Grüne Quellen
Samstag, 26. September 2020 Uhr

 
ProlixLetter
Mittagstisch
Prolix-Gastrotipps
Prolix-Studienführer
Ökoplus Freiburg
56plus
lesen-oder-vorlesen
wodsch

 

 
Kontakt
Werbung
Disclaimer
Datenschutzerklärung
Impressum
 
Prolix-Verlag
 
oekoplus-freiburg.de
Guten Mittag liebe Besucher unserer Webseite!
 
In Ergänzung unserer Webseite oekoplus-freiburg.de möchten wir hier nach Stichworten sortiert Adressen und Tipps für ein ökologisches Miteinander zusammentragen.
 
Wir laden jeden Besucher ein, weitere Tipps und Informationen mit unserem kostenlosen ProlixLetter zu abonnieren: Bestellung auf der Webseite www.prolixletter.de in der rechten Spalte oben.
 
Sollten Sie Fragen, Anregungen oder Verbesserungsvorschläge zu dieser Webseite haben, nehmen Sie bitte per eMail mit uns Kontakt auf. Wir sind offen und für jeden Hinweis dankbar!
Viel Spaß auf unseren Seiten wünscht Ihnen
 
 
Ihre Prolix Redaktion


Verschiedenes 

»Vielfalt schmeckt« am Bodensee: BODAN ist neuer Projektpartner

»Vielfalt schmeckt« am Bodensee: BODAN ist neuer Projektpartner
Rotonda bianca sfumata di rosa (c) ProSpecieRara Deutschland

Freiburg/Überlingen: BODAN ist neuer Verbundpartner von »Vielfalt schmeckt«. Der Öko-Großhändler vom Bodensee möchte zukünftig in seinem Sortiment mehr traditionelle, samenfeste Sorten anbieten. Als Partner in das Projekt »Vielfalt schmeckt« einzusteigen war daher ein logischer Schritt.

Bei dem im März 2017 von ProSpecieRara und Rinklin Naturkost gestarteten Projekt »Vielfalt schmeckt« wird umfangreich über bedrohte Gemüsesorten informiert, um damit zur Rückkehr von seltenen Gemüsesorten in das Sortiment von Bioläden und damit zu deren Erhaltung beizutragen. Dies ist nötig, da viele Gemüsesorten stark bedroht sind und ein Großteil der einstigen Vielfalt an Kulturpflanzen bereits verschwunden ist.

Vielfalt auf dem Acker, im Regal und auf dem Teller

Der Grünkohl ‘Lerchenzunge’, die Paprika ‘Lombardo’ und die Aubergine ‘Rotonda bianca sfumata di rosa’ erweitern in Kürze BODANs Produktpalette. Neben den genannten werden zahlreiche weitere alte Sorten aus ökologischem Landbau über den Bio-Großhändler vermarktet werden. Das Angebot von traditionellen, samenfesten Sorten reiht sich ein in eine Vielzahl von Projekten, in denen sich BODAN für den Erhalt der Artenvielfalt sowie die Unabhängigkeit der ökologischen Landwirtschaft engagiert.
»Wir wollen die traditionellen Sorten nicht nur wegen ihres guten Geschmacks anbieten, sondern auch, um die Ernährung zukünftiger Generationen zu sichern« so Geschäftsführer Sascha Damaschun. »Das genetische Material ist immens wichtig, da hiermit neue Sorten gezüchtet und Anpassungen an den Klimawandel sowie auftretende Krankheiten vorgenommen werden können.«
Bei seinem Vorhaben kann BODAN auf bereits bestehende Strukturen zurückgreifen. Einige der Betriebe aus dem Erzeuger*innen-Netzwerk „WIR Bio Power Bodensee“ bauen schon heute traditionelle, samenfeste Sorten an. Somit bestehen bereits erste Anbauerfahrungen mit diesen Raritäten. Durch den Verkauf über den Öko-Großhandel bekommen die Sorten nun eine ganz andere Reichweite. Bei der Vermarktung wird ein besonderes Augenmerk darauf gelegt, dass Kund*innen Informationen über die unverwechselbaren Eigenheiten der Sorte und über deren mögliche Zubereitung bekommen.

Gemeinsam für Vielfalt

»Viele Menschen wissen kaum, dass es nicht nur bei Kartoffeln, sondern auch bei Kopfsalat oder Kohlrabi zahlreiche verschiedene Sorten gibt. Mit BODAN als Projektpartner haben wir die Möglichkeit, in einer weiteren Region auf das Thema der bedrohten Kulturpflanzen aufmerksam zu machen und zu einem höheren Sortenbewusstsein beizutragen« erläutert Ann-Kathrin Söllner, Projektleiterin bei ProSpecieRara. Daher sind im Rahmen des Projekts neben der Vermarktung auch Veranstaltungen und Verkostungen geplant. Diese finden gegebenenfalls online statt. Alle Termine werden auf der »Vielfalt schmeckt«-Internetseite bekannt gegeben.

Über »Vielfalt schmeckt«

»Vielfalt schmeckt« ist ein gemeinsames Projekt von ProSpecieRara, Rinklin und BODAN für den Erhalt der Kulturpflanzenvielfalt. Ziel ist es, bedrohte traditionelle Gemüsesorten zurück auf die Felder zu bringen und in Bioläden anzubieten, sodass diese durch Nutzung erhalten bleiben. Weitere Informationen finden Sie unter www.vielfaltschmeckt.de.

Mehr







Verschiedenes 

Slow Food fordert würdige Bedingungen für Mensch und Tier

Slow Food fordert würdige Bedingungen für Mensch und Tier
Arche Limpburger Rind © Hendrik Haase

Slow Food fordert von der Bundesregierung: Würdige Bedingungen für Mensch und Tier bei der Herstellung von Lebensmitteln

Die Corona-Ausbrüche in den Schlachthöfen offenbaren die Auswüchse unseres Billigfleisch-Systems und Massenkonsums von tierischen Erzeugnissen. Slow Food fordert vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft die Schaffung, Umsetzung und Kontrolle eines umfassenden gesetzlichen Schutzes von Mensch und Tier bei der Herstellung unserer Lebensmittel. Als Konsequenz aus der aktuellen Situation müssen kleine, handwerklich arbeitende Schlachthöfe wieder gefördert werden.

Der Markt für Fleisch ist in Deutschland von viel zu großen Mengen, viel zu niedrigen Preisen und viel zu wenigen, dafür zu großen Unternehmen dominiert. Deren gnadenloser Preiskampf um das Billigfleisch wird auf dem Rücken von Mensch, Tier und Umwelt ausgetragen. Corona führt diese unwürdige, aber politisch geduldete Praxis nun öffentlich vor. Slow Food begrüßt, dass die politisch Verantwortlichen jetzt rechtliche Konsequenzen ankündigen. Zugleich warnt der Verein davor, das bestehende System nur partiell auszubessern statt die Versäumnisse der letzten Jahre zu korrigieren. Handwerklich arbeitende Schlachtbetriebe wurden systematisch eliminiert und die Entfremdung zwischen Mensch und Mensch sowie Mensch und Tier in den Megafabriken institutionalisiert. Für ‚Fairness‘ gegenüber den Menschen, die unsere Lebensmittel erzeugen, ist an diesen Orten kein Platz. Für Slow Food aber spielt ‚Fairness‘ eine essentielle Rolle in der Bewertung von Lebensmitteln und ihren Produktionsbedingungen. Der Verein fordert geschmacklich, gesundheitlich und ökologisch einwandfreie Lebensmittel, die zu fairen Bedingungen für Mensch und Tier erzeugt, weiterverarbeitet, gehandelt und zubereitet werden.

Dazu Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland: „Die aktuellen Skandale sind ein erneuter Weckruf, die alten Muster nachhaltig zu überwinden. Statt Mensch und Tier in ein System hineinzupressen, in das sie nicht passen, müssen wir Strukturen fördern, die ihre Bedürfnisse respektieren. Dafür müssen wir bei Haltung, Schlachtung, Handel und Konsum die Größen und Mengen reduzieren. Das erfordert jetzt mehr denn je eine konzertierte und glaubwürdige Strategie der zuständigen Ministerien. Mit zu viel Freiwilligkeit, zu langen Übergangsfristen wie aktuell bei der Kastenstandhaltung, sowie der Idee, Tierwohl ließe sich allein mit marginal höheren Lebensmittelpreisen erreichen, kommen wir nicht ans Ziel.“
Slow Food wird genau verfolgen, was nach der Empörungswelle an Auflagen und Gesetzen tatsächlich verabschiedet wird. Planeten-, Tier- und Menschenwohl mit Wirtschaftlichkeit zu vereinbaren, muss der Maßstab sein. Dazu gehören gute, saubere, faire Arbeits- und Lebensbedingungen für jede*n einzelne*n Arbeiter*in. „Bei Slow Food möchten wir die Menschen, die für unser Essen gearbeitet haben, nicht nur kennen, sondern ihnen auch mit gutem Gewissen in die Augen schauen können. Für mich schließt das mit ein, sicher sein zu können, dass sie fair bezahlt wurden und ihre Arbeit unter Bedingungen verrichten konnten, bei der sie keinen Schaden an Leib und Seele genommen haben. Und das gilt für alle Produktionszweige, nicht nur für Fleisch“, so Hudson entschieden.

Mehr




Buch- und CD-Tipps 

Buchtipp: Farina Graßmann "Wunderwelt Totholz"

Buchtipp: Farina Graßmann "Wunderwelt Totholz"

Unterwegs im Lebensraum von Waldkauz, Hirschkäfer und Holunderschwamm

Falsch verstandenes Ordnungsdenken, Hunger nach Holz und Angst vor Schädlingen führen dazu, dass Bäume in unseren Wäldern selten alt werden, abgestorbene Bäume und Äste werden entfernt. Dabei ist Totholz mehr als nur totes Holz – es ist einer der wertvollsten und artenreichsten Lebensräume überhaupt. Von unschätzbarem Wert ist gerade in Zeiten des Klimawandels seine Fähigkeit, Wasser und Kohlenstoff zu speichern. Um das Wissen um diesen spannenden Lebensraum zu erweitern, ist im pala-verlag das Buch »Wunderwelt Totholz« von Farina Graßmann erschienen. Mit Blick durch ihre Kamera berichtet die Naturfotografin ebenso einfühlsam wie informativ von heimlichen Totholzbewohnern, Baumhöhlen und Neubeginn. Texte und Fotos bieten Einblicke in eine verborgene Welt und ihre Schönheit. Zugleich sind sie ein Plädoyer für deren Wertschätzung, Respekt und Schutz.
Waldkauz, Fledermaus und Zunderschwamm sind der Autorin auf ihren Streifzügen ebenso begegnet wie Biber, Hirschkäfer und Feuersalamander. Zum tieferen Verständnis der Lebenszusammenhänge finden sich Informationen zu Biotopbäumen oder Urwaldreliktarten. Dazu gibt es Tipps, wie man Totholz und seine Bewohner im Garten und Wald fördern, entdecken und beobachten kann.
Farina Graßmann macht Mut, eingefahrene Wege jetzt zu verlassen, um artenreichen Wäldern eine Zukunft zu geben.

pala-verlag 2020, 160 Seiten, € 19,90
ISBN 978-3-89566-401-4





Verschiedenes 

Zahl des Monats: 1,5 Grad zu warm war das Frühjahr 2020

Auch dieses Jahr ist deutlich wärmer und zu trocken ­/ CO2-Ausstoß muss dringend sinken

Berlin – Auch das Jahr 2020 ist bisher zu warm und trocken. Laut Deutschem Wetterdienst war der Frühling im Vergleich zur Referenzperiode 1961 bis 1990 etwa 1,5 Grad Celsius wärmer. Die Erderhitzung hat sich außerdem beschleunigt, alleine in der letzten Dekade wurde es im Schnitt 0,7 Grad Celsius wärmer.

Gleichzeitig war der Frühling 2020 erneut viel zu trocken. Es wurden nur rund 50 Prozent der längjährigen durchschnittlichen Niederschlagsmenge verzeichnet. Dieser Sommer droht als der dritte in Folge viel zu trocken zu werden.

Diese Zahlen zeigen deutlich, wie dringlich es ist, Maßnahmen gegen die Klimakrise zu ergreifen. Der Treibhausgasausstoß muss weiter sinken und natürliche Kohlenstoffsenken wie Moore, Naturwälder oder Seegraswiesen müssen erhalten bleiben oder renaturiert werden.





Verschiedenes 

Selten so geklappert: Storchenalarm auf dem Mundenhof

Meister Adebar mag den Mundenhof. Auf Freiburgs Tier-Natur-Erlebnispark gibt es aktuell 15 Storchennester mit 15 erfolgreichen Brutpaaren und 33 Jungstörchen. Das macht 2,2 Jungstörche im Durchschnitt.

Das Mundenhof-Traditionspaar, das früher auf dem inzwischen abgerissenen Silo nistete, hat sich in diesem Jahr selber ein Nest auf dem Funkmast gebaut und zieht vier Jungvögel groß. Überhaupt sind die Paare, die seit Jahren auf dem Hof brüten, die fleißigsten Kinderproduzierer. Sie haben in der Regel 3 Jungvögel. Der Mundenhof ist mit 63 Störchen der erfolgreichste Storchenplatz in der Region. Riegel hat 12 Nester, in Reute liegen 14 Nester auf zwei Ortsteile verteilt. In Freiburg gibt es insgesamt 26 Nester; neben den 15 vom Mundenhof sind 11 weitere in den eingemeindeten Ortschaften zu finden.





Verschiedenes 

Endlich Bewegung im Schweinestall

Erfolg für Campact: Bundesrat will morgen Ausstieg aus Käfighaltung für Sauen beschließen

Berlin, 2. Juli 2020. Nach jahrelangen Debatten will die Mehrheit der Bundesländer morgen im Bundesrat das Aus für die Kastenstände beschließen. Das Ende für diese Muttersauen-Käfige ist auch ein Erfolg für Campact. Gemeinsam mit über 620.000 Menschen und foodwatch hatte die Bürgerbewegung Druck auf die Grünen gemacht, diese Zwangshaltung endlich zu verbieten. Auf dem Tisch liegt nun ein Kompromiss, der das Einsperren der Sauen in Käfige künftig nur noch zur Besamung zulässt. In der Zeit des Ferkel-Säugens darf das Metallkorsett nur wenige Tage genutzt werden. Allerdings haben die Betriebe zum Umbau der Ställe lange Übergangsfristen von bis zu 17 Jahren.

“Schneller wäre besser gewesen”, sagt Lynn Gogolin-Grünberg von Campact. "Aber es ist ein großer Fortschritt für den Tierschutz, wenn der Kastenstand durch Gruppenhaltung abgelöst wird. Erst haben die Grünen in den Landesregierungen gezaudert. Jetzt haben sie sich gegen die Blockade in Klöckners Agrarministerium durchgesetzt - auch dank unserer Bündnis-Kampagne.”

Schon 2015 hatte das Oberverwaltungsgericht Magdeburg geurteilt, dass es jedem Schwein möglich sein müsse "ungehindert in Seitenlage mit ausgestreckten Gliedmaßen zu ruhen, ohne dabei an ein Hindernis zu stoßen”. Der geplante Bundesrat-Entscheid wird das Magdeburger Urteil allerdings nicht erfüllen. Denn dort ist nur die Rede von "baulichen Hindernissen”, nicht aber von der Sau im Nachbarkäfig. In der Übergangszeit werden Sauen in den engen Kastenständen im LIegen mit den Beinen also weiter an das Tier im Nachbarkäfig stoßen. "Angesichts dieser Tierquälerei muss der Umbau der Ställe schnell gehen," so die Campaignerin. Zudem fordert sie, dass der Kastenstand auch im sogenannten Abferkelbereich ganz abgeschafft wird, wo die Sau die Ferkel säugt.

Lynn Gogolin-Grünberg geht noch weiter: “Die gesamte Kette in der Massenproduktion von Billigfleisch ist eine Zumutung für Tier und Mensch”. Auch durch den Corona-Ausbruch in Schlachtbetrieben des Tönnies-Konzerns in Gütersloh sind Missstände deutlich geworden. “Die letzten Jahre haben aber gezeigt, dass wir mit Freiwilligkeit hier nicht weiterkommen.”

Während Bundesarbeitsminister Hubertus Heil die Arbeitsbedingungen in den Schlachthöfen verbessern muss, ist auch für die Bundeslandwirtschaftsministerin die Liste lang. Zum Beispiel muss das Kastrieren der Ferkel ohne Betäubung verboten werden, lange Tiertransporte müssen tabu sein, das Gülle-Problem muss gelöst werden. “Dafür sollten wir die Landwirte, die alles richtig machen mit Geldern aus den EU- Agrar- und Fleischsubventionen belohnen.” Den entsprechenden Campact-Appell haben bereits über 270.000 Menschen unterzeichnet.

Mehr




Verschiedenes 

Forderung des RegioBündnis Pro Landwirtschaft, Natur & ökosoziales Wohnen

RegioBündnis fordert von Gemeinderat, OB Horn und Finanzbürgermeister Breiter den Neubaustadteil Dietenbach wegen Finanzchaos jetzt stoppen, bevor die Stadt freiwillige Leistungen für Soziales, Vereine, Kultur, Umwelt, Klimaschutz stoppen muss

Freiburg, 22.06.2020. Das RegioBündnis pro Landwirtschaft, Natur & ökosoziales Wohnen mit seinen 17 großen und kleinen Vereinigungen forderte mit Schreiben den Freiburger Gemeinderat, OB Martin Horn und Finanzbürgermeister Stefan Breiter auf, die Riesen-Chance zu nutzen, den umstrittenen Riesen-Neubaustadtteil Dietenbach noch einigermaßen rechtzeitig zu stoppen anl. der Beratungen des Gemeinderats am 26./27. Mai, bevor die Stadt viel zu sehr ins Risiko gerate: Spar-"Giftlisten" der Stadt wie von 1993 und 2004ff würden für Soziales, Kultur, Sport, Umwelt, Klimaschutz, Vereine usw.in neuem Gewande drohen.* Der Bürgerentscheid vom Febr. 2019 stehe dem Stopp nicht entgegen. Denn er bedeute nicht, dass der Stadtteil gebaut werden „muss“, sondern gemäß Fragestellung nur ein „Soll“, das an der städtischen Haushaltslage seit „Corona“ scheitern kann. Es bestehe zudem das erhebliche Risiko, dass die Stadt jetzige Klagen gegen den Riesen-Neubaustadtteil verliert.

Das Bündnis warnte vor den auf 850 Mio. Euro extrem gestiegenen Kosten des Neubaustadtteils, deren Finanzierung mit einem Defizit von bereits 100 Mio. Euro zu Lasten der Bürgerschaft gehen würde. „Binnen nur rund 1,5 Jahren hat sich der Stadtteil um über 20% verteuert. Stuttgart 21 lässt grüßen!“, so Dr. Georg Löser und weitere Sprecher des Bündnisses. Die Webseite der Stadt nenne bei den Kosten sogar ein „Gesamtvolumen 1,2 Mrd. €“. Dazu kämen jährliche Folgekosten u.a. für den Unterhalt von kommunalen Gebäuden und Straßen, Betriebskosten, Abschreibungen. 50 Prozent bezahlbare Mietwohnungen etwa zum Mietspiegelpreis sei bei Grundstückskosten von 980 € pro qm und mehr plus Steuern und Gebühren ein Märchen. Der geplante 30 Mio. Zuschuss der Stadt könne bei der Hälfte des Gebiets um nur rund 100 €/qm senken. Zudem bestünden zig Millionen Euro schwere finanzielle Differenzen zwischen Sparkasse und Stadt, die zu erheblich höheren Grundstückskosten führen würden.

Die Stadt habe für bezahlbares Wohnen bei der gesetzlich vorrangigen Innenentwicklung mit den „kleinen Neubaustadtteilen“ Stühlinger-West, Zähringen-Nord und Zinklern sowie der Innenentwicklung in Haslach, mit dem Rahmenplan Stadtteil Mooswald usw., mit günstigem Aufstocken und dem ökologisch-sozialen Umbau der Stadt dermaßen viel zu tun, dass Dietenbach auch aus dieser Sicht völlig überflüssig sei. Dietenbach würde diese Vorhaben personell und finanziell benachteiligen sowie den Klimaschutz bei Altbauten stark bremsen. Laut Studie des Öko-Instituts fehle es sehr an Bauhandwerk. Für den Stopp spreche auch, dass das Statistische Landesamt für Freiburg von 2026- 2035 nur noch sehr geringen Einwohnerzuwachs von rund 60 Personen jährlich sehe.





Verschiedenes 

Zur Stilllegung des AKW Fessenheim/Elsass zum 29.6.2020

* Teilentwarnung - Strahlenkatastrophe durch Atommüll in Fessenheim bis Ende 2023 weiterhin nicht unmöglich

* ECOtrinova e.V. erinnert an die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Bürgerinitiativen gegen Atomkraft und für Alternativen am südlichen Oberrhein: Widerstand gegen die Atomkraftwerke Fessenheim, Wyhl und weitere Standorte und die Folgen. Lieber aktiv als radioaktiv

ENDLICH – nach rund 50 Jahren Protesten und Widerstand wird der Leistungsbetrieb des 1977 ans Netz gegangenen Atomkraftwerks Fessenheim/Elsass am 29.6.2020 spätabends endgültig beendet. Das bedeutet laut Dr. Georg Löser, Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins ECOtrinova e.V., vorerst nur eine wichtige Teilentwarnung. Sehr viele Störfälle, manche davon sehr gefährlich, haben immer wieder das tödliche Risiko des Atomkraftwerks für die Region und darüber hinaus aufgezeigt. Der Strom ging weit überwiegend Richtung Paris, aber auch nach Baden-Württemberg und in die Schweiz. Der Vorsitzende, der schon als Student Mitte der 1970er gegen das AKW Fessenheim mit vielen anderen protestierte, dankt all den Menschen, die sich im Laufe der Jahrzehnte gegen die Atomkraft in Fessenheim und anderswo einsetz(t)en, hier zuvorderst den 3 Frauen aus dem Elsass, die 1970 als erste die Broschüre "Fessenheim, vie ou mort d'Alsace, du pays de Bade-Wurtemberg et de quelques cantons suisses" (Fessenheim, Leben oder Tod...) erstellten. Die bei ECOtrinova e.V. online verfügbare Schrift "Grenzüberschreitende Kooperation am Oberrhein - Die Badisch Elsässischen Bürgerinitiativen" greift das Geschehen aus der Perspektive 2011 nach Fukushima auf.

Es ist Atommüll aller Arten entstanden vom Uranbergbau bis hin zum hochradioaktiven Atommüll der im Atomkraftwerk verwendeten Brennelemente samt radioaktiven Materialien u.a. des Atomkraftwerks und anderen Strahlenabfällen. Das ist gefährlich für Hunderte, teils Hunderttausende, teils für Millionen Jahre, so ECOtrinova: "Der Atommüll des Atomkraftwerks Fessenheim darf nicht überschwemmungsgefährdet in der hiesigen Erdbebenregion am Rhein verbleiben - über einem der größten Grundwasserkörper Europas und an einer Trinkwasserquelle mit Uferfiltrat für viele MIllionen Rheinanlieger bis in die Niederlande!"

Zwar sinke das atomare Risiko laut einer französischen Studie zu den 900-Megawatt-Reaktoren nach Reaktorstilllegung auf etwa die Hälfte. In Fessenheim ist es der älteste dieser Baureihe. Aber Unfälle bei der zu unsicheren Lagerung der Brennelemente in Fessenheim können auch Strahlenkatastrophen bedeuten. Deshalb kann die Region zu Fessenheim erst mit dem angekündigten bis Ende 2023 vollzogenen Abtransport aller Brennelemente vorläufig aufatmen. Die von den französischen Behörden jetzt kurzfristig geplanten Sicherheits-Verbesserungen für die Brennelementelagerung reichen nicht aus, wie Stellungnahmen zur Anhörung durch die Atombehörde ASN vom 16. Juni 2020 zeigen. Auch gelte es, die Bedrohung der Region durch Atomkraftwerke etwa in der Nordwestschweiz und eine für den Standort Fessenheim vorgeschlagene Atomschrottfabrik, genannt Technocentre, abzuwehren. Diese Fabrik würde radioaktiv verseuchte Bauteile von Atomkraftwerken nicht nur aus Fessenheim verwerten.

"Die Energiewende ohne Atomkraft und ohne fossile Energien muss nun beschleunigt werden - die Ideen und Vorbilder sind da ", unterstrich der ECOtrinova-Vorsitzende. Mit dem trinationalen Bürgervereine-Netzwerk und der Resolution „Energie-3Regio" (energie-3Regio.de) von 2003 hat sich ECOtrinova samt Projektträger Förderverein Zukunftsenergien SolarRegio Kaiserstuhl aus Wyhl für Energiealternativen eingesetzt. Jene Resolution wurde von der offiziellen deutsch-französisch-schweizerischen Oberrheinkonferenz in deren Energieresolution 2006 weitgehend übernommen. Der trinationale "1. Energiegipfel" in Breisach im Juli 2003 bildete den Höhepunkt dieses Bürger-Interreg-Projekts. Es folgten die von ECOtrinova geleiteten Ideenwettbewerbe für Vereine und Einzelpersonen zur "Nachhaltigkeit rheinüberschreitend Energie und Wasser" mit Preisverleihung beim "1. Umweltgipfel" der Vereine in Breisach im Oktober 2005. Alle Projektideen, u.a. zum KW Fessenheim und Alternativen sind 2-sprachig online. Auch das Vorhaben "Sonnen-Energie-Wege" (Sentiers solaires) mit 50 Vorbildstationen im Eurodistrikt Region Freiburg/Zentral- und Süd-Elsass war Gewinner bei Wettbewerben des Landes-Umweltministeriums. Die Stationen und Beschreibungen mit Tourenvorschlägen sind seit 2009 zweisprachig online bei ecotrinova.de.

Mehr






Seite 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25