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Verschiedenes 

Arche des Geschmacks

Erfolg für die biokulturelle Vielfalt in Deutschland

Unter dem Motto „Essen, was man retten will!“ bewahrt die Arche des Geschmacks von Slow Food bundesweit Lebensmittel, Nutztierrassen, Gemüse- und Obstsorten vor dem Vergessen. Und das mit Erfolg: Einige Passagiere sind längst nicht mehr so bedroht, wie sie es zum Zeitpunkt ihrer Aufnahme in die Arche waren. Sie haben sich am Markt etabliert. Dabei unterstützen starke Netzwerke und Menschen vor Ort, die für sie Markenkern und Vertrieb aufbauen. Ebenso Verbraucherinnen und Verbraucher, die Regionalität außerhalb konventioneller Supermärkte und Gastronomie leben und erfahren möchten.

Was haben Alblinse, das Bamberger Hörnla und die Nordhessische Ahle Wurscht gemeinsam? Alle wurden in den ersten Jahren des Bestehens der Arche des Geschmacks in Deutschland, zwischen 2004 und 2007, als Passagiere aufgenommen. Als solche zeichnen sie sich durch individuelle Geschmäcker, Aromen, Farben und Formen aus, die sie Landschaft, Natur und dem Wissen der Menschen einer Region verdanken. Und sie sind Mutmacher wenn es darum geht, kaum mehr verbreitete Erzeugnisse wieder am Markt zu etablieren. Wie das gelingt? Vor allem durch Netzwerke, bestehend aus Produzentinnen und Produzenten, Slow-Food-Aktiven, Gastronomen sowie Verantwortlichen aus Tourismus- und Regionalförderung. Sie sind oft die Initiatorinnen und Initiatoren, um Fördervereine wie dem der Ahle Wurscht und des Bamberger Hörnla sowie Erzeugergemeinschaften wie die der Alb-Leisa zu gründen. Sie stärken das Selbstbewusstsein der Erzeugerinnen und Erzeuger, entwickeln Qualitätsstandards für die Produktion und die Vermarktung der Passagiere und setzen angemessene Preise am Markt durch. Sie kümmern sich darum, dass die Menschen von ihnen erfahren - in den Medien, auf Speisekarten, auf Märkten, in (Hof)Läden und in Onlineshops.

Dazu Gerhard Schneider-Rose, Leiter der Arche-Kommission bei Slow Food Deutschland: „Es ist ganz klar der Geduld und Leidenschaft dieser Menschen zu verdanken, dass Nutztiere, Pflanzen und Lebensmittel, die eine herausragende Rolle für die regionale Identität spielen, überleben und das mit einem messbaren Erfolg wie bei der Ahle Wurscht. Zwischen 2010 und 2018 konnte ihre Produktion um 31 Prozent gesteigert werden. Und die Hersteller, die Mitglied im Förderverein sind, haben sich auf einen Mindestpreis von 30 Euro beim Verkauf des zertifizierten Qualitätsprodukts an Verbraucher geeinigt. In konventionellen Supermärkten hingegen wird fragwürdige Ware unter dem Namen Ahle Wurscht für 18 Euro pro Kilo angeboten“.

Lutz Mammel von dem Unternehmen Lauteracher Alb-Feld-Früchte, das den Passagier Alblinse verarbeitet und vermarktet, sieht in der Arche einen wichtigen Werbeeffekt und freut sich sogar über wachsende „Konkurrenz“ am Markt: „Immer mehr Bauern, nicht nur in Schwaben interessieren sich wieder für den Linsenanbau. Im Interesse der Nahrungsmittelvielfalt und der nachhaltigen Bodenbewirtschaftung ist es schön, dass wir Nachahmer gefunden haben“. Vernetzung und ehrenamtliche Unterstützung allein aber reichen nicht, um Sorten- und Rassevielfalt zu erhalten. Slow Food fordert deshalb, dass auch die Politik dazu beiträgt, ihre Marktchancen zu verbessern. Für Weidehaltung, Streuobstanbau und andere Maßnahmen zum Erhaltung genetischer Vielfalt auf Äckern und in Gärten müssen Förderprogramme aufgelegt und EU-Agrarmittel so umgeschichtet werden, dass der besondere Aufwand rentabel wird.








Veranstaltungen 

Vorderhaus zum "Fridays for Future 20.09.2019"

Vorderhaus zum "Fridays for Future 20.09.2019"

Liebes Publikum,

am 20. September wird weltweit für den Klimaschutz demonstriert, und natürlich sind wir vom Vorderhaus und der FABRIK mit allen unseren Betrieben und Gruppen mit dabei. Die meisten Einrichtungen haben tagsüber ganz geschlossen, einige werden mit einer Notbesetzung arbeiten.

Geplant haben wir, dass möglichst viele Menschen aus der FABRIK sich an diesem Freitagmorgen um 8:30 Uhr im Vorderhof der FABRIK sammeln, um dann gemeinsam gegen 9:00 Uhr von hier aus entlang der Habsburgerstraße in die Innenstadt zu marschieren. Um 9:30 Uhr stößt dann am Siegesdenkmal unsere Kindertagesstätte mit Erziehern, Eltern und Kindern dazu (die Kita nimmt bis dorthin die Straßenbahn). Begleitet und animiert wird unser Zug in die Innenstadt von den Musikern der Freiburger Funky Marching Band.

Wir würden uns sehr freuen, wenn sich einige von Ihnen/Euch unserem Marsch in die Innenstadt anschließen oder wir Sie/Euch andernfalls in der Stadt treffen werden.

In der Zuversicht auf eine rappelvolle Innenstadt und mit besten Grüßen

Hausbüro der FABRIK, Kulturbüro Vorderhaus

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Verschiedenes 

NABU veröffentlicht neue Studie zur Müllverbrennung

NABU veröffentlicht neue Studie zur Müllverbrennung

Miller: Bis 2030 können viele Müllverbrennungsanlagen abgeschaltet werden - Potenzial beim Recycling nutzen

Berlin, 11-9.2019 – Deutschland verbrennt zu viele Abfälle, die eigentlich gut recycelt werden könnten. Das sind die Erkenntnisse einer neuen Studie des Öko-Instituts und Alwast Consulting im Auftrag des NABU, die am heutigen Mittwochabend in Berlin vorgestellt wird.

Würden wir unsere Abfallgesetze vollständig umsetzen, Müll konsequent trennen und geltende Recyclingquoten einhalten, müssten wir anstatt aktuell über 26 Millionen Tonnen nur noch 21 Millionen Tonnen Abfälle jährlich verbrennen. Von einem Entsorgungsnotstand, von dem aktuell häufig zu hören ist, wäre dann keine Rede mehr. Über ein Fünftel der derzeitigen Verbrennungskapazitäten deutscher Müllöfen könnte so reduziert werden. Im ehrgeizigsten Szenario der Studie sinken die Abfälle zur Verbrennung sogar um mehr als ein Drittel auf 17 Millionen Tonnen. Die Kreislaufwirtschaft kann somit ihren Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz leisten, wenn die Müllverbrennung eine kleinere Rolle spielt als bisher. Vor allem wird immer noch zu viel Bioabfall verbrannt, statt diesen für die Strom- und Wärmegewinnung zu nutzen.

„In Deutschland haben wir ein riesiges ungenutztes Recyclingpotenzial, das wir ohne gravierende Gesetzesänderungen heben könnten. Dafür brauchen wir aber mehr Kommunen, welche die Biotonne für alle Haushalte einführen und mehr Kreise, die den Gewerbetreibenden bei der Mülltrennung genauer auf die Finger schauen. Außerdem darf die Verbrennung von Plastikabfällen, also von fossilen Energieträgern, nicht länger steuerfrei bleiben. Das sollte auch im geplanten Klimaschutzgesetz festgeschrieben werden“, sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Gäbe es eine flächendeckende Biotonne in Deutschland, könnten fast vier Millionen Tonnen des Bio- und Grünguts zu Biogas vergärt und zu Kompost verwandelt werden, statt in den Verbrennungsöfen zu landen. Ähnliches gilt für Verpackungsabfälle: Wenn die Recyclingvorgaben des Verpackungsgesetzes eingehalten würden, könnten eine Viertelmillion Tonnen Verpackungsabfälle als Recyclingmaterial ein zweites Leben erhalten. Mit einer flächendeckenden Wertstofftonne, in der neben Verpackungen auch Produkte aus Kunststoffen und Metallen gesammelt werden, würden knapp eine Millionen Tonnen Verpackungen in das Recycling geschleust statt in Verbrennungsanlagen. So ließen sich über 3,3 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr einsparen. Bei Gewerbeabfällen gibt es gesetzliche Vorgaben für mehr Recycling, die jedoch aufgrund fehlender Kontrollen der Gewerbetreibenden und Behandlungsanlagen nicht eingehalten werden. Durch Umsetzung der Gewerbeabfallverordnung könnte man somit weitere 1,7 Millionen Tonnen Abfälle jährlich der Verbrennung entziehen und 3,5 Millionen Tonnen CO2 einsparen.

Die Studie zeigt außerdem, dass 49 der 66 Müllverbrennungsanlagen in Deutschland bis zum Jahr 2030 modernisiert werden müssen. Diese Modernisierungen, die aufgrund von Materialverschleiß etwa alle 25 Jahre erfolgen müssen, betreffen über 60 Prozent der heutigen Gesamtkapazitäten. Anstatt Hunderte von Millionen Euro in die Sanierung alter Anlagen zu stecken, sollten Bund, Länder, Städte, Kreise und Betreiber auf bessere Getrenntsammlung setzen und gemeinsame Konzepte für den räumlich sinnvollen Rückbau der Verbrennungsanlagen erarbeiten. „Das Geld wäre viel besser aufgehoben, würde man es in eine effektive Entsorgungsinfrastruktur mit mehr Sortierung und Recycling, mehr Abfallberatung und Maßnahmen zur generellen Reduzierung unserer Müllmengen stecken,“ so NABU-Abfallexperte Michael Jedelhauser.

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Verschiedenes 

NABU trägt die Ostsee symbolisch zu Grabe

Protestaktion gegen den Fehmarnbelttunnel / Miller: Bauvorhaben könnte Sargnagel für Ostsee werden

Neumünster/Berlin, 11.9.2019 – Zum Auftakt der Baumesse Nord-Bau im schleswig-holsteinischen Neumünster, bei der in diesem Jahr die feste Fehmarnbeltquerung im Mittelpunkt steht, hat der NABU heute mit einer Protestaktion vor dem Messegelände symbolisch die Ostsee zu Grabe getragen. Während Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz auf der Messeeröffnung die angeblichen Chancen von Europas größtem und teuerstem Infrastrukturprojekt für die regionale Bauwirtschaft pries, verwies die Protestaktion des NABU auf die erheblichen ökologischen Risiken durch die jahrelange Bautätigkeit. Die „feierliche Zeremonie“ am offenen Sarg sollte symbolisieren, dass der Bau der festen Fehmarnbeltquerung zum Sargnagel für das ohnehin schon sehr beanspruchte Ökosystem werden könnte.

„Viele Bereiche der Ostsee sind durch Überdüngung, Fischerei, Bau von Windparken und Pipelines stark beeinträchtigt. Der Meeresboden ist durchpflügt, Seegraswiesen gehen zurück. Schweinswale und Fische leiden unter Klimakrise und Lärm. Der schlechte Zustand des Meeres ist seit langem bekannt und wissenschaftlich bewiesen“, so Leif Miller, NABU-Bundesgeschäftsführer. „Es wird Zeit zu handeln und das Vorhaben feste Fehmarnbeltquerung endlich zu begraben.“

Das Projekt ist nach Einschätzung des NABU ohnehin überflüssig. Ein Verkehrsgutachten der Hamburger Verkehrsexperten von Hanseatic Transport Consultancy HTC hatte kürzlich nachgewiesen, dass sich die ursprünglichen Annahmen für die Fehmarnbeltquerung durch diverse Faktoren seit Planungsbeginn fundamental verändert haben. „Es gibt schlichtweg keinen Bedarf für ein Vorhaben dieser Größenordnung. Die Planung zur Fehmarnbeltquerung ist von vorgestern. Die zu erwartenden negativen ökologischen und finanziellen Auswirkungen eines so gigantischen Projektes würden jedoch die Generationen von morgen zu tragen haben“, sagt Malte Siegert, NABU-Fehmarnbeltexperte. Es sei politisch unverantwortlich, angesichts der Diskussion um Klimakrise und Artensterben derartige Vorhaben nicht umgehend auf den Prüfstand zu stellen.

Im Zuge seiner Klagebegründung gegen den Planfeststellungsbeschluss zum Bau der Fehmarnbeltquerung hatte der NABU zudem eklatante Versäumnisse des Vorhabenträgers nachgewiesen. Artenreiche Riffe entlang der Trasse wurden übersehen oder ignoriert – ein Verstoß gegen geltendes Recht. „Die von uns beauftragten Taucher wiesen dort streng geschützte Riffe nach, wo nach Aussage der dänischen Bau- und Betreibergesellschaft Femern A/S angeblich außer Schlick und Sand nichts Schützenswertes zu finden ist. Ohne unsere Überprüfung wären diese fehlerhaften Untersuchungen niemandem aufgefallen“, erläutert Dr. Kim Detloff, Leiter Meeresschutz beim NABU Bundesverband. Unter diesen Umständen müsse der drohende Umweltschaden durch das geplante Vorhaben neu bewertet werden.

Nach Einschätzung des NABU ist es eine gefährliche und fragwürdige Praxis, dass Vorhabenträger ihre Gutachten selbst beauftragen und in unterschiedlicher Form Einfluss auf die Ergebnisse nehmen können.

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Verschiedenes 

NABU-Kommentar zur Vorstellung der neuen EU-Kommissare

Miller: Von der Leyens Team sendet Signal für grünen Aufbruch und muss jetzt Taten folgen lassen

Brüssel, 10.9.2019 – Die Vorstellung der zukünftigen EU-Kommissare durch die designierte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kommentiert NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller:

„Die Aufgaben und Zuständigkeitsbereiche der künftigen EU-Kommissare sind ein ermutigendes Signal, dass Ursula von der Leyen die ökologischen Herausforderungen erkannt hat. Der NABU hatte mit anderen Verbänden gefordert, dass die neue EU-Kommission ihre Struktur am Nachhaltigkeitsprinzip ausrichtet. Dies scheint angekommen zu sein.“ Positiv sei, dass der designierte litauische Umweltkommissar Virginijus Sinkevicius explizit damit beauftragt wird, die Biodiversität zu schützen und Überfischung zu beenden. „Außerdem erhält er ein klares Mandat, bestehendes EU-Umweltrecht zu vollziehen – genau der richtige Schritt, nachdem der NABU seit Jahren mit EU-Beschwerden auf Vollzugsmängel etwa bei den beiden wichtigen EU-Naturschutzrichtlinien, der Fauna-Flora-Habitat und Vogelschutzrichtlinie, hinweist.“

Der NABU begrüßt, dass der designierte Vize-Präsident Frans Timmermans echte Kompetenzen erhält. Timmermans soll neben dem Klimaschutz u.a. für die neuen Kommissare für Umwelt und Ozeane sowie für Landwirtschaft zuständig sein. Damit kann er sich von übergeordneter Stelle auch um die Artenkrise und eine Null-Schadstoffstrategie kümmern, auch im Bereich der Landnutzung.

Dem polnischen Agrarkommissar Janusz Wojciechowski schreibt von der Leyen immerhin ins Pflichtenheft, die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) mit Blick auf die Umwelt- und Klimaschutz-Ziele ambitioniert anzugehen. Der NABU erinnert nun den designierten Agrarkommissar daran, dass er in seiner früheren Rolle beim Europäischen Rechnungshof wissenschaftliche Berichte veröffentlicht hat, welche die vorliegenden GAP-Vorschläge von Kommissar Phil Hogan als unzureichend beim Umwelt- und Klimaschutz abtun. Jetzt hat Wojciechowski die Möglichkeit und Pflicht, diesen wissenschaftlichen Erkenntnissen Taten folgen zu lassen.

Miller: „Die neue EU-Kommission ist offenbar bereit, die ökologischen Herausforderungen unserer Erde ernst zu nehmen. Der NABU wird die weiteren Schritte wachsam verfolgen und ist bereit, Ursula von der Leyen und ihr Team bei der Erreichung wichtiger Umweltziele zu unterstützen.“

Äußerst kritisch sieht der NABU hingegen die Idee des „one in, one out“, wonach für jedes neue Gesetz ein bestehendes Gesetz aufgehoben werden soll. „Die Rettung unseres Planeten ist kein Nullsummenspiel. Gesetze müssen immer dann erlassen werden, wenn es wissenschaftlich erforderlich ist. Der NABU appelliert an die Abgeordneten des EU-Parlaments, dieser Idee in den nun anstehenden Anhörungen der Kommissare eine klare Absage zu erteilen.“

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NABU weist streng geschützte Riffe im Fehmarnbelt nach

NABU weist streng geschützte Riffe im Fehmarnbelt nach
Riffe im Fehmarnbelt (c) NABU/Submaris

Biotopkartierung vorgestellt / Miller: Fehmarnbelttunnel hat jetzt ein Problem mehr

Hamburg – Riffe statt Sandboden: Der NABU hat heute eigene Biotopkartierungen entlang der Trasse des geplanten Fehmarnbelttunnels in den schleswig-holsteinischen Küstengewässern vorgestellt. Diese waren zwingend nötig, weil sich in den Unterlagen und Gutachten des dänischen Vorhabenträgers Femern A/S Ungereimtheiten fanden, die der NABU überprüfen lassen wollte.

Die Ergebnisse der Tauchgänge sind so überraschend wie eindeutig. Obwohl der Meeresgrund laut Umweltverträglichkeitsstudie nur aus Schlick und Sand bestehen soll, zeigen die neuen Untersuchungen gut ausgeprägte und artenreiche Riffe. „Das sind streng geschützte Lebensräume, die im Verfahren nicht berücksichtigt wurden“, sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Was das für die Tunnelgenehmigung bedeutet, wird im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht zu klären sein. Fakt ist: Der Tunnel hat jetzt ein weiteres großes Problem.“

Neben dem fehlenden Bedarf und überholten Verkehrsprognosen kritisiert der NABU seit Jahren die zu erwartenden Umweltschäden durch den geplanten Absenktunnel. Dazu zählen Gefahren für Deutschlands einzigen heimischen Wal, den Schweinswal, für den hier ein Schutzgebiet ausgewiesen wurde, und auch Zerstörungen am Meeresboden durch den 60 Meter breiten, 20 Meter tiefen und 18 Kilometer langen Graben. „Wir haben es hier mit einem einzigartigen Lebensraum zu tun: Große Findlinge und ausgedehnte Geröllfelder sind dicht mit bunten Schwämmen, buschartig verzweigten Moostierchen und Tang bewachsen. Es gibt hier eine Dichte an Plattfischen, die in der Ostsee ihres Gleichen sucht. Der ökologische Schaden im Fall eines Tunnelbaus muss neu bewertet werden“, so Dr. Kim Detloff, NABU-Leiter Meeresschutz.

Riffe sind durch das Bundesnaturschutzgesetz und die europäische FFH-Richtlinie streng geschützt. Deutschland und auch das Land Schleswig-Holstein haben bisher zu wenig für den Erhalt dieser Oasen der Meere getan. Auch deshalb hat die EU-Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren gegen die Bundesrepublik eröffnet. Die neuen Biotopkartierungen, die das renommierte Kieler Forschungstaucher-Unternehmen Submaris durchgeführt hat, sind Gegenstand der Klagebegründung des NABU gegen den Planfeststellungsbeschluss und liegen aktuell beim Bundesverwaltungsgericht. Die Leipziger Richter sind nun gefragt, die Vollständigkeit und Rechtmäßigkeit der Genehmigung zu überprüfen.

Die „verschwundenen Riffe“ haben einen seltsamen Beigeschmack, da Vorhabenträger alle maßgeblichen Umwelt-Gutachten selbst in Auftrag geben und entsprechend Einfluss auf Ergebnisberichte nehmen können. Deshalb setzt sich der NABU seit Jahren für eine Entkopplung ein. Ein weiteres Problem sind politisch protegierte Vorhaben. „Um bewusste oder unbewusste Täuschungen zu vermeiden, muss politische Einflussnahme auf Genehmigungsbehörden ausgeschlossen werden“, so Malte Siegert, Infrastrukturexperte des NABU.

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NABU zum Windgipfel: Klima- und Artenkrise gemeinsam lösen

Windindustrie muss Auswirkungen auf betroffene Arten ernst nehmen. NABU legt neuen Vorschlag zum Ausbau der Windenergie vor

Berlin, 5.9.19 – Klima- und Artenschutz dürfen nicht gegeneinander ausgespielt, sondern müssen gemeinsam angegangen werden. Das fordert der NABU anlässlich des heute von Wirtschaftsminister Altmaier einberufenen „Krisengesprächs" zur Windenergie und legt dafür einen entsprechenden Vorschlag vor. Vertreter der Länder, von Umweltverbänden, Anti-Windkraft-Bürgerinitiativen und der Windindustrie debattieren heute unter anderem den „Aktionsplan für mehr Genehmigungen von Windenergieanlagen“ vom Bundesverband WindEnergie (BWE). Aus Sicht des NABU verstoßen die im Aktionsplan enthaltenen Forderungen des BWE gegen europäisches Artenschutzrecht sowie gegen nationale höchstrichterliche Rechtsprechung. Dabei sei es möglich, das bestehende Artenschutzrecht im Genehmigungsverfahren so anzuwenden, dass bei garantiertem gleichzeitigem Schutz betroffener Arten die Windenergie weiter voran gebracht werden könne.

NABU Präsident Olaf Tschimpke: „Der Ausbau der Windenergie stellt für den Bestand speziell betroffener Vogel- und Fledermausarten eine echte Gefährdung dar. Die Windindustrie sollte den Artenschutz endlich ernst nehmen, statt zu versuchen, ihn auszuhebeln. Das absichtliche Gegeneinander-Ausspielen von Klimaschutz und Artenschutz im Papier des BWE ist politisch weder akzeptabel noch zielführend. Es gibt Wege, wie die Klima- und die Artenkrise gemeinsam gelöst werden können.“

Der Vorschlag des NABU, den Windenergieausbau bei gleichzeitigem Artenschutz zu beschleunigen, setzt an der bereits vorhandenen Möglichkeit der artenschutzrechtlichen Ausnahmegenehmigung an. Im Normalfall wird der Bau von Windenergieanlagen untersagt, wenn durch sie ein „signifikant erhöhtes Tötungsrisiko“ für betroffene Einzeltiere besteht, was in seiner kumulativen Wirkung den gesamten Bestand der Art gefährden kann. Nur im Rahmen einer Ausnahmegenehmigung ist es möglich, rechtlich von der Ebene des Individuums zu einer Betrachtung der gesamten betroffenen Population einer Art zu kommen. Der NABU schlägt nun vor, vermehrt solche Ausnahmegenehmigungen zu nutzen, jedoch nur wenn gleichzeitig für die betroffenen Arten spezielle Artenschutzprogramme umgesetzt werden und ein darin enthaltenes effektives Monitoring den andauernd guten Zustand der betroffenen Population bestätigt. In die Artenschutzprogramme sollten auch alle anderen Gefährdungsfaktoren wie zum Beispiel illegale Verfolgung oder die Intensivierung der Landwirtschaft miteinbezogen werden, damit der Populationszustand nicht durch die Windenergie verschlechtert werden kann.

Die Artenschutzprogramme sind von den zuständigen Behörden der relevanten Verwaltungsebenen aufzulegen, umzusetzen und zu finanzieren. Teile der Finanzierung können über Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen auch durch die Windenergie selber eingebracht werden. Durch den Vorschlag des NABU würde die Genehmigung von Windkraftanlagen in sensiblen Gebieten erleichtert, in einigen Fällen ist aber auch ein faktischer Ausbaustopp denkbar.

Tschimpke: „Mit unserem Vorschlag könnten mehr Windenergieanlagen gebaut werden, was nicht ausschließt, dass in einigen Fällen auch mehr Vögel zu Tode kommen können. Die Artenschutzprogramme stellen jedoch sicher, dass die windkraftsensiblen Arten in Deutschland insgesamt viel besser geschützt würden als bislang. So kommen wir sowohl im Klima- als auch im Artenschutz einen großen Schritt voran.“

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Veranstaltungen 

Karlsruhe: Staudenführung im Zoologischen Stadtgarten

Karlsruhe: Staudenführung im Zoologischen Stadtgarten
Foto: Zoo Karlsruhe/Timo Deible

Interessierte erhalten beim Rundagng am 15. September hilfreiche Tipps

Zu einer Führung zum Thema Stauden lädt das Gartenbauamt für Sonntag, 15. September, um 10.30 Uhr in den Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe ein. Dabei wird an den verschiedenen Standorten im Park allerlei Nützliches und Praktisches zum Umgang mit dauerhaften Staudenpflanzungen erklärt.

Wichtige Punkte im Stadtgarten sind dabei etwa der "Waldstaudengarten" und der "Weiße Garten". Garten- und Landschaftsbauexpertin Michaela Senk geht dabei auf die verschiedenen Ansprüche der Stauden an unterschiedlichen Standorten ein, erläutert deren Lebensbereiche sowie gestalterische Verwendungsmöglichkeiten. Zudem gibt sie hilfreiche Tipps zum Thema Bodenvorbereitung, Pflege der Stauden und zur Auswahl geeigneter insektenfreundlicher Dauerblüher. Auch Fragen zu Problemen, die sich durch Schädlinge und Krankheiten ergeben können, werden beantwortet.

Treffpunkt zur Führung ist der Eingang Nord am Festplatz, die Führung ist im Rahmen des regulären Zooeintritts kostenlos.







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