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Verschiedenes 

Welt-Schneeleoparden-Tag 23.10.

Welt-Schneeleoparden-Tag 23.10.
Schneeleoparden Jungtier (c) Zoo Leipzig

Schneeleoparden-Zwillinge sollen getauft werden

Vier große blaue Augen, acht samtige Tatzen und ganze 10 Kilogramm schwer – die beiden am 25. August geborenen Schneeleoparden-Katzen werden immer agiler und größer. Seit der Geburt haben die Zwillinge ordentlich zugelegt und essen mittlerweile auch erste Fleischhappen. Wenn die Tierpfleger dann vor der Mutterstube stehen, geben die Kleinen alles, um wie die Großen zu fauchen. Noch immer ist die Freude über den Zuchterfolg bei den asiatischen Hochgebirgskatzen groß, ist der Bestand in der Natur rückläufig. Auch Zoodirektor Prof. Jörg Junhold ist vom Nachwuchs begeistert, macht jedoch gleichzeitig auf diebedrohliche Lage aufmerksam: „Den heutigen Welt-Schneeleoparden-Tag (23.10.) möchten wir nutzen, um auf die Gefährdung der Schneeleoparden aufmerksam zu machen und ein Bewusstsein zu schaffen, dass jeder zum Thema Artenschutz beitragen kann. Der wichtigste Schritt ist der Anfang, sich mit diesem Thema zu beschäftigen – und so rufen wir heute alle Zoofans auf, für unsere beiden Schneeleoparden-Weibchen wohlklingende Namen mit asiatischem Ursprung zu finden und einzureichen.“ Durch den Namensaufruf können Besucher noch enger in das Thema Schneeleopard & Artenschutz eingebunden werden und gemeinsam mehr Aufmerksamkeit für die „Geister der Berge“, wie sie in den Hochgebirgen Asiens auch genannt werden, generieren. Als Dankeschön erhalten die Gewinner jeweils eine Familien-Jahreskarte. Die Namensvorschläge können bis einschließlich 31. Oktober über die Website des Zoos unter: www.zoo-leipzig.de/namensausfruf eingereicht werden.

In der Natur vermutlich ausgestorben – seltener Edwardsfasan zieht in den Zoo Leipzig
Nicht nur in der Himalaya-Anlage, auch im Alten Vogelhaus spielt das Thema Artenschutz in diesen Tagen eine wichtige Rolle: ein Exemplar des sehr seltenen Edwardsfasan ist vor kurzem in den Zoo Leipzig gezogen. Das Weibchen kam aus dem Zoo Prag und wird sich das Gehege mit den ebenfalls hochbedrohten Blaukappenhährlingen teilen. Ein passendes Fasanen-Männchen wird in den kommenden Wochen aus dem Zoo Gelsenkirchen dazu stoßen. Das Pärchen wird dann aneinander gewöhnt und hoffentlich bald für Nachwuchs sorgen. Denn in ihrer Heimat in Vietnam ist diese Art möglicherweise seit den 2000er Jahren ausgerottet und der Erfolg des Zuchtprogramms ist die einzige Hoffnung, die seltenen Fasane vor dem vollständigen Aussterben zu retten und langfristig auch wiederanzusiedeln.

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Verschiedenes 

Pakistanischer Wildschutzverein BWCDO mit Schneeleoparden-Preis augezeichnet

Pakistanischer Wildschutzverein BWCDO mit Schneeleoparden-Preis augezeichnet
Schneeleopard (c) BWCDO

Internationaler Tag des Schneeleoparden (23.10.): In der Region Gilgit-Baltistan im Norden Pakistans ist die Population der seltenen Großkatze stabil

Berlin / Gilgit-Baltistan (Pakistan) – Ja, es gibt sie noch, die guten Nachrichten im Natur- und Artenschutz, so auch zum Internationalen Tag des Schneeleoparden (23.10.): In Gilgit-Baltistan, wo 80 Prozent der Schneeleoparden Pakistans leben, stabilisiert sich die Population der gefährdeten Großkatze schrittweise. Ihre Anzahl wird in der im Norden Pakistans gelegenen Region auf 90 bis 120 geschätzt. Dieser Erfolg ist vor allem der Baltistan Wildlife Conservation and Developement Organization (BWCDO) zu verdanken. Seit über zwei Jahrzehnten setzt sich der Wildschutzverein dafür ein, dass Menschen, Schneeleoparden und ihre Beutetiere im Hochgebirge von Gilgit-Baltistan friedlich nebeneinander leben können. Angriffe von Schneeleoparden auf Haustiere in Nachtpferchen sind dank des vorbeugenden Herdenschutzes deutlich zurückgegangen. Außerdem sorgt ein Versicherungssystem dafür, dass einzelne Weidetierverluste für die Hirten nicht mehr existenzgefährdend sind. Kein Wunder, dass die Menschen in Baltistan gegenüber den Schneeleoparden toleranter geworden sind. Tötungen durch Hirten finden nicht mehr statt. Für sein außerordentliches Engagement verleiht der NABU den diesjährigen Schneeleoparden-Preis daher an den gemeindebasierten Wildschutzverein BWCDO in Pakistan. Die Verleihung findet am Internationalen Tag des Schneeleoparden am 23. Oktober im Rahmen einer Online-Zeremonie statt.

Was ist der Schlüssel für das friedliche Zusammenleben zwischen Menschen und Schneeleoparden in Gilgit-Baltistan? „Schneeleoparden sind durch Wilderei und Lebensraumverlust noch immer gefährdet. Um sie wirksam zu schützen, bezieht BWCDO die lokale Bevölkerung in ihre Artenschutzarbeit mit ein und zwar auf Augenhöhe. Das ist beispielhaft. Nur, wenn alle an einem Strang ziehen, können wir die seltene Großkatze, ihre Beutetiere und das empfindliche Ökosystem der zentralasiatischen Hochgebirge langfristig schützen. Deswegen sagen wir: Herzlichen Glückwunsch an die engagierten Artenschützerinnen und Artenschützer von BWCDO! Ihr habt die Auszeichnung mehr als verdient.“, erklärt Thomas Tennhardt, NABU-Direktor für Internationales.

Konkret sorgt der Verein in der Region Gilgit-Baltistan für den Bau schneeleopardensicherer Ställe. Außerdem führt er gemeinsam mit dem NABU das 1998 als Pilotprojekt gestartete Versicherungssystem fort. Dieses Modell soll zukünftig in weiteren Verbreitungsgebieten des Schneeleoparden, darunter Nepal und Tadschikistan, etabliert werden. BWCDO bietet zudem Umweltbildungs-Events in der Region an. Diese Veranstaltungen helfen dabei, dass Schneeleoparden in der lokalen Bevölkerung langfristig akzeptiert werden. Zuletzt konnten im pakistanischen Basha-Tal 1.700 Mädchen und 1.200 Jungen an Veranstaltungen rund um die Themen Natur- und Artenschutz teilnehmen und mehr über den „Geist der Berge“ – wie Schneeleoparden auch genannt werden –, seine Beutetiere und weitere tierische Nachbarn erfahren.

Der Schneeleopard gehört zu den am stärksten bedrohten Großkatzen der Welt. Weltweit gibt es nur noch etwa 4.000 bis 6.400 Individuen. Noch immer werden die anmutigen Tiere für ihr kostbares Fell gewildert. Durch die Ausbreitung der Menschen und seiner Nutztiere verlieren der Schneeleopard und seine Beutetiere zunehmend ihren Lebensraum. Der NABU-Schneeleoparden-Preis wird seit 2018 jährlich an Menschen und Organisationen verliehen, die sich in außerordentlichem Maße für die bedrohte Großkatze einsetzen. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis fließt traditionell in ein gemeinsames Projekt zum Schutz des Schneeleoparden.

Mit mehr als 820.000 Mitgliedern und Fördernden ist der 1899 gegründete NABU der älteste und mitgliederstärkste Umweltverband Deutschlands. Der NABU engagiert sich für den Erhalt der Lebensraum- und Artenvielfalt, den Klimaschutz sowie die Nachhaltigkeit der Land-, Wald- und Wasserwirtschaft. Zu den zentralen NABU-Anliegen gehören auch die Vermittlung von Naturerlebnissen und die Förderung naturkundlicher Kenntnisse.

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Verschiedenes 

Karlsruhe: Blockierte Waldwege durch Sturm "Ignatz"

Waldgebiete in den kommenden Tagen meiden

Der erste Herbststurm mit dem Namen "Ignatz" ist mit Wucht übers Land und durch den Wald gefegt. Im Wald sind zahlreiche Äste oder große Kro-nenteile heruntergebrochen, Wege sind teilweise durch umgestürzte Bäume blockiert.

Das Forstamt bittet dringend darum, die Waldgebiete in den kommenden Tagen zu meiden. Es bestehen auch nach einem Sturm, wenn das Wetter sich wieder beruhigt hat, waldtypische Gefahren, wie umstürzende Bäume oder herabfallende Äste und Zweige. Insbesondere bei Nacht können solche Hindernisse für Radfahrende schnell zum Verhängnis werden und Stürze verursachen.

Generell sollten Waldgebiete bei amtlichen Unwetterwarnungen unbedingt gemieden werden. Die Mitarbeitenden des Forstamtes räumen die Waldwege, sobald es die Sturmsituation zulässt.





Veranstaltungen 

NABU launcht Bird-O-Mat zur Wahl des Vogel des Jahres 2022

NABU launcht Bird-O-Mat zur Wahl des Vogel des Jahres 2022
Bluthänfling (c) NABU/CEWE/Sven Ziegler

Fünf Vogelarten sind im Rennen um den Titel

Berlin, 15.10.21 – Welcher Vogel soll‘s denn sein? Für alle, die bei der Wahl zum Vogel des Jahres 2022 noch unschlüssig sind, hilft der NABU-Bird-O-Mat bei der Entscheidung. Unter www.NABU.de/birdomat kann jeder und jede seinen oder ihren gefiederten Favoriten unter den fünf Kandidaten herausfinden.

„In den ersten neun Tagen Wahl haben bereits über 70.000 Menschen mitgemacht“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Für die, die noch unschlüssig sind, haben wir eine Entscheidungshilfe entwickelt. Ganz genau wie bei einer politischen Wahl, kann man mithilfe des Bird-O-Mat den Kandidaten finden, der am besten zu einem passt.“

Abgefragt wird zum Beispiel, ob ein Veganer bevorzugt wird, ob ein besonders variantenreicher Sänger oder ein reisefreudiger Vogel gewünscht ist. Miller: „Mit dem Bird-O-Mat kann man auf humorvolle und spielerische Art etwas über unsere fünf Kandidaten erfahren.“

Zur Wahl stehen Bluthänfling, Feldsperling, Mehlschwalbe, Steinschmätzer und Wiedehopf. „Die Kandidaten repräsentieren eine Vielfalt kleinerer Vertreter der Vogelwelt. Drei Zugvogelarten – Mehlschwalbe, Steinschmätzer und Wiedehopf – sind darunter“, sagt Miller, „Mit Bluthänfling und Wiedehopf haben wir zudem zwei optisch eindrucksvolle Kandidaten.“ Jeder der Kandidaten steht für ein Naturschutzthema, das Aufmerksamkeit braucht. So findet die Mehlschwalbe als Gebäudebrüter immer weniger Nistmöglichkeiten. Der Steinschmätzer kämpft für mehr offenes Brachland, der Wiedehopf will, dass weniger Pestizide eingesetzt werden. Der Feldsperling vermisst Baumhöhlen zum Brüten und der Bluthänfling fordert: Hecken zum Verstecken.

Bis zum 18. November ist das virtuelle Wahllokal unter www.vogeldesjahres.de freigeschaltet. Noch am selben Tag wird der Sieger bekanntgegeben. Der „Vogel des Jahres“ wurde in Deutschland erstmals im Jahr 1971 gekürt. Seit 2021 wird er durch eine öffentliche Wahl bestimmt.

Mehr Infos und Teilnahme an der Abstimmung: www.vogeldesjahres.de

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Verschiedenes 

NABU zur Europäischen Roten Liste

Trendkurve für Europas Vögel zeigt weiterhin nach unten

Miller: Ergebnisse verdeutlichen einmal mehr den akuten Handlungsbedarf im Naturschutz

Berlin, 14.10.2021 – Heute hat die Naturschutzorganisation BirdLife International, der Dachverband des NABU, die aktuelle Europäische Rote Liste der Vögel veröffentlicht. Demnach weisen 161 der 544 ausgewerteten Vogelarten (30 Prozent) einen negativen Bestandstrend auf. 2015 waren es noch 27,6 Prozent. Obwohl viele Arten mehrheitlich in niedrigere Gefährdungsklasse herabgestuft werden, steigt die Gesamtzahl bedrohter Vogelarten insgesamt an: Mit 110 Arten hat sich ihre Zahl auf über 20 Prozent erhöht. Am meisten Rückgänge sind bei weit verbreiteten Singvögeln wie Lerchen-, Würger- und Ammerarten zu beobachten. Sie verlieren ihre offenen Lebensräume, da immer mehr kleinteilige Landschaften verschwinden. Hinzu kommt der verstärkte Einsatz von Agrarchemikalien.

NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller: „Die Rote Liste macht deutlich: Noch immer ist die Vielfalt der europäischen Vogelwelt bedroht durch intensivierte Landwirtschaft, zunehmende Flächenversiegelung, Übernutzung der Meere, nicht nachhaltige Praktiken in der Forstwirtschaft, Umweltverschmutzung, Raubbau und das illegale Töten bestimmter Arten. Zwar bieten internationale Konventionen und die EU-Naturschutzrichtlinien eine starke Gesetzgebung. Häufig fehlen jedoch notwendige Naturschutzmaßnahmen oder sie erfolgen nicht im erforderlichen Maßstab, um die wichtigsten Bedrohungen für Vogelarten zu bekämpfen. Bei allen aktuellen Problemen erweist sich der Klimawandel jedoch als eine der Hauptbedrohungen für die Zukunft unserer Vogelwelt: Der Bericht zur Roten Liste legt nahe, dass der Klimawandel das Verbreitungsgebiet für bestimmte Arten bereits maßgeblich verlagert oder verlagern wird. Für manche Arten könnte die Klimakrise auch das Aussterberisiko erheblich erhöhen. Dieser besorgniserregenden Entwicklung müssen wir sowohl auf nationaler als auch auf europäischer und globaler Ebene entschieden entgegenwirken.“

Von den gut 300 Arten, die in Deutschland leben, haben die Feuchtwiesenvögel Bekassine und Rotschenkel die Vorwarnliste übersprungen und gelten nun europaweit als gefährdet. Auch Saatkrähe, Mauersegler und Wachtel ziehen erstmalig auf europäischer Ebene in die Rote Liste. Weitere Sorgengruppen sind Wasser- und Watvögeln (40 Prozent der Arten gefährdet), Langstreckenzieher (33 Prozent) und Seevögel (30 Prozent). In der Meeresumwelt leiden Vögel wie Eider- und Samtente unter Beifang aufgrund von Fischerei und Jagd sowie invasiven gebietsfremden Arten, Störungen und Wasserverschmutzung von Land und von See. Der Waldrapp gilt nun als eine von fünf in Europa ausgestorbenen Vogelarten.

Positiv hingegen: Eisvogel, Rotmilan oder Tordalk stehen nicht mehr auf der Roten Liste. Durch Wiederansiedlungsprojekte wurde auch der Bartgeier auf die sogenannte Vorwarnstufe herabgestuft. Zwar haben auch andere Greifvogelarten von gezielten Naturschutzaktivitäten profitiert. Bei denen, die auf Beutetiere angewiesen sind, die im nur begrenzt verfügbaren offenen Busch- oder Grünland leben, ist der Bestand jedoch weiterhin rückläufig.

Die Ergebnisse der Europäischen Roten Liste sind laut NABU ein erneutes Warnzeichen, der Artenkrise grenzübergreifend entgegenzuwirken. Der Umweltverband fordert umfassende Verbesserungsansätze sowohl auf nationaler (durch das vom Bundesministerium ausgerufene „Jahrzehnt der Renaturierung“), europäischer (durch die EU-Biodiversitätsstrategie) als auch auf globaler Ebene, etwa der laufenden Weltnaturkonferenz in Kunming.

Hintergrund: Europäische Rote Liste der Vögel
Nach der letzten Veröffentlichung im Jahr 2015 wird die Europäische Rote Liste der Vögel nun zum vierten Mal veröffentlicht. Dafür wurden Daten aus 54 Ländern und Regionen von Tausenden Expertinnen und Experten sowie Freiwilligen ausgewertet. Für die Beurteilung des Aussterberisikos aller europäischen Vogelarten nach den weltweit anerkannten Richtlinien der IUCN standen die jüngsten Berichte aller EU-Mitgliedsstaaten zur Umsetzung der EU-Vogelschutzrichtlinie und vergleichbare Daten aus den anderen europäischen Ländern zur Verfügung. Der Bericht wurde im Auftrag der EU-Kommission erstellt.

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Welternährungstag 2021

Welternährungstag 2021
Nachhaltige Ernährungssysteme (c) meerfreiheit

Slow Food fordert integrierte Ernährungspolitik

Der Welternährungstag weist am 16. Oktober jährlich darauf hin, dass weltweit Millionen Menschen weiterhin Hunger leiden. Zugleich belasten die steigenden Kosten für Zivilisationskrankheiten im Zusammenhang mit industriellen Lebensmitteln und daran angepassten Ernährungsgewohnheiten das Gesundheitssystem. Zwei Extreme, welche die Schieflage unseres Ernährungssystems deutlich machen. Hinzu kommen die Auswirkungen der Ernährung auf die Klima- und Biodiversitätskrise. Slow Food Deutschland fordert deswegen eine integrierte Ernährungspolitik, die über politische Ressortgrenzen hinweg eine ökologische Produktion und faire Ernährungsumgebung verwirklicht.

Die industrielle Erzeugung und Verarbeitung von Lebensmitteln machen den Planeten und uns Menschen krank. Die jährlichen Folgekosten dieses Systems schätzt die Zukunftskommission Landwirtschaft auf 90 Milliarden Euro. Vor diesem Hintergrund fordert Slow Food Deutschland (SFD) die künftigen Regierungsverantwortlichen dazu auf, Ernährung zu einem zentralen Politikfeld zu entwickeln und eine integrierte Ernährungspolitik zu schaffen. Diese bedarf eines konsolidierten Fundaments in Form einer institutionellen Ausgestaltung, um alle Menschen gut, sauber und fair zu versorgen.

Dazu Nina Wolff, SFD-Vorsitzende: „Die immer komplexeren Herausforderungen in Umwelt und Gesellschaft machen es unausweichlich, Gesundheit, Soziales, Umwelt und Klima sowie Tierwohl zusammen, statt in verschiedenen oder gar konkurrierenden Politikfeldern zu denken. Eine Ernährungspolitik als ganzheitliche Steuerungsaufgabe ist die Voraussetzung, um uns innerhalb der planetaren Grenzen zu bewegen und zu ernähren und unsere Lebensgrundlagen zu sichern. Ob uns das gelingt, darüber wird die nächste Legislatur entscheiden. Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung wäre eine ganzheitliche Ernährungsstrategie als gesamtgesellschaftliche und ressortübergreifende Aufgabe.“

Für die Transformation des Ernährungssystems ist Slow Food national wie international tätig und auf der Suche nach Zukunftslösungen – sowohl politisch als auch kulinarisch. Die Bewegung ist davon überzeugt, dass es neben Weichenstellungen seitens der Politik und der Unterstützung der Erzeuger*innen das Engagement und das Einvernehmen der Verbraucher*innen braucht, um diese Veränderung mitzutragen. Dafür müssen Genuss und Verantwortung zusammenspielen.

Am diesjährigen Welternährungstag widmet sich Slow Food Deutschland zusammen mit Expert*innen und Verbraucher*innen im fränkischen Aischgrund der nachhaltigen Teichwirtschaft und der Frage, unter welchen Voraussetzungen Aquakultur positive Beiträge zur Welternährung leisten kann. Teichwirtschaften haben das Potential, Menschen mit hochwertigem, eiweißreichen, regional erzeugten Lebensmitteln zu versorgen und sind gleichzeitig Hotspots der biologischen Vielfalt. Im Fokus steht der Karpfen – für Slow Food ein “Fisch der Zukunft“, der ein positiveres Image verdient.

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Botschafter*innen für die Ernährungswende

Botschafter*innen für die Ernährungswende
Chef Alliance SFD (c) meerfreiheit

Chef Alliance von Slow Food Deutschland feiert fünfjähriges Jubiläum

Die Chef Alliance Deutschland gründete sich vor fünf Jahren beim Terra Madre Salone del Gusto in Turin - der größten internationalen Slow-Food-Veranstaltung. Inzwischen ist sie ein lebendiges und weiterhin wachsendes Netzwerk mit bundesweit aktuell 64 Köch*innen. Sie eint das Ziel, Verantwortung für ihre eigene Leidenschaft und den Genuss ihrer Gäste zu übernehmen. Die gastronomische Landschaft kann so Orte der Ernährungswende schaffen.

Unter dem Dach der Chef Alliance (CA) versammeln sich Köch*innen, die täglich kreativ, leidenschaftlich und bedacht mit dem Thema Essen und Ernährung umgehen. Ob selbstständig oder angestellt in Kantinen, Restaurants, Markthallen und Bistros, oder auch als Dozent*in für Ernährung in Bildungseinrichtungen oder Kochschulen – die Mitglieder wissen, dass die Aufgaben der Ernährungswende enorm sind und möchten eine wichtige Mittlerrolle übernehmen und zukunftsweisende Impulse setzen. Denn je nachhaltiger die Gastronomie wird, umso positiver kann ihr Einfluss auf die Lebensmittelwertschöpfung und -netzwerke in den Regionen sowie auf die Verbraucher*innen sein. Die CA-Köch*innen möchten ihren Gästen eine für Mensch und Planet gesunde Ernährung mit allen Sinnen erlebbar machen und zeigen, dass Genuss und Verantwortung auf einen Teller passen und gehören.

Für die CA ist Genuss von der Wahl des Lebensmittels und dem Wissen um dessen „Wurzeln“ abhängig. Sie setzt sich u. a. dafür ein, die biologische und kulturelle Vielfalt zu erhalten, fair zu handeln gegenüber Mensch, Tier und Umwelt. Fairness und Transparenz werden auch im Netzwerk selber groß geschrieben. Dazu Luka Lübke, Sprecherin der Chef Alliance: „In unserer Berufsgruppe ist Konkurrenz oft vorherrschend. In der Chef Alliance hingegen wünschen und suchen wir untereinander den Schulterschluss. Nur wenn wir zusammen auftreten, können wir lauter werden und wachsen.“

Das Aufnahmeverfahren in die CA ist umfänglich. Die Kommission interviewt die Kanditat*innen sowie ausgewählte Lieferant*innen und wirft einen Blick auf ihre Speisepläne und Menüs. „Wenn wir unser gesellschaftspolitisches Engagement ernst meinen, brauchen wir Kriterien, die uns von denen unterscheiden, die ihren Speisekarten einen ‚grünen‘ Stempel verleihen, ohne wirklich danach zu handeln“, erklärt Lübke. „Es ist Teil der Netzwerk-Arbeit, dass wir uns in unserem Tun stetig reflektieren, voneinander lernen und überlegen, wie wir Genuss innerhalb der planetaren Grenzen zum Gast bringen.“ Für die 64 Köch*innen ist das eine Art Bildungsauftrag, dem sie sich verschreiben.

Zeitgleich mit dem Jubiläum erhielten am gestrigen Mittwoch drei Köch*innen die Tierschutz-Kochmütze der Schweisfurth Stiftung: Jens Witt vom ‚Wackelpeter‘, Sebastian Junge vom ‚Wolfs Junge‘ und Renate Lieb von ‚Zur Scheunenwirtin‘. Insgesamt tragen inzwischen fünf CA-Mitglieder diese Auszeichnung. Weitere sechs sind Bio-Spitzenköch*innen und vier tragen den MICHELIN Grüner Stern. Am Samstag (16.10.) lädt die Chef Alliance zu Simon Kaiser ins ‚Esszimmer‘ zum Jubiläums-Menü ein. Sieben Köch*innen setzen ein 5-Gang-Menü um.

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Elefantenkuh Saida zieht von Leipzig in den Zoo Karlsruhe

Elefantenkuh Saida zieht von Leipzig in den Zoo Karlsruhe
Elefantenkuh Saida (c) Foto: Zoo Leipzig

Neue Bewohnerin der Altersresidenz für Asiatische Elefanten

Mit ihren 48 Jahren ist Saida schon im Seniorenalter. In die Altersresidenz für Asiatische Elefanten im Zoo Karlsruhe wird sie mit ihrer Betagtheit jedoch gut passen. Bislang lebt die Elefantenkuh im Zoo Leipzig, im Laufe der Woche soll sie voraussichtlich von Sachsen ins Badische umziehen.

Mit der Altersresidenz für Asiatische Elefantenkühe wurde im Masterplan des Zoologischen Stadtgartens Karlsruhe ein besonderes Tierschutzprojekt verankert. Es können Zirkuselefanten aufgenommen werden, die nicht mehr reisen sollen. Auch eine Übernahme von älteren Zooelefanten ist möglich. Es ist das erste Projekt seiner Art in Europa.
Die Anlage ist speziell auf die Bedürfnisse älterer Tiere ausgerichtet. So besteht in der Innenanlage die Möglichkeit, dass sich Tiere, die nicht mehr abliegen können, an großen Stämmen Kopf oder Po auflegen und sich somit beim Schlafen im Stehen besser entspannen können. Auch ist eine Wand im Haus beheizt, so ist es Elefanten auch im Winter angenehm, sich dort anzulehnen.

Altersresidenz auf spezielle Bedürfnisse älterer Tiere ausgerichtet

Die Außenanlage verfügt über ein Wasserbecken und einen Wasserfall, unter den sich die Tiere stellen können. Zudem ist der Untergrund wechselnd hart und weich, was nicht nur älteren Elefantenfüßen gut tut. Auf dem erweiterten Teil der Außenanlage gibt es auch große, natürliche Bäume, die im Sommer Schatten spenden, und Rasenuntergrund.

Saida kam 2006 zusammen mit ihrer Tochter Salvana aus dem Tierpark Hagenbeck nach Leipzig. In Hamburg war zur gleichen Zeit auch Elefantenkuh Jenny, die bereits seit 2009 in Karlsruhe lebt. Bei Hagenbeck waren die beiden Kühe jedoch nicht in die Gruppe zu integrieren und standen abwechselnd allein oder bei dem Bullen, der in Hamburg eine eigene Anlage hat. Sowohl Saida als auch Jenny haben ein gutes Verhältnis zum Menschen, jedoch nie ein ausgeprägtes Sozialverhalten unter Elefanten.

Hoffen auf Zweckgemeinschaft

In Leipzig war es ebenso schwierig, Saida mit den anderen Elefanten zu vergesellschaften. Deshalb wurden damals die beiden Kühe Thura und Rani aus Hamburg geholt, um Saida Gesellschaft von bekannten Elefanten zu ermöglichen. Thura und Saida haben über die Jahre in Leipzig eine Zweckgemeinschaft gebildet, konnten jedoch nicht mit der Leipziger Gruppe vergesellschaftet werden. Saida stand seit dem Tod von Thura im Herbst 2019 allein, hatte aber immer per Rüssel Kontakt zu den anderen Artgenossen, auch nachts.

"Das ist ebenfalls eine Aufgabe einer Altersresidenz, solch einem Tier einen guten Lebensabend zu ermöglichen. Wir hoffen, mit Jenny Saida eine gute Gesellschafterin anbieten zu können. Inwieweit sich die beiden Tiere verstehen werden, müssen wir abwarten. Es wäre schön, wenn sie eine Zweckgemeinschaft bilden würden", erläutert Zootierarzt Dr. Marco Roller.

Saida ist mit ihren 4,6 Tonnen Gewicht ein imposanter Elefant, Jenny etwas kleiner und unerheblich leichter, dafür mit 38 Jahren zehn Jahre jünger. In Karlsruhe besteht die Möglichkeit, dass Tiere gemeinsam auf der Anlage sind, einzelne Bereiche aber auch abgetrennt werden können, ohne dabei Tiere zu isolieren. Ein Rüsselkontakt ist somit jederzeit auch bei Aufteilung der Anlage möglich.

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