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Verschiedenes 

Aufregung und Freude auf dem Mundenhof

Valerian, der zweite Sibirische Buntmarder, ist da

Wird Freiburgs Tiergehege bald in „Marderhof“ umbenannt? Groß ist jedenfalls die Aufregung und die Freude auf dem Mundenhof, seit dort am Mittwoch die männliche Hälfte des Buntmarder-Pärchens eingetroffen ist. Das Männchen wurde heute auf einem Pressetermin vorgestellt und freut sich ab sofort auf Besucherinnen und Besucher.

Bei seiner Vorstellung betonte Bürgermeisterin Gerda Stuchlik: „Wir freuen uns, dass der Mundenhof mit dem Buntmarderpärchen um eine weitere Attraktion reicher ist und laden die Bevölkerung zu einem Besuch zwischen den Jahren ein.“ Dabei gab Stuchlik auch bekannt, dass die Tierpfleger des Mundenhofs dem Männchen den Namen Valerian gegeben haben.

Der Neuzugang ist wie auch das Weibchen Manja, das bereits im September auf dem Mundenhof eintraf, ein Dreivierteljahr alt. Er ist von Kopf bis Schwanzende fast einen Meter lang und hat jede Menge Migrationshintergrund. Eigentlich kommen Martes flavigula in den trockenen, immergrünen Landschaften und Trockenwäldern von Ostsibirien, China und der Malaiischen Halbinsel vor.

Auch der neue Mundenhof-Marder kam aus einem Drittland, nämlich dem Zoo von Jerusalem. Das verzögerte seine Einreise erheblich. Zu beachten waren Ausfuhrbestimmungen aus Israel, Einfuhrbestimmungen in die EU, und auch Zoll, Artenschutz und Veterinärbehörden hatten viele Wörtchen mitzureden.

Die Verteilung der seltenen, aber in Zoos sehr begehrten Buntmarder ist eine Wissenschaft für sich. Für bestimmte Tierarten führen Zoologische Gärten Erhaltungszuchtbücher, für die es jeweils einen Zuchtbuchmanager gibt. Die Zuchtbuchmanagerin für Buntmarder arbeitet in einem schwedischen Zoo. Sie ist dafür zuständig, Tiere, die genetisch oder aus anderen Gründen gut zueinander passen, auszuwählen. Die Organisation des Austauschs obliegt dann den Zoos selber. Um aus Berlin bzw. jetzt aus Jerusalem Buntmarder zu bekommen, musste der Mundenhof jahrelange Vorarbeiten leisten.

Die Mühe lohnt sich aber, wie man an Weibchen Manja sieht. Erst seit drei Monaten auf dem Mundenhof, hat sie schon ihre eigene Fangemeinde und ist Liebling der Tierpfleger wie auch vieler, gerade junger Besucherinnen und Besucher. Dabei neigen Buntmarder dazu, vieles von dem, was Kinder süß finden, aufzufressen. Auf ihrer Speisekarte stehen kleine Nager, Pfeifhasen, Hühnchen, Frösche, Eidechsen, Früchte, Beeren, Gemüse und Eier.

Übrigens: Wer Manja in Aktion sehen will, besucht sie am besten morgens gegen 8 oder nachmittags um 15 bis 16 Uhr. Nachts schläft sie gern im Innenstall, tagsüber in ihrer Box im Ausweichgehege. Vermutlich wird sich ihr Gefährte diesem Biorhythmus anpassen.

Jetzt auch Patenschaft für die Buntmarder möglich Ab sofort können Interessierte eine Patenschaft für die Buntmarder in Höhe von 500 Euro übernehmen. Patenschaften sind ein beliebtes und bewährtes Mittel, die Arbeit im Freiburger Tiergehege zu unterstützen. Es gibt derzeit etwa 200 davon; sie reichen von 50 bis 500 Euro. Am begehrtesten sind Patenschaften für Erdmännchen und Wollschweine, davon gibt es rund 40 bzw. 30. Manche Mundenhof-Tiere, etwa die Schwarzwälder Füchse, die Strauße und die Pfauen, müssen dagegen mit wenigen Paten auskommen.

Eine Patenschaft schließt man in der Regel für ein Jahr ab, gerne darf sie verlängert werden. Die Gründe, warum sich MundenhofFreunde ein bestimmtes Tier aussucht, sind vielfältig und oft sehr persönlich (erste Kuss auf der Bank bei den Bisons etc.). Deshalb werden Patenschaften gerne verschenkt. Manche Paten halten dem Mundenhof schon über viele Jahre die Treue.

Das Geld aus den Patenschaften wird von der Fördergemeinschaft Mundenhof verwaltet. Es wird für Ausgaben im Tierbereich genutzt, zum Beispiel teure Tierklinikaufenthalte, Operationen, Spezialfutter oder Medikamente, aber auch für die Renovierung von Stallungen. Tierpaten erhalten eine Urkunde und werden zum Patentag auf dem Mundenhof eingeladen.


Neuzugänge auf dem Mundenhof: Buntmarder-Weibchen wurde vorgestellt – das Männchen folgt demnächst

Nach vierjähriger Wartezeit ist es soweit: der Mundenhof empfängt seine neuen Mitbewohner – ein Sibirisches Buntmarderpärchen. Bislang wuseln in ganz Europa nur rund 40 dieser neugierigen und geschickten Tiere durch die Zoos. Dort, wo sie zu sehen sind, zählen sie zu den Publikumslieblingen. Der Mundenhof hatte sich deshalb entschieden, den Beton des ehemaligen Bärengeheges durch einen naturnahen Lebensraum für Buntmarder zu ersetzen.

Die Tiere werden über das Europäische Zuchtprogramm verteilt, wo der Mundenhof seit 2015 auf der Wartliste stand. Vor kurzem gab es endlich grünes Licht: Ein Weibchen aus Berlin und ein Männchen aus Jerusalem können nach Freiburg umsiedeln. Während der Umzug aus Berlin nur einen zweitägigen Roadtrip für zwei Tierpflegerinnen bedeutete, sind die Einreisebestimmungen für das Männchen aus Israel aufwendiger. Im November sollen alle Untersuchungen und Bestätigungen vorliegen, damit das Tier den Flug antreten kann. Bis dahin bleibt es bei einer Fernbeziehung.

Die Eingewöhnung in das neue Gehege erfolgt gemeinsam, wenn beide Buntmarder vor Ort sind. Das Weibchen wird daher aktuell hinter den Kulissen im Ausweichgehege gehalten. Bei einem Ortstermin auf dem Mundenhof mit Bürgermeisterin Gerda Stuchlik wurde die aufgeweckte junge Marderdame heute vorab der Presse vorgestellt. Dabei betonte Stuchlik: „Unsere beiden Neuzugänge aus Berlin und Jerusalem waren mit mehr Formalitäten verbunden als der Wechsel eines Fußballstars nach Freiburg. Das Warten hat sich aber gelohnt. Ich bin überzeugt davon, dass unsere Buntmarder bald die neuen Stars auf dem Mundenhof sein werden. An hoher Laufbereitschaft fehlt es ihnen jedenfalls nicht.“








Verschiedenes 

Genau ein Jahr nach der Geburt: Ginger bekommt weiteres Geschwisterchen

Genau ein Jahr nach der Geburt: Ginger bekommt weiteres Geschwisterchen
Nachwuchs bei den Rotscheitelmangaben / Foto: Timo Deible/Zoo Karlsruhe

Nachwuchs bei den Rotscheitelmangaben / Zoo Karlsruhe erfolgreich in der Erhaltungszucht

Die Rotscheitelmangaben im Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe haben Nachwuchs bekommen. Genau vor einem Jahr, also auch am 19. Dezember, ist ebenfalls ein Jungtier auf die Welt gekommen, dem die Tierpfleger den Namen Ginger gegeben hatten. Nun hat Ginger ein weiteres Geschwisterchen. "Noch können wir nicht sagen, ob es ein Männchen oder Weibchen ist, Mutter Kano hält das Kleine im Moment noch ganz fest an sich gedrückt", berichtet Revierleiter Michael Heneka. Für Kano und Vater Alf ist es bereits das fünfte Kind. Der Zoo Karlsruhe ist damit äußerst erfolgreich in der Zucht dieser selten in Zoos gehaltenen Affenart.

Das Jungtier wurde in den frühen Morgenstunden geboren. "Es war eine wunderschöne Überraschung zum Arbeitsbeginn", erzählt Heneka, der bei Dienstantritt den Nachwuchs sofort entdeckte. Kano kümmert sich – wie auch bei den bisherigen Jungtieren – gut um ihr Kleines und säugt es regelmäßig. In Karlsruhe gelingt die Zucht dieser bedrohten und in nur wenigen Zoos gehaltenen Art besonders gut. Aktuell leben in den europäischen Zoos weniger als 100 Tiere, auch klappt es nicht überall mit der Zucht.

Rotscheitelmangaben gelten als gefährdet in ihrem Bestand. Sie gehören zu den Pavianartigen und sind in den tropischen Regenwäldern der westafrikanischen Küste von Nigeria bis Gabun beheimatet. Dort schwindet ihr Lebensraum immer mehr. Die Tiere dringen in Pflanzungen der ansässigen Bauern ein, werden daher als Ernteschädling verfolgt. Ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP) existiert seit 1994, es wird vom Zoo in Barcelona koordiniert.

zum Bild oben:
Im Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe hat es Nachwuchs bei den Rotscheitelmangaben gegeben.
Foto: Timo Deible/Zoo Karlsruhe

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NABU: Zu wenig Strategie für den Acker

Krüger: Probleme des Ackerbaus erkannt, Lösungen bleiben weitgehend offen

Berlin – Der NABU bewertet die am heutigen Donnerstag von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner vorgestellte Ackerbaustrategie als deutlich zu unkonkret, um den Ackerbau in Deutschland entscheidend zu verbessern. Der aus dem Koalitionsvertrag resultierende Auftrag, mit der Strategie für eine umwelt- und naturverträgliche Anwendung von Pflanzenschutzmitteln zu sorgen, ist nach Ansicht des NABU mit dem Diskussionspapier nicht erfüllt.

„Die Bereiche, in denen gehandelt werden muss, hat das Bundeslandwirtschaftsministerium richtig erkannt. Auch die Probleme des heutigen Ackerbaus sind richtig analysiert: Die dreigliedrige Fruchtfolge ist zu eng und der Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln zu hoch. Wie die Probleme allerdings konkret gelöst werden sollen, lässt das Bundeslandwirtschaftsministerium weitgehend offen“, so NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger.

Dass das Diskussionspapier an vielen Stellen unkonkret bleibt, sei mit Blick auf die drängenden Probleme der Arten- und Klimakrise und den nahenden Entscheidungen in Brüssel kein gutes Signal. „Wir verlieren wertvolle Zeit. Und damit auch die Chance, die in wenigen Monaten anstehende Reform der EU-Agrarsubventionen für den notwendigen Wandel im Ackerbau zu nutzen. Die EU-Agrargelder müssen Landwirtinnen und Landwirte künftig dabei unterstützen, auf eine klima- und insektenfreundlichere Landwirtschaft umzustellen“, so Krüger.

NABU-Forderungen zur Ackerbaustrategie ...

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Verschiedenes 

NABU: Angriff auf den Artenschutz abgewendet

Überarbeiteter Gesetzentwurf zum Bundesnaturschutzgesetz beschlossen
NABU-Petition mit 45.000 Unterschrift machte Druck

Berlin – Der NABU begrüßt die am Donnerstag vom Bundestag verabschiedete überarbeitete Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes. Die von der Koalition im Frühsommer eingebracht ursprüngliche Version hatte der NABU aufs Schärfste kritisiert, und Bürgerinnen und Bürger mobilisiert, um diesen Angriff auf den Artenschutz abzuwenden. Fast 45.000 Menschen unterstützten die NABU-Petition „Hände weg vom Wolf“. Nach monatelangem Ringen wurde der ursprüngliche Gesetzesentwurf nochmal deutlich überarbeitet und berücksichtigte dabei viele der NABU-Kritikpunkte. So zum Beispiel, dass der Einsatz und die Prüfung von zumutbaren Herdenschutzmaßnahmen explizit im Gesetzestext gefordert werden, bevor aufgrund ernster wirtschaftlicher Schäden der Abschuss eines Wolfes beantragt werden kann. Im Begründungstext werden als mögliche Maßnahmen wolfsabweisende Zäune und Herdenschutzhunde genannt. Diese Betonung des Herdenschutzes geht Hand in Hand mit der Absage an einen Antrag der FDP zur Aufnahme von Wölfen ins Jagdrecht.

„Langsam aber sicher reift die Einsicht, dass Herdenschutz der Dreh- und Angelpunkt für die Koexistenz von Wölfen, Menschen und Weidetieren ist. Jagd oder präventiver Abschuss gehören nicht dazu“, so NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger. Was genau als zumutbare Herdenschutzmaßnahmen in welcher Situation gilt, sei aber immer noch nicht geklärt. Der NABU hat hierzu mit zehn weiteren Verbänden einen Kriterienkatalog erarbeitet.

Mit der überarbeiteten Gesetzesänderung ist die Gefahr für andere Arten wie Kegelrobbe, Biber und Kormoran erst einmal gebannt. An ihrem Schutzstatus ändert sich mit der neuen Gesetzesversion nichts. Insbesondere das befürchtete rechtliche und behördliche Chaos durch eine Ausweitung auf jegliche Schäden, die die Bagatellgrenze überschreiten und damit auch für jeden Gartenteichbesitzer zuträfen, abgewendet.

Nach Ansicht des NABU ist die Gesetzesänderung aber grundsätzlich unnötig und setzt an der falschen Stellschraube an. Die Entnahme von Wölfen, die etwa Herdenschutzmaßnahmen überwinden und Weidetiere reißen, war schon vor der Gesetzesänderung per Ausnahmegenehmigung möglich. Laut der Änderung dürfte nun Wolf für Wolf eines Rudels geschossen werden, bis die Schäden in einer Region aufhören, ohne dass überhaupt klar ist, welches Tier die Schäden verursacht hat. Diese Änderung verstößt gegen EU-rechtliche Bestimmungen und bleibt ein klarer Kritikpunkt, der sogar Vertragsverletzungsverfahren nach sich ziehen könnte.

„Die Entnahme eines geschützten Tieres wie dem Wolf muss immer eine Einzelfallbetrachtung bleiben, anstatt das ganze Rudel in Sippenhaft zu nehmen“, so Birte Brechlin, NABU-Wolfsexpertin. Der Europäische Gerichtshof hatte im Herbst in seinem Urteil zu Finnland erneut die enge Auslegung der FFH-Richtlinie betont. Zudem wäre die Politik besser beraten gewesen, die Zeit und Energie, die in die Gesetzesänderung geflossen ist in die Förderung der Weidetierhaltung zu investieren, anstatt mit Scheindebatten die Lösung der eigentlichen Probleme zu verschleppen.

„Ein Betrieb, der nicht ständig ums Überleben kämpfen muss, hat mehr Kapazitäten um Herausforderungen wie den Herdenschutz zu meistern“, so Krüger. Hier würde auch das vom NABU schon lange geforderte Herdenschutzkompetenzzentrum zu Beratung und Forschung einen entscheidenden Fortschritt bringen. „Beim Thema Wölfe, Beweidung und Herdenschutz müssen alle Beteiligten an einen Tisch. Wir bieten auch der Politik an, den eingeschlagenen Weg der Verständigung über Ressortgrenzen hinweg gemeinsam fort zu setzen“, betont Krüger.

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Veranstaltungen 

Karlsruhe: Erstes Reparatur-Café im neuen Bürgerzentrum Knielingen

Fachleute geben Hilfe zur Selbsthilfe beim Beheben von Defekten

Das jüngste von aktuell sieben städtisch geförderten Bürgerzentren startet ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit in das neue Jahr. Für Donnerstag, 2. Januar, um 18 Uhr lädt der Bürgerverein Knielingen zum ersten Reparatur-Café in das Bürger- und Gemeindezentrum in der Struvestraße 45 ein.

Künftig unterstützen dort ehrenamtliche Fachleute an jedem ersten Donnerstag im Monat Besucherinnen und Besucher dabei, Defekte an mitgebrachten Gebrauchsgegenständen zu untersuchen und im besten Falle gemeinsam zu beheben. Laien und Experten arbeiten zusammen, geben Hilfe zur Selbsthilfe und regen so zu bewusstem Konsumverhalten an. Für Instandsetzungen in den Bereichen Elektronik, Textil, Holz und Fahrrad stehen Materialien und Werkzeuge vor Ort bereit. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt - gearbeitet wird hier in entspannter Atmosphäre bei Kaffee und Kuchen. Weitere Informationen gibt es im Internet unter reparaturcafe.knielingen.de.

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Notwendigkeit nachhaltiger Fanggrenzen bis 2020

Minister fühlen sich nicht an EU-Recht gebunden

Vom 16.-17. Dezember wurde im EU-Ministerrat über die Fanggrenzen für über 100 Fischbestände in Nordostatlantik und Nordsee verhandelt: 2020 soll mehr gefischt werden, als das Recht erlaubt.

Mit ihrer Entscheidung in der Nacht zu Mittwoch haben die Landwirtschaftsminister der EU – darunter Bundesagrarministerin Julia Klöckner – die verbindlich geltende Frist 2020 für ein nachhaltiges Fischereimanagement aller EU-Fischbestände verfehlt. In ihrer Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) hatte die EU 2013 rechtsverbindlich beschlossen, bis 2020 alle EU-Fischbestände schrittweise wiederaufzufüllen und Fangmengen nur noch im Einklang mit wissenschaftlichen Empfehlungen und in einem ökologisch vertretbaren Umfang festzusetzen. Hingegen wurden für etwa die Hälfte der Bestände im Nordostatlantik Fanggrenzen oberhalb der wissenschaftlichen Empfehlungen des Internationalen Rats für Meeresforschung (ICES) festgelegt. Zum Teil handelt es sich dabei um Bestände, die von geringem wirtschaftlichen Wert, darum aber nicht minder bedeutend für die Meeresökosysteme und damit für uns als Ernährungsgrundlage sind.

Dazu Nina Wolff, stellvertretende Vorsitzende und Fischerei-Expertin von Slow Food Deutschland: „Seit der Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) 2013 haben die europäischen Minister unbestritten Fortschritte bei der Nachhaltigkeit der Bestände und damit auch der europäischen Fischprodukte gemacht. Doch trotz der Selbstverpflichtung der EU zu einem ehrgeizigen Nachhaltigkeitsziel wurden Jahr um Jahr zahlreiche Fanggrenzen zu hoch angesetzt und damit dem guten Umweltzustand unserer Meere geschadet. Anders als in den Jahren zuvor handelt es sich bei der Missachtung der für 2020 rechtlich bindend festgelegten Frist nicht mehr allein um politische Unvernunft, sondern um einen klaren Rechtsbruch“.

Slow Food Deutschland kritisiert seit vielen Jahren den unachtsamen Umgang mit unseren marinen Ökosystemen und die übermäßige Nutzung vieler Fischbestände. Die Vorsitzende des Vereins Ursula Hudson: „In diesem entscheidenden Jahr haben die Minister trotz anderslautender Lippenbekenntnisse die Chance verpasst, ein klares Statement für die Nachhaltigkeit der Meere zu setzen. Eine verantwortungsvolle Fischereipolitik, welche unsere planetaren Grenzen respektiert, wäre eine wichtige Voraussetzung, drängende Herausforderungen wie den Biodiversitätsverlust oder den Klimawandel zu bewältigen. Nur mit einer konsequent nachhaltigen Bewirtschaftung unserer Ressourcen können die Meere erhalten und eine wachsende Weltbevölkerung ernährt werden“.





Verschiedenes 

Stilllegung des Schweizer AKW Mühleberg am 20.12.19

Stilllegung des Schweizer AKW Mühleberg am 20.12.19
Grüne Atomkraftwerke gegen den Klimawandel? Alles Lügen!

Am 20. Dezember 2019 wird der Betrieb des maroden und gefährlichen AKW Mühleberg endgültig eingestellt. Der Bund für Umwelt und Naturschutz, Regionalverband Südlicher Oberrhein, gratuliert der Umweltbewegung in der Schweiz. Wir freuen uns, dass das zweite abgestellte AKW der Schweiz sich nicht wie der Klein-Reaktor in Lucens mit einem GAU selbst "abgestellt" hat.

Das Atomkraftwerk Mühleberg, in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts gebaut, bei dem schon 1991 Risse im Kernmantel festgestellt wurden und das mit einer Behelfskonstruktion dennoch weiterbetrieben wurde, ist damit das erste kommerzielle Atomkraftwerk der Schweiz, das endgültig abgeschaltet wird und sich nicht selbst abgeschaltet hat. Der Atommüll aus dem AKW Mühleberg muss noch eine Million Jahre sicher verwahrt werden.

Nach der Schließung des letzten innerschweizer AKW am 20. Dezember häuft sich jetzt das atomare Risiko in der Grenzregion am Hochrhein. Dort stehen dann die letzten vier Schweizer AKW. Das AKW Leibstadt hat einen störanfälligen Siedewasserreaktor und in Beznau läuft das älteste und damit eines der gefährlichsten AKW der Welt. Auch das Atomkraftwerk Gösgen strahlt nicht weit von der Grenze entfernt. Im grenznahen Würenlingen steht das große "Atomforschungszentrum" der Schweiz, ein atomares Zwischenlager für leicht, mittel- und hochradioaktiven Müll und eine Castorhalle wie in Gorleben. Dazu kommt in Würenlingen ein Verbrennungsofen für radioaktiven Müll mit einem hohen Schornstein für radioaktive Abgase.

Und wo sucht die Nationale Genossenschaft zur Lagerung radioaktiver Abfälle, NAGRA, nach einem Endlager für hochradioaktiven Müll? Selbstverständlich wieder im Grenzgebiet am Hochrhein und es gibt viele Hinweise, dass dieses Endlager im grenznahen Züricher Weinland auch realisiert werden soll, obwohl die dortigen "endlagerfähigen" Gesteinsschichten im internationalen Vergleich extrem dünn sind. Die Endlager-PR ist besser als das Gestein.

Und während die alten AKW in Mühleberg(CH) und Philippsburg(D) noch 2019 und hoffentlich auch in Fessenheim 2020 endlich abgestellt werden, kommen überall die neuen und alten atomaren Seilschaften aus der Deckung, in die sie nach den Atomunfällen in Tschernobyl und Fukushima gegangen waren. Ihre Macht zeigen sie regional und weltweit, in dem sie die notwendige Energiewende und die erneuerbaren Energien massiv bekämpfen (lassen). Doch zwischenzeitlich sind nicht nur die ökologischen Argumente auf der Seite der UmweltschützerInnen, sondern auch die ökonomischen. Warum Energie aus teuren Hochrisikoanlagen gewinnen, wo umweltfreundlicher Strom aus Wind und Sonne zwischenzeitlich viel kostengünstiger ist, als Strom aus neuen AKW?

Wir gratulieren den Schweizer Aktiven, wünschen ein schönes Abschaltfest in Bern und wissen: Es gibt grenzüberschreitend gemeinsam noch viel zu tun um den atomar-fossilen Irrweg zu beenden.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer

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NABU zum Vogelschutzbericht: Agrarvögel in ungebremstem Sturzflug

Krüger: Mehr als jeder dritte Agrarvogel seit 1980 verschwunden

Berlin, 17. Dezember – Angesichts des heute vorgestellten nationalen Vogelschutzberichts mahnt der NABU deutlich stärkere Anstrengungen für den Vogelschutz in Deutschland an, insbesondere für Vögel der Agrarlandschaft. Wie eine eigene Analyse der Daten durch den NABU zeigt, sind seit 1980 über zehn Millionen Brutpaare jener Vogelarten verschwunden, die typischerweise auf Wiesen, Äckern und Weiden leben. Damit fehlt jeder dritte Agrarvogel, den es vor 35 Jahren noch gab. Betroffen sind Arten wie Kiebitz, Rebhuhn oder Braunkehlchen. Die Daten zeigen auch, dass der Gesamtbestand jener Vogelarten zurückgeht, die ihre Jungen mit Insekten füttern.

NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger: „Deutschlands Agrarvögel befinden sich in ungebremstem Sturzflug. Und eine Trendwende ist nicht in Sicht. Ursache Nummer Eins ist die zu intensive Landwirtschaft. Wiesen und Weiden werden immer monotoner, wichtige Lebensräume verschwinden. Auch das Nahrungsangebot an Insekten und Wildkräutern wird knapp. Vögel verraten uns sehr genau, wenn es in einer Landschaft Probleme gibt – und auf unseren Wiesen und Feldern schrillen die Alarmglocken. Wir brauchen jetzt einen Systemwechsel in der EU-Agrarpolitik. Für Landwirte muss es sich künftig wieder lohnen, Platz für die Natur und Arten zu schaffen. Dafür müssen sich jetzt die Bundesregierung in Brüssel, aber auch die Länder und die einzelnen Landwirtschaftsbetriebe einsetzen.“

Der neue Bericht bestätigt zudem, dass vor allem größere beziehungsweise seltenere Vogelarten zunehmen. Ein Grund ist, dass Artenhilfsprogramme und strenge Schutzmaßnahmen für diese Arten wirksam sind. Die ursprünglich häufigen und überall vorkommenden kleineren Singvogelarten hingegen gehen besonders stark zurück.

Top 10 der Vogelarten mit den prozentual stärksten Rückgängen in Deutschland (Zeitraum 1980 bis 2016):

Kiebitz -93%
Rebhuhn -91%
Turteltaube -89%
Alpenstrandläufer -84%
Bekassine -82%
Steinschmätzer -80%
Brachpieper -79%
Wiesenpieper -79%
Uferschnepfe -78%
Feldschwirl -75%







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