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Dienstag, 17. Juli 2018 Uhr

 
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Veranstaltungen 

NABU: Zählen, was zählt - zweiter Teil des Insektensommers startet

NABU: Zählen, was zählt - zweiter Teil des Insektensommers startet
Admiral / Foto: NABU/Helge May

Auch am Urlaubsort lohnt es sich, Insekten zu beobachten und zu melden

Berlin – Das große Krabbeln und Flattern, Teil zwei, startet: Vom 3. bis zum 12. August ruft der NABU unter dem Motto „Zählen, was zählt“ zur bundesweiten Insektenzählung auf. Die Sechsbeiner können wieder unter www.insektensommer.de online gemeldet werden.

„Der Hochsommer ist auch die Hochzeit der Insekten“, sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller, „Viele der rund 33.000 in Deutschland heimischen Insektenarten können jetzt besonders gut beobachtet werden, wie etwa das Grüne Heupferd, die größte heimische Heuschreckenart. Ihr Zirpen erfüllt um diese Jahreszeit die Wiesen – der typische Sound des Hochsommers.“

Das Grüne Heupferd ist auch eine der acht Kernarten, auf die beim zweiten Teil des Insektensommers ganz besonders geachtet werden soll. „Die erwachsenen Männchen sind jetzt unterwegs, um mit ihrem Zirpen Weibchen anzulocken“, sagt NABU-Insektenexpertin Daniela Franzisi. Weitere Kernarten sind die Tagfalter Schwalbenschwanz und Kleiner Fuchs, der Sieben-Punkt-Marienkäfer, die Ackerhummel, die Holzbiene, die Libellenart Blaugrüne Mosaikjungfer und die Streifenwanze. Daniela Franzisi: „Gemeldet werden sollen aber alle Sechsbeiner, die gesichtet werden – jedes Insekt zählt!“

Besonders interessant ist der Insektensommer für Teilnehmer, die ihren Urlaub in Deutschland verbringen. „Am Urlaubsort könnte es andere Insekten zu entdecken geben als im Garten oder Park zuhause“, sagt Daniela Franzisi. „Beim Insektenzählen kann man die Natur am Ferienort besonders intensiv erkunden – das ist auch eine tolle Ferienaktivität für Kinder.“

Hilfe beim Bestimmen und Zählen bietet die neue App „Insektenwelt“, die der NABU mit Unterstützung von dm entwickelt hat. Die App hat eine fotografische Erkennungsfunktion, mit der die Tiere automatisch erkannt werden können. Außerdem bietet die App ausführliche Insektenporträts der 122 bekanntesten Arten, die in Deutschland vorkommen. Sie ist kostenfrei unter www.NABU.de/apps erhältlich.

Beobachten und zählen kann man fast überall: Garten, Balkon, Park, Wiese, Wald, Feld, Teich, Bach oder Fluss. Das Beobachtungsgebiet soll nicht größer sein als etwa zehn Meter in jede Richtung vom eigenen Standpunkt aus. Gezählt wird eine Stunde lang.

Der NABU engagiert sich seit Jahren für den Schutz der Insekten. Sie sind unverzichtbar für unser Ökosystem, tragen zur Vermehrung von Pflanzen sowie zur Fruchtbarkeit des Bodens bei. Studien zeigen, dass die Insekten in Deutschland deutlich zurückgehen. Intensive Landwirtschaft, der Einsatz von Pestiziden und die Ausräumung der Landschaft sind nur einige Gründe für den Insektenschwund.

Die Daten der Zählaktion „Insektensommer“ werden in Zusammenarbeit mit der Plattform www.naturgucker.de erfasst. Die Ergebnisse werden vom NABU ausgewertet und zeitnah veröffentlicht.

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Verschiedenes 

Einsatz von Herdenschutzhunden

Verbände fordern Rechtssicherheit

Berlin, 12.07.2018: Ein Bündnis aus neun Landwirtschafts-, Natur- und Tierschutzverbänden veröffentlicht einen Entwurf zur Reform der Tierschutz-Hundeverordnung. Die Verbände wollen den Einsatz von Herdenschutzhunden rechtssicher machen, ohne das Wohl der Hunde zu gefährden.

„In den deutschen Wolfsgebieten sind Herdenschutzhunde angesichts der Rückkehr des Wolfes für viele Betriebe unersetzlich geworden, weshalb ihr Einsatz rechtssicher möglich sein muss“, so die Verbände. Obwohl Herdenschutzhunde bewährte „Mitarbeiter“ vieler Schäferinnen und Schäfer sind, werde ihr Einsatz durch das geltende Tierschutzrecht unnötig behindert. Es schreibt selbst auf Naturschutzflächen teure Schutzhütten vor, die von den Hunden oft nicht genutzt werden. Auch die Haltung der Hunde hinter Stromzäunen ist verboten, obwohl sie den Herdentieren zusätzlichen Schutz bieten, gerade vor Wölfen.

Der Bundestag hat die Bundesregierung am 28. Juni zur Anpassung der Tierschutz-Hundeverordnung aufgefordert. Die Verbände machen dafür gemeinsame Vorschläge:
Anstelle des Hüttenzwangs soll vorgeschrieben werden, dass Herdenschutzhunde ausreichend Möglichkeiten des Witterungsschutzes vorfinden müssen, beispielsweise durch Büsche, Bäume oder andere Unterstände. Auch die Haltung hinter stromführenden Zäunen soll während ihrer „Arbeitszeit“ erlaubt werden. Allerdings nur, sofern die Tiere genug Raum haben, um Abstand zu den Einfriedungen halten zu können. Im Einsatz auf weitläufigen Weiden ist dies gut möglich. Die Anbindehaltung soll dagegen für Herdenschutzhunde verboten werden.

Hintergrund: Im Einsatz für den Herdenschutz

Ausgebildete Herdenschutzhunde schützen ihre Herde, auch gegen Wölfe. Sie sind aber nicht für jeden Betrieb und jede Fläche geeignet. Herdenschutzhunde werden seit Generationen darauf gezüchtet, selbständig mit Nutztieren in der Natur zu leben. Sie sind unabhängige und robuste Individuen. Mit Kälte etwa kommen sie gut zurecht, indem sie sich gegenseitig oder in der Herde wärmen. Ihre Haltungsansprüche lassen sich nicht direkt mit denen von Hunden in Privathaushalten vergleichen.
Jeder Herdenschutzhund kostet einen Weidetierhalter nach Angabe der Verbände etwa 2.500 Euro im Jahr. Dazu kommen Aufwendungen für die Anschaffung und den Unterhalt von wolfsabweisenden Zäunen.
Die ertragsschwache und ökologisch bedeutsame Weidetierhaltung kann und sollte diese Kosten nicht alleine tragen. Neben vollkostendeckenden Beihilfen zum Herdenschutz fordern die Verbände daher schon länger gemeinsam den unkomplizierten Ausgleich von Tierverlusten bei Wolfsübergriffen auf geschützte Weidetiere und einheitliche Regelungen zum Umgang mit auffälligen Wölfen. Auch ein Kompetenzzentrum Herdenschutz werde dringend benötigt, um die Entwicklung von Praxis und Technik voranzubringen.

Verbändeplattform

Bundesverband Berufsschäfer (BVBS), Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Deutscher Grünlandverband (DGV), Deutscher Tierschutzbund (DTSchB), International Fund for Animal Welfare (IFAW), Naturschutzbund Deutschland (NABU),
Vereinigung der Freizeitreiter – und Fahrer in Deutschland (VFD), Arbeitsgemeinschaft Herdenschutzhunde (AGHSH), WWF Deutschland.

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Verschiedenes 

Jahresbilanz 2017 der EWS Elektrizitätswerke Schönau

Aktiv für wirksamen Klimaschutz

Das Geschäftsjahr 2017 war, wie auch die Jahre davor, für die Elektrizitätswerke Schönau eG (EWS) erfolgreich. Wichtigstes Ziel ist und bleibt, den Klimaschutz und den Umbau der Energieversorgung voranzubringen. Die Genossenschaft und ihre Tochtergesellschaften haben auch im Jahr 2017 mit zahlreichen Projekten in der Region und bundesweit viel bewegt. Die wirtschaftliche Basis entwickelte sich dabei weiter positiv. Eine treue und stetig wachsende Kunden¬ und Mitgliederzahl gibt den EWS die Möglichkeit, die Bürgerenergiewende weiter voranzutreiben. „Regional sind wir mit dem Ausbau von Wärmenetzen bei der Umsetzung der Wärmewende einen großen Schritt vorangegangen“, sagt Vorstand Rolf Wetzel. Auch das Thema Digitalisierung wurde und wird aktiv vorangebracht. Die Chancen der Digitalisierung für die Energiewende nutzen die EWS mit einem Modellprojekt, in dem getestet wird, wie in der Region Bürger selbsterzeugten Strom intelligent verbrauchen, speichern und handeln können.
Für die neue Bundesregierung spielt das Thema Klimaschutz lediglich eine untergeordnete Rolle, der Ausbau der Erneuerbaren Energien wird durch das neue Ausschreibungssystem gebremst und der Kohleausstieg verzögert. Ungeachtet der Tatsache, dass sich die politischen Rahmenbedingungen hinsichtlich einer effektiven Klimaschutzpolitik drastisch verschlechtert haben, werden die EWS aber weiterhin an der Umsetzung der Energiewende arbeiten.

Geschäftsverlauf 2017

Im Geschäftsjahr 2017 versorgten die Elektrizitätswerke Schönau knapp 190 000 Kunden (Vorjahr: ca. 178.000) mit ökologischem Strom, Gas und Wärme. Mit 175 Millionen Euro (Vorjahr 162 Millionen Euro) verzeichnete die EWS-Gruppe aufgrund des Kundenzuwachses den bislang höchsten je erreichten Jahresumsatz. Das Jahresergebnis belief sich auf 6,5 Millionen Euro. Für das Jahr 2018 konnten die Strom- und Gastarife das dritte Jahr in Folge stabil gehalten werden. Die wirtschaftliche Entwicklung sowie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft und ihrer Tochterunternehmen (EWS-Gruppe) im Geschäftsjahr 2017 beurteilt der Vorstand der EWS als gut. Den Mitgliedern der Genossenschaft als Mutterunternehmen wird vorgeschlagen, aus dem Bilanzgewinn des Geschäftsjahres eine Dividende in Höhe von 3,5% auszuschütten. „Wir können nun im achten Jahr in Folge eine Dividende an unsere Mitglieder ausschütten“, verkündete Vorstand Armin Komenda. Damit belaufen sich die Ausschüttungen seit Gründung der Genossenschaft auf über 6,5 Millionen Euro.

Einen großen Erfolg verzeichneten die EWS bei der Entwicklung der genossenschaftlichen Teilhabe ihrer Kunden am Unternehmen. Durch einen Zuwachs von mehr als 1.000 Neumitgliedern ist die EWS eG mit 6.172 Mitgliedern zum 31.12.2017 die größte Energiegenossenschaft in Baden-Württemberg. Mit der Einführung eines speziellen Mitgliedertarifs tragen die EWS der Bedeutung des Genossenschaftsmodells für das Unternehmen Rechnung. Zum 31.12.2017 beschäftigten die EWS 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (110 zum 31.12.2016).

Ausblick

Die EWS rechnen auch in 2018 mit einer stabilen Entwicklung. Zum 31. Mai 2018 sind ca. 194.000 Kunden in der Versorgung, daneben werden neue innovative Geschäftsfelder erschlossen, um die umweltfreundliche, dezentrale und bürgereigene Energiewende weiter voranzutreiben. „Dabei werden wir uns mit unseren Mitgliedern, Kunden, Bürger-Initiativen und Mitstreitern noch stärker vernetzen, damit Erreichtes nicht verloren geht und die Bürgerenergiewende und der Klimaschutz weiter vorangebracht werden“, betonte Vorstand Sebastian Sladek.

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Verschiedenes 

NABU: 114 Euro zahlt jeder EU-Bürger für verfehlte Agrarpolitik

NABU: 114 Euro zahlt jeder EU-Bürger für verfehlte Agrarpolitik
(c) NABU/Iris Barthel

Miller: Agrarminister morgen in Brüssel mehr Naturverträglichkeit und weniger Steuerverschwendung fordern

Berlin/Brüssel, 9. Juni – Am morgigen Dienstag diskutieren die Landwirtschaftsminister der Länder, Bundesagrarministerin Julia Klöckner sowie EU-Agrarkommissar Hogan in Brüssel, wie die europäische Landwirtschaft ab 2021 aussehen wird. Für Steuerzahler, Natur und den ländlichen Raum ist es eine Entscheidung mit weitreichenden Folgen. Der NABU fordert, dass sich Deutschland – als größter Nettozahler – für eine deutlich naturverträglichere und effizientere Verteilung der fast 60 Milliarden Euro schweren Agrar-Subventionen einsetzt.

Derzeit zahlt jeder EU-Bürger pro Jahr 114 Euro an Steuergeld für die Gemeinsame Agrarpolitik der EU (GAP). Es ist der mit Abstand größte Topf des EU-Haushalts. Bislang werden die Gelder jedoch überwiegend umweltschädlich und verschwenderisch verteilt. Der größte Anteil fließt pauschal pro Hektar – egal, ob die Flächen umweltfreundlich bewirtschaftet werden oder nicht. Die Folgen sind dramatisch: Insekten sterben in rasantem Tempo, Vögel verschwinden aus der Feldflur, das Grundwasser ist stellenweise stark mit Nitrat belastet.

„Der ökologische Bankrott vor unserer Haustür muss ein Weckruf sein. Wir brauchen eine naturverträglichere Agrarpolitik, im Interesse von Natur, Steuerzahlern und Landwirten gleichermaßen. Es ist nicht hinnehmbar, dass wir für die Verfehlungen der Agrarpolitik dreifach zur Kasse gebeten werden: Mit 114 Euro pro Jahr für die Agrar-Subventionen, dann für die Reparatur von Umweltschäden und schließlich für Strafgelder an den Europäischen Gerichtshof, wenn Deutschland zum Beispiel die Nitrat-Grenzwerte verletzt“, kritisierte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Er forderte Bundesagrarministerin Klöckner auf, in Brüssel einen klaren Kurswechsel einzufordern. Vorschläge lägen bereits auf dem Tisch, wie das vorhandene EU-Budget so umgeschichtet werden kann, dass Landwirte ein stabiles oder sogar höheres Einkommen erzielen können und die Natur zugleich besser geschützt wird. Der NABU fordert, dazu mindestens 15 Milliarden Euro jährlich in einen neuen EU-Naturschutzfonds umzuschichten. Aus diesem könnten Landwirte ein attraktives Zusatzeinkommen erzielen, wenn sie konkrete Leistungen für den Erhalt der Natur erbringen.

Die jetzige Reformdebatte ist die womöglich letzte Chance für die dringend notwendige Umkehr in der EU-Agrarpolitik. Aktuell verdichten sich jedoch die Zeichen, dass ein Umsteuern auch dieses Mal ausbleiben könnte. EU-Agrarkommissar Hogan plant sogar in jenem Bereich überproportional zu kürzen, der die wirksamsten Maßnahmen für den Naturschutz finanziert.

Ein weiterhin umweltschädlicher Kurs wäre jedoch ein Drama für die Artenvielfalt und der Sargnagel für die Insektenwelt. Bereits heute ist jede dritte der 560 deutschen Wildbienen-Arten gefährdet oder vom Aussterben bedroht. 39 weitere sind bereits ausgestorben. Dabei sind Insekten für uns Menschen unersetzlich. Weltweit bestäuben sie 90 Prozent aller Pflanzen – darunter auch die meisten Nutzpflanzen.

„Schon bei der letzten Reform wurde versprochen, dass die EU-Agrarpolitik grüner wird. Doch stattdessen wurde mit dem ‚Greening’ ein teures Instrument geschaffen, das für die Natur nahezu wirkungslos ist – und für uns Steuerzahler Geldverschwendung“, sagte Miller. Die Ineffizienz der GAP und insbesondere des Greenings hatte unlängst auch der Europäische Rechnungshof kritisiert.

Um mehr Transparenz in die laufenden Verhandlungen zur EU-Agrarpolitik zu bringen, hat der NABU am heutigen Montag eine neue Kampagne gestartet. Unter dem Motto „Neue Agrarpolitik jetzt!“ wird Deutschlands größter Umweltverband konkrete Missstände in der Agrarpolitik aufzeigen, Lösungen vorstellen und die Debatte mit der Politik suchen. Mehr zur NABU-Kampagne: www.NeueAgrarpolitik.eu

Das fordert der NABU für die GAP 2021-2027:
Transformation: Die pauschalen Flächenprämien müssen durch eine gezielte Förderung für den nachhaltigen Umbau der Landwirtschaft ersetzt werden.
Rettung der Artenvielfalt: 15 Milliarden Euro pro Jahr müssen bereitgestellt werden, um Naturschutzmaßnahmen einkommenswirksam zu honorieren.
Faire Preise: Die GAP muss zur Landnutzungs- und Ernährungspolitik werden. Statt ein System der „Masse“ muss sie Bewusstsein, Vermarktung und Zahlungsbereitschaft für „Klasse“ fördern und die Lebensmittelverschwendung eindämmen.

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NABU: Unternehmer und Privatwaldbesitzer Dieter Mennekes erhält Waldmedaille 201

Mut zur Wildnis aus Liebe zum Wald

Bad Sassendorf/Berlin – Der NABU hat den Unternehmer und Privatwaldbesitzer, Dieter Mennekes, mit der Waldmedaille 2018 ausgezeichnet. Dieter Mennekes ist der erste Privatwaldbesitzer in Deutschland, der Wald mit einer Größe von über 300 Hektar aus der forstwirtschaftlichen Nutzung genommen hat – hier können langfristig wieder Urwaldstrukturen entstehen.

Dieter Mennekes besitzt Wald in Nordrhein-Westfalen und in Brandenburg – zusammen gut 3.500 Hektar. 2014 hat er eine Waldfläche von 338 Hektar, dem sogenannten „Heiligenborner Wald“ im Landkreis Siegen-Wittgenstein aus der Bewirtschaftung genommen. Die Nicht-Nutzung des Waldes ist für die Dauer von 30 Jahren gesichert. Dieter Mennekes unterstützt damit als erster Großprivatwaldbesitzer durch den „Nutzungsverzicht“ auf eigenen Flächen das sogenannte Fünf-Prozent-Ziel der nationalen Biodiversitätsstrategie. 2007 hatte die Bundesregierung beschlossen, bis 2020 mindestens fünf Prozent der Waldfläche beziehungsweise zehn Prozent des öffentlichen Waldes aus der forstlichen Nutzung zu nehmen. Der heutige Anteil privater Wälder, welche sich langfristig und rechtlich gesichert natürlich entwickeln dürfen, liegt derzeit bei weniger als einem Prozent.

„Ich habe eine Waldbefragung durchgeführt. Die Antwort des Waldes und der Bäume war eindeutig: Wir wollen Wildnis werden. Die einzige Möglichkeit den Wald zu verschönern, ist ihn sich selbst zu überlassen“, erläutert Mennekes seine Motivation, auf die wirtschaftliche Nutzung des Waldes zu verzichten. In Wälder mit natürlicher Entwicklung dürften natürliche Alterungsprozesse stattfinden. Das sei für die biologische Vielfalt von großer Bedeutung und habe für die Menschen einen wichtigen ästhetischen Aspekt. Generell gibt es Deutschland so gut wie keine Flächen, die sich frei von Eingriffen des Menschen selbst entwickeln dürfen. Diese seien daher auch für den Menschen ein echtes Naturerlebnis.

„Dieter Mennekes übernimmt mit seinem Eigentum Verantwortung für den Naturschutz in besonderer Weise. Er lässt auf seinen eigenen Flächen Natur Natur sein und hat sich bewusst dafür entschieden. In den vergangenen Jahren wurde viel über das sogenannte Fünf-Prozent-Ziel gestritten. Davon ließ sich Dieter Mennekes nicht beeinflussen und wenn, dann positiv. Er hat pragmatisch umgesetzt, was an vielen Stellen nötig wäre – einfach in Ruhe lassen“, sagt NABU-Präsidiumsmitglied Heinz Kowalski anlässlich der Übergabe der Waldmedaille bei der Landesvertreterversammlung des NABU NRW in Bad Sassendorf.

Urwälder gibt es in Deutschland so gut wie keine mehr, deshalb ist es für Spechte, Käfer und Pilze wichtig, dass sich wieder urwaldähnliche Strukturen in unseren Wälder wieder entwickeln können. Mit der NABU-Waldmedaille zeichnet der NABU Personen aus, die mit ihrem Einsatz für Naturschutz im Wald und naturschonende Forstwirtschaft besonders positiv aufgefallen sind. Neben der Würdigung der Preisträger soll die Auszeichnung zum Nachahmen anregen.

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Buch- und CD-Tipps 

Tinaroo ist da

Tinaroo ist da
Tinaroo und sein Pfleger Tom Collins © Zoo Leipzig

Zweiter Koala im Zoo Leipzig eingezogen

Das Warten auf einen zweiten Koala im Zoo Leipzig hat ein Ende: Tinaroo ist da. Heute Morgen ist er in das Koala-Haus eingezogen und zeigt sich ab sofort auch gleich den Besuchern. Mit dem zweijährigen Neuzugang aus dem französischen ZooParc de Beauval hat der Zoo Leipzig den nächsten Schritt bei der Entwicklung seiner Koala-Haltung gemacht. Erst vor zwei Jahren kam mit Oobi-Ooobi der erste Koala in der nunmehr 140-jährigen Geschichte des Zoo Leipzig in die Messestadt. „Wir freuen uns sehr, dass wir nun einen zweiten Koala halten und unseren Besuchern zeigen dürfen“, sagt Zoodirektor Prof. Jörg Junhold. Das Europäische Erhaltungs-Zuchtprogramm hat den Leipzigern mit der Zuweisung des zweiten Vertreters der australischen Tierart das Vertrauen für eine gute Haltung und Versorgung ausgesprochen.

Die Vorbereitungen auf die Ankunft des zweiten Koalas liefen kontinuierlich im Hintergrund. Da Koalas Einzelgänger sind, war die Haltung von Oobi-Ooobi als einzigem Vertreter seiner Art für den jungen Mann kein Problem. Damit er und sein neuer Gefährte nun künftig die Reviertrennung einfacher handhaben können, wurde zunächst zwischen den beiden separaten Gehegen ein Sichtschutz installiert. „Mit der Ankunft des zweiten Koala-Mannes haben wir mit Blick auf das avisierte Zuchtmanagement den nächsten Schritt gemacht. Die Gegenwart eines männlichen Kontrahenten kann die Zucht positiv unterstützen“, ordnet Seniorkurator Fabian Schmidt die Ankunft von Tinaroo ein. Wann ein erstes Weibchen, um deren Gunst die beiden dann buhlen werden, folgen wird, ist derzeit noch offen. Während die Einzelgänger räumlich getrennt sind, liegen sie futtertechnisch auf einer Linie: Versorgt werden die beiden Nahrungsspezialisten von der eigens angelegten Eukalyptus-Plantage in Schkeuditz, so dass das Futter frisch ist und die Wege kurz sind.

Neben den beiden Koalas lockt am Wochenende auch der Abenteuer-Sommer in den Zoo Leipzig. Die neue Erlebniswelt Südamerika verspricht spannende Entdeckungen, das Puppentheater am Samstag und Sonntag um 16 Uhr hält kindgerechte Unterhaltung bereit und Maskottchen Tammi wird sich unter die Besucher mischen.

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Autor: Prof. Dr. Jörg Junhold, Zoodirektor




Verschiedenes 

NABU: Die Menschen haben erkannt, dass Raubbau an der Natur ein Ende haben muss

Tschimpke zur Studie Naturbewusstsein 2017

Berlin, 6. Juni – Zur heute vom Bundesumweltministerium und Bundesamt für Naturschutz vorgestellten Studie Naturbewusstsein 2017 erklärt NABU-Präsident Olaf Tschimpke:
„Die Studie macht deutlich, dass die Meere, vor allem Nord- und Ostsee, den Menschen sehr wichtig sind. Sie haben erkannt, dass der Raubbau an der Natur ein Ende haben muss und deutlich strengere Regeln für die wirtschaftliche Nutzung gelten müssen. Der NABU fordert, dass mindestens 50 Prozent der Meeresschutzgebietsflächen frei von schädlichen Nutzungen sein müssen. Mit Blick auf den Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 freuen wir uns, dass 66 Prozent der Befragten der Studie der Ansicht sind, dass Öl- und Gasleitungen in Meeresschutzgebieten nichts zu suchen haben. Damit haben wir zwei Drittel der Menschen in Deutschland hinter uns bei unserem Kampf gegen Nord Stream 2, bei dem wir jetzt sogar vors Bundesverfassungsgericht gegangen sind.“

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NABU: In zu vielen Städten und Gemeinden gibt es keine Biotonne

Tschimpke: Verwertung von Bioabfall schützt Natur und Klima

Berlin – In Deutschland gibt es immer noch zu wenig Biotonnen. In jeder fünften Kommune landet Bioabfall nach wie vor meist in der Restmülltonne. Seit Januar 2015 besteht die gesetzliche Pflicht zur Getrenntsammlung von Bioabfällen aus Haushalten, d.h. von Küchen- und Gartenabfällen. 73 von 402 kreisfreien Städten und Landkreisen setzen diese nach wie vor gar nicht oder nur unzureichend um, so das Ergebnis einer aktuellen NABU-Untersuchung. Dadurch geht wertvolles Biogut verloren. Aufbereitete Bioabfälle ersetzen zum Beispiel bei der Energieerzeugung Kohle und Gas sowie auch Mineraldünger und torfhaltige Erden.

Bundesweit könnten über vier Millionen Tonnen wertvoller Bioabfälle pro Jahr zusätzlich über die Biotonne gesammelt werden und damit Strom und Wärme sowie hochwertige Erde erzeugt werden. Das würde die aktuell gesammelte Menge von 4,8 Millionen Tonnen fast verdoppeln und einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Naturschutz leisten. „Die Abfallwirtschaft hat sich viel zu lange auf der Müllverbrennung ausgeruht und verschenkt hier enorme Möglichkeiten zum Klimaschutz. Wir brauchen deutschlandweit ein Holsystem, mit dem Bioabfall in einer separaten Mülltonne bei den Bürgerinnen und Bürgern abgeholt wird“, sagt NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Auf der einen Seite gibt es vorbildliche Kommunen mit einer flächendeckenden Erfassung und hochwertigen Verwertung der Bioabfälle. Auf der anderen Seite missachten weiterhin 24 Kreise die gesetzliche Verpflichtung gänzlich und haben bislang keinerlei Getrenntsammlung eingeführt. Teilweise werden Bioabfälle auch statt mit einer haushaltsnahen Biotonne in einem sogenannten Bringsystem erfasst, bei dem die Bürgerinnen und Bürger ihre Bioabfälle zu einer zentralen Sammelstelle transportieren müssen. „Das ist fern von jeder Praxis und macht es unmöglich, energiereiche Küchenabfälle aus den Haushalten zu erfassen, deren Vergärung die größten Klimaschutzpotenziale verspricht“, so Tschimpke weiter.

Die Erhebung des NABU zeigt außerdem, dass zahlreiche Kreise die Biotonne lediglich auf freiwilliger Basis eingeführt haben. Bürgerinnen und Bürger müssen die Tonne beim öffentlich-rechtlichen Entsorger bestellen, oftmals ohne finanziell davon zu profitieren. Während bundesweit im Schnitt jährlich 59 Kilogramm Küchen- und Gartenabfälle pro Einwohner über die Biotonne gesammelt werden, sind dies in Kreisen mit freiwilliger Biotonne – insbesondere im Ruhrgebiet – oftmals weniger als zehn Kilogramm pro Einwohner. „Eine Pflichttonne in Kombination mit einem auf Abfallvermeidung ausgerichteten Gebührensystem ist eine Grundvoraussetzung für hohe Sammelmengen und hochwertiges Recycling“, so NABU-Abfallexperte Benjamin Bongardt. Landkreise wie der Hohenlohekreis, Cochem-Zell und die Südwestpfalz würden zeigen, dass nach Einführung der Biotonne bereits in kurzer Zeit Sammelmengen von über 80 Kilogramm pro Einwohner erzielt werden könnten. Im Optimalfall werde die Bioabfallsammlung über die Gebühren der Restmülltonne quersubventioniert. Generell gelte, dass Haushalte mit geringem Abfallaufkommen durch niedrigere Gebühren und das Angebot kleinerer Tonnen belohnt werden sollten, so Bongardt weiter.

Aus NABU-Sicht müssen Bioabfälle künftig möglichst vollständig wiederverwertet werden. Städte und Landkreise müssen ihrer Pflicht endlich nachkommen und die verpflichtende, kostenlose Biotonne einführen. Wenn dies nicht endlich umgesetzt wird, müssen die Bundesländer als zuständige Vollzugsbehörden entsprechende Anordnungen androhen und aussprechen. Auch haben die öffentlich-rechtlichen Entsorger die Bürgerinnen und Bürger umfassend zur Mülltrennung aufzuklären, damit wertvolles Biogut nicht im Restmüll landet. Um das ökologische Potential des gesammelten Bioabfalls anschließend voll auszuschöpfen, bedarf es hochwertiger Vergärungs- und Kompostierungsanlagen. Hier sind in Deutschland Investitionen in neue Anlagen nötig, die sich mittelfristig auch rechnen.

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