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Verschiedenes 

Wie fit ist Deutschland für den Artenschutz?

NABU und naturgucker.de starten Bildungs-Test zu Tier- und Pflanzenarten. Bisherige Umfragen zeigen Wissenslücken auf.

Berlin – Um Tiere und Pflanzen ausreichend schützen zu können, muss man sie kennen. Doch wie steht es um die Artenkenntnis in der Bevölkerung in Deutschland? Um das herauszufinden, starten der NABU und das Naturbeobachtungsnetzwerk naturgucker.de im Spätsommer ihren diesjährigen arten|pisa-Test. Vom 30. August bis 8. September können Interessierte an der Online-Bildungsumfrage unter www.artenpisa.de/presse teilnehmen. Dabei werden Fotos von Tier- und Pflanzenarten gezeigt, die benannt werden sollen – darunter Vögel, Insekten, Säugetiere und Amphibien. Je nach Anzahl der Treffer findet eine Benotung statt, woraus eine Durchschnittsnote errechnet wird. Bei der ersten arten|pisa-Umfrage im Jahr 2017 erreichten die 8033 Teilnehmer die Durchschnittsnote 4.

Stefan Munzinger, Initiator von naturgucker.de: „Ob ein schillernder Rosenkäfer, ein flinker Feldhase oder eine duftende Kamille: Jedes Tier und jede Pflanze zeigt uns die Schönheit der Natur auf. Mit unserer Umfrage wollen wir prüfen, wie fit die Deutschen im Wissen über einheimische Pflanzen- und Tierarten sind. Wir werden den Test in den nächsten Jahren wiederholen um herauszufinden, ob sich möglicherweise Trends in der Entwicklung der Artenkenntnisse abzeichnen.“

Die Entwicklung der Artenkenntnis wurde bislang nur punktuell untersucht. Bei einer Befragung in Bayern vor rund zehn Jahren zu heimischen Vogelarten zeigte sich, dass Schulkinder durchschnittlich sechs von den zehn häufigen Vogelarten benennen konnten. Eine Wiederholung der Umfrage im Jahr 2017 ergab, dass die Artenkenntnis seitdem gesunken ist – die befragten Kinder konnten nur noch fünf der zehn häufigsten Vogelarten bestimmen.

Die Verschlechterung des Wissensstands hat verschiedene Gründe. Die Möglichkeit, vielfältige Arten zu erleben, wurde in den letzten Jahrzehnten durch den Rückgang des Artenreichtums in der Landschaft, immer weniger naturnahe Spielflächen in den Städten sowie die Verhäuslichung der Freizeit stark eingeschränkt. In der Schule sind viele Lehrerinnen und Lehrer ohne Artenkenntnis, da in den Universitäten die entsprechende Disziplin – die freilandbiologische Ausbildung – von hoch geförderten Disziplinen wie der Gentechnik verdrängt wurde.

Leif Miller, NABU-Bundesgeschäftsführer: „Das Artensterben und der Rückgang der Artenkenntnis gehen Hand in Hand. Je weniger die Menschen Natur erleben können, desto weniger wissen sie darüber und desto weniger liegt ihnen der Schutz der Natur am Herzen. Es ist ein Teufelskreis, den wir durchbrechen müssen. Um die Artenkenntnis zu erhöhen, muss gerade der Nachwuchs gesamtgesellschaftlich gefördert werden. Es braucht geschulte Lehrerinnen und Lehrer, neue freilandorientierte Lehrstühle an den Universitäten und Naturschutzzentren sowie naturnahe Erlebnisorte, an denen Kinder wieder mit Igel, Frosch und Co. in Kontakt treten können.“

Mehr Informationen zum arten|pisa-Test

Für die Online-Umfrage sind ungefähr zehn Minuten nötig. Selbstverständlich ist die Befragung anonym und das Formular datenschutzkonform mit der EU-Datenschutz-Grundverordnung. Wer möchte, kann auf Wunsch Kontaktdaten angeben, um eine Rückmeldung zu seinem persönlichen Abschneiden zu erhalten. Die Kontaktdaten werden ausschließlich zum Übermitteln dieser Ergebnisse genutzt.

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Verschiedenes 

Slow-Food-Youth-Aktivisten aus 16 Ländern treffen erstmals in Deutschland zusamm

Vom 29. August bis 2. September treffen sich Vertreterinnen und Vertreter des europäischen Slow-Food-Youth-Netzwerks bei den Herrmannsdorfer Landwerkstätten in Bayern, um gemeinsame politische Aktionen auf europäischer Ebene zu planen, tiefer in die praktischen Prozesse der Lebensmittelerzeugung einzutauchen und um konkrete Wege in eine nachhaltigere Zukunft und ein zukunftsfähiges Lebensmittelsystems aufzuzeigen. Es ist das bisher größte europäische Slow-Food-Youth-Treffen.

Kommendes Wochenende treffen sich in Glonn rund 60 junge Menschen zwischen 16 und 35 Jahren, die sich täglich privat und beruflich für gutes, sauberes und faires Essen engagieren. Sie reisen an aus Albanien, Armenien, Österreich, Belgien, Bulgarien, Frankreich, Deutschland, Italien, Mazedonien, Portugal, Rumänien, Russland, der Slowakei, Schweden, der Schweiz und den Niederlanden, um sich in ihrer Freizeit intensiv zur Zukunft unserer Ernährung und den aktuellen Herausforderungen des Lebensmittelsystems auszutauschen. Denn die europäischen und globalen Zusammenhänge beschäftigen sie über die Grenzen hinweg, gemeinsam wollen sie die Welt verändern, vom Acker bis zum Teller.

Schwerpunkt des Wochenendes ist das Thema „Wege hin zu einem zukunftsfähigen Lebensmittelsystem“. Deshalb stehen die Vorstellung von Leuchtturmprojekten aus verschiedenen europäischen Ländern und die Diskussion über zukunftsfähige Alternativen sowie die Ausgestaltung von Lösungsansätzen im Vordergrund des Geschehens. Behandelt wird dabei vor allem die Frage, wie wir unseren Alltag klimafreundlicher und ressourcenschonender sowie im Sinne des Artenschutzes gestalten können. Gleichzeitig werden Antworten gesucht auf Fragen wie: Kann ich Beruf und Aktivismus in Einklang bringen? Wie überzeuge ich Menschen davon, sich politisch zu engagieren und Verantwortung wahrzunehmen? Da Slow Food Genuss und Verantwortung sowie Theorie und Praxis stets verbindet, stehen neben der Netzwerkbildung und dem Austausch zu brisanten Themen des Lebensmittelsystems praktische Workshops und Betriebsbesichtigungen auf dem Programm sowie gemeinsames Kochen und das anschließende Genießen. Geplant sind ein Besuch der Kaffee Rösterei Merchant & Friends sowie der ökologisch betriebenen Herrmannsdorfer Landwerkstätten, eine Wildkräuterwanderung, Wein und Käse Verkostungen sowie Workshops zum selber machen von Pasta, Knödeln, Brezeln und Butter.





Verschiedenes 

NABU: Verheerende Brände zerstören Regenwälder auch in Indonesien

Tschimpke: Abholzung von Regenwäldern und Trockenlegung von Mooren steigert Gefahr für Brände

Berlin/Jakarta/Jambi – Während die Welt derzeit auf die in Brasilien wütenden Waldbrände schaut, brennt es erneut auch in Indonesiens Regenwäldern im verheerenden Ausmaße. Nach Angaben des indonesischen Umwelt- und Forstministeriums (KLHK) waren in den ersten fünf Monaten dieses Jahres landesweit bereits 42.740 Hektar Regenwald von Bränden betroffen, noch bevor die im Juni einsetzende Trockenzeit begonnen hatte. Dies entspricht fast dem Doppelten der Fläche, die im gesamten, besonders regenreichen Vorjahr betroffen war.

Seit Anfang August spitzt sich die Lage insbesondere auf dem indonesischen Teil Borneos Kalimantan und Sumatra weiter zu. Der staatliche Dienst für Meteorologie, Klimatologie und Geophysik (BMKG) registrierte am 3. August landesweit 1.025 Brandherde, am 7. August 1.586 und am 9. August bereits 2.002 Brandherde mit Schwerpunkten in den Provinzen Riau auf Sumatra sowie West- und Zentralkalimantan auf Borneo. „Die Situation ist aktuell ähnlich kritisch wie in den Katastrophenjahren 1997 und 2015“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Bei Wald- und Moorbränden im Spätsommer und Herbst 2015 wurden nach Berechnungen des Internationalen Forstwissenschaftszentrums (CIFOR) 884 Millionen Tonnen Kohlendioxid freigesetzt.

Im Süden Sumatras, wo der NABU das Projekt „Hutan Harapan“ (indonesisch: „Wald der Hoffnung“) zum Schutz tropischer Regenwälder umsetzt, hat es seit zwei Monaten nicht mehr geregnet. Hier kämpft die 40-köpfige Waldschutzeinheit seit Wochen gegen illegal immer wieder neu gelegte Brände – seit Jahresbeginn bereits 75. Seit vorletzter Woche erhält sie dabei Unterstützung von Polizei und Militär. So gelang es bereits, zwei Brandstifter zu verhaften. Der NABU betont jedoch, dass jetzt nicht nur die Brandbekämpfung im Vordergrund stehe, sondern auch die klare Benennung von Ursache und Wirkung.

„Tropische Tieflandregenwälder und Moore verfügen über ein feuchtes Mikroklima und brennen daher unter natürlichen Bedingungen auch während längerer Trockenperioden normalerweise nicht“, sagte NABU-Regenwaldexperte Tom Kirschey. „Erst durch die Landnutzung, wie die Abholzung der Wälder und die Trockenlegung von Mooren, werden tropische Ökosysteme überhaupt erst feueranfällig.“ Verbunden mit der kriminellen Energie der Brandstifter, die eine Umwandlung der Waldflächen in Agrarflächen meist für den Anbau von Ölpalmen anstreben, könne es dann leicht zu solchen Katastrophen kommen. „Es handelt sich hierbei aber eben nicht um eine Naturkatastrophe, sondern um Brandstiftung“, so Kirschey.

Mit 95 Millionen Hektar tropischer Waldfläche gehört Indonesien zu den bedeutendsten Ländern für Regenwaldschutz. Das Land liegt in der Zone des tropischen Monsunklimas, der Monat August gilt als der im langjährigen Mittel trockenste Monat insbesondere auf den Inseln Borneo, Sumatra und Java. Während es noch um das Jahr 1900 etwa 16 Millionen Hektar Tieflandregenwald auf Sumatra gab, sind diese auf heute etwa 250.000 Hektar geschrumpft – ein Verlust von über 98 Prozent. Mit Förderung der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) unterstützen der NABU und die KfW Entwicklungsbank das Projekt „Hutan Harapan“ zum Schutz der bedeutenden Regenwaldgebiete auf Sumatra.

Hutan Harapan steht zum einen für ein ca. 100.000 Hektar große Waldgebiet in den Provinzen Süd-Sumatra und Jambi, zum anderen ist es das Modellvorhaben der sogenannten „Ökosystem-Restaurations-Konzession“ (ecosystem restoration concession, ERC), welche als Instrument gegen die Entwaldung etabliert wurde. Seit der Etablierung des ERC-Modells sind heute in Indonesien ca. 650.000 Hektar (insbesondere auf Sumatra und Kalimantan) nach diesem zukunftsweisenden Lizenztyp verwaltet.

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Veranstaltungen 

Pilze, Pilze, Pilze: Die Waldhaus-Termine im September 2019

Pilze, Pilze, Pilze: Die Waldhaus-Termine im September 2019
Pilze / Foto: LauraFischer

Freiburg. Die Anzahl und die Vielfalt der Pilze ist nahezu unüberschaubar. Auch das Wachsen und Vergehen der Bäume und Pflanzen im Wald ist auf eine Fülle unterschiedlichster Pilzarten angewiesen. Neben dem Pilzpfad des Holzkünstlers Thomas Rees hinter dem Waldhaus bietet das Waldhaus allen Interessierten mit einer Pilzexkursion und einer Frischpilzschau Möglichkeiten an, sich zum Thema Pilze weiterzubilden. Auch Schulklassen können einen Vormittag zum Thema Pilze buchen.

Während der Pilzsaison können Pilzsammler ihre Funde jeweils sonntags, am 1. und am 8. September, im Waldhaus gegen einen Betrag von 5 Euro der Pilzexpertin Veronika Wähnert vorlegen und sich zwischen 15 und 17 Uhr beraten lassen. Dieses Angebot gilt, wenn es witterungsbedingt Pilze gibt. Mit der Diplom-Biologin Wähnert, Pilz-Coach und Pilzsachverständige der DGfM, steht eine ausgewiesene Pilzexpertin bereit.

Dienstag, 3. September, 13 bis 17 Uhr // Anmeldeschluss: 26. August
Pilzexkursion: Ohne Pilze kein Wald
Pilze sind überall in großer Zahl und ungeheurer Artenvielfalt zu finden. Bei dieser Exkursion stehen die Pilze im Mittelpunkt, die uns je nach Wetterlage mehr oder weniger zahlreich im Wald begegnen werden. Erfahren Sie interessante Einzelheiten zu Lebensweise, Vorkommen sowie Speisewert oder Giftigkeit einzelner Arten. (Das Sammeln von Speisepilzen ist nicht Ziel der Veranstaltung.). Die Exkursion wird geleitet von Pilz-Coach Veronika Wähnert. Bitte mitbringen: Pilzkorb, Messer, Schreibzeug, ggfs. Fotoapparat und Bestimmungsbücher. Teilnahmebeitrag: 17 Euro, Kinder 9 Euro.

Sonntag, 29. September, 10 bis 17 Uhr // Ohne Anmeldung
Frischpilzausstellung im Waldhaus
Bei dieser zweiten großen Frischpilzschau im Waldhaus sind frische und getrocknete Pilze sowie viele weitere Exponate zum Thema Pilze zu bestaunen. Informiert wird u.a. über Pilze, die für den Menschen schädlich oder nützlich sind, über Färbepilze, Vitalpilze, über Zeitschriften und Bücher sowie über Alltagsgegenstände mit Pilzbezug. Die Ausstellung wird von der Pilzsachverständigen Veronika Wähnert und dem Freiburger Pro Pilz-Team organisiert und begleitet. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

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Verschiedenes 

Umweltverbände: Erhalt der Artenvielfalt zur Chefsache machen

Bundeskanzlerin Merkel muss mit Frankreich beim Kampf für die Biodiversität vorangehen

Berlin/Biarritz, 23. August 2019 - Anlässlich des G7-Gipfels in Biarritz fordert ein breites Bündnis aus deutschen Umweltverbänden die Unterstützung der Bundeskanzlerin für eine französische Initiative zum Schutz der Artenvielfalt.

Kanzlerin Angela Merkel muss dafür sorgen, dass der Kampf gegen das weltweit dramatisch voranschreitende Artensterben und den Verlust der Natur auf dem G7-Gipfel endgültig zur Chefsache gemacht wird, fordern die Verbände. „Der Internationale Biodiversitätsrat (IPBES) prognostiziert, dass in den nächsten Jahrzehnten eine Million Arten vom Aussterben bedroht sind. Wenn das Realität wird, ist die Menschheit selbst in Gefahr. Die Bundeskanzlerin muss gemeinsam mit Gastgeber Emmanuel Macron und anderen Staatschefs eine starke Allianz für die Artenvielfalt und den Erhalt der Natur schmieden“, so die Umweltverbände. Nur so könnten Regenwälder, Mangroven, Korallenriffe und andere wertvolle Lebensräume vor der weiteren Zerstörung bewahrt werden.

Die doppelte Krise des Artensterbens, die Zerstörung der Ökosysteme und die zunehmende Erderhitzung bedroht unsere Lebensgrundlagen, unsere Gesundheit, Sicherheit und Wirtschaft in einer nie da gewesenen Art und Weise. Denn leider werden die bestehenden internationalen und europäischen Vereinbarungen nur schleppend in Taten umgesetzt. Strafverfahren der EU gegen Deutschland wegen mangelhafter Ausweisung von Schutzgebieten oder Überdüngung seien hierfür nur Beispiele, mahnen die Umweltverbände.

Die G7-Chefs müssten daher bei ihrem Treffen ein deutliches Zeichen setzen. Die von Frankreich initiierte Erklärung der G7-Umweltministerinnen und Umweltminister zur Erhaltung der Natur und zum Stopp des Artenschwundes, die sogenannte „Charta von Metz zur biologischen Vielfalt“ vom 6. Mai 2018, müsse von Deutschland uneingeschränkt und mit Nachdruck unterstützt werden. Bundeskanzlerin Merkel sollte hier den Schulterschluss mit Frankreichs Präsident Macron herstellen und die anderen Staatschefs auf einen klaren Naturschutzkurs einschwören.

Die G7-Staaten müssen außerdem vereinbaren, den Stopp des Artensterbens im kommenden Jahr zum Top-Thema des nächsten G20-Gipfels in Saudi-Arabien sowie der 75. UN-Generalversammlung im Jahr 2020 machen. Denn nur so könne der „Weltnaturschutzgipfel“ im chinesischen Kunming im Oktober 2020 ein Wendepunkt für die Rettung der Biodiversität werden.

Ausgehend von der Charta von Metz muss der G7-Gipfel nach Ansicht der Verbände folgende vier Kernforderungen konkret aufgreifen:

1. Wende in der Wirtschaftspolitik: Ein neues internationales Abkommen muss endlich primär und effektiv die Treiber des Artensterbens angehen. Dafür ist eine grundlegende Wende in der Nutzung von Landflächen und Meeren hin zu einer natur- und klimaschonenden Land-, Waldwirtschaft und Fischerei einzuleiten, wie vom Weltbiodiversitätsrat angemahnt. Hierzu gehört die rasche Abschaffung aller naturschädlichen Subventionen ebenso wie die Etablierung positiver Anreize zur Finanzierung von Naturschutzmaßnahmen.

2. Schutzgebiete: 30 Prozent der Land- und Meeresfläche müssen bis zum Jahr 2030 im Einklang mit indigenen Völkern und lokalen Gemeinden effektiv für den Erhalt der Natur geschützt werden. Hierfür sind Regeln und Gelder notwendig, die sicherstellen, dass damit die wichtigsten Gebiete für den Erhalt der Artenvielfalt und Ökosysteme gesichert, gut gemanagt, ausreichend finanziert und untereinander vernetzt werden. Dabei sind die Bedürfnisse von indigenen Völkern und lokalen Gemeinschaften zu berücksichtigt.

3. Finanzierung: Die Investitionen in den Schutz unserer Lebensgrundlagen müssen enorm gesteigert werden. Die G7-Länder müssen ihre Investitionen in den Naturschutz massiv erhöhen. Damit würde auch ein wichtiger Beitrag zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens durch den Schutz wichtiger Kohlenstoffsenken geleistet werden. Deutschland macht dabei seine eigenen Hausaufgaben bisher nicht. Bund und Länder müssen ihre Ausgaben für den Schutz von Arten und Lebensräumen von derzeit gut 500 Millionen Euro auf mindestens 1,4 Milliarden Euro jährlich steigern.

4. Kontrolle: Konkrete und einheitliche Umsetzungs- und Berichtspflichten für die 196 Vertragsstaaten müssen sicherstellen, dass Regierungen, die die Naturschutzziele in ihren Ländern nicht ausreichend umsetzen, öffentlich zur Rechenschaft gezogen werden.

Im zweiten Halbjahr 2020 wird die Bundesregierung die EU-Ratspräsidentschaft übernehmen und daher eine große Verantwortung dafür tragen, dass gemeinsam mit dem Gastgeber China auf der 15. Vertragsstaatenkonferenz der UN-Konvention über die Biologische Vielfalt (CBD COP15 in Kunming/China) die richtigen Weichenstellungen für das nächste Jahrzehnt gestellt werden. Ein Versagen der Bundesregierung, der EU und der Weltgemeinschaft beim Schutz der Artenvielfalt und der Ökosysteme würde in naher Zukunft zu irreparablen Schäden nicht nur mit verheerenden Folgen für unsere Lebensgrundlagen, sondern auch mit immensen Kosten für Wirtschaft und Gesellschaft führen“, so die Verbände.

Gemeinsame Pressemitteilung von BUND, DNR, Forum Umwelt & Entwicklung, Greenpeace, NABU, WWF Deutschland zum G7-Gipfel in Biarritz (24.-26. August 2019)





Verschiedenes 

NABU zu Strukturwandel in Kohle-Regionen: Viele Maßnahmen sind klimaschädlich

Tschimpke: Milliarden-Hilfen nur für nachhaltige Entwicklung und wirklichen Strukturwandel einsetzen

Berlin – Der NABU kritisiert die aktuellen Pläne des Bundeswirtschaftsministeriums zum Strukturwandel in den Kohle-Regionen als zum Teil klimaschädlich. Ein Ausbau des Flughafens Leipzig/Halle oder der Neubau von Autobahnen würden den Klimazielen zuwiderlaufen. Kritik übt der NABU auch an der viel zu kurzen 24-stündigen Frist zur Beteiligung der Verbände am „Referentenentwurf Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen“. „Es kann nicht sein, dass Verbände und Politik sich zu solch komplexen Plänen innerhalb von 24 Stunden eine Meinung bilden sollen. Deshalb haben wir eine Fristverlängerung beantragt und erwarten ein ordentliches Beteiligungsverfahren“, so NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Der NABU kritisiert, dass jetzt überstürzt neben sinnvollen auch zahlreiche klimaschädliche Maßnahmen gefördert werden sollen. So ist neben der Ansiedlung von Bundes- und Forschungseinrichtungen etwa der Ausbau des Flughafens Leipzig/Halle angedacht, außerdem der Ausbau von Autobahnen und Bundesstraßen. Fest eingeplant sind dabei der sechsspurige Ausbau der A4 bis zur polnischen Grenze und der Neubau der B176 zwischen Neukieritzsch und Pödelwitz südlich von Leipzig.

„Es ist absurd: Statt in die Kohle sollen jetzt Millionen in eine andere klimaschädliche Branche fließen. Der Straßen- und Flugverkehr werden gefördert, obwohl Anwohner und Natur schon jetzt zu stark belastet sind. Dem Bundeswirtschaftsministerium geht es mit dem Gesetz offensichtlich nicht um einen nachhaltigen, klimafreundlichen Strukturwandel in den Kohleregionen“, so Tschimpke.

Bei der B176 müsse es sich zudem um einen Irrtum handeln, so der NABU. Denn diese ist bereits seit 2011 im Bau. Ihr Neubau müsse Aufgabe der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft MIBRAG sein, schließlich ist die Straße zur Ausweitung des Tagebaus „Vereinigtes Schleenhain“ gedacht. In diesem Fall wäre das Bergbauunternehmen als Verursacher des Eingriffs auch für die Finanzierung verantwortlich. „Dieser Entwurf ist nicht ausgegoren. Dafür haben das Bundeswirtschaftsministerium und die Länder sieben Monate gebraucht – und den Verbänden räumen sie nur einen Tag zur Stellungnahme ein“, so Tschimpke.

Mit den vorgelegten Plänen würden die Kohle-Regionen nicht klimagerecht modernisiert, kritisiert der NABU. Zwar stehen im Bedarf 38 Bahninfrastrukturvorhaben, doch schon jetzt schöpft die Bahn ihre Mittel für den Ausbau des Schienennetzes nicht aus. Aus den nicht abgerufenen Geldern könnten laut Entwurf 74 Pläne zum Ausbau von Fernstraßen finanziert werden. „Das lehnen wir ab. Das Gesetz ist nicht dazu da, den Straßen- und Flugverkehr zu fördern. Und mit Blick auf das Klima ist dies keinesfalls tragbar“, so Tschimpke.





Verschiedenes 

Ausbau der Rad-Vorrang-Route FR2 - zweimal neue Vorfahrt für den Radverkehr

Badenweilerstraße wird Freiburgs 17. Fahrradstraße

Markierungsarbeiten starten heute

Die Badenweilerstraße und der Geh- und Radweg nördlich des Kronenmühlebaches Richtung Dreisam sind Teil der Rad-Vorrang-Route FR2 entlang der Güterbahn. Das Garten- und Tiefbauamt (GuT) führt nun in diesem Bereich weitere Verbesserungen für den Radverkehr durch. Dabei werden auch Hinweise aus der Bevölkerung aufgegriffen. Bei einer Verkehrszählung kam heraus, dass fast drei viertel des Verkehrs in der Badenweilerstraße Radverkehr ist. Und dementsprechend biegen fast drei viertel der Verkehrs-teilnehmer aus der Badenweilerstraße ab in den Geh- und Radweg Richtung Dreisam.

Die Badenweilerstraße wird daher in den nächsten Tagen zur Fahrradstraße und an dem genannten Abzweig wird eine abknickende Vorfahrt eingerichtet. So wird die Verkehrs-regelung deutlicher - wie aus der Bevölkerung angeregt - und entspricht dann den tatsächlichen Verkehrsströmen. Auch am anderen Ende erhält die Fahrradstraße Vorfahrt gegenüber dem Abzweig zum Unteren Mühlenweg.

Für die Anwohnerschaft ändert sich in der Badenweilerstraße durch die Einrichtung der Fahrradstraße nur wenig: Es gilt nach wie vor Tempo 30 und die Fahrradstraße wird für den motorisierten Verkehr freigegeben, es gibt also keine wesentlichen Einschränkungen. Lediglich im Laufe der Markierungsarbeiten sind in den nächsten Tagen temporäre Beeinträchtigungen unumgänglich, für die das GuT um Verständnis bittet.

Gegenüber dem Kinderspielplatz an der Badenweilerstraße wird ein Parkplatz entfernt, um Kindern eine bessere Sicht beim Überqueren der Straße zu ermöglichen - so ein Wunsch der Anwohnerschaft. Auch im Bereich der Brücke über den Dorfbach wird ein Parkverbot angeordnet. Hier gab es Hinweise aus der Bürgerschaft, dass die Einmündungen der Wege durch parkende Autos unübersichtlich wären.

Der anschließende Weg Richtung Brücke über die Haslacher Straße und Dreisam wird im Herbst dann noch verbreitert und die dort vielfach beklagte enge Kurve gefälliger gestaltet.

In den letzten Jahren hat das GuT bereits entsprechend des Radverkehrskonzeptes 2020 auf dieser Route einige Baumaßnahmen umgesetzt, um sie für den Radverkehr sicherer und attraktiver zu machen. So hat das GuT beispielsweise eine Brücke über die Ferdinand-Weiß-Straße gebaut, einen Durchstich unter dem Unteren Mühlenweg und einen unter der Opfinger Straße hindurch.

Die Maßnahmen zeigen gute Erfolge, in den letzten Jahren benutzen immer mehr Radfahrende die Vorrang-Route FR2: Die durchschnittliche Zahl der Radfahrenden pro Tag wuchs von 2015 bis Juli 2019 um über 50 Prozent an. Fuhren an der Zählstelle nördlich der Dreisam zu Beginn der Zählungen im Sommer 2015 meist um die 2.000 Radlerinnen und Radler vorbei, sind es in diesem Sommer meist über 3.000, Mitte Juli waren es sogar über 4.400.





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NABU-Kreuzfahrt-Ranking 2019: Luft wird etwas sauberer, Klimabelastung steigt

Miller: Kreuzfahrt darf nur mit Nullemissionsantrieben eine Zukunft haben

Hamburg/Berlin – Der Kreuzfahrtmarkt boomt und belastet trotz einzelner Verbesserungen die Luft und auch das Klima zunehmend. Das ist das Ergebnis des NABU-Kreuzfahrtrankings 2019, das der Umweltverband am heutigen Mittwoch in Hamburg vorstellte. Ein kleiner Teil der Flotte wird zwar zunehmend sauberer, das Gros der Branche setzt aber weiterhin auf Schweröl und verzichtet auf den Einsatz von Abgastechnik. Besonders verheerend schlägt die Klimabilanz der Schiffe zu Buche, die der NABU dieses Jahr zusätzlich in den Fokus nimmt. Sämtliche der 89 bewerteten Schiffe werden mit fossilen Kraftstoffen betrieben, die enorme Treibhausgasemissionen verursachen. Einzig zwei Segelschiffe schneiden hier besser ab, entsprechen jedoch auch nicht dem gängigen Schiffstypus.

NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller: „Es ist ein Schlag ins Gesicht der Jugend, dass sich die Kreuzfahrtbranche im Grunde geschlossen dem Klimaschutz verweigert. Gerade dieser Tage kann niemandem entgangen sein, unter welch enormen Handlungsdruck die Weltgemeinschaft angesichts der Klimakrise steht. Dennoch spülen die Anbieter Jahr für Jahr weitere Riesenschiffe auf den Markt, die allesamt mit fossilen Kraftstoffen betrieben werden. Das ist absolut unzeitgemäß und verantwortungslos. Die Kreuzfahrt darf nur mit Nullemissionsantrieben eine Zukunft haben.“ Laut NABU dominieren Schweröl-getriebene Dieselmotoren weiterhin die Antriebstechnik. Seit Kurzem nehmen auch immer mehr Kreuzfahrtschiffe mit Flüssiggasantrieb den Betrieb auf. Doch auch dieses Flüssiggas (LNG – liquid natural gas) ist weiterhin ein vollständig fossiler Brennstoff, der zudem teilweise mit erheblichen Eingriffen in die Umwelt gewonnen wird. Hinzu kommt der sogenannte „Methanschlupf“, bei dem das hoch-potente Klimagas „Methan“ in die Atmosphäre entweicht. Entsprechend bietet der Gasantrieb zwar in puncto Luftschadstoffminderung unbestreitbare Vorteile gegenüber Marinediesel und Schweröl, nicht jedoch in Hinblick auf die Klimabilanz der Flotte.

Daniel Rieger, NABU-Leiter Verkehrspolitik: „Die Steuerbefreiung mariner Kraftstoffe in Zeiten der Klimakrise ist fatal und muss dringend beendet werden. Solange der Einsatz fossiler Energieträger massiv subventioniert wird und auch die Emissionsstandards und Anforderungen an Energieeffizienz der Schiffe lächerlich gering sind, wird es keine Antriebswende in der Schifffahrt geben. Wir müssen die gesetzlichen Bestimmungen massiv verschärfen, um die Entwicklung und den flächendeckenden Einsatz emissionsfreier Technologien auch in der Schifffahrt zu befördern. Anders kann die Branche nicht bis 2050 komplett klimaneutral werden.“

Der NABU erfasste dieses Jahr erstmalig Technologien zum Klimaschutz im Bereich der Antriebe und der Energieversorgung, die nun in einer gesonderten Kategorie ausgewiesen sind. Einzig zwei Segelschiffe sowie jene Schiffe, die über einen Landstromanschluss verfügen und über diesen ihren Energiebedarf während der Liegezeit im Hafen mit Strom aus erneuerbaren Quellen speisen, schneiden hier besser ab. Auch Hurtigruten setzt mit dem Hybridschiff „Roald Amundsen“ neue Maßstäbe, die einen Effizienzgewinn des weiterhin dieselelektrischen Antriebs und damit eine CO2-Minderung ermöglichen.

Die Bewertung anhand der Luftschadstoffemissionen führt wie auch bereits im vergangenen Jahr die deutsche Reederei AIDA mit ihrem jüngsten Flottenzugang, der AIDA Nova an. Der italienische Mutterkonzern von AIDA, Costa Crociere, konnte mit seinem ebenfalls flüssiggasbetriebenen Neuzugang „Costa Smeralda“ gleichziehen. Auf dem dritten Platz landen drei Schiffe der Reederei Hapag-Lloyd: Die „Europa 2“, Sieger des Jahres 2013, sowie die beiden neuen Expeditionskreuzfahrtschiffe „Hanseatic Nature“ und „Hanseatic Inspiration“. Weit abgeschlagen und seit jeher auf die letzten Plätze abonniert sind die Schiffe der Branchenriesen MSC und Royal Caribbean. Auch der deutsche Anbieter TUI Cruises rangiert mittlerweile nur noch auf dem 13. Platz.

Partikelfilter und Stickoxidkatalysatoren sind weiterhin Mangelware. Immerhin hat dafür mit dem französischen Anbieter Ponant die erste Reederei den freiwilligen Abschied vom Schweröl verkündet und damit die Voraussetzung für zeitgemäße Abgasnachbehandlung geschaffen. Nach wie vor fordert der NABU den generellen Verzicht auf Schweröl und den flächendeckenden Einsatz von Abgastechnik für alle Schiffe im Bestand.

Malte Siegert, Leiter Umweltpolitik beim NABU Hamburg: „Dass heute noch Schiffe mit einem Jahrzehnte alten technischen Standard unterwegs sind, ist ein Skandal. Die umfassende Reduktion von Luftschadstoffen ist heute technisch möglich. Die Technologien für Neubau und Nachrüstung sind verfügbar und kosten einen Bruchteil im Vergleich zu den Baukosten für ein neues Schiff. Jetzt gilt es, saubere Abgastechnik schnellst möglich auf allen Schiffen zu verbauen und zur gesetzlichen Vorschrift für das Einlaufen in Häfen zu machen. Außerdem ist die Landstrompflicht in allen europäischen Häfen überfällig.“ Das setzt neben der ernsthaften Bereitschaft der Kreuzfahrtunternehmen auch voraus, dass z.B. in Hamburg und nicht nur in Altona, sondern auch an den Terminals in der Hafencity und Steinwerder Landstromanlagen installiert werden.

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