Grüne Quellen
Samstag, 27. November 2021 Uhr

 
ProlixLetter
Mittagstisch
Prolix-Gastrotipps
Prolix-Studienführer
Ökoplus Freiburg
56plus
lesen-oder-vorlesen
wodsch

 

 
Kontakt
Werbung
Disclaimer
Datenschutzerklärung
Impressum
 
Prolix-Verlag

ARCHIV

 

 

 
Gegen Hitze in der Innenstadt
Stadt Freiburg bepflanzt und bewässert eine „Greencity Wall“ an der Busgarage der Stadtbibliothek

Sommerhitze ist (nicht nur) in Innenstädten ein großes Problem. Um es zu bändigen, sind viele kleine Ideen und Schritte gefragt. Einen dieser Schritte sind nun das Stadtplanungsamt und das städtische Gebäudemanagement (GMF) gegangen. Aus diesem Pilotprojekt kann ein echter Hingucker in zentraler Lage entstehen: eine bepflanzte und bewässerte „Greencity Wall“ an der Busgarage hinter der Stadtbibliothek, wenige Schritte vom Münsterplatz entfernt.

Geplant und innerhalb von fünf Tagen errichtet wurde die grüne Mauer vom GMF und der Firma Flor Design. Insgesamt bietet sie 14 Quadratmeter Pflanzfläche und ermöglicht 27 Pflanzen pro Quadratmeter städtischem Boden; bei Beetpflanzung werden 4 bis 12 Pflanzen pro m2 verwendet. Somit konnten hier 380 Pflanzen und 10 unterschiedliche Pflanzenarten gesetzt werden. Sie kamen von einem regionalen Produzenten am Kaiserstuhl. Ausgewählt wurden Arten, die an den Standort und die Himmelsrichtung wegen Sonneneinfall angepasst sind.

Nun wird Fachpersonal die grüne Mauer vier bis sechs Mal pro Jahr „warten“. Die Bewässerung erfolgt zeitgesteuert automatisch, die Bewässerungsintervalle werden den Jahreszeiten angepasst und schwanken zwischen einmal pro Woche und alle zwei Tage.

Für ihr Klimaanpassungskonzept im Handlungsfeld Hitze hatten das Bundesumweltministerium und das Deutsche Institut für Urbanistik die Stadt Freiburg 2019 als klimaaktive Kommune ausgezeichnet, verbunden mit einem Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro. Diese Mittel wurden nun für die Installation der Greencity Wall eingesetzt.

Das Problem der im Hochsommer aufgeheizten Stadtbereiche, der sogenannten Wärmeinseln, beschäftigt das Stadtplanungsamt schon lange. Eine Entsiegelung ist selten möglich und in dicht bebauten Quartieren fehlt oft der Platz für klimawirksame Baumpflanzungen. Allerdings kann man Wärmeinseln mit zusätzlicher Bepflanzung entgegenwirken. Pflanzen spenden Schatten, kühlen ihre Umgebung dank Verdunstung, produzieren Sauerstoff und binden dabei CO2. Hierzu kann die Greencity Wall beitragen.

Mit Unterstützung des Lokalvereins Innenstadt will die Stadtplanung die Aufenthaltsqualität des Platzes an der Engelstraße für Bürgerschaft und Touristen langfristig erhöhen. Besonders an Hitzetagen trägt ein beschatteter Platz mit Sitzgelegenheiten und erfrischendem Bächle zur Entlastung bei.

Der Schritt mit der bepflanzten Wand soll laut Baubürgermeister Martin Haag Vorbildcharakter haben und andere Gebäudeeigentümer zum Nachahmen anregen. Dabei geht es nicht darum, Architektur durch Bepflanzung zu ersetzen. Aber auch in architektonisch und baugeschichtlich wertvollen Bereichen wie der Innenstadt gibt es gering gestaltete Gebäudeteile oder Flächen, die sich für eine zusätzliche Bepflanzung eignen und damit einen Beitrag zu einem attraktiven Stadtbild und zum Mikroklima leisten können.
 
Eintrag vom: 09.11.2021  




zurück