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Veranstaltungen 

NABU: Vogelzähler und Haussperlinge auf Höchststand

NABU: Vogelzähler und Haussperlinge auf Höchststand
Stunde der Wintervögel (c) NABU/Willi Rolfes/publicgarden

Mit über 143.000 Teilnehmern erreicht die "Stunde der Wintervögel" einen neuen Rekord

Berlin – Neuer Rekord bei der „Stunde der Wintervögel“: Mehr als 143.000 Menschen haben bei der Vogelzählaktion des NABU und seines bayerischen Partners Landesbund für Vogelschutz (LBV) mitgemacht. Das sind über 5.000 mehr als 2019. „Noch nie haben sich so viele Vogelfreunde eine Stunde Zeit genommen und die Vögel in Garten, Park oder am Fenster gezählt. Das freut uns sehr“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Und es zeigt, dass sich immer mehr Menschen aktiv für die heimische Natur einsetzen wollen.“

Aus 97.000 Gärten wurden insgesamt über 3,6 Millionen Vögel gemeldet. Pro Garten ergibt sich daraus ein Mittelwert von 37,3 Vögeln und damit etwas mehr als 2019. Damals waren es 37 Vögel. Dennoch liegt der Wert deutlich unter dem langjährigen Mittel von fast 40 Vögeln pro Garten. Denn insgesamt haben die Vogelexperten des NABU seit Beginn der Wintervogelzählungen im Jahr 2011 einen abnehmenden Trend festgestellt.

„Das muss nicht unbedingt beunruhigend sein. Die Daten aus inzwischen einem Jahrzehnt Stunde der Wintervögel zeigen, dass die Zahl der Vögel in den Gärten umso geringer ist, je milder und schneeärmer der Winter ist“, so Miller. „Weniger im Garten beobachtete Vögel sind wahrscheinlich eine Folge der langen Reihe milder Winter in den letzten Jahren.“ Erst wenn es kalt wird und Schnee liegt, suchen viele Waldvögel Zuflucht in den Gärten der etwas wärmeren Siedlungen, in denen sie zudem Futterstellen vorfinden. Dazu passt, dass der ewige Spitzenreiter Haussperling, der sein ganzes Leben in den Dörfern und Städten verbringt, nur in den beiden kältesten Wintern des Jahrzehnts, 2011 und 2013 durch die vor allem in Wäldern lebende Kohlmeise vom Spitzenplatz verdrängt wurde.

Haussperling vor Kohlmeise, Blaumeise, Feldsperling und Amsel – das ist die diesjährige Reihenfolge der Wintervögel in Deutschlands Gärten. „Noch nie in der Geschichte der Aktion hat es eine andere Art geschafft, eine der fünf Top-Platzierungen einzunehmen“, stellt Miller fest.

Die Ornithologen des NABU freuen sich über das Spitzenergebnis des Haussperlings mit 6,8 Vögeln pro Garten. Seit Beginn der Aktion im Jahr 2011 ist das die höchste Zahl.

Traurig sieht es dagegen beim Grünfink aus: Mit nur 1,1 Vögeln pro Garten wurde nicht einmal ein Drittel der Grünfinken von 2011 entdeckt – eine Abnahme von fast 13 Prozent pro Jahr. Als Ursache vermutet der NABU unter anderem Trichomoniasis, eine Infektionen mit einem einzelligen Parasiten, mit dem sich diese Finken häufig an sommerlichen Vogelfutterstellen infizieren.

Die Amsel, die im vergangenen Winter aufgrund einer massiven Ausbreitung des Usutu-Virus deutliche Einbußen zu verzeichnen hatte, verharrte auf niedrigem Niveau. Die Usutu-Saison 2019 war deutlich schwächer als 2018 und hat offenbar zu keiner weiteren Abnahme der Amselbestände geführt.

Etwas geringer als erwartet machte sich die Eichelhäher-Invasion des vergangenen Herbstes bemerkbar. Zwar konnte in vier von zehn Gärten ein Eichelhäher beobachtet werden, doch lag der Mittelwert von fast 0,8 Vögeln pro Garten nur um ein Drittel über dem langjährigen Durchschnitt und erreichte nicht den bisherigen Topwert von fast 0,9 im Jahr 2011. Damals war der Winter allerdings deutlich härter. Es ist anzunehmen, dass ein großer Teil der Eichelhäher in diesem Winter nicht aus den Wäldern in die Gärten gekommen ist.

Weitere Zählergebnisse können unter www.stundederwintervoegel.de eingesehen werden. Die nächste Vogelzählung steht vom 8. bis 10. Mai an. Dann werden bei der „Stunde der Gartenvögel“ die Brutvögel in unseren Gärten und Parks erfasst.

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Verschiedenes 

Der Mundenhof bleibt ein Publikumsrenner

Auch im Jahr 2019 kamen fast 390.000 Besucher – und zwei Buntmarder

Freiburgs Tier-Natur-Erlebnispark hat sein Programm 2020 vorgestellt

Freiburg, 5. Februar 2020. Der Mundenhof bleibt ein Phänomen. Hier dösen keine Löwen, trompeten keine Elefanten, recken keine Giraffen ihre Hälse. Stattdessen sieht man ungekämmte Haustiere in ihrem Element. Es gibt keine Event-Gehege mit Hautnah-Feeling, sondern artgerechte Tierhaltung, bei der manch ein Tier nur aus der Mitteldistanz zu sehen ist. Trotzdem rennt das Publikum den Kamelen, Ziegen und Buntmardern die Bude ein.

Auf einer Pressekonferenz haben Forstamtsleiterin Nicole Schmalfuß und das Leitungs-Duo des Mundenhofs, Susanne Eckert und Birte Boxler, heute vor Ort die Jahresbilanz 2019 vorgestellt. Dabei gaben sie bekannt, dass im vergangenen Jahr rund 382.000 Besucherinnen und Besucher Freiburgs Tier-Natur-Erlebnispark beehrt haben. Das reicht nahe heran an die Rekordwerte der Vorjahre. Im Überblick:

Besucherzahlen auf dem Mundenhof:
2019 382.000
2018 391.000
2017 389.000
2016 360.000
2015 369.000
2014 364.000
2013 297.000
2012 302.000
2011 300.000

Baumaßnahmen: Zwar steht 2020 keine Großbaustelle im Gehege an, trotzdem geht es an vielen Stellen auf dem Mundenhof weiter voran. Unter anderem wird die Krankenstation weiter entwickelt, der Kral bei den Schafen und Ziegen ausgebaut, der Zaun für die Bisons erhöht und ein Biotop für Zauneidechsen angelegt. Dagegen erfüllte sich 2019 mit den neuen, erweiterten Toiletten inkl. einer Toilette für alle ein lange gehegter Wunsch vieler Mundenhof-Gäste. Außerdem wurde 2019 das Buntmardergehege fertig gestellt und am 20. Dezember eröffnet; der Gibbonstall nach jahrelangem Tauziehen vergrößert und erhöht; der Rohbau für den Yakstall fertiggestellt und ein Waschbecken bei den Kamelen installiert.

Buntmarder: Manja und Valerian sind wie erhofft die neuen Lieblinge des Publikums. Siehe angehängte PM vom Dezember und September 2019.

Herbstfest: Auch der Mundenhof beteiligt sich am Stadtjubiläum. Zum Abschluss der Aktionswoche „Nachhaltigkeit (er)leben“ im Rahmen des Stadtjubiläums findet auf dem Mundenhof ein großes Fest mit Akteuren der Bildung für nachhaltige Entwicklung statt. Es gibt Kürbisschnitzen und herbstliche Basteleien, Aktionen zum Mitmachen und Stände zum Informieren. Das Fest, das traditionell zusammen mit der Fördergemeinschaft veranstaltet wird, erhält nun weitere Kooperationspartner wie Abenteuerspielplatz, Kinderabenteuerhof, Planetarium, Waldhaus, den Verein Solare Zukunft und die Ökostation.

Hofwirtschaft: Durch die neue Essensausgabe und den Einbau einer Spülküche wurde 2019 eine lange erwartete Verbesserung erreicht. Trotzdem kommt die Hofwirtschaft an den beliebtesten Tagen der Nachfrage kaum hinterher, und der neue Eisverkauf zieht weitere Besucher an.

KonTiKi (Kontakt Tier Kind): Dank guter Pflege werden manche KonTiKi-Tiere uralt. Immer noch leben Anjou, eine über 20-jährige Alpaka-Stute, und Hauseselin Rosi, deren genaues Alter niemand kennt, die aber noch älter ist als Anjou. Leider musste 2019 der beliebte Schwarzwälder-Wallach Merlin eingeschläfert werden. Die Zahl der Schulklassen, die vormittags kommen, ist unverändert hoch, die Zahl der KonTiKi-Kinder am Nachmittag hat inzwischen eine leicht rückläufige Tendenz. Vor sechs Wochen wurde wieder das Krippenspiel aufgeführt. Es ist nicht nur bei den Zuschauer sondern auch bei den Mitwirkenden überaus beliebt.

Personal: Seit Jahren wächst der Mundenhof kontinuierlich und steht weiter vor großen Herausforderungen und Veränderungen. Bei 50 Gebäuden ist der Unterhaltungsaufwand groß, und nachdem der jahrelange Investitionsstau allmählich aufgearbeitet wurde, ist das Ertüchtigen der Infrastruktur jetzt in vollem Gange. Auch die Erweiterung des Mundenhofes wird vorangebracht, und angesichts der gestiegenen Besucher/innenzahlen, der Bauprojekte und der Planungen stößt die derzeitige Personalausstattung an ihre Grenzen.

Tierbestand: Im März 2019 wurde bei den Straußen Hahn Henry eingeschläfert. Wenig später hielten Straußenhenne Ruby und der neue Straußenhahn Ikarus Einzug auf dem Mundenhof – und haben im selben Jahr schon ein Küken großgezogen. Im April brachte Hinterwälder-Kuh Dora ein gesundes Stierkalb zur Welt. Fast zur selben Zeit gab es auch Nachwuchs bei den WatussiRindern – ein schönes, geschecktes Kuhkalb, dass im Juni leider wegen einer seltenen Gaumenspalte eingeschläfert werden muss. Die Bestandsverjüngung bei den Yaks zeigt schon ihre Wirkung, 2010 wurden drei Kälber geboren. Nachdem die Lamas Arica und Maya gestorben sind, wurden 2019 erstmals seit vielen Jahren zwei kräftige Lamahengste geboren. Bei den Ziegen ist am 19. Februar ein junger Burenziegenbock nach Fütterung durch Besucher gestorben. Im Mai traf ein neuer Bock ein. Die Kaschmirziegen konnten auch 2019 viel Kindersegen melden. Diesmal wurden 14 Jungtiere geboren. Beim Damwild ist am 8. Mai ein neuer, junger Hirsch eingetroffen. Und dann kamen natürlich noch die beiden Buntmarder – zuerst am 17. September Frau Manja aus dem Tierpark Berlin, dann am 18. Dezember Herr Valerian aus Jerusalem.

Auch das noch: Im vergangenen Jahr ist ein Storchennest abgestürzt. Tiere kamen dabei nicht zu Schaden. Der Vorfall bewies aber: Nicht alle Störche halten sich an die örtlichen Bauvorschriften.

Wird Freiburgs Tiergehege bald in „Marderhof“ umbenannt? Groß ist jedenfalls die Aufregung und die Freude auf dem Mundenhof, seit dort am Mittwoch die männliche Hälfte des Buntmarder-Pärchens eingetroffen ist. Das Männchen wurde heute auf einem Pressetermin vorgestellt und freut sich ab sofort auf Besucherinnen und Besucher.

Bei seiner Vorstellung betonte Bürgermeisterin Gerda Stuchlik: „Wir freuen uns, dass der Mundenhof mit dem Buntmarderpärchen um eine weitere Attraktion reicher ist und laden die Bevölkerung zu einem Besuch zwischen den Jahren ein.“ Dabei gab Stuchlik auch bekannt, dass die Tierpfleger des Mundenhofs dem Männchen den Namen Valerian gegeben haben.

Der Neuzugang ist wie auch das Weibchen Manja, das bereits im September auf dem Mundenhof eintraf, ein Dreivierteljahr alt. Er ist von Kopf bis Schwanzende fast einen Meter lang und hat jede Menge Migrationshintergrund. Eigentlich kommen Martes flavigula in den trockenen, immergrünen Landschaften und Trockenwäldern von Ostsibirien, China und der Malaiischen Halbinsel vor.

Auch der neue Mundenhof-Marder kam aus einem Drittland, nämlich dem Zoo von Jerusalem. Das verzögerte seine Einreise erheblich. Zu beachten waren Ausfuhrbestimmungen aus Israel, Einfuhrbestimmungen in die EU, und auch Zoll, Artenschutz und Veterinärbehörden hatten viele Wörtchen mitzureden.

Die Verteilung der seltenen, aber in Zoos sehr begehrten Buntmarder ist eine Wissenschaft für sich. Für bestimmte Tierarten führen Zoologische Gärten Erhaltungszuchtbücher, für die es jeweils einen Zuchtbuchmanager gibt. Die Zuchtbuchmanagerin für Buntmarder arbeitet in einem schwedischen Zoo. Sie ist dafür zuständig, Tiere, die genetisch oder aus anderen Gründen gut zueinander passen, auszuwählen. Die Organisation des Austauschs obliegt dann den Zoos selber. Um aus Berlin bzw. jetzt aus Jerusalem Buntmarder zu bekommen, musste der Mundenhof jahrelange Vorarbeiten leisten.

Die Mühe lohnt sich aber, wie man an Weibchen Manja sieht. Erst seit drei Monaten auf dem Mundenhof, hat sie schon ihre eigene Fangemeinde und ist Liebling der Tierpfleger wie auch vieler, gerade junger Besucherinnen und Besucher. Dabei neigen Buntmarder dazu, vieles von dem, was Kinder süß finden, aufzufressen. Auf ihrer Speisekarte stehen kleine Nager, Pfeifhasen, Hühnchen, Frösche, Eidechsen, Früchte, Beeren, Gemüse und Eier.

Übrigens: Wer Manja in Aktion sehen will, besucht sie am besten morgens gegen 8 oder nachmittags um 15 bis 16 Uhr. Nachts schläft sie gern im Innenstall, tagsüber in ihrer Box im Ausweichgehege. Vermutlich wird sich ihr Gefährte diesem Biorhythmus anpassen.

Jetzt auch Patenschaft für die Buntmarder möglich Ab sofort können Interessierte eine Patenschaft für die Buntmarder in Höhe von 500 Euro übernehmen. Patenschaften sind ein beliebtes und bewährtes Mittel, die Arbeit im Freiburger Tiergehege zu unterstützen. Es gibt derzeit etwa 200 davon; sie reichen von 50 bis 500 Euro. Am begehrtesten sind Patenschaften für Erdmännchen und Wollschweine, davon gibt es rund 40 bzw. 30. Manche Mundenhof-Tiere, etwa die Schwarzwälder Füchse, die Strauße und die Pfauen, müssen dagegen mit wenigen Paten auskommen.

Eine Patenschaft schließt man in der Regel für ein Jahr ab, gerne darf sie verlängert werden. Die Gründe, warum sich MundenhofFreunde ein bestimmtes Tier aussucht, sind vielfältig und oft sehr persönlich (erste Kuss auf der Bank bei den Bisons etc.). Deshalb werden Patenschaften gerne verschenkt. Manche Paten halten dem Mundenhof schon über viele Jahre die Treue.

Das Geld aus den Patenschaften wird von der Fördergemeinschaft Mundenhof verwaltet. Es wird für Ausgaben im Tierbereich genutzt, zum Beispiel teure Tierklinikaufenthalte, Operationen, Spezialfutter oder Medikamente, aber auch für die Renovierung von Stallungen. Tierpaten erhalten eine Urkunde und werden zum Patentag auf dem Mundenhof eingeladen.

Nach vierjähriger Wartezeit ist es soweit: der Mundenhof empfängt seine neuen Mitbewohner – ein Sibirisches Buntmarderpärchen. Bislang wuseln in ganz Europa nur rund 40 dieser neugierigen und geschickten Tiere durch die Zoos. Dort, wo sie zu sehen sind, zählen sie zu den Publikumslieblingen. Der Mundenhof hatte sich deshalb entschieden, den Beton des ehemaligen Bärengeheges durch einen naturnahen Lebensraum für Buntmarder zu ersetzen.

Die Tiere werden über das Europäische Zuchtprogramm verteilt, wo der Mundenhof seit 2015 auf der Wartliste stand. Vor kurzem gab es endlich grünes Licht: Ein Weibchen aus Berlin und ein Männchen aus Jerusalem können nach Freiburg umsiedeln. Während der Umzug aus Berlin nur einen zweitägigen Roadtrip für zwei Tierpflegerinnen bedeutete, sind die Einreisebestimmungen für das Männchen aus Israel aufwendiger. Im November sollen alle Untersuchungen und Bestätigungen vorliegen, damit das Tier den Flug antreten kann. Bis dahin bleibt es bei einer Fernbeziehung.

Die Eingewöhnung in das neue Gehege erfolgt gemeinsam, wenn beide Buntmarder vor Ort sind. Das Weibchen wird daher aktuell hinter den Kulissen im Ausweichgehege gehalten. Bei einem Ortstermin auf dem Mundenhof mit Bürgermeisterin Gerda Stuchlik wurde die aufgeweckte junge Marderdame heute vorab der Presse vorgestellt. Dabei betonte Stuchlik: „Unsere beiden Neuzugänge aus Berlin und Jerusalem waren mit mehr Formalitäten verbunden als der Wechsel eines Fußballstars nach Freiburg. Das Warten hat sich aber gelohnt. Ich bin überzeugt davon, dass unsere Buntmarder bald die neuen Stars auf dem Mundenhof sein werden. An hoher Laufbereitschaft fehlt es ihnen jedenfalls nicht.“





Verschiedenes 

Zahl des Monats: 34 Prozent weniger Feldvögel seit 1980

Vogelschutzbericht offenbart starken Rückgang von Vögeln der Wiesen und Felder

Berlin – Über ein Drittel Rückgang: Seit 1980 hat der Bestand an Feldvögeln in Deutschland um 34 Prozent abgenommen. Das sind über zehn Millionen Brutpaare weniger. Der Gesamtbestand der Vögel in Wäldern und Siedlungen ist dagegen im gleichen Zeitraum weitgehend stabil geblieben. Dies ergibt sich aus den Daten des neuen Nationalen Vogelschutzberichts der Bundesregierung, deren Ergebnisse heute im Detail veröffentlicht wurden. Agrar-Vogelarten sind beispielsweise Feldlerche, Rebhuhn und der Vogel des Jahres, die Turteltaube. Auch Bewohner feuchter Wiesen und Moore wie Braunkehlchen, Kiebitz, Brachvogel, Uferschnepfe und Bekassine gehören dazu.

Die meisten dieser Arten leiden unter der Intensivierung der Landwirtschaft. Immer größere Felder, die Ausweitung des Mais- und Rapsanbaus, weniger Restflächen wie Feldraine und Wegränder und der Wegfall von Brachflächen machen den Vögeln zu schaffen. Durch den großflächigen Einsatz von Pestiziden und Dünger gibt es keinen Platz mehr für Wildkräuter oder Insekten. So finden Feldvögel weniger Nahrung und Brutplätze.

In diesem Jahr werden die politischen Weichen für die Zukunft der Agrarpolitik gestellt. Die EU-Agrarpolitik muss dafür sorgen, dass jeder Betrieb zehn Prozent seiner Fläche für die Artenvielfalt zur Verfügung stellt. So können sich Vogelbestände nachweislich erholen.

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Verschiedenes 

NABU: Wie hoch ist der Pestizideinsatz auf Wiesen und Feldern?

Krüger: EU und Bundesregierung müssen Licht ins Dunkel bringen / Insektenschutz erfordert weniger Pestizideinsatz

Berlin/Brüssel – 5.2.2020; Die Gefahren, die von Pestiziden für die Umwelt ausgehen, werden EU-weit unzureichend gemessen und ausgewertet. Hiervor warnt der Europäische Rechnungshof am heutigen Mittwoch.

„Es ist kaum vorstellbar: Im Daten-Zeitalter tappen wir bei Pestiziden weiter im Dunklen. Wir wissen nicht wie viel von ihnen auf unseren Wiesen und Feldern landet. Und das obwohl Insekten in rasantem Tempo verschwinden. Wirksamen Schutz für die Artenvielfalt bekommen wir auf Dauer aber nur hin, wenn der Pestizideinsatz deutlich sinkt“, so NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger.

Dazu sei es notwendig, Zeitpunkte, Orte, exakte Mengen als Spritzserien sowie die gemeinsam ausgebrachten Wirkstoffe in Tankmischungen zu erfassen. Eine entsprechende Datengrundlage müsse geschaffen, die Spritzbücher der Betriebe zentral erfasst und ausgewertet werden. Aktuell läuft in Baden-Württemberg auch eine vom NABU angestrengte Klage, um Klarheit über den Pestizideinsatz in Schutzgebieten zu erlangen.

Dass eine Pestizid-Reduktion grundsätzlich möglich ist, zeigen Studien. Allein in Deutschland kann der Pestizideinsatz um 50 Prozent sinken – bei gleichen Erträgen. Entscheidend ist, dass die Bundesregierung ihr Insektenschutzprogramm umsetzt und die in der geplanten Ackerbaustrategie identifizierten Probleme löst. Zudem muss das Prinzip des integrierten Pflanzenschutzes in Deutschland besser angewendet werden: Seit mehr als zehn Jahren schreibt das Ordnungsrecht vor, dass Pestizide erst dann zum Einsatz kommen sollen, wenn bereits alle Möglichkeiten vorbeugender und nicht-chemischer Methoden zur Schädlingsbekämpfung ausgeschöpft sind. Bis heute fehlen jedoch klare Kriterien, um dieses Prinzip umzusetzen, zu messen und zu überprüfen.

„Klar ist auch: Vor allem in den Schutzgebieten muss der Einsatz von Pestiziden angegangen werden. Schutzgebiete müssen ihrem Namen gerecht werden können. Auch der Umstieg auf eine vielfältigere Fruchtfolge muss gelingen. Wenn künftig fünf statt nur drei unterschiedliche Früchte in Folge angebaut werden, kann sich das Aufkommen von Schadorganismen automatisch verringern. Und wir brauchen mehr Mut zum ‚Unkraut‘: Eine vielfältige Ackerbegleitflora kann das Aufkommen resistenter Kräuter und damit den Einsatz von Pestiziden reduzieren“, so Krüger. Auch die laufende Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) müsse Landwirte dabei unterstützen, auf eine insektenfreundlichere und nachhaltigere Landwirtschaft umzustellen.

„Pestizide sollten künftig auch nicht mehr aus kosmetischen Gründen eingesetzt werden“, fordert NABU-Pestizidexpertin Verena Riedl. Im Obst- und Gemüsebau geht weiterhin ein Großteil der Spritzungen auf das Konto der Makellosigkeit. „Hier sind wir Verbraucher und der Lebensmitteleinzelhandel gefragt: Sind wir bereit, kleinere Makel in Kauf zu nehmen, wenn dafür weniger gespritzt wird?“





Verschiedenes 

Karlsruhe: Dachse zu Besuch in Grötzingen

Karlsruhe: Dachse zu Besuch in Grötzingen
Dachs © Marek / ForstBW

Forstamt informiert zu Lebensweise und Umgang mit den wilden Kulturfolgern

Besonders in der Nacht und bei Dämmerung lässt sich in den Hohlwegen rund um Grötzingen mit etwas Glück der "Grimbart" antreffen. Ungewöhnlich scheint, dass sich die Dachse nun auch immer wieder tagsüber in den Gärten des Wohngebiets blicken lassen. Grund dafür ist die Eigenschaft der Tiere, sich als sogenannte Kulturfolger den menschlichen Lebensräumen anzupassen.

Lebensweise in Siedlungen

Jetzt im Winter findet der Dachs in unseren Gärten Nahrung im Komposthaufen, im Beet und unter dem gepflegten Rasen. Besondere Leckerbissen sind ausgelegtes Katzen- und Vogelfutter. Von den milden Wintern und der Abwärme von Häusern und Autos profitiert er ebenfalls. Anders als seine Artgenossen im Schwarzwald, muss er sich in Siedlungen nicht damit beeilen, einen ordentlichen Winterspeck anzufressen, bevor er in die Winterruhe geht. Er braucht diese eigentlich gar nicht mehr, da er auch in der kalten Jahreszeit ausreichend Nahrung findet. Deshalb ist es nicht mehr ungewöhnlich, die Dachse tagsüber anzutreffen.

Seine Baue kann er in Wohngebieten allerdings nicht wie gewohnt an Hängen und Böschungen anlegen. Er gräbt stattdessen unter Garagen, Carports und Treppen das lockere Erdmaterial aus. Auch wenn diese Baue nicht seinen architektonischen Fähigkeiten entsprechen, kommt er damit gut zurecht, da es dort trocken, warm und geschützt ist.

Probleme und Ängste

Für Anwohnerinnen und Anwohner kann ständiger Dachs-Besuch zu einem echten Konflikt werden. Der Dachsbau unter Fundamenten kann zu Schäden führen und seine nächtlichen Grabungen verärgern Gartenbesitzerinnen und -besitzer. Zudem befürchten viele die Übertragung von Wildkrankheiten oder Beißattacken. Hier beruhigt der städtische Wildtierbeauftragte Stefan Lenhard. Laut dem Experten würden Dachse nur dann aggressiv, wenn sie krank oder verletzt sind oder in die Enge gedrängt werden. Auf Menschen übertragbare Wildkrankheiten seien im Stadtgebiet nicht bekannt. Allerdings können Hunde und Katzen Parasiten über den Kot des Dachses aufnehmen. Dann kann der Tierarzt weiterhelfen.

Mögliche Maßnahmen und Hilfestellung

Wer keinen Dachs auf seinem Grundstück möchte, sollte sich um einen engmaschigen Zaun von mindestens 1,20 Meter Höhe bemühen, der in den Boden eingearbeitet ist. Dieser muss regelmäßig kontrolliert und gepflegt werden. Zudem sollte Tierfutter aus dem Garten entfernt werden und es empfiehlt sich Abfalltonnen und den Kompostplatz im Garten unzugänglich zu machen. Lärm, Licht und beißende Gerüche helfen nur kurzfristig bei der Vergrämung.

Werden erste Grabversuche eines Dachsbaus an einem Gebäude entdeckt, können die Löcher wieder mit Erde geschlossen und mit einem Brett oder Blumentopf abgedeckt werden. Geht das Loch bereits so weit unter das Gebäude, dass das Ende der Röhre nicht erkennbar ist, ist Vorsicht geboten. Ein Abdecken des Baus hätte dann zur Folge, dass der Dachs kläglich verhungert und erstickt. Solche Maßnahmen sind aus Tierschutz-Gründen nicht zulässig. In einem solchen Fall sollte fachmännischer Rat beim städtischen Wildtierbeauftragten eingeholt werden.

zum Bild:
Auch tagsüber streifen Dachse immer öfter durch Grötzingen.
Der Dachs ist ein Baumeister, der seine Baue über mehrere Untergeschosse anlegt.
© Marek / ForstBW





Verschiedenes 

NABU: Europa braucht mehr wilde Wälder

Krüger: EU muss Schutz von Klima und Artenvielfalt im Wald gemeinsam denken / Letzte Urwälder Europas retten

Brüssel/Berlin – Anlässlich der am heutigen Dienstag beginnenden Konferenz, auf der die EU Grundlagen ihrer künftigen Waldpolitik diskutiert, fordert der NABU, den Schutz von Klima und Artenvielfalt im Wald stärker gemeinsam zu denken.

„Naturnahe Wälder gehören zu unseren wichtigsten Verbündeten im Kampf gegen die Klimakrise. Sie speichern Kohlenstoff, puffern Extremtemperaturen und Starkregen. Diese Fähigkeiten müssen wir stärken, um unsere Wälder fit für den Klimawandel zu machen. Und mit dem Rohstoff Holz bieten Wälder die Chance, Kohlenstoff langfristig in Möbeln, Bauteilen oder Häusern zu binden“, so NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger.

Gleichzeitig sind Wälder Erholungs- und Lebensräume für Menschen, Tiere und Pflanzen. Doch Erderhitzung und intensive Bewirtschaftung setzen sie zunehmend unter Druck: Allein in Deutschland sind nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums 180.000 Hektar Wald stark geschädigt. Studien zeigen zudem, dass die Insektenmasse in deutschen Wäldern in den Jahren 2008 bis 2017 um 41 Prozent zurückgegangen ist. Auch die Vielfalt der Arten ist um 36 Prozent gesunken.

„Die EU hat jetzt die große Chance, Arten und Klima im Wald gleichermaßen zu schützen. Diese Chance muss sie nutzen“, so Krüger. Entscheidend sei, dass die EU der Verlockung widerstehe, jetzt vor allem auf plantagenartige Aufforstungen mit schnell wachsenden Baumarten zu setzen, um diese auf die Klimaziele anrechnen zu lassen. „Viel wichtiger ist jetzt der Umbau unserer vorhandenen Wälder hin zu klimawandelsicheren Mischwäldern, die Kohlenstoff und Wasser speichern. Und es darf keinen vermehrten Einschlag unter dem Deckmantel des Klimaschutzes geben“, so NABU-Präsident Jörg-Andres Krüger.

Die EU-Waldstrategie soll unter der im Juni 2020 beginnenden deutschen Ratspräsidentschaft fertig gestellt werden und für die nächsten zehn Jahre gelten. Eine zentrale Herausforderung ist dabei auch der Stopp des Raubbaus an den letzten Urwäldern Europas. In Rumänien, Bulgarien und der Ukraine werden jahrtausendealte Urwälder abgeholzt, obwohl sie teils zum UNESCO-Weltnaturerbe zählen. „Die EU-Waldstrategie muss zudem unseren Fußabdruck in den Wäldern der Welt klar aufzeigen. Schon heute importieren wir über 50 Prozent des Zellstoffes für die Papierherstellung aus dem Ausland. Das geht auch auf Kosten von Urwäldern und Klima“, so der NABU-Präsident.

Zudem müsse die energetische Nutzung von Holz sinken. Aktuell landen in Deutschland über 60 Prozent des geschlagenen Laubholzes im Ofen. „Holz wird meist geerntet ehe die Bäume ihr Potenzial als CO2-Speicher voll ausgeschöpft haben. Es sollte daher mehrfach genutzt werden, in Kaskaden: etwa erst in Bauteilen für Häuser, dann in der Möbelschreinerei und schließlich im Ofen. Denn Holz ist – auch mit Blick auf die Klimakrise und den Zustand unserer Wälder – zu wertvoll, um nur verheizt zu werden“, so Krüger.

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Verschiedenes 

NABU: Lebensmittel dürfen nicht verramscht werden

Krüger: Einzelinitiativen von Handelsketten zur fairen Bepreisung sind erfreulich, werden aber nicht die Lösung sein – hier ist Politik gefragt

Berlin – Zum heutigen Spitzentreffen von Klöckner, Altmaier und Vertretern des Lebensmitteleinzelhandels im Kanzleramt kommentiert NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger:

„Landwirtinnen und Landwirte müssen für verantwortungsbewusst produzierte Lebensmittel angemessen und fair bezahlt werden. Es darf nicht sein, dass Lebensmittel verramscht werden. Die Verantwortung für angemessene Preise kann auch nicht allein auf die Verbraucherinnen und Verbraucher geschoben werden. Einzelinitiativen von Handelsketten zur fairen Bepreisung sind erfreulich, werden aber nicht die Lösung sein – hier ist Politik gefragt. Wir brauchen ein systemisches Umsteuern hin zu einer Preispolitik, die den Wert der Lebensmittel und die damit verbunden Umweltfolgekosten in den Fokus stellt.“





Buch- und CD-Tipps 

Buchtipp: Sigrid Tinz "Friede den Maulwürfen!"

Buchtipp: Sigrid Tinz "Friede den Maulwürfen!"

Bösewichte und Plagen im Garten – und wie wir mit ihnen klarkommen

»Friede den Maulwürfen!«, erschienen im pala-verlag, ist trotz des harmlosen Titels nichts für schwache Nerven. Sigrid Tinz hat sich darin auf die Suche nach den guten Seiten der Bösewichte und Plagegeister im Garten begeben. Dort gibt es eine Menge Arten, die auch naturverbundene Menschen an ihre Toleranzgrenzen bringen: Blattläuse, Wühlmäuse und Nacktschnecken ebenso wie Schachtelhalm, Löwenzahn und Quecke.

Sigrid Tinz plädiert für einen entspannten Umgang selbst mit den gefräßigsten und ausbreitungsfreudigsten Tier- und Pflanzenarten und für Augenmaß bei der Wahl der Gegenmittel. Spannend wird es im Kapitel über die besonders Bösen: Giersch, Buchsbaumzünsler oder Zecke – ist das auch noch Natur oder kann das einfach weg?

Die Geoökologin erklärt, dass keine Tier- und Pflanzenart von Natur aus böse ist, sondern jede ihre Rolle im Ökosystem hat. Diese Erkenntnisse machen die Plagegeister nicht in jedem Fall sympathischer. Aber sie helfen immer dann, wenn Panik entsteht oder der Geduldsfaden zu reißen droht. Statt »Schädlinge« und »Unkräuter« im Garten rabiat mit allen Mitteln zu bekämpfen, rät die Autorin nur das Wirksame und nichts verheerend Nutzloses zu tun. Damit das leichter gelingt, lässt sie die Tiere und Pflanzen selbst zu Wort kommen und ihre Sicht auf die Gartenwelt erklären.

Mit diesem Buch bleibt das grüne Paradies eine giftfreie und entmilitarisierte Zone. Die Plagegeister werden nicht ausgerottet, aber sie nerven auch nicht mehr. Friedlich Gärtnern braucht Mut. Wer es wagt, schont auch die bedrohten Arten und wird mit schönen Naturerlebnissen belohnt.

pala-verlag 2019, 162 Seiten, € 16,00
ISBN: 978-3-89566-393-2







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