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Verschiedenes 

Bundesumweltministerium fördert Freiburger Elektromobilität mit 6,3 Millionen €

Umstellung von vier VAG Buslinien

Die Umstellung der Busflotte der Freiburger Verkehrs AG (VAG) von Diesel- auf Elektroantrieb nimmt dank einer Förderzusage des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMU) im Rahmen des „Sofortprogramm Saubere Luft 2017 – 2020“ sehr stark an Fahrt auf: Voraussichtlich bis Frühjahr 2022 werden – neben den beiden dann schon vorhandenen Bussen mit Elektrobetrieb – 15 weitere im Fuhrpark der VAG zu finden sein. Gefördert wird dabei nicht nur die reine Fahrzeugbeschaffung. Das Programm bezieht sich ganz konkret auf die Umstellung von vier Buslinien auf Elektroantrieb. Deshalb werden nicht nur die Fahrzeuge, sondern auch die Infrastruktur gefördert.

Bei der Übergabe des Förderbescheides erklärte Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter den Sinn des Projektes: „Für Städte bieten Elektrobusse große Vorteile. Sie sind nicht nur effizient und verursachen keine klimaschädlichen CO2-Emissionen, sie stoßen auch keine Luftschadstoffe aus und sind deutlich leiser als Busse mit Dieselantrieb. Elektrobusse sorgen so auch für mehr Lebensqualität. Ich freue mich, dass wir den ÖPNV mit unserer Förderung deutlich attraktiver machen können.“

Für die Stadt Freiburg dankte Oberbürgermeister Martin Horn, der zugleich auch Aufsichtsratsvorsitzender der VAG ist: „Das ist ein guter Tag für klimafreundliche Mobilität in unserer Stadt. Ohne derartige Förderprogramme wäre eine so schnelle Umstellung von Diesel- auf Elektromobilität für unser Verkehrsunternehmen nicht darstellbar. Deshalb sind wir dem BMU sehr dankbar für dieses extrem sinnvolle Förderprogramm, das uns darin bestärkt den Weg hin zu menschen- und umweltverträglicher Mobilität weiter zu gehen. Wir freuen uns sehr über die 6,3 Millionen Euro Förderung.“

Auch VAG Vorstand Stephan Bartosch lobt das Förderprogramm: “Die Umstellung des Fuhrparks auf eine neue Technik ist immer mit hohen Investitionskosten verbunden. Dies betrifft nicht nur die Fahrzeuge, sondern auch die damit verbundenen Anpassungen der Infrastruktur. So benötigen E-Busse im Betriebshof und auch entlang der Strecke Ladeeinrichtungen. Dem trägt dieses Förderprogramm Rechnung und ist darauf geradezu maßgeschneidert. Es ist wirklich erfreulich, dass durch das BMU das Gesamtpaket gefördert wird.“

Das Förderprogramm umfasst die Beschaffung von fünf E- Solobussen und zehn E- Gelenkbusse mit Batteriespeichern und Stromabnehmer für die Streckenladung, vier Schnellladestationen innerhalb des Busnetzes sowie 16 Ladestationen im Betriebshof West der VAG.

Bartoschs Vorstandskollege Oliver Benz ist ebenfalls ganz angetan: „Für uns ist das das richtige Programm zur richtigen Zeit. Es gibt dem Systemwechsel vom Diesel- auf Elektroantrieb einen völlig neuen, unerwarteten Schub. Nahezu auf einen Schlag haben wir ein Viertel des Fuhrparks und der Infrastruktur umgestellt und können so in naher Zukunft leisere Verkehre anbieten, die mit zertifizierten Ökostrom fahren werden. “

Tatsächlich umfasst das geplante Gesamtpaket die notwendige Infrastruktur und die Fahrzeuge für die Ertüchtigung von weiteren vier Buslinien. Von den dabei entstehenden (förderfähigen) Kosten in Höhe von rund 9,7 Millionen Euro werden rund 6,3 Millionen durch das Programm des BMU gefördert.

Das weitere Vorgehen:

Die Ausschreibung von Infrastruktur und Fahrzeugen wird voraussichtlich im März / April 2020 erfolgen und die Bestellung dann Mitte 2020 folgen. Daneben erfolgt der Aufbau der Ladeinfrastruktur auf der Strecke und die Anpassungsarbeiten auf dem Betriebshof. Die Inbetriebnahme der E-Bus-Strecken ist zum 2. Quartal 2022 vorgesehen.

Die Elektrobusse werden dann fünf Solobusse mit Euro 3-Standard sowie zehn Gelenkbus mit Euro 5 EEV-Antrieben ersetzen.








Verschiedenes 

Klimapolitik paradox: EU-Staaten machen Bahn unattraktiver

Statement von vzbv-Vorstand Klaus Müller zur Neufassung der europäischen Bahngastrechte

Der EU-Ministerrat entscheidet am kommenden Montag über die Neufassung der europäischen Bahngastrechte. Die Pläne der EU-Staaten würde Bahnfahren für Verbraucher unattraktiver machen. Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), kommentiert:

„Das nennt man wohl paradoxe Politik: Die Bundesregierung will mit dem Klimapaket Bahnfahren günstiger machen. Gleichzeitig will sie über den EU-Ministerrat Fahrgastrechte abbauen. Denn der Beschluss der EU-Mitgliedsstaaten zur Neufassung der europäischen Bahngastrechte würde das bisherige Schutzniveau senken, zu Rechtsunsicherheit und zusätzlichen juristischen Auseinandersetzungen führen. Die Aufnahme einer „Höheren Gewalt“-Klausel sowie der Verzicht auf das verpflichtende Angebot von Durchgangsfahrkarten würden Bahnfahren riskanter und somit unattraktiver machen.

Dabei hatte das Europäische Parlament gute Vorschläge gemacht. Bahnkunden sollten nach Auffassung des vzbv bereits bei Verspätungen ab 30 Minuten einen Rechtsanspruch auf Entschädigungen bekommen und mehr Geld bei Verspätungen von mehr als einer Stunde. Dies wäre ein starker Anreiz für pünktlichere Züge gewesen. Umso wichtiger, dass das Parlament seine kundenfreundliche Position nun in den anstehenden Verhandlungen mit den Mitgliedsstaaten verteidigt.“





Verschiedenes 

Weltbodentag: Durch Bodengesundheit Zukunft unserer Ernährung sichern

Weltbodentag: Durch Bodengesundheit Zukunft unserer Ernährung sichern
Boden (c) SlowFood

Anlässlich des Weltbodentags am 5. Dezember fordert Slow Food Deutschland Politik, Wirtschaft, Erzeuger*innen und Verbraucher*innen auf, Boden als Lebensgrundlage zu achten: Politik, indem sie Boden rechtlich schützt; Erzeuger*innen, indem sie bodenerhaltend wirtschaften und Verbraucher*innen, indem sie guten Boden durch den Kauf guter Lebensmittel fördern. Aktuell führt u.a. das industrielle Lebensmittelsystem durch Überdüngung, zu hohem Pestizideinsatz und Monokulturen dazu, dass Böden ausgelaugt und geschädigt werden. Mit einem weiter so wie bisher gefährden wir unsere Ernährungsgrundlage Boden und damit die Zukunft unserer Ernährung.

Die Zukunft unserer Ernährung hängt von gesunden Böden ab. Boden ist die Grundlage der Landwirtschaft , denn weit über 90 Prozent aller Nahrungsmittel entstehen im, auf oder durch den Boden. Ihn zu schützen hat daher höchste Priorität, wenn wir die Ernährung für künftige Generationen sichern wollen, denn nur aus gesunden Böden werden künftig noch Lebensmittel hervorgehen. „Der Erhalt gesunder Böden durch eine zukunftsfähige Landwirtschaft und den Bodenschutz in allen Sektoren muss politisch höchste Priorität haben. Die Umsetzung eines bodenerhaltenden Lebensmittelsystems erfordert allerdings auch verantwortungsbewusste Verbraucher*innen, die bereit sind, einen höheren Preis für ökologisch erzeugte Lebensmittel zu zahlen. Ohne, dass alle Akteur*innen an einem Strang ziehen, ist der nötige Wandel nicht leistbar. Deshalb müssen Maßnahmen für den Bodenschutz von der Politik gefördert, von Erzeuger*innen umgesetzt und von Handel und Verbraucher*innen durch den Kauf und Vertrieb nachhaltiger Lebensmittel mitgetragen werden“, kommentierte Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland.

Den Boden zu schützen ist auch deshalb wichtig, weil die Bodengesundheit sich direkt auf die Pflanzengesundheit auswirkt. „Gesunder Boden ist die Basis für gesunde Pflanzen“, meint Franz Rösl, Gründer der Interessengemeinschaft gesunder Boden e. V., die eng mit Slow Food kooperiert. Er erklärt weiter: „Bekommt die Pflanze täglich Fast Food in Form ausgelaugter Böden, dann fehlen ihr mit der Zeit wichtige Bestandteile. Insbesondere die natürliche Zufuhr von Mikronährstoffen wird unterdrückt. Fehlen der Pflanze Nährstoffe und Spurenelemente in einem ausgewogenen Verhältnis, dann liefert die Pflanze zwar Energie, also Ertrag, aber darüber hinaus kann sie fast nichts leisten“. Bodenschutz ist also auch Pflanzenschutz, denn nur nährstoffreiche Böden bringen nährstoffreiche Lebensmittel hervor und stehen uns langfristig für die Lebensmittelproduktion zur Verfügung. Als förderungswürdig sieht Slow Food deshalb nur eine Lebensmittelproduktion, die den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf das Nötigste begrenzt, Überdüngung vermeidet und aktiven Bodenschutz betreibt zum Beispiel durch Fruchtfolgen und das Setzen auf Vielfalt auf dem Acker.

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Verschiedenes 

NABU zur Klimakonferenz

Bisherige Maßnahmen reichen nicht aus - Jetzt Weichen stellen für ambitionierten Klimaschutz

Krüger: Schlupflöcher für Emissionen im Pariser Klimaabkommen schließen

Berlin/Madrid - Am kommenden Montag, den 2. Dezember, beginnt unter chilenischem Vorsitz die 25. Weltklimakonferenz in Madrid. NABU und NAJU werden die Verhandlungen bis zum 13. Dezember vor Ort begleiten. Wichtigstes Ziel der Konferenz wird sein, das Regelwerk für die Handelsmechanismen des Pariser Klimaabkommens auszuarbeiten.

"Wir wissen schon seit Paris, dass die bisherigen Klimaschutzmaßnamen nicht ausreichen, um die Erderhitzung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Im Jahr 2020, wenn das Pariser Klimaschutzabkommen in Kraft tritt, müssen alle Staaten dringend ihre Klimaschutzambitionen steigern - und dafür bei der COP 25 die Weichen stellen", so NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger.

Die Handelsmechanismen im Kyoto-Protokoll hätten gezeigt, dass man viel falsch machen könne, so der NABU. "Es wurden viele Treibhausgaszertifikate gehandelt, die keinen Nutzen für den Klimaschutz hatten. Das muss im Paris Agreement besser werden. Die Regeln dazu müssen undurchlässig, die Bilanzierung so ausgestaltet sein, dass Schlupflöcher für Emissionen geschlossen sind", so Krüger.

Um den Druck auf die deutsche Delegation zu erhöhen, ruft der NABU kurz vor dem Auftakt der Klimakonferenz gemeinsam mit Fridays for Future und vielen Umwelt- und Sozialverbänden zum globalen Klimastreik am 29.11. in vielen Deutschen Städten auf. "Die Bundesregierung hat den Ernst der Lage noch nicht verstanden. Die Klimakrise lässt sich nicht mit einer höheren Pendlerpauschale und einem CO2-Preis von zehn Euro pro Tonne aufhalten. Es müssen möglichst viele Menschen dieser Regierung klar machen, wie wichtig es ist, das Klimapaket nachzubessern", sagte Sebastian Scholz, NABU-Klimaexperte. "Seine Glaubwürdigkeit ist das wichtigste Pfund, das Deutschland in der internationalen Klimadiplomatie hatte - die Bundesregierung ist drauf und dran, sie vollends zu verspielen", so Scholz.





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Gefahr rechtzeitig erkannt

Gefahr rechtzeitig erkannt
Foto: Stadt Freiburg

Pappelallee in der Oberau: Gefahrenprognose eines Baumes war zutreffend

Entlang der Oberau im Stadtteil Waldsee stehen 38 mächtige Pappeln, die für das Quartier stadtbildprägend sind. Die Bäume werden, wie alle anderen Bäume im Stadtgebiet auch, regelmäßig von qualifizierten Baumkontrolleuren auf ihre Verkehrssicherheit geprüft. Das Garten- und Tiefbauamt (GuT) war wegen des Zustandes der Baumriesen besorgt, weil bereits mehrfach große Grünäste abgebrochen sind und Sachschäden verursacht haben.

Jutta Herrmann-Burkart, stellvertretende Leiterin des Garten- und Tiefbauamtes, betont: „Die Stadt nimmt ihre Verantwortung in Bezug auf die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger im öffentlichen Raum sehr ernst. In diesem Fall haben wir kurzfristig einen Gutachter beauftragt, der die Bruchgefährdung und die Standsicherheit der alten Pappeln feststellen sollte.“

Nach einer ersten Einschätzung des beauftragten Gutachters standen mehrere notwendige Baumfällungen im Raum. Um jedoch eine fundierte Aussage über das von den Pappeln ausgehende Gefahrenpotential zu erhalten, hat das GuT eine vertiefte Untersuchung über den Zustand der Bäume und eine Gefahrenbewertung beauftragt. Dazu ist ein Spezialgerät, das mittels Schallwellen einen Einblick in das nicht sichtbare Innere des Baumes erlaubt, ein sogenannter Schalltomograph, notwendig. Das erfreuliche Ergebnis des Gutachtens war, dass lediglich ein Baum bruchgefährdet ist und deshalb gefällt werden sollte. Die potentielle Gefahr der übrigen Pappeln kann durch umfangreiche Schnittmaßnahmen beseitigt werden. Damit bestätigte der Gutachter die Einschätzung der Stadtverwaltung, die sich aus den regelmäßigen Baumkontrollen ergab.

Die mit den notwendigen Baumpflegearbeiten beauftragte Fachfirma hat die als gefährlich eingestufte Pappel am 7. November gefällt. Dabei hat sich die Gefahrenprognose von Stadtverwaltung und Gutachter bestätigt: Der gefällte Baum war, wie das Bild in der Anlage eindrücklich zeigt, innen vollständig hohl und so war die Standfestigkeit nicht mehr gegeben. Durch die Fällung wurde die Gefahr für die Bürgerinnen und Bürger rechtzeitig beseitigt.

Die Stadt Freiburg hat die Pflicht dafür zu sorgen, dass der öffentliche Raum im Rahmen des Möglichen und Zumutbaren sicher zu benutzen ist und Schäden vermieden werden. Dies fällt unter die sogenannte Verkehrssicherungspflicht. Um die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten, kann dies auch die Fällung von einzelnen Bäumen bedeuten.





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Karlsruhe: Austausch in Paris zum Thema Mobilität

OB Mentrup zieht positive Bilanz der zweitägigen Reise

Ein rundum positives Fazit vom Austausch mit führenden französischen Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zu Künstlicher Intelligenz und modernen Mobilitätslösungen zog auch Dr. Frank Mentrup. Der Karlsruher Oberbürgermeister gehörte als einziges Stadtoberhaupt der etwa 50-köpfigen Delegation aus Landespolitik, Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen an, die unter Leitung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann in der vergangenen Woche in Paris mit hochkarätigen Gesprächspartnern wie Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire oder Elisabeth Borne, Ministerin für Umwelt und Verkehr, neben der Digitalisierung auch die grenzüberschreitenden Schienenverbindungen thematisierte.

Für Mentrup war dabei "ein wichtiges Signal", der französischen Regierung erneut die grenzüberschreitende Bahnstrecke Rastatt-Haguenau als "Verbindung von überregionaler Bedeutung" zu verdeutlichen, deren Reaktivierung der Eurodistrikt PAMINA, das Land Baden-Württemberg und die Region Grand-Est vorantreiben wollen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Reise lag auf intelligenter Verkehrssteuerung im städtischen Ballungsraum. Einen Einblick darin, wie die Megastadt Paris die Wende zu nachhaltiger Mobilität angeht, erhielten Verkehrsminister Winfried Hermann und Mitglieder der Delegation bei einer Radtour entlang des Boulevard de Sébastopol. Sie erfuhren dabei auch, dass der Verbannung von Autos aus einigen Straßenzügen eine intensive Diskussion und Vorbereitung von bis zu 15 Jahren vorausging. In Sachen Luftreinhaltung kann sich der OB eine ganz praktische Kooperation deutscher und französischer Städte vorstellen. Mentrup: "Wir könnten Einfahrtsverbote in die Stadtzentren vereinheitlichen und Umweltplaketten gegenseitig anerkennen".





Verschiedenes 

Zoo Karlsruhe: Eisbärin Nika gestorben

Zoo Karlsruhe: Eisbärin Nika gestorben
Eisbärin Nika / Foto: Timo Deible/Zoo Karlsruhe

Behandlungen haben nicht angeschlagen: 19-jährige Bärin im Zoo Karlsruhe eingeschläfert

Karlsruhe, 26.11.19; Die 19 Jahre alte Eisbärin Nika ist heute im Zoo Karlsruhe gestorben. Nachdem sie bereits über einen längeren Zeitraum eine Gelenkveränderung am rechten Hinterfuß mit einer offenen Wunde darüber hatte, wurde sie Anfang Oktober nochmals in Narkose von mehreren spezialisierten Veterinären untersucht. "Wir haben versucht, mit verschiedenen Behandlungsmethoden eine Besserung herbeizuführen", berichtet Zootierärztin Julia Heckmann. Dies habe jedoch nicht zum Erfolg geführt, die Situation habe sich durch eine Wundinfektion seitdem sogar verschlechtert.

Am frühen Morgen wurde Nika erneut in Narkose gelegt. Auch diese Untersuchung bestätigte die schlechten Aussichten für das Tier. "Eisbären lassen sich im Gegensatz zum Menschen Schmerz nicht direkt anmerken. Wir haben deshalb entsprechende Medikamente gegeben, um das Tier während der Behandlungsphase weitestgehend schmerzfrei zu halten. Wir hatten am Ende alle Optionen ausgeschöpft", so Heckmann. "Jetzt mussten wir uns dafür entscheiden, das Tier einzuschläfern, da es auf Dauer stark gelitten hätte", erklärt Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt, der die endgültige Entscheidung gemeinsam mit den Veterinären und dem Revierleiter gefällt hat.

Nika hatte sich an der Haut über der Gelenkveränderung in der Vergangenheit durch Kratzen und Reiben offene Stellen zugefügt, die sich nicht mehr geschlossen hatten. Die Tierpfleger rund um Revierleiter Moritz Ehlers haben bereits seit längerer Zeit ein Medical Training mit den Eisbären Nika und Kap einstudiert, so waren die täglichen Behandlungen am Hinterfuß überhaupt erst möglich geworden. "Dass es Nika nichts geholfen hat, schmerzt uns sehr. Aber niemand wollte das Tier leiden sehen. Das Einschläfern war somit unumgänglich. Für uns als Tierpfleger, die täglich mit ihr zusammen waren, ist es dennoch sehr hart", erklärt Ehlers. Nika wurde im Jahr 2000 im Tiergarten Schönbrunn in Wien geboren und lebte seit 2002 in Karlsruhe.

zum Bild oben:
Eisbärin Nika hatte eine Gelenkveränderung mit einer offenen Wunde. Nachdem verschiedene Behandlungen nicht angeschlagen hatten, wurde sie heute eingeschläfert, um sie nicht leiden zu lassen / Foto: Timo Deible/Zoo Karlsruhe





Veranstaltungen 

"Minga" - Gemeinsam für den Wald in Karlsruhe

Mitmachaktion zum Umpflanzen junger Eichensämlinge im Oberwald

Das Forstamt veranstaltet mit Unterstützung der Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur (KEK) und des Umweltamtes am Samstag, 7. Dezember, von 10 bis 13 Uhr eine Mitmachaktion für die Bevölkerung im Stadtwald. Unter Anleitung des Forstamtes werden einjährige Eichensämlinge alter Eichen so verpflanzt, dass sie an lichten Waldorten weiter wachsen können. Die Aktion ist ein Baustein im Korridorthema "Grüne Stadt" und verfolgt das Ziel des Waldumbaus für klimastabilere Wälder.

Treffpunkt für die Freiwilligen ist am Holderweg direkt beim Oberwaldsee. Erreichbar ist er von Osten über die Edgar-Heller-Straße (Buslinien 42, 44; Haltestelle "Tiefbauamt") oder zu Fuß beziehungsweise mit dem Fahrrad von Westen über den Holderweg. Parkplätze gibt es am Waldeingang kurz vor dem Oberwaldsee in begrenztem Umfang vorhanden.

Nach der Begrüßung durch Bürgermeisterin und Forstdezernentin Bettina Lisbach werden mehrere Gruppen gebildet, die entweder Sämlinge sorgfältig ausgraben, transportieren oder einpflanzen. Angeleitet werden die helfenden Hände durch Mitarbeitende des Forstamtes.

Da die Mitmachaktion eine intensive fachliche Betreuung erfordert, ist die Zahl der Teilnehmenden auf 100 Personen beschränkt. Anmeldungen sind unter dem Stichwort "Mitmachaktion Eiche" mit Angabe der teilnehmenden Personenzahl ist per E-Mail an forstamt@karlsruhe.de möglich. Es gilt der Eingang der Meldung. Festes Schuhwerk, wetterfeste Kleidung und Arbeitshandschuhe müssen mitgebracht werden, Werkzeug wird gestellt. Bei frostigen Temperaturen oder extrem schlechtem Wetter muss die Aktion kurzfristig abgesagt werden. Information gibt es für diesen Fall unter der Telefonnummer 0721 1337353. Für das kommende Frühjahr sind weitere Pflanzaktionen im Wald geplant.

Bäume als Zeichen einer gelebten Klimapartnerschaft

Parallel zur Aktion im Oberwald läuft im Rahmen der Klimapartnerschaft der Stadt Karlsruhe und der KEK eine Baumpflanzaktion in der Gemeinde San Miguel de los Bancos in Ecuador. Aus dieser Partnerschaft leitet sich auch der Begriff "Minga" ab. Das Wort aus der Quechua-Sprache steht für kommunale Gemeinschaftsaktionen im Kulturraum der Anden, also auch in Ecuador. Dort pflanzt die KEK gemeinsam mit dem Umweltbildungszentrum Mindo Lindo und der Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe auf rund 30 Hektar ehemaligem Weideland über 40 heimische Baumarten. Ziel ist es, das klimaschädliche CO2 zu binden und gleichzeitig ein bleibendes Schutzgebiet für bedrohte Arten zu schaffen. Weitere Informationen finden sich unter www.karlsruher-klimafonds.de.

Hintergründe der Aktion

Im Jahr 2018 hatten die Eichen in unseren Wäldern eine sogenannte "Vollmast", sie trugen also überdurchschnittlich viele Früchte (Eicheln). Die Bezeichnung stammt aus einer Zeit, als Schweine zum Fressen in die Wälder getrieben und dort "gemästet" wurden. Wenn es so viele Eicheln wie im vergangenen Jahr gab, konnten sich die Schweine mit den extrem nahrhaften Eicheln so richtig satt fressen. Aufgrund der Schweineweide wurde die Eiche schon vor Jahrhunderten gepflanzt und gepflegt. Seitdem die Waldweide Geschichte ist, fressen nur noch Wildschweine, Eichelhäher oder Eichhörnchen die Eicheln. Viele bleiben jedoch liegen und aus den Samen entwickeln sich im Folgejahr Unmengen junger Eichen unter den Baumkronen der Alteichen. Unter deren dichtem Blattwerk bekommen sie aber zu wenig Licht, um dauerhaft überleben zu können. In der Natur bekommen die Nachkommen nur eine Chance, wenn der Samenbaum ausfällt oder entfernt wird.

Im Stadtwald dürfen die alten Eichen als zentrale Elemente des Ökosystems Wald stehen bleiben. Um ihr, für den zukünftigen Wald wichtiges, genetisches Potenzial trotzdem nutzen zu können, müssen die Eichensämlinge an lichtere Orte im Wald umgezogen werden. Dort haben sie die Chance, zu wachsen und Teil des Zukunftswaldes zu werden.

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