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Veranstaltungen 

Zeitreise in die Geschichte bei Vortrag und Laternenführung

Zeitreise in die Geschichte bei Vortrag und Laternenführung
© Michael Leopold

Geologe gibt Einblick in die Goldgewinnung am Rhein / Ausflug unter das Dach der Karlsburg

Am Donnerstag, 2. Februar, gibt der Geologe Michael Leopold in seinem Vortrag „Goldwaschen am Rhein“ einen spannenden Einblick in das Vorkommen dieses Edelmetalls und dessen historische Gewinnung an unseren heimischen Rheinufern. Der Vortrag findet um 18 Uhr im Stadtmuseum statt und schließt sich thematisch an die aktuelle Sonderausstellung Stadt, Mensch, Fluss. Karlsruher*innen am Rhein an. Leopold ist eine der in der Ausstellung vorgestellten Persönlichkeiten und hat jahrelange Erfahrung mit von ihm organisierten Goldwaschkursen in Karlsruhe.

Sonderausstellung "Stadt, Mensch, Fluss" läuft noch bis 2. April

Im Zentrum der Sonderausstellung, die bis 2. April 2023 im Stadtmuseum im Prinz-Max-Palais zu sehen ist, stehen 22 Karlsruherinnen und Karlsruher, in deren Leben der Rhein eine wichtige Rolle spielt – aber auch solche, die ihrerseits das Gesicht des Flusses prägten. Präsentiert werden nicht nur historische Persönlichkeiten, sondern auch heutige Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt.

Die vorgestellten Menschen sind ebenso unterschiedlich wie ihre Bezüge zum Fluss. Ob als Arbeitsplatz oder Sportfläche, ob als künstlerische Inspirationsquelle oder Naturerlebnisraum – die präsentierten Personen führen vor Augen, welch vielfältige Möglichkeiten der Rhein seit jeher bietet.

Bei der Laternenführung im Pfinzgaumuseum am Sonntag, 5. Februar, um 17 Uhr wird der historische Dachstuhl einmal ganz anders erlebbar – im Dunkeln. Ein stimmungsvolles Wechselspiel aus Licht und Schatten erwartet die Besucherinnen und Besucher unter dem Ziegeldach der Karlsburg. Ausgerüstet mit elektrischen Laternen folgen sie dem von Susanne Stephan-Kabierske geführten Rundgang durch die spannende Geschichte von Handwerk und Landwirtschaft in Durlach.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollten warme Kleidung anziehen, da auf dem Dachspeicher die Temperatur sehr niedrig sein können.

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Anmeldung für Laternenführung notwendig

Die Teilnahme am Vortrag wie an der Führung ist kostenlos.

Jedoch ist die Teilnehmerzahl bei der Laternenführung begrenzt. Daher wird hierfür um Anmeldung bis spätestens Freitag, 3. Februar, per E-Mail an stadtmuseum(at)kultur.karlsruhe.de oder telefonisch unter 0721 133-4231 gebeten.

zum Bild oben:
In seinem Vortrag „Goldwaschen am Rhein“ gibt der Geologe Michael Leopold einen Einblick in das Vorkommen dieses Edelmetalls an den Rheinufern.
© Michael Leopold








Verschiedenes 

NABU: Vogelfreundlich bauen mit Glas und Licht

NABU: Vogelfreundlich bauen mit Glas und Licht
Glasanflugopfer Buchfink (c) nabu / Foto: Anette Wolff

Neue Broschüre zeigt, wie Vogelschlag schon beim Bau verhindert werden kann

Berlin, 19.1.23 – Mindestens 100 Millionen Vögel sterben in Deutschland jedes Jahr, weil sie mit Glas kollidieren. Es stellt eine doppelte Gefahrenquelle dar: Transparente Scheiben werden von Vögeln nicht als Hindernis erkannt, und stark spiegelnde Scheiben reflektieren Bäume, Büsche oder den Himmel und täuschen so einen Lebensraum vor. Zuletzt machte der Hauptstadtflughafen BER mit häufigem Vogelschlag an seinen zahlreichen Glasfronten negative Schlagzeilen.

„In der Architektur- und Baubranche ist leider immer noch nicht bekannt, welch große Probleme Glas für die Vogelwelt darstellt“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Eine neue Broschüre, die die Schweizerische Vogelwarte zusammen mit dem NABU und anderen Verbänden herausgibt, schafft hier Abhilfe. Anhand zahlreicher Beispiele werden für Vögel gefährliche Situationen aufgezeigt. Gleichzeitig präsentiert die Broschüre Lösungen, wie Glas vogelfreundlich eingesetzt werden kann.

Nicht jede Scheibe ist gleich problematisch: Besonders gefährlich sind etwa stark spiegelnde Scheiben, transparente Balkon- und Eckverglasungen, gläserne Lärmschutzwände, Wartehäuschen oder Wintergärten. Die Kollisionsgefahr lässt sich unter anderem dadurch bannen, dass Glas mittels geprüfter Vogelschutzmarkierungen sichtbar gemacht wird. Auf Markierungen im UV-Bereich und die bekannten Greifvogelsilhouetten sollte allerdings verzichtet werden. Sie schrecken Vögel nicht ab und wirken kaum.

Nur eine flächig und von außen aufgebrachte, sich möglichst von der Umgebung abhebende Markierung bringt den nötigen Schutz. Dabei haben sich Lösungen mit Streifen und Punktraster in Tests als besonders wirkungsvoll erwiesen. Eine Reduzierung der Beleuchtung von Innenräumen verhindert außerdem, dass Vögel vom Licht angezogen auf Fensterscheiben zufliegen und schont gleichzeitig den Geldbeutel. Die neue Broschüre zeigt auch auf, wie beim Bau so weit wie möglich auf transparentes Glas verzichtet werden kann oder wie bereits bei der Planung für Vögel gefährliche Stellen entschärft werden können. So können Zeit und Folgekosten für Nachrüstungen eingespart und gleichzeitig viele Vögel vom Tod an Scheiben bewahrt werden.

Kollisionen mit Glasscheiben gehen nicht immer tödlich aus. Manche Vögel sind danach "nur" verletzt oder benommen. So sind sie eine leichte Beute für Fressfeinde wie Füchse oder Katzen. Wer in Scheibennähe einen flugunfähigen oder benommenen Vogel findet, legt ihn am besten in eine Schuhschachtel mit Luftlöchern und stellt die Schachtel an einen warmen, dunklen und ruhigen Ort. Die Schachtel kann mit Haushaltspapier ausgekleidet werden, der Vogel sollte aber nicht gefüttert oder mit Wasser versorgt werden. Nach zwei bis drei Stunden kann man draußen die Schachtel öffnen. Fliegt der Vogel nicht von selbst weg, gehört er in eine Pflegestation.

Broschüre „Vogelfreundlich Bauen mit Glas und Licht“ zum Download online

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Verschiedenes 

Jahrhundert-Risiko beim Riesen-Neubaustadtteil Dietenbach in Freiburg

Warum die EMD nicht gekauft werden darf - die „SEM“ abschaffen?

Zu den Beratungen des Gemeinderats am 23.1. und 31.1.2023 zum Riesen-Neubaustadtteil Dietenbach in Freiburg i.Br. haben sich die Bürgeraktion Dietenbach ist überall und der gemeinnützige Freiburger ECOtrinova e.V. jetzt gemeinsam schriftlich mit einem Argumente- und Faktenpapier an den Gemeinde­rat, an OB Martin Horn und die Bürgermeisterriege gewandt:

Angesichts der gewaltigen Kostenexplosion allein schon bei der Erschließung der städtebaulichen Entwicklungs­maßnahme (SEM) Dietenbach - seit Mitte 2018 mit 1,248 Milliarden Euro auf das Doppelte - raten die Bürger­aktion Dietenbach ist überall und der Freiburger ECOtrinova e.V. dem Gemeinderat und der Stadt gemeinsam dringend ab, der Sparkasse das Unternehmen Entwicklungsmaßnahme Dietenbach GmbH (EMD) abzukaufen. Die kurz- und mittelfristige Zusatzbelastung für den Haushalt würde auf mehrere 100 Mio. € hochlaufen und den Haushalt der Stadt auf viele Jahre maximal überfordern. Die Haushalts- und Kreditsperre drohe. Zu vieles andere Wichtige bliebe dann liegen bei Schulen, Verkehrs- und anderer Infrastruktur, und es würde gekürzt bei Kultur und Vereinen. Der Sparkasse, die rechnen kann, war das Risiko zu groß!

Die beiden Vereinigungen raten, das viel zu große Abenteuer und Jahrhundertrisiko größter deutscher Neubaustadteil Dietenbach nun zu beenden. Es würde neben sonst kommenden schweren Finanznöten der hochverschuldeten Stadt, die alle treffen, unsozial i.w. nur teurer und sehr teurer Wohnraum entstehen. Das aber wirkt über künftige Mietspiegel sozial schädlich auf ganz Freiburg. Die gesamte neue Kalkulation erscheint unseriös auf der Einnahmeseite - wer kauft denn so teure Grundstücke? - wie auf der Ausgabenseite - laut Experten würden die Baukosten in 2023/24 in Deutschland weiter um 20% steigen. Für den Bau von Dietenbach gebe es keine Legitimation mehr. Auch viele Freiburger Wohnbauunternehmen haben bereits in 2022 abgewunken. Die Alternativen stehen offen!

„Dietenbach verfehlt sehr stark viele Versprechen zum SEM-Beschluss 2018 und zum Bürgerentscheid 2019“, so Sprecher der Vereinigungen, „nicht nur bei den Kosten - Stuttgart 21 läßt doch grüßen als Dietenbach21.“ Erst recht bei den erwarteten Wohnkosten bzw. Mieten. 4000- 5000 Bäume würden in Dietenbach vernichtet statt Null. Dietenbach würde entgegen den Schönrechnungen der Stadt keineswegs klimaneutral, sondern über­ras­chend klimaschädigend. Denn beim starken Mangel an Handwerk und Baumaterial würde Dietenbach den Kli­maschutz-Umbau der über 20.000 Altbauten in Freiburg 2 Jahrzehnte lang bis 2042 sehr behindern. Und nach 10 Jahren Überlegungen und Planungen würde weiterhin auf mehrere Jahre hinaus in Dietenbach keine einzige Wohnung entstehen - trotz Mangel an niedrigpreisigen bezahlbaren Wohnungen.

In dieser Situation muß laut Sprechern der Vereinigungen sofort ein Moratorium starten. Die Stadt sollte dann die Auslagen der Sparkasse begleichen und die immer noch schwebend unwirksamen Options-Kaufverträge mit den über 400 Eigentümern annullieren lassen. Den Eigentümern verbleiben die Optionsprämien. Weite­rer nötiger Schritt ist, die städtebauliche Entwicklungsmaß­nahme (SEM) mit Beschluss zu beenden. Der Bürger­entscheid von 2019, bei dem 30% der Wahlberechtigten unter anderen Voraussetzungen für den Bau stimmten, bindet Stadt und Rat seit Februar 2022 nicht mehr.

Dietenbach jetzt zu stoppen ist nicht zu spät! Der Stopp ist auch finanziell aus heutiger Sicht sinnvoll: Denn dann sind die 100 + 9 +X Millionen Euro fürs Dietenbach-Defizit wieder frei, über 22 Mio. € und weitere Gelder aus getätigten Dietenbach-Grundstückskäufen der Stadt u.a. vom Land Baden-Württemberg sind rückholbar. Der Stopp spart auch die etwa 106 Mio. Euro für den EMD-Kauf samt Grundstücks-Vermarktung.





Veranstaltungen 

Vortrag: Hefe als nützliches "Haustier"

Vortrag: Hefe als nützliches "Haustier"
Dr. Jens Rudat © privat

Dr. Jens Rudat spricht am 26. Januar im Exotenhaus des Karlsruher Zoos

Der Biologe Dr. Jens Rudat gibt am kommenden Donnerstag, 26. Januar, 18:15 Uhr, im Exotenhaus des Karlsruher Zoos Einblicke in die Welt der Hefen. Die Veranstaltung ist Teil einer Vortragsreihe rund um die Themen Tiere, Artenschutz und Naturwissenschaft, die der Zoo zusammen mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) organisiert.

Wie kommt der Alkohol ins Glas und in den Tank (Stichwort: E10) und warum machen Hefen das eigentlich? In dem Vortrag mit dem Titel "The Number of the Yeast – was bei Hefen wirklich zählt" wird die Bier- beziehungsweise Bäckerhefe als enorm nützliches "Haustier" vorgestellt, das seit Jahrtausenden im Dienst der Menschheit steht. Der kleine Produzent von Brot, Bier und Wein, aber auch von Impfstoffen und Enzymen, wurde gerade durch die mikrobiologische Fachgesellschaft VAAM zur Mikrobe des Jahres 2022 gewählt.

Die Teilnahme ist kostenfrei, Spenden für die Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe werden jedoch gerne entgegengenommen. Einlass ist ausschließlich über die Ettlinger Straße 4b von 18 bis 18:10 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Teilnehmerzahl ist aus Platzgründen dennoch begrenzt. In den kommenden Monaten sind weitere Vorträge geplant, die jeweils kurzfristig angekündigt werden.

zum Bild oben:
Dr. Jens Rudat spricht im Vortragsraum des Exotenhauses über die Welt der Hefen.
© privat





Verschiedenes 

NABU: Wintervögel machen sich rar

NABU: Wintervögel machen sich rar
NABU-Vogelschutzexperte Martin Rümmler (c) NABU / Sebastian Hennigs

Bei der 13. „Stunde der Wintervögel“ gab es insgesamt weniger zu zählen / Mehr Zaunkönige gesichtet

Berlin, 11.1.23 – Kein Schnee und Frost, dafür graues Regenwetter über fast ganz Deutschland: Die 13. „Stunde der Wintervögel“ hätte auch „Stunde der Regenvögel“ heißen können, so wenig winterlich und dafür umso nasser war das Wetter bei der traditionellen Mitmachaktion von NABU und seinem bayerischen Partner, dem LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz). „Das wenig zu Vogelbeobachtungen einladende nasskühle Wetter hat sich auch auf die Teilnehmendenzahlen ausgewirkt“, zieht NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller eine Zwischenbilanz der Zählung. „Bisher haben mehr als 77.000 Menschen knapp 1,9 Millionen Vögel bei uns gemeldet. Da hoffen wir noch auf viele Nachmeldungen, die bis kommenden Montag gemacht werden können. Unsere Ornithologen werten im Anschluss die Ergebnisse detailliert aus.“

Auch die Sichtungen fielen bisher etwas magerer aus als in den Jahren davor. So wurden mit im Durchschnitt 33,9 Vögel pro Garten weniger gemeldet als 2022. Damals waren es 35,5 Vögel. „Wie wir bereits vermutet hatten, haben sich typische Wintergäste aus Nord- und Osteuropa, wie der Bergfink, weniger häufig am Futterhaus gezeigt als letztes Jahr. Vermutlich sind sie aufgrund des milden Winters in ihren Brutgebieten geblieben“, so Miller. „Typische Waldvogelarten wie Buchfink, Eichelhäher, Buntspecht, Kernbeißer wurden ebenfalls weniger häufig gezählt. Der Grund könnte, wie prognostiziert, das Mastjahr sein. Es gibt besonders viele Baumfrüchte im Wald und die Vögel haben dort so viel Nahrung, dass sie weniger in unsere Siedlungen kommen.“

Sehr viel häufiger als 2022 wurde die Türkentaube gemeldet: Ein Plus von 27 Prozent. Sie zeigt insgesamt eine ansteigende Tendenz in letzten Jahren. „Als Profiteur steigender Temperaturen brütet die Art wahrscheinlich immer erfolgreicher in den warmen Sommern“, vermutet Miller. Auch der Zaunkönig wurde mit einem Plus von 38 Prozent deutlich häufiger gezählt. Miller: „Besonders viele Sichtungen kamen aus Schleswig-Holstein, der kleine Vogel fühlte sich auch schon in den vergangenen Jahren in frostarmen, küstennahen Regionen besonders wohl.“

Auf den ersten drei Plätzen liegen wie im vergangenen Jahr Haussperling, Kohlmeise und Blaumeise. Die „Stunde der Wintervögel“ fand bereits zum 13. Mal statt. Beobachtungen können noch bis 16. Januar gemeldet werden: per App unter www.NABU.de/vogelwelt oder unter www.NABU.de/onlinemeldung.

Die nächste Vogelzählung findet vom 12. bis 14. Mai mit der „Stunde der Gartenvögel“ statt.

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Verschiedenes 

Ernährung sichern und gleichzeitig Natur und Klima schützen

Neue NABU-Studie zeigt Möglichkeiten auf

Krüger: Landwirtschaftliche Erzeugung und Konsumgewohnheiten müssen sich hin zu einer pflanzenbetonteren Ernährung

Berlin, 16.1.23 – Mehr Klima- und Naturschutz in der Landwirtschaft gefährden nicht die Ernährungssicherheit in Deutschland – das ist das Ergebnis einer Studie im Auftrag des NABU, die heute veröffentlicht wurde. Untersucht werden Zielkonflikte zwischen "mehr Produktion” und “mehr Natur- und Klimaschutz” auf landwirtschaftlich genutzten Flächen.

Das Ergebnis: Wenn vorwiegend das an Tiere verfüttert wird, was der Mensch nicht essen kann, so kann in Deutschland immer noch ausreichend Fleisch, Milch und Eier für eine gesundere und ausgewogene Ernährung erzeugt werden. Und das, obwohl die Fleischproduktion in Deutschland um 58 Prozent und die der Milch um 22 Prozent zurückgehen würde. Zusätzliche Importe und damit auch eine zusätzliche Verlagerung des ökologischen Fußabdrucks sind nicht erforderlich. Auch Futtersoja-Importe werden kaum mehr benötigt. Der Schlüssel zu diesem Ergebnis ist eine pflanzenbetonte Ernährung. Sie ist doppelt so flächeneffizient wie tierische: Die Erträge von einem Hektar pflanzlicher Nahrung ersetzen zwei Hektar Futtermittel, das später als Fleisch, Milch oder Eier auf dem Teller landet.

NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger: “Nach den Diskussionen des vergangenen Jahrs ist nun klar: Eine Landwirtschaft, die Ernährungssicherheit und Natur- und Klimaschutz zusammenbringt, ist keine bloße Träumerei, sondern eine realistische Möglichkeit. Und sie ist auch dringend nötig. Denn ein Festhalten am bisherigen System geht auf Kosten der Artenvielfalt, der Böden, Gewässer und des Klimas – und gefährdet damit auch die landwirtschaftliche Produktionsgrundlage. Damit der Wandel gelingen kann, müssen sich landwirtschaftliche Erzeugung und Konsumgewohnheiten gleichermaßen ändern - hin zu einer naturverträglichen Landwirtschaft und einer pflanzenbetonteren Ernährung. Die Verantwortung für einen echten Wandel trägt die Politik auf Bundes- und Landesebene. Von ihr braucht es fundierte und umfassende Rahmensetzungen , die sie mutig und konsequent umsetzt.”

Pierre Johannes, Referent für Agrarpolitik: “Eine Halbierung unseres Fleischkonsums schafft große Spielräume für mehr Natur- und Klimaschutz, auch über die aktuell viel diskutierten Maßnahmen der Farm-to-Fork-Strategie hinaus – etwa bei der Frage, zehn Prozent Biodiversitätsflächen freizustellen, Pflanzenschutz- und Düngemittel zu reduzieren oder den Ökolandbaus auf 30 Prozent auszubauen. Auch die Wiedervernässung von Mooren und die Erhöhung des Leguminosenanteils auf Deutschlands Äckern wird möglich – ohne, dass mehr Produktion ins Ausland verlagert wird.”

Über die Studie
Grundlage der Studie bildet das agrarökonomische Modell CAPRI (Common Agricultural Policy Regional Impact Analysis), das u.a. von der EU-Kommission zur Folgenabschätzung genutzt wird. Es berechnet, wie sich verschiedene Maßnahmen, z.B. Pestizid- und Düngereduktion, Ausbau des Ökolandbaus, Wiedervernässung von Moorflächen oder Beschränkung der Tierfütterung vorwiegend auf Gras und Nebenprodukte, auf Produktionsmengen und Flächenverbrauch auswirken. Das Modell berücksichtigt dabei auch die Produktionsstrukturen und klimatischen Bedingungen in Deutschland. Schließlich werden die aus den pflanzenbetonten Ernährungsoptionen (angelehnt an der Planetary Health Diet der EAT-Lancet Kommission) ermittelten Rohstoffmengen, die zur Deckung der Nachfrage nötig wären, den Ernte- bzw. Produktionsmengen gegenübergestellt. Daraus werden die Flächenbilanzen ermittelt.

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Verschiedenes 

Ernährungsstrategie der Bundesregierung

Ernährungsstrategie der Bundesregierung
Teltower Rübchen (c) Stefam Abtmeyer

Ernährungswende ja, aber die Rechnung bleibt offen

Das Bundeskabinett hat heute das Eckpunktepapier „Weg zur Ernährungsstrategie der Bundesregierung“ verabschiedet. Das Bündnis #ErnährungswendeAnpacken begrüßt, dass die Notwendigkeit einer deutlich pflanzlicheren Ernährung als zentraler Hebel für das Erreichen globaler Umwelt- und Nachhaltigkeitsziele benannt wird und auch die Bekämpfung der Ernährungsarmut einen hohen Stellenwert erhält. Zu bemängeln bleibt jedoch, dass der Ernährungsstrategie konkrete Ziele sowie ein Budget für die Umsetzung fehlen. Hinzu kommt, dass die Zuständigkeit für konkrete Maßnahmen teils nicht in der Zuständigkeit des Bundes liegt.

as Bündnis #ErnährungswendeAnpacken begrüßt, dass das Eckpunktepapier der Bundesregierung mit der Aufführung von zwölf Themenfeldern darauf abzielt, die Ernährungswende umfassend anzugehen. Das Papier beschreibt zutreffend die Relevanz der Ernährungsgewohnheiten in Deutschland mit Blick auf Gesundheit, Umwelt und Klima sowie soziale Gerechtigkeit und bekennt sich vor diesem Hintergrund zu internationalen und europäischen Abkommen im Bereich Klimaneutralität und Ernährungsgerechtigkeit.

Wie genau die Ernährungswende erreicht werden soll, bleibt jedoch im Nebel. Das Bündnis kritisiert, dass es an konkreten, messbaren Zielen und verbindlichen Maßnahmen fehlt. Es fehlt vor allem jegliche Aussage zur Finanzierung relevanter Handlungsfelder wie beispielsweise der Bereitstellung einer gesunden und nachhaltigen Verpflegung für Heranwachsende in Schule und Kita sowie in der Kinder- und Jugendhilfe – ein Ziel, das mit Blick auf die zunehmende Ernährungsarmut in Deutschland an Brisanz gewinnt. Fehlt einer zukunftstauglichen Gemeinschaftsverpflegung weiterhin das finanzielle Fundament, droht sie erneut ein hohles Versprechen zu bleiben. Der wissenschaftliche Beirat beim Bundeslandwirtschaftsministerium empfahl dafür bereits 2020, eine Finanzierung in Milliardenhöhe vorzusehen.

Eine ähnliche finanzielle Lücke tut sich beim Elefanten im Raum auf: Die Strategie beabsichtigt, den Konsum tierischer Lebensmittel auf ein nachhaltiges und gesundheitsförderndes Maß zu reduzieren. In Gegenzug sollen Produktion und Angebot von möglichst unverarbeitetem Gemüse und Obst, Hülsenfrüchten und Nüssen erhöht werden. Auch dies ist ein großes transformatives Vorhaben, bei der die Gesellschaft mitgenommen werden soll und muss. Für die Vertreter*innen von #ErnährungswendeAnpacken steht fest: Angesichts der sich verschärfenden Umwelt- und Gesundheitskrisen sowie Fragen der sozialen Gerechtigkeit benötigt es dringender denn je eine ambitionierte, von Beginn an ausreichend finanzierte Ernährungsstrategie, die gesundes und nachhaltiges Essen für alle zugänglich macht. Das zu erreichen, muss das Ziel der Bundesregierung sein. Die vorgelegten Eckpunkte der Ernährungsstrategie müssen hierfür den Rahmen schaffen. Andernfalls verursacht das ausbleibende Handeln Kosten in Milliardenhöhe – für uns und zukünftige Generationen.

Auch Nina Wolff, Vorsitzende von Slow Food Deutschland betont, dass die Bundesregierung mit ihrer Ernährungsstrategie einen ersten und wichtigen Pflock für eine gesunde und nachhaltige Ernährungszukunft eingeschlagen hat. Nun aber ginge es um die Glaubwürdigkeit und Wirksamkeit des gesamtgesellschaftlichen Projekts "Ernährungswende". Neben der angemessenen finanziellen Ausstattung, müsse die inhaltliche und zeitliche Präzisierung der wichtigsten Ziele erfolgen. „Eine der ersten Maßnahmen der Strategie sollte sein, einen von Genuss und Verantwortung geprägten Ernährungsstil in der Gesellschaft zu verankern. Denn nur eine Ernährungswende, die Mensch und Planeten schmeckt, kann glücken. Hierbei möchte Slow Food gern unterstützen,“ so Wolff.

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Das Bündnis wird getragen von: Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e. V. (BVKJ), BerufsVerband Oecotrophologie e. V. (VDOE), Arbeitsgemeinschaft der deutschen Ärztekammern (BÄK), Bundesvertretung der Medizinstudierenden, Deutschland e. V. (bvmd), Bundeszahnärztekammer, Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Zahnärztekammern e.V. (BZÄK), Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e. V. (BÖLW), Deutsche Adipositas Gesellschaft e. V. (DAG) Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter (AGA) der DAG, Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG), Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e. V. (DGEM), Deutsches Netzwerk Schulverpflegung (DNSV), Ecologic Institute, Netzwerk der Ernährungsräte, Institut für Welternährung, iSuN - Institut für Nachhaltige Ernährung, Fachhochschule Münster, Physicians Association for Nutrition (PAN), ProVeg, RAL Gütegemeinschaft Ernährungs-Kompetenz e.V., Slow Food Deutschland e. V., Verband der Diätassistenten – Deutscher Bundesverband e. V. (VDD), Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv), WWF Deutschland





Verschiedenes 

NABU zu EU-Notverordnung: Politischer Fehltritt

Krüger: Eilgesetzgebung ist falscher Weg – EU muss zukunftsfähigen Rechtsrahmen für Erneuerbare-Energien-Richtlinie entwickeln

Brüssel/Berlin, 19.12.22 - Heute haben die Energieminister der EU-Mitgliedstaaten eine Notverordnung zur Beschleunigung von Genehmigungsverfahren für Erneuerbare Energien verabschiedet. Diese geht vor allem zurück auf das Betreiben der deutschen Bundesregierung. Der NABU hält seine Kritik daran aufrecht. In jedem Fall ist die durch diese Regelung gewonnene Zeit nun für eine grundlegende Überarbeitung der Erneuerbaren-Energien-Richtlinie zu nutzen.

NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger kommentiert: „Mit der Notverordnung ist ein schadhafter Wildwuchs von Erneuerbaren zu Lasten der Natur zu befürchten. Die Bundesregierung riskiert, jahrzehntelang bewährte und für den Natur- und Klimaschutz wichtige Planungs- und Umweltstandards aufzugeben. Um das Umsetzungschaos zu mindern, muss Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck jetzt von einer Hauruck-Novelle der parallel verhandelten Erneuerbaren-Energien-Richtlinie (RED IV) absehen. Stattdessen sind EU-weit Vorgaben für eine Raumplanung zu entwickeln, die Naturschutz und Klimaschutz gleichermaßen in den Blick nehmen.“

Raphael Weyland, EU-Umweltrechtexperte des NABU, ergänzt: „Erneuerbare Energien pauschal als im überwiegenden öffentlichen Interesse zu betrachten, ohne die ökologische Wertigkeit des Standorts zu berücksichtigen, wie es die Notverordnung tut, verschärft die Naturkrise. Die damit einhergehenden Eingriffe in bestehendes Umweltrecht führen auch zu Rechtsunsicherheiten und damit letztlich nicht zur Projektbeschleunigung. Mit der Notverordnung sind zudem Teile der vierten Novelle der Erneuerbaren-Energien-Richtlinie überholt. Um die Natur- und Klimakrise gemeinsam anzugehen, müssen nun beschleunigt natürliche Lebensräume wie Moore, Wälder und Seegraswiesen wiederhergestellt werden.“

Die EU-Notverordnung sieht der NABU auch deswegen kritisch, weil sie verschiedene gefährliche Präzedenzfälle schafft. So werden unter dem Deckmantel der Energiewende Bereichsausnahmen von der UVP-Richtlinie, der FFH- und Vogelschutz-Richtlinie und der Wasserrahmenrichtlinie geschaffen, ohne diese Rechtsakte selbst ändern zu wollen. Nicht zuletzt wird unter Berufung auf eine Notfallkompetenz das Europäische Parlament ausgehebelt.

Besonders denkwürdig ist das Gesetzesvorhaben auch deswegen, weil es der Energierat offenbar nicht besonders ernst meint mit Klimaschutz und Erneuerbaren. Denn parallel zur Debatte um die Notverordnung hat er heute seine Zustimmung zur Anhebung eines wichtigen Erneuerbaren-Zieles verweigert. Konkret ging es darum, dass die EU-Kommission mit REPowerEU auch vorgeschlagen hatte, das bestehende Ziel von 40 Prozent Erneuerbaren im Bruttoendenergieverbrauch auf 45 Prozent anzuheben. Diese Änderung lehnten die Mitgliedstaaten aber ab.

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