU-Haushaltsposten muss daher erheblich beschränkt werden. Dieses System ist nur reparabel, wenn die Zuständigkeiten in andere Hände gelegt werden. In Hände, die sich dem Gemeinwohl hoffentlich mehr verpflichtet fühlen“, so der NABU-Präsident. Entsprechend müsse die Agrarpolitik künftig auch von den Ressorts für Regionalentwicklung, Verbraucherschutz, Wettbewerb und Umwelt verhandelt werden.

Wichtige Impulse für den Übergang in eine naturverträglichere Agrarpolitik hatte vor wenigen Wochen der Umweltausschuss aufgezeigt. Parteiübergreifend hatten die Mitglieder gefordert, ab 2021 deutlich stärker in den Schutz von Arten und Lebensräumen zu investieren. Sie empfehlen, von den derzeit 58 Milliarden Euro des EU-Agrarbudgets künftig 15 Milliarden gezielt in den Schutz der Natur fließen zu lassen. Diese Summe ist pro Jahr nach Schätzungen der Umweltverbände mindestens erforderlich, um das rasante Artensterben in Europa zu stoppen.

Doch statt diese erforderliche Summe zu bestätigen, rührte der Agrarausschuss heute weiter Beton an für die höchst ineffizienten Direktzahlungen. Sie machen derzeit mehr als 70 Prozent des Agrarhaushalts aus und fördern vor allem den Besitz von Fläche – egal ob darauf hoch-intensiv oder naturschonend gearbeitet wird. Darüber hinaus strichen die überwiegend konservativen und liberalen Mitglieder schamlos geltende Umweltstandards innerhalb der GAP, wie etwa die verpflichtenden produktionsfreien Flächen zur Förderung der Artenvielfalt. Nach den Plänen des Agrarausschusses soll künftig sogar noch weniger Geld für den Umweltschutz zur Verfügung stehen als bislang.

Der NABU kritisiert, dass auch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner keine Ambitionen zeigt, den dringend erforderlichen Kurswechsel anzugehen. Ein Jahr nach Amtsantritt hat sie noch immer keinen Vorschlag vorlegt, wie sie sich eine umweltverträgliche EU-Agrarpolitik vorstellt. Bis heute ignoriert sie zudem die Empfehlungen des Europäischen Rechnungshofs und die ihres eigenen wissenschaftlichen Beirats, die unmissverständlich ein Ende der Direktzahlungen fordern.

NABU-Forderungen für eine naturverträgliche Agrarpolitik ...

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NABU übt scharfe Kritik an Notfall-Zulassung für insektenschädl. Neonikotinoid

Miller: Julia Klöckner missachtet eigenes Versprechen zum Insektenschutz / Schädliche Präparate umgehend verbieten

Berlin – Der NABU kritisiert die aktuelle Notfallzulassung des insektenschädlichen Neonikotinoids Carnadine scharf. Damit verstößt Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner erneut gegen ihre eigene Ankündigung „Was der Biene schadet, muss vom Markt“. Das Neonikotinoid Carnadine wird als schädigend für bestäubende Insekten eingestuft. Zugelassen wurde es vom Frau Klöckner direkt unterstellten Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) für zunächst 120 Tage zur Behandlung von Zuckerrüben und Futterrüben im Freiland.

„Frau Klöckners Januskopf wird immer offensichtlicher: Nach außen inszeniert sie sich als oberste Bienenschützerin, im Hintergrund versetzt sie den Insekten den nächsten K.O.-Stoß. Ohne Rücksicht auf Verluste bei Insekten winkt sie erneut ein tödliches Gift auf den Markt. Und das in Zeiten, in denen jede zweite Wildbiene gefährdet ist und die ganze Republik über Maßnahmen gegen das Insektensterben diskutiert“, kritisierte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Bereits Anfang März hatte das BVL in einem höchst umstrittenen Schritt weiteren 18 Pestiziden die Zulassung erteilt. Darunter einem glyphosathaltigen Präparat und dem stark bienenschädlichen Neonikotinoid-Nachfolger Cyantraniliprol.

Die Agrarministerin schafft es, in nur drei Wochen gleich zwei Koalitionsziele zu torpedieren: sowohl den vereinbarten Ausstieg aus Glyphosat als auch den Schutz von Insekten. So riskiert sie das Vertrauen der Bürger völlig. Dabei müsste die Regierung jetzt alles tun, um das Insektensterben zu stoppen. Dieses Problem ist lebensentscheidend für uns alle und duldet keine weitere Zulassung von Mitteln, die Insekten schaden“, so Miller.

NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller forderte Bundesagrarministerin Klöckner auf, umgehend sämtliche bienenschädlichen Präparate vom Markt zu nehmen, wie es auch das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt verlangen, und keine Notfallzulassungen mehr durchzuwinken. Für das neu zugelassene Neonikotinoid Carnadine dürfe es zudem keinesfalls eine Verlängerung ohne Umweltauflagen geben, gleiches gelte für die zuletzt zugelassenen 18 Präparate.

Der aktuelle Fall zeige zudem, wie marode und unzeitgemäß das Zulassungsverfahren für Pestizide sei. „Wir brauchen dringend eine Reform der Pestizidzulassung. Bislang werden die konkreten Auswirkungen der Präparate auf die Natur nicht ausreichend berücksichtigt“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Nach dem Pflanzenschutzgesetz muss schon heute immer das Umweltbundesamt bei Zulassungen beteiligt werden, es hat ein Vetorecht – hiergegen hatte das BVL allerdings mit seinem umstrittenen Alleingang vor rund drei Wochen verstoßen. Die nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hatte 2018 bereits konkrete Vorschläge für eine umweltverträglichere Zulassungspraxis gemacht.

Der NABU fordert zudem, dass künftig das Biodiversitätsflächenkonzept des Umweltbundesamtes umgesetzt wird. Demnach sollen bei jedem Einsatz von Pestiziden, die erhebliche negative Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt haben, Ausgleichsflächen geschaffen werden. Diese müssen mindestens zehn Prozent der Fläche jenes Betriebs ausmachen, der Mittel mit der Auflage anwendet. Diese Biodiversitätsflächen sollen so einen effektiven Rückzugsraum für Insekten, Amphibien und weitere Tierarten schaffen. Gleichzeitig fordert der NABU die Bundesregierung auf, den Einsatz von Pestiziden insgesamt stark zu reduzieren. „Frau Klöckner hat zum Schutz der Insekten bisher leider kaum etwas geliefert. Sie muss endlich dafür sorgen, dass in Deutschland weniger Pestizide auf die Felder und Wiesen kommen. Andernfalls macht sie sich mitschuldig am drohenden Kollaps der Ökosysteme“, so Miller.

NABU-Forderungen an die Ackerbaustrategie, die künftig zur Pestizidreduzierung in Deutschland beitragen soll: https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/landnutzung/landwirtschaft/lebensraum-acker-und-gruenland/25993.html

Empfehlungen der nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina für ein neues Pestizidzulassungsverfahren ...

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Geschäftsführungswechsel beim fesa e.V.

Freiburg, 2.4.19. Nathalie Niekisch übernimmt die Nachfolge als Geschäftsführerin von Diana Sträuber.

Anfang März gab es einen Wechsel in der Geschäftsführung des fesa e.V.: Nathalie Niekisch tritt die Nachfolge von Diana Sträuber an, die in den vergangenen sechs Jahren die Geschäfte des fesa e.V. geführt hat.

Nathalie Niekisch bringt sich seit Jahren in den bundesweiten Bemühungen für eine nachhaltige Entwicklung insbesondere im Bildungsbereich ein. Als Umweltpsychologin liegt ihr die Kommunikation von Klimawandel und dessen Folgen am Herzen – sie macht sich gerne für einen lösungs- anstelle eines problemorientierten Ansatzes stark. „Ich bin der Überzeugung, dass unsere Gesellschaft dringend positive Ansätze braucht, um den Herausforderungen des Klimawandels nachhaltig begegnen zu können.“, so Nathalie Niekisch. „Durch meine Beschäftigung beim fesa e.V. hoffe ich meinen Beitrag für eine kreative und bürgernahe Energiewende vor Ort leisten zu können.“

Diana Sträuber bleibt in der Region Südbaden und wird ihre langjährigen Erfahrungen weiterhin in den Dienst des Klimaschutzes stellen. “Es gibt in Südbaden bereits viele positive Ansätze zum Klimaschutz und genauso viele Herausforderungen. Im Moment bin ich dabei, hier meinen neuen Platz zu finden.”

Der fesa e.V.

Der fesa e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der sich seit 1993 erfolgreich für den Ausbau der Erneuerbaren Energien und für die Energiewende in der Region Freiburg engagiert. Mit unserer Arbeit sensibilisieren wir die Menschen für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz, schlagen mit innovativen Projekten neue Wege ein und schaffen über unser Netzwerk wichtige Kontakte zu Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Verbänden.

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