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Verschiedenes 

NABU: Die Ackerhummel summt auf den ersten Platz

Rekordbeteiligung beim NABU-Insektensommer - fast 10.000 Meldungen

Berlin,21.08.2020 – Fast 10.000 Meldung über Sichtungen von Insekten hat der NABU beim diesjährigen Insektensommer erhalten – so viele wie noch nie. „Wir freuen uns sehr über die Rekord-Beteiligung“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Sie zeigt: Immer mehr Menschen schauen genauer hin, wenn es um das Schicksal dieser wichtigen Tiergruppe geht. Das Entdecken und Beobachten von Käfer, Hummel und Co. macht aber auch einfach Spaß und ist eine tolle Beschäftigung für Familien in den Sommerferien.“

Auf Platz eins der am häufigsten gesichteten Insekten kam wie in den beiden Vorjahren im August die Ackerhummel. Es folgen diesen Hochsommer Honigbiene, Siebenpunkt-Marienkäfer, Kleiner Kohlweißling, Wildbiene, Wespe, Kleiner Fuchs, Großes Heupferd, Großer Kohlweißling und Admiral.

Was viele Menschen derzeit beim Grillen oder beim Eisessen stört – die vielen Wespen, spiegelt auch das Ergebnis des Insektensommers. „2020 scheint ein sehr gutes Wespenjahr zu sein“, so NABU-Insektenexpertin Laura Breitkreuz. Das schwarz-gelbe Insekt eroberte sich in diesem August Rang sechs der Liste der am häufigsten gemeldeten Insekten, nach Rang zwölf im vergangenen Jahr. Breitkreuz: „Es wurden auch mehr Individuen pro Zählung gemeldet als 2019. Im Schnitt waren es im August diesen Jahres 19,6 Wespen pro Meldung gegenüber im Durchschnitt 7,3 Wespen 2019.“ Das ist sogar mehr als bei der Augustzählung 2018, einem ebenfalls guten Wespenjahr. Hier waren 9,4 Wespen pro Meldung gesichtet worden. Breitkreuz: „Der milde Winter und der trockene, warme Sommer haben dafür gesorgt, dass es in diesem Hochsommer besonders viele der Tiere gibt.“

Beim diesjährigen Insektensommer stand bei beiden Zählungen der Marienkäfer im Fokus. Naturfreundinnen und -freunde waren aufgerufen, zu schauen, ob sie mehr heimische Siebenpunkt-Marienkäfer oder mehr Asiatische Marienkäfer entdecken können. Breitkreuz: „Im August wurde der Sieben-Punkt deutlich häufiger gemeldet. Im Juni dagegen lag der Asiatische Marienkäfer vorne.“ Insgesamt ist der Siebenpunkt in 3175 Meldungen aufgetaucht, der Asiatische in 2679 Meldungen. Breitkreuz: „Ein großer Unterschied ist also nicht gefunden worden, wenn auch der Siebenpunkt die Nase vorn hat. Das zeigt also, dass der vor einigen Jahrzehnten eingeführte Asiatische Marienkäfer mittlerweile in ganz Deutschland etabliert ist, aber den heimischen Siebenpunkt noch nicht verdrängt hat. Hier werden die kommenden Jahre zeigen, ob sich das Verhältnis ändert oder gleich bleibt.“

Die Daten der Zählaktion „Insektensommer“ werden in Zusammenarbeit mit der Plattform www.naturgucker.de erfasst. Mit dem „Insektensommer“ will der NABU auf die enorme Bedeutung von Insekten aufmerksam machen. Durch Eingriffe von uns Menschen ist diese Tiergruppe ist stark gefährdet. In Deutschland gibt es etwa 33.000 Insektenarten, von denen viele schon auf der Roten Liste stehen. Im kommenden Jahr findet der Insektensommer vom 4. bis 13. Juni und vom 6. bis 15. August statt.

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Verschiedenes 

30 Jahre Umweltdezernat Freiburg

Jubiläumsprogramm mit vielen Vorträgen und Exkursionen

Klimaschutz und Umweltschutz sind die großen Themen der Zeit – in Freiburg sind sie das schon lange. Vor 30 Jahren gründete Freiburg ein eigenes Umweltdezernat, als erste Stadt in Baden-Württemberg. Seit August 1990 ist die Verantwortung für die städtische Umweltpolitik in einem Dezernat gebündelt und hat damit deutlich mehr Gewicht bekommen. Es war ein großer Schritt für mehr Nachhaltigkeit in der Kommunalpolitik und hat wesentlich zum positiven Bild der Stadt Freiburg als Vorreiterin in Sachen Umweltschutz beigetragen. Der Gründung vorangegangen war ein öffentlicher Diskurs, der gezeigt hat, wie wichtig den Menschen in Freiburg Umweltthemen und ihre Repräsentanz in der Verwaltung schon damals waren.

Zum 30. Geburtstag hat das Dezernat ein Jubiläums-Programm zusammengestellt, das sich an große und kleine Freiburgerinnen und Freiburger richtet. Vom Ausflug zur Mülldeponie über die Walddurchquerung mit dem Fahrrad bis zum vegetarischen Grillen – mit den unterschiedlichsten Angeboten sollen den Menschen die Aufgaben des Dezernats und der Umweltschutzgedanke nähergebracht werden. Die Übersicht zu den insgesamt 17 Veranstaltungen, die vom 24. September bis zum 10. Oktober stattfinden, liegt jetzt an der Bürgerberatung im Innenstadtrathaus aus. Man findet sie auch unter anderem im Waldhaus, am Mundenhof, bei der VHS und bei allen Ortsverwaltungen. Alle Angebote sind kostenfrei, die Teilnehmerzahl ist jeweils begrenzt. Ursprünglich war geplant, das runde Jubiläum größer zu feiern, doch Corona setzt dem Grenzen.

Bürgermeisterin Gerda Stuchlik leitet das Dezernat seit 1997. Sie hat das Programm gemeinsam mit den Ämtern des Dezernats auf die Beine gestellt. „Unser Jubiläumsprogramm bietet hoch interessante Veranstaltungen zu den Themen Klima- und Artenschutz, Waldbewirtschaftung, Entwicklung der Abfallwirtschaft sowie zur Umweltbildung. Ich lade alle Bürgerinnen und Bürger ein, das vielfältige Angebot wahrzunehmen, freue mich auf neue Begegnungen und einen interessanten Austausch“, so die Bürgermeisterin.

Meilensteine der Umweltpolitik

Zuständig war das neue „Dezernat für Umwelt, Entsorgung und Grünflächen“ nach seiner Gründung vor 30 Jahren zunächst für das Umweltschutzamt, das Forstamt, die Fuhrparkbetriebe sowie das Gartenamt mit dem Stadtgut Mundenhof. 1998 kamen weitere Aufgaben hinzu, nämlich Schulen und Bildung, später die Bereiche Kinder, Jugend und Familie. 30 Jahre politische Arbeit lassen sich nicht in wenigen Zeilen zusammenfassen. An dieser Stelle sollen deshalb einige Meilensteine und Highlights der Freiburger Umweltpolitik hervorgehoben werden.

 1991 wurde das Konzept für die Abfallwirtschaft neu ausgerichtet. Seitdem wird verstärkt auf Abfallvermeidung und Abfallverwertung gesetzt. Ein Konzept, dass der Stadt im Landesvergleich bis heute Spitzenplätze bei der Abfallbilanz einbringt. In den folgenden Jahren wurde das Konzept konsequent weiterentwickelt. Die Biotonne wurde eingeführt, der Gelbe Sack löste die grün-gelbe Tonne ab, nicht recycelbarer Müll wird nicht mehr auf Deponien gebracht sondern in die Verbrennungsanlage TREA bei Eschbach.

 Der Freiburger Forst wird seit den 1990er-Jahren naturnah bewirtschaftet, auf Kahlschläge wird weitgehend verzichtet, Pestizide kommen nicht zum Einsatz. Als zweite Stadt in Deutschland hat Freiburg 1999 sich für die FSC-Zertifizierung ihrer Wälder entschieden. Damit werden freiwillig hohe ökologische Standards gesetzt. Es war ein Schritt, der in der Forstwirtschaft zunächst kritisch beäugt wurde, sich aber ausgezahlt hat. Der Freiburger Wald ist heute Naherholungsgebiet, Arbeitsplatz, Rohstofflieferant und geschützter Lebensraum für Pflanzen und Tiere.

 Freiburg ist Vorreiter beim kommunalen Klimaschutz. Schon 1996 wurde das Freiburger Klimaschutzkonzept erarbeitet, mit dem Ziel den CO2-Ausstoß zu verringern und bis 2050 klimaneutral zu werden. Besonders wichtig bei diesem Ziel ist es, mehr Energieeffizienz bei bestehenden und neuen Gebäuden zu erreichen. Die Stadtteile Vauban und Rieselfeld wurden energiesparend und nach neuen, hohen Standards errichtet. Für zukünftige Stadtentwicklungsprojekte, etwa auf dem Dietenbachgelände, sollen noch weitergehende Ziele wie Klimaneutralität verfolgt werden. Auf Freiburger Gemarkung drehen sich seit Jahren zudem fünf Windräder, Solarstromanlagen nutzen die Kraft der Sonne zur Energiegewinnung. Es wird auf Fernwärme gesetzt und Blockheizkraftwerke, die Straßenbahnen fahren mit Ökostrom, Klimaschutzprojekte werden mit Millionen aus dem Klimaschutzfond und dem Haushalt gefördert. Und die Anstrengungen zeigen Wirkung: der Pro-Kopf-Ausstoß von CO2 sank deutlich.

 Man schützt nur, was man kennt. Umweltbildung ist deshalb ein zentraler Punkt für nachhaltige Entwicklung. In mehreren Bildungseinrichtungen werden in Freiburg Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Umweltthemen nähergebracht. Zahlreiche Schulklassen besuchen jedes Jahr die Ökostation im Seepark. Seit 2008 widmet sich das Waldhaus Freiburg dem Bildungsziel Nachhaltigkeit und erreicht mit seinen Angeboten große und kleine Freiburgerinnen und Freiburger. Auch das Bürgerschaftliche Engagement im Bereich der Umweltbildung wird von der Stadt gefördert. Der Mundenhof ist ein Lieblingsort von vielen Bürgerinnen und Bürgern der Stadt. Auf dem früheren landwirtschaftlichen Betrieb leben heute Kamele, Ziegen, Esel und Erdmännchen - ein absoluter Besuchermagnet am Rande der Stadt. Das Tiergehege wird fortlaufend weiterentwickelt, um Kindern und Jugendlichen die Natur und Tiere näherzubringen.

Zahlreiche Entscheidungen der vergangenen drei Jahrzehnte machen deutlich, welche große Rolle die Umweltpolitik in Freiburg einnimmt und wie daraus eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie entsteht. Und Freiburg zeigt dabei, dass Naturschutz und ökonomisches Interesse zusammen gedacht werden können. So entsteht Wirtschaftsförderung in zukunftsfähigen Bereichen. Der Freiburger Weg hat Außenwirkung. Freiburg ist UmweltVorzeigestadt, jedes Jahr kommen Tausende Fachbesucher, um sich über ökologische Stadtentwicklung zu informieren. Die Stadt wurde für ihre Politik mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Vieles wurde seit der Gründung des Dezernates im August 1990 erreicht. Dennoch ist seine ursprüngliche Aufgabe aktueller denn je: der Schutz und die Erhaltung der Umwelt und damit der Lebensgrundlagen der Menschen. Daran wird in Freiburg weiter gearbeitet, das hat der Gemeinderat mit dem jüngst verabschiedeten Arten- und Klimaschutzmanifest, dem Biodiversitäts-Aktionsplan und dem neuen Klimaschutzkonzept unterstrichen. Und auch heute zeigen das Handeln der Menschen und die gesellschaftlichen Debatten in der Stadt, wie wichtig den Freiburgerinnen und Freiburgern umweltfreundliche Politik ist – auch und besonders auf kommunaler Ebene.





Verschiedenes 

NABU legt Vorschläge für Änderung des Bundesjagdgesetzes vor

Krüger: Jäger müssen Verantwortung übernehmen, Bundesregierung muss endlich Bleimunition verbieten

Berlin, 20.08.2020 - Der NABU hat seine Stellungnahme zur Änderung des Bundesjagdgesetzes vorgelegt. Das Benennen der Verantwortung der Jägerinnen und Jäger und des dringend notwendige Waldumbaus hin zu Mischwäldern geht in die richtige Richtung. Allerdings müssen das Monitoring und die Datenbasis zur Wirkung der Jagd, besonders mit Bezug zur Waldentwicklung, deutlich verbessert werden. Inakzeptabel und unverständlich ist das im Gesetzesentwurf enthaltene Bleiminimierungsgebot. Die weitere Belastung der Umwelt mit Blei durch die Jagd muss umgehend beendet werden.

„Der Referentenentwurf zur Änderung des Bundesjagdgesetzes ist schon lange überfällig. Für den NABU ist klar, dass Wild zum Wald gehört. Allerdings muss dort, wo wir für den Waldumbau geringere Wilddichten brauchen, die Bejagung angepasst werden“, fordert der NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger.

Ähnlich alt wie die Diskussion zum Waldumbau sind die Bemühungen des NABU bleihaltige Jagdmunition zu verbieten. Das hochgiftige Schwermetall schadet der Natur und den Wildtieren. Vor allem Vögel, wie etwa Seeadler, verenden qualvoll an Bleischrot-Munition. Aber auch für den Menschen ist Blei, welches über den Verzehr von mit bleihaltiger Munition erlegtem Wild aufgenommen wird, gesundheitsschädigend.

„Bleifreie Jagdmunition ist seit Jahren auf dem Markt verfügbar, es gibt zahlreiche Erfahrungen aus der Praxis, die Wissenschaft unterstützt ein Verbot von Bleimunition. Anstelle eines Bleiminimierungsgebotes ist ein Verbot von bleihaltiger Jagdmunition längst überfällig“, so Krüger.

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Verschiedenes 

Schluss mit der ‚Saure-Gurken-Zeit‘

Schluss mit der ‚Saure-Gurken-Zeit‘
Bautzener Kastengurke ausgereift (c) Dr. Matthias Berger

Bautzener Kastengurke ist neuer Arche-Passagier

Der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) kürte die Gurke zum Gemüse des Jahres 2019/2020. Nicht ohne Grund, denn ihre einst große Sortenvielfalt in Deutschland ist geschrumpft. Die Arche des Geschmacks, mit der Slow Food Deutschland Nutztierarten und Kulturpflanzen vor dem Vergessen rettet, hat ab sofort die erste Gurke an Bord: die Bautzener Kastengurke. Diese war die weit verbreitetste Freilandgurke im Raum Bautzen – bis bitterfreie und optisch einheitliche Gurkensorten zum Ideal auserkoren wurden. Slow Food möchte die Bautzener Kastengurke jetzt wieder zur verdienten ‚Lokalheldin‘ machen. Ihr Anbau schont Ressourcen, sie ist vielseitig verwendbar und kann Heilkraft entfalten.

Bis in die 1940er Jahre war die Bautzener Kastengurke in der Region Bautzen vermutlich noch weit verbreitet. Mit dem Vormarsch der Schlangengurke geriet sie sukzessive in Vergessenheit. Diese setzte den Standard für das moderne ‚Gurkenideal‘: bitterfrei, lang und schmal sollte sie sein. Mit ihrem individuellen Aussehen eckte die Bautzener Kastengurke an. Sie ist unregelmäßig in Größe und Form, entwickelt sich von knubbelig zu bauchig und wurde für den Handel, der sich zunehmend auf optisch einheitliches Gemüse ausrichtete, uninteressant. Inzwischen steht die Bautzener Kastengurke auf der Roten Liste der gefährdeten einheimischen Nutzpflanzen in Deutschland. Mit der Aufnahme in die Arche des Geschmacks möchte Slow Food diesen ‚Abwärtstrend‘ umkehren und an ihrem Beispiel Menschen bundesweit auf den Geschmack regionaler Gurkensorten bringen.

Die Bautzener Kastengurke wurde früher im sogenannten ‚kalten Kasten‘ gezogen und verdankt dieser Aufzucht ihren Namen. Im Freiland bringt sie eine reichhaltige Ernte, je nach Wetterlage von Juni bis September. Moderne Gurkensorten hingegen werden ganzjährig im beheizten Gewächshaus angebaut, was sehr viele Ressourcen bindet. Die Kastengurke ist vielseitig verwertbar, frisch und auch für den Vorrat. Im jungen Stadium kann sie als Salat- und Vespergurke verzehrt oder sauer eingelegt werden. Als ausgereifte Gurke muss sie vor der Verarbeitung als Senf- und Schmorgurke zunächst entkernt werden. Charakteristisch ist ihre Bitternote, die bei ungünstiger Witterung mehr oder weniger stark auftritt - wie auch bei anderen alten Gurkensorten oder Blattgemüsen und –salaten wie etwa Chicoree oder Radicchio. Ihr werden entzündungshemmende und blutreinigende Wirkungen zugesprochen. Obgleich die Geschmacksrichtung ‚bitter‘ neben süß, sauer, salzig und umami zu unseren fünf Grundgeschmacksarten gehört, wissen wir zu wenig mit ihr umzugehen.

Dazu Gerhard Schneider-Rose, Leiter der Arche-Kommission bei Slow Food Deutschland: „Der Bitternote haftet heute oft ein negatives Image an. Die moderne Lebensmittelwelt hat uns entwöhnt, indem sie sie bei den marktgängigen Sorten vieler Gemüsearten wie Auberginen und Gurken weggezüchtet hat. Damit berauben wir uns nicht nur der genetischen und kulturellen Vielfalt unserer Nutzpflanzen, sondern auch der Geschmacksnuance ‚bitter‘. Slow Food möchte Verbraucher*innen dafür begeistern, die Augen für Erzeugnisse fernab des Supermarktstandards wieder zu öffnen.“
War die Bautzener Kastengurke lange Zeit nicht käuflich erwerbbar, konnte Slow Food im Zuge ihrer Aufnahme in die Arche des Geschmacks zwei Samenzüchter und einen Gemüsehof für die Vermarktung gewinnen. Damit ist die Gurke über Biomärkte in der Region Bautzen wieder verfügbar, sowie in Direktvermarktung beim Lausitzer HöfeLaden in Nebelschütz.

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NABU begrüßt nationale Strategie zum nachhaltigen Umgang mit Wasser

Miller: Stärkung des natürlichen Wasserhaushaltes muss zentrale Rolle spielen

Umweltministerin Svenja Schulze hat, angesichts der Hitzesommer und der aktuellen Wasserknappheit in einigen Kommunen, angekündigt, 2021 eine „Nationale Wasserstrategie“ vorzulegen. Immer häufiger treten Fälle von Wasserknappheit auf, weshalb die Umweltministerin verbindliche Regeln und Prioritäten für die Wassernutzung festlegen will. Die klimawandelbedingte Zunahme von Hochwasser und Trockenheit, Belastungen durch Nähr- und Schadstoffe, aber auch die teils in die Jahre gekommene Ver- und Entsorgungsinfrastruktur, stellen Deutschland vor große Herausforderungen.

Dazu erklärt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller:

„Ein nachhaltiger Umgang mit der lebensnotwendigen Ressource Wasser ist auch in Deutschland längst überfällig. Der NABU begrüßt deshalb ausdrücklich die Initiative des Umweltministeriums eine nationale Wasserstrategie zu erarbeiten. Im Zentrum muss die Stärkung des natürlichen Wasserhaushalts stehen. Natürliche Wasserspeicher wie naturnahe Wälder, Moore und Auen müssen verstärkt in den Blick genommen und entwickelt werden. Sie sind das Grundgerüst für die Grundwasserneubildung und den Wasserrückhalt in der Fläche. Gleichzeitig muss alles dafür getan werden, die Wasserressourcen vor Schadstoffen zu schützen. Dafür setzt sich der NABU seit 2019 auch beim nationalen Wasserdialog ein, dessen Ergebnisse in die nationale Wasserstrategie einfließen sollen. Der NABU begrüßt zudem, dass das BMU daran arbeiten will, die Wertschätzung von Wasser in der Gesellschaft zu erhöhen. Ein stabiler unbegrenzter Wasserzugang ist in vielen Ländern überhaupt keine Selbstverständlichkeit. Wasser ist Lebenselixir, das wir unbedingt schützen und bewahren müssen.“





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NABU begleitet Turteltauben auf ihrem Zug

NABU begleitet Turteltauben auf ihrem Zug
Turteltaube / NABU/M. Delpho

Daten sammeln für den Schutz - besenderte Vögel können live im Internet verfolgt werden

Berlin, 11-08.2020– Frieda, Julia, Romeo und Taubert machen schon bald den Abflug. Die vier Turteltauben wurden vom NABU mit jeweils einem fünf Gramm leichten ARGOS-Satellitensender ausgestattet, um ihren Zug nach Süden beobachten zu können. „Unsere Sendertauben werden sich ab Mitte August auf ihren etwa 5.000 Kilometer weiten Zugweg begeben und dabei Mittelmeer und Sahara überqueren“, so NABU-Vogelschutzexperte Eric Neuling. „Das Ziel der Besenderung ist es, die Tiere während ihrer Überwinterung in der Sahelzone Afrikas begleiten zu können.“ Der Zug von Frieda, Julia, Romeo und Taubert kann dabei in Echtzeit im Internet unter https://blogs.nabu.de/zugvoegel/ verfolgt werden.

Bereits 2019 hatte der NABU mit seinem Partner, der Arbeitsgruppe für Verhaltensökologie der Justus-Liebig-Universität Gießen, vier Turteltauben besendert. Es zeigte sich, dass die drei in der Lausitz heimischen Vögel einer Zugroute östlich der Alpen folgten und über den Balkan und Italien das Mittelmeer überflogen, während das hessische Turteltaubenweibchen die Westroute über Frankreich und Spanien nutzte. Neuling: „Damit konnte zum ersten Mal beobachtet werden, dass für die Art eine sogenannte Zugscheide innerhalb Deutschlands existiert. Nun warten wir mit Spannung darauf, ob die jetzt in Hessen besenderten Vögel ebenfalls den westlichen Zugweg nehmen.“

Kenntnisse über die Zugwege und die Überwinterungsgebiete sind für den Schutz der Turteltauben enorm wichtig. In Deutschland sind Turteltauben die Art, die zurzeit am drittstärksten abnimmt. Der Bestand schwächelt in ganz Westeuropa. Zusätzlich zu ihrem schlechten Bruterfolg in der heimischen intensiv genutzten Kulturlandschaft werden Turteltauben unter anderem in Spanien, Italien, Griechenland und Malta während des Herbstzugs legal bejagt. Bis zu 2,2 Millionen der Vögel fallen jedes Jahr legaler und illegaler Jagd zum Opfer. Neuling: „Turteltauben aus Deutschland unterliegen auf beiden Zugrouten der Gefahr durch die Jagd getötet zu werden. Die Bundesregierung muss daher auch in beiden Regionen ihre Schutzbemühungen verstärken.“

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NABU: Einsatz von Pestiziden muss endlich wirksam eingeschränkt werden

Krüger: Aktionsprogramm Insektenschutz muss umgesetzt werden

Berlin, 12.08.2020 – Zu den heute von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner vorgestellten Absatzzahlen von Pflanzenschutzmitteln 2019 in Deutschland erklärt NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger:

„Je nachdem ob das Jahr besonders feucht oder besonders trocken war, sind geringfügige Schwankungen der Absatzzahlen zu erwarten. Wenn also etwas weniger Pestizide eingesetzt wurden, ist das kein Erfolg von Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckners Politik und erst recht kein Grund für Entwarnung, sondern liegt schlicht am Wetter. Moderne Mittel werden zudem immer wirksamer. Es wäre demnach zu erwarten, dass die Mengen über die Jahre rückläufig sind. Sie stagnieren aber auf hohem Niveau. So ist es auch nicht verwunderlich, dass das Insektensterben rasant fortschreitet, denn der Pestizideinsatz ist einer der zentralen Verursacher. Wenn wir es mit dem Insektenschutz ernst meinen, dann muss die Anwendung von Pestiziden endlich wirksamer eingeschränkt werden. Wir brauchen eine Abkehr von der Chemisierung unserer Landschaft. Hier muss insbesondere das Landwirtschaftsministerium aktiv werden und das von der Bundesregierung beschlossene Aktionsprogramm Insektenschutz umsetzen. Das ist Ministerin Klöckner leider bis heute schuldig geblieben.“





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NABU-Studie: Zukunftspotenziale für naturnahe Wasserstraßen jetzt nutzen!

Vom Umweltbundesamt geförderte NABU-Studie analysiert Zustand wichtiger Bundeswasserstraßen des Nebennetzes

Im Rahmen des Bundesprogramms „Blaues Band Deutschland – Eine Zukunftsperspektive für die Wasserstraßen“ hat der NABU eine Studie zu den gewässerökologischen Defiziten und Potenzialen ausgewählter Bundeswasserstraßen des Nebennetzes veröffentlicht. Erstellt wurde die Studie durch das NABU-Institut für Fluss- und Auenökologie in Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro Koenzen.

Mit etwa 2.800 Kilometern gehören rund 40 Prozent der insgesamt 7.300 Kilometer langen Bundeswasserstraßen dem Nebennetz an und weisen nur ein geringes Güterverkehrsaufkommen auf. Sie besitzen aufgrund des geringeren Nutzungsdrucks im Vergleich zu den Gewässern des Kernnetzes das größere Potenzial für eine ökologische Aufwertung und waren daher Hauptgegenstand der Untersuchung. Insgesamt wurden 13 Gewässerabschnitte mit einer Gesamtlänge von 1.200 km untersucht.

Mit den Studienergebnissen möchte der NABU die Fachdiskussion bereichern und einen Beitrag zur Identifikation prioritärer Maßnahmen leisten. Bei der Auswahl der zu untersuchenden Gewässerabschnitte lag der Fokus auf natürlichen Binnengewässern. Kanalisierte Strecken sowie Seewasserstraßen waren nicht Gegenstand der Untersuchung. Zunächst wurde der Ist-Zustand der Wasserstraßen erhoben, um dann die Verbesserungspotenziale anhand der vorliegenden Restriktionen zu ermitteln. Dafür wurden Methodiken aus den vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) herausgegebenen Publikationen „Potenziale zur naturnahen Auenentwicklung“ sowie „Fachliche Grundlagen zum Bundesprogramm Blaues Band Deutschland“ verwendet. Für jeden Gewässerabschnitt wurden mögliche Maßnahmen abgeleitet und die Ergebnisse in Steckbriefen dargestellt.

Als Ergebnis der Studie kam heraus, dass der ökologische Zustand von 86 Prozent der untersuchten Gewässerabschnitte als mäßig bis schlecht zu bewerten ist. Bei 75 Prozent der Gewässerabschnitte wurde eine starke oder sogar sehr starke Veränderung der Gewässerstruktur festgestellt. 59 Prozent der untersuchten Auenflächen sind stark oder sehr stark gefährdet.

Gute Nachrichten gibt es bei den Verbesserungspotenzialen: Laut Studie kann für eine Vielzahl der Gewässer ein guter naturnaher Zustand erreicht werden, wenn entsprechende ökologische Maßnahmen umgesetzt werden. So kann auf über der Hälfte der betrachteten Stecke der Uferverbau entfernt und auf über einem Drittel der Uferbewuchs naturnah entwickelt werden. Zur Verbesserung des Auenzustands gibt es auf etwa 26.000 Hektar Potenziale.

Als Fazit der Studie kann festgehalten werden, dass das Verbesserungspotenzial regional zwar sehr unterschiedlich, aber insgesamt sehr groß ist. Die Untersuchung zeigt jedoch ebenso, dass bei unverändertem Bestehenbleiben der derzeitigen Restriktionen die Ziele der EU-Wasserrahmenrichtlinie nicht erreicht werden können.

Mit der Studie wurde ein integrativer Ansatz zur Herleitung von grundsätzlich zielführenden Maßnahmen im Gewässer, am Ufer und in der Aue der Bundeswasserstraßen des Nebennetzes entwickelt. Sie soll potenziellen Maßnahmenträgern Motivation und Hilfestellung geben.

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