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Verschiedenes 

Mehrwegquote reicht nicht

Marktcheck belegt zu hohen Anteil von Einwegverpackungen

Mehrwegverpackungen für Getränke wie Limonadenflaschen aus Glas oder PET verschwinden seit Jahren zunehmend aus den Supermarktregalen. Diesen Trend sollte eigentlich das neue Verpackungsgesetz stoppen. Doch ein aktueller bundesweiter, nicht-repräsentativer Marktcheck von Verbraucherzentralen, Verbraucherverbänden und dem Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) zeigt, dass das Gesetz nicht entsprechend greift.

Anfang des Jahres trat das Verpackungsgesetz in Kraft, das eine Mehrwegquote im Einzelhandel von mindestens 70 Prozent bei Getränkeverpackungen als Ziel nennt. Eine neue verpflichtende Kennzeichnung am Regal soll Verbraucher zudem besser informieren, ob es sich bei Pfandverpackungen um Einweg oder Mehrweg handelt. Denn Pfand bedeutet immer seltener, dass der Behälter mehrmals aufgefüllt wird, also eine Mehrwegverpackung ist.








Verschiedenes 

NABU zu Bauernprotesten: Gemeinsam für zukunftsfähige Landwirtschaft kämpfen

Krüger: Landwirte haben berechtigte Sorgen – faire Preise und Wettbewerbsbedingungen notwendig

Hamburg/Berlin – Zur heutigen Protestkundgebung des Deutschen Bauernverbands in Hamburg erklärt NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger:

„Die Sorgen der protestierenden Landwirte können wir gut nachvollziehen. Preisdruck, fehlende Anerkennung, steigende Umweltanforderungen: Viele Landwirte fühlen sich dem kaum gewachsen. Seit der Jahrtausendwende musste zudem jeder dritte Hof in Deutschland schließen. Doch der Deutsche Bauernverband lässt die Großzahl der Landwirte bei diesen Herausforderungen im Stich. Den offensichtlichen Problemen der Klima- und Artenkrise begegnet er mit Vogel-Strauß-Taktik – ohne Lösungsvorschläge. So verspielt er die Zukunft von Landwirtschaft und Natur.“

Krüger rief die protestierenden Landwirtinnen und Landwirte auf, sich nicht in einer Abwehrschlacht gegen die unvermeidlichen Umweltauflagen zu verrennen – und stattdessen gemeinsam einen Neubeginn von Politik, Handel und Konsumenten einzufordern. Notwendig seien jetzt höhere gesetzliche Umweltstandards bei verlässlicher Förderung und besseren Preisen.

„Wir Umweltschützer und Landwirte sollten jetzt gemeinsam von der Bundesregierung einfordern, dass sie den Rahmen setzt für faire Preise und Wettbewerbsbedingungen, umweltfreundliche Produktion und mehr Artenvielfalt“, so Krüger.

Die laufende Reform der EU-Agrarpolitik biete jetzt die Chance, allen Betrieben Planungssicherheit für die nächsten zehn Jahre zu geben, die Bewirtschaftung an die Herausforderungen der Klimakrise anzupassen und gleichzeitig die Artenvielfalt besser zu schützen. Bereits am kommenden Montag könne sich Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner für einen solchen Kurswechsel in Brüssel einsetzen.





Verschiedenes 

Bergung von Kriegsaltlasten in Nord- und Ostsee

NABU fordert Bündnis von Bund und Ländern

Miller: Alt-Munition muss zur Chefsache werden

Hamburg/Berlin – Rund 1,6 Millionen Tonnen Munitionsaltlasten in Nord- und Ostsee stellen eine lange unterschätzte, gravierende Gefahr für Mensch und Meere dar. Nach über 70 Jahren ist schon ein Teil der Munition erodiert und entlässt zunehmend Giftstoffe, die sich in Meeresflora und -fauna anreichern und über die Nahrungskette den Menschen erreichen.

Anlässlich der am heutigen Mittwoch beginnenden Umweltministerkonferenz in Hamburg (bis 15. November) fordert der NABU Bund und Länder auf, in einem gemeinsamen Bündnis die finanziellen und organisatorischen Voraussetzungen zu schaffen, um eine naturverträgliche Bergung der Munitionsaltlasten umzusetzen. Sprengungen zur Altlastenbeseitigung müssen auf unmittelbare Gefahrensituationen begrenzt, technischer Schallschutz zum Schutz von Schweinswalen verbindlich vorgeschrieben werden

„Wider besseres Wissen und trotz alarmierender Forschungsergebnisse verschließt die Bundesregierung bislang die Augen vor einem immer größer werdenden Problem. Angesichts von Tausenden Tonnen von krebserregendem und erbgutschädigendem TNT, leicht entflammbarem Phosphor und Schwermetallen wie Quecksilber und Kadmium sowie Giftgas-Granaten, die am Grund von Nord- und Ostsee liegen, ist es höchste Zeit auch für eine bundespolitische Verantwortung. Alt-Munition muss zur Chefsache werden“, sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Die technischen Voraussetzungen sind da. Im Rahmen des Programms RoBEMM (Robotisches UnterwasserBergungs- und Entsorgungsverfahren inklusive Technik zur Delaboration von Munition im Meer) wurde ein Emissionen vermeidendes Verfahren zur ungefährlichen Beseitigung von Altmunition aufgebaut. Der Prototyp liegt vor, der in der Lage ist, die Altmunition zu bergen und vor Ort natur- und umweltverträglich zu beseitigen.

Dank eines Munitionskatasters sind alle bisherigen Fundstellen von Munition punktgenau bekannt. Dies ist ein guter Startpunkt für eine notwendige unabhängige Risikoanalyse. Das Bergungskonzept RoBEMM muss zu einer geschlossenen Prozesskette für Kampfmittelentsorgung auf See weiterentwickelt und Teil einer nationalen und später europäischen Strategie zur umweltverträglichen Räumung von Munitionsaltlasten werden. Experten bestätigen, dass bereits heute die Mehrzahl aller Munitionsfunde geborgen werden kann. Nicht handhabungssichere Munition (wie z. B. scharfe Minen) ließe sich zukünftig mit Robotik bergen, so dass sich nahezu alle Kampfmittelflächen in Nord- und Ostsee beräumen ließen, wenn die Politik die notwendigen Mittel bereitstellt. Der NABU unterstützt den gemeinsamen Vorstoß der Küstenländer Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern auf der Konferenz der Umweltminister.

Wie leichtfertig und unsachgemäß der Bund mit dem gefährlichen Weltkriegserbe umgeht, zeigte sich zuletzt im August in der Ostsee vor Fehmarn, als die deutsche Bundesmarine gemeinsam mit NATO-Partnern mindestens 42 Seeminen sprengte – mitten in einem für Schweinswale ausgewiesenen Meeresschutzgebiet, ohne Einsatz von technischen Schallschutzmaßnahmen und ohne Einbindung der zuständigen Naturschutzbehörden von Bund und Ländern. Für den NABU ein Verstoß gegen geltendes Naturschutzrecht. Auch hier muss gehandelt werden: Munitionssprengungen und Ansprengungen der Marine zu Forschungs- und Übungszwecken müssen zukünftig auf absolut notwendige Fälle begrenzt werden. Der doppelte Blasenschleier gilt dann als die effizienteste Möglichkeit, um den Schutz des bedrohten Schweinswals sicherzustellen.

Der NABU appelliert eindringlich an Bund und Länder, endlich auf die Experten zu hören und gemeinsam in Hamburg die Weichen für eine verantwortungsvolle Strategie zum Umgang mit den tödlichen Kriegsaltasten zu stellen. Ein ‚weiter so wie bisher‘ darf keine Option mehr sein.

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Buch- und CD-Tipps 

Buchtipp: Jutta Grimm "Ratgeber Stoffwindeln"

Buchtipp: Jutta Grimm "Ratgeber Stoffwindeln"

Anders wickeln
Gesund fürs Kind und gut für die Umwelt

Gesund Wickeln ohne Müllberg – so gelingt's mit Stoffwindeln!
Für junge Eltern, die Müll und Plastik sparen wollen und ökologisch nachhaltig leben, sind moderne Stoffwindeln erste Wahl. Mit den Mullwindeln von früher haben die innovativen Windeln nichts gemein. Gewusst wie, ist der Umgang mit ihnen heute so leicht wie mit Wegwerfwindeln. Im »Ratgeber Stoffwindeln« aus dem pala-verlag zeigt Jutta Grimm, wie das Wickeln mit Stoffwindeln erfolgreich gelingt. Das Buch beantwortet umweltbewussten Eltern und allen, die Kinder pflegen, wichtige Fragen rund um die modernen Windeln, vom Wickeln von Neugeborenen übers Waschen bis zum Wiederverkauf der Windeln. Stoffwindelberaterin Jutta Grimm erklärt die unterschiedlichen Modelle, passend zu den Bedürfnissen des Kindes und zum Familienalltag, und zeigt, warum Stoffwindeln so viel gesünder sind. Denn sie sind atmungsaktiv, chemikalienfrei und hautfreundlich. Sie schonen den Geldbeutel und es gibt sie in vielen schönen Designs. Darüber hinaus bietet das Buch viele praxiserprobte Tipps zur Babypflege. Wunderschöne Fotos veranschaulichen Details und zeigen Schritt für Schritt, wie das Wickeln gelingt. Einfach anders und von Herzen wickeln – mit diesem Buch geht das ganz leicht!

pala-verlag 2019, 144 Seiten, € 16,00
ISBN: 978-3-89566-395-6





Veranstaltungen 

NABU: Kohleausstiegsgesetz gefährdet Klimaziele

Krüger: Kohleausstiegsgesetz ist ein „Trojanisches Pferd“, das die naturverträgliche Energiewende gefährdet

Berlin – Aus Sicht des NABU gefährdet der vorliegende aktuelle Referentenentwurf zum Kohleausstiegsgesetz die Klimaziele der Bundesregierung und bremst die naturverträgliche Energiewende. Das Bundeswirtschaftsministerium muss die Kompromisse der Kohlekommission umsetzen und hat dazu einen Referentenentwurf erarbeitet, der jetzt zwischen den Ministerien abgestimmt wird. Das Gesetz soll am 18. November im Bundeskabinett verabschiedet werden.

NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger kommentiert: „Der Name ‚Kohleausstiegsgesetz‘ klingt nach Klimaschutz, dahinter verbirgt sich in Wahrheit aber ein trojanisches Pferd, das den Klimaschutz weiter untergräbt.“ Denn im vorliegenden Entwurf sollen die pauschalen Abstände von Windenergieanlagen zu bebauten Gebieten vergrößert werden. Dadurch stünde viel weniger Fläche für die Windenergie zur Verfügung.

„Der NABU fordert die pauschale Abstandsregelung für Windanlagen aus dem Gesetzesentwurf zu streichen. Der Ausbau der Windenergie würde damit unnötig erschwert, das dringend notwendige Repowering alter Anlagen ausgebremst und der Druck auf naturschutzfachlich wertvolle Flächen erhöht. Der Ausbau erneuerbarer Energie ist aber dringend notwendig, um die Erderhitzung zu begrenzen“, so Krüger.

Mit der vom Bundeswirtschaftsministerium geplanten pauschalen Abstandsregelung von einem Mindestabstand von 1000 Metern zu Siedlungen greift der Bund in Landesangelegenheiten ein, mit der Begründung die Akzeptanz zu steigern. „Die Reduktion der zur Verfügung stehenden Fläche für Windenergie führt aber dazu, dass vermehrt naturschutzfachlich wichtige Standorte ins Visier der Windprojektierer geraten und der Druck auf den Natur- und Artenschutz steigt. Das führt nicht zu mehr, sondern zu weniger Akzeptanz für den notwendigen Windenergieausbau“, so Krüger weiter.

NABU-Klimaexperte Sebastian Scholz: „Die Bundesregierung beweist leider wieder mal, dass sie die Dringlichkeit der Klima- und Artenkrise nicht begriffen hat. Sonst würde sie nicht einerseits die Flächen für die Windenergie verringern und andererseits Einschnitte beim Artenschutz fordern. Ein solch widersprüchliches Gesetz sendet auch international verheerende Signale: ‚Welcher Staat soll Deutschland als glaubwürdigen Verhandlungspartner bei der kommenden Weltklimakonferenz in Madrid ernst nehmen ?‘“.

Kurz vor Beginn der Weltklimakonferenz vom 2. bis 13. Dezember in Madrid ruft der NABU gemeinsam mit Fridays for Future und vielen weiteren Partnern zum zweiten globalen Klimastreik am 29.11. auf, um endlich wirksamen Klimaschutz zu fordern.

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Verschiedenes 

Jörg-Andreas Krüger ist neuer NABU-Präsident

NABU-Bundesvertreterversammlung wählte neue Verbandsspitze

Berlin – Jörg-Andreas Krüger ist neuer NABU-Präsident. Er wurde auf der NABU-Bundesvertreterversammlung am Samstag in Berlin einstimmig an die Verbandsspitze gewählt. Er folgt damit auf Olaf Tschimpke, der nach 16 Jahren nicht erneut für das Amt kandidiert hatte. Jörg-Andreas Krüger war die vergangenen sechs Jahre beim WWF tätig, zuletzt in der Position als Geschäftsführer „Ökologischer Fußabdruck“. Von 2004 bis 2013 war Jörg-Andreas Krüger Fachbereichsleiter für Naturschutz- und Umweltpolitik im NABU-Bundesverband, ab 2010 zusätzlich in der Funktion als stellvertretender Bundesgeschäftsführer. Seit 1982 ist der in Niedersachsen geborene studierte Diplom-Ingenieur für Landschaftsarchitektur und ausgebildete Verwaltungsbeamte Mitglied im NABU.

Jörg-Andreas Krüger sprach sich für einen direkteren Dialog mit Landwirtinnen und Landwirten aus. „Naturschutz und Landwirtschaft müssen reden. Ich bin überzeugt, dass wir mehr Vielfalt in der Agrarlandschaft nur gemeinsam erhalten können. Ich bin bereit, daran mitzuwirken, dass die Gräben weniger tief werden“, so Krüger. Allerdings führe kein Weg daran vorbei, dass die EU-Agrarfinanzen so ausgerichtet werden müssen, dass sie Veränderungen in der Bewirtschaftung unterstützen. Das Insekten- und Vogelsterben dulde keinen Aufschub und die Landwirtschaft brauche eine Zukunftsperspektive. „Eine intensive Landnutzung ohne dabei den Naturschutz zu berücksichtigen, ist nicht mehr zeitgemäß. Viele Landwirtinnen und Landwirte arbeiten bereits mit neuen Ideen und Konzepten daran, der Natur wieder mehr Raum zu geben. Ich erwarte auch vom Bauernverband konkrete Lösungsvorschläge, wie er sich eine zukunftsfähige Agrarförderung unter Berücksichtigung des Erhalts unserer Lebensgrundlagen und der Artenvielfalt vorstellt“, so der NABU-Präsident. Der NABU fordert EU-Steuergelder für die Landwirtschaft künftig stärker an Leistungen und Maßnahmen für den Schutz von Wasser, Klima und Arten zu binden.

NABU-Präsident Krüger würdigte in seiner Antrittsrede auch die Bedeutung der Maueröffnung vor 30 Jahren für den Naturschutz und den NABU: „Ohne die Naturschützerinnen und Naturschützer der DDR wäre aus dem westdeutschen Deutschen Bund für Vogelschutz nicht der heutige NABU entstanden“, so der NABU-Präsident. Krüger verwies dabei auf das im Internet veröffentlichte historische Zeitzeugen-Projekt „Naturschutz in der Wende“, mit dem der NABU die spannende Nachwendezeit und das Zusammenwachsen der ost- und westdeutschen Naturschützerinnen und Naturschützer dokumentiert hat.

Christian Unselt wurde in seinem Amt als NABU-Vizepräsident bestätigt. Neue Vizepräsidentinnen sind Petra Wassmann und Nicole Spundflasch. Zum Schatzmeister wurde Ingo Ammermann gewählt. Weitere Präsidiumsmitglieder sind Carsten Böhm, Alexander Porschke, Christine Sauer, René Sievert und Thomas Holz.

Die NABU-Bundesvertreterversammlung (BVV) tagt bis zum 10. November. Am Sonntag wollen die 260 Delegierten über ein Grundsatzprogramm zum Planen und Bauen in Deutschland beraten. Schwerpunkt ist eine nachhaltige Siedlungsentwicklung. Den Delegierten liegt eine Resolution zur Arten- und Klimakrise vor. Darin werden die politischen Entscheiderinnen und Entscheider in Bund, Ländern und der EU aufgefordert, Artensterben und Erdüberhitzung entschlossen zu bekämpfen. Eröffnet wurde die NABU-Bundesvertreterversammlung am Samstagvormittag von Olaf Tschimpke. Bundesumweltministerin Svenja Schulze hielt ein Grußwort.

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Verschiedenes 

NABU fordert strengere Klimaschutzvorgaben für Schifffahrt

Miller: Deutschland muss sich für ambitionierten Klimaschutz stark machen, auch gegen den Widerstand der Reeder

London/ Berlin – Anlässlich des Arbeitsgruppentreffens der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) zum Klimaschutz in London fordert der NABU die Regierungsvertreter auf, sich für strenge Klimaschutzvorgaben für die Schifffahrt einzusetzen. Bereits heute entsprechen die Emissionen der Seeschifffahrt rund drei Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes. Damit ist der Sektor für mehr schädliche CO2-Emissionen verantwortlich als Deutschland. Ohne entsprechende Gegenmaßnahmen könne sich dieser Anteil künftig auf bis zu 17 Prozent vervielfachen. Das Treffen in London müsse unbedingt genutzt werden, um schnell wirksame Maßnahmen zu verabschieden.

„Die Schifffahrt ist viel zu lange von internationalen Klimaschutzvereinbarungen ausgenommen worden, nun muss umso schneller umgesteuert werden. Das selbstgesteckte Ziel, die Treibhausgasemissionen des Sektors um 50 Prozent bis zum Jahr 2050 zu reduzieren, reicht bei weitem nicht aus“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Um die Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, muss auch die Schifffahrt ihre CO2-Emissionen auf null senken. Die Weltgemeinschaft kann es sich nicht leisten, der Branche einen Freibrief für weitgehende Untätigkeit in Sachen Klimaschutz auszustellen. Die Bundesregierung muss sich in den internationalen Gremien für ambitionierten Klimaschutz stark machen, nötigenfalls auch gegen den Widerstand der Reeder.“ Die selbstgesteckten Minderungsziele des Sektors blieben hinter den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommens zurück.

Sönke Diesener, NABU Schifffahrtsexperte: „Klare Zielvorgaben im Einklang mit den Pariser Klimazielen sorgen nicht nur für tatsächlich sinkende CO2-Emissionen, sie geben der maritimen Wirtschaft auch Planungssicherheit und wirken als Innovationstreiber für die ganze Branche. Die nötigen Technologien sind weitgehend bekannt. Nun geht es darum einen Rahmen zu schaffen, der klima- und umweltfreundliche Antriebe zum neuen Standard auf den Weltmeeren werden lässt.“

Hintergrund:

Im Jahr 2018 hat die IMO ihre erste Treibhausgasminderungsstrategie beschlossen. Diese sieht eine Halbierung der CO2-Emissionen bis 2050 im Vergleich zum Jahr 2008 vor. Bisher fehlen aber konkrete Mechanismen, um das Erreichen des Ziels sicherzustellen. Bis 2023 ist vereinbart, einen Katalog kurzfristig wirksamer Maßnahmen zu beschließen, die den Treibhausgasausstoß zunächst durch Veränderungen im Schiffsbetrieb und Effizienzsteigerungen drastisch reduzieren können. Im Anschluss sollen dann die mittelfristigen Maßnahmen bis zum Jahr 2030 sowie die langfristigen Maßnahmen nach 2030 beschlossen werden.
In den kommenden Monaten und Jahren werden bei den IMO-Verhandlungen die Weichen dafür gestellt, ob und welche wirksamen Maßnahmen zum Klimaschutz in der Seeschifffahrt ergriffen werden. Deutschland spielt hier als wichtiges EU-Mitglied und als große Schifffahrtsnation mit der weltgrößten Containerflotte eine tragende Rolle, um wirksamen Klimaschutz auch auf See voranzubringen.
Für das Treffen der Arbeitsgruppe zum Klimaschutz der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (Intersessional Working Group on Greenhouse Gases ISWG GHG) am 11. November 2019 hat Deutschland zusammen mit Spanien und Dänemark einen Vorschlag eingebracht, der Effizienzmaßnahmen anhand des verbrauchten Treibstoffs bemisst. Der Vorschlag wird vom NABU begrüßt, da er sich nicht in einzelnen technischen, schwer kontrollierbaren Minderungsmaßnahmen verliert, wie andere Vorschläge es tun, sondern dem Klimaschutz in der Schifffahrt zielorientierte Vorgaben macht.





Verschiedenes 

NABU-Bundesvertreterversammlung in Berlin

NABU-Bundesvertreterversammlung in Berlin
NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger (c) NABU/Die Hoffotografen

Tschimpke: 30 Jahre Mauerfall - Beim Naturschutz sind Ost und West zusammengewachsen

Berlin – Der alarmierende weltweite Artenrückgang, die Klimakrise und das Engagement für eine umweltverträglichere Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik stehen neben verbandspolitischen Themen am Samstag und Sonntag im Fokus der NABU-Bundesvertreterversammlung in Berlin. Die 260 Delegierten aus dem gesamten Bundesgebiet wählen an diesem Wochenende auch ein neues Präsidium. Eröffnet wird die Delegiertenversammlung von NABU-Präsident Olaf Tschimpke, der nach 16 Jahren an der Verbandsspitze nicht erneut für das Amt kandidiert. Als Gastrednerin begrüßt der NABU Bundesumweltministerin Svenja Schulze.

Anlässlich des 30. Jahrestages des Mauerfalls am 9. November zog Olaf Tschimpke Bilanz zu drei Jahrzehnten gesamtdeutscher Naturschutzarbeit sowie der Entwicklung des NABU. „Wir sind im Naturschutz zusammengewachsen. Es ist gelungen, Naturparadiese zu bewahren und Neue zu schaffen. Dafür hat es Mut und einen langen Atem gebraucht. Es hat sich gelohnt.“ Ein Meilenstein für den gesamtdeutschen Naturschutz sei das ehrgeizige Nationalparkprogramm, das der ehemalige NABU-Vizepräsident Michel Succow als stellvertretender Umweltminister der DDR initiiert und umgesetzt habe. Selbstbewusst blicke der heutige NABU auch auf den Zusammenschluss des damaligen Deutschen Bundes für Vogelschutz mit dem Naturschutzbund der DDR. Neben dem Namen „Naturschutzbund“ übernahm der NABU nach DDR-Muster die Einrichtung einer Fachausschuss-Struktur für den wissenschaftlichen Austausch. Bis heute sind Expertinnen und Experten in über 35 NABU-Bundesfachausschüssen und Bundesarbeitsgruppen – von Amphibienschutz und Botanik, über Insektenkunde, Umweltrecht bis Wildnis und Weidelandschaften – organisiert.

Ein Erfolg sei auch die Sicherung des Nationalen Naturerbes: Über 190.000 Hektar wertvolle Lebensräume auf ehemaligen Truppenübungsplätzen, an der ehemaligen innerdeutschen Grenze oder in Nationalparken und Naturschutzgebieten konnten durch intensive Lobbyarbeit des NABU und anderer Verbände für den Naturschutz erhalten werden. Die Flächen wurden kostenlos an die Bundesländer und Naturschutzstiftungen übertragen. Die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe sicherte davon für den Naturschutz 11.353 Hektar in über 140 ost- und westdeutschen Schutzgebieten.

In Olaf Tschimpkes Amtszeit fällt eines der umfangreichsten Flussrenaturierungsprojekte Europas: die Renaturierung der Unteren Havel auf fast 100 Kilometern Länge. Tschimpke: „Es ist eines der tollsten NABU-Projekte überhaupt. Wenn wir von ‚Enkeltauglichkeit‘ sprechen, dann trifft es auf die Havelrenaturierung zu.“ In dem bedeutenden Feuchtgebiet leben über 1.000 bedrohte und geschützte Arten. Das Projekt wird unter Federführung des NABU mit Mitteln des Bundes und der Länder Brandenburg und Sachsen-Anhalt durchgeführt.

Kritik äußerte Olaf Tschimpke an der aktuellen Klimaschutz- und Agrarpolitik. Die Halbzeit-Bilanz der GroKo sei schwach. „Die Politik hinkt hinterher. Man kann geradezu von einer Zwillingskrise bei Klima- und Biodiversität sprechen. Der Klimawandel verhandelt nicht, er schreitet voran – je später wir etwas tun, desto drastischer werden die notwendigen Maßnahmen.“ Vor diesem Hintergrund erneuerte er seine Forderung, das Nachhaltigkeitsprinzip fest im Grundgesetz zu verankern. Zum Abschied bedankte sich Olaf Tschimpke besonders bei den ehrenamtlich Aktiven im NABU: den Naturschutzmacherinnen und Naturschutzmachern, die in lokalen Ortsgruppen sowie überregionalen Fachgruppen organisiert sind und durch großen persönlichen Einsatz zum Erfolg des NABU beitragen. „Wir sind heute gefragt wie nie, von der Politik, aus der Wirtschaft, aus der Gesellschaft.“

Nach seinem Ausscheiden aus dem Präsidium wechselt Olaf Tschimpke auf die Position des Vorsitzenden der NABU International Naturschutzstiftung. Für das Amt des künftigen NABU-Präsidenten kandidiert Jörg-Andreas Krüger, der zuletzt in der Position als Geschäftsführer „Ökologischer Fußabdruck“ für den WWF tätig war. Von 2004 bis 2013 war Jörg-Andreas Krüger Fachbereichsleiter für Naturschutz und Umweltpolitik im NABU-Bundesverband, ab 2010 zusätzlich in der Funktion als stellvertretender Bundesgeschäftsführer. Die Wahl des Präsidiums ist für Samstagnachmittag geplant.

Olaf Tschimpke war seit 2003 NABU-Präsident, davor war er langjähriger Geschäftsführer und Vorsitzender des NABU Niedersachsen. „Mehr Naturschutz wagen“ lautete das Leitmotiv Olaf Tschimpkes zum Start seiner Amtszeit – angesichts eines Rückgangs staatlicher Aktivitäten im Natur- und Umweltschutz komme ehrenamtlich getragenen Organisationen wie dem NABU eine besondere Rolle zu. Olaf Tschimpke hat als NABU-Präsident früh Impulse in der professionellen Gewinnung von Mitgliedern gesetzt. Während seiner Amtszeit verdoppelte der NABU seine Mitgliederzahl fast. Der NABU ist heute zu Deutschlands mitgliederstärkstem Umweltverband gewachsen mit aktuell mehr als 750.000 Mitgliedern und Förderinnen und Förderern, 40.000 aktiven Mitgliedern in bundesweit 2.000 Gruppen sowie einem Etat von über 40 Millionen Euro. Neben seiner Bedeutung als mitgliederstärkster Ehrenamtsverband im Naturschutz ist der NABU ein international agierender Umweltverband mit Naturschutzprojekten in den Schwerpunktregionen Afrika, Kaukasus und Mittelasien.

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