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Verschiedenes 

Das Coburger Fuchsschaf ist neuer Arche-Passagier

Das Coburger Fuchsschaf ist neuer Arche-Passagier
Coburger Fuchsschaf / Foto: slow food

Das Coburger Fuchsschaf ist die fünfte Schafrasse in der "Arche des Geschmacks". Das Projekt von Slow Food Deutschland schützt Nutztierrassen, Gemüse- und Obstsorten sowie traditionelle Lebensmittel vor dem Vergessen. Ziel der Aufnahme dieser deutschen Landschafrasse ist es, die Vielfalt und Qualität ihrer Erzeugnisse bekannt zu machen und so den Fortbestand der robusten und genügsamen Tiere zu sichern.

Das Coburger Fuchsschaf ist traditionell in den kargen Mittelgebirgslandschaften der fränkischen Regionen Bayerns, in der gesamten Rhön sowie im Württembergischen verbreitet. Meist hören wir von ihm im Plural: "Coburger Füchse" ist der gängige Begriff für diese Herdentiere. Allein in der Provinz Coburg machte es Anfang des 20. Jahrhunderts rund 60 Prozent des Schafbestandes aus. Es ist mittelgroß, hornlos und schlichtwollig, der Rumpf rundum mit einfacher Wolle bedeckt. Der schmale Kopf hat eine leicht nach außen gewölbte Nase und etwas abstehende Ohren. Besonders charakteristisch für das Coburger Fuchsschaf ist das leicht rötlich schimmernde Fell - das "goldenes Vlies". Seine Wolle hat ihm quasi das Leben gerettet, als das nationalsozialistische Ziel einer reinrassigen Tierzucht es fast auszurotten drohte. Denn der schwäbische Tuchmeister Otto Stritzel begann in den 1940er Jahren, die Coburger Füchse für die Herstellung von Tweedstoffen wieder zu züchten. So brachte er sie über den 2. Weltkrieg. Aber in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden schlichtwollige Tiere zunehmend unrentabel, sodass ihre Haltung rasant einbrach.

Seit den 1960er Jahren gelten Coburger Füchse als vom Aussterben bedroht. Sie haben überlebt, aber heute finden sich in Bayern kaum noch Böcke, die nicht spätestens in der fünften Generation miteinander verwandt sind. Es wirkt sich problematisch aus, wenn der Fokus auf Leistungsmerkmalen wie Bemuskelung sowie die Rate von Zwillings- und Drillingsgeburten liegt, die von Kraftfutterzugaben abhängen. "Dass es heute bundesweit noch rund 4.000 Tiere gibt, diese Leistung ist dem langen Atem der Schäferinnen und Schäfer zu verdanken. Um die genetische Vielfalt der Coburger Füchse zu erhalten, müssen aber auch die weniger beliebten Böcke mit Mähne in die Zucht einbezogen werden", betont Anita Idel, Tierärztin, Autorin und Mitglied der Slow-Food-Kommission für die Arche des Geschmacks. "Bis heute hält sich ihr guter Ruf. Dank ihres robusten und genügsamen Charakters sind die Coburger Füchse besonders für die Landschaftspflege geeignet", so Idel. Bekannt ist die Rasse weiterhin für verschiedene Wollerzeugnisse - von Kleidung und Decken über Pantoffeln und Taschen bis hin zu Walkstrickstoffen. Die Genossenschaft "Das goldene Vlies" vertreibt bundesweit die Fuchsschaf-Wolle. Das Fleisch der Coburger Füchse ist von hoher Geschmacksqualität, feinfaserig und dadurch zart. Aktuell ist der Verkauf Privatsache der Schafhalter. Wichtig sind daher die Kooperation der Schafhalter mit Gastronomen sowie Verbraucherinnen und Verbrauchern und neue Strategien für die Vermarktung und den Vertrieb. Als wichtiger Beitrag zum Schutz des Coburger Fuchsschafs gilt es, das wachsende Interesse für regionale Erzeugnisse zu nutzen. "Ich bin sicher, dass wir viele Menschen von dem Genuss und der Qualität des Fleisches überzeugen können. Dabei haben Köchinnen und Köche eine entscheidende Mittlerrolle: Sie leben ihren Gästen vor, was sich daraus alles Köstliches zubereiten lässt", so Idel optimistisch.

Details zum Coburger Fuchsschaf finden Sie online ...

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Verschiedenes 

Wildtierstiftung: Klimawandelleugner beeinflussen Wahlen

"Keine Windkraft im Wald": Wildtierstiftung, Klimawandelleugner, Kohlelobby & Wahlkampf in Hessen

Wildtierstiftung: Nach amerikanischem Vorbild beeinflussen Klimawandelleugner jetzt auch Wahlen in Deutschland

Ein neuer Filmspot der industrie- und kohlenahen Deutschen Wildtier Stiftung agitiert gegen Windkraft im Wald und läuft seit dem 13. September in den hessischen Kinos, um dort die Landtagswahlen zu beeinflussen. Jedes nicht gebaute Windrad verlängert die Laufzeit der Kohle- und Atomkraftwerke und verstärkt den Klimawandel. Wir fragen uns, wie die Wildtierstiftung an "die Kohle" für den teuren Kinospot kommt. Hier wäre spannend, einmal die "Spur des Geldes" zu verfolgen.
Wenn die RWE sich mit einer Anti-Windkraftkampagne in den hessischen Wahlkampf einmischen würde, dann würde jeder die Zusammenhänge erkennen. Die Bekämpfung der Energiewende und die Leugnung des Klimawandels wurde schon lange an gut getarnte "Vorfeldorganisationen" der Konzerne ausgelagert.
Von der Wahlkampf-Kinowerbung der Wildtierstiftung profitieren insbesondere die Klimawandelleugner von der AfD .

Industriegelenkte Schein-Bürgerinitiativen und Stiftungen, gut getarnte Vertreter der Atom- und Kohlelobby und industrienahe Klimawandelleugner haben in Deutschland mit den vorgeschobenen Argumenten jahrzehntelang gegen die Nutzung der Windenergie agitiert. Im Artikel "Kohle für Wildtierschützer" berichtet die Kontext Wochenzeitung über die Wildtierstiftung."Geld stinkt nicht, es regiert" schreibt -Die Zeit- über die Machenschaften der amerikanischen Lobby der fossilen Energien ...

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Buch- und CD-Tipps 

Volker Angres "Das Verstummen der Natur"

Volker Angres "Das Verstummen der Natur"
Volker Angres (c) privat

Buchpremiere von "Das Verstummen der Natur. Das unheimliche Verschwinden der Insekten, Vögel, Pflanzen – und wie wir es noch aufhalten können" mit den Autoren Volker Angres und Claus-Peter Hutter, im Gespräch mit Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt , Naturschutz und nukleare Sicherheit, sowie mit Olaf Tschimpke, Präsident Naturschutzbund Deutschland (NABU); Moderation: Nina Ruge

Montag, 22. Oktober 2018, um 15:30 Uhr
Urania Berlin eV, An der Urania 17, 10787 Berlin

Es wird still und einsam um uns: Seit Jahren wird der Verlust der Artenvielfalt beklagt. Dokumentiert wurde dieses Desaster schon in den 1980-er Jahren. Doch dieser dramatische Verlust ist nicht über Nacht entstanden, Alarmzeichen gab es genug. Dass es jetzt allerhöchste Zeit ist, unser Verhalten zu ändern und diesen apokalyptischen Entwicklungen entgegenzuwirken, dafür appellieren Claus-Peter Hutter und Volker Angres.

Mit ihrem Buch "Das Verstummen der Natur" machen die beiden Autoren deutlich, wie weit das Artensterben schon fortgeschritten ist. Sie beschreiben die Ursachen und zeigen schonungslos, wie sehr die Politik versagt hat. Doch bei aller Besorgnis sehen sie auch Grund zur Hoffnung: Viele kleine Initiativen beweisen nämlich, dass wir alle mithelfen können, das Artensterben zu stoppen.





Verschiedenes 

NABU: Vogelschutz im Stromnetz muss besser werden

Bundesweite Erfassung von toten Vögeln an Stromleitungen läuft seit einem Jahr

Berlin – An den über 60.000 Kilometer Hoch- und Höchstspannungstrassen, die Deutschland durchziehen, verenden nach einer NABU-Studie 1,5 bis 2,8 Millionen Vögel pro Jahr. Um hier genauere Daten zu erhalten, haben der NABU und die Renewables Grid Initiative (RGI) 2017 eine Hotline und eine Online-Meldemöglichkeit für Vogelfunde an Stromtrassen eingerichtet. „Wir möchten Klarheit darüber, wie viele Vögel an Freileitungen sterben und welche Arten besonders betroffen sind“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Es ist außerdem wichtig, dieses Naturschutzproblem bekannter zu machen. Mit überschaubarem Aufwand kann die Zahl der Vögel, die mit Leitungen kollidiert, verringert werden.“

Die bisher eingegangen Meldungen zeigen, dass Stromleitungen aller Spannungsebenen tödliche Risiken für Vögel bedeuten können. Schwäne, Kraniche und Gänse führen die Liste der Kollisionsopfer an, also Vögel deren Sehvermögen an offene Landschaften angepasst ist und die zu schwerfällig sind, um abrupt Hindernissen ausweichen zu können und gegen die Leitungen fliegen.

„Die vier für das Höchstspannungsnetz verantwortlichen Übertragungsnetzbetreiber haben neben ihrem langjährigen Engagement an eigenen Leitungsabschnitten die Einrichtung des Meldeportals unterstützt, um erstmals Daten im gesamten Bundesgebiet systematisch erfassen und analysieren zu können“, so Antina Sander, Projektkoordinatorin der Renewables Grid Initiative. Auch viele Verteilnetzbetreiber haben ein großes Interesse an einer fundierten Informationslage zur Lösung dieses Problems. In deren Verantwortungsbereich verenden auf ungesicherten Strommasten der kleineren Mittelspannungsleitungen außerdem noch immer viele Greifvögel, Eulen und Störche durch Stromschläge.

Bei den bisher 30 Meldungen mit insgesamt 87 Vögeln handelt es sich um Zufallsfunde und keine systematischen Kontrollen. „Die Meldungen sind ein erster Hinweis, um Leitungsabschnitte zu identifizieren, an denen Vögel sterben. Je mehr Funde uns übermittelt werden, desto besser wissen die Netzbetreiber, wo sie etwa Vogelschutzmarkierungen anbringen müssen oder welche Gebiete sie bei der Netzausbauplanung besser umgehen sollten“, so NABU-Vogelschutzexperte Eric Neuling.

Die Naturschutzbehörden der Länder sind dafür verantwortlich, die Sicherung von Leitungen voranzutreiben. Bis auf Brandenburg und Thüringen gibt es aber in keinem Bundesland eine zentrale Erfassung solcher Funde. Die Meldemöglichkeit von NABU und RGI soll durch eine bundeseinheitliche Fallsammlung, Auswertung und Information an die Netzbetreiber diese Lücke schließen.

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Verschiedenes 

Regierungsgutachten schlägt höhere Grundpreise für Verbraucher vor

Regierungsgutachten schlägt höhere Grundpreise für Verbraucher vor
Klaus Müller, Vorstand des vzbv (c) vzbv - Gert Baumbach

- Private Verbraucher sollen bei den Stromkosten erneut für zusätzliche Privilegien der Industrie aufkommen.
- vzbv fordert: Der Anstieg beim Grundpreis muss gestoppt werden.
- Die Netzkosten müssen künftig fair finanziert werden.

Heute wird die EEG-Umlage für das Jahr 2019 bekanntgegeben. Auch wenn sie aller Voraussicht nach leicht sinkt – bei gleichzeitig steigenden Börsenpreisen –, bleiben Stromkosten ein Ärgerthema für Privathaushalte: Die Offshore-Netzumlage, die zum Jahr 2019 eingeführt wird, geht vor allem zu ihren Lasten, während die Industrie entlastet wird. Zudem kommt ein Gutachten im Auftrag der Bundesregierung zu dem Ergebnis, dass private Verbraucher zusätzlich zum Netzentgelt ein anschlussbezogenes Entgelt bezahlen sollen. Das würde die unfaire Finanzierung der Stromkosten weiter verschärfen, kritisiert der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).

„Die Bundesregierung treibt die unfaire Verteilung der Stromkosten weiter voran. Private Verbraucher werden über die Offshore-Netzumlage erneut für zusätzliche Industrieausnahmen zur Kasse gebeten. Und es droht weiteres Ungemach bei den Netzentgelten. Die Bundesregierung darf die Stromkosten nicht weiter zu Lasten der privaten Haushalte umschichten”, sagt Klaus Müller, Vorstand des vzbv.

Offshore-Netzumlage zu Lasten der Verbraucher

Im vergangenen Jahr hat die Bundesregierung beschlossen, dass die Kosten für den Anschluss von Offshore-Windparks an das Stromnetz nicht länger über die Netzentgelte finanziert werden, sondern in die neue Offshore-Netzumlage umgeschichtet werden. Das führt zwar dazu, dass je nach Region Netzentgelte für die privaten Verbraucher sinken. Allerdings fällt die Entlastung für die Industrie deutlich höher aus.

So soll nach Angaben des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz in seinem geographischen Bereich ein Durchschnittshaushalt mit einem Verbrauch von 4.000 Kilowattstunden im Jahr nur zehn Euro einsparen. Das entspricht einem Prozent der Stromrechnung oder weniger. Aus den veröffentlichen Zahlen von 50Hertz lässt sich ableiten, dass der Einsparungseffekt eigentlich dreimal so hoch sein müsste. Die Differenz kommt damit anderen zugute: Nach Angaben von 50Hertz kann ein Industriebetrieb mit 4.000 Betriebsstunden im Jahr vier Millionen Euro bzw. 20 Prozent seiner Netzentgelte einsparen.

Und damit nicht genug: Bei der neuen Offshore-Netzumlage wird die Industrie analog der EEG-Umlage fast vollständig von den Kosten befreit, während die privaten Verbraucher den vollen Betrag und zusätzlich die Ausnahmen der Industrie stemmen müssen. Die Bundesregierung hat bereits angedeutet, dass die neue Umlage, die heute bekanntgegeben wird, 2019 mindestens bei 0,345 Cent/kWh liegen wird. Für den Durchschnittshaushalt ergibt sich also eine Zusatzbelastung von mindestens 13,80 Euro. Unter dem Strich zahlen die privaten Verbraucher wieder einmal drauf.

Neue Kostenbelastung droht

Kritisch aus Verbrauchersicht ist auch die Idee, dass private Verbraucher zusätzlich zum Netzentgelt pro Netzanschluss ein anschlussbezogenes Entgelt bezahlen sollen. Diesen Schritt schlägt eine aktuelle, von der Bundesregierung beauftragte Studie vor. Der vzbv lehnt das in einer Stellungnahme zur Studie ab. Denn damit würde sich der Grundpreis am Netzentgelt weiter erhöhen. Das gilt insbesondere für Haushalte, die sich nicht zu einem Gemeinschaftsanschluss zusammenlegen lassen.

„Der Vorschlag ist alarmierend. Private Verbraucher sind bereits jetzt von einem starken Grundpreisanstieg von etwa 63 Prozent in den letzten fünf Jahren betroffen. Sollte ein anschlussbezogenes Entgelt kommen, würde das einen weiteren deutlichen Anstieg der Grundpreise bedeuten. Das ist nicht tragbar. Das Netzentgelt für private Verbraucher muss gesenkt und gerechter verteilt werden“, so Klaus Müller.

Hintergrund: Netzentgelte

Netzentgelte werden für den Bau und den Betrieb der Netze erhoben und machen etwa ein Viertel des Strompreises der privaten Verbraucher aus. Die Zusammensetzung der Netzentgelte wurde zuletzt im Jahr 2017 geändert: Mit der Reform des Netzentgeltmodernisierungsgesetzes werden ab 2019 die Anschlusskosten für die Offshore-Windparks in Höhe von 1,2 Milliarden Euro aus den Netzentgelten herausgelöst und in die Offshore-Netzumlage überführt. Die Höhe dieser Umlage wird am 15. Oktober zusammen mit der EEG-Umlage für 2019 bekannt gegeben. Die Übertragungsnetzbetreiber haben ihren Anteil an den Netzentgelten vorläufig für 2019 schon bekanntgegeben. Die Höhe des Entgeltes der Verteilnetzbetreiber steht noch aus.

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Verschiedenes 

Entscheidung über Ostsee-Fanggrenzen 2019

Am 15. Oktober 2018 setzt der EU-Ministerrat die Fanggrenzen für die zehn wirtschaftlich bedeutendsten Fischbestände in der Ostsee für 2019 fest - darunter sind die für die deutsche Fischerei besonders wichtigen Arten Hering und Dorsch. Slow Food fordert die EU dazu auf, sich bei ihren Beschlüssen an die wissenschaftlichen Empfehlungen sowie an die eigene Gesetzgebung zu halten. Diese verspricht ein Ende der Überfischung bis 2020.

In ihrer Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) hat die EU rechtsverbindlich beschlossen, bis 2020 alle EU-Fischbestände auf einem ökologisch vertretbaren Niveau zu bewirtschaften. Für das Zustandekommen dieser verbindlichen Frist ist Slow Food Deutschland im Vorfeld der GFP-Reform 2013 vehement eingetreten. Denn nur ein umsichtiges Fischereimanagement und gesunde Fischbestände beugen dem Verlust biologischer Vielfalt vor, sichern dauerhaft gute Fänge, lokale Lebensmittelversorgung und den Lebensunterhalt von (Klein)Fischern und Verarbeitern. Sie erhalten die kulturelle Identität von Küstengemeinschaften und schaffen die Basis für verantwortungsvollen Fischverzehr.

Fast fünf Jahre nach Inkrafttreten der Reform hat eine kürzlich durchgeführte Überprüfung der Umsetzung der GFP durch den Wissenschafts-, Technik- und Wirtschaftsausschuss für Fischerei (STECF) gezeigt, dass die bislang erzielten Fortschritte zu langsam sind. Allein 2016 wurden noch immer 41 Prozent der Bestände im Nordostatlantik übermäßig befischt. Ein aus Slow-Food-Sicht verheerendes Ergebnis. Dazu Nina Wolff, Fisch-Expertin bei Slow Food Deutschland: "2020 steht quasi vor der Tür. Die Verbraucherinnen und Verbraucher erwarten zurecht, dass der Staat und die Staatengemeinschaft nun endlich die Reißleine ziehen, die Grundlage für einen gewissenhaften Fischkonsum schaffen und ihnen im Sinne der EU-Regeln nachhaltig gefangenen Fisch anbieten". Es ist auch Aufgabe des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) dafür zu sorgen, dass für alle Fischbestände Fanggrenzen im Einklang mit den wissenschaftlichen Empfehlungen des Internationalen Rates für Meeresforschung festgelegt werden. "Wir begrüßen es sehr, dass das BMEL Verbraucherinnen und Verbraucher zu mehr Wertschätzung für Lebensmittel auffordert. Doch muss die Politik selber ihre Vorbildfunktion konsequenter wahrnehmen und ihre Wertschätzung für lebende Ressourcen wie Fische unter Beweis stellen. Das kann sie, indem sie bei ihrer Gewinnung die natürlichen Grenzen der Reproduktion respektiert. Hierfür trägt Bundesministerin Julia Klöckner die Verantwortung", erklärt Wolff.

Die Meere dürfen nicht länger Spielfeld wirtschaftlicher Interessen sein. Slow Food fordert von der Politik und der Zivilgesellschaft gleichermaßen, sie als wichtige Nahrungsquelle und Gemeingut anzuerkennen. "Verbraucherinnen und Verbraucher, Gastronomie und die gesamte Ernährungsbranche stehen in der Pflicht, wenn es um verantwortungsvollen Fischverzehr geht. Doch Voraussetzung dafür sind nun einmal die verantwortungsvolle Fischerei sowie politische Entscheidungsträger, die mit neuen und zukunftsfähigen Standards dafür sorgen, dass es um den Fischkauf weniger komplex gestellt ist. Zu hohe Fangquoten und die nicht abreißenden Meldungen von Überfischung und Fischverschwendung durch Rückwürfe zerstören das Vertrauen nicht nur in Fischprodukte, sondern auch in Politik und Institutionen", sagt Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland.

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Verschiedenes 

NABU und LBV: Feldlerche ist Vogel des Jahres 2019

NABU und LBV: Feldlerche ist Vogel des Jahres 2019
Feldlerche (C) NABU, Manfred Delpho

Typischer Agrarvogel im Sinkflug - Jede dritte Feldlerche verschwunden - Start der Mitmach-Aktion "Meine 114 Euro"

Berlin/Hilpoltstein – Der NABU und sein bayerischer Partner LBV, Landesbund für Vogelschutz, haben die Feldlerche (Alauda arvensis) zum „Vogel des Jahres 2019“ gewählt. Mit der Auswahl verbinden die Verbände die Forderung nach einer grundlegenden Änderung der europäischen Agrarpolitik. Auf den Star, Vogel des Jahres 2018, folgt ein weiterer Vogel der Agrarlandschaft. Damit küren der NABU und der LBV die Feldlerche zum zweiten Mal zum „Vogel des Jahres“ nach 1998.

„Diese Ehre wurde bisher nur wenigen Vögeln zuteil. Trotz aller Anstrengungen war die erste Wahl zum Vogel des Jahres leider nicht genug, um die Art zu retten. Denn der alarmierende Rückgang bei den Beständen dieses ehemaligen Allerweltsvogels setzte sich fort“, sagt Heinz Kowalski, NABU-Präsidiumsmitglied.

„Nur noch wenige kennen und hören den Gesang der Feldlerche am Himmel. Intensivkulturen mit Wintergetreide, Mais und Raps, fehlende Brachflächen und der Rückgang von Insekten verringern ihren Lebensraum und ihre Nahrungsgrundlage“, sagt Norbert Schäffer, LBV-Vorsitzender.

Die Feldlerche steht als Jahresvogel auch stellvertretend für andere Feldvögel wie Kiebitz und Rebhuhn, denen es zum Teil sogar noch schlechter geht. Die immer intensivere Landwirtschaft ist zum Hauptgrund für das Artensterben in Europa geworden. NABU und LBV fordern deshalb für die derzeit laufenden Verhandlungen über die künftige EU-Agrarpolitik ein radikales Umsteuern. Derzeit fließen jährlich 58 Milliarden Euro Agrarsubventionen überwiegend als pauschale Flächenprämien an Landwirte. Das sind 114 Euro pro EU-Bürger. Diese Gelder müssen künftig statt in Massenproduktion gezielt für eine naturverträgliche Landwirtschaft investiert werden, um Arten wie die Feldlerche zu retten. Bisher haben sich jedoch weder die Bundeskanzlerin noch ihre Agrarministerin Julia Klöckner am Verhandlungstisch in Brüssel klar dazu bekannt. Die Feldlerche – und mit ihr unsere ländlichen Lebensräume mit ihrer ganzen Artenvielfalt – haben jedoch nur eine Chance, wenn die Bundesregierung auf EU-Ebene die Weichen der Agrarpolitik richtig stellt.

NABU und LBV rufen bei der Mitmach-Aktion „Meine 114 Euro“ Bürgerinnen und Bürgern auf, ihre Wünsche an eine Agrarreform EU-Parlamentariern aus ihrem Wahlkreis zu übermitteln und so zur Rettung der Feldlerche und anderer Feldvögel beizutragen.

Mit zwischen 1,3 und 2 Millionen Revieren gehört die Feldlerche immer noch zu den häufigen Vögeln Deutschlands. Allerdings befinden sich ihre Bestände in einem deutlichen Sinkflug. Ein Drittel der Feldlerchen sind in den vergangenen 25 Jahren verschwunden. Zwischen 1990 und 2015 gab es einen Bestandsrückgang um 38 Prozent, wie offizielle Monitoringdaten des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten belegen. Aus vielen Gebieten Deutschlands ist die Feldlerche bereits völlig verschwunden.

Die Nahrung der Feldlerche ist abhängig von den Jahreszeiten. In den kalten Monaten begnügt sie sich mit Pflanzenteilen und Sämereien. Im Frühling kommen Insekten, Regenwürmer oder andere Kleintiere dazu, die besonders für den Feldlerchen-Nachwuchs ein wichtiges Kraftfutter sind.

Die Feldlerche kann in der heutigen Agrarlandschaft wegen der schnell und dicht aufwachsenden großflächigen Intensivkulturen oft nur noch eine Brut aufziehen. Wo auf riesigen Flächen nur noch undurchdringbares Wintergetreide, Raps oder Mais wachsen, fallen die überlebenswichtigen zweiten und dritten Bruten aus. Wenn die Lerchen deswegen auf die vegetationsfreien Fahrspuren im Feld ausweichen, werden sie häufig Opfer von Nesträubern oder von Maschinen überrollt. Heute fehlt meist die Auflockerung der Landschaft durch Brachen, Sommergetreide oder extensiv genutztes Grünland, wo die Vögel auch im späten Frühjahr noch brüten könnten. Hielten sich 1990 noch Brach- und Maisanbauflächen die Waage, gab es 2010 bereits zwanzig Mal mehr Maisflächen. Auch in Überwinterungsgebieten des Zugvogels haben sich die Nahrungsbedingungen für den Zugvogel durch die Intensivierung der Landwirtschaft und durch Pestizide weiter verschlechtert.

Der Feldlerche hilft dann auch ihre perfekte Tarnung nicht mehr. Mit nur 16 bis 18 Zentimetern Körperlänge und der beige bis rötlich-braunen Gefiederfärbung an der Oberseite ist sie im Stoppelfeld gut getarnt. Ihr einziger Schmuck besteht aus feinen, schwarzbraunen Längsstreifen und Strichen am Oberkopf und einer kleine Federhaube.

Unsere Ohren nehmen Feldlerchen eher wahr als die Augen. Die Männchen singen meist im Flug aus einer Höhe von 50 bis 200 Metern, wo sie mit bloßem Auge kaum mehr zu erkennen sind. Ihr scheinbar endlos tirilierender Gesang bildet die traditionelle Klangkulisse unserer Agrarlandschaft. War es früher oft unmöglich, aus diesem Geräuschteppich einen einzelnen Vogel herauszuhören, ist es heute eine Freude, überhaupt eine Lerche zu hören. In manchen Gegenden ist der Himmel über den Feldern sogar bereits stumm.

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Landwirtschaft am Scheideweg

Landwirtschaft am Scheideweg
Foto: Slow Food

Zivilgesellschaftliches Bündnis fordert öffentliche Auseinandersetzung um die Zukunft der Ernährung und veröffentlicht zum Welternährungstag 2018 eine neue Streitschrift. Slow Food Deutschland unterstützt dies als Partner.

Die Missernte des Sommers 2018 zeigt, dass die industrielle Landwirtschaft dem Klimawandel nicht gewachsen ist. Im Gegenteil: Sie feuert ihn weiter an. Sie zerstört die Bodenfruchtbarkeit, erschöpft die Wasservorräte und beschleunigt den Artenschwund. Die Ernährung zukünftiger Generationen steht auf dem Spiel.

Die seit Jahrzehnten fehlgeleitete Agrarpolitik ebenso wie die Untätigkeit politischer Entscheidungsträger darf nicht länger hingenommen werden. In dieser Überzeugung fordert ein breites Bündnis der deutschen Zivilgesellschaft eine öffentliche Debatte über die Zukunft unserer Ernährung. Dazu stellt es heute in Berlin die Streitschrift "Landwirtschaft am Scheideweg - Nur eine ökologische Landwirtschaft kann zehn Milliarden Menschen ernähren" vor. Im Vorfeld des Welternährungstags am 16. Oktober 2018 fordert das Bündnis aus Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V., NABU - Naturschutzbund Deutschland e.V., Naturfreunde Deutschland e.V., Slow Food Deutschland e.V. und Institut für Welternährung - World Food Institute e.V. eine ökologische Wende: "Jetzt geht es um eine grundlegende Veränderung, um ein innovatives und ganzheitliches Agrar- und Ernährungssystem, das sich in biologische Kreisläufe und ökologische Netzwerke einpasst, das auf soziale Beziehungen und ökonomischen Ausgleich setzt und damit die Ernährung auf Generationen hinaus sichert, ohne die ökologischen Grenzen unseres Planeten zu überschreiten." Die Mitunterzeichner setzen vor allem auf die Zivilgesellschaft. Sie rufen dazu auf, die gegenwärtige politische Blockade einer Ernährungswende durch zivilgesellschaftliche Aktionen zu durchbrechen. Das Bündnis:

verlangt, dass öffentliche Mittel der Bundesrepublik wie der Europäischen Union nur für ökologische Leistungen der Landwirtschaft vergeben werden.

unterstützt die neue Ernährungsbewegung in Deutschland, die ökologische Ernährungskonzepte als Teil lokaler und regionaler Politik entwickelt.

dringt darauf, dass Kommunen und Kirchen für ihren großen Grundbesitz nur noch Pachtverträge abschließen, die ökologisches Wirtschaften fördern.

fordert die Zivilgesellschaft auf, Signale der Veränderung durch Desinvestment aus den Aktien der Agrar- und Ernährungsindustrie zu setzen.

fordert, dass Pestizide aus der Produktion verbannt werden, ebenso wie Antibiotika aus der Tierhaltung.

Für die Initiatoren der Streitschrift ist die ökologische Transformation der Landwirtschaft eine globale Herausforderung. Sie startet als ein europäisches Projekt, das in den Regionen beginnt und von einer wachen Zivilgesellschaft getragen wird.

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