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Verschiedenes 

NABU: Lkw-Verkehr zügig elektrifizieren

Miller zum Nutzfahrzeuggipfel: Ladeinfrastruktur muss geschaffen werden / Maut braucht CO2-Komponente / Förderung von Gasantrieben muss sofort beendet werden

Berlin, 11.11.2020 – Anlässlich des heutigen Nutzfahrzeuggipfels des Bundesverkehrsministeriums fordert der NABU mehr Engagement der Bundesregierung bei der Elektrifizierung des Straßengüterverkehrs.

NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller kommentiert: „Es ist völlig unverständlich, dass die Umweltverbände nicht zu diesem Gipfel geladen wurden. Denn der Lkw hat ein gewaltiges Klimaschutzproblem. Ohne eine zügige Abkehr vom Diesel und die konsequente Umstellung auf elektrische Antriebe sind CO2- und Luftschadstoffemissionen des Straßengüterverkehrs nicht in den Griff zu kriegen. Technische Alternativen wie insbesondere der batterieelektrische Antrieb, aber auch die Wasserstoff-Brennstoffzelle sowie der Oberleistungs-Lkw stehen bereit und müssen zeitnah in relevanten Stückzahlen in den Markt kommen. Dafür brauchen wir die entsprechende Ladeinfrastruktur und verbesserte Rahmenbedingungen, etwa in Form einer CO2-abhängigen Maut. Vergünstigungen wie das Dieselprivileg und die Förderung von LNG-betriebenen Lkw hingegen müssen unverzüglich beendet werden.“

Selbstverständlich gelte es nach wie vor, primär die Vermeidung unsinniger Verkehre sowie eine Verlagerung auf umweltfreundlichere Verkehrsträger wie die Bahn voranzutreiben. Damit allein sei es aber nicht getan, weil damit zu rechnen ist, dass weiterhin erhebliche Mengen an Gütern auch per Lkw transportiert werden. Diese Fahrzeuge auf emissionsfreie Antriebe umzustellen, sei deshalb ein zentraler Hebel der nationalen und europäischen Klimaschutzbemühungen.

Daniel Rieger, Leiter Verkehrspolitik NABU: „Die Bundesregierung muss jetzt mit Nachdruck den Aufbau von Ladeinfrastruktur für batterieelektrische Lkw vorantreiben. Gerade im Verteilverkehr bis 26 Tonnen und auf Strecken bis 400 Kilometer stehen bereits heute entsprechende Fahrzeuge mit Batterietechnik zur Verfügung. Nun müssen Betriebshöfe, Verteilzentren und Autobahnrastplätze mit einer leistungsfähigen Infrastruktur ausgestattet werden. Mit Blick auf die nach wie vor höheren Anschaffungskosten der Fahrzeuge müssen fossile Kraftstoffe verteuert und der Einsatz von Grünstrom gefördert werden, um so frühzeitig Kostenparität erreichen zu können. Zentral ist hierbei die Einführung einer CO2-Komponente als Teil der Lkw-Maut.“

Allerdings blockiere Bundesverkehrsminister Scheuer eine entsprechende Richtlinie auf europäischer Ebene und bremse damit die Umstellung auf emissionsfreie Antriebe unnötig aus. Gleichzeitig fördere das Verkehrsministerium immer noch gasbetriebene Lkw, deren Klimanutzen höchst fraglich sei. Rieger: „Der Nutzfahrzeuggipfel muss Auftakt für eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Zukunftstechnologien im Lkw-Bereich sein und sich nicht in Selbstgefälligkeit der Hersteller und Träumereien von synthetischen und Biokraftstoffen verlieren.“








Veranstaltungen 

Wenig Vergangenheit, viel Zukunft? Slow Food verkostet robuste Rebsorten

Wenig Vergangenheit, viel Zukunft? Slow Food verkostet robuste Rebsorten
Weinberg (c) Weingut Zähringer

Weniger CO2-Belastung, weniger Pflanzenschutz, weniger Bodenbelastung – bei gleichem Genusswert: Pilzwiderstandsfähige Sorten können Weinbau nachhaltiger gestalten. Doch noch haben sie es schwer, sich gegen die Traditionssorten am Markt zu behaupten. Slow Food Deutschland (SFD) präsentiert die neuen Rebsorten während einer Online-Verkostung mit renommierten Wein-Expert*innen; am 4.12.2020 von 19 bis 20.30 Uhr.

Es gibt Rebsorten, die brauchen kaum Pflanzenschutz. Sie wehren sich zur Freude von Natur und Winzer*innen von allein gegen viele Krankheiten. Diese pilzwiderstandsfähigen Rebsorten – kurz PIWIs – sind ideal für nachhaltigen Weinbau. Dabei sind Weine aus diesen Sorten noch immer vergleichsweise unbekannt. Das möchte Slow Food ändern und stellt sechs Weine aus PIWI-Sorten in einer Online-Verkostung am 4. Dezember von 19 bis 20.30 Uhr vor. Eine Anmeldung ist bis 11. November möglich, damit der Versand der Weinpakete (6 Weine, 49 Euro) an die Teilnehmenden zeitlich noch funktioniert.

Durch den Abend führt die renommierte Sommeliere Natalie Lumpp. Im Gespräch mit Martin Wurzer-Berger (Slow Food Deutschland Weinkommission), Hanneke Schönhals (Jungwinzerin demeter und ECOVIN Weingut Schönhals), Paulin Köpfer (ECOVIN & PIWI-International) und Ulrich Amling (Tagesspiegel Berlin) erkundet sie Chancen und Möglichkeiten der PIWI-Rebsorten.

Selbst dem größten Reben-Feind bieten diese die Stirn: dem Mehltau. Wenn diese Pilzkrankheit PIWIs befällt, geht anders als bei traditionellen Rebsorten in den Zellen der Trauben ein faszinierender Mechanismus los: Sie verschließen die Öffnungen und verstärken die Zellwände; gleichzeitig reichert die Rebe die betroffenen Stellen mit antimikrobiellen Stoffen an. PIWI-Reben benötigen deswegen bis zu 70 Prozent weniger Pflanzenschutz und lösen so ein großes Problem: Weil viele klassische Rebsorten wie Riesling, Burgunder oder Silvaner anfällig für Pilzkrankheiten sind, werden Winzer*innen oft zu intensivem Pflanzenschutz gezwungen. Oder sie nehmen große Ausfall-Risiken in Kauf, wenn sie auf selbigen verzichten. Mehr als die Hälfte der in der EU eingesetzten Pilzschutzmittel landen daher im Weinberg – mit vielen negativen Folgen.

Für Slow Food entsteht eine ambivalente Situation: Einerseits haben traditionelle Sorten, an denen weitere kulinarische Erzeugnisse hängen, ihre eigene Berechtigung. Andererseits muss auch der Weinbau in Sachen Klima- und Artenschutz einen Beitrag leisten und den Pflanzenschutzeinsatz reduzieren. Um dem Dilemma zu entgehen, wären mehr PIWIs eine Lösung. „Diese Sorten tragen zum Erhalt wichtiger und einmaliger Kulturlandschaften in Harmonie mit ihrer Umwelt bei“, sagt die amtierende SFD-Vorsitzende Nina Wolff. „Obwohl aus ihnen auch hochwertige Weine entstehen, haben es die Sorten gegen die traditionellen Lieblingssorten der Deutschen aber noch immer schwer.“ In Deutschland wachsen nur auf etwa drei Prozent der Rebflächen Johanniter, Solaris, Cabernet Blanc, Regent und Co. Das ändert sich nur, wenn Verbraucher*innen zu Weinen aus den neuen Sorten greifen.

Können im Zuge von Klima- und Umweltveränderungen die pilzwiderstandsfähigen Rebsorten gute Alternativen sein? Und halten sie geschmacklich mit den altbewährten Sorten mit? Unter anderem auf diese Fragen wird die Verkostung von sechs PIWI-Weinen Antworten geben. Die Kosten für das Weinpaket (sechs Flaschen Wein inkl. Versand) inklusive der Veranstaltung belaufen sich insgesamt auf 49 Euro. Folgende Weine u.a. aus den PIWI EcoWinnern 2020 gibt es dafür:

• 2019 Helios Qualitätswein| trockenBioWeingut Schaffner| Bötzingen am Kaiserstuhl| Baden
• 2018 Cabernet Blanc Edition Qualitätswein| trocken Ökoweingut Stutz| Heilbronn| Württemberg
• 2019 Naturwein Souvignier Gris „Lösskindl“ | trocken Weingut Schmidt | Eichstetten | Baden
• 2018 Cabernet Cortis Qualitätswein| trocken Ökologisches Weingut Wedekind| Nierstein| Rheinhessen
• 2018 Regent Qualitätswein | trocken Timo Dienhart -Zur Römerkelter| Maring-Noviand| Mosel
• 2018*Samt und Seide*Qualitätswein| halbtrocken / feinherb Weingut Janson Bernhard| Zellertal| Pfalz

Anmeldung bis zum 11.11.2020 unter projektbeauftragte@slowfood.de: Bitte geben Sie mit an: Vorname, Name, Lieferanschrift, Telefon (falls es Nachfragen beim Versand gibt) und E-Mail.
Vom Weingut Kiefer, Bötzinger Str. 13, 79356 Eichstetten am Kaiserstuhl erhalten Sie die Weine sowie die Rechnung zugesandt. SFD lässt Ihnen die Zugangsdaten und technische Hinweise per E-Mail vor der Veranstaltung zukommen.
***
Die Online-Veranstaltungen finden im Rahmen der internationalen Slow-Food-Veranstaltung Terra Madre Salone del Gusto statt, die größte Veranstaltung der weltweit agierenden Bewegung. Aufgrund von COVID-19 bietet sie 2020 einer Mischung digitalen Angeboten und Präsenzveranstaltungen. Slow Food Deutschland möchte dabei Menschen bundesweit den Schutz von biologischer und kultureller Vielfalt ‚schmackhaft‘ machen.

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Verschiedenes 

NABU: Änderungen beim Bundesjagdgesetz nur erster Schritt

Krüger: Blei in der Jagdmunition muss endlich verboten werden

Berlin, 4.11.2020 – Heute hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner dem Bundeskabinett einen Vorschlag zur Änderung des Bundesjagdgesetzes vorgelegt. In der Präambel werden zwar wichtige Alternativen zum Änderungsvorschlag genannt – das bundesweite Verbot von Bleimunition, die Abschaffung des Abschussplans für Rehwild und die Einführung eines Schießleistungsnachweises – in den Gesetzestext wurde davon dann allerdings nichts übernommen.

„Der nach monatelangen Diskussionen vorgelegte Änderungsentwurf enttäuscht. So wie das Gesetz jetzt formuliert ist, wird es kaum spürbare Effekte bei der praktischen Jagdausübung geben. Dringender Handlungsbedarf besteht auch dabei, endlich das Schwermetall Blei in der Jagd zu verbieten“,so NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger.

Der NABU setzt sich seit Jahren dafür ein, dass Bleimunition bundesweit verboten wird. Das hochgiftige Schwermetall schadet der Natur und den Wildtieren. Vor allem Vögel, wie etwa Seeadler, verenden qualvoll an Blei-Munition. Aber auch für den Menschen ist Blei, welches über den Verzehr von mit bleihaltiger Munition erlegtem Wild aufgenommen wird, gesundheitsschädigend.

Die im Rahmen des Klimawandels rasante Veränderung der Wälder verdeutlicht die Dringlichkeit des Waldumbaus hinzu naturnahen Laubmischwäldern. Rehe, Hirsche und Wildscheine gehören zum Lebensraum Wald. Doch gerade diese Arten profitieren von einer intensiven Landwirtschaft und konnten sich in der Vergangenheit gut vermehren.

„Im Wald verhindern derzeit durch den Verbiss von jungen Bäumen vor allem Rehe den Waldumbau. Entsprechend begrüßen wir, dass die Jägerinnen und Jäger vermehrt ihren Beitrag zum Waldumbau leisten sollen. Die sogenannte Naturverjüngung spielt beim Waldumbau eine zentrale Rolle“, so der NABU-Waldreferent Stefan Adler.

Der NABU kritisiert darüber hinaus, dass andere relevante Aspekte der Jagd, wie die Reduzierung der Liste der jagdbaren Arten, die Einschränkung bzw. Untersagung der Jagd auf Flächen,die für den Natur-und Artenschutz ausgewiesen wurden oder ein Verbot der Fallen-, Beiz-und Baujagd gar nicht angesprochen wurde. Hier besteht weiter dringender Handlungsbedarf.

Der NABU bekennt sich ausdrücklich zu einer naturverträglichen Jagd als eine legitime Form der Landnutzung, wenn sie den Kriterien der Nachhaltigkeit entspricht und ethischen Prinzipien nicht widerspricht. So muss das erlegte Tier sinnvoll genutzt werden, die bejagte Art darf in ihrem Bestand nicht gefährdet sein und zum Zweck der Jagd nicht aktiv gefördert werden, Störungen in der Brut- und Aufzuchtzeit von Wildtieren sind zu reduzieren und natur- und artenschutzrechtliche Regelungen zu beachten.

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Verschiedenes 

NABU: Paragraph 13b sendet falsches Signal

Kabinett verabschiedet Novelle des Baugesetzbuchs / Miller: Flächenverbrauch wird so weiter erhöht

Berlin, 4.11.2020 – Am heutigen Mittwoch hat das Bundeskabinett die Novelle des Baugesetzbuchs (BauBG) verabschiedet. Darin enthalten ist auch eine Verlängerung des ausgelaufenen §13b BauGB, der das Bauen auf geschützten Flächen ohne Umweltprüfung und frühzeitige Behörden- und Bürgerbeteiligung im Eilverfahren ermöglicht. NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller kommentiert:

„Paragraf 13b fördert unkontrollierten, beschleunigten Flächenverbrauch. Er wurde eingeführt, um bezahlbaren Wohnraum für viele zu schaffen, tatsächlich schafft er nur Wohnraum für wenige besser Verdienende – und das an Orten, wo gar kein Wohnraum benötigt wird. Studien belegen, dass er in Großstädten faktisch nicht angewandt wird. Der Schutz unbebauter Landschaft wird so dauerhaft geschwächt. Schon jetzt werden in Deutschland pro Tag 56 Hektar Fläche versiegelt. Eine Verlängerung des Paragraphen widerspricht zudem den Erkenntnissen der Wissenschaft und sogar dem eigenen Ziel der Bundesregierung, den Flächenverbrauch drastisch zu senken. Wir appellieren dringend an die Mitglieder des Bundestages, sich in der parlamentarischen Abstimmung gegen eine Verlängerung von §13b BauGB zu entscheiden. Wir müssen den Verbrauch von Wiesen, Feldern und Wäldern dringend eindämmen.“

Das sehen offenbar auch viele Bürgerinnen und Bürger so. Eine vom NABU gestartete Online-Petition gegen die Verlängerung des Paragrafen 13b haben bisher schon mehr als 30.000 Menschen unterzeichnet.

Das Ziel der Bundesregierung, mit der Gesetzesnovelle zügig bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, begrüßt der NABU. Auch sind einige der vorgeschlagenen Instrumente im Grundsatz gut und richtig, etwa die Stärkung des kommunalen Vorkaufsrechts. Allerdings werden Aspekte wie Umwelt- und Klimafreundlichkeit nicht ausreichend berücksichtigt.

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Neue Wolfszahlen veröffentlicht: Mehr Wölfe, mehr illegaler Beschuss

Schulte: Artenschutzkriminalität muss stärker geahndet werden

Bonn, 2.1.2020 – Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat das Ergebnis des aktuellen Wolfmonitorings veröffentlicht. Im Monitoringjahr 2019/20 wurden in Deutschland 128 Wolfsrudel, 35 Paare und zehn territoriale Einzeltiere bestätigt. Das bedeutet einen Anstieg der Territorienzahl um 9% im Vergleich zum Vorjahr. Das weiterhin positive Wachstum war zu erwarten, da es in weiten Teilen der deutschen Kulturlandschaft hohe Wilddichten und geeigneten, noch nicht besetzen Lebensraum für Wölfe gibt. Auffällig ist jedoch, dass der Zuwachs deutlich geringer ausfällt als in den Jahren zuvor, in denen teils Wachstumsraten von 30% registriert wurden. Schwankungen können mitunter in der Natur einer Population liegen, von exponentiellem Wachstum kann daher keine Rede sein.

Neben der Verbreitung wird auch die Totfundstatistik aktualisiert: Seit 2000 starben 378 Wölfe im Verkehr, 50 Wölfe wurden hingegen mutwillig illegal getötet. Letztere wurden meist geschossen, doch auch geköpfte und absichtlich überfahrene Wölfe wurden gefunden. Neueste Erkenntnisse zeigen zudem: Sieben der 98 im Straßenverkehr verunfallten Wölfe des letzten Monitoringjahrs 2019/20 wurden zu Lebzeiten beschossen, was jedoch nicht zum Tod der Tiere führte. Dazu kommen elf Wölfe, die in diesem Zeitraum illegal getötet wurden. Diese Zahl steigt stetig, 2018/19 waren es acht, 2017/18 sechs illegal getötete (und gefundene Wölfe).

Die Aufklärungsrate dieser Straftaten ist verschwindend gering, die Dunkelziffer vermutlich hoch. Ralf Schulte, Teamleiter Artenschutz beim NABU Bundesverband: „Der Wolf ist eine streng geschützte Art, das Nachstellen und Töten der Tiere ist strafbar. Die Verfolgung der Täter*innen muss stärker voran getrieben werden.“ Artenschutzkriminalität wird in vielen Bundesländern immer noch als Kavaliersdelikt vernachlässigt. „Wir fordern die Länder auf, in ihren LKAs Stellen zu schaffen, die auf die Ermittlung von Artenschutzkriminalität spezialisiert sind. Neben Wölfen werden auch geschützte Greifvögel oder Luchse immer wieder Opfer illegaler Tötung. Diese Straftaten dürfen nicht bagatellisiert werden.“

Das BfN macht ebenfalls deutlich, dass der sogenannte „günstige Erhaltungszustand“ der hiesigen Wolfspopulation noch nicht erreicht ist. Forderungen nach offizieller Bejagung wird somit eine Absage erteilt. Marie Neuwald, NABU-Wolfsexpertin erklärt: „Aus fachlicher Sicht müssen Wölfe in Deutschland nicht bejagt werden. Aufgrund ihrer Territorialität wird es nie übermäßig viele Tiere auf einer kleinen Fläche geben. Auch als vorbeugende Herdenschutzmaßnahme ist Bejagung nachweißlich kein erfolgreiches Mittel. Wer das fordert, lenkt nur von wirklich hilfreichen, aber aufwendigeren Methoden wie Elektrozäunen und deren Förderung ab.“





Verschiedenes 

NABU: Kurswechsel für gesunde Meere

Fraktionsübergreifendes Parlamentarier*innengespräch beleuchtet Lösungsoptionen für die marine Raumordnung der Nord- und Ostsee bis 2040

Berlin, 30.10.2020 – Die aktuell bis Mitte nächsten Jahres entwickelten Raumordnungspläne legen die Nutzung der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) in Nord- und Ostsee für die nächsten Jahrzehnte fest. Damit stellt die Meeresraumordnung derzeit die Weichen für den Schutz, vor allem aber für die Nutzung der AWZ der deutschen Nord- und Ostsee. Das zuständige Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) grenzt dafür die Raumansprüche von Windkraft, Schifffahrt, Fischerei und Rohstoffabbau ab und kennzeichnet auch Naturschutzflächen.

„Im aktuellen Entwurf gibt es noch immer ein Ungleichgewicht zwischen Schutz und Nutzung, das mich besorgt. Selbst Schutzgebiete sind durch andere Nutzungen überlagert. Gesunde, ökologisch funktionsfähige Meere versorgen uns nicht nur mit Fisch, sind nicht nur Erholungsort, sondern sie sind unser Partner in der Klimakrise, denn sie speichern große Mengen CO2“, so NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger. Heute sind unsere Meeresökosysteme in einem schlechten Zustand. „Das heutige Gespräch hat gezeigt: Nur wenn wir dem Schutz der Meere ausreichend Raum geben, ist auch deren Nutzung langfristig gesichert." Ermutigend war das Signal des federführenden Innenministeriums, sich die Zeit für gut durchdachte Raumordnungspläne zu nehmen, die auch dem Naturschutz gerecht werden.

Einen besonderen Schwerpunkt legt der aktuelle Raumordnunsgentwurf auf den Ausbau der Windenergie auf See. Hier brauchen wir ein Umdenken: Auch der weitere Ausbau der Offshore-Windkraft muss sich innerhalb der ökologischen Belastungsgrenzen der Meere abspielen. Dazu gehört auch Wanderkorridore und Rastgebiete für Millionen von Zugvögeln und bedrohte Schweinswale zu erhalten. Ein weiterer Ausbau der Offshore-Windkraft wird nur mit Einschränkungen von Belastungen aus Rohstoffabbau, Schifffahrt oder Fischerei gelingen können.

Hintergrund

Die aktuell entwickelten Raumordnungspläne legen die Nutzung der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) in Nord- und Ostsee für die nächsten Jahrzehnte fest. Damit hat der Prozess eine Schlüsselfunktion auch für den Schutz von Nord- und Ostsee. Dennoch sind lediglich zwei öffentliche Beteiligungsphasen vorgesehen und keine parlamentarische Befassung. Selbst der Umweltausschuss ist nicht in den Prozess eingebunden. Daher luden die Bundestagsabgeordneten Steffi Lemke (Bündnis 90/Die Grünen), Dr. Klaus-Peter Schulze (CDU) und Frank Schwabe (SPD) heute gemeinsam mit dem NABU ein, um diesen entscheidenden Prozess für unsere Meere zu beleuchten und Transparenz im Verfahren einzufordern. Auch Industrievertreter*innen, Wissenschaftler*innen und relevante Behörden (Innenministerium, Umweltministerium, Bundesamt für Naturschutz) nahmen an dem Gespräch teil.

Video und weitere Infos zur Marinen Raumordnung online ...

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Verschiedenes 

NABU-Studie: Immer mehr Müll durch verpacktes Obst und Gemüse

NABU-Studie: Immer mehr Müll durch verpacktes Obst und Gemüse
Plastikmüll Picknick (c) NABU/S. Kühnapfel

Miller: Handel und Politik müssen endlich Abfallvermeidung in den Fokus stellen

Berlin, 27.10.2020 – Verpacktes Obst und Gemüse verursacht immer größere Müllberge. Wie eine neue Studie des NABU zeigt, gab es 2019 über 103.000 Tonnen Müll durch Vorverpackungen für frisches Obst und Gemüse. Das sind 10.000 Tonnen mehr als 2016. Noch immer werden über 60 Prozent dieser Waren verpackt verkauft. Die Ergebnisse spiegeln auch die heute veröffentlichten Daten des Umweltbundesamts (UBA) wieder, nach denen 2018 mit 19 Millionen Tonnen erneut ein Höchststand bei Verpackungsabfällen erreicht wurde.

„Die Ankündigungen von Politik und Handel, endlich die Verpackungsflut im Lebensmitteleinzelhandel einzudämmen, haben bisher keine Auswirkung. Hier wird eher umgepackt statt ausgepackt, etwa Plastik durch Pappe ersetzt. Zudem machen neue Trends Einsparungen an anderer Stelle wieder zunichte: Für die Ressourcenschonung bringt es nichts, wenn Salatgurke und Banane endlich ausgepackt werden, gleichzeitig aber für neue Mini-Sorten noch viel mehr Verpackungsmaterial verbraucht wird als vorher“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Wie die Studie der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung zeigt, setzt sich ein Trend vorausgegangener Untersuchen weiter fort: Obst und Gemüse wird zu oft in verkleinerten Verpackungsgrößen verkauft, so verursachen Beeren und Trauben inzwischen den meisten Verpackungsmüll, gefolgt von Tomaten. Neu ist, dass seit 2016 nicht nur der Kunststoffbedarf angestiegen ist, sondern auch der Verbrauch an Papier, Pappe und Karton. Letzterer war in den vergangenen Jahrzehnten stark rückläufig. Miller: „Der Handel muss endlich auspacken statt umpacken. Auch die Herstellung von Papierverpackungen hat stark negative Auswirkungen auf Umwelt und Natur. Daher dürfen auch sie nur dort eingesetzt werden, wo nicht auf Verpackungen verzichtet werden kann. Leider sieht man im Handel viel zu oft, dass auf Papier umgestellt wird, anstatt ganz auf die Verpackung zu verzichten.“

Der NABU fordert vom Handel, lose Ware zum Standard zu machen, auch wenn dies durch veränderte Logistikprozesse aufwendig ist. „Viele Sorten werden bereits auch lose verkauft. Das zeigt, dass sich unverpacktes Obst und Gemüse durchaus lange genug hält und sicher transportieren werden kann. Für besonders schutzbedürftige Produkte, wie Beeren. müssen endlich innovative Verpackungslösungen gefunden werden. Auch Mehrwegnetze, die inzwischen fast überall angeboten werden, machen nur Sinn, wenn lose Ware der Standard statt die Ausnahme ist. Hier müssen den Worten endlich Taten folgen“, so NABU-Verpackungsexpertin Katharina Istel.

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Veranstaltungen 

Historisches Baumfällen und stille Waldwanderung

Jetzt anmelden bei der Waldpädagogik Karlsruhe

Anfang November lädt die Waldpädagogik Karlsruhe zu mehreren Veranstaltungen ein, bei denen Interessierte den Wald aus ungewohnter Perspektive erleben können.

Am Samstag, 7. November, leitet Förster Martin Kurz von 9.30 bis 11.30 Uhr an, wie man mit historischen Werkzeugen einen Baum fällen und bearbeiten kann. Eine Woche später zeigen die Forstwirte vom Bergwald von 9 bis 13 Uhr, wie sie heute Holz schlagen und verarbeiten. Darüber hinaus findet eine Veranstaltung innerhalb der Woche der Stille statt: Am Samstag, 7. November, bietet Förster Bernd Struck von 14 bis etwa 17 Uhr eine stille Wanderung auf dem Schöpfungsweg im Wald bei Durlach an.

Der Besuch aller Veranstaltungen ist kostenlos und nur mit vorheriger Anmeldung möglich, entweder telefonisch unter 0721/133-7354 oder per E-Mail an waldpaedagogik@fa.karlsruhe.de. Alle Angemeldeten erfahren dann den jeweiligen Treffpunkt.

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