Grüne Quellen
Mittwoch, 11. Dezember 2019 Uhr

 
ProlixLetter
Mittagstisch
Prolix-Gastrotipps
Prolix-Studienführer
Ökoplus Freiburg
56plus
lesen-oder-vorlesen
wodsch

 

 
Kontakt
Werbung
Disclaimer
Datenschutzerklärung
Impressum
 
Prolix-Verlag
 
oekoplus-freiburg.de
Guten Morgen liebe Besucher unserer Webseite!
 
In Ergänzung unserer Webseite oekoplus-freiburg.de möchten wir hier nach Stichworten sortiert Adressen und Tipps für ein ökologisches Miteinander zusammentragen.
 
Wir laden jeden Besucher ein, weitere Tipps und Informationen mit unserem kostenlosen ProlixLetter zu abonnieren: Bestellung auf der Webseite www.prolixletter.de in der rechten Spalte oben.
 
Sollten Sie Fragen, Anregungen oder Verbesserungsvorschläge zu dieser Webseite haben, nehmen Sie bitte per eMail mit uns Kontakt auf. Wir sind offen und für jeden Hinweis dankbar!
Viel Spaß auf unseren Seiten wünscht Ihnen
 
 
Ihre Prolix Redaktion


Buch- und CD-Tipps 

Buchtipp: Johann Brandstetter "Über Leben"

Buchtipp: Johann Brandstetter "Über Leben"

Momente des Innehaltens und Staunens

Die Zeit drängt: Arten sterben aus, Vielfalt schwindet, Ökosysteme brechen zusammen. Die Entfremdung der Menschen von der Natur hat die Welt in eine Krise geführt, davon ist der preisgekrönte Illustrator Johann Brandstetter überzeugt. In seinem Bildband »Über Leben. Die Wiederentdeckung der Natur« präsentiert er einen Blick auf die Natur, der uns verlorengegangen ist.

Wer kennt das nicht: Reflexartig wird das Handy gezückt, wenn man beim Spaziergang ein hübsches Naturmotiv entdeckt. Minuten später landet das Foto auf der Instagram-Seite. Die Natur in erster Linie durch die Smartphone-Linse oder den Bildschirm zu betrachten, ist für viele längst Normalität. Doch ist so eine echte, direkte Naturerfahrung noch möglich?

Nicht, wenn es nach Johann Brandstetter geht. Auch, dass wir Pflanzen oder Tiere nicht mehr als lebende Organismen mit ihren Eigenheiten und ihrem ganz eigenen Netz an Beziehungen wahrnehmen können – oder dass Regenwälder respektlos und aus purem Eigennutz gerodet werden – sind für den Künstler ganz klare Zeichen für eine Entfremdung von der Natur und eine zunehmende Geringschätzung unserer Um- und Mitwelt.

Um die Natur in ihrer ganzen Fülle wiederzuentdecken, bedarf es Momente des Innehaltens, des achtsamen Staunens und präzisen Schauens. Dazu verführen Johann Brandstetters Bilder. Der Künstler investiert viel Zeit, Geduld und Hingabe in seine Beobachtungen, um die Diversität des Lebens in all ihren Facetten festzuhalten – und erzeugt dabei einen Zugang zur Natur, der zugleich hochästhetisch und wissenschaftlich ist. Mit über 70 Kunstwerken möchte er in »Über Leben« dazu anregen, die Natur wieder schätzen zu lernen. Denn nur was wir lieben, schützen wir auch.

oekom Verlag 2019, 112 Seiten, € 39,00 (D), 40,10 (A)
ISBN 978-3-96238-133-2








Verschiedenes 

NABU: Bundestag muss Artenschutz stärken - "Hände weg vom Wolf!"

Tschimpke: "Lex Wolf" unnötig - Mehr als 27.000 Protestmails gegen Aufweichung des Bundesnaturschutzgesetzes

Berlin – Der NABU hat die Mitglieder des Deutschen Bundestages aufgefordert, sich gegen die vom Bundeskabinett geplante Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes zum Wolf auszusprechen. Danach soll der Abschuss von Wölfen, die wiederholt geschützte Nutztiere gerissen haben, künftig einfacher werden. Am Donnerstag sollen die Abgeordneten über die so genannte „Lex Wolf“ beraten.

„27.000 Bürgerinnen und Bürger aus ganz Deutschland haben sich schon an ihre Vertreterinnen und Vertreter im Bundestag gewandt, hier nicht zuzustimmen. Die 'Lex Wolf' regelt nichts, was nicht heute bereits geregelt ist. Sie gaukelt den Weidetierhaltern eine Scheinlösung vor, statt den Herdenschutz flächendeckend zu stärken. Daher sagen wir ‚Hände weg vom Wolf‘‘“, sagt NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Der NABU sieht in der Öffnung des Bundesnaturschutzgesetzes zudem die Gefahr einer Aufweichung des Schutzes für andere streng geschützte Arten wie zum Beispiel Biber, Kormoran und Kegelrobbe.

Bereits heute erlaubt das Naturschutzrecht die rechtssichere Entnahme von Wölfen. Die Hauptvoraussetzung für das Zusammenleben von Wölfen und Weidetieren sind Maßnahmen zum flächendeckenden Herdenschutz. „Wo Herdenschutzzäune errichtet und Herden von Schutzhunden begleitet werden, reduzieren sich die Übergriffe von Wölfen auf Weidetiere deutlich. Dafür fehlt es bislang jedoch an dringend notwendigen einheitlichen Standards. Dazu sieht der Änderungsentwurf aber gar keine Regelungen vor. Die zentralen Konflikte werden also nicht gelöst“, so Tschimpke weiter.

Der NABU fordert daher statt Pseudolösungen die finanzielle Unterstützung der Weidetierhalter mit weniger bürokratischem Aufwand, auch abseits vom Thema Wolf. Denn ohne Weidetiere lassen sich viele aus Naturschutzsicht wertvolle Landschaftsarten wie die Heide oder die wichtigen Deiche in Deutschland nicht erhalten. Darüber hinaus fordert der NABU die Einrichtung eines nationalen Herdenschutzkompetenzzentrums, wo z.B. Leistungen wie Beratung und Forschung stattfinden. Die EU hat inzwischen mit der 100-Prozent-Förderung den Weg frei gemacht, um solche Maßnahmen zu etablieren. Bund und Länder haben daher nun entsprechend Spielraum.

Mehr




Veranstaltungen 

Vogelschutz braucht neuen Aufwind

Jubiläumsveranstaltung zum 40-jährigen Bestehen der Europäischen Vogelschutzrichtlinie

Berlin, 24. Oktober 2019: Vor 40 Jahren wurde die europäische Vogelschutzrichtlinie als erstes gemeinsames Naturschutzregelwerk der Europäischen Gemeinschaft erlassen. Seitdem wurde viel für den Vogelschutz getan. Wissenschaft, Verwaltung und Politik bilanzieren am morgigen Samstag in Berlin die Erfolge und den Handlungsbedarf im Vogelschutz. Dabei soll analysiert werden, welche naturschutzpolitischen Schritte zukünftig notwendig sind, um dem Vogelschutz zu einer wirksamen Umsetzung in Deutschland zu verhelfen. Die Veranstaltung wird gemeinsam vom Deutschen Rat für Vogelschutz (DRV), dem Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA), dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Länderarbeitsgemeinschaft staatlicher Vogelschutzwarten (LAG-VSW) ausgerichtet.

Der DRV-Vizepräsident und NABU-Vogelschutz-Experte Lars Lachmann hält fest: „Mit der Vogelschutzrichtlinie wird ein umfassender Schutz aller heimischen Vogelarten angestrebt. Bei einigen Arten, für die intensive Hilfsmaßnahmen ergriffen wurden, zeigen sich gute Erfolge. Dazu gehören beispielsweise Uhu und Schwarzstorch, die sich in den letzten Jahrzehnten erholt haben und mittlerweile in weiten Teilen Deutschlands wieder regelmäßig anzutreffen sind. Diese Erfolgsstories zeigen, dass die Vogelschutzrichtlinie ein wirksames Instrument sein kann.“ DRV-Präsident Dr. Andreas von Lindeiner verweist gleichzeitig auf das größte Defizit: „Bisher konnte die Vogelschutzrichtlinie jedoch den dramatischen Bestandsrückgang von weitverbreiteten Vogelarten der Agrarlandschaft nicht aufhalten. Hier muss die zukünftige Agrarpolitik in Einklang mit der Vogelschutzrichtlinie gebracht werden.“

Der Vorsitzende des DDA, Bernd Hälterlein, gibt zu bedenken, dass es in vielen Bereichen noch Nachholbedarf gibt: „Ein Meilenstein war die Ausweisung und Sicherung der Vogelschutzgebiete – sie stellen unverzichtbare Knoten im europäischen Schutzgebietsnetz „Natura 2000“ dar. Ein effektives Management der Gebiete und die Umsetzung von Schutzmaßnahmen samt der dafür notwendigen Finanzmittel fehlen aber weitestgehend noch, weshalb auch innerhalb der Schutzgebiete die Bestände vieler wertgebender Arten weiterhin abnehmen.“

Dr. Andreas Krüß, Abteilungsleiter für Ökologie und Schutz von Fauna und Flora im BfN, ergänzt: „Durch das bundesweite Vogelmonitoring, das gemeinsam von Bund, Ländern und Verbänden getragen wird, sind wir heute in der Lage, eine wissenschaftlich belastbare Einschätzung zum aktuellen Zustand der Vogelwelt und zu den Langzeit-Trends abzuliefern. Die Ergebnisse sind beunruhigend und machen die Handlungsdefizite deutlich. Hier sind politische Entscheidungen notwendig um die Voraussetzungen für positive Entwicklungen bei den Vogelarten zu schaffen.

Der Geschäftsführer der LAG-VSW, Sebastian Olschewski, nimmt die internationalen Herausforderungen des Vogelschutzes in den Blick: „Singvogelarten, die südlich der Sahara überwintern, geht es deutlich schlechter als den in Deutschland verbleibenden Standvögeln oder im Winter nach Südeuropa ziehenden Arten. Neben den Bemühungen für den konsequenten Schutz der Lebensräume in Deutschland, die zur Brut und während des Zuges genutzt werden, müssen wir deshalb auch international für die Erhaltung der Lebensräume und für die Sicherheit entlang der Zugwege Verantwortung übernehmen.“

Hintergrund:
Bei der Jubiläumsveranstaltung werden in einem Fachsymposium aktuelle Entwicklungen der Vogelwelt in Deutschland vorgestellt, die Hintergründe diskutiert und herausgearbeitet, welcher Handlungsbedarf im Vogelschutz aktuell besteht. Bei einer anschließenden Podiumsdiskussion werden Vertreter*innen aus Ministerien, Parlamenten und Lobbyverbänden darüber diskutieren, wie der Vogelschutz in Deutschland zukünftig vorangebracht werden kann.

Die Veranstaltung findet in am 26.Oktober 2019 von 13.30 h – 21 h im VKU Forum, Invalidenstraße 91, 10115 Berlin statt.





Verschiedenes 

Karlsruhe ist "Aufsteiger des Jahres"

Karlsruhe ist "Aufsteiger des Jahres"
Auszeichnung im Städtewettbewerb Papieratlas / Foto: Kirsch

Papieratlas 2019: Papier mit dem blauen Engel bei Städten immer beliebter

Die Stadt Karlsruhe hat den Titel "Aufsteiger des Jahres" im Papieratlas-Städtewettbewerb der Initiative Pro Recyclingpapier (IPR) erhalten. Bundesministerin Svenja Schulze überreichte der städtischen Umweltdezernentin Bettina Lisbach am Dienstag, 22. Oktober, im Bundesumweltministerium in Berlin die Auszeichnung. Karlsruhe hatte seine Recyclingpapierquote in der Verwaltung innerhalb eines Jahres um 42,79 Prozentpunkte auf 97,60 Prozent erhöht und erreichte damit die stärkste Steigerung aller teilnehmenden Städte. "Recyclingpapierfreundlichste Stadt" 2019 ist Oldenburg vor Bottrop, Hameln und Münster.

Lisbach will Papierverbrauch weiter senken

"Die Umstellung auf Recyclingpapier war ein langer Weg, auf dem viel Überzeugungsarbeit zu leisten war. 2008 sind wir mit einer RC-Papier-Quote von unter 25 Prozent gestartet. Heute liegen wir bei beeindruckenden 98,5 Prozent und freuen uns über die besondere Auszeichnung durch den Papieratlas", erklärte Bettina Lisbach. Durch die Verwendung von RC-Papier mit dem Blauen Engel würden Umwelt, Ressourcen und auch das Klima geschont. Im nächsten Schritt werde die Stadt "den Papierverbrauch weiter senken, indem wir sukzessive auf digitale Büros und E-Government umstellen."

Neues Rekordhoch teilnehmender Städte

Mit dem Papieratlas 2019 erfasst die IPR in Kooperation mit dem Bundesumweltministerium, dem Umweltbundesamt, dem Deutschen Städtetag und dem Deutschen Städte- und Gemeindebund bereits das zwölfte Jahr in Folge den Papierverbrauch und die Recyclingpapierquoten deutscher Groß- und Mittelstädte. Mit einer durchschnittlichen Recyclingpapierquote von rund 89 Prozent erreichen die 102 teilnehmenden Städte in diesem Jahr ein neues Rekordhoch.

Papier mit dem Blauen Engel steht für nachhaltiges Handeln: Im Vergleich zu Frischfaserpapier spart die Herstellung mindestens 60 Prozent Wasser und Energie und verursacht deutlich weniger CO2-Emissionen. In Karlsruhe wurden so im vergangenen Jahr mehr als 7,2 Millionen Liter Wasser und über 1,5 Millionen Kilowattstunden Energie eingespart.

Neben dem Städtewettbewerb wird der Papieratlas seit 2016 für Hochschulen und seit 2018 auch für Landkreise durchgeführt. Die diesjährigen Auszeichnungen gingen an die Technische Universität Kaiserslautern sowie die Kreise Höxter und Ahrweiler.

zum Bild oben:
Aus der Hand von Ministerin Svenja Schulze erhielt Karlsruhes Umweltdezernentin Bettina Lisbach die Auszeichnung als "Aufsteiger des Jahres" im Papieratlas-Städtewettbewerb der Initiative Pro Recyclingpapier / Foto: Kirsch

Mehr




Verschiedenes 

NABU: Abwärtstrend bei Feld- und Wiesenvögeln hält an

Miller: Kiebitz, Braunkehlchen und Rebhuhn leiden besonders unter EU-Agrarpolitik

Berlin – Der NABU sieht sich angesichts des anhaltenden Abwärtstrends bei Feld- und Wiesenvögeln in seinen Forderungen nach einer umweltverträglicheren EU-Agrarpolitik bestätigt. Besonders bodenbrütende Vogelarten und Insektenfresser nehmen in ihren Beständen ab, wie aus einem Bericht der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft (DO-G) und damit wichtigsten deutschen Wissenschaftsverbandes der Ornithologie hervorgeht, der heute veröffentlicht wird. Wie deren Fachgruppe „Vögel der Agrarlandschaft“ ermittelt hat, ist die Zahl der abnehmenden und stark abnehmenden Arten von 55 Prozent auf 68 Prozent gestiegen. Dies lasse eine weitere Verschlechterung der Bestandssituation der Agrarvogelarten erkennen, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Papier „Erfordernisse zum Erhalt unserer Agrarvögel“ der 120 Fachleute aus Wissenschaft und Praxis. Dem Bericht liegt eine Gegenüberstellung der Kurzzeittrends der nationalen Vogelschutzberichte 2013 und 2019 zugrunde.

„Kiebitz, Braunkehlchen und Rebhuhn leiden massiv unter der EU-Agrarpolitik. Es sind nicht die einzelnen Landwirtinnen und Landwirte, sondern die aktuelle Agrarpolitik und das Festhalten der Agrarlobby an überholten Strukturen, was unsere Feldvögel an existenzielle Grenzen bringt“, sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Darum seien entsprechende Maßnahmen und eine ausreichende Finanzierung notwendig, damit Natur und Landwirtschaft profitieren. Der NABU fordert eine Zweckbindung der EU-Agrargelder. Davon sollten mindestens 15 Milliarden Euro EU-weit jährlich für die Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen in der Landwirtschaft fließen. Gleichzeitig sollten biodiversitätsfördernde Maßnahmen auf zehn Prozent der Fläche in jedem Betrieb stattfinden.

Die Ornithologen sprechen sich für eine Weiterentwicklung der Gemeinsamen Agrarpolitik ab 2021 aus, mit deutlich weniger Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln, einer Förderung des Ökolandbaus sowie strukturreichen Landschaften mit Hecken, Feldwegen, Brachen und mehr Dauergrünland. Damit stützen sie die vehementen Forderungen des NABU.

Als wesentliche Ursache für die Bestandsrückgänge sehen die Fachleute die fortschreitende Intensivierung der Landwirtschaft, insbesondere durch Pestizideinsatz, starke Düngung, den Verlust von Landschaftselementen wie Ackerbrachen, die Einengung der Fruchtfolgen, z.B. durch den vermehrten Maisanbau für Biogasanlagen, Eutrophierung und Verlust von ökologisch wertvollem Dauergrünland. Auch das mit der aktuellen EU-Agrarförderperiode eingeführte so genannte „Greening“ habe wegen des zu geringen Flächenansatzes und der Anrechenbarkeit von wenig wirksamen Maßnahmentypen nicht zur Verbesserung der Bestandssituation der Agrarvögel beigetragen.

Auch mit Blick auf die aktuellen landwirtschaftlichen Proteste gegen mehr Auflagen für Natur-, Wasser- und Klimaschutz in der Landwirtschaft fordert der NABU Politik und Bauernverband auf, Vorschläge zur Lösung der Krise zu machen und sich mit den seit langem vorliegenden Vorschlägen von Umweltverbänden und alternativen Landwirtschaftsverbänden konstruktiv auseinanderzusetzen statt sie pauschal von der Hand zu weisen.

„Wir wollen, dass sich die Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen für die Landwirtinnen und Landwirte lohnt. Leider ist es der Politik seit Jahrzehnten nicht gelungen, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, stattdessen werden Fördergelder per Gießkanne verteilt“, so Miller. In den Bauernprotesten zeige sich, wie kaputt das derzeitige Fördersystem ist – ein Grund mehr, endlich eine neue Agrarpolitik auf den Weg zu bringen, die die Existenz von Betrieben und den Schutz der Natur sichere, statt den Profit von Agrarkonzernen.

Angesichts der erneut belegten dramatischen Entwicklung der Feld- und Wiesenvögel und der Proteste von Landwirtinnen und Landwirten und Naturschützerinnen und Naturschützer in Europa ist es aus NABU-Sicht umso unverständlicher, dass die EU-Agrarministerinnen und Agrarminister und die Agrarlobby bei den aktuellen Verhandlungen in Brüssel eher das Gegenteil tun: Statt mehr Naturschutz zuzulassen, wollen sie derzeit Umweltstandards aushöhlen und die ineffizienten Direktzahlungen zementieren.

Mehr




Verschiedenes 

Biodiversitäts- und Gewässerschutz brauchen Rechtssicherheit

Berlin, 21. Oktober 2019 - Die Umweltverbände NABU, BUND, DNR und PAN fordern die Bundesregierung auf, eine rechtssichere Klärung von Zulassungsauflagen zum Schutz der biologischen Vielfalt und des Grundwassers bei der Auslegung von EU-Recht zu ermöglichen.

Die Verbände verweisen auf den Beschluss der Bundesregierung im Koalitionsvertrag, den Einsatz glyphosathaltiger Pestizide mit einer systematischen Minderungsstrategie "deutlich und mit dem Ziel einzuschränken, die Anwendung so schnell wie möglich grundsätzlich zu beenden und die dafür notwendigen Maßnahmen in einem EU-rechtskonformen Rahmen zu verankern".

Dieses vereinbarte Ziel sehen die Verbände durch Urteile des Verwaltungsgerichtes Braunschweig mit Verweis auf fehlende methodische Verfahren in Frage gestellt. Daher sei eine weitere juristische Klärung unerlässlich, um die sowohl von der Bundesregierung als auch EU-weit beschlossene Prüfung und Berücksichtigung negativer Effekte von Pestiziden für Biologische Vielfalt und Gewässer rechtssicher umzusetzen.

"Wenn die Bundesregierung nicht riskieren will, dass ihre Versprechen und Beschlüsse Papiertiger und Gegenstand jahrelanger Rechtsstreitigkeiten werden, muss sie dafür sorgen, dass das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) bis 28. Oktober 2019 Revision gegen die Urteile einlegt", so die Verbände in ihrer Bewertung. Da das für die Fachbehörde zuständige Bundeslandwirtschaftsministerium das bisher ablehne und sich damit gegen die Forderung von Umweltbundesamt und Bundesumweltministerium stelle, sei das Kanzleramt in der Pflicht, umgehend eine Klärung am Kabinettstisch bzw. Weisung zu veranlassen.

Die Bundesregierung stehe, auch mit dem Beschluss des Aktionsprogrammes Insektenschutz, für eine Trendwende beim Schutz der Artenvielfalt im Wort. Dazu gehört, dass sie für die Vollzugsfähigkeit von Beschlüssen und eine Auslegung von EU-Recht im Sinne des politischen Willens der Gesetzgeber und für alle EU-Mitgliedstaaten sorgt. Wie wichtig dieses Thema den Bürgerinnen und Bürgern ist, zeigten die hohe Beteiligung an zahlreichen Initiativen wie die Volksbegehren zum Artenschutz oder die heute im Bundestag debattierte Petition Pestizidkontrolle der Aurelia-Stiftung.

Gemeinsame Pressemitteilung von Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Naturschutzbund Deutschlands (NABU), Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) und dem Pestizid Aktions-Netzwerkes (PAN)

Mehr




Veranstaltungen 

„Stunde der Wintervögel“ 2020

„Stunde der Wintervögel“ 2020
Amsel in Beerenstrauch (c) Mike Lane/fotolia

Deutschlands größte Vogelzählung startet wieder

Vom 10. bis 12. Januar 2020 findet zum zehnten Mal die bundesweite „Stunde der Wintervögel“ statt: Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und sein bayerischer Partner Landesbund für Vogelschutz (LBV) rufen Naturfreundinnen und Naturfreunde auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und dem NABU zu melden. Im Mittelpunkt der Aktion stehen vertraute und oft weit verbreitete Vogelarten des Siedlungsraums, wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen.

Die „Stunde der Wintervögel“ ist die größte wissenschaftliche Mitmachaktion Deutschlands, bei der möglichst viele Menschen gemeinsam große Datenmengen sammeln und so wichtige Hinweise zur Entwicklung der heimischen Vogelbestände geben. Die Langzeitstudie liefert Naturschützerinnen und Naturschützern eine Fülle wertvoller Informationen zum Schutz der Artenvielfalt. 2019 beteiligten sich an der Aktion mehr als 138.000 Menschen.

Die NAJU lädt bei der „Schulstunde der Wintervögel“ vom 6. bis 10. Januar 2020 alle kleinen Vogelfreundinnen und Vogelfreunde ein, im Park, auf dem Schulhof und im Garten eine Stunde lang Vögel zu zählen und mehr über sie zu erfahren. Welche Vögel kann ich im Winter beobachten und wie kommen sie über den Winter? Mit den Mitmachaktionen der NAJU lernen die Kinder die heimischen Wintervögel und ihre Besonderheiten kennen.

Ein Poster mit den häufigsten Wintervögeln, eine Zählkarte für Kinder sowie ein Vogel-Quiz können ab Dezember auf www.naju.de/sdw kostenlos heruntergeladen werden.

Meldeschluss für die „Stunde der Wintervögel“ 2020 ist der 20. Januar.

Mehr




Verschiedenes 

NABU-Kommentar zur Grundsteuerreform

Miller: Länder sollten Spielraum nutzen und eine Bodenwertsteuer einführen

Berlin, 18.10.2019 – Der NABU begrüßt, dass der Bundestag sich im Zuge der Grundsteuerreform entschieden hat, den Ländern bei der Gestaltung der Grundsteuer den Freiraum einzuräumen, eigene Wege zu gehen. Den heutigen Bundestagsbeschluss kommentiert NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller:

„Wir erwarten nun von den Ländern, sich mit der Bodenwertsteuer als Alternative zum mangelhaften Bundesmodell zu beschäftigen. Die vom Bund beschlossene Neuregelung ist unzulänglich, da es die bestehenden Probleme der Grundsteuer verstetigt und keine Anreize für kompaktere Städte schafft. Daher empfiehlt der NABU den Ländern die Bodenwertsteuer als rechtssichere, einfach umsetzbare und nachhaltigere Option. Eine Bodenwertsteuer schafft Anreize, innerörtliche bebauungsfähige Flächen zu nutzen und bremst den Flächenverbrauch am Stadtrand.

Die als Bestandteil der Reform mit verabschiedete „Grundsteuer C“, mit der Brachflächen höher besteuert werden sollen, ist ebenfalls keine Alternative zur Bodenwertsteuer, weil sie die Bodenspekulation nur punktuell bekämpft.

Der NABU kritisiert, dass der Bundestag bei der Gestaltung des Modells keine Verbändeanhörung durchgeführt hat und nicht auf die erhebliche Kritik an Verfassungskonformität und Umsetzbarkeit ihres Grundsteuermodells eingegangen ist.

Mehr






Seite 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25