Grüne Quellen
Mittwoch, 22. Mai 2024 Uhr

 
ProlixLetter
Mittagstisch
Prolix-Gastrotipps
Prolix-Studienführer
Ökoplus Freiburg
56plus
lesen-oder-vorlesen
wodsch

 

 
Kontakt
Werbung
Disclaimer
Datenschutzerklärung
Impressum
 
Prolix-Verlag
 
oekoplus-freiburg.de
Guten Morgen liebe Besucher unserer Webseite!
 
In Ergänzung unserer Webseite oekoplus-freiburg.de möchten wir hier nach Stichworten sortiert Adressen und Tipps für ein ökologisches Miteinander zusammentragen.
 
Wir laden jeden Besucher ein, weitere Tipps und Informationen mit unserem kostenlosen ProlixLetter zu abonnieren: Bestellung auf der Webseite www.prolixletter.de in der rechten Spalte oben.
 
Sollten Sie Fragen, Anregungen oder Verbesserungsvorschläge zu dieser Webseite haben, nehmen Sie bitte per eMail mit uns Kontakt auf. Wir sind offen und für jeden Hinweis dankbar!
Viel Spaß auf unseren Seiten wünscht Ihnen
 
 
Ihre Prolix Redaktion


Verschiedenes 

Baden-Württembergs Wasserwelten zu Fuß und per Rad erleben

Baden-Württembergs Wasserwelten zu Fuß und per Rad erleben
Uracher Wasserfall (c) TMBW / Gregor Lengler

Vor zig Millionen Jahren formten Eis und Wasser die Naturlandschaften im Süden. Entstanden sind liebliche Täler, in denen Bäche plätschern, tiefe Schluchten mit tosenden Wasserfällen, weitverzweigte Höhlen und Unterwasserkanäle, über die Wasser in die Quelltöpfe und Flüsse gelangt. Die nicht selten geschützten, urwüchsigen Landschaften lassen sich auf abenteuerlichen Wanderungen oder Radtouren erkunden.

Erfrischend verschieden: Uracher und Neidlinger Wasserfälle

Vor Millionen von Jahren brachte das Aufreißen des Oberrheingrabens die Schwäbische Alb zum Kippen. Dadurch finden sich die meisten Wasserfälle der Region am Albtrauf. Fast 40 Meter stürzt das Wasser am Uracher Wasserfall in die Tiefe und fließt dann weiter ins Tal. Etwas abseits liegt der Gütersteiner Wasserfall, dessen Wasser romantisch in kleinen Kaskaden in ein gefasstes Becken plätschert. Verbinden kann man die ungleichen Wasserspektakel bei einer Rundwanderung auf dem „Wasserfallsteig“. Weiter nördlich tost mitten im Grünen der Neidlinger Wasserfall. Wer ihn besuchen möchte, folgt dem verwunschenen Waldweg einfach nach Gehör.

Mehr







Verschiedenes 

Essen, was man retten will

Essen, was man retten will
Münchener Brotzeitsemmeln (c) Slow Food / Rudolf Böhler

20 Jahre deutsche "Arche des Geschmacks"

Das Slow-Food-Projekt schützt regional bedeutsame Lebensmittel und Zubereitungen, Nutztierarten und Kulturpflanzen vor dem Vergessen und Verschwinden.

21.5.2024: Was haben die Lippegans, der Mecklenburger Marienroggen und der Lausitzer Nelkenapfel gemeinsam? Sie alle sind „Arche“-Passagiere. Das Projekt „Arche des Geschmacks“ nimmt Nutztier- und Nutzpflanzenarten auf, die kaum mehr gezüchtet oder angebaut werden, weil sie z.B. mehr Aufwand als ihre industriellen Counterparts erfordern und dadurch oft weniger rentabel sind. Sie sind aber den regionalen Klima- und Bodenverhältnissen viel besser angepasst als moderne Züchtungen, schmecken einzigartig und helfen Bodenfruchtbarkeit, Kulturlandschaften, Küchen und Traditionen zu erhalten.

In Deutschland zählt die „Arche des Geschmacks“ inzwischen über 85 Passagiere. Als Arche-Kandidaten können Nutztierrassen, Kulturpflanzen, wilde Arten sowie traditionelle Zubereitungsarten von Lebensmitteln vorgeschlagen werden. Slow Food unterstützt deren Erzeuger*innen und Weiterverarbeitende beim Auf- und Ausbau von Netzwerken sowie mit Öffentlichkeitsarbeit. >> Erfahren Sie mehr über das Projekt.

Die „Arche des Geschmacks“ leistet somit einen Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt sowie zur Biodiversitätsstrategie, die das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft im März dieses Jahres vorgestellt hat. Als „Vielfaltsprodukte“ werden dort die Tiere und Pflanzen bezeichnet, die Slow Food in der „Arche des Geschmacks“ sammelt. » Zum Dokument „Biologische Vielfalt stärken“ des BMEL.

Der Internationale Tag der biologischen Vielfalt erinnert uns morgen, am 22. Mai 2024, wie wichtig es ist, biologische Vielfalt zu stärken und vielfältige Lebensräume zu erhalten. Die fortschreitende Versiegelung der Böden und die industrielle Landwirtschaft, die auf wenige Hochleistungssorten und -arten setzt, tragen im Gegenteil zu einer biologischen Verarmung bei. Auf 72 Prozent der deutschen Äcker werden nur noch fünf Kultursorten angebaut. Ackerränder und Brachen für wildes Wachstum gibt es immer seltener.

„Aber es gibt auch positive Zeichen“, schreibt Gerhard Schneider-Rose, Leiter der Arche-Kommission. „Ein schönes Beispiel ist der Anbau des kürzlich in die Arche des Geschmacks aufgenommenen Westerwälder Fuchsweizens. Die hochwachsende Sorte lässt mehr Licht auf den Boden, Ackerwildkräuter haben so eine Chance, wenn auf Pestizideinsatz verzichtet wird.“ » Zum Kommentar von Gerhard Schneider-Rose

Auch das Bildungsprojekt Green Spoons von Slow Food Deutschland setzt die biologische Vielfalt in den Mittelpunkt. Lernmaterialien vermitteln Jugendlichen und ihren Familien, wie sich unsere tägliche Ernährung auf Boden, Klima und Ökosystem auswirkt. Die interaktive Website bietet Infos, Podcasts, Videos, Rezepte und Experimente rund um das Thema Biodiversität und Ernährung an. Für Lehrkräfte werden Module zu den Themenbereichen Boden, Wasser und Klima entwickelt. Zur Website: https://greenspoons.slowfood.de/

Mehr




Verschiedenes 

WILDES WASSERREICH

WILDES WASSERREICH
Birdwatching am Federsee (c) TMBW / Denger

Erfrischende Mikroabenteuer in Baden-Württemberg

Raus aus dem Haus, rein ins kühle Nass! In Baden-Württemberg ist es nie weit bis zum nächsten Wassererlebnis. Ob Flusshöhlen-Expedition auf der Schwäbischen Alb, Schluchting im Schwarzwald oder SUP-Yoga am Bodensee: Wer beim Urlaub im Süden nicht nur Erfrischung, sondern auch noch einen Extra-Kick sucht, ist hier genau richtig.

Der Natur ganz nah: Birdwatching am Federsee

Am Federsee in Oberschwaben gibt es für Vogelfreunde und NaturliebhaberInnen viel zu entdecken. Nur über Holzstege gelangt man dort durch meterhohes Schilf zu den Beobachtungsplätzen. Das 33 Quadratkilometer große Naturschutzgebiet ist die größte Moorlandschaft in Baden-Württemberg und Lebensraum für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten. Für manche der hier lebenden 272 Vogelarten reisen Ornithologen aus ganz Deutschland an. Etwa für die seltene Bartmeise oder für den Feldschwirl, dessen sirrendes Zwitschern wie ein vorbeifahrendes Fahrrad klingt. Mit etwas Glück entdeckt man die beiden bei einer der ganzjährig angebotenen Birdwatching-Touren.

Mehr




Verschiedenes 

Der deutsche Wald an der Belastungsgrenze

Krüger: Keine Verbesserung trotz Ende der Dürre / Zeit für ein besseres Bundeswaldgesetz zum Schutz & Erhalt unserer Wälder

Berlin, 13.5.24 – Laut Waldzustandsbericht 2023 geht es den Wäldern in Deutschland auch weiterhin schlecht. Ein überwiegender Teil der Bäume ist krank. Neben der Klimakrise ist die intensive Forstwirtschaft ein Haupttreiber des Waldsterbens. Der NABU fordert daher ein ambitioniertes Bundeswaldgesetz.

NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger: „Dürren, Borkenkäfer, Waldbrände – es wird zur traurigen Tradition, dass der Waldzustandsbericht jedes Jahr aufs Neue aufzeigt, was längst schon klar ist: Der deutsche Wald steht an der Belastungsgrenze. Während wir dabei zuschauen müssen, wie unsere Wälder weiter sterben, tun einige Lobbyverbände so, als könne alles so bleiben, wie es ist. Doch auch sie können nicht länger die Augen davor verschließen, dass der Wald naturverträglich bewirtschaftet werden muss, damit es ihn morgen noch gibt. Ein Schlüssel ist die Reform des aktuellen Bundeswaldgesetzes. Es muss zu einem Gesetz werden, das unsere Wälder schützt und widerstandsfähig macht.”

Konkret fordert der NABU zeitgemäße gesetzliche Vorgaben für ein Kahlschlagverbot, ein Entwässerungsverbot, mehr Schutz für den Waldboden sowie einen zügigen Waldumbau weg von naturfernen Nadelforsten hin zu stabileren und widerstandsfähigeren Laubmischwäldern. Für den Schutz der Artenvielfalt, den natürlichen Klimaschutz und den Wasserrückhalt muss das neue Waldgesetz verbindliche ökologische Mindeststandards unter anderem für Biotopbäume und Totholz vorgeben.

Hintergrund
Gesunde Wälder sorgen für einen ausgeglichenen Wasserhaushalt, saubere Luft, Erosionsschutz sowie Biodiversität- und Klimaschutz und sind als Wirtschafts- und Erholungsraum unverzichtbar. Das aktuelle Bundeswaldgesetz adressiert jedoch weder die Biodiversitäts- noch die Klimakrise und schafft bisher keinen verlässlichen Rahmen, um diesen großen Herausforderungen wirksam zu begegnen. Aktuell versuchen einige Lobbyverbände aus Industrie und Forstwirtschaft die dringend nötige Novelle des Bundeswaldgesetzes zu verzögern. Dieses Vorgehen ist laut NABU unverantwortlich und eine Missachtung der Not unserer Wälder. Die Gesetzesnovelle eröffnet die große Chance, das Fundament für einen neuen Gesellschaftsvertrag zu legen, der dem Erhalt des Waldes als unsere natürliche Lebensgrundlage dient und langfristig auch neue Einkommensquellen sowie einen attraktiven Erholungsraum sichert.





Verschiedenes 

Zoo Basel: Mehrfacher Rotschulter-Rüsselhündchen-Nachwuchs

Zoo Basel: Mehrfacher Rotschulter-Rüsselhündchen-Nachwuchs
Rüsselhund-Jungtier (c) Zoo Basel

Gleich mehrfach kamen dieses Jahr Rüsselhündchen zur Welt. Im Februar zwei Weibchen. Sie sind schon selbstständig und halten sich für das Publikum nicht sichtbar hinter den Kulissen des Vogelhauses auf. Bereits Mitte April erahnten die Tierpflegenden aufgrund der Gewichtsabnahme, dass das Weibchen in der Schau erneut Mutter wurde. Diese Vermutung hat sich bestätigt.

Am 26. Februar 2024 kamen zwei weibliche Rotschulter-Rüsselhündchen zur Welt. Deren Mutter kam am 15. September 2023 aus dem Zoo Leipzig nach Basel. Sie war 38 Wochen alt bei der Geburt ihrer ersten beiden Jungtiere und verlor über Nacht 60 Gramm an Gewicht. Der Vater kam am 29. April 2021 aus dem Zoo Rotterdam nach Basel. Das Weibchen zog die zwei weiblichen Jungtiere erfolgreich auf. Nach 27 Tagen, am 24. März 2024, verliessen die beiden zum ersten Mal das Nest. Sie wurden noch gesäugt, frassen aber bereits Grillen. Als sie nach weiteren 19 Tagen selbstständig waren, wurden sie von den Eltern als potentielle Nahrungskonkurrenten verscheucht und zogen hinter die Kulissen ins Vogelhaus.

Zwei Tage nachdem die Jungen umgezogen waren, stellten die Tierpflegenden fest, dass das Weibchen erneut 74 Gramm abgenommen hatte und vermuteten daher, dass sie wieder Nachwuchs bekommen hatte. Am 7. Mai 2024, im Alter von 23 Tagen, wurde das erste Jungtier des zweiten Wurfs für kurze Zeit aktiv ausserhalb des Nests beobachtet. Seit dem 8. Mai 2024 sind beide Jungtiere regelmässig mit ihren Eltern im Gehege unterwegs.

Lockere Paarbindung

Rüsselhündchen sind territoriale Einzelgänger. Die Reviere einzelner Tiere werden mit einem Drüsensekret markiert und überlappen sich teilweise. So treffen die Rüsselhündchen aufeinander und bilden lockere Paare, die monogam bleiben. Paarungen können das ganze Jahr über stattfinden. Nach einer Tragzeit von etwa 40 Tagen werden ein bis drei Jungtiere geboren. Die Jungen sind Nesthocker und kommen mit geschlossenen Augen und spärlicher Behaarung zur Welt. Sie bleiben drei bis vier Wochen im Laubnest versteckt und werden von der Mutter in der Regel nur einmal am Tag zum Säugen besucht. Dies dient vermutlich dazu, die Jungen geruchlos zu halten und sie so vor Fressfeinden zu schützen. Nach dem Verlassen des Nestes sind die Jungtiere meist entwöhnt, werden immer selbstständiger und suchen sich wenig später ein eigenes Revier. Die Mutter ist kurz nach der Geburt wieder empfängnisbereit. Der Abstand zwischen zwei Geburten kann mit 45 Tagen relativ kurz sein; im Zolli waren es deren 47. In Zoos werden Rüsselhündchen relativ selten gehalten; so gibt es in 14 europäischen Zoos mittlerweile etwa 40 Tiere. Damit hat sich der Bestand in den letzten zwei Jahren fast verdoppelt. Der Zoo Basel freut sich, zusammen mit zwei deutschen Zoos und dem erfolgreichsten Züchter dieser Art, dem Zoo Leipzig, zu einer positiven Bestandsentwicklung in Europa beitragen zu können.

Tagaktive Schnüffler im Dickicht

Rüsselhündchen werden in der Natur kaum gesichtet. Sie bewohnen laubwerfende Wälder und dicht bewachsene Agrarflächen in Kenia und Tansania, vor allem entlang der Küste. Wichtig für das Vorkommen der Tiere scheinen ein geschlossenes Kronendach und dichtes Laubstreu am Boden zu sein, aus dem sie ihr Nest bauen. Den Tag verbringen die relativ scheuen Tiere mit der Suche nach Nahrung. Dabei hilft ihnen ihre lange, rüsselförmige, sensible Schnauze, die sehr beweglich ist und mit der sie im Laub nach Leckerbissen wühlen. Mit ihrer langen Zunge können sie Insekten und Spinnen aufnehmen. Ihre Hinterbeine sind – wie bei der Gruppe der Rüsselspringer, zu der sie gehören – meist länger als die Vorderbeine. Dies ermöglicht ihnen ein flinkes Vorankommen im dichten Unterholz. Mit den Krallen der Vorderpfoten graben sie in der Erde nach Futter.





Verschiedenes 

World Species Congress – in der Wilhelma und weltweit

Wilhelma unterstützt globales Netzwerk-Event für den Artenschutz

Die Wilhelma ist Gold Sponsor des ersten World Species Congress. Bei diesem Netzwerk-Event für Artenschützerinnen und Artenschützer aus aller Welt, das am Mittwoch, 15. Mai 2024 stattfand, handelte es sich um ein globales Online-Event. Mehr als 100 Artenschutz-Initiativen aus aller Welt nutzten die Möglichkeit, über einen Zeitraum von 24 Stunden ihre Projekte vorzustellen, für Unterstützung zu werben und Erfahrungen auszutauschen. Hinzu kamen Satellitenevents an verschiedenen Orten auf der ganzen Welt, so auch in der Wilhelma. Nach einer Begrüßung durch Gisela Splett, Staatssekretärin im Ministerium für Finanzen des Landes Baden-Württemberg erläuterte Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin die Entwicklung der Wilhelma vom Zoologisch-Botanischen Garten zum Artenschutzzentrum. Anschließend sprach Dr. Arne Schulze, Geschäftsführer der ZGAP (Zoologischen Gesellschaft für Arten und Populationsschutz) über weltweite Erfolge im Artenschutz. Mit Live-Schalten und Videobotschaften beteiligten sich Repräsentantinnen und Repräsentanten einiger der von der Wilhelma weltweit unterstützten Artenschutzprojekte – aus Ländern wie Indien und Südafrika, Namibia, Belize, Ecuador, Brasilien, Indonesien oder Laos.

Gisela Splett, Staatssekretärin im Ministerium für Finanzen des Landes Baden-Württemberg betonte in diesem Rahmen: "Ich freue mich sehr, dass die Wilhelma den ersten globalen und virtuellen World Species Congress unterstützt. Die Veranstaltung richtet die Aufmerksamkeit auf Aktivitäten zur Erhaltung der Artenvielfalt weltweit. Angesichts des Engagements der Wilhelma in vielen Artenschutzprojekten ist es goldrichtig, dass die Wilhelma bei der Veranstaltung dabei ist. Ich hoffe, die vorgestellten positiven Beispiele führen dazu, dass sich noch mehr Menschen für den Erhalt der Biodiversität einsetzen. Hier vor Ort, durch direkte Unterstützung von Projekten auf anderen Kontinenten, und indem wir unseren ökologischen Fußabdruck – auch auf die Artenvielfalt anderswo – verringern", sagte Finanzstaatssekretärin Gisela Splett.“

Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin verdeutlichte die Rolle von zoologischen und botanischen Gärten im weltweiten Artenschutz: „Wir sehen es als unsere Verpflichtung, dem Verlust der globalen Biodiversität entgegenzutreten. Dabei setzen wir den One Plan Approach der Weltnaturschutzorganisation IUCN um: Zum einen bauen wir durch Erhaltungszuchtprogramme Reservepopulationen bedrohter Arten auf. Zum anderen fördern wir rund 40 Projekte für den Schutz bedrohter Tier- und Pflanzenarten in ihren natürlichen Lebensräumen – von Geparden in den Trockengebieten Namibias bis zu Magnolien in den Bergwäldern von Ecuador.“

Arne Schulze, Geschäftsführer der ZGAP, ergänzt: „Zoos spielen eine Schlüsselrolle im Sinne des IUCN One Plan Approach: Sie fungieren als Archen für wichtige Backuppopulationen. Darüber hinaus setzen sie als außerschulische Lernorte wichtige Impulse. Nicht zuletzt sind sie ein wichtiger Faktor, wenn es um die finanzielle Unterstützung und die Umsetzung von angewandtem Artenschutz direkt in den Lebensräumen der bedrohten Arten geht. Zusammen mit Artenschutzakteuren wie der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz und ihren Partnern nehmen sie damit eine aktive und wichtige Rolle für den Schutz und den Erhalt bedrohter Arten ein.“

Der World Species Congress wurde durch die globale Bewegung „Reverse the Red“ ins Leben gerufen, einer Initiative der Weltnaturschutzunion IUCN und dem Weltverband der Zoos und Aquarien WAZA. „Reverse the Red“ bezieht sich dabei auf den Bedrohungsstatus von Tier- und Pflanzenarten auf der Roten Liste der IUCN: Unmittelbar vom Aussterben bedrohte Arten befinden sich im roten Bereich. Reverse the Red ist daher der Aufruf, mit gezielten Maßnahmen den Status einer bedrohten Art zurück nach Grün zu ändern – und die Art damit vor dem Verschwinden zu bewahren.





Verschiedenes 

Feldhamster in Nordsachsen ausgewildert

Feldhamster in Nordsachsen ausgewildert
© Zoo Leipzig

Meilenstein für Gemeinschaftsprojekt vieler Akteure

Meilenstein zur Rettung des Feldhamsters in Sachsen: Die ersten Vertreter der vom Aussterben bedrohten Tierart sind in Nordsachsen ausgewildert worden. Um ein Aussterben dieses charismatischen Feldbewohners zu verhindern, engagiert sich der Zoo Leipzig zusammen mit seinen Partnern des Arbeitskreises „Kooperativer Feldhamsterschutz im Freistaat Sachsen“ und in Kooperation mit dem Sächsischen Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft für den Erhalt und Schutz des Feldhamsters, der einst weit verbreitet war und gejagt wurde. „Feldhamster stehen für eine vielfältige Kulturlandschaft, für einen naturverträglichen Ackerbau und somit für ein ganzes Ökosystem. Insofern bedeutet Feldhamsterschutz auch Wiederherstellung von Lebensräumen und Erhalt vieler Tier- und Pflanzenarten unserer Äcker. Durch die Kooperation vieler Beteiligter einschließlich der Landwirtschaft kann es gelingen, die Art zu erhalten. Mit der ersten Auswilderung ist nun ein weiterer wichtiger Schritt getan“, sagt Umweltminister Wolfram Günther.

Nach einem sehr erfolgreichen Zuchtjahr 2023 im Zoo Leipzig und der Vorstellung der gemeinsam erarbeiteten „Strategie zum kooperativen Schutz des Feldhamsters im Freistaat Sachsen für den Zeitraum 2024 bis 2035“ im April dieses Jahres ist mit der Auswilderung der ersten Tiere ein erster wichtiger Schritt zur Bestandsstützung der Feldhamsterpopulation in Nordwestsachsen getan. Insgesamt sollen 71 Feldhamster ausgewildert werden. „„Lebensraum- und Klimaveränderungen haben dazu geführt, dass wir diese Säugetierart in Deutschland verlieren, wenn wir nicht gemeinsam dagegen steuern. Die Zucht in menschlicher Obhut und Auswilderung sind unabdingbar, um den Bestand zu mehren und eine selbsterhaltende Population zu erreichen. Das Projekt zur Rettung des Feldhamsters vereint unsere Kernkompetenzen wie Haltung und Zucht für den Arterhalt mit der Expertise unserer Partner für Landwirtschaft und Ökologie“, sagt Prof. Jörg Junhold, Direktor des Zoo Leipzig.

Zur Vorbereitung der Auswilderung wurde in den vergangenen Monaten ein ca. 30 ha großes Feld feldhamsterfreundlich mit drei verschiedenen Kulturen (Wintergetreide, Luzerne und Blühmischungen) in Streifen bestellt. „Es ist mir ein großes Anliegen, das Projekt und damit den Erhalt der Artenvielfalt in unserer Region zu unterstützen. Wir müssen Wege gehen, um die Interessen der Natur sowie von uns Menschen miteinander zu vereinbaren“, sagt der bewirtschaftende Landwirt André Kleiber. Darüber hinaus beteiligen sich auch weitere engagierte Landwirte an der feldhamsterfreundlichen Bewirtschaftung, um den Erfolg der Auswilderung zu unterstützen.

Von dem neuen Lebensraum für die Feldhamster wurden fünf Hektar mit einem Elektrozaun zum Schutz vor Fressfeinden wie Fuchs und Marder gesichert. Des Weiteren wurden Erdröhren vorgegraben, mit einer kleinen Futterration für den Start ausgestattet und mit Schutzgittern gegen Greifvögel versehen, in die sich die Tiere zurückziehen können. Damit wird das Ankommen im natürlichen Lebensraum erleichtert. Um das Verhalten der Feldhamster auf dem Feld, die Entwicklung der Feldhamsterpopulation sowie das Verhalten der anderen Feldtiere beobachten und analysieren zu können, wurden Wildkameras installiert. In den kommenden Tagen und Wochen müssen sich die Feldhamster orientieren und mit der Futter- sowie Partnersuche auf dem Feld beginnen, um die Feldhamsterpopulation im Freistaat Sachsen zu stärken.

Hintergrund kooperativer Feldhamsterschutz:
Das gemeinsame Kooperationsprojekt verfolgt das Ziel, im letzten sächsischen Vorkommensgebiet geeignete Lebensbedingungen für den Feldhamster zu schaffen und so eine überlebensfähige Population dauerhaft zu erhalten. Dafür war und ist das 2008 beschlossene kooperative Handeln von Naturschutz und Landwirtschaft auf der Basis vertraglicher Vereinbarungen, freiwilliger Maßnahmen und unter Mitwirkung der zuständigen Behörden und des Zoo Leipzig ein erfolgversprechender Weg. Zugleich dient das Projekt dem Schutz der Vielfalt an Arten in unserer Kulturlandschaft. Denn wo der Hamster leben kann und neben Rebhuhn und Feldhase Indikator für eine intakte Agrarlandschaft ist, können noch zahlreiche andere Arten profitieren, nicht zuletzt der Mensch. Weitere Informationen zum Feldhamsterschutz in Sachsen und den beteiligten Partnern unter: www.hamsterschutz-sachsen.de.

zum Bild oben:
Überwachsungskamera erfasst Feldhamster mit Schutz vor Greifvögeln
© Zoo Leipzig

Mehr




Verschiedenes 

50 Jahre Bauplatzbesetzung Marckolsheim (F)

50 Jahre Bauplatzbesetzung Marckolsheim (F)
Freundschaftshaus (c) Foto Meinrad Schwörer, Archiv Axel Mayer

Beginn der Luftreinhaltung- und Klimaschutzbewegung

Immer ein wenig im Schatten des großen AKW-Wyhl Konflikts steht die weltweit erste, ökologische, grenzüberschreitend organisierte und erfolgreiche Bauplatzbesetzung im elsässischen Marckolsheim am Rhein, am Fuße des Kaiserstuhls. Am 20. September 1974 wurde der Bauplatz in Marckolsheim von Menschen beiderseits des Rheins besetzt und nach indianischem Vorbild ein hölzernes Rundhaus, das erste Freundschaftshaus am Rhein, errichtet. Vor 50 Jahren verhinderte die badisch-elsässische Bevölkerung den Bau eines extrem umweltverschmutzenden Bleichemiewerks. 30 Jahre nach der "Erbfeindschaft" des Zweiten Weltkrieges wurde auf dem besetzten Platz der Traum vom gemeinsamen, grenzenlosen Europa der Menschen geträumt und realisiert. Die Marckolsheimer Erfahrungen und der Erfolg der illegalen Besetzung waren wichtig für den erfolgreichen Protest gegen die geplanten Atomkraftwerke in Wyhl (D),Kaiseraugst (CH) und Gerstheim (F). Aus diesen frühen Anfängen der Umweltbewegung und der Bewegung für Luftreinhaltung entwickelten sich auch die späteren Konflikte um das Waldsterben 1.0 und die heutige Klimaschutzbewegung. Von einem kleinen elsässischen Dorf am Rhein ging ein wichtiger Impuls für die globale Umweltbewegung aus.

Axel Mayer, ehemaliger Bauplatzbesetzer, langjähriger BUND-Geschäftsführer und Gründer der Mitwelt Stiftung Oberrhein

zum Bild oben:
Das Freundschaftshaus in Marckolsheim(F)
Quelle: Foto Meinrad Schwörer, Archiv Axel Mayer

Mehr






Seite 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25