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In Freiburg werden 30 neue Naturdenkmale ausgewiesen
Insgesamt werden über 400 Bäume unter Schutz gestellt
Ausweisung ist wichtiger Beitrag zum Aktionsplan Biodiversität der Stadt

In Freiburg werden 30 neue Naturdenkmale ausgewiesen. Nach dem Ende der öffentlichen Anhörung werden die Einzelbäume und Baumgruppen mit insgesamt über 400 Bäumen unter Schutz gestellt – auch die Hängebuche im Sedanviertel. Stadt und Land konnten sich gemeinsam darauf einigen, dass dieser prägende Baum an der Ecke Wilhelm- / Moltkestraße doch als besonders schützenswert ausgezeichnet wird. Vor knapp einem Jahr wurde das Verfahren für die neuen Naturdenkmale als weitere Maßnahme des städtischen Aktionsplans Biodiversität auf den Weg gebracht, nun Anfang November 2021 werden sie schließlich ausgewiesen.

„Die neuen Naturdenkmale sind ein weiterer Meilenstein für ein naturnahes Stadtgrün und den Erhalt der Biodiversität in Freiburg“, sagt Umweltbürgermeisterin Christine Buchheit. „Dass wir uns im Sedanquartier mit dem Land einigen konnten, freut mich besonders. Es ist ein schönes Beispiel dafür, wie Bürgerinnen und Bürger, Kommune und die Landesregierung beim Umweltschutz an einem Strang ziehen.“

Die Hängebuche wurde vom Bürgerforum Sedan und Im Grün als Naturdenkmal vorgeschlagen. Der Baum steht auf einem Grundstück des Landesbetriebs Vermögen und Bau. Er ist laut Einschätzung der Unteren Naturschutzbehörde im Umweltschutzamt Freiburg wegen seines Erscheinungsbildes und der ökologischen Wertigkeit als Naturdenkmal geeignet. Ohne Zustimmung des Eigentümers wird von Unteren Naturschutzbehörden im Land aber kein Baum in den Rang eines Naturdenkmals erhoben. Das Land hat das zunächst wegen einer möglichen späteren Umnutzung des Geländes geprüft und sich schließlich aber doch für das grüne Dreieck entschieden – der Plakette für Naturdenkmale.

Früher wurden Naturdenkmäler oft anhand von Alter, Schönheit, Seltenheit oder kulturgeschichtlicher Merkmale ausgewählt. Doch in Zeiten des ungebremsten Verlusts der Biodiversität, des Insektensterbens und des Klimawandels rücken andere Aspekte in den Vordergrund. Es geht heute mehr um die ökologische Wertigkeit der Bäume als Lebensraum, Fortpflanzungsstätte und Nahrungslieferant für viele heimische Arten. Alte Bäume sind überlebensnotwendig für Vögel, Fledermäuse und Insekten. Das Naturdenkmal ist die älteste Kategorie des gesetzlichen Naturschutzes in Deutschland. Bislang gab es in Freiburg rund 100 solcher Naturdenkmale, jetzt werden es mehr als 130. Ein Naturdenkmal kann mehrere Einzelbäume umfassen.

Die Vorschläge für die neuen Naturdenkmale stammen von den Fachleuten der Stadt, von engagierten Bürgerinnen und Bürgern sowie von Naturschutzverbänden. Die Denkmale erhalten als Zeichen der Würdigung dann das typische „grüne Dreieckschildchen“. Der Eigentümer bzw. die Eigentümerin muss ein weitgehendes Veränderungsverbot an seinem Naturdenkmal beachten. Schäden müssen der Naturschutzbehörde gemeldet werden. Im Gegenzug gibt es einmal im Jahr eine Kontrolle durch Experten und Expertinnen. Die Stadt beteiligt sich außerdem – im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten – an Erhaltungsmaßnahmen für die Bäume.

Als Naturdenkmal ausgewiesen werden nun verschiedenste heimische Baumarten wie Eichen, Weiden, Linden, Buchen, Esche, Holunder, Erle, Platanen und Ulmen. Auf der Liste stehen aber auch Arten, die vor langer Zeit aus Nordamerika eingebracht wurden, wie die mächtige Douglasie im Illenwald oder ein Mammutbaum. Hervorzuheben sind wegen ihrer Anzahl und Lage die beiden Baumgruppen mit Eiben am Schlossberg sowie die 77 Platanen auf dem Hauptfriedhof – ein prächtiges Baumensemble.
 
Eintrag vom: 09.11.2021  




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