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Verschiedenes 

Welternährungstag 2021

Welternährungstag 2021
Nachhaltige Ernährungssysteme (c) meerfreiheit

Slow Food fordert integrierte Ernährungspolitik

Der Welternährungstag weist am 16. Oktober jährlich darauf hin, dass weltweit Millionen Menschen weiterhin Hunger leiden. Zugleich belasten die steigenden Kosten für Zivilisationskrankheiten im Zusammenhang mit industriellen Lebensmitteln und daran angepassten Ernährungsgewohnheiten das Gesundheitssystem. Zwei Extreme, welche die Schieflage unseres Ernährungssystems deutlich machen. Hinzu kommen die Auswirkungen der Ernährung auf die Klima- und Biodiversitätskrise. Slow Food Deutschland fordert deswegen eine integrierte Ernährungspolitik, die über politische Ressortgrenzen hinweg eine ökologische Produktion und faire Ernährungsumgebung verwirklicht.

Die industrielle Erzeugung und Verarbeitung von Lebensmitteln machen den Planeten und uns Menschen krank. Die jährlichen Folgekosten dieses Systems schätzt die Zukunftskommission Landwirtschaft auf 90 Milliarden Euro. Vor diesem Hintergrund fordert Slow Food Deutschland (SFD) die künftigen Regierungsverantwortlichen dazu auf, Ernährung zu einem zentralen Politikfeld zu entwickeln und eine integrierte Ernährungspolitik zu schaffen. Diese bedarf eines konsolidierten Fundaments in Form einer institutionellen Ausgestaltung, um alle Menschen gut, sauber und fair zu versorgen.

Dazu Nina Wolff, SFD-Vorsitzende: „Die immer komplexeren Herausforderungen in Umwelt und Gesellschaft machen es unausweichlich, Gesundheit, Soziales, Umwelt und Klima sowie Tierwohl zusammen, statt in verschiedenen oder gar konkurrierenden Politikfeldern zu denken. Eine Ernährungspolitik als ganzheitliche Steuerungsaufgabe ist die Voraussetzung, um uns innerhalb der planetaren Grenzen zu bewegen und zu ernähren und unsere Lebensgrundlagen zu sichern. Ob uns das gelingt, darüber wird die nächste Legislatur entscheiden. Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung wäre eine ganzheitliche Ernährungsstrategie als gesamtgesellschaftliche und ressortübergreifende Aufgabe.“

Für die Transformation des Ernährungssystems ist Slow Food national wie international tätig und auf der Suche nach Zukunftslösungen – sowohl politisch als auch kulinarisch. Die Bewegung ist davon überzeugt, dass es neben Weichenstellungen seitens der Politik und der Unterstützung der Erzeuger*innen das Engagement und das Einvernehmen der Verbraucher*innen braucht, um diese Veränderung mitzutragen. Dafür müssen Genuss und Verantwortung zusammenspielen.

Am diesjährigen Welternährungstag widmet sich Slow Food Deutschland zusammen mit Expert*innen und Verbraucher*innen im fränkischen Aischgrund der nachhaltigen Teichwirtschaft und der Frage, unter welchen Voraussetzungen Aquakultur positive Beiträge zur Welternährung leisten kann. Teichwirtschaften haben das Potential, Menschen mit hochwertigem, eiweißreichen, regional erzeugten Lebensmitteln zu versorgen und sind gleichzeitig Hotspots der biologischen Vielfalt. Im Fokus steht der Karpfen – für Slow Food ein “Fisch der Zukunft“, der ein positiveres Image verdient.

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Verschiedenes 

Botschafter*innen für die Ernährungswende

Botschafter*innen für die Ernährungswende
Chef Alliance SFD (c) meerfreiheit

Chef Alliance von Slow Food Deutschland feiert fünfjähriges Jubiläum

Die Chef Alliance Deutschland gründete sich vor fünf Jahren beim Terra Madre Salone del Gusto in Turin - der größten internationalen Slow-Food-Veranstaltung. Inzwischen ist sie ein lebendiges und weiterhin wachsendes Netzwerk mit bundesweit aktuell 64 Köch*innen. Sie eint das Ziel, Verantwortung für ihre eigene Leidenschaft und den Genuss ihrer Gäste zu übernehmen. Die gastronomische Landschaft kann so Orte der Ernährungswende schaffen.

Unter dem Dach der Chef Alliance (CA) versammeln sich Köch*innen, die täglich kreativ, leidenschaftlich und bedacht mit dem Thema Essen und Ernährung umgehen. Ob selbstständig oder angestellt in Kantinen, Restaurants, Markthallen und Bistros, oder auch als Dozent*in für Ernährung in Bildungseinrichtungen oder Kochschulen – die Mitglieder wissen, dass die Aufgaben der Ernährungswende enorm sind und möchten eine wichtige Mittlerrolle übernehmen und zukunftsweisende Impulse setzen. Denn je nachhaltiger die Gastronomie wird, umso positiver kann ihr Einfluss auf die Lebensmittelwertschöpfung und -netzwerke in den Regionen sowie auf die Verbraucher*innen sein. Die CA-Köch*innen möchten ihren Gästen eine für Mensch und Planet gesunde Ernährung mit allen Sinnen erlebbar machen und zeigen, dass Genuss und Verantwortung auf einen Teller passen und gehören.

Für die CA ist Genuss von der Wahl des Lebensmittels und dem Wissen um dessen „Wurzeln“ abhängig. Sie setzt sich u. a. dafür ein, die biologische und kulturelle Vielfalt zu erhalten, fair zu handeln gegenüber Mensch, Tier und Umwelt. Fairness und Transparenz werden auch im Netzwerk selber groß geschrieben. Dazu Luka Lübke, Sprecherin der Chef Alliance: „In unserer Berufsgruppe ist Konkurrenz oft vorherrschend. In der Chef Alliance hingegen wünschen und suchen wir untereinander den Schulterschluss. Nur wenn wir zusammen auftreten, können wir lauter werden und wachsen.“

Das Aufnahmeverfahren in die CA ist umfänglich. Die Kommission interviewt die Kanditat*innen sowie ausgewählte Lieferant*innen und wirft einen Blick auf ihre Speisepläne und Menüs. „Wenn wir unser gesellschaftspolitisches Engagement ernst meinen, brauchen wir Kriterien, die uns von denen unterscheiden, die ihren Speisekarten einen ‚grünen‘ Stempel verleihen, ohne wirklich danach zu handeln“, erklärt Lübke. „Es ist Teil der Netzwerk-Arbeit, dass wir uns in unserem Tun stetig reflektieren, voneinander lernen und überlegen, wie wir Genuss innerhalb der planetaren Grenzen zum Gast bringen.“ Für die 64 Köch*innen ist das eine Art Bildungsauftrag, dem sie sich verschreiben.

Zeitgleich mit dem Jubiläum erhielten am gestrigen Mittwoch drei Köch*innen die Tierschutz-Kochmütze der Schweisfurth Stiftung: Jens Witt vom ‚Wackelpeter‘, Sebastian Junge vom ‚Wolfs Junge‘ und Renate Lieb von ‚Zur Scheunenwirtin‘. Insgesamt tragen inzwischen fünf CA-Mitglieder diese Auszeichnung. Weitere sechs sind Bio-Spitzenköch*innen und vier tragen den MICHELIN Grüner Stern. Am Samstag (16.10.) lädt die Chef Alliance zu Simon Kaiser ins ‚Esszimmer‘ zum Jubiläums-Menü ein. Sieben Köch*innen setzen ein 5-Gang-Menü um.

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Elefantenkuh Saida zieht von Leipzig in den Zoo Karlsruhe

Elefantenkuh Saida zieht von Leipzig in den Zoo Karlsruhe
Elefantenkuh Saida (c) Foto: Zoo Leipzig

Neue Bewohnerin der Altersresidenz für Asiatische Elefanten

Mit ihren 48 Jahren ist Saida schon im Seniorenalter. In die Altersresidenz für Asiatische Elefanten im Zoo Karlsruhe wird sie mit ihrer Betagtheit jedoch gut passen. Bislang lebt die Elefantenkuh im Zoo Leipzig, im Laufe der Woche soll sie voraussichtlich von Sachsen ins Badische umziehen.

Mit der Altersresidenz für Asiatische Elefantenkühe wurde im Masterplan des Zoologischen Stadtgartens Karlsruhe ein besonderes Tierschutzprojekt verankert. Es können Zirkuselefanten aufgenommen werden, die nicht mehr reisen sollen. Auch eine Übernahme von älteren Zooelefanten ist möglich. Es ist das erste Projekt seiner Art in Europa.
Die Anlage ist speziell auf die Bedürfnisse älterer Tiere ausgerichtet. So besteht in der Innenanlage die Möglichkeit, dass sich Tiere, die nicht mehr abliegen können, an großen Stämmen Kopf oder Po auflegen und sich somit beim Schlafen im Stehen besser entspannen können. Auch ist eine Wand im Haus beheizt, so ist es Elefanten auch im Winter angenehm, sich dort anzulehnen.

Altersresidenz auf spezielle Bedürfnisse älterer Tiere ausgerichtet

Die Außenanlage verfügt über ein Wasserbecken und einen Wasserfall, unter den sich die Tiere stellen können. Zudem ist der Untergrund wechselnd hart und weich, was nicht nur älteren Elefantenfüßen gut tut. Auf dem erweiterten Teil der Außenanlage gibt es auch große, natürliche Bäume, die im Sommer Schatten spenden, und Rasenuntergrund.

Saida kam 2006 zusammen mit ihrer Tochter Salvana aus dem Tierpark Hagenbeck nach Leipzig. In Hamburg war zur gleichen Zeit auch Elefantenkuh Jenny, die bereits seit 2009 in Karlsruhe lebt. Bei Hagenbeck waren die beiden Kühe jedoch nicht in die Gruppe zu integrieren und standen abwechselnd allein oder bei dem Bullen, der in Hamburg eine eigene Anlage hat. Sowohl Saida als auch Jenny haben ein gutes Verhältnis zum Menschen, jedoch nie ein ausgeprägtes Sozialverhalten unter Elefanten.

Hoffen auf Zweckgemeinschaft

In Leipzig war es ebenso schwierig, Saida mit den anderen Elefanten zu vergesellschaften. Deshalb wurden damals die beiden Kühe Thura und Rani aus Hamburg geholt, um Saida Gesellschaft von bekannten Elefanten zu ermöglichen. Thura und Saida haben über die Jahre in Leipzig eine Zweckgemeinschaft gebildet, konnten jedoch nicht mit der Leipziger Gruppe vergesellschaftet werden. Saida stand seit dem Tod von Thura im Herbst 2019 allein, hatte aber immer per Rüssel Kontakt zu den anderen Artgenossen, auch nachts.

"Das ist ebenfalls eine Aufgabe einer Altersresidenz, solch einem Tier einen guten Lebensabend zu ermöglichen. Wir hoffen, mit Jenny Saida eine gute Gesellschafterin anbieten zu können. Inwieweit sich die beiden Tiere verstehen werden, müssen wir abwarten. Es wäre schön, wenn sie eine Zweckgemeinschaft bilden würden", erläutert Zootierarzt Dr. Marco Roller.

Saida ist mit ihren 4,6 Tonnen Gewicht ein imposanter Elefant, Jenny etwas kleiner und unerheblich leichter, dafür mit 38 Jahren zehn Jahre jünger. In Karlsruhe besteht die Möglichkeit, dass Tiere gemeinsam auf der Anlage sind, einzelne Bereiche aber auch abgetrennt werden können, ohne dabei Tiere zu isolieren. Ein Rüsselkontakt ist somit jederzeit auch bei Aufteilung der Anlage möglich.

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Karlsruhe: Eine Chance für Insekten und Co.

Karlsruhe: Eine Chance für Insekten und Co.
Auszubildende lernen naturnahe Mahd kennen © Stadt Karlsruhe

Fünf Auszubildende des Gartenbauamts lernen in einem Praxisseminar, wie sie Wiesen schonender mähen können

Fünf Auszubildende hatte Organisatorin Angelika Elsener vom Gartenbauamt zum Praxisseminar "Naturnahe Mahd" eingeladen. Für Daniel Kalume, Patrick Holzwart, Julian Pfadt, Nico Caleandru und Jonathan Auch stand an diesem Morgen in der Dienstelle in Rüppurr die Theorie im Vordergrund. Dabei ging es um die Grundlagen für das Mähen, mit dem gleichzeitigen Erhalten der Artenvielfalt.

Auszubildende lernen neue Geräte für die naturnahe Mahd kennen
Am Nachmittag arbeiteten die fünf angehenden Landschaftsgärtner auf einer Wiese beim Rüppurrer Schloss, um den Umgang mit Portalbalkenmäher, Alpin-Rake sowie Kleinballenpresse zu lernen. "Die Geräte kommen aus der Landwirtschaft der Berge. Dort brauchen die Bauern kleinere, kompakte Geräte. Das ist für das naturnahe Mähen in der Stadt genau richtig", sagt Elsener.

"Mir gefällt die Fortbildung gut, weil das hier gut für die Zukunft ist. So können wir optimal Insekten schützen", freute sich Nico Caleandru. Bei dieser Art zu Mähen, ist der Schnittansatz höher. So können trotz Wiesenschnitt kleine Tiere wie etwa Insekten, Mäuse oder Maulwürfe überleben. "Bei der konventionellen Grünpflege werden die Wiesen meist mit Schlegelmulchern gemäht, damit wird alles kurz und klein gemacht. So bleiben viele Heuschrecken, Reptilien und Hautflügler auf der Strecke", so Elsener.

Schutzräume schaffen und Artenvielfalt erhalten
In allen Stadtteilen hat das Gartenbauamt das schonende Verfahren schon eingesetzt. Auffällig dort: Einzelne Streifen bleiben stehen. "Im Sommer können sich so die Insekten weiter ernähren und in der kalten Jahreszeit finden sie Unterschlupf zum Überwintern", berichtet Angelika Elsener. Alle Auszubildenden waren mit Eifer dabei und zeigten sich interessiert. "Ich finde es gut, etwas für die Artenvielfalt zu tun. Außerdem hat es mir gefallen, den Umgang mit neuen Geräten zu lernen", so Patrick Holzwart. Daran knüpft sein Kollege Daniel Kalume an: "Die Maschinen haben mich interessiert. Es war viel einfacher mit ihnen umzugehen, als ich dachte. Und sie sind gar nicht so laut, wie ich befürchtet hatte." Jonathan Auch betont den Naturschutz. "In der Gesellschaft wird das Thema Natur immer wichtiger. Es geht in dem Kurs darum, wie wir sie erhalten und pflegen."

Nach dem Mähen soll das geschnittene Gras zuerst trocknen. Anschließend kommt die Alpin-Rake zum Einsatz, die das Material zusammenschiebt. Beim letzten Arbeitsgang nimmt die Presse den Schnitt auf und presst ihn zu kompakten Ballen. "Ich habe viel gelernt, was ich so noch nicht kannte. Das ging mir so mit den Insekten, aber auch mit den Maschinen", war auch Julian Pfadt von dem Seminar überzeugt.

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NABU zur Sonder-UMK: Wende in der Wasserpolitik nötig

Krüger: Wir müssen auf ökologischen Hochwasserschutz setzen

Berlin,11.10.21 – Anlässlich der Sonder-Umweltministerkonferenz am 11. Oktober zum Hochwasser 2021 fordert der NABU die Länder auf, auf ökologischen Hochwasserschutz zu setzen und diesen ambitioniert voranzutreiben, um Flutkatastrophen in Zukunft besser begegnen zu können.

„Angesichts der Klimakrise brauchen wir eine Wende in der Wasserpolitik. Zwar wird der Ausbau von technischem Hochwasserschutz in besonderen Lagen und auch flankierend weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Aber wir brauchen klar einen Ansatz, der flexibel mit zu viel oder zu wenig Wasser umgehen kann – dafür kommt nur ökologische Hochwasserschutz infrage“, so NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger. „Diese Flexibilität ist noch dazu bei weitaus geringeren Kosten zu haben. Das ist ein klarer Vorteil gegenüber rein technischen Lösungen. Erste Programme für ökologischen Hochwasserschutz haben wir sogar schon: Das Blaue Band und das Auenschutzprogramm.“

Ein ökologischer Hochwasserschutz macht es möglich, verschiedene Ziele gleichzeitig zu erreichen: Gewässerschutz, Klimaschutz und Anpassung, Naturschutz und die Vernetzung von Naturschutzgebieten, Katastrophenvorsorge, Erholung und Lebensqualität für Anwohner und Besucher. Dabei spielt der Schutz, vor allem aber die Renaturierung von Fluss- und Auensystemen eine besondere Rolle. Dazu gehören auch Deichrückverlegungen, die Entsiegelung der Landschaft und die Erhöhung des Wasserspeichervermögens. NABU-Expertin für Gewässerpolitik Diana Nenz: „Der NABU fordert die zukünftige Bundesregierung auf, einen Renaturierungsfonds in Höhe von 500 Millionen Euro pro Jahr einzurichten und die Ziele und Grundsätze für die Gewässerentwicklung auf Bundesebene in einem Bundesraumordnungsplan festzulegen. Zudem brauchen wir einen umgehenden Privatisierungsstopp für bundeseigene Flächen, damit diese unter anderem für den Gewässerschutz, die Wiedervernässung von Mooren und den Biotopverbund zur Verfügung stehen.“

Hintergrund

Mehr als zwei Drittel der Auen sind heute nicht mehr an Gewässer angeschlossen. Vom übrigen Drittel weisen mehr als die Hälfte einen stark veränderten Charakter auf. Wenn das Prinzip der wassersensiblen Stadt oder Schwammstadt, das heute vielerorts verwirklicht ist, konsequent in die Landschaft übertragen würde, könnte das den Wasserrückhalt in der Landschaft fördern und die Grundwasserneubildung verbessern. Davon würden Ökosysteme und die Trinkwasserversorgung profitieren. Gleichzeitig würde ein wichtiger Beitrag für die Land- und Forstwirtschaft geleistet, indem der Bodenwasserspeicher gestützt und somit der zunehmenden Austrocknung des Bodens entgegen gewirkt wird. Mit der Renaturierung von Flüssen und Auen könnten die zunehmend befürchteten Wassernutzungskonflikte erheblich gemindert werden. Zahlreiche Studien zeigen, dass der Nutzen solcher Projekte um ein vielfaches höher als die Investitionen ist. Beispielhaft dafür ist das Renaturierungsvorhaben an der unteren Havel. Einen konkreten Nachweis für die Wirksamkeit von ökologischem Hochwasserschutz lieferte die Deichrückverlegung bei Lenzen beim Belastungstest durch die Hochwasserereignisse an der Elbe von 2011 und 2013. Hier konnte belegt werden, dass der Hochwasserscheitel erheblich gemindert wurde. So führte die Deichrückverlegungen zu einer Absenkung des Hochwasserscheitels um 45 Zentimeter.

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Milliardenloch für den Schutz der biologischen Vielfalt

Umweltverbände zum Start der Weltnaturkonferenz: Bundesregierung muss finanziellen Beitrag zum globalen Schutz der Artenvielfalt erhöhen

Berlin, 10.10.2021: Zum Auftakt der Weltnaturkonferenz am 11. Oktober in China fordern deutsche Umweltverbände von der Bundesregierung den Beitrag zur internationalen Biodiversitätsfinanzierung auf mindestens zwei Milliarden Euro pro Jahr zu erhöhen, um das größte menschengemachte Artensterben der Erdgeschichte aufzuhalten. Noch klaffe global eine gewaltige Lücke von geschätzten 700 Milliarden Euro, um den dramatischen Artenverlust und die rasant fortschreitende Naturzerstörung aufzuhalten, so die Verbände. Industrienationen wie Deutschland haben mit ihrem enormen ökologischen Fußabdruck eine besondere globale Verantwortung und müssen auch andere Länder beim Schutz der Artenvielfalt unterstützen.

Aktuell beteiligt sich Deutschland jährlich mit rund 800 Millionen Euro an internationalen Arten- und Naturschutzprojekten. Dem gegenüber stehen rund 67 Milliarden Euro, die die Natur schädigen. Diesen Betrag gibt Deutschland jedes Jahr zuhause für umwelt- und naturschädigende Subventionen aus, wie in der Landwirtschaft und der Fischerei. Nicht-nachhaltige Landnutzung und die Übernutzung natürlicher Ressourcen sowie die Produktions- und Konsummuster in den reichen Industrieländern gehören zu den größten Verursachern des Verlustes von Arten und Lebensräumen. Politische Rahmenbedingungen, internationale Handelspolitik und Steuergelder sollten deshalb unbedingt eine naturfreundliche Nutzung von Land- und Meeresökosystemen im In- und Ausland fördern, statt weiterhin Ökosysteme zu zerstören.

Beim ersten Teil der Weltnaturkonferenz COP15 in Kunming, China, treffen sich Regierungsvertreter:innen aus aller Welt virtuell, beim zweiten Teil im April des kommenden Jahres auch persönlich, um über ein neues Abkommen zum Schutz der biologischen Vielfalt zu beraten – vergleichbar mit dem Pariser Abkommen zum Klimaschutz. Ziel ist es, den Verlust der biologischen Vielfalt bis 2030 zu stoppen und umzukehren. Auch wegen der fehlenden Finanzierung laufen die Verhandlungen bisher jedoch stockend. Weitreichende Finanzierungszusagen würden den dringend nötigen Schwung geben, um das neue Abkommen mit ehrgeizigen Zielen verabschieden zu können.

Für unsere Lebensgrundlagen sind Biodiversitätsverlust und die Klimakrise die größten Herausforderungen, so die Verbände. Beide Krisen sind menschengemacht, befeuern sich gegenseitig und können nur gemeinsam gelöst werden. Um beiden Krisen gleichzeitig begegnen zu können, braucht es konsequenten Schutz noch bestehender und die Wiederherstellung bereits zerstörter Land- und Meeres-Ökosysteme, die wichtige CO2-Speicher sind. Gesunde, artenreiche Lebensräume sind Verbündete im Kampf gegen die Erderhitzung.

Die Biologische Vielfalt ist die Basis für unser Wohlergehen, unsere Gesundheit und unseren Wohlstand. Unsere Nahrungsmittelversorgung hängt von gesunden, artenreichen Ökosystemen ab. Wissenschaftlichen Studien legen nahe, dass sich der ökonomische Wert für die Leistungen unserer Ökosysteme mit 125 bis 140 Billionen US-Dollar pro Jahr bemessen ließe - mehr als eineinhalb-mal so viel wie die gesamte Wirtschaftsleistung in der Welt. Der Weltbiodiversitätsrat (IPBES) warnt vor dem Verlust dieser Ökosystemleistungen sowie von einer Million Tier- und Pflanzenarten in den nächsten zehn Jahren.

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Verschiedenes 

DER FISCHER UND SEINE SCHAFE

DER FISCHER UND SEINE SCHAFE
Norbert Fischer inmitten seiner Schafe (c) TMBW / Udo Bernhart

Mehr als 250 Tiere leben mit Norbert Fischer auf seinem Hof in Langenburg in Hohenlohe. Aus ihrer Milch stellt der Schäfer feinen Schafmilchkäse in Handarbeit her

Wütend stampft sie auf und erzeugt dabei eine kleine Staubwolke. Unbeeindruckt blickt Norbert Fischer in ihre funkelnden Augen. Mit dem kleinen Turm aus Heu, der auf ihrem weißen Lockenschopf thront, sieht seine Kontrahentin wirklich nicht sehr einschüchternd aus. „Dann gehe ich dir mal lieber aus dem Weg“, gluckst Norbert gut gelaunt, macht ein paar Schritte zurück und steigt wieder über den Holzzaun aus dem Gehege. Die alte Schafdame, die Norbert soeben erfolgreich von ihrem Frühstück vertrieben hat, taucht mit ihrem Kopf in den Heuhaufen und beginnt zu fressen. Sie ist nicht das einzige Schaf, das ein kleines Proviant-Hütchen mit sich herum trägt. Unnötig, warten da draußen doch die saftigen Weiden Hohenlohes auf sie.

Norbert Fischers Demeter-Hof liegt zwischen Feldern und Wiesen im Nordosten Baden-Württembergs. Anfang der 1980er-Jahre pachtete der gebürtige Nürnberger einen kleinen Hof in Langenburg, kaufte zwei Schafe und begann, Käse herzustellen. 20 Jahre und 250 Schafe später erwarb er ein großes Stück Land oberhalb der Stadt und baute seinen Hof. Mit großer Scheune, einer Käserei, einem Hofladen und Wohnhaus. Alles aus Holz und Glas, mit bunten Blumenwiesen auf den Dächern und viel Liebe in jedem Winkel.

Ein eingespieltes Team

„Lauf links“, schallt Norberts Stimme über die Wiese. Ed schießt tief geduckt um die Herde herum und scheucht ein paar trödelnde Wollknäuel vorwärts. Auf das Kommando „Rechts raus!“ rennt der Border Collie zu einer kleinen Schaf-Reisegruppe, die gerade eine Exkursion in den Wald unternehmen will. Es sind nur wenige hundert Meter vom Stall bis zur großen Weide. Trotzdem ist Ed in kürzester Zeit vom taufeuchten Gras durchnässt, das er auf Norberts Rufe wie eine schwarz-weiße Dampflok durchpflügt.

„Lie down.“ Hechelnd plumpst Ed in das Gras. Auf der Weide beginnen die Schafe gierig, das frische Grün auszurupfen. Als schwarz gekleideter Riese sticht Norbert aus der Masse heraus und blickt versonnen über das grüne Jagsttal auf das Schloss Langenburg. „Zum Glück steht von der Aussicht nichts in den Reiseführern“, murmelt er leise und krault ein gehörntes Schaf, das sanft an seinem Ärmel knabbert.

Mediterraner Käse aus Hohenlohe

Schwarze Kutte aus, weiße Schürze an – Norbert betritt die feuchtwarme Käserei. Heute macht er Robiola, einen feinen italienischen Weichkäse, den er auf dem Wochenmarkt verkauft. Dafür erhitzt er die morgenwarme Schafmilch und bringt sie mit Lab, einem Enzym aus dem Schafmagen, zum Stocken. Hätte die Milch gewusst, was jetzt auf sie zukommt, wäre sie heute Morgen lieber im Schaf geblieben. Denn nun wird sie zerschnitten, 20 Minuten lang durcheinander gewirbelt und dann auch noch durch die Luft geschleudert.

Die götterspeise-ähnliche Käsemasse schneidet Norbert mit zwei Käseharfen – quadratischen Metallgestellen, die wie eine Harfe mit Metallsaiten bespannt sind – einmal quer und einmal längs durch. Dadurch löst sich die Molke vom sogenannten Käsebruch. Das anschließende Rühren treibt immer mehr Flüssigkeit aus dem Käse und lässt ihn fester werden. Um zu testen, ob der Bruch fest genug ist, legt Norbert ein paar Würfel auf seine Handfläche und lässt sie auf und ab wippen. Die Konsistenz scheint gut zu sein, denn mit einem zufriedenen Nicken beginnt der Schäfer, den Bruch in die viereckigen Käseformen zu füllen. Um auch den letzten Rest Molke aus dem Käse zu vertreiben, stellt Norbert die kleinen Formen, eine nach der anderen, mit einem lauten Knall auf den Kopf.

Nicht alles ist Käse

Wie er all das gelernt hat? Wenn Norbert ein Käse gut schmeckt, liest er sich in seine Herstellung ein und probiert herum, bis alles passt. In den vergangenen 30 Jahren sind so unter anderem aromatischer Pecorino, sanft schmelzender Camembert und kräftiger Blue-Grey in sein Käseportfolio gekommen. Zwölf Sorten sind es insgesamt, die in den drei Kammern neben der Käserei, Reihe über Reihe, reifen.

Norbert ist es wichtig, eine große Auswahl anbieten zu können. Wenn seine Kunden erst mal von seinen feinen Milchprodukten gekostet haben, kommen sie wieder. Denn anders als oftmals erwartet, schmeckt die Schafmilch nicht wie Ziegenmilch. Sie ist neutral, in etwa vergleichbar mit Kuhmilch, nur etwas weicher, da sie einen höheren Fettgehalt hat. Dadurch eignet sich die Schafmilch auch besonders gut für die Herstellung von Eiscreme.

Himbeer-, Kaffee- und Schokoladeneis, aber auch ausgefallene Sorten wie Molke-Ingwer und Roque-Blue-Birne stellt Norbert ebenfalls in Handarbeit her. In der kleinen Kühltruhe im Hofladen stapelt sich das Eis in verschieden großen Portionstöpfen. Am Wochenende können die Gäste das Eis als Kugeln im Becher oder in der Waffel mitnehmen – und irgendwann bestimmt auch in dem Hofcafé genießen, von dem Norbert schon lange träumt.

Schäfchen zählen

Nachdem er alle 250 Schäfchen sicher zurück in die Scheune gebracht hat, bereitet Norbert den Stall für die Nacht vor. Knirschend lässt er die Heugabel über den Boden schaben, schultert eine große Portion Heu und steigt über den Holzzaun. Jetzt ist der Andrang der müden Schafe nicht mehr ganz so groß wie noch am Morgen. Keines braucht jetzt noch ein Proviant-Hütchen. Das werden sie sich erst morgen früh wieder aufsetzen, für den kurzen Weg zu den saftigen Weiden Hohenlohes.

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NABU: Höchststand an illegalen Wolfstötungen

Schulte: Kriminelle Selbstjustiz gegenüber streng geschützten Wildtieren muss Konsequenzen haben

Berlin – Mit dem Fund von drei erschossenen Wölfen in Mecklenburg-Vorpommern ist 2021 ein Höchststand an illegalen Wolfstötungen erreicht: Schon insgesamt elf Wölfe wurden in Deutschland dieses Jahr ohne rechtliche Genehmigung getötet. 2020 waren es acht illegale Tötungen, 2019 und 2018 jeweils neun. Dazu kommt eine vermutlich hohe Dunkelziffer.

Ralf Schulte Fachbereichsleiter Naturschutzpolitik vom NABU Bundesverband stellt klar: „Jede dieser Tötungen ist eine Straftat und muss strafrechtlich verfolgt werden. Diese kriminelle Selbstjustiz gegenüber streng geschützten Tieren muss Konsequenzen haben. Eine Mitverantwortung hat aus NABU-Sicht auch eine politische Diskussion, die den Abschuss von Wölfen als Allheilmittel zur Lösung der Herdenschutzherausforderungen darstellt. Gleiches gilt für Versuche von Wolfsgegnern, die Tötung von Wölfen auf die Ebene von Notwehr-Maßnahmen zu stellen. „Solange die alten Ausrottungsgründe nach wie vor wirksam sind,“ so Schulte weiter, „sind wir von einem guten Erhaltungszustand des Wolfs in Deutschland meilenweit entfernt. Die Politik muss den Fokus auf Unterstützung im Herdenschutz zu legen, anstatt immer wieder Bejagung von Wölfen in Aussicht zu stellen – die derzeit rechtlich ausgeschlossen und praktisch nicht sinnvoll ist.“

Seit Rückkehr der Wölfe im Jahr 2000 wurden insgesamt 64 Wölfe illegal getötet, Tendenz steigend. Kaum einer dieser Fälle konnte aufgeklärt werden, in den Ländern fehlt es an Fachstellen für Artenschutzkriminalität, die immer noch unter Kavaliersdelikten laufen. Nicht nur Wölfe sind von illegalen Handlungen betroffen, auch Luchse werden immer wieder getötet aufgefunden, ebenso wie etliche Greifvögel. Der NABU fordert deshalb verstärkte Anstrengungen in den Landeskriminalämtern, gegen widerrechtliche Tötungen von geschützten Wildtieren stärker vorzugehen.

Mit mehr als 820.000 Mitgliedern und Fördernden ist der 1899 gegründete NABU der älteste und mitgliederstärkste Umweltverband Deutschlands. Der NABU engagiert sich für den Erhalt der Lebensraum- und Artenvielfalt, den Klimaschutz sowie die Nachhaltigkeit der Land-, Wald- und Wasserwirtschaft. Zu den zentralen NABU-Anliegen gehören auch die Vermittlung von Naturerlebnissen und die Förderung naturkundlicher Kenntnisse.

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